Motilium 10mg 20 Lingualtabletten

Motilium 10mg 20 Lingualtabletten

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Domperidonum.

Hilfsstoffe: Arom.: Aspartamum et alia, excipiens pro compresso.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Schmelztablette enthält 10 mg Domperidon.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Motilium lingual Gastrosan wird zur Besserung der Symptome Übelkeit und Erbrechen angewendet.

Dosierung/Anwendung

Es wird empfohlen, Motilium lingual Gastrosan 15-30 Minuten vor dem Essen einzunehmen. Wird das Arzneimittel nach dem Essen eingenommen, wird die Absorption verzögert.

Eine kontinuierliche Behandlungsdauer sollte nicht länger als eine Woche dauern.

Erwachsene bis 60 Jahre und Jugendliche (über 12 Jahre und mit einem Körpergewicht von 35 kg oder mehr

1 Schmelztablette zu 10 mg 3× täglich.

Erwachsene >60 Jahre

Patienten über 60 Jahre sollten vor der Einnahme von Motilium lingual Gastrosan Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin um Rat fragen (siehe Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen, Wirkungen auf das Herz).

Motilium lingual Gastrosan Schmelztabletten sind für Kinder unter 12 Jahre, Erwachsene und Jugendliche mit einem Gewicht unter 35 kg Körpergewicht nicht geeignet.

Motilium lingual Gastrosan ist eine sich schnell auflösende Schmelztablette. Flüssigkeitszufuhr ist für die Einnahme der Schmelztabletten nicht notwendig. Die Schmelztablette zerfällt innert Sekunden auf der Zungenoberfläche und wird dann mit dem Speichel geschluckt.

Da die schnell zerfallenden Schmelztabletten zerbrechlich sind, dürfen Motilium lingual Gastrosan Schmelztabletten nicht durch den Blister gedrückt werden, da sie sonst beschädigt würden.

Die Schmelztabletten werden folgendermassen aus dem Blister genommen:

  • die Folienecke abziehen;
  • die Folie vollständig entfernen;
  • Blister biegen;
  • die Schmelztablette entnehmen.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Bei Niereninsuffizienz

Da nur eine geringe Menge unverändert über die Niere ausgeschieden wird, ist eine Einmaldosis bei Patienten mit Niereninsuffizienz nicht anzupassen. Da die Plasmahalbwertzeit von Domperidon bei schwerer Niereninsuffizienz (Serumkreatinin >6 mg/100 ml, d.h. >0,6 mmol/l) verlängert ist (von 7 Std auf 20 Std), sollte, abhängig vom Schweregrad der Krankheit, die Einnahmefrequenz von Motilium lingual Gastrosan auf 1 oder 2-mal täglich reduziert und, falls notwendig, die Dosis herabgesetzt werden. Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz sollen bei einer längeren Therapie regelmässig kontrolliert werden (siehe «Pharmakokinetik»).

Bei Leberfunktionsstörungen

Motilium ist bei Patienten mit moderater (Child Pugh 7 bis 9) oder schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh >9) kontraindiziert (siehe «Kontraindikationen»). Eine Dosisanpassung ist bei Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung (Child Pugh 5-6) nicht notwendig (siehe «Pharmakokinetik»).

Kontraindikationen

Motilium lingual Gastrosan ist in den folgenden Situationen kontraindiziert:

  • bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Domperidon oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung;
  • bei Patienten mit einem prolaktinfreisetzenden Hypophysen-Tumor (Prolaktinom);
  • bei Patienten mit bestehender Verlängerung des kardialen Reizleitungsintervalls, insbesondere der QTc-Zeit, und bei Patienten mit signifikanten Elektrolytstörungen (Hypokaliämie, Hyperkaliämie, Hypomagnesiämie) oder Herzerkrankungen wie kongestiver Herzinsuffizienz (siehe Warnhinweise und Vorsichtmassnahmen);
  • bei gleichzeitiger Anwendung von potenten CYP3A4-Hemmern, die erwiesenermassen das QT-Interval verlängern, wie Clarithromycin, Erythromycin, Itraconazol, orales Ketoconazol, Posaconazol, Ritonavir, Saquinavir, Telithromycin, Telaprevir und Voriconazol (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» «Interaktionen»);
  • wenn eine Stimulation der gastrischen Motilität gefährlich werden könnte, z.B. bei gastrointestinaler Blutung, mechanischer Obstruktion oder Perforation;
  • bei Patienten mit moderater oder schwerer Leberfunktionsstörung (siehe «Pharmakokinetik»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Wirkungen auf das Herz

