Teicoplanin Labatec Trockensub 200 Mg Durchstf

Teicoplanin Labatec Trockensub 200 Mg Durchstf

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Teicoplaninum.

Hilfsstoff: Natrii chloridum.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Pulver zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung:

Teicoplaninum (Praeparatio cryodesiccata) 200 mg pro Durchstechflasche.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Zur Therapie von Infektionen, bei Methicillin- oder Cephalosporinresistenz, die durch grampositive empfindliche Erreger verursacht wurden.

Bei Penicillin-Allergikern und Patienten, die auf Penicilline oder Cephalosporine nicht angesprochen haben.

Zur Initialtherapie bei Verdacht auf Methicillin-resistente Keime (nach Vorliegen des Ergebnisses der Empfindlichkeitstestung sollte die Therapie entsprechend angepasst werden).

Orale Anwendung zur Therapie der durch Clostridium difficile verursachten pseudomembranösen Enterokolitis.

Teicoplanin Labatec wird unter den obgenannten Voraussetzungen verwendet bei gram-positiven Infektionen:

  • des Herzens (z.B. Endokarditis),
  • der Knochen und Gelenke (z.B. Osteomyelitis),
  • der Atemwege,
  • der Haut- und Weichteile,
  • bei Sepsis und Septikämie,
  • zur Prophylaxe der Endocarditis bei zahnchirurgischen Eingriffen bei Penicillinallergie. 

Es sollten jeweils Kulturen angelegt werden, um die ursächlichen Erreger und deren Empfindlichkeit gegen Teicoplanin festzustellen. 

Offizielle Empfehlungen zum angemessenen Gebrauch von Antibiotika sollen beachtet werden, insbesondere Anwendungsempfehlungen zur Verhinderung der Zunahme der Antibiotikaresistenz.

Dosierung/Anwendung

Verabreichung

Intravenös: Injektion während 1 Minute oder Infusion während ca. 30 Minuten.

Intramuskulär.

Oral (zur Therapie von pseudomembranöser Enterokolitis). 

Dosisintervall

Teicoplanin Labatec wird im Allgemeinen einmal täglich verabreicht. 

Im Falle schwerer Infektionen kann am ersten Tag eine zweite Dosis verabreicht werden, um schneller hohe Serumspiegel zu erlangen. 

Therapie

Erwachsene 

Schweregrad InfektionZeitpunktTägliche Dosis
Mittel

1. Tag i.v.

Ab 2. Tag i.v. oder i.m.

400 mg (6 mg/kg)

200 mg (3 mg/kg)

Schwer

1. Tag i.v.

Ab 2. Tag i.v.

400 mg/12 Std (6 mg/kg/12 Std)

400 mg (6 mg/kg)

Mittel: Haut- und Weichteilinfektionen, Harnwegsinfektionen.

Schwer: Sepsis, Endocarditis, Osteomyelitis, sept. Arthritis, immunsupprimierte Patienten.

Zur Monotherapie bei S. aureus Endocarditis ist ab dem 2. Tag eine Erhaltungsdosis von 12 mg/kg erforderlich. 

I.v. Drogenabhängige (Monotherapie bei S. aureus Endocarditis)

Die Dosierung muss individuell bestimmt und minimale Serumkonzentrationen >20 mg/l müssen eingehalten werden. 

Ältere Patienten

Gleiche Dosierung wie «Erwachsene». Bei eingeschränkter Nierenfunktion siehe «Spezielle Dosierungsanweisungen». 

Kinder (unter 12 Jahren)

Teicoplanin Labatec kann zur Behandlung grampositiver Infektionen bei Kindern ab 2 Monaten eingesetzt werden (Dosierung für Neugeborene:siehe spezielle Anweisungen). 

Schweregrad InfektionZeitpunktTägliche Dosis
Mittel/schwer/Neutropenie1. Tag10 mg/kg/12 Std i.v
Mild-mittelab 2. Tag6 mg/kg i.v.
Schwer/Neutropenieab 2. Tag10 mg/kg i.v.

Neugeborene 

ZeitpunktTägliche Dosis
1. Tag16 mg/kg als Einzeldosis i.v.
Ab 2. Tag8 mg/kg/d i.v.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Prophylaxe der Endokarditis bei zahnchirurgischen Eingriffen

Erwachsene: 400 mg intravenös bei Einleitung der Anästhesie.

Bei Patienten mit künstlichen Herzklappen wird die Kombination mit einem Aminoglykosid empfohlen. 

