Doxazosin Retard Helvepharm 4 Mg 98 Stk

Doxazosin Retard Helvepharm 4 Mg 98 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Doxazosinum ut Doxazosini mesilas.

Hilfsstoffe: Excip. pro compr. obduct.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Retardtabletten zu 4 mg und 8 mg Doxazosin als Doxazosinmesilat.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Essentielle Hypertonie leichten und mässigen Grades.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

Die Mehrheit der Patienten ist mit 4 mg einmal täglich eingestellt. Die volle Wirksamkeit stellt sich nach bis zu 4-wöchiger Therapie ein.

Abhängig vom Ansprechen des Patienten kann die Dosierung bis auf 8 mg einmal täglich erhöht werden. Die maximale empfohlene Dosierung beträgt 8 mg pro Tag.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Niereninsuffizienz: Da die Pharmakokinetik von Doxazosin durch eine Niereninsuffizienz nicht beeinflusst wird und da keine Beobachtungen vorliegen, dass Doxazosin eine bestehende Niereninsuffizienz verschlechtert, kann Doxazosin retard Helvepharm bei diesen Patienten in der üblichen Dosis verabreicht werden.

Leberinsuffizienz

Siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Ältere Patienten

Die übliche Dosierung für Erwachsene wird empfohlen.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Doxazosin wurde bei Kindern und Jugendlichen nicht untersucht.

Korrekte Art der Einnahme

Die Patienten sollen darüber informiert werden, dass Doxazosin retard Helvepharm Tabletten mit einer genügenden Menge Flüssigkeit ganz geschluckt werden sollen. Die Tabletten dürfen nicht gekaut, geteilt und zerstossen werden.

Kontraindikationen

Doxazosin retard Helvepharm ist kontraindiziert bei:

  • bekannter Überempfindlichkeit auf Chinazoline (z.B. Doxazosin) oder andere Inhaltsstoffe gemäss Zusammensetzung,
  • gastrointestinalen Verschlusskrankheiten, Oesophagusverschluss oder jeder Erkrankung mit verkleinertem Lumen des Gastrointestinaltrakts in der Anamnese (siehe auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Blutdruckabfall bei Lagewechsel/Bewusstseinsverlust (Synkope)

Im Zusammenhang mit den alpha-blockierenden Eigenschaften von Doxazosin kann es, speziell am Anfang der Therapie, bei Lagewechsel zu einem Blutdruckabfall kommen, der sich in Form von Schwindel und Schwächegefühl oder selten als Bewusstseinsverlust (Synkope) manifestiert. Es entspricht daher einem umsichtigen ärztlichen Handeln, den Blutdruck zu Beginn der Therapie zu beobachten, um das Risiko von Blutdruckabfällen bei Lagewechsel zu minimieren. Der Patient sollte angewiesen werden, zu Beginn der Doxazosin-Therapie Situationen zu meiden, bei denen Schwindel und Schwächegefühl zu einem Verletzungsrisiko führen könnten.

Anwendung bei Patienten mit akuten Herzbeschwerden

Wie bei allen anderen vasodilatatorisch wirkenden Antihypertonika ohnehin üblich, sollte Doxazosin bei Patienten mit folgenden akuten Herzbeschwerden vorsichtig eingesetzt werden:

  • Lungenödem durch Aorten- oder Mitralklappenstenose.
  • High-Output-Herzinsuffizienz.
  • Rechtsherzinsuffizienz durch Lungenembolie oder Herzbeutelerguss.
  • Linksherzinsuffizienz mit niedrigem Füllungsdruck.

Bei Patienten mit Herzinsuffizienz sollte eine regelmässige Kontrolle der Herzfunktion erfolgen.

Leberinsuffizienz

Wie alle Arzneimittel, welche vollständig durch die Leber metabolisiert werden, soll Doxazosin an Patienten mit Leberfunktionsstörungen nur mit Vorsicht verabreicht werden (siehe «Kinetik spezieller Patientengruppen»). Da nur limitierte Daten bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz vorhanden sind, wird die Anwendung bei diesen Patienten nicht empfohlen.