Epidemiologische Studien haben gezeigt, dass Domperidon möglicherweise mit einem erhöhten Risiko für schwerwiegende ventrikuläre Arrhythmien oder plötzlichen Herztod einhergeht (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Diese Studien deuten darauf hin, dass das erhöhte Risiko bei Patienten über 60 Jahren und solchen, die Dosierungen von über 30 mg pro Tag einnehmen, ausgeprägter sein kann. Daher sollte Motilium bei älteren Patienten mit Vorsicht angewendet werden.

Patienten über 60 Jahre sollten vor der Einnahme von Motilium lingual Gastrosan ihren Arzt bzw. Ärztin um Rat fragen.

Aufgrund des erhöhten Risikos für ventrikuläre Arrhythmie ist Motilium lingual Gastrosan bei Patienten mit entsprechenden kardialen Risikofaktoren kontraindiziert (siehe «Kontraindikationen»). Vorsicht ist auch geboten bei Bradykardie, da diese das Risiko von Arrhythmien erhöht.

Die Behandlung mit Motilium lingual Gastrosan ist zu beenden, wenn Anzeichen oder Symptome einer Herzrhythmusstörung vorliegen. Der Patient sollte umgehend seinen Arzt aufsuchen.

Niereninsuffizienz

Siehe Kapitel «Dosierung/Anwendung» «Spezielle Dosierungsanweisungen».

Da Antazida oder antisekretorische Arzneimittel die orale Bioverfügbarkeit von Domperidon herabsetzen, sollten diese nicht gleichzeitig mit Motilium lingual Gastrosan eingenommen werden. Bei gleichzeitiger Anwendung sollte Motilium lingual Gastrosan vor dem Essen und Antazida oder antisekretorische Arzneimittel nach dem Essen eingenommen werden.

Motilium lingual Gastrosan Schmelztabletten enthalten Aspartam und sollten deshalb bei Patienten mit Risiko einer Hyperphenylalaninämie nicht verwendet werden.

Arzneimittelinteraktionspotenzial

Domperidon wird hauptsächlich über CYP3A4 abgebaut. In-vitro-Daten und pharmakokinetische Humanstudien zeigen, dass die gleichzeitige Verabreichung von Substanzen, welche dieses Enzym signifikant hemmen, zu erhöhten Domperidon-Plasmaspiegel führen.

Die gleichzeitige Verabreichung von Domperidon mit potenten CYP3A4-Inhibitoren, die erwiesenermassen das QT-Intervall verlängern, ist kontraindiziert (siehe «Kontraindikationen»).

Vorsicht ist geboten bei der gleichzeitigen Verabreichung von Domperidon gleichzeitig mit potenten CYP3A4-Inhibitoren, bei denen keine QT-Verlängerung nachgewiesen wurde, wie Indinavir. Die Patienten sind engmaschig auf Symptome unerwünschter Wirkungen zu überwachen (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Vorsicht ist geboten bei der gleichzeitigen Verabreichung von Domperidon mit CYP3A4-Inhibitoren, die erwiesenermassen das QT-Intervall verlängern. Die Patienten sind engmaschig auf Symptome kardiovaskulärer unerwünschter Wirkungen zu überwachen (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Beispiele sind:

  • Antiarrhythmika der Klasse IA (z.B. Disopyramid, Quinidin)
  • Antiarrhythmika der Klasse III (z.B. Amiodaron, Dofetilid, Dronedaron, Ibutilid, Sotalol)
  • gewisse Antipsychotika (z.B. Haloperidol, Pimozid, Sertindol)
  • gewisse Antidepressiva (z.B. Citalopram, Escitalopram)
  • gewisse Antibiotika (z.B. Levofloxacin, Moxifloxacin)
  • gewisse Antimykotika (z.B. Pentamidin)
  • gewisse Antimalaria-Mittel (z.B. Halofantrin)
  • gewisse Mittel gegen gastrointestinale Erkrankungen (z.B. Dolasetron)
  • gewisse Zytostatika (z.B. Toremifen, Vandetanib)
  • gewisse andere Arzneimittel (z.B. Bepridil, Methadon)

Interaktionen

Domperidon wird hauptsächlich über CYP-3A4 abgebaut. In-vitro-Daten und pharmakokinetische Humanstudien zeigen, dass die gleichzeitige Verabreichung von Substanzen, welche dieses CYP-Iso-Enzym signifikant hemmen, zu einer Erhöhung des Domperidon-Plasmaspiegels führen.