Peritonitis bei chronisch ambulanter Peritonealdialyse (CAPD)

Tag 1 und 2: 50 mg/2 l Dialyseflüssigkeit;

ab 3. Tag: 25 mg/2 l Dialyseflüssigkeit.

Langsame Elimination von Teicoplanin aus der Peritonealflüssigkeit. 

Pseudomembranöse Enterokolitis

1.–10. Tag: 2× 100 mg p.o./Tag (alle 12 Stunden). 

Eingeschränkte Nierenfunktion

Dosierungsänderung erst ab dem vierten Tag gemäss folgendem Schema notwendig: 

Leichte Niereninsuffizienz (Creatinin-Clearance zwischen 40 und 60 ml/min): ½ der üblichen Dosierung verabreichen (entweder durch Verdoppelung des Dosierungsintervalles oder durch Halbierung der Einzeldosen). 

Schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance unterhalb 40 ml/min oder bei Patienten unter Hämodialyse): Die Dosierung berechnet sich nach folgender Formel: 

Erhaltungsdosis = [Kreatinin-Clearance(Patient) × Normaldosis]: Kreatinin-Clearance(Normal). 

Bei Hämodialysepatienten empfiehlt sich am ersten Tag der Behandlung eine Initialdosis von 800 mg, gefolgt von 400 mg einmal pro Woche am 8. und 15. Tag. Bei lebensbedrohlichen Infektionen kann das Dosierungsintervall verkürzt werden. Nach der Initialdosis von 800 mg können 400 mg am 2., 3., 5., 12. Tag und, falls erforderlich, anschliessend einmal wöchentlich verabreicht werden. 

Teicoplanin kann nicht durch Hämodialyse entfernt werden.

Kombinationstherapie

Kombination mit einem geeigneten bakteriziden Wirkstoff (z.B. ein Aminoglykosid, Ceftazidim oder Rifampicin) wird empfohlen, wenn eine maximale bakterizide Aktivität notwendig ist (z.B. bei Staphylokokken-Endokarditis) oder bei Erkrankungen, denen eine Mischinfektion mit gramnegativen Keimen zugrunde liegen könnte (z.B. bei empirischer Therapie von Fieber bei Neutropenie). 

Therapiedauer

Die Behandlungsdauer richtet sich nach Art und Schweregrad der Infektion sowie nach dem klinischen Verlauf. Grundsätzlich sollte die Therapie bis mindestens drei Tage nach Nachlassen des Fiebers und/oder Verschwinden der Symptome dauern. 

Bei Endokarditis und Osteomyelitis wird eine Therapiedauer von mindestens 3 Wochen empfohlen.

Die orale Behandlung der durch Clostridium difficile hervorgerufenen pseudomembranösen Enterokolitis sollte über einen Zeitraum von mindestens 10 Tagen erfolgen. 

Teicoplanin Labatec sollte nicht länger als 4 Monate lang verwendet werden. 

Plasmakonzentrationen

Werden Bestimmungen der Teicoplanin Labatec Serumkonzentrationen bei Erwachsenen und Kindern mit schweren Infektionen vorgenommen, sollen die minimalen Serumkonzentrationen (unmittelbar vor Applikation der nächsten Dosis) 5–15 mg/l betragen.

Bei i.v. Drogenabhängigen soll die minimale Serumkonzentration mehr als 20 mg/l betragen.

Kontraindikationen

Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff.

Bis mehr klinische Erfahrung vorliegt, sollte Teicoplanin Labatec nicht in den subarachnoidalen Raum injiziert werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Vancomycin darf Teicoplanin Labatec nur mit Vorsicht angewendet werden; eine Kreuzallergie ist möglich. «Red Man Syndrome» unter Vancomycin ist keine Kontraindikation für Teicoplanin Labatec. 

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion muss die Dosis angepasst und die Therapie sorgfältig überwacht werden (siehe «Spezielle Dosierungsanweisungen»). 

Bei überdurchschnittlich langer Therapie sollten wie üblich Blutbild, Leber-, Nieren- und Hörfunktion kontrolliert werden, v.a. bei Patienten mit Niereninsuffizienz und/oder gleichzeitiger oder aufeinanderfolgender Therapie mit neuro- und/oder nephrotoxischen Medikamenten wie Aminoglykosiden, Colistin, Amphotericin, Cyclosporin, Cisplatin, Furosemid oder Etacrynsäure. (Es gibt aber keine Hinweise für eine synergistische Toxizität bei Kombination mit Teicoplanin Labatec.)

