Nisulid 100 Tabl 100 Mg 30 Stk

Nisulid 100 Tabl 100 Mg 30 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Nimesulidum.

Hilfsstoffe

Tabletten: Excipiens pro compresso.

Sachets (Granulat): Saccharum (ein Sachet enthält 1,8 g Saccharose entsprechend 30 kJ oder 0,15 BE). Aromatica, Excipiens ad granulatum pro charta.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Eine Tablette oder ein Sachet enthält 100 mg Nimesulid.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Symptomatische Behandlung akuter Schmerzen und primärer Dysmenorrhö.

Nimesulid sollte nur als Behandlung zweiter Wahl verschrieben werden.

Die Entscheidung für die Verschreibung von Nisulid muss sich auf eine individuelle Bewertung der Risiken für den jeweiligen Patienten stützen.

Dosierung/Anwendung

Um unerwünschte Wirkungen zu reduzieren, soll die kleinstmögliche wirksame Dosis so kurz wie möglich verabreicht werden.

Die Höchstdauer einer Behandlungsperiode mit Nisulid ist 15 Tage.

Erwachsene: 2-mal täglich 1 Tablette oder 1 Sachet, vorzugsweise nach dem Essen.

Ältere Personen: Eine Reduktion der Tagesdosis für ältere Patienten ist nicht erforderlich (siehe Kapitel «Pharmakokinetik»).

Kinder (<12 Jahre): Bei diesen Patienten ist Nisulid kontraindiziert (siehe auch unter Kapitel «Kontraindikationen»).

Jugendliche (12–18 Jahre): Aufgrund des pharmakokinetischen Profils des Nimesulids beim Erwachsenen und aufgrund seiner pharmakodynamischen Eigenschaften ist bei diesen Patienten keinerlei Dosisanpassung erforderlich.

Einschränkung der Nierenfunktion: Aufgrund der pharmakokinetischen Eigenschaften des Nimesulids ist im Fall einer leichten bis mässigen Einschränkung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 30–80 ml/min) keine Anpassung der Dosis notwendig. Hingegen ist Nisulid im Fall einer schweren Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <30 ml/min) kontraindiziert (siehe auch Kapitel «Kontraindikatio­nen» und «Pharmakokinetik»).

Einschränkung der Leberfunktion: Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion ist Nisulid kontraindiziert (siehe Kapitel «Pharmakokinetik»).

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.

Anamnese von Bronchospasmus, Urtikaria oder allergieähnlichen Symptomen nach Einnahme von Acetylsalicylsäure oder anderen nicht-steroidalen Antirheumatika.

Anamnestische hepatotoxische Reaktion auf Nimesulid.

Schwere Leberfunktionsstörungen (Leberzirrhose und Aszites).

Gleichzeitige Exposition mit potentiell hepatotoxischen Mitteln.

Alkohol- oder Drogenabhängigkeit.

Aktive Magen- und/oder Duodenalulzera, rezidivierende Ulzera oder gastrointestinale Blutungen, akute zerebrovaskuläre Blutung in der Anamnese, andere akute Blutungen, Blutungsstörungen.

Entzündliche Darmerkrankungen (wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn).

Schwere Koagulationsstörungen.

Schwere Herzinsuffizienz (NYHA III–IV).

Behandlung postoperativer Schmerzen nach einer koronaren Bypass-Operation (resp. Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine).

Schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <30 ml/min).

Fieber und/oder grippale Symptomatik.

Kinder unter 12 Jahren.

Drittes Trimenon der Schwangerschaft und Stillzeit (siehe Kapitel «Schwangerschaft/Stillzeit» und «Präklinische Daten»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Allgemeiner Warnhinweis für die Anwendung von systemischen nichtsteroidalen Antirheumatika

Gastrointestinale Ulzerationen, Blutungen oder Perforationen können während der Behandlung mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), COX-2 selektiv oder nicht, jederzeit auch ohne Warnsymptome oder anamnestische Hinweise auftreten.