Bei der gleichzeitigen Verabreichung von Domperidon mit potenten CYP3A4-Inhibitoren, die erwiesenermassen das QT-Intervall verlängern, wurden klinisch relevante Veränderungen des QT-Intervalls beobachtet. Daher ist die gleichzeitige Verabreichung von Domperidon mit einigen Arzneimitteln kontraindiziert (siehe «Kontraindikationen»).

Vorsicht ist geboten bei der gleichzeitigen Verabreichung von Domperidon gleichzeitig mit potenten CYP3A4-Inhibitoren, bei denen keine QT-Verlängerung nachgewiesen wurde, oder mit anderen Arzneimitteln, die erwiesenermassen das QT-Intervall verlängern (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Die wichtigsten Beispiele für CYP-3A4-Hemmer sind:

  • Azol-Antimykotika wie Fluconazol*, Miconazol, Ketoconazol*, Itraconazol und Voriconazol*;
  • Makrolid-Antibiotika wie Erythromycin*, Clarithromycin*, Troleandomycin;
  • HIV-Proteinase-Hemmer wie Amprenavir, Atazanavir, Fosamprenavir, Indinavir, Nelfinavir, Ritonavir und Saquinavir;
  • Kalzium-Antagonisten wie Diltiazem und Verapamil;
  • Aprepitant;
  • Nefazodon;
  • Telithromycin*.

(* verlängern das QTc-Interval ebenfalls: siehe «Kontraindikationen»).

Separate Pharmakokinetik/Pharmakodynamik Interaktionsstudien bei gesunden Probanden mit oralem Ketoconazol oder oralem Erythromycin bestätigten, dass der über das Cytochrom-3A4 laufende Metabolismus (besonders der First-Pass-Metabolismus) von Domperidon durch diese Arzneimittel deutlich gehemmt wird (siehe folgende Tabelle).

StudieWirkstoff 1DosierungWirkstoff 2DosierungExposi­tions­dauer (d = Tage)Domperidon: Veränderung von Cmax und AUC«mittlere» Erhöhung QTc (msec) während Beobachtungs­zeitraumBeobach­tungs­zeitraum (d = Tage)
«Erythro­mycin-Studie» gesunde ProbandenDom­peridon4× 10 mg/d--5 d2.57 d
Erythro­mycin3× 500 mg/d3.8
Dom­peridon4× 10 mg/dErythro­mycin3× 500 mg/dCmax und AUC ca. 3-fach erhöht9.9 (range 1.6-14.3)
«Ketoco­nazol-Studie» gesunde ProbandenDom­peridon4× 10 mg/d7 d1.65 d
--Ketoconazol2× 200 mg/d4.9
Dom­peridon4× 10 mg/dKetoconazol2× 200 mg/dCmax und AUC ca. 3-fach erhöht9.8 (range 1.2-17.5)

Die gleichzeitige Gabe von anticholinergen Arzneimitteln kann die antidyspeptische Wirkung von Domperidon antagonisieren.

Da Motilium lingual Gastrosan gastrokinetische Wirkungen besitzt, kann es theoretisch die Absorption von gleichzeitig oral verabreichten Arzneimittel beeinflussen, speziell jene Formulierungen mit verzögerter Freisetzung oder magensaftresistentem Überzug.

Bei Patienten, welche bereits auf Digoxin oder Paracetamol eingestellt waren, konnte keine Beeinflussung der Plasmaspiegel durch eine gleichzeitige Gabe von Domperidon festgestellt werden.

Motilium lingual Gastrosan kann ebenfalls gleichzeitig gegeben werden mit:

Neuroleptika, deren Wirkung es nicht potenziert;

Dopamin-Agonisten (Bromocriptin, L-Dopa), da es dessen unerwünschte periphere Wirkungen wie Verdauungsstörungen, Übelkeit und Erbrechen unterdrückt, ohne deren zentrale Eigenschaften zu beeinflussen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Die Daten aus Post-Marketing Erfahrungen über den Gebrauch von Domperidon bei schwangeren Frauen sind limitiert. Studien am Tier zeigten reproduktionstoxische Effekte bei maternal toxischen Dosen (siehe «Präklinische Daten»). Das potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt. Motilium lingual Gastrosan soll während der Schwangerschaft nur verabreicht werden, wenn der erwartete therapeutische Nutzen das fötale Risiko übersteigt.

