Mycolog N Salbe 30 G

Mycolog N Salbe 30 G

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoffe

Mycolog N Creme und Salbe: Fluocinonidum, Gramicidinum, Neomycinum ut Neomycini sulfas, Nystatinum.

Hilfsstoffe

Mycolog N Creme: Propylenglycolum, Conserv.: Propylis parahydroxybenzoas (E 216), Methylis parahydroxybenzoas (E 218), Excipiens ad unguentum.

Mycolog N Salbe: Alcoholes adipis lanae, Excipiens ad unguentum.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Die Creme enthält: 0,5 mg Fluocinonidum, 0,25 mg Gramicidinum, 3,5 mg Neomycinum ut Neomycini sulfas, 100'000 U.I. Nystatinum pro 1 g.

Die Salbe enthält: 0,5 mg Fluocinonidum, 0,25 mg Gramicidinum, 2,5 mg Neomycinum ut Neomycini sulfas, 100'000 U.I. Nystatinum pro 1 g.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Entzündliche, juckende und allergische Hauterkrankungen mit nachgewiesener oder vermuteter Infektion durch Bakterien und/oder Hefepilze, speziell Candida albicans: Mikrobielle Ekzeme, Stauungsekzeme, seborrhoische Ekzeme, intertriginöse Ekzeme, dyshidrotische Ekzeme, Neurodermitiden, Kontaktekzeme, Ekzeme im Anogenitalbereich, Vulvitis, Balanitis, entzündliche Dermatosen wie Lichen ruber planus, Lichen chronicus simplex, Follikulitis, infizierte Dermatitiden, Windeldermatitiden, Candidamykosen, Paronychien sowie Psoriasis.

Mycolog N Creme ist besonders im akuten und subakuten Stadium, bei nässenden Hautprozessen sowie bei fettigem Hautzustand angezeigt.

Die wasserfreie, fetthaltige Mycolog N Salbe eignet sich vorzugsweise bei chronischen und trockenen Hautprozessen.

Dosierung/Anwendung

Erwachsene, Jugendliche und Kinder über 4 Jahre

1–3-mal täglich auf die erkrankten Hautpartien dünn auftragen und leicht einmassieren.

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Therapieerfolg und beträgt in der Regel bei Erwachsenen und Jugendlichen nicht mehr als 2–3 Wochen.

Wenn eine längere Behandlung erforderlich ist, sollte die Haut des Patienten laufend ärztlich überprüft und über eine Fortsetzung bzw. Wiederholung entschieden werden.

Bei Kindern sollte Mycolog N nur kurzfristig (bis 1 Woche) und kleinflächig angewendet werden; vgl. auch Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Unerwünschte Wirkungen».

Die Anwendung bei Kindern unter 4 Jahren wird nicht empfohlen.

Es wurden keine speziellen Studien für die Behandlung von Kindern durchgeführt.

Kontraindikationen

Mycolog N darf bei tuberkulösen und syphilitischen Hautaffektionen, bei Impfreaktionen, bei bestimmten Hauterkrankungen im Gesicht (periorale Dermatitis, Rosacea) sowie bei Hauterkrankungen, die primär durch Pilze (Ausnahme: Hefepilze) oder Viren verursacht sind, nicht eingesetzt werden. Mycolog N darf nicht angewendet werden bei Hautulcera und Akne.

Mycolog N ist für Kinder unter 4 Jahren kontraindiziert.

Mycolog N ist nicht für die Anwendung am Auge vorgesehen.

Mycolog N sollte nicht im Gehörgang angewendet werden.

Okklusivverbände sollten nicht zur Anwendung kommen.

Im Falle von Überempfindlichkeit gegenüber einem der Wirk- oder Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung oder gegenüber anderen Aminoglycosiden darf das entsprechende Präparat nicht angewendet werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Um eine grösstmögliche Sicherheit der Therapie zu gewährleisten, sollte bei Patienten, bei denen eine systemische Kortikoidbehandlung kontraindiziert ist oder mit besonderer Vorsicht gehandhabt werden muss, eine langfristige und grossflächige Behandlung möglichst vermieden werden, zumindest aber unter den Kautelen einer systemischen Kortikoid-Therapie erfolgen.

Bei längerer Behandlung von grösseren Hautflächen sind regelmässige ärztliche Kontrollen notwendig, um eine eventuelle systemische Wirkung frühzeitig zu erkennen (Oto- und Nephrotoxizität durch Neomycin, Suppression der endogenen Kortikosteroidproduktion durch Fluocinonid).

Bei Ulzerationen, insbesondere bei der Behandlung des Ulcus cruris, müssen mögliche Störungen der Wundheilung beachtet werden.