Phosphodiesterase-Typ-5 (PDE5)-Inhibitoren

Bei der gleichzeitigen Einnahme von Doxazosin und einem PDE5-Inhibitor (z.B. Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil) ist Vorsicht geboten, da die gleichzeitige Einnahme bei einigen Patienten zu einer symptomatischen Hypotonie führen kann. Mit Doxazosin retard Helvepharm wurden keine Studien durchgeführt.

Anwendung bei Patienten bei Katarakt-Operationen

Das intraoperative Floppy-Iris-Syndrom (IFIS) wurde bei Katarakt-Operationen bei einigen Patienten beobachtet, welche mit alpha-1-Adrenorezeptor-Antagonisten behandelt werden oder kürzlich behandelt wurden. Da IFIS das Risiko für Komplikationen während der Operation erhöhen kann, sollte die gleichzeitige oder kürzlich erfolgte Anwendung von alpha-1-Adrenorezeptor-Antagonisten dem operierenden Augenarzt vorgängig mitgeteilt werden.

Priapismus

Nach Anwendung von Alpha-1-Hemmern, einschliesslich Doxazosin, wurde nach Markteinführung über Fälle von übermässig lang andauernden Erektionen und Priapismus berichtet. Bei Erektionen, die länger als 4 h andauern, sollen sich Patienten unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben. Wird Priapismus nicht sofort behandelt, kann dies zur Schädigung des Penisgewebes und irreparabler Impotenz führen.

Interaktionen

Doxazosin retard Helvepharm verstärkt die blutdrucksenkende Wirkung von Beta-Blockern, Diuretika, Calcium-Antagonisten und ACE-Hemmern.

Aus in vitro Studien mit menschlichem Plasma geht hervor, dass Doxazosin retard Helvepharm keinen Effekt auf die Proteinbindung von Digoxin, Phenytoin, Warfarin oder Indometacin hat.

Gemäss klinischer Erfahrung treten bei gleichzeitiger Einnahme von Doxazosin retard Helvepharm und Thiazid-Diuretika, Furosemid, Beta-Blockern, nichtsteroidalen Entzündungshemmern, Antibiotika, oralen Antidiabetika, Urikosurika oder Antikoagulantien unerwünschte Arzneimittelinteraktionen nicht häufiger auf.

Es liegen nur beschränkte Daten über den Einfluss auf Arzneimittel, welche den Lebermetabolismus beeinflussen (z.B. Cimetidin), vor.

Die gleichzeitige Einnahme von Doxazosin und einem PDE5-Inhibitor (Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil) kann bei einigen Patienten zu einer symptomatischen Hypotonie führen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Mit Doxazosin retard Helvepharm wurden keine Studien durchgeführt.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Reproduktionsstudien bei Tieren zeigten keinen teratogenen Effekt von Doxazosin.

Eine reduzierte Überlebensrate der Föten wurde bei Tieren mit extrem hohen Dosen beobachtet. Die Dosen waren etwa dreihundert Mal höher als die empfohlenen maximalen Dosen beim Menschen. Da keine kontrollierten Studien mit schwangeren Frauen vorliegen, ist die Unbedenklichkeit von Doxazosin retard Helvepharm während der Schwangerschaft nicht nachgewiesen. Folglich soll Doxazosin retard Helvepharm während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig notwendig.

Stillzeit

Tierstudien haben gezeigt, dass Doxazosin in der Muttermilch akkumuliert. Da nicht bekannt ist, ob Doxazosin retard Helvepharm beim Menschen in die Muttermilch übergeht, soll vor einer Doxazosin retard Helvepharm-Therapie abgestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Die Fähigkeit zu Aktivitäten wie das Bedienen von Maschinen oder das Lenken von Fahrzeugen kann eingeschränkt sein, insbesondere zu Beginn der Behandlung mit Doxazosin.

Unerwünschte Wirkungen

Die am häufigsten berichteten unerwünschten Wirkungen Doxazosin retard Helvepharm sind Kopfschmerzen und Schwindel.