Stillzeit

Die Gesamtmenge an Domperidon, die ein Säugling über die Muttermilch aufnimmt, ist sehr gering. Die maximale relative Dosis für den Säugling (%) wird mit 0,1% der gewichtsabhängigen mütterlichen Dosis angesetzt. Es ist nicht bekannt, ob dies für das Neugeborene schädlich ist. Deshalb wird Frauen, die Domperidon einnehmen, empfohlen, nicht zu stillen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Schwindel und Benommenheit wurden nach der Anwendung von Domperidon beobachtet (siehe «unerwünschte Wirkungen». Den Patienten ist daher anzuraten, kein Fahrzeug zu lenken und keine Maschinen zu bedienen sowie keine anderen Tätigkeiten auszuüben, die geistige Wachheit und Koordination erfordern, bis sie herausgefunden haben, welche Auswirkungen Motilium auf sie hat.

Unerwünschte Wirkungen

Die Sicherheit von Motilium lingual Gastrosan wurde anhand von 1275 Patienten mit Dyspepsie, Refluxösophagitis (GERD), Reizdarmsyndrom (IBS), Übelkeit oder Erbrechen oder anderen damit zusammenhängenden Beschwerden im Rahmen von 31 Doppelblindstudien mit Placebokontrolle untersucht. Sämtliche Patienten waren mindestens 15 Jahre alt und erhielten mindestens eine Dosis Domperidon. Die durchschnittliche Tagesdosis betrug 30 mg (zwischen 10 und 80 mg) und die durchschnittliche Behandlungsdauer lag bei 28 Tagen (1 bis 28 Tage).

Studien diabetischer Gastroparese oder von Symptomen, die mit Chemotherapie oder der Parkinson-Krankheit verbunden sind, wurden ausgeschlossen.

Unerwünschte Wirkungen von Patienten, die im Rahmen dieser 31 klinischen Studien mit Domperidon behandelt wurden und gemeldet wurden, sowie unerwünschte Wirkungen, die ausserhalb dieser klinischer Studien auftraten und spontan gemeldet wurden, sind unten dargestellt.

Die Häufigkeiten wird gemäss MedDRA-System angegeben und sind unten dargestellt.

Häufigkeitsangaben (Organklassen nach dem MedDRA-System): sehr häufig (≥1/10), Häufig (<1/10, ≥1/100), gelegentlich (<1/100, ≥1/1000), selten (<1/1000), ≥1/10'000), sehr selten (<1/10'000).

Erkrankungen des Immunsystems

Sehr selten: anaphylaktische Reaktionen einschliesslich anaphylaktischer Schock.

Endokrine Erkrankungen

Sehr selten: erhöhter Prolaktin-Spiegel .

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich: Verlust der Libido, Angstzustände.

Sehr selten: Erregtheit, Nervosität.

Erkrankungen des Nervensystems

Gelegentlich: Schläfrigkeit, Kopfschmerzen.

Sehr selten: Schwindel, extrapyramidale Störungen, Konvulsion.

Herzerkrankungen

Einzelfälle von plötzlichem Herztod*, schweren Kammerarrhythmien* wie Torsade de pointes und Kammertachykardien (in Verbindung mit Verlängerung der QTc-Zeit siehe «Kontraindikationen»).

Erkrankungen des Gastrointestinaltraktess

Häufig: trockener Mund

Gelegentlich: Diarrhö.

Affektionen der Leber und Gallenblase

Sehr selten: anormale Leberfunktionswerte.

Funktionsstörung der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Ausschlag, Pruritus.

Sehr selten: Angioödem, Exanthem, Urtikaria.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Sehr selten: Harnverhaltung.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Gelegentlich: Galaktorrhö, Brustschmerzen, druckempfindliche Brust.

Selten: Gynäkomastie, Amenorrhö.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Gelegentlich: Asthenie.

* Auf der Grundlage epidemiologischer Daten (siehe unten).

