Naramig Tabl 2.5 Mg 12 Stk

Naramig Tabl 2.5 Mg 12 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Naratriptanum.

Hilfsstoffe: Lactosum, Color.: E 132, Excip. pro compresso obducto.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten zu 2,5 mg Naratriptan.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Zur akuten Behandlung von Migräneanfällen mit oder ohne Aura.

Dosierung/Anwendung

Naramig Filmtabletten sollten so rasch wie möglich nach Einsetzen der Migränekopfschmerzen eingenommen werden, sie sind jedoch auch wirksam, wenn sie zu einem späteren Zeitpunkt eingenommen werden.

Naramig Filmtabletten dürfen nicht zur Prophylaxe eingesetzt werden.

Die Filmtabletten werden ganz mit etwas Wasser geschluckt.

Erwachsene (18-65 Jahre):

Empfohlen wird die Einnahme einer einzelnen Filmtablette zu 2,5 mg.

Falls die Migränesymptome nach anfänglichem Ansprechen erneut auftreten, kann eine zweite Dosis eingenommen werden, vorausgesetzt, dass seit der Einnahme der ersten Filmtablette mindestens 4 Stunden vergangen sind und die Maximaldosis von 2 Filmtabletten (5 mg) pro 24 Stunden nicht überschritten wird.

Falls ein Patient auf die erste Dosis nicht anspricht, ist es unwahrscheinlich, dass eine zweite Dosis für dieselbe Attacke von irgendwelchem Nutzen sein wird.

Naramig kann für die nachfolgenden Migräneanfälle wieder verwendet werden.

Jugendliche (12-17 Jahre):

In einer klinischen Studie mit Jugendlichen wurde ein sehr hoher Placeboeffekt beobachtet. Die Wirksamkeit von Naratriptan in dieser Altersklasse konnte deshalb nicht nachgewiesen werden.

Die Anwendung bei Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren kann nicht empfohlen werden.

Kinder (unter 12 Jahren):

Es sind keine Daten zur Anwendung von Naratriptan bei Kindern unter 12 Jahren verfügbar. Die Anwendung in dieser Altersgruppe ist deshalb nicht empfohlen.

Ältere Patienten (über 65 Jahre):

Die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Naratriptan bei Patienten über 65 Jahre wurde nicht untersucht. In pharmakokinetischen Studien wurde eine mässige Abnahme der Clearance mit dem Alter beobachtet (vgl. «Pharmakokinetik»).

Spezielle Dosierungsanweisungen bei eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion

1. Niereninsuffizienz:

Die tägliche Maximaldosis bei Patienten mit Niereninsuffizienz ist eine Filmtablette zu 2,5 mg.

Die Anwendung von Naramig bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <15 ml/min) ist kontraindiziert (vgl. «Kontraindikationen» und «Pharmakokinetik»).

2. Leberinsuffizienz:

Die tägliche Maximaldosis bei Patienten mit Leberinsuffizienz beträgt eine Filmtablette zu 2,5 mg. Die Anwendung von Naratriptan bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz (Child-Pugh Grad C) ist kontraindiziert (vgl. «Kontraindikationen» und «Pharmakokinetik»).

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber einer Komponente des Präparates.

Die Anwendung von Naramig ist nicht angezeigt bei Patienten mit ischämischen Herzerkrankungen, Myokardinfarkt in der Vorgeschichte, unkontrolliertem Bluthochdruck, Prinzmetal-Angina/koronaren Vasospasmen, peripheren Gefässerkrankungen und bei Patienten, die Symptome aufweisen, die auf eine ischämische Herzerkrankung hindeuten.

Naramig soll nicht an Patienten mit Apoplexie (CVA) oder transitorischen ischämischen Attacken (TIA) in der Vorgeschichte verabreicht werden.

Naratriptan ist kontraindiziert bei Patienten mit schwerer Leber- oder Niereninsuffizienz.

Naratriptan ist nicht indiziert zur Behandlung von hemiplegischer, ophthalmoplegischer oder Basilaris-Migräne.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Naramig soll nur bei klar diagnostizierter Migräne eingesetzt werden.

Wie bei anderen Therapien der akuten Migräne sollten bei Patienten, bei welchen vorher noch nie eine Migräne diagnostiziert wurde, und bei Migränikern mit atypischen Symptomen vor Therapiebeginn mit Naramig andere potentiell schwere neurologische Leiden ausgeschlossen werden. Diesbezüglich sollte beachtet werden, dass bei Migränikern ein erhöhtes Risiko für gewisse zerebrovaskuläre Erkrankungen wie z.B. CVA oder TIA bestehen kann.

