Livostin Nasenspray 10ml

Livostin Nasenspray 10ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Levocabastinum ut Levocabastini hydrochloridum.

Hilfsstoffe: Propylenglycolum, Conserv.: Benzalkonii chloridum, Excipiens ad suspensionem pro 1 ml.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Nasenspray, Suspension mit Levocabastini hydrochloridum, entspricht 0.5 mg Levocabastin pro ml.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Saisonale, allergische Rhinitis.

Die Therapiedauer beträgt maximal 2 Monate.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

Erwachsene und Kinder über 6 Jahre:

Pro Nasenöffnung 2× täglich 2 Sprühstösse.

Bei Kindern unter 6 Jahren liegen bisher noch zu wenige Erfahrungen vor.

Vor dem erstmaligen Gebrauch den Sprühkopf nach Entfernung der Schutzkappe mehrmals herunterdrücken, bis ein feiner Sprühnebel austritt.

Vor jedem Gebrauch die Nase gründlich schneuzen. Da es sich bei Livostin Nasenspray um eine Mikrosuspension handelt, sollte das Fläschchen vor jeder Anwendung gut geschüttelt werden. Den Dosierspray in die Nasenöffnung einführen. Die freie Nasenöffnung zuhalten und beim Herunterdrücken des Sprühkopfes durch die Nase einatmen. Am anderen Nasenloch wiederholen.

Kontraindikationen

Bei Hypersensibilität gegen einen der Inhaltsstoffe soll Livostin Nasenspray nicht angewendet werden.

Schwere Niereninsuffizienz.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Livostin Nasenspray soll bei regelmässiger Anwendung nicht länger als 2 Monate angewendet werden, da noch zu wenige Erfahrungen bei Langzeitanwendung vorliegen. Ohne Verordnung eines Arztes soll das Präparat nicht länger als 2 Wochen angewendet werden. Soll eine Behandlung länger als 2 Wochen dauern, muss sie vom Arzt verordnet und kontrolliert werden.

Über Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion liegen nur begrenzte Daten für die orale Anwendung von Levocabastin vor. Da resorbiertes Levocabastin renal ausgeschieden wird, ist bei der Anwendung von Livostin Nasenspray bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen Vorsicht geboten (siehe Abschnitt «Pharmakokinetik/Elimination»).

Interaktionen

Interaktionen mit Alkohol oder anderen Arzneimitteln wurden in klinischen Studien nicht beobachtet.

Das Dekongestivum Oxymetazolin kann die Absorption von nasal verabreichtem Levocabastin vorübergehend verringern.

In vitro Studien an humanen Lebermikrosomen zeigten keine Beeinflussung des oxidativen Metabolismus von Substraten der Cytochrome P-450 3A4, 2D6 und 1A2 durch Levocabastin. In klinischen Interaktionsstudien von Livostin-Nasenspray (steady state) mit oralen Einzelgaben von Erythromycin (Hemmstoff des CYP 3A4) und Ketoconazol (Hemmstoff des CYP 3A4 und des CYP 2C19) wurde keine signifikante Beeinflussung der intranasalen pharmakokinetischen Parameter von Levocabastin festgestellt.

Die Pharmakokinetik von Loratadin blieb bei intranasaler Applikation von Levocabastin unverändert.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Klinische Erfahrungen bei Schwangeren liegen nicht vor.

In Tierversuchen wurden nach oraler Gabe von hohen Dosen embryotoxische oder teratogene Wirkungen beobachtet (siehe «Präklinische Daten»).

Es gibt begrenzte Postmarketing-Beobachtungen bei der Anwendung von Levocabastin Nasenspray während der Schwangerschaft. Das potentielle Risiko bei Menschen ist unbekannt. Livostin Nasenspray soll deshalb in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn dies ist eindeutig erforderlich.

Stillzeit

Auf der Grundlage der Messung der Levocabastin-Konzentrationen im Speichel und in der Muttermilch einer stillenden Mutter, der eine orale Einzeldosis von 0,5 mg Levocabastin verabreicht wurde, wird erwartet, dass voraussichtlich etwa 0,6% der verabreichten Levocabastin-Dosis auf den Säugling übertragen werden. Es liegen jedoch nur begrenzte klinische und experimentelle Untersuchungen vor. Deshalb wird eine Anwendung von Livostin Nasenspray während der Stillzeit nicht empfohlen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Im Allgemeinen verursacht Livostin Nasenspray keine klinisch relevante Sedierung und es beeinträchtigt die psychomotorische Leistung im Vergleich zu Placebo nicht. Es wird deshalb nicht davon ausgegangen, dass Livostin Nasenspray Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen hat. Bei Schläfrigkeit ist jedoch Vorsicht geboten.