In 45 Studien, in denen Domperidon mit höheren Dosen, für eine längere Dauer und für weitere Indikationen, einschliesslich diabetischer Gastroparese, verwendet wurde, war die Häufigkeit unerwünschter Wirkungen wesentlich höher (mit Ausnahme von trockenem Mund). Besonders deutlich war dies bei pharmakologisch vorhersehbaren Ereignissen im Zusammenhang mit erhöhten Prolaktinwerten. Neben den oben dargestellten Reaktionen wurden auch Akathisie, Brustausfluss, Brustvergrösserung, Brustschwellungen, Depressionen, Überempfindlichkeit, Laktationsstörungen und unregelmässige Menstruation festgestellt.

Pädiatrische Population

In der Post-Marketing-Erfahrung gab es im Sicherheitsprofil keine Unterschiede zwischen Erwachsenen und Kindern, mit Ausnahme von extrapyramidalen Störungen, die vorwiegend bei Neugeborenen und Kleinkindern (bis zu 1 Jahr) auftraten.

Andere Wirkungen, die das zentrale Nervensystem betreffen, wie Konvulsionen und Erregtheit, wurden ebenfalls hauptsächlich bei Kleinkindern und Kindern festgestellt.

Überdosierung

Symptome

Unruhe, Bewusstseinsveränderung, Konvulsion, Orientierungsstörungen, Schläfrigkeit und extrapyramidale Reaktionen, vor allem bei Kindern.

Behandlung

Es gibt kein spezifisches Antidot für Domperidon, aber im Falle einer beträchtlichen Überdosierung sind Magenspülung innerhalb einer Stunde nach Aufnahme wie auch die Gabe von Aktivkohle nützlich. Strenge Überwachung und unterstützende Massnahmen werden empfohlen. Anticholinergika oder Antiparkinsonmittel können zur Behandlung der extrapyramidalen Reaktionen hilfreich sein.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: A03FA03

Domperidon ist ein Dopamin-Antagonist mit antiemetischen Eigenschaften. Sein antiemetischer Effekt beruht auf einer Kombination von peripheren (gastrokinetischen) Wirkungen und dem Dopaminrezeptor-Antagonismus in der Chemorezeptor-Triggerzone, welche ausserhalb der Blut-Hirn-Schranke liegt. Tierstudien und die tiefen Konzentrationen von Domperidon im Hirn deuten auf eine vorherrschend periphere Wirkung von Domperidon an den Dopamin-Rezeptoren hin.

Studien am Menschen haben gezeigt, dass orales Domperidon den Druck im unteren Ösophagussphinkter erhöht, die antro-duodenale Motilität verbessert und die Magenentleerung beschleunigt. Es besteht kein Effekt auf die Magensekretion.

Domperidon durchtritt die Blut-Hirn-Schranke nur beschränkt. Deshalb treten unter Domperidon, speziell bei Erwachsenen, sehr selten extrapyramidale Nebenwirkungen auf, dagegen fördert Domperidon die Freisetzung von Prolaktin aus der Hypophyse.

Pharmakokinetik

Absorption

Nach Nahrungskarenz wird oral eingenommenes Domperidon rasch resorbiert, wobei etwa 60 Minuten nach der Dosierung die höchste Plasmakonzentration erreicht ist. Die Cmax- und AUC-Werte von Domperidon erhöhten sich im Dosisbereich von 10 mg bis 20 mg dosisproportional. Die absolute Bioverfügbarkeit von Domperidon ist niedrig (ca. 15%). Dies ist durch einen extensiven Firstpass-Metabolismus im Darm und in der Leber bedingt.

Nach einer zweiwöchigen oralen Verabreichung von 30 mg täglich wurde 90 Minuten nach der letzten Einnahme ein maximaler Plasmaspiegel von 21 ng/ml gemessenwas vergleichbar mit dem maximalen Plasmaspiegel von 18 ng/ml nach der ersten Einnahme ist. Die Resorption von Domperidon aus den Schmelztabletten kann durch eine reduzierte Magenazidität (z.B. nach Nahrungsaufnahme oder Einnahme von Antazida und H2-Antagonisten) verzögert und vermindert sein.

Bei Einnahme von Domperidon nach einer Mahlzeit wird das Resorptionsmaximum etwas später erreicht und die AUC ist leicht erhöht.

Distribution

Domperidon wird zu 91–93% an Plasmaproteine gebunden (das Verteilungsvolumen beträgt 5,7 l/kg). Distributionsstudien an Tieren mit radioaktiv markiertem Wirkstoff zeigten eine ausgedehnte Gewebeverteilung, aber geringe Konzentrationen im Gehirn und in der Plazenta.