Wenn der Patient auf die erste Dosis nicht anspricht, sollte die Diagnose erneut überprüft werden, bevor eine zweite Dosis verabreicht wird.

Naramig sollte nur mit Vorsicht an Patienten verabreicht werden, welche in ihrer Anamnese Epilepsie oder strukturelle Hirnschädigungen aufweisen, die ihre Konvulsionsschwelle herabsetzen.

Wie bei anderen 5HT1-Rezeptor-Agonisten sollten Patienten, bei denen die Möglichkeit einer nicht diagnostizierten Herzkrankheit besteht, nur mit Naratriptan behandelt werden, nachdem eine kardiovaskuläre Erkrankung ausgeschlossen wurde. Dies gilt insbesondere für Frauen in der Postmenopause, Männer über 40 Jahre und Patienten mit Risikofaktoren für eine koronare Herzkrankheit.

Treten unter der Behandlung mit Naramig Symptome auf, die auf eine ischämische Herzkrankheit hindeuten, sollten vor der Fortsetzung der Therapie entsprechende Untersuchungen durchgeführt werden (vgl. «Unerwünschte Wirkungen»).

Bei der gleichzeitigen Einnahme von Triptanen mit anderen Arzneimitteln mit serotonerger Wirkung kann es in seltenen Fällen zu einem Serotonin-Syndrom als lebensbedrohliche unerwünschte Arzneimittelwirkung kommen. Das Serotonin-Syndrom ist charakterisiert durch unterschiedliche Kombinationen einzelner Symptome, die typischerweise folgende Symptome umfassen können: Hyperreflexie, Tremor, Myoklonie, mentale Veränderungen wie Unruhe, Angst, Halluzinationen, Reizbarkeit bis zu Delirium und Koma, sowie Tachykardie, Blutdruckschwankungen, Hyperthermie, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall. Das Serotonin-Syndrom kann auftreten, wenn zwei oder mehrere Arzneimittel mit serotonerger Wirkung gleichzeitig eingenommen werden oder eine Dosis erhöht wird. Falls eine gleichzeitige Behandlung mit Naratriptan und einem Arzneimittel mit serotonerger Wirkung klinisch gerechtfertigt ist, wird eine angemessene Beobachtung des Patienten empfohlen (vgl. «Interaktionen»).

Obwohl bei gleichzeitiger Verabreichung von Naratriptan mit Ergotamin, Dihydroergotamin oder Sumatriptan keine klinisch relevanten Veränderungen des Blutdrucks, der Herzfrequenz und des EKGs beobachtet werden konnten, und die Pharmakokinetik von Naratriptan durch die anderen Präparate nicht beeinflusst wurde, ist die gleichzeitige Verabreichung von Naratriptan mit Ergotamin, Ergotaminderivaten (einschliesslich Methysergid) oder anderen Triptanen/5HT1-Agonisten nicht empfohlen.

Naratriptan besitzt eine Sulfonamidkomponente. Bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit auf Sulfonamide besteht deshalb ein theoretisches Risiko für das Auftreten von Überempfindlichkeitsreaktionen.

Die empfohlene Dosis soll nicht überschritten werden.

Die übermässige Anwendung von akuten Migränebehandlungen wurde bei diesbezüglich empfindlichen Patienten mit einer Verschlimmerung der Kopfschmerzen in Verbindung gebracht (Medikamentenkopfschmerz). Dies kann das Absetzen der Behandlung erforderlich machen.

Interaktionen

Bei der gleichzeitigen Einnahme von Triptanen mit anderen Arzneimitteln mit mehr oder weniger ausgeprägter serotonerger Wirkung wie «Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer» (SSRI's), «Selektive Serotonin/Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer» (SNRI's), MAO-Hemmer, L-Tryptophan, Lithium, trizyklische Antidepressiva u.a. kann es in seltenen Fällen zu einem Serotonin-Syndrom als lebensbedrohliche unerwünschte Arzneimittelwirkung kommen (vgl. Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Es gibt keine Hinweise auf pharmakokinetische Interaktionen zwischen Naratriptan und β-Blockern, trizyklischen Antidepressiva, selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern, Alkohol oder Nahrung.

Naratriptan hemmt die Monoaminooxidase nicht.

Da Naratriptan nur in beschränktem Masse metabolisiert wird und eine grosse Anzahl verschiedener Cytochrom P450 Isoenzyme in seinen Metabolismus involviert sind, ist das Auftreten wesentlicher Arzneimittelinteraktionen mit Naratriptan unwahrscheinlich (vgl. «Pharmakokinetik»).