Interaktionen

In klinischen Studien erhielten viele Patienten Teicoplanin gleichzeitig mit anderen Antibiotika, Antihypertensiva, herzwirksamen Präparaten, Antidiabetika und Anästhetika ohne dass es Hinweise auf Interaktionen gab. Insbesondere gab es auch keine Hinweise auf synergistische Oto- oder Nephrotoxizität bei gleichzeitiger Verabreichung von Aminoglykosiden. 

In Tierstudien keine Interaktionen mit Diazepam, Thiopental, Morphin, Halothan oder neuromuskulär blockierenden Substanzen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es liegen keine klinischen Daten mit Anwendung bei Schwangeren vor. 

Die durchgeführten Reproduktionsstudien ergaben keinen Einfluss auf die Fertilität oder Hinweise auf eine teratogene oder fetotoxische Wirkung von Teicoplanin. 

Bei gesicherter oder vermuteter Schwangerschaft sowie in der Stillzeit soll Teicoplanin Labatec trotzdem nicht verwendet werden, es sei denn dies ist eindeutig erforderlich. 

Die Plazentar- und Milchgängigkeit ist nicht bekannt.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Schwindelgefühle und Benommenheit sollten in Betracht gezogen werden.

Unerwünschte Wirkungen

Die Häufigkeit der unerwünschten Wirkungen wurde anhand der folgenden Definition klassifiziert: «sehr häufig» (≥10%), «häufig» (≥1,0%, <10%), «gelegentlich» (≥0,1%, <1,0%), «selten» (≥0,01%, <0,1%), «sehr selten» (<0,01%). 

Folgende unerwünschte Wirkungen traten während einer Teicoplanintherapie auf (die Prozentzahlen beziehen sich auf 1431 Patienten): 

Infektionen und Infestationen

Unbekannt: Superinfektion (Verbreitung von nicht empfindlichen Keimen). 

Störungen des Blut- und Lymphsystems

Gelegentlich: Eosinophilie 0,8%, Thrombozytopenie 0,3%, Leukopenie 0,4%, Neutropenie, Thrombocytose.

Selten: reversible Agranulozytose. 

Störungen des Immunsystems

Siehe «Haut und Anhang».

Einzelfälle von Rigor, Bronchospasmus, Angioödem und anaphylaktischer Reaktionen/anaphylaktischer Schock. 

Störungen des Nervensystems

Gelegentlich: Benommenheit 0,5%, Kopfschmerzen 0,3%.

Unbekannt: Krampfanfälle nach intrathekaler Anwendung. 

Funktionsstörungen des Ohrs und des Innenohrs

Gelegentlich: schwach ausgeprägter Gehörverlust, Tinnitus oder veränderte Vestibularis-Funktion 0,4%. 

Gastrointestinale Störungen

Gelegentlich: Nausea oder Erbrechen 0,6%, Diarrhö 0,5%. 

Funktionsstörungen der Leber und der Galle

Häufig: Vorübergehende Erhöhung von Transaminasen und/oder alkalischer Phosphatase 2,0%.

Gelegentlich: cholestatische Hepatitis 0,1%. 

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Exanthem, Erythem oder Pruritus 2,4%, Fieber 1,4%, Urtikaria. 

Selten: Infusionsbedingte Ereignisse wie Erythema oder Flush des Oberkörpers wurden bei Patienten ohne vorangegangene Teicoplanin Behandlung selten beobachtet. Bei Reexposition mit geringer Infusionsrate und/oder Teicoplaninkonzentration traten diese Ereignisse nicht wieder auf. Diese Ereignisse waren nicht spezifisch für irgendeine Konzentration oder Infusionsrate.

Vereinzelte Fälle: Dermatitis exfoliativa, toxisch epidermale Nekrolyse und Erythema multiforme sowie Stevens-Johnson-Syndrom. 

Funktionsstörungen der Nieren und ableitenden Harnwege

Vorübergehend erhöhtes Serumkreatinin 0,3%, sehr selten Nierenversagen. 

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Häufig: Schmerz 1,5%.

Gelegentlich: Phlebitis 0,9%, Rötung 0,3%, Abszess an der Injektionsstelle nach i.m.-Verabreichung.

Überdosierung

Die Behandlung einer Überdosierung ist symptomatisch. Teicoplanin Labatec ist nicht dialysierbar. 

Zwei Kinder von vier und acht Jahren mit Agranulozytose erhielten versehentlich mehrere Dosen zu 100 mg/kg/Tag. Trotz sehr hoher Plasmakonzentrationen (bis 300 mg/l) traten keine Symptome oder abnormale Laborwerte auf.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: J01XA02 

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Teicoplanin Labatec ist ein Glykopeptid mit Wirkung auf aerobe und anaerobe grampositive Bakterien.

