Tramactil Uno Ret Tabl 100 Mg 15 Stk

Tramactil Uno Ret Tabl 100 Mg 15 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff:

Tramadoli hydrochloridum

Hilfsstoffe:

Excipiens pro compresso

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Tablette Tramactil Uno enthält entweder 100 mg, 200 mg oder 300 mg Tramadoli hydrochloridum.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Mittelstarke bis starke prolongierte Schmerzen bzw. bei ungenügender Wirksamkeit nicht-opioider Analgetika.

Dosierung/Anwendung

Die Dosierung und Therapiedauer sind abhängig von der Stärke der Schmerzen und sollten individuell angepasst werden.

Die Tabletten werden 1 x täglich, in Abständen von 24 Stunden mit etwas Flüssigkeit eingenommen.

Die Tabletten sollten als Ganzes mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen und nicht geteilt oder zerkaut werden. Die Tabletteneinnahme soll vorzugsweise abends ohne Nahrung erfolgen, da eine fettreiche Mahlzeit zu einem verminderten Retardeffekt mit erhöhten Plasmakonzentrationen führt.

Es stehen alternative Tablettenstärken von Tramactil Uno einmal täglich zur Verfügung. Um die benötigte Dosis zu erreichen, sollten bei Bedarf die entsprechenden Tablettenstärken angewendet werden.

Erwachsene und Jugendliche (ab 12 Jahren)

Die Initialdosis beträgt 1-mal täglich Tramactil Uno 100 (100 mg). Die übliche Dosis beträgt 1-mal täglich Tramactil Uno 200 (200 mg). Bei unzureichender Schmerzlinderung kann die Dosis in 100 mg Schritten auf 1-mal täglich 300 mg oder maximal 400 mg erhöht werden. Grundsätzlich sollte die kleinste analgetisch wirksame Dosis gewählt werden. Eine Tagesdosis von 400 mg Tramadol sollte nicht überschritten werden, es sei denn, es liegen spezielle klinische Umstände vor. Dosissteigerungen sollten langsam erfolgen, um vorübergehende Nebenwirkungen zu verringern. Umstellung von normal freisetzenden Tramadolpräparaten auf Tramactil Uno, Tabletten mit kontrollierter Freisetzung, wird die Tagesdosis berechnet und mit der nahestmöglichen Dosis der Tramactil Uno, Tabletten mit kontrollierter Freisetzung, gestartet (1:1 Wechsel). Anschliessend kann eine Dosistitration notwendig sein.

Tramactil Uno, Tabletten mit kontrollierter Freisetzung, sollte nicht länger als unbedingt notwendig eingenommen werden. Wenn entsprechend Art und Schwere der Erkrankung eine längerdauernde Schmerzbehandlung erforderlich ist, sollte eine sorgfältige und regelmässige Überprüfung erfolgen (gegebenenfalls durch Einlegen von Anwendungspausen), ob die Notwendigkeit einer weiteren Behandlung besteht.

Kinder (unter 12 Jahren)

Tramactil Uno, Tabletten mit kontrollierter Freisetzung, wird für die Behandlung von Kindern (unter 12 Jahren) nicht empfohlen.

Ältere Patienten

Im Regelfall ist eine Dosisanpassung bei älteren Patienten (bis 75 Jahre) ohne klinisch relevante Leber- oder Niereninsuffizienz nicht erforderlich. Bei Patienten über 75 Jahre kann die Elimination von Tramadol verlängert sein. Bei diesen Patienten kann eine Verlängerung des Dosisintervalls notwendig sein.

Niereninsuffizienz, Dialyse und Leberinsuffizienz

Bei Patienten mit Nieren- oder Leberinsuffizienz ist die Elimination von Tramadol verzögert. Eine Verlängerung des Dosisintervalls sollte bei diesen Patienten in Erwägung gezogen werden.

Bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz oder mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <10 ml/min, siehe «Kontraindikationen») wird Tramactil Uno, Tabletten mit kontrollierter Freisetzung, nicht empfohlen. Bei Patienten mit mässiger Leber- oder Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <30 ml / min) ist Vorsicht geboten (siehe «Pharmakokinetik»).

