Nasacort Dosierspray 120 Dos

Nasacort Dosierspray 120 Dos

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Triamcinoloni acetonidum.

Hilfsstoffe: Conservans, Benzalkonii chloridum, Excipiens ad suspensionem.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Treibgasfreies Dosierspray (wässrige Suspension), mit 120 Sprühstössen zur intranasalen Anwendung. 1 Sprühstoss enthält 55 µg Triamcinoloni acetonidum.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Behandlung der saisonalen Rhinitis, einschliesslich Heuschnupfen, und ganzjähriger allergischer Rhinitis bei Erwachsenen und Kindern über 2 Jahren.

Dosierung/Anwendung

Zur Erreichung eines optimalen Therapieerfolges sollte der Patient auf folgende Punkte hingewiesen werden:

Wie alle Glucokortikoide übt Nasacort keine sofortige Wirkung auf allergische Symptome aus. Eine teilweise Besserung der Symptomatik zeigt sich jedoch bereits innerhalb des ersten Behandlungstages. Die volle Wirksamkeit wird nach 3-4 Tagen erreicht.

Es ist wichtig, Nasacort regelmässig anzuwenden.

Erwachsene und Kinder über 12 Jahre: 1-mal täglich, vorzugsweise morgens, 2 Sprühstösse pro Nasenloch (Tagesdosis 220 µg). Bei gutem Ansprechen auf die Behandlung kann die Therapie auf einen Sprühstoss (Tagesdosis 110 µg) morgens jeweils in jedes Nasenloch reduziert werden. Sind die Symptome unter Kontrolle, empfiehlt es sich, die Behandlung mit der niedrigstmöglichen Dosis fortzusetzen.

Kinder zwischen 6 und 12 Jahren: Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 110 µg Triamcinolonacetonid pro Tag, was einmal täglich einem Sprühstoss pro Nasenloch entspricht. Bei stärkeren Symptomen kann eine Dosis von 220 µg verabreicht werden. Sind die Symptome unter Kontrolle, empfiehlt es sich, die Behandlung mit der niedrigstmöglichen Dosis fortzusetzen.

Kinder zwischen 2 und 5 Jahren: Die empfohlene Anfangsdosis und die Höchstdosis betragen 110 µg Triamcinolonacetonid pro Tag, was einmal täglich 1 Sprühstoss pro Nasenloch entspricht.

Kinder unter 2 Jahren: Die Anwendungssicherheit und Wirksamkeit von Nasacort bei Kindern unter 2 Jahren wurde nicht untersucht. Daher wird eine Anwendung von Nasacort bei dieser Patientengruppe nicht empfohlen.

Anwendung: Vor Gebrauch von Nasacort die Nase stets sorgfältig schneuzen und das Dosierspray schütteln. Nach Gebrauch des Sprays muss den Nasenadapter mit einem sauberen Tuch reinigen.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber einem der Inhaltsstoffe von Nasacort.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Lokale unerwünschte Wirkungen im Nasenraum

Epistaxis: In klinischen Studien mit einer Studiendauer von 2-12 Wochen wurde bei mit Nasacort Nasenspray behandelten Patienten im Vergleich zur Placebogruppe häufiger Epistaxis beobachtet (siehe: «Unerwünschte Wirkungen»).

Perforation der Nasenscheidewand: In klinischen Studien trat bei einem Erwachsenen, der mit Nasacort Nasenspray behandelt wurde, eine Perforation der Nasenscheidewand auf.

Candidosis: In seltenen Fällen traten lokale Infektionen des Nasen- und Rachenraums mit Candida albicans auf. In diesem Fall können eine entsprechende lokale oder systemische Behandlung und das Absetzen des Nasacort Nasensprays angezeigt sein. Daher müssen Patienten, die das Medikament mehrere Monate oder länger anwenden, regelmässig auf Candidosis oder sonstige Anzeichen für unerwünschte Wirkungen auf die Nasenschleimhaut untersucht werden.

