Pregnyl Trockensub 5000 E C Solv Amp 1 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Gonadotropinum Chorionicum, hCG aus menschlichem Urin, Herkunftsland: Brasilien.

Hilfsstoffe: Mannitolum, Carboxymethylcellulosum Natricum, Natrii Phosphates, pro vitro.

Solvens Natrii Chloridi Solutio 9 g/l, 1 ml.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Gefriergetrocknetes Pulver (entspr. 1500 I.E./5000 I.E.) + Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung. Nach Auflösen enthält 1 ml 1500 I.E./5000 I.E. hCG.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Bei der Frau

– Ovulationsinduktion im Anschluss an eine Behandlung mit hMG bzw. FSH im Rahmen eines Ovulationsprotokolls bei anovulatorischer Sterilität oder ungenügender Follikelreifung.

– Vorbereitung des Follikels auf die Punktion bei kontrollierten ovariellen Hyperstimulationsprotokollen mit hMG bzw. FSH im Rahmen medizinisch-assistierter Reproduktionstechniken (IVF, GIFT, ICSI).

Bei Patientinnen mit persistierender sekundärer Amenorrhö oder chronischer Anovulation ist eine Behandlung mit hMG (FSH)/hCG nur indiziert, wenn ein Progesterontest negativ ausfällt oder wenn wiederholte Behandlungen mit den einfacher zu handhabenden synthetischen Ovulationsauslösern (z.B. Clomiphen) nicht zu einer Ovulation führen.

Beim Mann

– Hypogonadotroper Hypogonadismus.

Wenn Sterilität (ungenügende Spermatogenese) das Hauptproblem darstellt, wird Pregnyl mit einem Gonado­tropin-Präparat kombiniert.

In gewissen Fällen können auch Patienten mit idiopathischer hypogonadotroper Dysspermie auf die Behandlung mit Gonadotropinen ansprechen.

– Verzögerte Pubertät in Verbindung mit unzureichender gonadotroper Funktion der Hypophyse.

Dosierung/Anwendung

Die gefriergetrocknete Substanz wird im Lösungsmittel aufgelöst und langsam intramuskulär oder subkutan injiziert. Da die verabreichungsfertige Lösung nur begrenzt haltbar und die Sterilität der einmal aufgebrochenen Ampulle nicht mehr gesichert ist, muss die Injektionslösung unmittelbar vor Gebrauch hergestellt werden. Nicht sofort verbrauchte Anteile sind zu verwerfen.

Bei der Frau

– Ovulationsinduktion im Anschluss an eine Behandlung mit hMG bzw. FSH im Rahmen eines Ovulationsprotokolls bei anovulatorischer Sterilität oder ungenügender Follikelreifung.

Wenn in der ersten Behandlungsphase mit hMG bzw. FSH (in einer der individuellen ovariellen Reaktion angepass­ten Dosierung) präovulatorische Estradiol-Plasmaspiegel (1,0–3,0 pmol/ml = 300–900 pg/ml) erreicht sind und ultrasonographisch ein dominanter Follikel mit einem Durchmesser von mindestens 18 mm nachgewiesen ist, wird hMG bzw. FSH abgesetzt. Zur Auslösung der Ovulation wird 24–48 Stunden später eine einzige Dosis von 5000–10’000 I.E. Pregnyl verabreicht. Die Ovulation erfolgt meist 32–48 Stunden später.

Da Follikel mit einer Grösse von 15 mm eine Schwangerschaft auslösen können, sind zusätzlich höchstens zwei Follikel mit einer Grösse über 15 mm akzeptabel. Falls diese Grenze überschritten ist, sollte keine hCG-Gabe erfolgen, um Mehrlingsschwangerschaften zu vermeiden.

Der Patientin wird empfohlen, vom Tag vor der Verabreichung von Pregnyl und bis zum Nachweis der Ovulation täglich Geschlechtsverkehr zu haben. Wenn es trotz einer Ovulation nicht zu einer Schwangerschaft kommt, kann der gleiche Behandlungszyklus wiederholt werden.

Für weitere Einzelheiten wird auf die Fachinformationen von hMG- bzw. FSH-Präparaten verwiesen.