Kontraindikationen

Bekannte Tramadol-Überempfindlichkeit, akute Vergiftungen oder Überdosierung durch Alkohol, Analgetika, Schlafmittel sowie Psychopharmaka. Monoaminoxidase-Inhibitoren und Tramactil Uno, Tabletten mit kontrollierter Freisetzung, dürfen nicht gleichzeitig verabreicht werden. Während 2 Wochen nach Absetzen eines MAO-Inhibitors (inkl. Selegilin) sind Tramactil Uno, Tabletten mit kontrollierter Freisetzung, kontraindiziert. - Schwere Leber- oder schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <10 ml/min)

- Epilepsie, die durch Behandlung nicht ausreichend kontrolliert werden kann

(siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»)

- Tramadol darf nicht in der Stillzeit angewendet werden, wenn eine Langzeitbehandlung, d.h. länger als 2-3 Tage, erforderlich ist (siehe «Schwangerschaft und Stillzeit»).

Obwohl Tramadol ein Opioid-Agonist ist, kann es Morphinentzugssymptome nicht unterdrücken. Tramactil Uno, Tabletten mit kontrollierter Freisetzung, dürfen nicht zur Drogensubstitution verwendet werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Alkoholgenuss wird während der Behandlung mit Tramadol nicht empfohlen. Eine gleichzeitige Behandlung mit Carbamazepin wird nicht empfohlen (siehe «Interaktionen»).

Tramadol hat ein geringes Abhängigkeitspotential. Bei langfristiger Anwendung können sich jedoch Toleranz sowie eine psychische und/oder physische Abhängigkeit entwickeln. Aufgrund des Abhängigkeits- oder Entzugspotentials sollte die klinische Notwendigkeit einer kontinuierlichen analgetischen Behandlung regelmässig überprüft werden.

Bei Patienten mit Neigung zu Arzneimittelmissbrauch oder -abhängigkeit sollte Tramadol nur für kurze Zeit unter strenger ärztlicher Überwachung angewendet werden.

Tramadol ist kein geeigneter Ersatzstoff bei Opioid-abhängigen Patienten. Obwohl es sich um einen Opioid-Agonisten handelt, kann Tramadol Morphinentzugserscheinungen nicht unterdrücken.

Atemdepression oder Patienten, die ZNS dämpfende Mittel einnehmen

Bei Patienten, für die das Risiko einer Atemdepression besteht oder die Arzneimittel erhalten, die eine Atemdepression auslösen können, sollte Tramadol mit Vorsicht angewendet werden.

Bei Patienten mit Schädeltrauma, erhöhtem intrakraniellem Druck, Leber- oder Niereninsuffizienz, bei Patienten mit Schock, verändertem Bewusstsein (ohne ersichtlichen Grund), Störungen des Atemzentrums oder der Atemfunktion (und bei Diabetikern, wegen der Gefahr einer Hypoglykämie) sollte Tramadol mit Vorsicht angewendet werden.

Nicht geeignet für Kinder unter 12 Jahren.

Ein erhöhtes Risiko von Krampfanfällen besteht bei der Anwendung von Tramadol-Dosierungen, die über die empfohlene maximale Tagesdosis (400 mg) hinausgehen. Bei der Einnahme therapeutischer Dosierungen ist über Krampfanfälle berichtet worden. Patienten, die an einer kontrollierten Epilepsie leiden oder zu Krampfanfällen neigen, sollten nur in zwingenden Ausnahmefällen mit Tramadol behandelt werden. Bei gleichzeitiger Gabe von Arzneimitteln, die die Krampfschwelle erniedrigen, besteht ein erhöhtes Risiko von Krampfanfällen (siehe «Interaktionen»).

Interaktionen

Tramadol darf nicht in Kombination mit selektiven oder nicht-selektiven MAO-Hemmern verwendet werden. Ein Serotonin-Syndrom (Diarrhöe, Tachykardie, Schwitzen, Tremor, Verwirrtheit und Koma) kann entstehen (siehe «Kontraindikationen»).

Linezolid: Die Erfahrungen in der Behandlung mit nicht-selektiven MAO-Hemmern deuten auf ein Risiko für das Auftreten eines Serotonin-Syndroms: Diarrhöe, Tachykardie, Schwitzen, Tremor, Verwirrtheit und Koma.

Die gleichzeitige Behandlung von gemischten Agonisten-Antagonisten (Buprenorphin, Nalbuphin) mit Tramadol wird nicht empfohlen, da dies theoretisch zu einer Abschwächung der analgetischen Wirkung des reinen Agonisten durch kompetitive Blockade von Rezeptoren mit dem Risiko des Auftretens von Entzugserscheinungen führen könnte.