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Die Unbedenklichkeit von Naratriptan bei schwangeren Frauen ist nicht gesichert. Im Tierversuch sind keine teratogenen Effekte festgestellt worden. Bei einer systemischen Exposition, die deutlich höher ist als die maximale Exposition beim Menschen sind jedoch vorübergehende Auswirkungen auf die peri- und postnatale Entwicklung festgestellt worden (vgl. «Präklinische Daten»).

Es gibt keine hinreichenden Daten zur Anwendung bei Schwangeren.

Naratriptan darf während der Schwangerschaft nicht verabreicht werden, es sei denn dies ist eindeutig erforderlich.

Stillzeit

Naratriptan und/oder seine Metaboliten wurden in der Muttermilch von Ratten nachgewiesen. Während der Anwendung von Naratriptan soll nicht gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Migräne oder die Migränebehandlung mit Naratriptan kann Schläfrigkeit verursachen. Daher ist bei Patienten, die Maschinen bedienen oder ein Fahrzeug lenken, Vorsicht geboten.

Unerwünschte Wirkungen

Nachstehend sind die unerwünschten Wirkungen nach Organklasse und Häufigkeit aufgeführt. Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100,<1/10), gelegentlich (≥1/1000,<1/100), selten (≥1/10'000,<1/1000) und sehr selten (<1/10'000). Die Angaben zu häufigen und gelegentlich auftretenden unerwünschten Wirkungen entstammen dem Datenmaterial von klinischen Studien. Die Angaben zu sehr seltenen unerwünschten Wirkungen wurden üblicherweise aus Spontanmeldungen abgeleitet.

Daten aus klinischen Studien

Nervensystem:

Häufig: Kribbeln.

Dieses Symptom ist üblicherweise vorübergehender Natur, kann jedoch heftig ausgeprägt sein und alle Körperteile einschliesslich Brust und Hals betreffen.

Gastrointestinale Störungen:

Häufig: Übelkeit und Erbrechen.

Der kausale Zusammenhang mit Naratriptan ist jedoch unklar, da diese Symptome unter Placebo gleich häufig oder noch häufiger auftraten.

Muskelskelettsystem:

Gelegentlich: Schweregefühl.

Dieses Symptom ist üblicherweise vorübergehender Natur, kann jedoch heftig ausgeprägt sein und alle Körperteile einschliesslich Brust und Hals betreffen.

Allgemeine Störungen:

Die folgenden Symptome sind üblicherweise vorübergehender Natur, können jedoch heftig sein und alle Körperteile einschliesslich Brust und Hals betreffen:

Häufig: Schmerzen und Hitzegefühl.

Gelegentlich: Druck- oder Engegefühl.

Spontanmeldungen nach Markteinführung

Immunsystem:

Überempfindlichkeitsreaktionen aller Schweregrade von Hautausschlag bis zu anaphylaktischen Reaktionen.

Nervensystem:

Schläfrigkeit.

Herz:

Koronare arterielle Vasospasmen, vorübergehende ischämiebedingte EKG-Veränderungen, Angina Pectoris und Myokardinfarkt (vgl. «Kontraindikationen», «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Gefässe:

Periphere vaskuläre Ischämie.

Gastrointestinale Störungen:

Ischämische Kolitis.

Überdosierung

Symptome

Die Verabreichung einer hohen Einzeldosis von 25 mg Naratriptan an einen gesunden männlichen Probanden führte zu einer Erhöhung des Blutdruckes um bis zu 71 mmHg und war verbunden mit unerwünschten Wirkungen wie Benommenheit, Genickspannungen, Müdigkeit und Koordinationsstörungen. Der Blutdruck normalisierte sich ohne medikamentöse Behandlung innerhalb von 8 Stunden.

Welchen Effekt eine Haemodialyse oder eine Peritonealdialyse auf die Plasmakonzentration von Naratriptan hat, ist nicht bekannt.

Behandlung

Im Falle einer Überdosierung mit Naratriptan, sollte der Patient während mindestens 24 Stunden überwacht und, falls erforderlich, sollten unterstützende Standardbehandlungen angewendet werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N02CC02

Wirkungsmechanismus

Naratriptan ist ein selektiver 5HT1-Rezeptoragonist.

5HT1-Rezeptoren finden sich in erster Linie in den intrakraniellen (zerebralen und duralen) Blutgefässen.

Naratriptan zeigt in vitro eine hohe Affinität für menschliche, geklonte 5HT1B- und 5HT1D-Rezeptoren.

