Lexotanil Tabl 1.5 Mg 30 Stk

Lexotanil Tabl 1.5 Mg 30 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Bromazepamum.

Hilfsstoffe

Tabletten zu 1.5 mg: Excipiens pro compresso cum lactoso.

Tabletten zu 3 mg: Excipiens pro compresso cum lactoso.

Tabletten zu 6 mg: Color: E 132, Excipiens pro compresso cum lactoso.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Tabletten zu 1.5 mg: weisse Tabletten mit Bruchrille, 1.5 mg Bromazepam.

Tabletten zu 3 mg: hellrote Tabletten mit Bruchrille, 3 mg Bromazepam.

Tabletten zu 6 mg: grüne Tabletten mit Bruchrille, 6 mg Bromazepam.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Emotionale Störungen: Angst- und Spannungszustände, Adjuvans bei ängstlicher Verstimmung bei Depressionen, nervöse Gespanntheit, Unruhe und angst- und spannungsbedingte Schlaflosigkeit.

Durch Angst und Spannung verursachte oder verschlimmerte funktionelle oder psychosomatische, beeinträchtigende Störungen verschiedener Organe, allenfalls als Adjuvans zur Therapie einer Grundkrankheit des

  • Herz-Kreislauf-Systems und Atmungsapparates: (zum Beispiel Pseudoangina pectoris, Präkordialangst, Tachykardie, emotional bedingte Blutdrucksteigerung, Dyspnoe, Hyperventilation);
  • Gastrointestinaltraktes (zum Beispiel Adjuvans bei Colon irritabile, Colitis ulcerosa, epigastrischen Schmerzzuständen, Spasmen, Meteorismus, Diarrhoe);
  • Urogenitaltraktes (zum Beispiel Reizblase, Pollakisurie, Adjuvans bei Dysmenorrhoe);
  • andere psychosomatische Störungen (zum Beispiel Adjuvans bei psychogenen Kopfschmerzen, psychogenen Dermatosen).

Lexotanil eignet sich ferner zur Therapie von Angst- und Spannungszuständen im Rahmen chronischer Organerkrankungen sowie als Ergänzung der Psychotherapie bei Psychoneurosen.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

Durchschnittliche Dosierung bei ambulanter Behandlung: bis zu dreimal täglich 1.5-3 mg.

In schweren Fällen, insbesondere bei stationärer Behandlung: zwei- bis dreimal täglich 6-12 mg.

Die angegebenen Dosen entsprechen einer allgemeinen Richtlinie; sie sind dem jeweiligen Einzelfall anzupassen. Die Behandlung ambulanter Patienten sollte mit niedrigen Dosen beginnen, welche schrittweise bis zur optimalen Wirkung angepasst werden. Die Behandlungsdauer sollte möglichst kurz sein. Der Zustand des Patienten sollte in regelmässigen Abständen neu beurteilt und der Bedarf an einer Fortsetzung der Behandlung ermittelt werden, insbesondere dann, wenn der Patient keine Symptome mehr aufweist. Die Therapie sollte im Allgemeinen nicht länger als insgesamt 8-12 Wochen dauern, einschliesslich einer ausschleichenden Absetzperiode. In gewissen Fällen kann eine Ausdehnung der Behandlung über die maximal empfohlene Dauer hinaus erforderlich sein; dies sollte jedoch nicht ohne nochmalige sorgfältige Beurteilung des Zustands des Patienten und der Indikationsstellung erfolgen.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Wie bei anderen Benzodiazepinen sollte Lexotanil bei Kindern und Jugendlichen nur nach sorgfältiger Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses verabreicht werden. Erachtet der Arzt eine Behandlung mit Lexotanil als angezeigt, sollte die Dosis dem niedrigeren Körpergewicht des Kindes angepasst werden.

Bei betagten Patienten sowie bei Vorliegen von Leber- und/oder Nierenfunktionsstörungen sind angesichts der unterschiedlichen Reaktionsweise und Pharmakokinetik niedrigere Dosen erforderlich.