Bei Auftreten gastrointestinaler Blutungen oder Ulzera ist die Behandlung mit Nisulid abzubrechen.

Um dieses Risiko zu verringern, sollte die kleinste wirksame Dosis während der kürzest möglichen Therapiedauer verabreicht werden.

Ältere Patienten sind besonders anfällig für Nebenwirkungen von NSAR wie gastrointestinale Blutungen und Perforationen; Nieren- und Leberfunktionsstörungen sowie Herzinsuffizienz. Deshalb müssen sie angemessen klinisch überwacht werden.

Für gewisse selektive COX-2-Hemmer wurde in Placebo-kontrollierten Studien ein erhöhtes Risiko für thrombotische kardio- und zerebrovaskuläre Komplikationen gezeigt. Es ist noch nicht bekannt, ob dieses Risiko direkt mit der COX-1/COX-2-Selektivität der einzelnen NSAR korreliert. Da für Nimesulid zur Zeit keine vergleichbaren klinischen Studiendaten unter maximaler Dosierung und Langzeittherapie vorliegen, kann ein ähnlich erhöhtes Risiko nicht ausgeschlossen werden. Bis zum Vorliegen von entsprechenden Daten sollte Nimesulid bei klinisch gesicherter koronarer Herzkrankheit, zerebrovaskulären Erkrankungen, peripherer arterieller Verschlusskrankheit oder bei Patienten mit erheblichen Risikofaktoren (z.B. Bluthochdruck, Hyperlipidämie, Diabetes mellitus, Rauchen) nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung eingesetzt werden. Auch wegen diesem Risiko sollte die kleinste wirksame Dosis während der kürzest möglichen Therapiedauer verabreicht werden.

Die renalen Effekte der NSAR umfassen Flüssigkeitsretention mit Ödemen und/oder arterieller Hypertonie. Bei Patienten mit beeinträchtigter Herzfunktion und anderen Zuständen, die zur Flüssigkeitsretention prädisponieren, sollte Nimesulid deshalb nur mit Vorsicht angewendet werden. Vorsicht ist ebenfalls geboten bei Patienten, die gleichzeitig Diuretika oder ACE-Hemmer einnehmen sowie bei erhöhtem Risiko einer Hypovolämie.

Wenn sich kein Erfolg einstellt, muss die Behandlung abgebrochen werden.

In seltenen Fällen sind schwere Leberschäden mit Nimesulid in Verbindung gebracht worden, wovon einige ganz selten mit tödlichen Ausgang (siehe Kapitel «Unerwünschte Wirkungen»). Wenn Symptome auftreten, die auf eine Leberfunktionsstörung hinweisen (z.B. Anorexie, Nausea, Erbrechen, Bauchschmerzen, Müdigkeit, dunkler Urin) oder wenn abnorme Leberfunktionswerte gemessen werden, muss die Therapie mit Nisulid abgebrochen werden. Für betroffene Patienten verbietet sich die weitere Verabreichung von Nimesulid. Es gibt Berichte über meistens reversible Leberläsionen nach kurzer Exposition.

Die Patienten sollten angewiesen werden, während der Behandlung mit Nisulid keine zusätzlichen Analgetika einzunehmen. Die gleichzeitige Einnahme verschiedener NSAR ist nicht empfohlen.

Sollte während der Anwendung von Nisulid Fieber oder grippale Symptomatik auftreten, muss die Behandlung abgebrochen werden (siehe Kapitel «Kontraindikationen»).

Bei Patienten mit Nieren- oder Herzinsuffizienz ist Vorsicht geboten, da die Anwendung von Nisulid eine Verschlechterung der Nierenfunktion bewirken kann. Im Fall einer Verschlechterung ist die Therapie abzubrechen (siehe Kapitel «Interaktionen»).

Nimesulid kann die Plättchenfunktion beeinträchtigen und sollte deshalb bei Patienten mit hämorrhagischer Diathese mit Vorsicht angewendet werden (siehe Kapitel «Kontraindikationen»). Nisulid ist jedoch kein Ersatz für Acetylsalicylsäure zur kardiovaskulären Prophylaxe.