– Bei Lutealinsuffizienz können zur Verlängerung der Lutealphase und zur Stabilisierung des Corpus luteum über einen Zeitraum von 9 Tagen nach der Ovulation bis zu 3 Injektionen Pregnyl zu je 5000 I.E. verabreicht werden.

Bei Frauen mit polyzystischen Ovarien kann die Schwangerschaft begünstigt werden, wenn vor der hMG-Therapie durch Gabe eines GnRH-Agonisten ein hypogonadotroper Effekt erzielt wird.

– Vorbereitung des Follikels zur Punktion im Anschluss an eine Stimulation mit hMG oder FSH bei kontrollierten ovariellen Hyperstimulationsprogrammen.

Wenn in der ersten Behandlungsphase mit hMG bzw. FSH erhöhte präovulatorische Estradiol-Plasmaspiegel (1,0–1,3 pmol/ml = 300–400 pg/ml) erreicht und ultrasonographisch mindestens 3 Follikel mit einem Durchmesser von 16–20 mm nachgewiesen sind, wird hMG bzw. FSH abgesetzt. 30–40 Stunden nach der letzten hMG-Injektion erfolgt die Vorbereitung der Follikel zur Punktion mit der Verabreichung von Pregnyl in einer Dosis von 5000–10’000 I.E. Für weitere Einzelheiten wird auf die Fachinformation von hMG- bzw. FSH-Präparaten verwiesen.

Pregnyl sollte nur dann verabreicht werden, wenn obengenannte Bedingungen erfüllt sind. Das Absaugen der Oozyten erfolgt 32–36 Stunden nach der Pregnyl-Injektion.

Beim Mann

– Hypogonadotroper Hypogonadismus: 2–3× wöchentlich 1000–2000 I.E. Bei Sterilität (ungenügende Spermatogenese) wird die hCG-Dosis mit 75 I.E. eines Gonadotropins (1 I.E. entspricht hier der Aktivität von 1 I.E. hFSH und 1 I.E. hLH) täglich oder 2–3× wöchentlich über einen Zeitraum von mind. 3 Monaten kombiniert. Für weitere Einzelheiten zur Dosierung von HMG wird auf die Fachinformation entsprechender Präparate verwiesen. Sobald sich die Spermatogenese gebessert hat, kann eine Weiterbehandlung mit hCG allein ausreichend sein.

Zur Kontrolle der Behandlung sollte mindestens einmal monatlich ein Spermiogramm angefertigt werden.

– Verzögerte Pubertät: 2–3× wöchentlich 1500 I.E. während 3–6 Monaten.

Kontraindikationen

Bei der Frau

Infertilität ohne Beeinträchtigung der Follikelreifung.

Hyperstimulation der Ovarien nach hMG bzw. FSH.

Ovarialzysten ohne Beziehung zum polyzystischen Ovarialsyndrom.

Gynäkologische Blutungen unbekannter Ursache.

Sexualhormon-abhängige Tumore wie Ovarial-, Endometrium- und Mamma-Karzinom.

Missbildungen der Sexualorgane, die eine Schwangerschaft unmöglich machen.

Uterus myomatosus, der eine Schwangerschaft unmöglich macht

Stillzeit.

Beim Mann

Infertilität, die nicht durch hypogonadotropen Hypogonadismus verursacht wird.

Sexualhormon-abhängige Tumore, wie Prostata- oder Mammakarzinom, oder entsprechender Verdacht.

Bei beiden Geschlechtern

Nachgewiesene Überempfindlichkeit gegen hCG oder andere Gonadotropine (hMG, FSH) oder einen der sonstigen Bestandteile.

Hyperprolaktinämie.

Tumoren der Hypophyse oder des Hypothalamus, unbehandelte Erkrankungen der Schilddrüse und der Nebennieren.

Es gibt keine medizinisch begründete Anwendung von Pregnyl zur Behandlung von Übergewicht.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Eine Behandlung mit gonadotropen Hormonen sollte nur von einem Facharzt, der mit Diagnose und Behandlung von Fertilitätsstörungen vertraut ist, und nur nach Ausschluss aller anderen möglichen Ursachen einer Sterilität (mechanisch, immunologisch, andrologisch) durchgeführt werden.