Es wird angenommen, dass der geklonte 5HT1B-Rezeptor in vivo dem vaskulären 5HT1-Rezeptor entspricht, der die Kontraktion intrakranieller Blutgefässe vermittelt.

Naratriptan zeigt wenig oder keine Affinität gegenüber anderen 5HT‑Rezeptorsubtypen wie dem 5HT2-, 5HT3-, 5HT4- oder 5HT7-Rezeptor.

Pharmakodynamik

Bei Tieren führt Naratriptan selektiv zu einer Verengung der arteriellen Karotisgefässe. Die Karotisgefässe versorgen die extra- und intrakraniellen Gewebe wie zum Beispiel die Meningen mit Blut. Eine Dilatation dieser Gefässe und die Oedembildung wird beim Menschen als auslösender Faktor der Migräne vermutet. Aufgrund experimenteller Untersuchungen kann zudem angenommen werden, dass Naratriptan die Aktivität des Nervus trigeminus hemmt.

Diese beiden Mechanismen tragen zu der antimigränösen Wirkung des Naratriptans beim Menschen bei.

Klinische Wirksamkeit

Die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Naramig in der Behandlung von akuten Migräneanfällen wurde in 8 klinischen Studien an über 4'000 Patienten untersucht. Diese Studien erstreckten sich über einen Zeitraum von bis zu 6 Monaten, wobei mehr als 15'000 Migräneattacken behandelt wurden.

Ein Ansprechen auf die Behandlung wurde definiert als ein Rückgang der Migränekopfschmerzen von mässigen bis schweren hin zu leichten oder keinen Kopfschmerzen. Neben diesem primären Endpunkt wurde auch die Wirksamkeit auf die Migräne-assoziierten Symptome Übelkeit, Erbrechen, Photo- und Phonophobie bestimmt.

Nachfolgend sind die Resultate der wichtigsten randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Phase III Studien tabellarisch zusammengefasst:

Anzahl Patienten in % mit Rückgang der Migränekopfschmerzen (keine oder leichte Kopfschmerzen) 4 Stunden nach Einnahme der Studienmedikation:

StudiennummerPlaceboNaratriptan0,25 mgNaratriptan1 mgNaratriptan2,5 mgSumatriptan100 mg
S2WA 300134%(n=122)35%(n=119)50%(n=117)60%(n=127)
S2WA 300333%(n=602)39%(n=591)57%(n=595)68%(n=586)
S2WB 300227%(n=104)36%(n=214)52%(n=208)66%(n=199)76%(n=229)

Die Einzeldosis von 2,5 mg zeigte in den durchgeführten klinischen Studien das beste Verhältnis zwischen Wirksamkeit und Verträglichkeit. Es gab keine Hinweise darauf, dass Einzeldosen von 5 mg eine grössere Wirkung hatten als Dosen von 2,5 mg.

Im Vergleich zu Placebo führte Naramig in der empfohlenen Dosierung bei Patienten mit Migräne-assozierter Nausea, Photo- und Phonophobie zu einem signifikanten Nachlassen dieser Symptome.

Die Wirksamkeit von Naramig blieb – unabhängig von der Anzahl der behandelten Attacken – auch bei Langzeitanwendung über 6 Monate erhalten.

Weder das Alter, das Geschlecht oder das Gewicht des Patienten, noch die Einnahme von oralen Kontrazeptiva oder die gleichzeitige Behandlung mit gängigen Medikamenten zur Migräneprophylaxe (z.B. Beta-Blocker, SSRIs, trizyklische Antidepressiva) beeinflussten die Wirksamkeit von Naramig.

Pharmakokinetik

Absorption

Nach oraler Verabreichung wird Naratriptan rasch resorbiert. Die maximale Plasmakonzentration Cmax wird bei Patienten im Migräneanfall innerhalb von ca. 4 h erreicht. Bei gesunden Probanden beträgt die Cmax nach Einnahme von 2,5 mg bei Frauen durchschnittlich 8,3 ng/ml und bei Männern 5,4 ng/ml; im Migräneanfall werden etwas tiefere Werte erreicht.

Die orale Bioverfügbarkeit beträgt bei Frauen 74% und bei Männern 63%. In der klinischen Anwendung ergaben sich daraus jedoch keine Unterschiede bezüglich der Wirksamkeit und Verträglichkeit. Eine geschlechtsbezogene Dosisanpassung ist daher nicht notwendig.

