Nicotinell Stark 7 Pflaster

Nicotinell Stark 7 Pflaster

Fachinformationen

Zusammensetzung

Pflaster mit 30 cm², 20 cm² bzw. 10 cm² Absorptionsfläche:

Wirkstoff: Nikotin.

Hilfsstoffe: Excipiens ad praeparationem.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Nicotinell Pflaster 1 (stark) enthält: 52,5 mg Nikotin.

Durchschnittliche Wirkstoff-Freigabe auf der Haut 21 mg/24 h.

Rundes, gelb-ockerfarbenes transdermales Pflaster, Schutzfolie gekennzeichnet mit dem Code «EME».

1 Nicotinell Pflaster 2 (mittel) enthält: 35 mg Nikotin.

Durchschnittliche Wirkstoff-Freigabe auf der Haut 14 mg/24 h.

Rundes, gelb-ockerfarbenes transdermales Pflaster, Schutzfolie gekennzeichnet mit dem Code «FEF».

1 Nicotinell Pflaster 3 (leicht) enthält: 17,5 mg Nikotin.

Durchschnittliche Wirkstoff-Freigabe auf der Haut 7 mg/24 h.

Rundes, gelb-ockerfarbenes transdermales Pflaster, Schutzfolie gekennzeichnet mit dem Code «CWC».

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Zur Unterstützung der Raucherentwöhnung bei nikotinabhängigen Rauchern, zur Reduzierung des Suchtverhaltens durch die Verminderung der Entzugssymptome.

Dosierung/Anwendung

Nicotinell ist für Erwachsene ab 18 Jahren bestimmt. Für Jugendliche soll das Präparat nur bei starker Nikotinabhängigkeit und nur nach Absprache mit dem Arzt, Apotheker oder Drogisten bzw. der Ärztin, Apothekerin oder Drogistin verwendet werden. Es liegen keine klinischen Daten zur Behandlung von Jugendlichen unter 18 Jahren vor (siehe auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Der Anwender oder die Anwenderin sollten zu Beginn der Nicotinell-Behandlung das Rauchen vollständig einstellen.

Dosierung und Behandlungsdauer

Die Dosierung richtet sich nach dem zur Reduktion der Entzugssymptome erforderlichen Nikotinbedarf des Patienten.

Nicotinell Pflaster steht in drei Dosisstärken zur Verfügung:

Nicotinell Pflaster 1 (stark), Pflaster 2 (mittel) und Pflaster 3 (leicht).

Eine Dosierungsanpassung kann nicht durch Zerschneiden eines Pflasters erreicht werden.

Der Grad der Nikotinabhängigkeit muss anhand der Anzahl der täglich gerauchten Zigaretten oder mittels Fagerström-Test für Nikotinabhängigkeit (Test in der Patienteninformation abgebildet) abgeschätzt werden.

1. Monat2. Monat3. Monat
Mehr als 20 Zigaretten pro Tag(5 oder mehr Punkte beim Fagerström-Test)Stärke 1 (stark)Stärke 2 (mittel)Stärke 3 (leicht)
Weniger als 20 Zigaretten pro Tag(weniger als 5 Punkte beim Fagerström-Test)Stärke 2 (mittel)Stärke 2 (mittel)Stärke 3 (leicht)

Die Stärke des transdermalen Pflasters muss an die individuelle Reaktion angepasst werden: höhere Stärken, wenn der Patient das Rauchen noch nicht beendet hat oder Entzugssymptome beobachtet werden, geringere Stärken bei Verdacht auf eine Überdosierung.

Die Gesamtdauer der Therapie ist auf drei Monate beschränkt. Das Depotpflaster ist als Unterstützung für eine zeitlich begrenzte Entwöhnungskur bestimmt, deren Erfolg im Wesentlichen von der Motivation und Willensstärke des Rauchers abhängt. Eine fachgerechte Beratung erhöht die Chancen zur Raucherentwöhnung.

Hinweise zum Gebrauch

Ein Nicotinell Pflaster wird täglich aufgeklebt und für 24 h auf der Haut belassen.

Da die aus dem Nicotinell Pflaster pro cm² freigesetzte Menge an Nikotin konstant ist, hängt die verabreichte Dosis allein von der Kontaktfläche des Pflasters ab. Um lokale Hautreizungen zu vermeiden, soll die Applikationsstelle täglich gewechselt werden.