Durch Alkohol wird der sedierende Effekt von Opioid-Analgetika verstärkt. Die daraus resultierende Benommenheit kann beim Führen eines Fahrzeugs oder beim Bedienen von Maschinen zu einer Gefahr werden.

Während der Behandlung mit Tramadol sollten weder alkoholische Getränke noch Alkohol-haltige Arzneimittel konsumiert werden (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Carbamazepin (Enzym-Induktor): möglicherweise verminderte Plasmakonzentrationen von Tramadol und seines pharmakologisch aktiven Metaboliten mit der Folge einer Abschwächung des analgetischen Effekts.

Naltrexon: Die Anwendung von Tramadol mit Naltrexon kann zu einer Abschwächung des analgetischen Effekts führen. Falls erforderlich kann die analgetische Dosis erhöht werden.

Morphin-Derivate (einschliesslich Antitussiva und Substitutionsbehandlung), wie Benzodiazepine und Barbiturate haben ein erhöhtes Risiko einer Atemdepression, die bei Überdosierung tödlich verlaufen kann.

Andere ZNS dämpfende Arzneimittel wie: Opioid-Analgetika, Barbiturate, Benzodiazepine, sedierende Antidepressiva, sedierende H1-Antihistaminika, andere Anxiolytika ausser Benzodiazepinen, Schlafmittel, Neuroleptika und zentral wirksame Antihypertonika, Thalidomid, Baclofen haben ein erhöhtes Risiko einer Dämpfung des zentralen Nervensystems. Aufgrund der Beeinträchtigung des Reaktionsvermögens kann das Führen von Fahrzeugen und Bedienen von Maschinen zu einer Gefahr werden.

Tramadol kann Krämpfe auslösen und das krampfauslösende Potenzial selektiver Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI), Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SNRI), trizyklischer Antidepressiva, Antipsychotika und anderer die Krampfschwelle senkender Arzneimittel (wie Bupropion, Mirtazapin, Tetrahydrocannabinol) verstärken.

Bei gleichzeitiger therapeutischer Anwendung von Tramadol und serotonergen Substanzen, wie beispielsweise selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern (SSRI), Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmern (SNRI), MAO-Hemmern (siehe Rubrik Kontraindikationen), trizyklischen Antidepressiva und Mirtazapin, kann es zu Serotonin-Toxizität kommen. Es liegt wahrscheinlich ein Serotonin-Syndrom vor, wenn eines der folgenden Symptome bzw. Symptomgruppen auftritt:

•Spontaner Klonus

•Induzierbarer oder okulärer Klonus mit Agitation oder Diaphorese

•Tremor und Hyperreflexie

•Hypertonie und Körpertemperatur >38 ºC und induzierbarer oder okulärer Klonus

Nach Absetzen der serotonergen Arzneimittel tritt in der Regel rasch eine Besserung ein. Die Behandlung richtet sich nach Art und Schwere der Symptome.

Venlafaxin: Risiko von Krampfanfällen und/oder eines Serotonin-Syndroms

Vorsicht ist geboten bei der gleichzeitigen Behandlung mit Tramadol und Cumarin-Derivaten (z.B. Warfarin), da bei einigen Patienten ein erhöhter INR-Wert und Ekchymosen berichtet wurden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Tierstudien mit Tramadol zeigen bei sehr hohen Dosen Auswirkungen auf Organentwicklung, Knochenwachstum und Sterblichkeitsrate bei Neugeborenen. Teratogene Wirkungen wurden nicht beobachtet. Tramadol überwindet die Plazenta. Über die Unbedenklichkeit von Tramadol in der Schwangerschaft beim Menschen liegen keine ausreichenden Beweise vor. Deshalb sollte Tramactil Uno nicht an schwangere Frauen verabreicht werden.

Tramadol beeinflusst – vor oder während der Geburt – die Kontraktionsfähigkeit des Uterus nicht. Beim Neugeborenen kann es zu in der Regel klinisch nicht relevanten Veränderungen der Atemfrequenz führen.

Stillzeit

Tramadol wird etwa zu einem Anteil von 0,1% der mütterlichen Plasmakonzentration während der Stillzeit mit der Muttermilch ausgeschieden. Tramactil Uno sollte nicht an stillende Frauen verabreicht werden.