Schlechte Wundheilung: Aufgrund des inhibierenden Effekts von Kortikoiden auf die Wundheilung sollte Nasacort bei Geschwüren des Nasenseptums sowie nach Operationen oder Verletzungen des Nasenraums erst nach vollständig abgeschlossener Wundheilung angewendet werden.

Glaukom und Katarakt

Intranasal verabreichte und inhalierte Kortikoide können zur Entstehung eines Glaukoms und/oder eines Katarakts führen. Daher ist es angezeigt, Patienten mit Sehveränderungen oder vorausgegangenem erhöhten Augeninnendruck, Glaukom und/oder Katarakt, engmaschig zu überwachen.

Immunsuppression

Patienten, die Immunsuppressiva einnehmen, sind anfälliger für Infektionen als gesunde Personen. Bei Kindern oder Erwachsenen, die Kortikosteroide einnehmen, können z.B. Windpocken- und Masernerkrankungen einen schwereren Verlauf bzw. einen letalen Ausgang aufweisen. Personen, die diese Erkrankungen noch nicht durchgemacht haben oder nicht ausreichend dagegen immunisiert sind, müssen besondere Vorsichtsmassnahmen zur Vermeidung einer Exposition ergreifen. Es ist unbekannt, inwiefern sich die Dosis, die Verabreichungsart und -dauer von Kortikoiden auf das Risiko einer disseminierten Infektion auswirken. Die Auswirkung auf das Risiko der zugrundeliegenden Erkrankung und/oder einer vorausgegangenen Kortikoidtherapie ist unbekannt. Bei einer Windpocken-Exposition ist u.U. eine Prophylaxe durch die Verabreichung von Varizella-Zoster-Immunglobulin (VZIG) angezeigt. Bei einer Masern-Exposition kann eine Prophylaxe mit polyvalenten Immunglobulinen (Ig) erforderlich sein. Sollte die Windpockenerkrankung ausbrechen, kann eine Behandlung mit antiviralen Medikamenten erfolgen.

Aufgrund einer möglichen Verschlimmerung der Erkrankung sollten Kortikosteroide bei Patienten mit aktiven oder chronischen tuberkulösen Atemwegserkrankungen, unbehandelten lokalen oder systemischen Pilz- oder Bakterieninfektionen, systemischen viralen, parasitären oder Herpes-simplex-Infektionen des Auges nicht oder nur mit Vorsicht angewendet werden.

Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse

Hyperadrenokortizismus und Nebennierensuppression: Die intranasale Anwendung von Steroiden in einer über der empfohlenen Dosis liegenden Menge oder der empfohlenen Dosis bei prädisponierten Personen kann zu systemischen unerwünschten Wirkungen wie Hyperadrenokortizismus und Nebennierensuppression führen. In diesem Fall sollte Nasacort entsprechend den Empfehlungen zur Beendigung oraler Kortikoidtherapien langsam ausgeschlichen werden. Beim Ersatz eines systemischen Kortikoids durch ein lokal wirkendes Kortikoid können Anzeichen einer Nebenniereninsuffizienz auftreten. Des Weiteren kann es bei einigen Patienten zu Kortikoid-Entzugserscheinungen wie Gelenk- und/oder Muskelschmerzen, Abgeschlagenheit und Depressionen kommen. Patienten mit vorausgegangener langandauernder systemischer Kortikoidbehandlung müssen beim Wechsel zu lokal wirkenden Kortikoiden aufgrund des möglichen Auftretens einer akuten Nebenniereninsuffizienz als Stressreaktion engmaschig überwacht werden. Bei unter Asthma leidenden oder aufgrund anderer klinischer Symptome langfristig mit Kortikoiden behandelten Patienten kann eine schnelle Verringerung der Kortikoiddosis zu einer starken Symptomverschlimmerung führen.

Wachstum

Die Einnahme von Kortikosteroiden kann bei Kindern zu Wachstumsverzögerungen führen. Daher ist bei der Behandlung von Kindern mit Nasacort eine Routineüberwachung angezeigt. Um die systemischen Wirkungen intranasaler Kortikoide wie Nasacort zu minimieren, ist die Dosis bei jedem Patienten so zu titrieren, bis die niedrigste Dosis erreicht ist, mit der die Symptome wirksam kontrolliert werden können (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Interaktionen

Bisher sind keine Interaktionen bekannt.