Nach Entfernen der Schutzfolie wird das Nikotinpflaster auf eine saubere, unbehaarte, trockene und intakte Hautstelle (keine Lotion, kein Alkohol, keine Salbenreste) am Rumpf oder Oberarm aufgeklebt und 10 Sekunden lang mit der Handfläche angedrückt. Nach Aufbringen des Pflasters sind die Hände sorgfältig zu waschen, damit kein Nikotin von den Fingern in die Augen und die Nase geraten kann.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Nikotin oder einen der sonstigen Bestandteile.

Das Präparat ist kontraindiziert bei Nichtrauchern bzw. Gelegenheitsrauchern und Kindern unter 12 Jahren.

Systemische Hauterkrankungen wie Psoriasis, chronische Dermatitis, Urticaria u.a.; schwere kardiovaskuläre Erkrankungen wie instabile oder sich verschlechternde Angina pectoris, schwere Arrhythmien, Status unmittelbar nach Myokardinfarkt, Schlaganfall.

Schwangerschaft und Stillzeit.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Der Patient muss unbedingt dazu angehalten werden, zu Beginn der Therapie mit Nicotinell Depotpflaster, das Rauchen vollständig einzustellen. Daher ist es wichtig, dass die Behandlung durch andere Aktivitäten unterstützt wird, um die Entwöhnung vom Rauchen zu erleichtern. Patienten, die unter der Behandlung mit Nicotinell Depotpflaster weiterrauchen, sind der Gefahr von Nebenwirkungen aufgrund höherer Nikotinspiegel als beim gewöhnlichen Rauchen ausgesetzt.

Abhängige Raucher, die vor kurzem einen Herzinfarkt hatten, an einer instabilen oder sich verschlechternden Angina pectoris, einschliesslich Prinzmetal-Angina, an schweren Herzrhythmusstörungen, unkontrolliertem Bluthochdruck leiden oder vor kurzem einen Schlaganfall hatten, sollten ermutigt werden, das Rauchen durch nicht-pharmakologische Massnahmen (wie Beratung) zu beenden. Wenn dies keinen Erfolg zeigt, kann Nicotinell in Betracht gezogen werden, da aber Sicherheitsdaten bei dieser Patientengruppe begrenzt sind, sollte die Anwendung nur unter strenger medizinischer Überwachung erfolgen.

Nicotinell soll mit Vorsicht angewendet werden bei Patienten mit:

  • schwerer Hypertonie, stabiler Angina pectoris, zerebrovaskulären Erkrankungen, peripherer arterieller Verschlusskrankheit, Herzinsuffizienz,
  • Diabetes mellitus, Schilddrüsenüberfunktion oder Phäochromozytom,
  • schwerer Leber- und/oder Nierenschädigung,
  • aktivem peptischem Ulcus.

Nicotinell Depotpflaster sollte auf kranker Haut mit Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitte «Dosierung/Anwendung» sowie «Kontraindikationen»).

Im Falle einer schweren oder anhaltenden Hautreaktion, soll die Behandlung eingestellt und eine andere therapeutische Form angewendet werden.

Obwohl es bisher keinen ausreichenden Nachweis für einen möglichen Vorteil für die intermittierende Applikation von Nicotinell Pflaster gibt, könnte bei den wenigen Patienten, deren andauernde Schlafstörungen ihren Versuch gefährden, das Rauchen aufzugeben, eine Entfernung des Pflasters nach 16 h in Betracht gezogen werden.

Nicotinell Pflaster enthält Aluminium. Deshalb sollte es während MRI-Untersuchungen, elektrischer Defibrillation und Diathermie-Behandlungen entfernt werden.

Interaktionen

Eine Raucherentwöhnung, ob mit oder ohne partielle Nikotinsubstitution, kann die Reaktion auf gleichzeitig verabreichte Arzneimittel verändern. Rauchen (jedoch nicht Nikotin) geht mit einer Steigerung der Aktivität von CYP1A2 einher. Nach der Entwöhnung vom Rauchen kann eine reduzierte Clearance von Substraten für dieses Enzym auftreten. Dies kann zu einer Erhöhung der Plasmaspiegel von einigen Arzneimitteln mit enger therapeutischer Breite führen, z.B. bei Theophyllin, Ropinirol, Tacrin, Clozapin und Olanzapin. Auch der Plasmaspiegel von Koffein kann erhöht sein.

