Myrtaven 60 Kapseln

Myrtaven 60 Kapseln

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: anthocyanosidea ex vaccinio myrtillo.

Hilfsstoffe: excipiens pro capsula.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Kapseln: anthocyanosidea ex vaccinio myrtillo 58 mg pro capsula.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Kapillarbrüchigkeit und veränderte Permeabilität der Blutkapillaren.

Innere Medizin: Mikroangiopathien bei Diabetes oder Hypertonie, Phlebopathien durch Venenstauung der unteren Gliedmassen, postphlebitische Syndrome, Veneninsuffizienz, Phlebopathien in der Schwangerschaft, Hämorrhoiden; Adjuvans bei der spezifischen Therapie der Arteriopathien.

Chirurgie: vor- und postoperative Behandlung bei ORL-Eingriffen und bei Hämorrhoidektomie.

Ophthalmologie: Netzhauterkrankung bei Diabetes, Hemeralopie.

Dosierung/Anwendung

1 Kapsel 2× täglich.

Bei chronischen Zuständen sollte die Behandlung mit Myrtaven je nach Anweisung des Arztes über mehrere Monate fortgesetzt werden.

Myrtaven kann vor, während oder nach den Mahlzeiten eingenommen werden. Bei Patienten mit empfindlichem Magen ist die Einnahme nach dem Essen vorzuziehen. Die Kapseln sollten unzerkaut mit etwas Wasser eingenommen werden.

Die Anwendung und Sicherheit von Myrtaven bei Kindern und Jugendlichen ist bisher nicht geprüft worden.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Keine bekannt.

Interaktionen

Keine bekannt.

Schwangerschaft/Stillzeit

Nicht kontrollierte Studien bei schwangeren Frauen haben keine fötalen Risiken während des 1. Trimesters gezeigt. Es gibt keine Hinweise für Risiken in den weiteren Trimes­tern und die Möglichkeit eines fötalen Risikos scheint unwahrscheinlich.

Es liegen keine hinreichenden tierexperimentellen Studien zur Reproduktionstoxizität vor.

Das potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.

Bei der Anwendung in der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Myrtaven hat einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Unerwünschte Wirkungen

Gastrointestinale Störungen: gelegentlich leichte Magenbeschwerden (leichte Pyrosis, Übelkeit), die jedoch keine speziellen Massnahmen erfordern.

Haut: gelegentlich Allergie in Form von Hautausschlag und Juckreiz.

Überdosierung

Keine bekannt.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C05CX

Wirkungsmechanismus

Der Wirkstoff von Myrtaven ist ein standardisierter Komplex von 15 Anthocyanosiden, aus der Frucht der schwarzen Heidelbeere (vaccinium myrtillus), der eine markante Wirkung auf die abnormale Permeabilität und auf die Resistenz der Kapillarwände besitzt.

Systemisch verabreicht, antagonisiert Myrtaven die kapillare Hyperpermeabilität, die durch Histamin, Serotonin oder Hyaluronidase hervorgerufen wird: es erhöht die Bruchbeständigkeit der Kapillarwände in der Haut normaler Tiere und solcher, die einen Mangel an P-Faktor aufweisen; es besitzt dank seiner Affinität zu den Wänden der kleinen Gefässe eine ausgeprägte entzündungs- und ödemhemmende Wirkung.

Pharmakodynamik

Myrtaven hat keinen direkten Einfluss auf die Adhäsion der Blutplättchen oder die hämorrheologischen Parameter. Trotzdem scheint es in der Lage zu sein, die Ablagerung der Blutplättchen auf das Gefässendothel zu senken.

Klinische Wirksamkeit

Diese Eigenschaften ermöglichen den Einsatz von Myrtaven bei Kapillarpathologien im Verlauf von Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes, bei peripheren Phlebopathien, bei oberflächlichen und tiefen venösen Kreislaufstörungen der unteren Gliedmassen.

Ausserdem kann Myrtaven in der Ophthalmologie Anwendung finden, und zwar dank seiner Wirkung auf die Vaskularisation der Netzhaut und seiner anregenden Wirkung auf die Synthese des Netzhautpigments, wobei es die Photoleitfähigkeit und die photometrische Reaktion der Netzhautzäpfchen und -stäbchen verbessert.

Pharmakokinetik

Absorption/Distribution

Tierstudien haben gezeigt, dass nach intravenöser oder intraperitonealer Verabreichung die Anthocyanoside des vaccinum myrtillus sich schnell in den verschiedenen Körperkompartimenten verteilen.

Metabolismus/Elimination

Die Ausscheidung erfolgt über Urin und Galle. Nach einer einzigen oralen Einnahme erreicht die Plasmakonzentra­tion ihr Maximum in 15 Minuten.

Präklinische Daten

Myrtaven zeigte weder in vitro noch in vivo genotoxische Aktivität. Karzinogenitätsstudien wurden nicht durchgeführt. In reproduktionstoxikologischen Studien wurde keine Embryo-/Fötotoxizität, Teratogenität oder postnatale Toxizität festgestellt, doch entsprechen diese alten Studien nicht den heutigen Standards.

Sonstige Hinweise

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Keine bekannt.

Haltbarkeit

Das Medikament darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Hinweise für die Handhabung

Keine besonderen Hinweise.

Zulassungsnummer

49506 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

IBSA, Institut Biochimique SA, 6903 Lugano.

Stand der Information

November 2007.

Verwendung dieser Informationen

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