Schwangerschaft/Stillzeit

Wie bei anderen Kortikosteroiden wurden im Tierversuch nach Verabreichung hoher Dosen unerwünschte teratogene und embryotoxische Wirkungen beobachtet. Bisher liegen keine kontrollierten Humanstudien vor. Obwohl aufgrund der intranasalen Anwendungsweise nur eine minimale systemische Wirkung beobachtet werden kann, darf Nasacort im Falle einer Schwangerschaft nur bei absoluter Notwendigkeit verabreicht werden.

Stillzeit: Es ist nicht bekannt, ob Triamcinolonacetonid in die Muttermilch übertritt. Nasacort darf deshalb während der Stillzeit nur bei absoluter Notwendigkeit verabreicht werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Man darf davon ausgehen, dass sich Nasacort nicht auf die Fahrtüchtigkeit oder auf das Bedienen von Maschinen auswirkt. Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

Unerwünschte Wirkungen werden nach Organ und Häufigkeit entsprechend folgender Konvention klassifiziert: sehr häufig (>10%), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1000, <1/100), selten (≥1/10'000, <1/1000), sehr selten (<1/10'000).

Die in klinischen Studien am häufigsten gemeldeten unerwünschten Wirkungen betrafen die Schleimhäute des Nasenrachenraums.

Bei Erwachsenen und Kindern von über 6 Jahren traten folgende unerwünschte Wirkungen am häufigsten auf:

Störungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen.

Atmungsorgane (Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen)

Häufig: Nasenbluten, Husten, Bronchitis, Dyspepsie.

Infektionen und Infestationen

Häufig: Rhinitis, Pharyngitis, Grippesyndrom.

Gastrointestinale Störungen

Häufig: Zahnprobleme.

Zusätzliche unerwünschte Wirkungen bei Kindern zwischen 2 bis 5 Jahren

Atemorgane (Atembeschwerden, thorakale und mediastinale Beschwerden)

Häufig: Schmerzen im Rachen- und Kehlkopfbereich.

Störungen der Haut und des subkutanen Gewebes

Häufig: Exkoriation.

Gastrointestinale Beschwerden

Häufig: Oberbauchschmerzen, Diarrhö.

Zusätzliche unerwünschte Wirkungen in der pädiatrischen Population

Abnahme der Wachstumsgeschwindigkeit.

Marktüberwachung

Seit Lancierung von Nasacort wurden die folgenden weiteren unerwünschten Wirkungen gemeldet, deren Häufigkeit allerdings aufgrund der spontanen Natur dieser Berichte unbekannt ist: gereizte und ausgetrocknete Nasenschleimhaut, verstopfte Nase, Niesreiz, veränderter Geruchs- und Geschmackssinn, Übelkeit, Schlaflosigkeit, Schwindel, Müdigkeit, Dyspnoe, gesenkter Kortisolspiegel im Blut, Katarakt, Glaukom, erhöhter Augeninnendruck, Juckreiz, Hautausschlag und Überempfindlichkeit.

Wie bei anderen nasal applizierten Kortikosteroiden traten in seltenen Fällen Nasenseptumperforationen auf.

Lokal verabreichte Kortikoide sind gegenüber oralen Steroidpräparaten zu bevorzugen, da sie weniger unerwünschte systemische Wirkungen aufweisen.

Überdosierung

Aufgrund der Gesamtmenge des in der Flasche enthaltenen Wirkstoffes ist das Risiko erheblicher Überdosierungen wie bei anderen nasal applizierten Kortikosteroiden gering. Ebensowenig werden unerwünschte systemische Wirkungen nach nasaler oder oraler Applikation des gesamten Flascheninhaltes beobachtet. Bei versehentlicher oraler Einnahme grösserer Mengen sind leichte gastrointestinale Beschwerden möglich.