Die Anwendung von Nisulid kann die weibliche Fertilität beeinträchtigen und ist deshalb für Frauen, die eine Schwangerschaft planen, nicht empfohlen. Frauen, die Empfängnisschwierigkeiten haben bzw. sich Fertilitätstests unterziehen, sollten in Betracht ziehen, Nimesulid abzusetzen (siehe Kapitel «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Interaktionen

Pharmakodynamische Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Einnahme von Antikoagulantien (Phenprocoumon, Acenocoumarol) oder Acetylsalicylsäure erhöht das Risiko für hämorrhagische Komplikationen. Von einer solchen Kombination wird deshalb abgeraten (siehe Kapitel «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Sie ist für Patienten mit schweren Koagulationsstörungen kontraindiziert (siehe Kapitel «Kontraindikationen»). Wenn eine gleichzeitige Einnahme nicht vermieden werden kann, muss der Patient engmaschig überwacht werden.

Pharmakodynamische/pharmakokinetische Wechselwirkungen mit Diuretika

Bei gesunden Probanden kann Nimesulid die natriuretische und, in einem geringeren Ausmass, die kaliuretische Wirkung des Furosemids vorübergehend reduzieren. Die gleichzeitige Verabreichung von Furosemid und Nimesulid führt zu einer Reduktion der AUC um 20% und zu einer kumulativen Sekretion des Furosemids ohne Beeinträchtigung der renalen Clearance.

Eine derartige Kombination (Furosemid und Nimesulid) muss bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen oder Herzinsuffizienz (siehe Kapitel «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen») mit Vorsicht erfolgen.

Pharmakokinetische Wechselwirkungen mit anderen Substanzen

Nichtsteroidale Antirheumatika reduzieren die Lithium-Clearance und führen zu erhöhten Plasma-Lithium-Werten und Lithium-Toxizität. Wird Nisulid Patienten unter Lithium-Therapie verordnet, so müssen die Lithiumwerte streng überwacht werden.

In-vivo-Studien zur gleichzeitigen Verabreichung von Glibenclamid, Theophyllin, Warfarin, Digoxin, Cimetidin und Antazida (z.B. Kombinationspräparate aus Aluminium und Magnesiumhydroxid) zeigten keine klinisch relevanten pharmakokinetischen Wechselwirkungen.

Nimesulid hemmt das Cytochrom-P450-Isoenzym CYP2C9. Die Plasmakonzentrationen von Substanzen, die über CYP2C9 abgebaut werden, können deshalb unter Therapie mit Nisulid erhöht sein.

Es ist Vorsicht geboten, wenn Nimesulid weniger als 24 Stunden vor oder nach Methotrexat eingenommen wird, da die Plasmaspiegel des Methotrexats ansteigen und die Methotrexat-Toxizität zunehmen kann.

Die Nephrotoxizität von Cyclosporinen kann durch die Beeinflussung der renalen Prostaglandine durch Prostaglandinsynthesehemmer wie Nimesulid erhöht sein.

Einflüsse anderer Wirkstoffe auf Nimesulid

Mit in-vitro-Studien wurde gezeigt, dass Nimesulid durch Tolbutamid, Salicylsäure und Valproinsäure aus den Bindungsstellen verdrängt wird. Diese Interaktionen sind klinisch nicht relevant, obwohl eine Beeinflussung der Plasmaspiegel möglich ist.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Eine Hemmung der Prostaglandinsynthese kann die Schwangerschaft und/oder die embryo-fetale Entwicklung negativ beeinflussen. Daten aus epidemiologischen Studien weisen auf ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten sowie kardiale Missbildungen und Gastroschisis nach der Anwendung eines Prostaglandinsynthesehemmers in der Frühschwangerschaft hin. Es wird angenommen, dass das Risiko mit der Dosis und der Dauer der Therapie steigt.