Therapiedauer

Bei Behandlungsbeginn kann es nützlich sein, den Patienten darüber zu informieren, dass die Therapie nur eine bestimmte Zeit dauert und die Dosis am Schluss allmählich herabgesetzt wird. Es ist für den Patienten wichtig zu wissen, dass während des Absetzens des Präparats Reboundphänomene und Entzugserscheinungen auftreten können.

Bei der Verwendung von Benzodiazepinen kann es auch zu Entzugssymptomen kommen, wenn auf ein Benzodiazepin mit wesentlich kürzerer Eliminationshalbwertszeit umgestellt wird.

Kontraindikationen

Lexotanil darf Patienten mit Überempfindlichkeit gegen Benzodiazepine, schwerer Ateminsuffizienz, Schlafapnoe-Syndrom, Myasthenia gravis sowie schwerer Leberinsuffizienz (Benzodiazepine sind bei schwerer Leberinsuffizienz nicht indiziert, weil sie eine hepatische Enzephalopathie verstärken können) nicht verabreicht werden.

Patienten mit bekannter oder vermuteter Abhängigkeit von ZNS-dämpfenden Substanzen, inklusive Alkohol dürfen keine Benzodiazepine einnehmen.

Lexotanil darf bei Patienten mit vorangegangener Diagnose eines Alkohol-, Arzneimittel- oder Drogenmissbrauches nicht angewendet werden.

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einen der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Bei Patienten mit chronischer Ateminsuffizienz ist Vorsicht geboten, da bei ihnen die Gefahr einer Atemdepression besteht.

Benzodiazepine sind für die primäre Behandlung der psychotischen Störung nicht geeignet.

Benzodiazepine sollten nicht als alleinige Mittel zur Behandlung der Depression oder von Angst in Verbindung mit Depression verwendet werden.

Bei Behandlungsbeginn sollte der Patient regelmässig kontrolliert werden, damit die Dosis und/oder die Einnahmehäufigkeit möglichst niedrig gehalten und das Risiko einer Überdosierung des Präparats durch Kumulation vermieden werden können.

Amnesie

Benzodiazepine können anterograde Amnesie auslösen. Das bedeutet, dass (meist einige Stunden) nach Einnahme unter Umständen Handlungen ausgeführt werden, an die sich der Patienten später nicht erinnern kann. Dieses Risiko steigt mit der Höhe der Dosierung.

Abhängigkeit

Die Einnahme von Benzodiazepinen kann zu einer physischen und psychischen Abhängigkeit führen. Dieses Risiko ist erhöht bei längerer Einnahme, hoher Dosierung und bei prädisponierten Patienten mit vorangegangener Diagnose eines Alkohol-, Arzneimittel- oder Drogenmissbrauches. Die Entzugssymptomatik tritt vor allem nach abruptem Absetzen auf und beschränkt sich in leichteren Fällen auf Tremor, Ruhelosigkeit, Schlafstörungen, Angst, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwäche. Es können aber auch Symptome wie Schwitzen, Muskel- und Bauchkrämpfe, Diarrhö, Wahrnehmungsstörungen sowie in seltenen Fällen Delirien und zerebrale Krampfanfälle auftreten.

Das Einsetzen von Entzugserscheinungen schwankt je nach Wirkungsdauer der Substanz zwischen ein paar Stunden und einer Woche oder mehr nach Absetzen der Therapie.

Um das Risiko einer Abhängigkeit auf ein Minimum zu reduzieren, sollten Benzodiazepine nur nach sorgfältiger Prüfung der Indikation verschrieben und über möglichst kurze Dauer (als Hypnotikum zum Beispiel in der Regel nicht länger als vier Wochen) eingenommen werden. Ob eine Weiterführung der Behandlung notwendig ist, muss periodisch überprüft werden. Eine längere Behandlung ist nur bei bestimmten Patienten (zum Beispiel Panikzustände) indiziert, und der Nutzen ist im Vergleich zu den Risiken weniger klar.