Unerwünschte Wirkungen

Unten werden die unerwünschten Wirkungen (UAW) zusammengefasst. Die jeweilige Häufigkeit wird wie folgt angegeben: «Sehr häufig« (≥1/10), «häufig» (<1/10, ≥1/100), «gelegentlich» (<1/100, ≥1/1000), «selten» (<1/1000, ≥1/10'000), «sehr selten» (<1/10'000), Einzelfälle (Meldungen aus vereinzelten Patientenberichten).

Klinische Studien

Die Wirksamkeit von Levocabastin Nasenspray wurde bei 2328 Personen im Rahmen von 12 doppelblinden, placebokontrollierten klinischen Studien untersucht. Alle Nebenwirkungen (UAW), die in diesen Studien berichtet wurden, sind unten zusammengefasst.

Infektionen

Häufig: Sinusitis (1.8% vs. 0.9%*)

Nervensystem

Sehr häufig: Kopfschmerzen (10.1% vs. 11.9%*)

Häufig: Schläfrigkeit (2.1% vs. 0.8%*), Schwindelgefühl (1.3% vs. 0.9%*)

Atmungsorgane

Häufig: Pharyngolaryngeale Schmerzen (2.9% vs. 2.3%*), Nasenbluten (1.6 vs. 1.0%*), Husten (1.7% vs. 1.3%*)

Gelegentlich bis sehr selten: Nasales Unbehagen, verstopfte Nase

Gastrointestinale Störungen

Häufig: Brechreiz (1.3% vs. 1.2%*)

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Häufig: Müdigkeit (2.1% vs. 0.9%*), Schmerzen (1.2 vs. 0.9%*)

Gelegentlich bis sehr selten: Reizungen, Schmerzen, Trockenheit, Brennen oder Unbehagen an der Applikationsstelle

* Häufigkeit unter Placebo.

Postmarketing-Beobachtungen

Unten werden die unerwünschten Wirkungen (UAW) zusammengefasst, die während der Postmarketing-Beobachtungen zur Behandlung mit Livostin Nasenspray zuerst aufgetreten sind. Da diese Wirkungen freiwillig und von einer unbestimmten Personenzahl berichtet wurden, sind die Häufigkeit oder die Herstellung einer kausalen Beziehung zur Behandlungsdauer nicht immer genau abschätzbar. Die Häufigkeitskategorien wurden anhand der Häufigkeit der entsprechenden UAW in klinischen bzw. epidemiologischen Studien abgeschätzt.

Immunsystem

Gelegentlich: Hypersensitivität

Einzelfälle: Anaphylaxie

Herz/Kreislauf

Gelegentlich: Palpitationen

Selten: Tachykardie

Atmungsorgane

Gelegentlich: Dyspnoe

Selten: Nasales Ödem

Einzelfälle: Bronchospasmus

Augen

Einzelfälle: Ödem der Augenlider

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Gelegentlich: Unwohlsein

Überdosierung

Symptome

Bis jetzt gibt es keine Berichte von Überdosierung mit Levocabastin. Eine gewisse Sedierung nach akzidenteller Einnahme des Fläschcheninhaltes kann nicht ausgeschlossen werden.

Behandlung

Im Falle einer akzidentellen Einnahme sollte dem Patienten geraten werden, viel nicht alkoholische Flüssigkeit zu trinken, um die renale Ausscheidung von Levocabastin zu beschleunigen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: R01AC02

Wirkungsmechanismus

Levocabastin ist ein substituiertes Cyclohexylpiperidin-Derivat mit einer selektiven Wirkung als Histamin-H1–Antagonist. Nach Applikation in die Nase setzt die antihistaminische Wirkung von Livostin Nasenspray schnell ein und hält mehrere Stunden lang an. Livostin lindert rasch die typischen Symptome allergischer Rhinitis, wie Niesen, Juckreiz in der Nase und Nasenfluss.