Tritt innerhalb von 7 Tagen keine Besserung ein, so ist die Diagnose zu überprüfen; eine Superinfektion durch unempfindliche Keime oder eine Überempfindlichkeit gegenüber einem Bestandteil des Präparates könnte die Ursache sein. Vor Beginn einer neuen Behandlung soll eine entsprechende mikrobiologische Abklärung vorgenommen werden.

Die Anwendung des Präparates über längere Zeit kann Überwucherung durch resistente Keime erzeugen.

Sehr stark, stark und mittelstark wirksame Kortikosteroide sollten im Gesicht und in der Genitalregion nur mit Vorsicht und nicht länger als 1 Woche angewendet werden.

In Augennähe sollte Mycolog N nicht angewendet werden, da sonst die Möglichkeit einer Erhöhung der intraokularen Drucks (Glaukom) besteht.

Kortikosteroide können Symptome einer allergischen Hautreaktion auf einen der Bestandteile des Präparates maskieren.

Wichtige Information zu den Inhaltsstoffen

Propylenglycol kann Hautreizungen verursachen.

Cetylalkohol, Stearylalkohol und Wollfett können Hautreaktionen hervorrufen (Kontaktdermatitis).

Der Patient ist anzuweisen, das Präparat nur für seine aktuellen Hautleiden zu gebrauchen und es nicht an andere Personen weiterzugeben.

Interaktionen

Bisher keine bekannt.

Schwangerschaft/Stillzeit

Mycolog N sollte während der Schwangerschaft, besonders in den ersten drei Monaten, nicht angewendet werden. Experimentelle Studien mit Glucokortikoiden haben Hinweise auf Fruchtschädigungen (insbesondere Gaumenspalten) ergeben. Untersuchungen am Menschen haben bisher keine derartigen Wirkungen erkennen lassen, jedoch sind intrauterine Wachstumsstörungen bei Langzeittherapie nicht auszuschliessen.

Glukokortikoide gehen in die Muttermilch über. Bei Langzeitanwendungen oder Behandlung grösserer Körperoberflächen sollte daher nicht gestillt werden. Es ist nicht bekannt, in welchem Mass die anderen Wirkstoffe in die Muttermilch gelangen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Die Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen wurde nicht untersucht.

Unerwünschte Wirkungen

Haut

Häufig (≥1%–<10%): Neomycin verursacht Kontaktsensibilisierungen bei 5–15% der behandelten Patienten.

Gelegentlich (≥0,1%–<1%): Bei topischer Anwendung von Mycolog N auf grosse Hautflächen (mehr als 20% der Körperoberfläche) und über längere Zeit sind die folgenden lokalen Nebenwirkungen gemeldet worden: Hautirritation, Folliculitis, Hypertrichosis, Akne, Verminderung der Hautpigmentierung, periorale Dermatitis, Kontaktdermatitis, Hautmazeration, Hautatrophie, Hautstreifen (Striae distensae) Telengiectasie, Purpura, Miliaria.

Anwendung des Präparates auf stark geschädigter Haut beinhaltet ein erhöhtes Risiko einer Kontaktsensibilisierung gegenüber Neomycin. Eine Überempfindlichkeitsreaktion auf Neomycin kann durch das Kortikosteroid maskiert werden. Kreuzallergien unter Aminoglycosiden sind aufgetreten.

Selten (>0,01%–<0,1%): Systemische Komplikationen wie

Endokrine Störungen

Bei grossflächiger und/oder längerdauernder Applikation ist die Möglichkeit systemischer Wirkung gegeben: Endogene Kortikosteroidsynthese-Suppression, Hyperkortikosteroidismus mit Ödemen, Striae distensae, Diabetes mellitus (Manifestwerden eines bisher latenten)

Muskelskelettsystem

Osteoporose und bei Kindern Wachstumsverzögerungen.

Bei Kleinkindern ist zu beachten, dass die Resorptionsfähigkeit durch die Haut und hiermit die Gefahr einer Wachstumsverzögerung bei längerer Anwendung (länger als 2–3 Wochen) erhöht ist.

Ohr

Ototoxizität nach topischer Applikation ist beschrieben worden.

Nieren und Harnwege

Nephrotoxizität nach topischer Applikation ist beschrieben worden.

Überdosierung

Bei Überdosierung können die unter «Unerwünschte Wirkungen» erwähnten Erscheinungen vermehrt auftreten.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: D07CC05

Fluocinonid, das Lokalkortikoid in Mycolog N, besitzt eine antiphlogistische, antiallergische und antipruriginöse Wirkung.