Das Rauchen kann zu einer verringerten schmerzstillenden Wirkung von Opioiden (z.B. Dextropropoxyphen, Pentazocin), verringerten harntreibenden Wirkung von Furosemid, verringerten Wirkung von Beta-Blockern (z.B. Propranolol) auf den Blutdruck, sinkendem Puls und reduzierten Ansprechraten bei der Ulcusheilung mit H2-Antagonisten führen.

Durch Rauchen und durch Nikotin können die Blutspiegel des Kortisols und der Katecholamine erhöht werden. Möglicherweise ist eine Dosierungsanpassung von Nifedipin, adrenergen Agonisten oder adrenergen Antagonisten erforderlich.

Eine gesteigerte subkutane Absorption von Insulin, welche beim Aufgeben des Rauchens auftritt, kann eine Verringerung der Insulindosis notwendig machen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Bei schwangeren Frauen sollte immer ein vollständiges Einstellen des Rauchens ohne Nikotinersatzbehandlung empfohlen werden.

Rauchen während der Schwangerschaft kann zu intrauterinen Wachstumsverzögerungen, intrauterinem fötalen Tod, zu einer Frühgeburt sowie zum Kleinwuchs des Neugeborenen führen; diese Auswirkungen scheinen mit der Tabakexposition während der Schwangerschaft zu korrelieren, da sie beobachtet werden, wenn die Tabakexposition während des dritten Trimesters fortgesetzt wird.

Falls ein Rauchstopp bei schwer nikotinabhängigen schwangeren Raucherinnen nicht gelingt, sollte ein Arzt konsultiert werden, bevor mit einer Nikotinersatztherapie begonnen wird. Das Aufgeben des Rauchens, mit oder ohne Nikotinersatztherapie, kann nicht isoliert betrachtet werden, sondern muss im Kontext einer umfassenden Behandlung mit Berücksichtigung der psychologischen und sozialen Umstände und aller anderen damit einhergehenden Substanzabhängigkeiten beurteilt werden. Eine spezialisierte Beratung zum Aufgeben des Rauchens ist daher ratsam.

Nikotin, das während einer Ersatztherapie eingesetzt wird, ist für den Fötus nicht ohne Nebenwirkungen: Im dritten Trimester kann Nikotin hämodynamische Wirkungen hervorrufen (wie z.B. Änderungen der fetalen Herzfrequenz), die den Fötus kurz vor der Geburt beeinträchtigen können. Jedoch ist das Risiko für den Fötus wahrscheinlich geringer, als es beim fortgesetzten Rauchen zu erwarten ist, dies aufgrund:

  • niedrigerer maximaler Plasmakonzentrationen verglichen mit inhaliertem Nikotin, und somit einer niedrigeren oder nicht höheren Nikotinexposition als beim Rauchen.
  • keiner Exposition mit polyzyklischen Kohlenwasserstoffen und Kohlenmonoxid.

Deshalb sollte das Pflaster nach dem 6. Schwangerschaftsmonat nur unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden, falls ein Rauchstopp bis zum 3. Trimester nicht gelungen ist.

Stillzeit

Nikotin geht in Mengen, die dem Säugling selbst bei einer therapeutischen Dosierung von Nicotinell Depotpflaster schaden würden, in die Muttermilch über. In der Stillzeit sollte daher die Anwendung von Nicotinell vermieden werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es liegen keine Hinweise auf Risiken verbunden mit dem Fahren oder Bedienen von Maschinen vor, wenn das Pflaster in der empfohlenen Dosierung angewendet wird. Es ist jedoch zu beachten, dass beim Aufgeben des Rauchens Verhaltensveränderungen auftreten können.

Unerwünschte Wirkungen

Grundsätzlich können bei einer Therapie mit Nicotinell Pflaster ähnliche Nikotin-Nebenwirkungen auftreten, wie sie beim Rauchen zu beobachten sind. Man kann aber davon ausgehen, dass die Nebenwirkungen während der Behandlung mit Nicotinell Pflaster durch die niedrigeren maximalen Nikotin-Plasmakonzentrationen weniger stark ausgeprägt sind als beim Rauchen.