Bei Tieren wurde nachgewiesen, dass die Gabe eines Prostaglandinsynthesehemmers zu erhöhtem prä- und post-implantärem Verlust und zu embryo-fetaler Letalität führt. Ferner wurden erhöhte Inzidenzen verschiedener Missbildungen, einschliesslich kardiovaskulärer Missbildungen, bei Tieren berichtet, die während der Phase der Organogenese einen Prostaglandinsynthesehemmer erhielten.

Studien an Kaninchen weisen auf eine atypische Reproduktionstoxizität hin (siehe Kapitel «Präklinische Daten»). Es liegt keine ausreichende Erfahrung für die Anwendung von Nisulid bei Schwangeren vor. Das potentielle Risiko beim Menschen ist nicht bekannt. Aus diesem Grund ist die Verschreibung während des ersten und zweiten Trimenons nicht empfohlen.

Während des ersten und zweiten Schwangerschaftstrimesters sollte Nisulid nur gegeben werden, wenn dies unbedingt notwendig ist. Falls Nisulid von einer Frau angewendet wird, die versucht schwanger zu werden oder wenn es während des ersten oder zweiten Schwangerschaftstrimesters angewendet wird, sollte die Dosis so niedrig und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich gehalten werden.

Während des dritten Schwangerschaftstrimesters ist Nisulid kontraindiziert (siehe Kapitel «Kontraindikationen»).

Alle Prostaglandinsynthesehemmer können:

den Fetus folgenden Risiken aussetzen:

– kardiopulmonale Toxizität (mit vorzeitigem Verschluss des Ductus arteriosus und pulmonaler Hypertonie);

– Nierenfunktionsstörung, die zu Nierenversagen mit Oligohydramniose fortschreiten; es wurde vereinzelt von Nierenversagen bei Neugeborenen berichtet, deren Mütter in der späten Schwangerschaft Nimesulid eingenommen hatten.

Mutter und Kind folgenden Risiken aussetzen:

– mögliche Verlängerung der Blutungszeit, ein thrombozyten-aggregationshemmender Effekt, der selbst bei sehr geringen Dosen auftreten kann;

– Hemmung von Uteruskontraktionen, mit der Folge eines verspäteten oder verlängerten Geburtsvorganges;

– Oligurie.

Fertilität

Die Anwendung von Nimesulid kann die weibliche Fertilität beeinträchtigen und wird daher bei Frauen, die schwanger werden möchten nicht empfohlen. Bei Frauen, die Schwierigkeiten haben, schwanger zu werden oder bei denen Untersuchungen zur Infertilität durchgeführt werden, sollte das Absetzen von Nimesulid in Betracht gezogen werden.

Stillzeit

NSAR treten in die Muttermilch über. Vorsichtshalber soll Nimesulid deshalb von stillenden Frauen nicht eingenommen werden. Ist die Behandlung unerlässlich, ist der Säugling auf Flaschennahrung umzustellen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es liegen keine Untersuchungen über die Auswirkungen von Nisulid auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen vor.

Bei Auftreten von Benommenheit, Schwindel oder Müdigkeit nach der Einnahme von Nisulid sollten die betroffenen Patienten kein Fahrzeug lenken und keine Maschine bedienen.

Unerwünschte Wirkungen

Die folgende Auflistung unerwünschter Nebenwirkungen basiert auf kontrollierten, klinischen Studien* (ca. 7’800 Patienten) und auf Beobachtungen nach Markteinführung mit Häufigkeiten, die wie folgt klassifiziert werden: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1’000, <1/100), selten (≥1/10’000, <1/1’000), sehr selten (<1/10’000) inklusive Einzelfälle.

Blut

Selten: Anämie*, Eosinophilie*, Purpura.

Sehr selten: Thrombozytopenie, Panzytopenie.

Immunsystem

Selten: Überempfindlichkeit*.

Sehr selten: Anaphylaxie*.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Selten: Hyperkaliämie*.

Psychiatrische Störungen

Selten: Angstzustände*, Nervosität*, Alpträume*.

Störungen des Nervensystems

Gelegentlich: Benommenheit*.