Fertilität

In der Post-Marketing-Überwachung wurden einige wenige Fälle von Sperma-Anomalien und Hypogonadismus gemeldet. Ein Kausalzusammenhang konnte jedoch nicht hergestellt werden. Tierstudien haben keinen Effekt von Tramadol auf die Fertilität gezeigt.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Tramadol kann bei bestimmungsgemässem Gebrauch das Reaktionsvermögen verändern. Die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Strassenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen kann beeinträchtigt werden. Dies gilt in verstärktem Masse in Kombination mit Alkohol oder anderen psychotrop wirkenden Substanzen.

Unerwünschte Wirkungen

Häufigkeiten

Sehr häufig (>1/10), häufig (>1/100<1/10), gelegentlich (>1/1000<1/100), selten (>1/10'000<1/1000), sehr selten (<1/10'000). Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen sind: Übelkeit und Schwindel.

Psychiatrische Erkrankungen

Selten: Halluzinationen, Verwirrtheit, Schlafstörungen, Albträume Verschiedene psychische unerwünschte Ereignisse können nach Gabe von Tramadol in seltenen Fällen auftreten, wobei Art und Schweregrad bei den Patienten unterschiedlich in Erscheinung treten (je nach individueller Ansprechbarkeit und Behandlungsdauer). Stimmungsveränderungen (meist Euphorie, gelegentlich auch Dysphorie), Veränderungen der Aktivität (meist Dämpfung, gelegentlich Steigerung) und Veränderungen der kognitiven und sensorischen Leistungsfähigkeit (z.B. Entscheidungsverhalten, Wahrnehmungsstörungen) können beobachtet werden. Eine Abhängigkeit kann sich einstellen.

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig: Schwindel (14%)

Häufig: Kopfschmerzen, Verwirrtheit

Selten: Appetitveränderungen, Parästhesien, Tremor, Atemdepression, epileptiforme Krampfanfälle

Augenerkrankungen

Selten: verschwommene Sicht

Herzerkrankungen

Gelegentlich: Beeinflussung der Herz-Kreislauf-Regulation (Herzklopfen, Tachykardie, orthostatische Hypotonie oder Herz-Kreislauf-Kollaps). Diese Nebenwirkungen treten insbesondere nach intravenöser Gabe und bei körperlicher Belastung auf.

Selten: Bradykardie, Blutdruckanstieg

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Eine Verschlimmerung von Asthma ist berichtet worden, wobei jedoch ein ursächlicher Zusammenhang nicht bestätigt werden konnte.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig: Übelkeit (15%)

Häufig: Erbrechen, Verstopfung, Mundtrockenheit

Gelegentlich: Magen-Darm-Reizung (Magendruck, Blähungen)

Leber- und Gallenerkrankungen

In einigen Einzelfällen wurde während der therapeutischen Anwendung von Tramadol über eine Erhöhung der Leberenzyme berichtet.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Schwitzen

Gelegentlich: Hautreaktionen (z.B. Pruritus, Ausschlag, Urtikaria)

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Selten: Muskelschwäche

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Selten: Miktionsstörungen (Schwierigkeiten beim Wasserlassen und Harnverhaltung)

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Unbekannt: Hypoglykämie

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Selten: Allergische Reaktionen (z.B. Dyspnoe, Bronchospasmus, «pfeifende» Atemgeräusche, Quincke-Ödem) und Anaphylaxie.

Entzugssymptome, ähnlich wie die beim Absetzen von Opiaten beobachtet, können auftreten, z.B. Agitiertheit, Angstgefühl, Nervosität, Schlaflosigkeit, Hyperkinesie, Tremor und gastrointestinale Symptome. Andere Entzugssymptome einschliesslich Panikattacken, starke Angstgefühle, Halluzinationen, Parästhesien, Tinnitus und andere Störungen des ZNS wurden ebenfalls berichtet.

Überdosierung

Symptome

Bei einer Tramadol-Intoxikation treten im Prinzip die gleichen Symptome auf wie bei allen anderen zentral wirksamen Analgetika (Opioide). Insbesondere gehören hierzu Miosis, Erbrechen, Herz-Kreislauf-Kollaps, Bewusstseinsverlust bis hin zu Koma, Krämpfe, Atemdepression bis zum Atemstillstand.

In Zusammenhang mit Überdosierung oder Missbrauch von Tramadol wurde über das Serotonin-Syndrom berichtet.