Durch die chronische Verabreichung übermässiger Dosen könnte es zu sichtbaren unerwünschten systemischen Wirkungen wie Hyperkortizismus und Nebennierensuppression kommen. Falls derartige Veränderungen auftreten, sollte die Behandlung mit Nasacort gemäss den bekannten Verfahren zum Abbruch einer Behandlung mit nasalen Kortikosteroiden ausgeschlichen werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: R01AD11

Wirkungsmechanismus

Triamcinolonacetonid ist ein synthetisches fluoriertes Kortikosteroid, das im Tierversuch gegenüber Prednison eine etwa achtmal stärkere Wirksamkeit bei Entzündungen zeigt.

Obwohl der genaue antiallergische Wirkungsmechanismus nicht bekannt ist, haben Kortikosteroide eine nachweislich breite Wirkung auf zahlreiche an Entzündungen beteiligte Zellarten (Mastzellen, Eosinophile, Neutrophile, Makrophagen, Lymphozyten) und Mediatoren (Histamin, Eicosanoide, Leukotriene, Zytokine).

Pharmakodynamik

Um festzustellen, ob bei der Wirkung von Nasacort Nasenspray gegen die Symptome der allergischen Rhinitis systemische Absorption eine Rolle spielt, wurde eine zweiwöchige, doppelblinde, placebokontrollierte klinische Studie an 297 Erwachsenen mit saisonaler allergischer Rhinitis durchgeführt, in der Nasacort, oral verabreichtes Triamcinolonacetonid und Placebo miteinander verglichen wurden. Diese Studie hat gezeigt, dass die therapeutische Wirksamkeit von Nasacort auf der lokalen Wirkung des Triamcinolonacetonids beruht.

Nebennierenfunktion

Zur Beurteilung der Auswirkungen einer systemischen Absorption auf die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse (HHN-Achse) wurden 3 klinische Studien durchgeführt: eine an Erwachsenen, eine an Kindern zwischen 6 und 12 Jahren und eine an Kindern zwischen 2 und 5 Jahren.

Bei der Studie an Erwachsenen wurde 42 Tage lang die tägliche Gabe von 220 µg Nasacort, 440 µg Nasacort, 10 mg Prednison oder Placebo verglichen. Das Ergebnis des sechsstündigen ACTH-Stimulationstests mit 250 µg Cosyntropin hat gezeigt, dass sowohl die Verabreichung von 220 µg als auch von 440 µg Nasacort im Vergleich zum Placebo keine signifikante Wirkung auf die HHN-Achse hatte. Bei den oral verabreichten 10 mg Prednison fiel die Reaktion auf das ACTH hingegen signifikant geringer aus.

An 80 Kindern zwischen 6 und 12 Jahren, die sechs Wochen lang entweder 220 µg oder 440 µg Nasacort täglich (das Doppelte der empfohlenen Tagesdosis) erhielten, wurde eine Studie durchgeführt, bei welcher der Cortisolplasmaspiegel dreissig und sechzig Minuten nach Stimulation mit 250 µg Cosyntropin bestimmt wurde. Bei keinem der Kinder wurde nach sechswöchiger Behandlung mit 440 µg Nasacort täglich eine abnorme Reaktion auf die Cosyntropininjektion (Anstieg des Serumcortisols <18 µg/dl) festgestellt.

An den Kindern zwischen 2 und 5 Jahren (n = 61) wurde ebenfalls die Reaktion der HHN-Achse mittels eines ACTH-Stimulationstests untersucht. Es können jedoch keine Schlussfolgerungen aus den Ergebnissen gezogen werden.

Deshalb kann bei Kindern in den Altersgruppen zwischen 2 und 5 Jahren eine Auswirkung von Nasacort auf die Nebennierenfunktion nicht ausgeschlossen werden.

In einer placebokontrollierten klinischen Studie mit einer Dauer von sechs Wochen wurden die Auswirkungen von Nasacort (tägliche Dosis von100 mg oder 220 mg) auf die Funktion der HHN-Achse (bestimmt anhand der 24-Stunden-AUC für Serum-Cortisol) bei 140 Kindern (2 bis 11 Jahre) untersucht. Dabei wurde eine Differenz von 0,966 µg/dl für ein Konfidenzintervall von 95% mit Werten zwischen 0,892 µg/dl und 1,045 µg/dl im Vergleich zum Placebo festgestellt (die statistische Signifikanz ist hauptsächlich aufgrund der zu kurzen Dauer der Studie nicht erreicht worden).