In klinischen Studien konnte gezeigt werden, dass Reaktionen an der Applikationsstelle die häufigsten unerwünschten Wirkungen sind. In 6% der Fälle führten diese Nebenwirkungen zum Abbruch der Therapie. Beobachtet wurden ein Gefühl des Brennens, Ödeme, Erytheme, Irritation, Pruritus, Ausschlag, Urtikaria und Blasenbildung. Die meisten dieser Reaktionen bildeten sich innerhalb von 48 Stunden wieder zurück. In schweren Fällen hielten Erytheme und Infiltrationen 1-3 Wochen an. Wesentliche Hautreaktionen traten 3-8 Wochen nach Beginn der Behandlung auf.

Unerwünschte Wirkungen wie Infektionen der oberen Atemwege und Husten können mit einer chronischen Bronchitis, ausgelöst durch Langzeitrauchen in der Vergangenheit, in Verbindung gebracht werden.

Ebenfalls können vermehrt Aphthen nach der Entwöhnung vom Rauchen auftreten. Die Kausalität ist unklar.

Unerwünschte Wirkungen werden nachfolgend nach Systemorganklasse und Häufigkeit geordnet aufgelistet. Häufigkeiten werden folgendermassen definiert: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 bis <1/10); gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100), selten (≥1/10'000 bis <1/1000), sehr selten (<1/10'000) oder unbekannt (kann aufgrund der vorliegenden Daten nicht evaluiert werden). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.

Immunsystem:

Unbekannt: allergische Reaktionen wie Urtikaria, Ausschlag, Pruritus; Angioödem und anaphylaktoide Reaktion.

Psychiatrische Störungen:

Häufig: Agitation, Angstgefühl, Nervosität, Schlaflosigkeit, abnormale Träume.

Gelegentlich: Konzentrationsstörungen, Schläfrigkeit, emotionale Labilität, Reizbarkeit, depressive Verstimmung, Verwirrung.

Nervensystem:

Häufig: Kopfschmerzen, Schwindel, motorische Dysfunktion.

Gelegentlich: Parästhesie, Geschmacksanomalien, verschwommenes Sehen.

Selten: Tremor.

Herz-Kreislauf-System:

Gelegentlich: Palpitationen, Hypertonie, Hitzewallungen.

Selten: Schmerzen im Thorax, Dyspnoe, Arrhythmie.

Atemwege:

Häufig: Husten.

Gelegentlich: Infektionen der oberen Atemwege.

Verdauungstrakt:

Häufig: Übelkeit, Bauchschmerzen, Dyspepsie.

Gelegentlich: Erbrechen, Verstopfung, Diarrhö, Flatulenz, Mundtrockenheit.

Haut:

Gelegentlich: verstärktes Schwitzen.

Selten: Hautverfärbungen, kutane Vaskulitis.

Bewegungsapparat:

Häufig: Myalgie, Arthritis.

Gelegentlich: Arthralgie, Muskelkrampf, Rückenschmerzen.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle:

Sehr häufig: Reaktionen an der Applikationsstelle (34.9%).

Gelegentlich: asthenischer Zustand, Schmerzen und Unwohlsein.

Überdosierung

Die Symptome einer Überdosierung entsprechen denen einer akuten Nikotinvergiftung.

Die akute orale Letaldosis von Nikotin beträgt ca. 0.5 bis 0.75 mg/kg Körpergewicht, entsprechend 40 – 60 mg bei einem Erwachsenen. Schon geringe Mengen von Nikotin sind für Kinder gefährlich und können schwere Vergiftungssymptome, die tödlich sein können, zur Folge haben. Wenn eine Vergiftung bei einem Kind vermutet wird, muss sofort ein Arzt gerufen werden.

Eine Überdosierung mit Nicotinell Pflastern kann auftreten, wenn mehrere Pflaster gleichzeitig auf der Haut angebracht werden.