Behandlung

Es sind die allgemeinen Notfallmassnahmen anzuwenden: einschliesslich Aufrechterhaltung der Atmungs- und der Kreislauffunktion.

Magenentleerung durch Auslösen von Erbrechen (wacher Patient) oder durch Auspumpen des Magens. Eine Magenspülung kann in Erwägung gezogen werden, wenn die Überdosierung unmittelbar zuvor eingenommen wurde. Dies darf nicht zu einer Verzögerung der (wiederholten) Gabe von Aktivkohle zur Vermeidung der Resorption von Tramadol führen. Das Antidot bei Atemdepression ist Naloxon. Bei der Anwendung von Naloxon besteht das Risiko einer Zunahme der Krämpfe. Bei Krämpfen war in tierexperimentellen Untersuchungen Naloxon wirkungslos. In diesem Fall sollte Diazepam intravenös gegeben werden.

Tramadol wird nur zu einem geringen Anteil durch Hämodialyse oder Hämofiltration aus dem Plasma eliminiert. Deshalb ist die Behandlung einer akuten Tramadol-Überdosierung durch Hämodialyse oder Hämofiltration allein zur Entgiftung nicht geeignet.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code:N02AX02

Tramadol ist ein zentral wirksames Analgetikum. Es ist ein nicht selektiver, reiner Agonist an µ-, δ- und K-Morphinrezeptoren mit grösserer Affinität an µ-Rezeptoren. Andere Mechanismen, die zu seiner analgetischen Wirkung beitragen, sind die Hemmung der neuronalen Wiederaufnahme von Noradrenalin und eine erhöhte Freisetzung von Serotonin. Tramadol besitzt eine antitussive Wirkung. Im Gegensatz zu Morphin besitzt Tramadol in analgetischen Dosen über einen weiten Bereich keine atemdepressive Wirkung. Tramadol besitzt 1/10 bis 1/6 der Wirkstärke von Morphin.

Pharmakokinetik

Absorption

Nach oraler Gabe einer Einzeldosis wird Tramactil Uno einmal täglich fast vollständig resorbiert (>90%).

Die absolute Bioverfügbarkeit liegt bei ca. 70%, unabhängig von der Nahrungsaufnahme. Der Firstpass-Effekt nach oraler Gabe beträgt maximal 30%.

Die Absorption bezüglich AUCO_oo und Cmax steigt nach einer Einzeldosis Tramactil Uno im Bereich zwischen 100 mg und 300 mg leicht überproportional an. Nach Gabe einer Einzeldosis von Tramactil Uno 200 mg nüchtern wird nach rund 5 Stunden (tmax)eine mittlere maximale Plasmakonzentration (Cmax) von 196±58 ng/ml gemessen. Nach Mehrfachgabe von Tramactil Uno 200 mg nüchtern betrug die mittlere Cmax 235 ng/ml und nach Einnahme einer fettreichen Mahlzeit 358 ng/ml.

Distribution

Tramadol besitzt eine hohe Gewebeaffinität (Verteilungsvolumen = 203 ± 40 Liter). Die Bindung an Plasmaproteine beträgt etwa 20%. Tramadol passiert die Blut-Hirn-Schranke und die Plazenta. In der Muttermilch wurden sehr geringe Mengen des Wirkstoffes und seines O-Demethylderivats gefunden (0,1% bzw. 0,02% der applizierten Dosis).

Metabolismus/Elimination

Die Eliminationshalbwertszeit beträgt unabhängig von der Art der Applikation ca. 6 Stunden. Bei Patienten über 75 Jahren kann die Halbwertszeit etwa um den Faktor 1,4 verlängert sein.

Tramadol wird beim Menschen hauptsächlich durch N- und O-Demethylierung sowie durch Konjugation der O-Demethylierungsprodukte mit Glucuronsäure metabolisiert. Nur O-Demethyltramadol ist pharmakologisch aktiv. Bei den anderen Metaboliten wurden in quantitativer Hinsicht beträchtliche interindividuelle Unterschiede beobachtet: Im Urin wurden bisher 11 Metaboliten identifiziert. Tierversuche haben gezeigt, dass O-Demethyltramadol eine um den Faktor 2-4 höhere Wirkstärke besitzt als die Muttersubstanz. Ähnlich wie bei Tramadol beträgt seine Halbwertszeit (6 gesunde Probanden) 7,9 Stunden (Bereich 5,4-9,6 Stunden). Die Hemmung eines der oder beider an der Biotransformation von Tramadol beteiligten Isoenzyme CYP3A4 und CYP2D6 kann die Plasmakonzentration von Tramadol oder seines aktiven Metaboliten beeinflussen. Bisher sind keine klinisch signifikanten Wechselwirkungen beobachtet worden.