Zur Vermeidung von Entzugserscheinungen empfiehlt sich in jedem Falle ein ausschleichendes Absetzen, indem die Dosis stufenweise reduziert wird. Bei Auftreten von Entzugserscheinungen ist eine engmaschige ärztliche Überwachung und Unterstützung des Patienten erforderlich.

Allgemeine Vorsichtsmassnahmen

Gleichzeitige Einnahme von Alkohol/ZNS-dämpfenden Substanzen

Die gleichzeitige Anwendung von Lexotanil mit Alkohol und/oder mit ZNS-dämpfenden Substanzen soll vermieden werden. Eine solche gleichzeitige Anwendung verstärkt potenziell die klinische Wirkung von Lexotanil, möglicherweise einschliesslich schwerer Sedierung, klinisch relevanter, respiratorischer und/oder cardio-vaskulärer Depression (siehe auch Rubrik «Interaktionen»).

Lexotanil darf bei Patienten mit vorangegangener Diagnose eines Alkohol-, Arzneimittel- oder Drogenmissbrauches nicht angewendet werden.

Toleranz

Nach wiederholter Anwendung von Lexotanil über längere Zeit kann es zu einem gewissen Verlust des Ansprechens auf die Wirkung von Benzodiazepinen kommen.

Lexotanil Tabletten enthalten Laktose. Patienten mit der seltenen hereditären Galaktose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glukose-Galaktose-Malabsorption sollten Lexotanil Tabletten nicht einnehmen.

Interaktionen

Pharmakodynamische Interaktionen (DDI)

Gesteigerte Wirkungen auf die Sedierung, Atmung und Hämodynamik sind möglich, wenn Lexotanil zusammen mit ZNS-dämpfenden Substanzen einschliesslich Alkohol angewendet wird.

Alkohol soll bei Patienten, welche Lexotanil erhalten, vermieden werden (siehe auch «Allgemeine Vorsichtsmassnahmen»).

Hinweise zu weiteren ZNS-dämpfenden Substanzen einschliesslich Alkohol finden sich auch unter der Rubrik «Überdosierung».

Im Falle von narkotischen Analgetika kann eine verstärkte Euphorie auftreten, die zu einer vermehrten psychischen Abhängigkeit führen kann.

Bei Patienten unter Muskelrelaxantien ist auf ein erhöhtes Risiko einer Muskelschwäche zu achten.

Es besteht ein erhöhtes Risiko einer Atemdepression.

Pharmakokinetische Interaktionen (DDI)

Es besteht die Möglichkeit, dass Verbindungen, die wichtige oxidative Leberenzyme hemmen, die Aktivität von Benzodiazepinen verstärken. Bei gleichzeitiger Anwendung von Cimetidin, einem Inhibitor mehrerer CYP-Enzyme, und möglicherweise von Propranolol kann sich die Eliminationshalbwertszeit von Bromazepam aufgrund einer erheblich reduzierten Clearance (bei Cimetidin: Reduzierung um 50%) verlängern. Die kombinierte Anwendung mit Fluvoxamin, einem Inhibitor von CYP1A2, führt zu einer signifikant erhöhten Bromazepam-Exposition (2,4-mal höherer AUC-Wert) und Eliminationshalbwertszeit (1,9-mal höher).

In therapeutischen Dosen hat Bromazepam keine induzierende Wirkung auf oxidative Leberenzyme.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Lexotanil sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, es ist klar notwendig und keine sicherere Alternative verfügbar.

Wird das Präparat einer Frau im gebärfähigen Alter verordnet, sollte sie darauf hingewiesen werden, den Arzt zu benachrichtigen, falls sie eine Schwangerschaft plant oder vermutet, schwanger zu sein, damit die Behandlung beendet werden kann.