Metabolismus

Domperidon unterliegt einem schnellen und ausgedehnten Lebermetabolismus durch Hydroxylierung und N-Desalkylierung. In-vitro-Untersuchungen über den Metabolismus mit diagnostischen Inhibitoren zeigten, dass hauptsächlich das Isoenzym CYP-3A4 in die N-Desalkylierung von Domperidon involviert ist. Bei der aromatischen Hydroxylierung von Domperidon sind hingegen neben CYP-3A4 auch CYP-1A2 und CYP-2E1 beteiligt.

Elimination

Die renalen und fäkalen Ausscheidungen betragen 31% resp. 66% der oralen Dosis. Die Menge an unverändert ausgeschiedenem Wirkstoff ist gering: ca. 10% der fäkalen und ca. 1% der renalen Ausscheidung. Die Eliminationshalbwertszeit nach einer oralen Einmaldosis beträgt beim Gesunden 7–9 Stunden, ist aber bei Patienten mit Niereninsuffizienz verlängert.

Kinetik in besonderen klinischen Situation

Leberfunktionsstörungen

In einer pharmakokinetischen Studie mit Patienten mit mässig starker Leberfunktionsstörungen (Child-Pugh B, Score 7 bis 9) waren die AUC und die Cmax von Domperidon 2,9 bzw. 1,5-mal höher als bei gesunden Probanden. Der freie, nicht an Plasmaproteine gebundene Anteil war um 25% höher und die terminale Halbwertzeit von 15 Std auf 23 Std verlängert. Bei Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung war die Domperidonexposition vergleichbar mit derjenigen von gesunden Probanden. Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung wurden nicht untersucht (siehe «Kontraindikationen»).

Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Serumkreatinin >6 mg/100 ml, d.h. >0,6 mmol/l) war die Eliminationshalbwertszeit von Domperidon von 7,4 Stunden auf 20,8 Stunden angestiegen, aber die Plasmaspiegel lagen tiefer als jene der gesunden Probanden. Nur eine sehr geringe Menge des unveränderten Arzneimittels wird über die Nieren ausgeschieden (etwa 1%). (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Pädiatrische Patienten

Basierend auf limitierten pharmakokinetischen Daten sind die Plasmakonzentrationen von Domperidon bei Frühgeborenen konsistent mit denen, die bei Erwachsenen gemessen wurden.

Präklinische Daten

In vivo und in vitro Studien haben gezeigt, dass Domperidon in höheren Konzentrationen (entsprechend der 8 bis 135-fachen Cmax für die ungebundene Substanz im menschlichen Plasma) das QTc-Intervall verlängern kann. Die höchste Konzentration war torsadogen.

Nach hohen, für das Muttertier toxischen, Dosen von oral 200 mg/kg/Tag oder intraperitoneal 30 mg/kg/Tag (entsprechend humanen Äquivalenzdosen von 32 bzw. 5 mg/kg/Tag) traten bei der Ratte teratogene Effekte (Organanormalitäten wie Anophtalmie, Mikrophtalmie und Lageveränderungen der Ateria subklavia) auf. Die klinische Bedeutung dieser Befunde ist nicht bekannt. Keine teratogenen Effekte wurden bei der Maus bis zu einer Dosis von 120mg/kg/Tag (entsprechend einer HED von 10 mg/kg/Tag) sowie bei dem Kaninchen bis zu einer Dosis von 120 mg/kg/Tag (entsprechend einer HED von 39 mg/kg/Tag) und intravenöser Dosis von 25 mg/kg/Tag (entsprechend einer HED von 8 mg/kg/Tag) beobachtet. Maternal toxische Dosen führten bei Maus und Ratte zu Embryotoxizität (inkl. verzögerter Ossifikation).

Bei jungen Ratten wurde nach mehrmaliger intraperitonealer Gabe über 30 Tage ein NOAEL-Wert (No Observed Adverse Effect Level; die höchste Dosis, bei der noch keine schädlichen Effekte beobachtet wurden) von 10 mg/kg ermittelt (entsprechend einer humanen Äquivalenzdosis von 1,6 mg/kg/Tag). Die parenteral akut letale Dosis lag bei 50–69 mg/kg bzw 56–91 mg/kg für junge bzw. adulte Ratten.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Motilium lingual Gastrosan darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) und vor Licht geschützt aufbewahren.

Ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

57672 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Janssen-Cilag AG, Zug, ZG.

Stand der Information

Februar 2015.

Verwendung dieser Informationen

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