Sehr selten: Kopfschmerzen, Müdigkeit, Enzephalopathie (Reye-Syndrom).

Augen

Selten: verschwommenes Sehen*.

Ohr und Innenohr

Sehr selten: Schwindel.

Herzkreislauf

Gelegentlich: Hypertonie*.

Selten: Blutungen*, Blutdruckschwankungen*, Hitzewallungen*, Tachykardie*.

Störungen der Atmungsorgane

Gelegentlich: Dyspnoe*.

Selten: Asthma, Bronchospasmen.

Gastrointestinale Störungen

Häufig: Diarrhö*, Übelkeit*, Erbrechen*.

Gelegentlich: Verstopfung*, Blähungen*, Gastritis*, Magen-Darm-Blutungen, Duodenalulkus und -perforation, Magenulkus und -perforation.

Sehr selten: Bauchschmerzen, Dyspepsie, Stomatitis, Melaena.

Hepatobiliäre Störungen (siehe Kapitel «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»)

Häufig: Anstieg der Leberenzyme*.

Sehr selten: akute Hepatitis, fulminante Hepatitis (einschliesslich tödliche Fälle), Ikterus, Cholestase.

Haut und subkutanes Gewebe

Gelegentlich: Pruritus*, Exanthem*, verstärktes Schwitzen*.

Selten: Erythem*, Dermatitis*.

Sehr selten: Urticaria, Quincke-Ödem, Gesichtsödem, Erythema exsudativum multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, Lyell-Syndrom (toxische epidermale Nekrolyse).

Störungen des Urogenitalsystems

Selten: Dysurie*, Hämaturie*, Anurie*, Nierenversagen.

Sehr selten: Oligurie, interstitielle Nephritis.

Allgemeine Störungen

Gelegentlich: Ödem*.

Selten: Unwohlsein*, Schwäche*.

Sehr selten: Hypothermie.

* Häufigkeit gemäss den klinischen Studien.

Überdosierung

Nach akuter NSAR Überdosierung kommt es gewöhnlich zu Lethargie, Somnolenz, Übelkeit, Erbrechen und epigastrischen Schmerzen. Diese Symptome sind bei Anwendung supportiver Massnahmen generell reversibel. Es kann zu gastrointestinalen Blutungen kommen. Hypertension, akutes Nierenversagen, Atemdepression und Koma wurden selten beobachtet. Anaphylaktische Reaktionen wurden nach Verabreichung therapeutischer NSAR Dosen beschrieben. Sie können daher auch in der Folge einer Überdosierung auftreten.

Die Behandlung einer Überdosierung ist rein symptomatisch. Ein spezifisches Antidot ist nicht verfügbar. Es liegen keine Daten zur Hämodialyse von Nimesulid vor. In Anbetracht der hohen Plasmaproteinbindung (bis zu 97,5%) ist die Hämodialyse bei einer Überdosierung keine geeignete Gegenmassnahme. Folgende Massnahmen können getroffen werden: Auslösen von Erbrechen und/oder Verabreichung von Aktivkohle (60–100 g bei Erwachsenen) und/oder von osmotischen Abführmitteln. Diese Massnahmen sind sinnvoll, wenn der Patient in den ersten 4 Stunden nach Einnahme der Überdosis erfasst wird oder im Fall einer massiven Überdosierung. Eine forcierte Diurese, eine Alkalinisierung des Urins, eine Hämodialyse oder Hämoperfusion sind aufgrund der hohen Proteinbindung des Wirkstoffes nicht sinnvoll. Nieren- und Leberfunktionen sollten überwacht werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: M01AX17

Nimesulid ist ein nicht-steroidales Antirheumatikum mit analgetischer und antipyretischer Wirkung. Der Mechanismus besteht in einer Hemmung der Cyclooxygenase, einem Enzym, das an der Prostaglandin-Synthese beteiligt ist.