Die antibakterielle Wirkung beruht auf einer Hemmung der Zellwandsynthese. 

Mikrobiologie

Teicoplanin wirkt im Allgemeinen bakterizid. In einigen Ausnahmefällen (Enterokokken, Listeria monocytogenes und vereinzelt koagulase negative Staphylokokken) wirkt Teicoplanin bakteriostatisch. 

Teicoplanin ist aktiv unter anderem gegen Staphylokokken (inklusive derjenigen Stämme, die gegen Methicillin oder andere Beta-Lactam-Antibiotika resistent sind), gegen Streptokokken, Enterokokken, Listeria monocytogenes, Microkokken, Corynebakterien der Gruppe J/K und grampositive Anaerobier inklusive Clostridium difficile.

Minimale Hemmkonzentrationen sensibler Keime

SpeziesMHK–90 mg/l
Staphylococcus aureus0,39–3,12
Staphylococcus epidermidis1,5–12,5
Streptococcus pyogenes0,03–0,2
Streptococcus Gruppe B, C, E, F, G0,12–0,2
Streptococcus Gruppe D0,2–3,1
Streptococcus pneumoniae0,1–0,2
Corynebacterium JK0,8–1,6
Clostridium difficile0,12–0,8
Listeria monocytogenes0,8

Empfindlichkeits-Tests werden nach der Kirby-Bauer Methode mit 6 mm Plättchen (30 µg Teicoplanin) durchgeführt. 

Folgende Hemmhöfe gelten als Standardwerte zur Interpretation (CLSI- Werte):

  • Hemmhof ≥14 mm: pathogen empfindlich;
  • Hemmhof >10–<14 mm: pathogen mässig empfindlich;
  • Hemmhof ≤10 mm: pathogen resistent. 

Teicoplanin ist nicht wirksam gegen gramnegative Keime. 

Synergistische Wirkung in vitro mit Aminoglykosiden und mit Imipenem, additive Wirkung mit Rifampicin und Ceftazidim. 

In vitro konnte keine Einschritt-Resistenz erreicht werden, eine Mehrschritt-Resistenz erst nach 11–14 Passagen. Deshalb ist eine Resistenzentwicklung während der Therapie unwahrscheinlich. 

Keine Kreuzresistenz mit anderen Antibiotika-Klassen (Beta-Lactam-AB, Aminoglykoside, Tetracycline, Rifampicin oder Chloramphenicol).

Pharmakokinetik

Absorption und Bioverfügbarkeit

Teicoplanin wird enteral nicht resorbiert. 40% der verabreichten Dosis wird bei enteraler Gabe in mikrobiologisch aktiver Form in den Fäzes wiedergefunden. Die Verabreichung muss für die systemische Therapie parenteral und für die Therapie der pseudomembranösen Enterokolitis oral erfolgen. 

Die Bioverfügbarkeit nach einer einzelnen intramuskulären Injektion (3–6 mg/kg) beträgt mehr als 90% des Wertes nach einer intravenösen Injektion. 

Distribution

Biphasischer Verlauf der Plasmakonzentration nach i.v. Verabreichung (3–6 mg/kg) mit:

  • Distributionshalbwertszeiten: 0,6 und 22 h;
  • Eliminationshalbwertszeit: 70–150 h;
  • totale Plasmaclearance: 13,6 ml/h/kg;
  • renale Clearance: 10,9 ml/h/kg;
  • Steady-state-Verteilungsvolumen: 1,2 l/kg;
  • Steady-state Plasma-Konz.: 14 mg/l;
  • Proteinbindung: 90–95%. 

Mit einer Loading-dose von 6 mg/kg/12 Std. werden maximale bzw. minimale Plasmakonzentrationen von 46 bzw. 16 mg/l nach der 4. Dosis erreicht.

Schnelle Verteilung in Haut, Exsudat von Hautblasen, Myokard, Lungengewebe und Pleuraflüssigkeit, Knochen und Gelenkflüssigkeit, Leukozyten.

Dringt nicht in Erythrocyten ein. Kaum liquorgängig.

Es ist nicht bekannt, ob die Substanz in die Muttermilch übertritt oder ob eine Passage der Placentaschranke stattfindet. 

Metabolismus/Elimination

Metaboliten wurden keine identifiziert; ca. 80% einer verabreichten Dosis wird unverändert im Urin ausgeschieden.

Renale Clearance: 10,9 ml/h/kg.