Voraussetzung für den Behandlungserfolg von Pregnyl ist die Funktionsfähigkeit der Ovarien bzw. Testes. Pregnyl ist nicht wirksam bei primärer Insuffizienz der Gonaden (hypergonadotropem Hypogonadismus) sowie bei anatomischen Anomalien, welche mit einer Fertilität unvereinbar sind.

Bei Auftreten von Überempfindlichkeitserscheinungen muss die Behandlung abgebrochen werden.

Vereinzelt kann es nach chronischer Gabe von hCG zur Bildung von Antikörpern gegen hCG kommen, weshalb der Behandlungserfolg ausbleiben kann.

Bei der Frau

Die Behandlung erfordert grundsätzlich die Verfügbarkeit einer adäquaten klinischen Einrichtung.

Das Risiko venöser und/oder arterieller Thromboembolien während oder nach der Behandlung mit Gonadotropinen nimmt zu z.B. bei positiver Familienanamnese (d.h. venöse oder arterielle Thromboembolien bei einem Geschwister- oder Elternteil in jungen Lebensjahren), Adipositas (Body Mass Index ≥30 [kg/m²]) oder Thrombophilie. Bei diesen Frauen sollte der Nutzen einer IVF Behandlung gegen die aufgeführten Risiken sorgfältig abgewogen werden. Zu beachten gilt allerdings, dass die Inzidenz einer VTE auch bei einer Schwangerschaft erhöht ist.

Vor Beginn der Behandlung muss die Patientin klinisch und endokrinologisch sorgfältig untersucht und das Fertilitätspotential ihres Partners abgeklärt werden. Des Weiteren sind die Patientin und ihr Partner darüber zu informieren, dass eine Behandlung von Fertilitätsstörungen mit Gonadotropinen mit dem Risiko einer ovariellen Hyperstimulation sowie mit einem erhöhten Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft verbunden ist.

Bei Patientinnen, die wegen anovulatorischer Sterilität oder ungenügender Follikelreifung vorgängig mit hMG bzw. FSH behandelt werden, tritt in 5–6% aller Fälle eine Hyperstimulation der Ovarien ein. Die klinischen Symptome eines ovariellen Hyperstimulationssyndroms (OHSS) im Gefolge einer Gonadotropinbehandlung treten meist 5–10 Tage nach der Pregnyl-Gabe auf: grosse, zur Ruptur neigende Ovarialzysten, Aszites, Hydrothorax, Thromboembolien und kardiovaskulärer Schock. Bei Patientinnen mit polyzystischen Ovarien (chronische hyperandrogenämische Anovulation) ist dieses Risiko besonders gross. Im Zusammenhang mit einem ovariellen Hyperstimulationssyndrom wurde über vorübergehende abnorme Ergebnisse von Leberfunktionstests berichtet, die ein Anzeichen einer Leberfunktionsstörung und von morphologischen Veränderungen der Leberbiopsie begleitet sein können.

Man unterscheidet drei Schweregrade des Hyperstimulationssyndroms: leicht, mässig, schwer. Bei der leichten Überstimulierung (Grad I) mit leichter Vergrösserung der Ovarien (Ovargrösse 5–7 cm), exzessiver Steroidsekretion und abdominalen Beschwerden ist keine Therapie erforderlich, doch sollte die Patientin informiert und sorgfältig kontrolliert werden. Bei Hyperstimulation (Grad II) mit Ovarialzysten (Ovargrösse 8–10 cm), Abdominalsymptomatik, Übelkeit und Erbrechen sind eine klinische Überwachung und symptomatische Behandlung sowie gegebenenfalls ein intravenöser Volumenersatz bei stärkerer Hämokonzentration angezeigt. Eine schwere Hyperstimulation (Grad III, Häufigkeit <2%) – mit grossen Ovarialzysten (Ovargrösse >12 cm), Aszites, Hydrothorax, aufgetriebenem Abdomen, Bauchschmerzen, Dyspnoe, Salzretention, Hämokonzentration, erhöhter Blutviskosität und erhöhter Thrombozytenaggregation mit der Gefahr von Thromboembolien – kann lebensgefährlich sein und erfordert eine stationäre Behandlung mit geeigneten Massnahmen zur Erhaltung der Vitalfunktionen und Wiederherstellung des Elektrolyt-Gleichgewichts. Im Übrigen ist die Therapie konservativ. Das Hyperstimulationssyndrom bildet sich mit der Zeit allmählich zurück.