Folgende unerwünschte Wirkungen wurden unabhängig von der Kausalität in Placebo-kontrollierten klinischen Studien mit Doxazosin retard Helvepharm oder nach Markteinführung (kursiv dargestellt) beobachtet oder sind von klinischem Interesse. Die unerwünschten Wirkungen sind gegliedert nach Organklasse und Häufigkeit. Häufigkeiten sind folgendermassen definiert: häufig (≥1/100, <1/10); gelegentlich (≥1/1000, <1/100).

Infektionen

Gelegentlich: Atemwegsinfektion, Harnwegsinfektion.

Blut- und Lymphsystem

Es wurde berichtet über Leukopenie und Thrombozytopenie.

Immunsystem

Gelegentlich: Allergische Reaktionen.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Gelegentlich: Gicht.

Es wurde zudem berichtet über Anorexie.

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich: Depression, Schlaflosigkeit.

Es wurde zudem berichtet über Ängstlichkeit, Nervosität und Agitation.

Nervensystem

Häufig: Kopfschmerzen, Schwindel.

Gelegentlich: Schläfrigkeit.

Es wurde zudem berichtet über Parästhesie, lageabhängigen Schwindel, Hypästhesie, Synkope, Tremor und cerebrovaskuläre Zwischenfälle (Schlaganfall, Hirndurchblutungsstörungen).

Augen

Gelegentlich: Konjunktivitis.

Es wurde zudem berichtet über verschwommenes Sehen und intraoperatives Floppy-Iris-Syndrom (IFIS) (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Ohr und Innenohr

Häufig: Vertigo.

Gelegentlich: Tinnitus.

Herz

Häufig: Palpitation, Tachykardia.

Gelegentlich: Angina pectoris.

Es wurde zudem berichtet über Myokardinfarkt, Arrhythmien und Bradykardie.

Gefässe

Häufig: Orthostatische Hypotonie.

Es wurde zudem berichtet über Hypotonie und Gesichtsröte.

Atemwege

Häufig: Bronchitis, Husten.

Gelegentlich: Dyspnoe, Epistaxis, Sinusitis, Rhinitis, Pharyngitis.

Es wurde zudem berichtet über Verschlechterung eines vorbestehenden Bronchospasmus.

Gastrointestinale Erkrankungen

Häufig: Bauchschmerzen, Übelkeit, Mundtrockenheit.

Gelegentlich: Dyspepsie, Gastroenteritis, Diarrhoe, duodenale Ulcusblutung, Gastritis, Glossitis, Flatulenz.

Es wurde zudem berichtet über Obstipation und gastrointestinale Obstruktion.

Leber und Galle

Es wurde berichtet über Cholestase, Hepatitis, Gelbsucht und abnorme Leberfunktionstests.

Haut

Häufig: Pruritus.

Gelegentlich: Ausschlag, Schwitzen.

Es wurde zudem berichtet über Alopezie, Purpura und Urtikaria.

Muskelskelettsystem

Häufig: Rückenschmerzen, Myalgie.

Gelegentlich: Tenosynovitis, Arthralgie.

Es wurde zudem berichtet über Muskelkrämpfe und Muskelschwäche.

Nieren und Harnwege

Häufig: Zystitis, Harninkontinenz.

Gelegentlich: Dysurie.

Es wurde zudem berichtet über Polyurie, Hämaturie, Miktionsbeschwerden, Harndrang und Nykturie.

Reproduktionssystem und Brust

Es wurde berichtet über Gynäkomastie, Impotenz, Priapismus und retrograde Ejakulation.

Allgemeine Erkrankungen

Häufig: Schwäche, periphere Oedeme, Brustschmerzen.

Es wurde zudem berichtet über Müdigkeit, Unwohlsein, Schmerzen und Gewichtszunahme.

Die folgenden zusätzlichen unerwünschten Wirkungen wurden mit normal freisetzenden Doxazosin-Tabletten mit einmal täglicher Verabreichung von 1–16 mg beobachtet: Erhöhter Muskeltonus (Fingersteifigkeit), Erbrechen, Arthritis, periphere Ischämie, Ataxie, Bewegungsstörungen, Lymphadenopathie und Polyurie.