Pharmakokinetik

Absorption

Nach intranasaler Applikation werden pro Sprühstoss einer Dosis von 50 μg/Hub etwa 30-45 µg (120-180 µg/Dosis) Levocabastin resorbiert. Die höchsten Plasmaspiegel von Levocabastin werden etwa 3 Stunden nach der Anwendung erreicht.

Verteilung

Die Plasmaproteinbindung von Levocabastin beträgt ungefähr 55%.

Metabolismus

Das primäre Stoffwechselprodukt von Levocabastin, ein Acylglucuronid, wird auf dem wichtigsten Stoffwechselweg durch Glucuronidierung produziert.

Elimination

Levocabastin wird vorwiegend mit dem Urin in der unveränderten Form (ca. 70% der eingenommenen Dosis) ausgeschieden, 10% als nicht mehr aktives Acylglucuronid und etwa 20% unverändert in den Fäzes. Trotz der geringen Dosis sind bei Niereninsuffizienz und mehrwöchiger Applikation systemische Effekte nicht mit Sicherheit auszuschliessen. Die Plasmahalbwertszeit für die Ausscheidung von Levocabastin beträgt ca. 35-40 Std.

Besondere Patientengruppen

Kinder

Bei Kindern und Jugendlichen zwischen 6 und 17 Jahren, die Levocabastin Nasenspray in verschiedenen Dosierungen bis zu einem Maximum von 0.2 mg 4× täglich während eines Zeitraums von 4 Wochen erhielten und von denen einige je nach Bedarf auch Levocabastin Augentropfen anwendeten, wurde eine sehr geringe Levocabastin-Plasmakonzentration festgestellt. Die nach 2 bis 4 Behandlungswochen gemessene Plasmakonzentration war entweder nicht mehr feststellbar oder betrug maximal 18.2 ng/ml. Aus der begrenzten Menge an verfügbaren Informationen konnten keine endgültigen Schlussfolgerungen im Hinblick auf einen Vergleich mit Erwachsenen gezogen werden.

Ältere Menschen

Bei älteren Menschen, die mehrfach mit 0,4 mg Levocabastin nasal behandelt wurden, erhöhte sich die Halbwertszeit von Levocabastin um 15% und der Spitzenplasmaspiegel um 26%.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Nach Verabreichung einer Einzeldosis von 0,5 mg Levocabastin in Lösung verlängerte sich die Halbwertszeit von Levocabastin bei Patienten mit mässig bis stark eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 10–50 ml/min) von 36 Stunden auf 95 Stunden. Die gesamte Levocabastin-Exposition auf der Grundlage der AUC stieg um 56% (siehe Abschnitt «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Eingeschränkte Leberfunktion

Die Pharmakokinetik bei Probanden mit eingeschränkter Leberfunktion wurde nicht untersucht.

Präklinische Daten

Präklinische Daten aus Studien zur akuten Toxizität (oral, intravenös, Inhalation und dermale Administration) und Toxizität bei wiederholter Verabreichung (oral, intravenös, Inhalation, dermale und okulare Administration) einschliesslich Studien zu Augenreizungen, Sensibilisierung der Haut, kardiovaskulärer Sicherheitspharmakologie, zur Genotoxizität und Mutagenität, sowie zur Reproduktion und Karzinogenität nach oraler Gabe von Livostin ergaben bei den vorgesehenen therapeutischen Dosierungen keine Hinweise auf eine besondere Gefahr für den Menschen. Wirkungen wurden erst bei Dosierungen beobachtet, die über der für den Menschen zulässigen Höchstdosierung liegen und indizieren eine geringe Relevanz für die klinische Anwendung.

Reproduktionstoxikologie: Bei Mäusen, Ratten und Kaninchen zeigten sich bei systemischen Dosen von bis zum 1250-fachen (in mg/kg) der empfohlenen klinischen Dosis für die Nasalanwendung keine embryotoxischen oder teratogenen Effekte. Bei Ratten und Mäusen wurden in hohen Dosen von über dem 2500-fachen (in mg/kg) der empfohlenen klinischen Dosis teratogene Effekte (Polydaktylie, Hydrozephalie, Augenanomalien) und erhöhte Embryoletalität beobachtet.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilität: keine bekannt.

Haltbarkeit

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) aufbewahren.

Fläschchen nach Gebrauch sofort verschliessen.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren!

Zulassungsnummer

50497 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Janssen-Cilag AG, Zug, ZG.

Stand der Information

Dezember 2013.

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