Sollten bereits in der ersten Behandlungsphase (Induktion der Follikelreifung mit hMG bzw. FSH) Anzeichen einer ovariellen Hyperstimulation auftreten (mehr als eine tägliche Verdoppelung der Estradiol-Plasmaspiegel innerhalb von 2–3 aufeinanderfolgenden Tagen), ist dies ein Warnsignal einer Überreaktion und kann auf eine ungewollte Hyperstimulation hinweisen. Falls der Östrogen-Plasmaspiegel 1200 pg/ml überschreitet, und/oder die Ultraschalluntersuchung mehr als vier Follikel mit einer Grösse von ≥18 mm aufzeigt, ist die Verabreichung von HMG bzw. FSH sofort abzubrechen. Die anschliessende Verabreichung von hCG ist in solchen Fällen streng kontraindiziert, und der Patientin soll in solchen Situationen zu sexueller Abstinenz geraten werden.

Da der Übergang zwischen gewünschtem Behandlungserfolg und ovarieller Hyperstimulation fliessend ist, ist eine engmaschige (alle 1–2 Tage durchgeführte) klinische, sonographische und endokrinologische Überwachung der ovariellen Reaktion der Patientin unerlässlich, um mögliche Zeichen eines Hyperstimulationssyndroms frühzeitig erkennen zu können.

Mehrlingsschwangerschaften treten unter einer Therapie mit Gonadotropinen bei etwa 20% aller Patientinnen ein. Etwa drei Viertel davon sind Zwillingsschwangerschaften. Bei medizinisch-assistierten Reproduktionstechniken ist das Risiko von Mehrlingsschwangerschaften von der Zahl der transferierten Oozyten bzw. Embryonen abhängig.

Es besteht ebenfalls ein erhöhtes Risiko extrauteriner Schwangerschaften, besonders bei Patientinnen mit tubaren Erkrankungen in der Anamnese.

Die Häufigkeit von angeborenen Missbildungen nach der assistierten Reproduktionstechnologie (ART) kann etwas höher sein als bei der natürlichen Empfängnis. Dies kann im Zusammenhang mit Risikofaktoren bei den Eltern (z.B. Alter der Mutter, Spermienqualität) und Mehrlingsschwangerschaften nach ART stehen. Es gibt keine Hinweise, dass die Anwendung von Gonadotropinen während der ART mit einem erhöhten Risiko von angeborenen Missbildungen assoziiert ist.

Beim Mann

Bei männlichen Patienten führt die Pregnyl-Therapie zu erhöhter Androgenproduktion. Daher ist Folgendes zu beachten:

– Bei Behandlung von präpubertären Jugendlichen mit Pregnyl ist Vorsicht geboten, um einen vorzeitigen Epiphysenschluss und eine frühzeitige sexuelle Entwicklung zu vermeiden. Falls erforderlich, muss Pregnyl niedriger dosiert oder abgesetzt werden.

– Bei männlichen Patienten mit Erkrankungen, die sich durch Flüssigkeitsretention verschlimmern können, wie latente oder manifeste Herzinsuffizienz, Niereninsuffizienz, Hypertonie, Epilepsie, Migräne (auch latent bzw. in der Anamnese) oder Asthma, sollte Pregnyl nur unter strenger ärztlicher Überwachung und in herabgesetzter Dosierung verabreicht werden, da eine erhöhte Androgenproduktion gelegentlich eine Verschlechterung oder ein Rezidiv dieser Erkrankungen hervorrufen kann.