Allgemeine Symptome einer Nikotinvergiftung können einschliessen: Übelkeit, Speichelfluss, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Hör- und Sehstörungen, Kopfschmerzen, Herzjagen und Herzrhythmusstörungen, Schweissausbrüche, Untertemperatur, Schwindel und ausgeprägte Schwäche. Im äussersten Fall können folgen: Blutdruckabfall, schwacher, unregelmässiger Puls, Dyspnoe, Ohnmacht, Kreislaufkollaps und Terminalkrämpfe.

Bei Intoxikationen werden die folgenden Massnahmen empfohlen: Sofortige Unterbrechung jeglicher Nikotinzufuhr und symptomatische Behandlung in die Wege leiten.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N07BA01

Raucherentwöhnungspräparat.

Wirkungsmechanismus

Reduktion der Entzugssymptome durch transdermale Nikotinzufuhr bei nikotinabhängigen Rauchern.

Pharmakodynamik

Nikotin, die abhängigkeitserzeugende Substanz im Tabak, ist ein biologisch stark aktives Alkaloid mit sympathomimetischen und cholinergen Eigenschaften. Diese Wirkungen äussern sich klinisch unter anderem in einer Zunahme der Herzfrequenz und einer Blutdruckerhöhung, einer zentralen Stimulation sowie einer gesteigerten gastrointestinalen Motilität.

Klinische Wirksamkeit

Nicotinell Pflaster wird als Substitutionsbehandlung bei der Raucherentwöhnung eingesetzt. Es reduziert die Entzugssymptome, die bei nikotinabhängigen Rauchern nach Absetzen des Tabaknikotins auftreten, und verdoppelt in etwa die Chance, erfolgreich Nichtraucher zu werden.

Gesundheitliche Schäden, verursacht durch den Teer- und Kohlenmonoxidgehalt im Tabakrauch, werden vermieden.

Nicotinell Pflaster ist eine alternative Verabreichungsform zu den anderen Darreichungsformen von Nicotinell (Nicotinell Kaugummi und Lutschtabletten).

Pharmakokinetik

Absorption

In Nicotinell Pflaster wird das Nikotin als freie Base verwendet. Nach Applikation eines Nicotinell Pflasters wird das Nikotin kontinuierlich freigesetzt. Die Absorption von Nikotin in Form seiner freien Base durch die intakte Haut ist rasch.

An gesunden, abstinenten Rauchern, die sich mit dem Pflaster einer Raucherentwöhnungstherapie unterzogen, führte die Einzelapplikation von Nicotinell Pflaster nach einer anfänglichen Verzögerung von 1-2 h zu einem zunehmenden Anstieg der Plasmakonzentration, die etwa 8-10 h nach Applikation ein Plateau erreichte.

Bei Verwendung von Nicotinell Pflaster Stärke 1 erreichte die maximale Plasmakonzentration 12,3 ng/ml.

Nach der Entfernung des Pflasters nimmt die Plasmakonzentration des Arzneimittels ab, und zwar langsamer als aufgrund der Eliminationshalbwertszeit von 2 h nach intravenöser Infusion der Substanz erwartet.

Dies beruht auf der Tatsache, dass auch nachdem Nicotinell Pflaster entfernt wurde, noch etwa 10% der Gesamtmenge von Nikotin, die in den Kreislauf gelangt, aus einem Depot, das sich unter dem Pflaster gebildet hat, abgegeben werden. Der Vergleich mit einer intravenösen Infusion ergibt, dass die aus Nicotinell Pflaster freigesetzte Nikotinmenge zu 77% systemisch verfügbar ist.

Die pharmakokinetischen Daten, insbesondere die Fläche unter der Plasmakonzentrationskurve (AUC 0-24 h) verhalten sich linear zur Dosis (entsprechend der Grösse des Pflasters).

Bei wiederholter Applikation von Nicotinell Pflaster betrugen die minimalen (Cmin) und maximalen (Cmax) Plasmakonzentrationen 7,1 ng/ml und 12,0 ng/ml für das Nicotinell Pflaster Stärke 2 und 10,3 ng/ml und 17,7 ng/ml für das Nicotinell Pflaster Stärke 1.

Diese Plasmakonzentrationen liegen in dem Bereich, der durch mässiges Zigarettenrauchen, z.B. 1 Zigarette pro Stunde, erreicht wird.