Eine doppelblinde, kontrollierte, einjährige Studie mit 298 pädiatrischen Patienten (im Alter zwischen 3 und 9 Jahren) wurde durchgeführt, um die Auswirkungen von Nasacort (einmalige tägliche Gabe von 100 Mikrogramm) auf die Wachstumsgeschwindigkeit mittels Stadiometrie zu bestimmen. Bei der ersten Analyse der auswertbaren Patienten (134 unter Nasacort und 133 unter Placebo) war die geschätzte Wachstumsgeschwindigkeit in der Nasacort-Gruppe um 0,45 cm/Jahr niedriger als in der Placebo-Gruppe, für ein Konfidenzintervall von 95% lagen die Werte zwischen 0,11 und 0,78 cm/Jahr niedriger als in der Placebo-Gruppe. Der Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen entwickelte sich innerhalb von zwei Monaten nach Behandlungsbeginn.

Klinische Wirksamkeit

Seine antiallergische und antiphlogistische Wirkung unterdrückt typische Heuschnupfensymptome wie Jucken, Niesen, Sekretbildung und insbesondere auch verstopfte Nase.

Die Anwendungssicherheit und Wirksamkeit von Nasacort wurde ebenfalls bei an ganzjähriger allergischer Rhinitis mit oder ohne saisonale allergische Rhinitis leidenden Kindern zwischen 2 und 5 Jahren geprüft. Bei vierwöchiger Verabreichung einer täglichen Dosis von 110 µg konnte in einer placebokontrollierten, doppelblinden Studie bezüglich des rTNSS-Scores (reflective Total Nasal Symptom Score) innerhalb von 24 Stunden eine statistisch signifikante Verbesserung der Basislinie (Häufigkeit einer verstopften Nase, Juckreiz, Nasenausfluss und Niesen) festgestellt werden.

Nasacort hat keinen Soforteffekt auf die allergischen Symptome. Eine Verbesserung der Symptomatik beginnt bei manchen Patienten bereits im Laufe des ersten Behandlungstages. Die volle Wirksamkeit ist nach 3 bis 4 Tagen zu erwarten. Bei vorzeitigem Absetzen von Nasacort dauert es einige Tage, bis wieder Symptome auftreten können.

In Dosierungen bis 440 µg täglich wurden bei Erwachsenen und Kindern über 6 Jahren keine systemischen Nebenwirkungen wie Beeinträchtigung der Nebennierenfunktion beobachtet.

Bei Kindern zwischen 2 und 5 Jahren, die 110 µg Triamcinolonacetonid täglich erhielten, wurde die Nebennierenfunktion getestet. Die Ergebnisse waren jedoch nicht eindeutig, wodurch eine Auswirkung von Nasacort auf die Nebennierenfunktion hier nicht ausgeschlossen werden kann.

Pharmakokinetik

Ausgehend von einer intravenösen Verabreichung von Triamcinolonacetonid-Phosphorsäureester bei Erwachsenen wurden eine Halbwertszeit des Triamcinolonacetonids von 88 Minuten, ein Verteilungsvolumen (DV) von 99,5 l (SD ± 27,5) und eine Clearance von 45,2 l/Std. (SD ± 9,1) ermittelt. Die physikalische Halbwertszeit von Kortikosteroiden korreliert kaum mit ihrer biologischen Halbwertszeit.