Distribution

Das Verteilungsvolumen beträgt 170 L. Die Plasmaproteinbindung ist gering (29%).

Metabolismus/Elimination

Die durchschnittliche Eliminationshalbwertszeit (t½) ist 6 Stunden.

Die Clearance nach intravenöser Gabe beträgt bei Männern 470 ml/min und bei Frauen 380 ml/min. Die renale Clearance bei Männern und bei Frauen ist vergleichbar und ist mit 220 ml/min höher als die glomeruläre Filtrationsrate, was darauf hindeutet, dass Naratriptan aktiv in den Nierentubuli sezerniert wird. Naratriptan wird zum überwiegenden Teil mit dem Urin ausgeschieden. 50% der Dosis wird in unveränderter Form und 30% als inaktive Metaboliten im Urin wiedergefunden.

In vitro wird Naratriptan durch eine grosse Anzahl verschiedener Cytochrom P450 Isoenzyme abgebaut. Das Auftreten relevanter pharmakokinetischer Arzneimittelinteraktionen mit Naratriptan ist daher nicht zu erwarten (vgl. «Interaktionen»).

Kinetik spezieller Patientengruppen

1. Ältere Patienten

In einer Studie wurde die Pharmakokinetik von Naratriptan bei älteren gesunden Probanden (n=12) mit der bei gesunden jüngeren Probanden (n=12) verglichen. Dabei wurde eine Reduktion der Clearance um 26% festgestellt (vgl. «Dosierung/Anwendung»).

2. Geschlecht

Die AUC und die maximale Plasmakonzentration Cmax sind bei Männern rund 35% geringer als bei Frauen; in der klinischen Anwendung konnte jedoch kein Unterschied bezüglich Wirksamkeit und Verträglichkeit festgestellt werden. Eine geschlechtsbezogene Dosisanpassung ist deshalb nicht angezeigt (vgl. «Dosierung/Anwendung»).

3. Niereninsuffizienz

Naratriptan wird überwiegend renal ausgeschieden. Die Naratriptan Plasmaspiegel können bei Patienten mit Nierenerkrankungen demzufolge erhöht sein.

In einer Studie mit niereninsuffizienten Patienten beiden Geschlechts mit einer Kreatinin-Clearance zwischen 18 bis 115 ml/min (n=15) wurde eine Erhöhung der Halbwertszeit (t½) um ungefähr 80% und eine Erniedrigung der Clearance um ca. 50% festgestellt (vgl. «Dosierung/Anwendung»).

4. Leberinsuffizienz

Die Leber spielt bei der Ausscheidung von oral verabreichtem Naratriptan eine weniger wichtige Rolle.

In einer Studie mit leberinsuffizienten Frauen und Männern mit Child-Pugh Grad A oder B (n=8) wurde eine 40%ige Erhöhung der Halbwertszeit (t½) und eine etwa 30%ige Reduktion der Clearance beobachtet (vgl. «Dosierung/Anwendung»).

Präklinische Daten

Mutagenität

Die für Naratriptan durchgeführten Standardtests auf Genotoxizität, einschliesslich In-vitro-Tests (Ames-Test, Maus-Lymphom-Test, Humanlymphozytentest) und In-vivo-Mikronukleustest, waren negativ.

Karzinogenität

In Karzinogenitätsstudien über 2 Jahre (Lebenszeit) an Ratten und Mäusen konnten keine klinisch relevanten Tumoren nachgewiesen werden. Nur bei der Ratte wurden nach Gabe einer hohen Dosis von 90 mg/kg/Tag Schilddrüsenadenome festgestellt.

Reproduktionstoxikologie

Fertilitätsstudien an Ratten zeigten, dass Naratriptan die Reproduktionsleistung - ausser bei hohen, maternal toxischen Dosen - nicht beeinträchtigt. Studien zur embryofetalen Entwicklung an Ratten und Kaninchen erbrachten keine Hinweise auf Teratogenität; jedoch wurden bei maternal toxischen Dosen leicht erhöhte Raten von Prä- und Postimplantationsverlusten, verzögerte Ossifikation (nur bei Holländerkaninchen) und geringe Auswirkungen auf das Skelett beobachtet. Vorübergehende Wirkungen auf die peri- und postnatale Entwicklung neonataler Ratten wurden nur dann beobachtet, wenn die Exposition der Muttertiere die maximale Exposition für den Menschen ausreichend überstieg.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Nicht über 30 °C lagern. Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

54272 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

GlaxoSmithKline AG, 3053 Münchenbuchsee.

Stand der Information

Juli 2016.

Verwendung dieser Informationen

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