Pharmakokinetik

Absorption

Nimesulid wird nach oraler Gabe gut resorbiert. Nach Verabreichung einer Einmaldosis von 100 mg an Erwachsene wird eine maximale Plasmakonzentration (Cmax) von 3–4 mg/l nach 2–3 Stunden erreicht (AUC von 20–35 mg × h/l).

Im Vergleich dazu wurden auch nach siebentägiger Gabe von 100 mg Nimesulid zweimal pro Tag keine signifikanten Unterschiede gefunden.

Distribution

Plasmaproteinbindung: bis zu 97,5%.

Metabolismus

Nimesulid wird in der Leber über zahlreiche Abbauwege, namentlich über das Cytochrom-P450-Isoenzym CYP2C9 metabolisiert. Daher muss mit möglichen Wechselwirkungen gerechnet werden, wenn andere Substanzen verabreicht werden, die auch über CYP2C9 metabolisiert werden (siehe Kapitel «Interaktionen»). Der Hauptmetabolit von Nimesulid ist sein Para-hydroxyd-Derivat, welches ebenfalls eine pharmakologische Aktivität aufweist. Die Zeit bis zu seinem Auftreten im Blut beträgt 0,8 Stunden. Die Bildungskonstante des Metaboliten ist mässig hoch und bedeutend geringer als die Resorptionskonstante von Nimesulid selbst.

Elimination

Hydroxynimesulid ist der einzige Metabolit, der im Plasma nachgewiesen werden kann. Er wird fast vollständig konjugiert. Die Halbwertszeit von Nimesulid beträgt 3,2–6 Stunden. Die Ausscheidung von Nimesulid erfolgt grossteils über den Urin (etwa 50% der verabreichten Dosis). Nur 1–3% werden unverändert ausgeschieden. Der Hauptmetabolit Hydroxynimesulid liegt nur als Glucuronidkonjugat vor. Etwa 29% der verabreichten Dosis werden nach der Metabolisierung über die Fäzes eliminiert.

Kinetik spezieller Patientengruppen

In Untersuchungen bei älteren Patienten ergaben sich nach akuter oder wiederholter Verabreichung von Nimesulid keine Veränderungen der pharmakokinetischen Parameter.

In einer Studie bei Patienten mit leichten bis mittelschwe­ren Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin-Clearance 30–80 ml/min) konnten im Vergleich zu gesunden Probanden keine erhöhten maximalen Plasmakonzentrationen des Nimesulids und seines Hauptmetaboliten nachgewiesen werden. Die AUC und die Eliminationshalbwertszeit waren um 50% erhöht, jedoch immer im Bereich der Werte, die auch an gesunden Probanden beobachtet werden konnten. Wiederholte Verabreichung von Nimesulid führte nicht zu Akkumulation.

Nimesulid ist bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen kontraindiziert (siehe Kapitel «Kontraindikationen»).

Präklinische Daten

Präklinische Daten, bestehend aus den üblichen pharmakologischen Studien zu Sicherheit, Toxizität nach wiederholter Verabreichung, Genotoxizität und Karzinogenität, weisen nicht auf besondere Risiken für den Menschen hin.

Nach wiederholter Verabreichung zeigte Nimesulid gastrointestinale, renale und hepatische Toxizität.

In Studien zur Reproduktionstoxizität wurden nach systemischer Verabreichung von Nimesulid in Dosen, welche für das Muttertier nicht toxisch waren, embryotoxische und teratogene Effekte (Skelettfehlbildungen, Dilatation der Hirnventrikel) beim Kaninchen, nicht aber bei der Ratte beobachtet. Bei der Ratte wurde eine erhöhte Mortalität der Nachkommen in der frühen postnatalen Phase nachgewiesen und Nimesulid zeigte negative Wirkungen auf die Fertilität.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel (Tabletten und Granulat) darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Von Kinderhand geschützt lagern. Bei Raumtemperatur (15–25 °C) aufbewahren.

Zulassungsnummer

52001, 52002 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Robapharm AG, 4123 Allschwil.

Stand der Information

September 2011.

Verwendung dieser Informationen

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