Um eine mögliche Desensibilisierung der Leydigschen Zellen zu vermeiden, sollten die Testosteron-Plasmaspiegel während der ganzen Dauer der Behandlung kontrolliert und die Dosierung von Pregnyl dementsprechend angepasst werden.

Interaktionen

Interaktionen von Pregnyl mit anderen Arzneimitteln wurden nicht untersucht. Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln können daher nicht ausgeschlossen werden.

Pregnyl kann bis zu zehn Tage nach Verabreichung mit der immunologischen Bestimmung von hCG im Serum oder Urin interferieren, was zu einem falsch positiven Schwangerschaftstest führen kann.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es sind weder kontrollierte Studien bei Tieren noch bei schwangeren Frauen verfügbar. Die Verabreichung von hCG in der Frühstschwangerschaft nach Follikelpunktion und Embryotransfer sowie bei Lutealphaseninsuffizienz dient durch Stimulation der Progesteronproduktion zur Unterstützung des Endometriums und Optimierung des Keimbettes in der Periimplantationsphase. Darüber hinaus besteht keine Indikation zur Anwendung von hCG in der Normalschwangerschaft.

Es ist nicht bekannt, ob hCG in die Muttermilch übertritt und welche Wirkungen es auf den gestillten Säugling haben könnte. hCG ist während der Stillzeit kontraindiziert.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Soweit bekannt ist, hat dieses Arzneimittel keinen Einfluss auf die Aufmerksamkeit und die Konzentrationsfähigkeit.

Unerwünschte Wirkungen

Störungen des Immunsystems

Gelegentlich: lokale allergische Reaktionen an der Injektionsstelle (z.B. Hautausschlag, Schmerzen).

Selten: generalisierte Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. generalisiertes Exanthem, Fieber, Angioödem, Gesichtsödem).

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Pregnyl kann lokale Reaktionen an der Injektionsstelle verursachen wie Bluterguss, Schmerzen, Rötung, Schwellung und Juckreiz.

Bei der Frau

Im Zusammenhang mit der Gabe von FSH bzw. hCG kann es zu einem ovariellen Hyperstimulationssyndrom (OHSS) kommen. Eine ovarielle Hyperstimulation kann, insbesondere in schweren Fällen, mit einer oder mehrerer der folgenden unerwünschten Wirkungen einhergehen:

Leichte bis mässige Vergrösserung der Ovarien, ovarielle Zysten (bei schwerem OHSS mit Ruptionsgefahr); Schmerzen in den Brüsten.

Abdominalschmerzen, Übelkeit, Diarrhö, Gewichtszunahme, Aszites, Hydrothorax.

Funktionsstörung der Gefässe

In seltenen Fällen wurden Thromboembolien mit der FSH/hCG Therapie assoziiert, normalerweise in Verbindung mit einem schweren OHSS.

Beim Mann

Stoffwechsel und Ernährung

Gelegentlich: Wasser- und Salzretention (nach Applikation hoher Dosen).

Haut und Unterhautzellgewebe

Gelegentlich: Akne vulgaris (nach Applikation hoher Dosen).

Reproduktionssystem und Brust

Gelegentlich: proliferierende Prostataveränderungen (nach Applikation hoher Dosen).

Selten: Gynäkomastie.

Beim präpubertären Knaben kann es zu einer Grössenzunahme des Penis mit Neigung zu Erektionen sowie gelegentlich zu leichten psychischen Veränderungen wie während der ersten Phase der Pubertät kommen.

Der Wirkstoff dieses Präparates wird aus humanem Urin gewonnen. Daher kann das Risiko einer Übertragung von Erregern bekannter und unbekannter Natur nicht völlig ausgeschlossen werden.

Überdosierung

Die akute Toxizität von urinären Gonadotropinen ist sehr gering. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass bei Frauen eine Überdosis hCG ein ovarielles Hyperstimulationssyndrom auslösen kann (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Beim Mann kann es zu einer unter Umständen lang andauernden Gynäkomastie kommen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: G03GA01

Wirkungsmechanismus

Humanes Choriongonadotropin (hCG) stimuliert die Keimdrüsenfunktion.