Die lange Eliminations-Halbwertszeit erlaubt eine einmal tägliche Verabreichung (Ausnahme Loading-dose). 

Kinetik spezieller Patientengruppen

Kinder

Bei Kindern unter 12 Jahren wird Teicoplanin schneller ausgeschieden. 

I.v. Drogenabhängige

Renale Clearance: 15,4 ml/h/kg (9,3–21,7). Eliminationshalbwertszeit: 29,7–183 h. 

Niereninsuffizienz

Siehe «Spezielle Dosierungsanweisungen».

Präklinische Daten

Bei Verabreichung während der Embryonalentwicklung wurden bei der Ratte unter sehr hohen Dosierungen vermehrt Totgeburten festgestellt. Erfahrungen für den Menschen liegen nicht vor. 

Die durchgeführten Reproduktionsstudien ergaben keine Hinweise auf eine teratogene oder fetotoxische Wirkung von Teicoplanin.

Eine Beeinträchtigung der Fertilität wurde ebenfalls nicht beobachtet.

Wie im Rahmen der Mutagenitätsprüfungen mit Hilfe prokaryonter und eukaryonter Systeme gezeigt werden konnte, besitzt Teicoplanin keine mutagene Wirkung.

Untersuchungsbefunde zur Kanzerogenität liegen nicht vor.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Die Lösungen von Teicoplanin und Aminoglykosiden sind inkompatibel und sollten daher nicht vor der Injektion gemischt werden; hingegen sind die beiden Lösungen in Dialyse-Flüssigkeiten kompatibel und können zur Behandlung von CAPD-Peritonitis sicher eingesetzt werden.

Das Arzneimittel darf nur mit dem unter «Hinweise für die Handhabung» aufgeführten Arzneimitteln gemischt werden. 

Haltbarkeit

Vor Hitze schützen.

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) aufbewahren.

Das Medikament darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte die zubereitete Lösung sofort verwendet werden, (maximale Aufbewahrungszeit von 24 Stunden bei 2–8 °C), ausser die Zubereitung konnte unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen erfolgen. Bei nicht sofortigem Gebrauch liegen die Haltbarkeit und die Aufbewahrungsbedingungen in der Verantwortung des Anwenders. 

«In-use» Stabilität wurde nachgewiesen

  • In Wasser bis zu 48 Stunden bei Raumtemperatur (25 °C);
  • in Dextrose 5% Lösung bis zu 24 Stunden bei Raumtemperatur (25 °C);
  • in Natriumchlorid 0,9% Lösung bis zu 24 Stunden bei Raumtemperatur (25 °C) und bis zu 7 Tagen im Kühlschrank (2–8 °C);
  • in Ringer-Lactat-Lösung bis zu 24 Stunden bei Raumtemperatur (25 °C) und bis zu 7 Tagen im Kühlschrank (2–8 °C). 

Orale Anwendung

Die Lösung unmittelbar verbrauchen.

In der Originalverpackung sorgfältig aufbewahren.

Ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren. 

Hinweise für die Handhabung

Herstellung der Injektionslösung

3 ml des vorgesehenen Lösungsmittels langsam der Teicoplanin-Durchstechflasche beifügen. Sanft bewegen bis das Pulver vollständig gelöst ist. Schaumbildung vermeiden. Hat sich dennoch Schaum gebildet, Durchstechflasche etwa 15 Min. stehen lassen bis der Schaum verschwunden ist.

Die fertige Lösung ist mit Plasma isotonisch und hat einen pH von 7,5. Konzentrationen: Durchstechflaschen zu 200 mg, aufgefüllt mit 3 ml Lösungsmittel. 

Herstellung der Infusionslösung

Injektionslösung mit einer der folgenden Lösungen verdünnen: 0,9%ige Kochsalzlösung, Ringer-Lactat-Lösung oder Hartmann-Lösung, 5%ige Glukoselösung oder Lösung mit 0,18% Natriumchlorid und 4% Glukose (sofort gebrauchen). 

Herstellung der Lösung zur peroralen Anwendung

Der Inhalt einer Durchstechflasche zu 200 mg Teicoplanin kann in 30 ml Wasser gelöst, getrunken oder über eine bereits liegende Magensonde zugeführt werden.

Zulassungsnummer

59765 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Labatec Pharma SA, 1217 Meyrin (Genève).

Stand der Information

Februar 2003.

Verwendung dieser Informationen

Die Informationen auf dieser Seite sind für Fachpersonal gedacht. Bei Fragen lassen Sie sich von einer Fachperson (z.B. Arzt oder Apotheker) beraten.