Die Sicherheit von Bromazepam bei schwangeren Frauen ist nicht ermittelt worden. Aufgrund der spontan gemeldeten unerwünschten Arzneimittelwirkungen lässt sich keine höhere Inzidenz von solchen feststellen, als man bei einer ähnlichen, unbehandelten Gruppe von Patientinnen erwarten würde. In verschiedenen Studien wird ein erhöhtes Risiko angeborener Missbildungen beim Kind erwähnt, wenn im ersten Trimenon Tranquilizer (Diazepam, Meprobamat und Chlordiazepoxid) eingenommen werden.

Das Missbildungsrisiko beim Menschen bei Einnahme therapeutischer Dosen von Benzodiazepinen in der Frühschwangerschaft scheint gering zu sein, obwohl einige epidemiologische Studien Anhaltspunkte für ein erhöhtes Risiko für Gaumenspalten ergaben. Fallberichte über Fehlbildungen und geistige Retardierung der pränatal exponierten Kinder nach Überdosierung und Vergiftung liegen vor.

Die Verabreichung von Bromazepam in den letzten drei Schwangerschaftsmonaten und während der Niederkunft ist nur bei strikter medizinischer Indikation gestattet, da aufgrund der pharmakologischen Wirkung des Arzneimittels Auswirkungen auf das Neugeborene wie Hypothermie, Hypotonie und mässige Atemdepression zu erwarten sind.

Ausserdem kann sich bei Kindern von Müttern, die in der Spätschwangerschaft regelmässig Benzodiazepine einnahmen, eine körperliche Abhängigkeit entwickelt haben, weshalb bei ihnen die Gefahr besteht, dass sie nach der Geburt an Entzugssymptomen leiden.

Stillzeit

Da Benzodiazepine in die Muttermilch übertreten, sollten stillende Mütter Lexotanil nicht einnehmen, oder es sollte abgestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Aufgrund der Wirkungen und möglichen Nebenwirkungen kann die Fahrtüchtigkeit, sowie die Fähigkeit Maschinen zu bedienen oder sonstige gefährliche Tätigkeiten auszuüben, beeinträchtigt werden. Daher sollten diese Tätigkeiten ganz oder zumindest während der ersten Tage der Behandlung unterblieben. Die Entscheidung in jedem Einzelfall trifft der behandelnde Arzt unter Berücksichtigung der individuellen Reaktion und der jeweiligen Dosierung. Ferner ist der Patient vor gleichzeitigem Alkoholgenuss zu warnen, da eine solche Kombination die unerwünschten Wirkungen beider Substanzen potenzieren kann.

Unerwünschte Wirkungen

Post Marketing Erfahrungen

Unter Behandlung mit Bromazepam ist mit folgenden Nebenwirkungen am häufigsten zu rechnen: Sedierung, Schwindel, Schläfrigkeit, Blutdruckerniedrigung, Konzentrationsstörungen und Beeinträchtigung der Reaktionszeit. Bei Patienten, die Benzodiazepine einnehmen, wurden vermehrt Stürze und Frakturen berichtet. Das Risiko ist bei gleichzeitiger Einnahme von Sedativa (einschliesslich alkoholischer Getränke) sowie bei älteren Patienten erhöht.

Psychiatrische Störungen

Gefühlsabstumpfung, Vigilitätsverlust, Verwirrtheit. Diese Erscheinungen treten vor allem zu Behandlungsbeginn auf und verschwinden bei fortgesetzter Verabreichung im Allgemeinen wieder.

Eine vorbestehende Depression kann während der Behandlung mit Benzodiazepinen manifest werden.

Paradoxe Reaktionen wie Unruhe, Erregtheit, Reizbarkeit, Aggressivität, Wahn, Wutanfälle, Albträume, Halluzinationen, Psychosen, unangepasstes Verhalten sowie weitere verhaltensbezogene Auswirkungen sind bekannte Begleiterscheinungen einer Therapie mit Benzodiazepinen oder benzodiazepinähnlichen Substanzen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Bei Auftreten solcher Reaktionen - diese sind bei Kindern und betagten Patienten häufiger als bei anderen Patienten - ist das Arzneimittel abzusetzen.