Nach der heute üblichen Einteilung topischer Kortikoide in vier Gruppen – sehr stark, stark, mittelstark und schwach – wird Mycolog N zu den stark wirksamen topischen Kortikoidpräparaten gezählt (Stärkeklasse III).

Mycolog N enthält zusätzlich drei klassische antimikrobielle Pharmaka, Neomycin, Gramicidin und Nystatin, die seit vielen Jahren allein und in Kombination zum Standard in der dermatologischen Lokaltherapie zählen. Das Wirkspektrum des Aminoglycosides Neomycin umfasst grampositive und besonders gramnegative Keimarten, während Gramicidin ein überwiegend im grampositiven Bereich wirksames Lokalantibiotikum ist.

Wirkspektrum Neomycin

MHK90 in µg/ml
Sensible KeimeStaphylococcus aureus1,0
Escherichia coli4,0
Resistente KeimePseudomonas aeruginosa>16
Streptococcus pyogenes>64
Enterococcus faecalis>64
Enterococcus faecium>128

Neomycin ist inaktiv gegen die meisten Anaerobier.

Wirkspektrum Gramicidin

MHK90 in µg/ml
Sensible KeimeStreptococcus pyogenes<16
Intermediäre KeimeEnterococcus faecalis<32
Enterococcus faecium<32
Resistente KeimeStaphylococcus aureus128
Escherichia coli>512

Das zur Gruppe der Polyen-Antimykotika gehörende Nystatin ist unwirksam gegen Bakterien. Der antimykotische Wirkungsbereich von Nystatin umfasst in vitro Sprosspilze, biphasische Pilze, Dermatophyten und Schimmelpilze. Die therapeutische Anwendung ist in erster Linie auf die Infektion von Haut und Schleimhäuten mit Sprosspilzen der Gattung Candida gerichtet.

Pharmakokinetik

Das Ausmass der kutanen Resorption von Kortikosteroiden ist vorwiegend von der Art der Aufbringung, wie offene Auftragung oder Okklusivverband, behandelter Fläche, vom Feuchtigkeitsgehalt der Haut, dem Alter, der galenischen Formulierung, der Körperregion und besonders vom Zustand der Haut abhängig. So findet man bei Hydrocortison, dass durch normale Haut etwa 1%, nach Ablösung der Hornhaut ca. 3% und unter Okklusiv-verband ca. 10% der applizierten Menge penetrieren.

Nach Applikation von Fluocinonid in Polyethylenglykol-Grundlage (0,05%) auf gesunde Hautareale wurde weniger als 1,3% der Dosis resorbiert.

Eine Hemmwirkung auf das Hypophysen-Nebennierenrinden-System wurde in einer Dosierung bis zu 60 g Fluocinonid-Salbe (0,05%) über längere Zeit mit und ohne Okklusivverband am Menschen untersucht. Dabei wurden keine wesentlichen Veränderungen der Plasmakortisolwerte oder der im Urin ausgeschiedenen 17-Keto- und 17-Hydroxysteroide festgestellt.

An 16 Patienten wurde die Absorption von Neomycin in Salbengrundlage und in wässriger Lösung auf ausgedehnten Oberflächen untersucht. Nach 1 Woche Behandlung war bei 14 Patienten keine Absorption von Neomycin erfolgt. Bei 2 Patienten mit Verbrennungen zweiten und dritten Grades und behandelter Körperoberfläche von 20% zeigte sich eine geringe Absorption mit weniger als 1 µg/ml.

Gramicidin und Nystatin werden von der Haut und von den Schleimhäuten praktisch nicht resorbiert.

Insgesamt sind bei bestimmungsgemässem Gebrauch von Mycolog N systemische Nebenwirkungen nahezu ausgeschlossen.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Zur Anwendung bei Kleinkindern s. Rubrik «Dosierung/Anwendung» und «Unerwünschte Wirkungen».

Präklinische Daten

Vorliegende Untersuchungsbefunde für Glukokortikoide ergeben Hinweise auf ein genotoxisches bzw. tumorerzeugendes Potential.

Reproduktionstoxizität: Glukokortikoide rufen im Tierexperiment Gaumenspalten hervor und es liegen Hinweise auf intrauterine Wachstumsstörungen vor.

Sonstige Hinweise

Mycolog N soll nach dem Ablauf des auf der Packung angegebenen Verfalldatums nicht mehr angewendet werden. Mycolog N nicht über 30 °C lagern. Für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Zulassungsnummer

56849, 56850 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

sanofi-aventis (schweiz) ag, 1214 Vernier/GE.

Stand der Information

Februar 2010.

Verwendung dieser Informationen

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