Die pharmakokinetischen Eigenschaften von Nasacort Nasenspray wurden an gesunden Probanden und Patienten mit allergischer Rhinitis ermittelt. Bei der intranasalen Verabreichung einer Einzeldosis von 220 µg Nasacort sowohl an die gesunden erwachsenen Probanden als auch an die Patienten kam es zu einer minimalen Absorption von Triamcinolonacetonid. Die höchste Plasmakonzentration betrug ca. 0,5 ng/ml (zwischen 0,1 und 1,0 ng/ml) und trat 1,5 Std. nach der Verabreichung auf. Die durchschnittliche Plasmakonzentration des Medikaments betrug nach 12 Stunden unter 0,06 ng/ml. Nach 24 Stunden war es nicht mehr nachweisbar (der Mindest-LQ betrug 0,025 ng/ml). Die terminale Halbwertszeit betrug 3,1 Std. Die durchschnittlichen AUC0-∞-Werte bei Dosen von 110 µg bis 440 µg reichten sowohl bei den Patienten als auch bei den gesunden Probanden von 1,4 ng·h/ml bis 4,7 ng·h/ml.

Bei gesunden Erwachsenen und Patienten mit allergischer Rhinitis wurde nach der Verabreichung einer Einzeldosis von 110 µg oder 220 µg Nasacort Dosisproportionalität nachgewiesen. Bei einer Dosis von 440 µg war der Anstieg von Cmax und AUC0-∞ im Vergleich zur Dosis von 110 µg und 220 µg nicht dosisproportional.

Nach der Verabreichungen mehrerer Dosen Nasacort 440 µg einmal täglich bei Kindern zwischen 6 und 12 Jahren waren die Plasmakonzentration des Medikaments, AUC0-∞, Cmax und Tmax vergleichbar mit den Werten von Erwachsenen, welche die gleiche Dosis erhalten hatten. Die systemische Exposition war bei intranasaler Verabreichung von 110 µg einmal täglich an Kinder zwischen 2 und 5 Jahren mit der Grössenordnung bei Erwachsenen zwischen 20 und 49 Jahren vergleichbar, denen einmal täglich 220 µg intranasal verabreicht wurden. Auf Grundlage des pharmakokinetischen Populationsmodells werden die Clearance und das Verteilungsvolumen nach intranasaler Verabreichung von Nasacort bei Kindern zwischen 2 und 5 Jahren auf die Hälfte der Erwachsenenwerte geschätzt.

In Tierversuchen an Ratten und Hunden wurden drei Metaboliten von Triamcinolonacetonid identifiziert. Dabei handelt es sich um 6β-Hydroxytriamcinolonacetonid, 21-Carboxytriamcinolonacetonid und 21-Carboxy-6 β-Hydroxytriamcinolonacetonid. Diese drei Metaboliten sind deutlich weniger aktiv als die Ausgangssubstanz durch (a) die Abhängigkeit der antiinflammatorischen Wirkung von einer 21-Hydroxylgruppe, (b) eine Verringerung der Aktivität nach 6-Hydroxylierung und (c) die deutlich verbesserte Wasserlöslichkeit, welche zu einer schnellen Elimination beiträgt. Anscheinend bestehen keine Metabolitenunterschiede zwischen verschiedenen Gattungen. Es wurden keine Metabolisierungsunterschiede im Zusammenhang mit der Verabreichungsform festgestellt.

Präklinische Daten

Während präklinischer Studien wurden nur Effekte beobachtet, die typisch für Glucokortikosteroide sind.

Wie andere Kortikosteroide hat Triamcinolonacetonid einen teratogenen Effekt auf Tiere (Ratte und Kaninchen), resultierend in Gaumenspalte und/ oder Wasserkopf und Missbildungen des axialen Skeletts. Bei Primaten wurden weitere teratogene Effekte, wie z.B. ZNS-Missbildungen oder Missbildungen des Schädels beobachtet.

Bei In vitro-Untersuchungen konnte keine Mutagenität festgestellt werden. Andere Untersuchungen bei Nagetieren konnten keine Erhöhung der Karzinogenität bei der Behandlung mit Triamcinolonacetonid zeigen.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Die Nasacort Sprühflasche sollte nach 120 Sprühstössen bzw. 2 Monate nach dem Öffnen nicht mehr verwendet werden. Flüssigkeitsreste sollten nicht in ein anderes Behältnis umgefüllt werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) aufbewahren.

Ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

53892 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

sanofi-aventis (Schweiz) ag, 1214 Vernier/GE.

Stand der Information

März 2013.

Verwendung dieser Informationen

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