Überdosierung

Führt eine Überdosierung zur Hypotonie, sollte der Patient sofort niedergelegt und in Kopftieflage gebracht werden. Weitere unterstützende Massnahmen sollen der individuellen Symptomatik entsprechend durchgeführt werden. Aufgrund der hohen Proteinbindung von Doxazosin ist eine Dialyse nicht angezeigt.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C02CA04

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Die Verabreichung von Doxazosin retard Helvepharm an Hypertoniker bewirkt aufgrund der Senkung des systemischen Gefässwiderstandes eine klinisch signifikante Blutdruckreduktion. Doxazosin retard Helvepharm wirkt durch die selektive und kompetitive Blockade der postsynaptischen alpha-1-Adrenorezeptoren gefässdilatierend. Die einmalige tägliche Verabreichung Doxazosin retard Helvepharm gewährleistet eine klinisch signifikante Blutdrucksenkung über 24 Stunden.

Die Mehrheit der Patienten kann mit der Initialdosis von 4 mg Doxazosin retard Helvepharm kontrolliert werden. Bei Hypertonikern senkt Doxazosin retard Helvepharm den Blutdruck im gleichen Masse sowohl im Sitzen als auch im Stehen.

Bei Langzeittherapie Doxazosin retard Helvepharm wurde eine konstante Ansprechrate beobachtet.

Es konnte gezeigt werden, dass sich unter Doxazosin die linksventrikuläre Hypertrophie zurückbildet, die Thrombozytenaggregation gehemmt wird und die Wirkung des Gewebe-Plasminogens gesteigert wird.

Resultate aus klinischen Studien weisen zusätzlich darauf hin, dass Doxazosin die Insulinsensitivität bei hypertensiven, leicht diabetischen Patienten signifikant verbessert.

Klinische Wirksamkeit

Klinische Studien Doxazosin retard Helvepharm bei mehrheitlich normocholesterinämischen Patienten haben gezeigt, dass Doxazosin einen günstigen Einfluss auf die Blutlipide ausübt, mittels einer leichten aber signifikanten Erhöhung des HDL-Gesamt-Cholesterin-Quotienten und einer leichten aber signifikanten Senkung des LDL- und Gesamt-Cholesterins. Die klinische Bedeutung dieser Resultate ist unklar.

Es hat sich gezeigt, dass Doxazosin bei essentiellen Hypertonikern keine unerwünschten Wirkungen auf den Metabolismus von Blutglucose und Harnsäure nach sich zieht und sich zur Behandlung bei Patienten mit gutartiger Prostatahyperplasie eignet.

In einer vergleichenden kontrollierten klinischen Studie an Hypertonikern zeigte sich, dass die Behandlung mit Doxazosin mit einer nicht-signifikanten Verbesserung der erektilen Dysfunktion einherging (bei 7 von 8 Patienten). Zusätzlich berichteten die Patienten, welche Doxazosin erhielten, über weniger neue Fälle von erektiler Dysfunktion als die Patienten, welche andere Antihypertensiva erhielten.

In einer in-vitro Studie konnten die antioxidativen Eigenschaften der 6'- und 7'-Hydoxy-Metaboliten von Doxazosin in einer Konzentration von 5 μmol/l gezeigt werden.

Über die Wirksamkeit von Doxazosin retard Helvepharm bei älteren Patienten sind seit Markteinführung nur limitierte publizierte Daten vorhanden.

Pharmakokinetik

Absorption

Nach oraler Verabreichung von therapeutischen Dosen wird Doxazosin retard Helvepharm (Tabletten mit modifizierter Wirkstofffreisetzung) gut resorbiert. Maximale Blutspiegel werden etwa 8 bis 9 Stunden nach der Einnahme von Doxazosin retard Helvepharm Tabletten erreicht. Die maximalen Plasmakonzentrationen bei gleicher Dosierung betragen bei Doxazosin retard Helvepharm etwa einen Drittel derjenigen von Doxazosin-Tabletten mit normaler Wirkstofffreisetzung. Die minimalen Spiegel nach 24 Stunden sind jedoch etwa gleich. Die pharmakokinetischen Charakteristika von Doxazosin retard Helvepharm führen zu einem ausgeglichenen Plasmaprofil.