Pharmakokinetik in besonderen klinischen Situationen

Tramadol und seine Metaboliten werden fast vollständig mit dem Harn ausgeschieden. Die kumulative Urinausscheidung beträgt 90% der Gesamtradioaktivität der verabfolgten Dosis. Bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion kann die Halbwertszeit geringfügig verlängert sein. Bei Patienten mit Leberzirrhose wurden Eliminationshalbwertszeiten von 13,3 ± 4,9 Stunden (Tramadol) bzw. 18,5 ± 9,4 Stunden (O-Demethyltramadol) beobachtet mit einem Extremfall an Eliminationshalbwertszeiten von 22,3 bzw. 36 Stunden. Bei Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <5 ml/min) wurden Eliminationshalbwertszeiten von 11 ± 3,2 bzw. 16,9 ± 3 Stunden beobachtet mit einem Extremfall von 19,5 bzw. 43,2 Stunden.

Das Verhältnis zwischen Serumkonzentration und analgetischer Wirkung ist dosisabhängig, variiert aber in Einzelfällen beträchtlich. In der Regel ist eine Serumkonzentration von 100 ng/ml bis 300 ng/ml wirksam.

Präklinische Daten

Bei wiederholter oraler und parenteraler Applikation von Tramadol über 6 bis 26 Wochen an Ratten und Hunden sowie oral über 12 Monate an Hunden ergaben die hämatologischen, klinisch-chemischen und histologischen Untersuchungen keinen Anhalt für substanzbedingte Veränderungen. Erst nach hohen Dosen, die weit über der therapeutischen Dosis lagen, traten zentralnervös bedingte Erscheinungen auf: Bewegungsunruhe, Salivation, Krämpfe, verminderte Gewichtszunahme. Reaktionslos vertrugen Ratten und Hunde Dosen von 20 mg/kg bzw. 10 mg/kg Körpergewicht oral sowie Hunde 20 mg/kg Körpergewicht rektal.

Tierstudien zeigten keine teratogenen Wirkungen, bei hohen Dosen trat jedoch Fetotoxizität als Folge einer maternalen Toxizität auf:

Tramadol-Dosen ab 50 mg/kglTag verursachten bei Ratten toxische Wirkungen bei den Muttertieren und führten zu erhöhter Mortalität bei neugeborenen Ratten. Bei der Nachkommenschaft wurden Wachstumsstörungen wie Ossifikationsstörungen und verzögerte Öffnung von Vagina und Augen beobachtet.

Die Fertilität männlicher Ratten wurde nicht beeinflusst. Nach höheren Dosen (≥50 mg/kglTag) reduzierte sich der Prozentsatz von Weibchen mit Jungen.

Bei Kaninchen traten bei Dosen über 125 mg/kg toxische Wirkungen bei Muttertieren und Skelettanomalien bei der Nachkommenschaft auf.

Bei einigen in vitro-Testsystemen wurden Hinweise auf mutagene Wirkungen gefunden, bei in vivo-Studien wurden jedoch keine derartigen Wirkungen beobachtet. Auf Basis des bisher vorhandenen Wissens kann Tramadol als nichtmutagen betrachtet werden.

An Ratten und Mäusen sind Studien im Hinblick auf das kanzerogene Potential von Tramadolhydrochlorid durchgeführt worden. Bei Studien an Ratten zeigten sich keine Hinweise auf eine Wirkstoff-bedingte Zunahme der Häufigkeit von Tumoren. Bei der Studie an Mäusen wurden eine erhöhte Häufigkeit von LeberzeIladenomen bei männlichen Tieren (nicht signifikante, dosisabhängige Zunahme über 15 mg/kg) und eine Zunahme von Lungentumoren bei Weibchen bei allen Dosisgruppen (signifikante, jedoch nicht dosisabhängige Zunahme) beobachtet.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Das Arzneimittel ist trocken und in der Originalverpackung bei Raumtemperatur (15-25° C) zu lagern.

Ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

58254 (Swissmedic)

Zulassungsinhaberin

Gebro Pharma AG, 4410 Liestal

Stand der Information

April 2015

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