Während der Follikelreifung wirkt LH (und hCG) auf die Thekazellen, was zu einer Erhöhung der Androgensynthese führt. Die Androgene werden dann von Granulosazellen, die durch FSH stimuliert werden, in Estradiol umgewandelt. In der Endphase der Follikelreifung fördert hCG die Ovulation, nach der Ovulation hält es die Funktion des Gelbkörpers aufrecht und verlängert die sekretorische Phase des Endometriums.

Beim Mann stimuliert hCG die Leydigschen Zellen, wodurch die Testosteron-Produktion angeregt wird.

Pharmakodynamik

Pregnyl enthält humanes Choriongonadotropin (hCG), das von der Plazenta sezerniert und aus dem Harn schwangerer Frauen gewonnen wird. Seine physiologischen Wirkungen entsprechen qualitativ weitgehend denen des hypophysären Gonadotropins LH (luteinisierendes Hormon; ICSH, interstitial cell stimulating hormone), doch wirkt es wegen der wesentlich längeren Halbwertszeit stärker.

Klinische Wirksamkeit

Pregnyl wird in bestimmten Fällen in Kombination mit hMG (humanes Menopausengonadotropin, Menotropin) oder FSH (follikelstimulierendes Hormon) verabreicht, d.h. sequentiell (nach hMG bzw. FSH) bei Fertilitätsstörungen der Frau bzw. gleichzeitig (mit hMG) bei Fertilitätsstörungen des Mannes.

Es besteht kein Hinweis auf eine Beziehung zwischen dem Plasmaspiegel von hCG und seinen klinischen Wirkungen. Es gibt keinen Nachweis, dass hCG auf den Fettstoffwechsel, auf die Verteilung des Fettgewebes oder auf den Appetit wirkt. Pregnyl hat deshalb keine Indikation zur Kontrolle des Körpergewichts.

Pharmakokinetik

Absorption

Maximale Plasmaspiegel werden in Abhängigkeit von der Dosis beim Mann nach einmaliger subkutaner Injektion von hCG nach etwa 16 Stunden, nach intramuskulärer Injektion nach ca. 6 Std. erreicht. Bei der Frau werden die maximalen Plasmaspiegel unabhängig von der Art der Injektion nach etwa 20 Std. erreicht. Obwohl hohe interindividuelle Schwankungen beobachtet wurden, kann der geschlechtsspezifische Unterschied bei der i.m. Applikation auf die höhere Glutealfettschicht bei Frauen zurückgeführt werden.

Intramuskuläre und subkutane Verabreichung von hCG sind in Bezug auf das Ausmass der Absorption (Bioverfügbarkeit) bioäquivalent.

Distribution

Humanes Choriongonadotropin (hCG) verteilt sich hauptsächlich in die Ovarien bzw. Hoden.

Metabolismus

Humanes Choriongonadotropin (hCG) wird zu 80–90% vorwiegend in den Nieren metabolisiert.

Elimination

Die Ausscheidung von hCG erfolgt bi-exponentiell mit einer Eliminationshalbwertszeit von ca. 33 Stunden.

Wegen der langsamen Elimination kann es bei in zu kurzem Abstand wiederholten i.m. oder s.c. Injektionen (z.B. täglich) zu einer Kumulation kommen.

Präklinische Daten

Es existieren keine relevanten präklinischen Daten zu hCG.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Da keine Verträglichkeitsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

Haltbarkeit

Pregnyl kann bis zu dem auf der Packung angegebenen Verfalldatum (Exp.) verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Pregnyl ist bei 2–8 °C und lichtgeschützt aufzubewahren.

Hinweise für die Handhabung

Die gefriergetrocknete Substanz wird im Lösungsmittel aufgelöst. Da die verabreichungsfertige Lösung nur begrenzt haltbar und die Sterilität der einmal aufgebrochenen Ampulle nicht mehr gesichert ist, muss die Injektionslösung unmittelbar vor Gebrauch hergestellt werden. Nicht sofort verbrauchte Anteile sind zu verwerfen.

Zulassungsnummer

19826 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

MSD Merck Sharp & Dohme AG, Luzern.

Stand der Information

August 2011.

RA 2400 CH S6 (REF 2.0)

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