Die Bioverfügbarkeit von Tabletten mit normaler Wirkstofffreisetzung beträgt etwa 65%. Nach sieben Tagen mit täglicher Einnahme von 4 oder 8 mg Doxazosin wird der Steady-state erreicht.

Distribution

Das Verteilungsvolumen von Doxazosin beträgt 0,97 l/kg. Die Bindung an Plasma-Proteine beträgt 98%. Doxazosin durchdringt die Plazenta-Schranke. Studien bei säugenden Ratten haben gezeigt, dass Doxazosin in die Milch der Tiere übergeht. Es ist indessen nicht bekannt, ob Doxazosin in die menschliche Muttermilch übergeht.

Metabolismus

In der Leber unterliegt Doxazosin einer intensiven Biotransformation. Der Metabolismus erfolgt hauptsächlich durch O-Demethylierung des Chinazolins oder Hydroxylierung des Benzodioxans. Die so entstehenden Metaboliten (ca. 65%) werden hauptsächlich mit den Faeces ausgeschieden.

Elimination

Die Plasmaausscheidung ist biphasisch, mit einer terminalen Eliminationshalbwertszeit von 22 Stunden, welche eine einmal tägliche Verabreichung gestattet. Weniger als 5% der verabreichten Dosis werden renal unverändert ausgeschieden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Pharmakokinetische Studien mit Doxazosin an älteren Patienten zeigten keine signifikante Beeinflussung Doxazosin retard Helvepharm im Vergleich zu jüngeren Patienten. Ebenfalls keine wesentliche Veränderung wurde in Studien mit Doxazosin-Tabletten mit normaler Wirkstofffreisetzung an Patienten mit Nierenfunktionsstörungen im Vergleich zu Probanden mit normaler Nierenfunktion nachgewiesen.

Über die Anwendung von Doxazosin retard Helvepharm bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen und über dessen Einfluss auf Arzneimittel, welche bekannter Weise auf den Lebermetabolismus einwirken (z.B. Cimetidin), liegen Daten nur in beschränktem Umfang vor. In einer klinischen Studie bei 12 Patienten mit mässiger Leberfunktionsstörung führte die einmalige, orale Verabreichung von Doxazosin zu einer Zunahme der AUC um 43% und zu einer Abnahme der scheinbaren totalen Clearance [ml/min/kg KG] von Doxazosin um 40%. Wie alle Arzneimittel, welche vollständig durch die Leber metabolisiert werden, soll Doxazosin retard Helvepharm bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen nur mit Vorsicht verabreicht werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Präklinische Daten

Karzinogenität

Eine chronische diätetische Verabreichung (über bis zu 24 Monate) von Doxazosin in einer maximal tolerierten Dosis von 40 mg/kg/Tag an Ratten bzw. 120 mg/kg/Tag an Mäusen zeigte keinen Hinweis auf ein karzinogenes Potential. Die höchsten untersuchten Dosen in Studien mit Ratten und Mäusen gingen einher mit AUCs (eine Messung der systemischen Verfügbarkeit), welche 8 bzw. 4 Mal grösser waren als die AUC beim Menschen bei einer Dosis von 16 mg/Tag.

Mutagenität

Mutagenitätsstudien zeigten keine Effekte auf chromosomaler oder subchromosomaler Ebene, die auf das Arzneimittel oder Metaboliten zurückzuführen sind.

Beeinträchtigung der Fertilität

Studien an Ratten zeigten eine reduzierte Fertilität bei männlichen Tieren, welche mit oralen Dosen von 20 mg/kg/Tag (nicht aber 5 oder 10 mg/kg/Tag) Doxazosin behandelt wurden, entsprechend etwa 4 Mal dem AUC-Wert, der mit einer täglichen Dosis von 12 mg beim Menschen erreicht wird. Dieser Effekt war innerhalb von 2 Wochen nach Absetzen des Arzneimittels reversibel. Es gibt keine Berichte über jegliche Effekte von Doxazosin auf die männliche Fertilität beim Menschen.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Doxazosin retard Helvepharm Tabletten sollen nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» angegebenen Verfalldatum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) lagern.

Zulassungsnummer

59194 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Helvepharm AG, Frauenfeld.

Stand der Information

März 2015.

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