Distribution

Nikotin wird extensiv ins Körpergewebe verteilt; das Verteilungsvolumen von Nikotin ist hoch und liegt zwischen 1 und 3 l/kg. Die Substanz passiert die Blut-Hirn- und die Plazentaschranke. Nikotin wird nur unwesentlich (zu weniger als 5%) an Plasmaproteine gebunden.

Metabolismus und Elimination

Die Ausscheidung erfolgt hauptsächlich über die Leber, die primären Metaboliten sind Cotinin und Nicotin-1′-N-oxid. Die renale Ausscheidung von unverändertem Nikotin ist pH-abhängig; unter alkalischen Bedingungen ist sie unbedeutend.

Nikotin tritt in die Muttermilch über.

Neuere Untersuchungen über transdermale Nikotinverabreichung zeigen einen langsamen Abfall des Plasmanikotins sofort nach Absetzen der Nikotinzufuhr mit Halbwertszeiten von 3 bis 7 Stunden. Bei wiederholter Anwendung von Nikotinpflastern wurde keine Kumulation beobachtet.

Zwischen Männern und Frauen besteht hinsichtlich der Pharmakokinetik kein Unterschied.

Kinetik in speziellen klinischen Situationen

Bei schwerer Niereninsuffizienz ist mit einer Beeinträchtigung der Clearance von Nikotin und dessen Metaboliten zu rechnen.

Die Nikotinclearance ist bei Patienten mit Leberzirrhose und leichter Leberinsuffizienz (Child-Score 5) unbeeinträchtigt, während sie bei mässiger Leberinsuffizienz (Child-Score 7) herabgesetzt ist. Bei rauchenden Patienten mit Niereninsuffizienz wurden erhöhte Nikotinspiegel beobachtet.

Bei älteren Patienten wurde eine geringfügig reduzierte Gesamtclearance für Nikotin nachgewiesen, die jedoch keine Dosisanpassung rechtfertigt.

Präklinische Daten

Es liegen keine präklinischen Daten zur Sicherheit von Nicotinell Pflaster vor. Die Toxizität von Nikotin als Tabakbestandteil ist jedoch gut dokumentiert. Typische Symptome einer akuten Vergiftung sind schwacher und unregelmässiger Puls, Atemnot und generalisierte Krämpfe.

Es gibt keinen klaren Hinweis auf genotoxische oder mutagene Eigenschaften von Nikotin. Die gesicherte Karzinogenität von Tabakrauch beruht hauptsächlich auf Substanzen, die bei der Verbrennung des Tabaks entstehen. Keine dieser Substanzen kommt in Nicotinell Pflaster vor.

Sonstige Hinweise

Während der Behandlung mit Nicotinell Pflaster muss der Patient den Tabakkonsum völlig einstellen. Eine starke Motivation das Rauchen aufzugeben ist daher wichtig. Das Risiko vom Pflaster abhängig zu werden, ist geringer als beim Zigarettenrauchen, da das Nikotin in der transdermalen Form niedrig dosiert ist und Konzentrationsspitzen im Serum nicht vorkommen.

Besonderer Kinderwarnhinweis

Nikotin ist eine hochtoxische Substanz. Selbst die für Erwachsene in der Behandlung tolerierte Dosis kann bei kleinen Kindern zu schweren toxischen Symptomen führen, d.h., das spielerische Aufkleben von Nicotinell Pflaster kann, wenn nicht rechtzeitig bemerkt, für Kinder tödlich sein. Die Nicotinell Pflaster müssen deshalb zu jedem Zeitpunkt für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden.

Zum Schutz der Kinder ist Nicotinell Pflaster einzeln in einem kindergesicherten Beutel eingesiegelt. Dieser Beutel ist unmittelbar vor Gebrauch mit einer Schere so zu öffnen, dass das innen befindliche Pflaster nicht beschädigt wird.

Auch nach Gebrauch enthalten die Pflaster noch Nikotin und müssen daher so beseitigt werden, dass sie nicht in Kinderhände gelangen können.

Haltbarkeit

Nicht nach dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwenden.

Besondere Lagerungshinweise

Nicotinell Pflaster bei 15-30 °C aufbewahren.

Zulassungsnummer

50582 (Swissmedic),

Zulassungsinhaberin

GSK Consumer Healthcare Schweiz AG, Risch.

Stand der Information

Juni 2013.

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