Nervensystem

Häufig: Müdigkeit, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Schwindel, Beeinträchtigung der Reaktionszeit.

Selten: Ataxie, anterograde Amnesie.

Diese Erscheinungen treten vor allem zu Behandlungsbeginn auf und verschwinden bei fortgesetzter Verabreichung im Allgemeinen wieder.

Bei therapeutischer Dosierung kann es zu anterograder Amnesie kommen, wobei das Risiko mit steigender Dosis zunimmt. Dies bedeutet, dass (meist einige Stunden) nach Einnahme unter Umständen Handlungen ausgeführt werden, an die sich der Patient später nicht mehr erinnern kann.

Augen

Diplopie.

Diese Erscheinung tritt vor allem zu Behandlungsbeginn auf und verschwindet bei fortgesetzter Verabreichung im Allgemeinen wieder.

Ohr und Innenohr

Häufig: Schwindel.

Diese Erscheinung tritt vor allem zu Behandlungsbeginn auf und verschwindet bei fortgesetzter Verabreichung im Allgemeinen wieder.

Herz

Blutdruckabfall, Herzversagen einschliesslich Herzstillstand.

Atmungsorgane

Atemdepression.

Gastrointestinale Störungen

Gelegentlich: Magen-Darm-Störungen.

Selten: Übelkeit, Mundtrockenheit, Appetitsteigerung.

Haut

Gelegentlich: Hautreaktionen.

Muskelskelettsystem

Selten: Muskelschwäche.

Diese Erscheinung tritt vor allem zu Behandlungsbeginn auf und verschwindet bei fortgesetzter Verabreichung im Allgemeinen wieder.

Reproduktionssystem und Brust

Gelegentlich: Libidoverlust.

Abhängigkeit

Die Langzeitanwendung (auch in therapeutischen Dosen) kann zu körperlicher Abhängigkeit führen: bei Absetzen des Arzneimittels können Entzugs- oder Reboundphänomene auftreten (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Eine psychische Abhängigkeit ist ebenfalls möglich. Es liegen Meldungen über Missbrauch von Benzodiazepinen vor.

Überdosierung

Symptome

Benzodiazepine führen im Falle einer Überdosis häufig zu Benommenheit, Ataxie, Dysarthrie und Nystagmus.

Eine Überdosis von Lexotanil ist selten lebensgefährlich, wenn das Arzneimittel alleine eingenommen wurde, kann aber zu Areflexie, Apnoe, Hypotension, cardio-respiratorischer Depression und zum Koma führen. Tritt ein Koma ein, dauert dieses im Allgemeinen nur wenige Stunden, es kann aber auch langwieriger und zyklisch sein, insbesondere bei älteren Patienten. Die atemdepressiven Wirkungen von Benzodiazepinen sind bei Patienten mit Atemwegserkrankungen schwerwiegender.

Benzodiazepine erhöhen die Wirkungen anderer zentral dämpfender Substanzen, einschliesslich Alkohol.

Behandlung

Die Vitalfunktionen des Patienten überwachen und die je nach klinischem Zustand des Patienten angezeigten unterstützenden Massnahmen einleiten. Bei den Patienten kann insbesondere eine symptomatische Behandlung von kardiorespiratorischen oder zentralnervösen Wirkungen erforderlich sein.

Eine weitere Resorption sollte mit geeigneten Methoden verhindert werden, z.B. durch Behandlung mit Aktivkohle innerhalb von 1-2 Stunden. Bei benommenen Patienten ist unbedingt ein Atemwegsschutz erforderlich, falls Aktivkohle verwendet wird. Im Falle einer gemischten Einnahme kann eine Magenspülung in Betracht gezogen werden, allerdings nicht als Routinemassnahme.

Falls die ZNS-Dämpfung schwerwiegend ist, sollte die Verabreichung von Flumazenil (Anexate®), einem Benzodiazepinantagonisten, erwogen werden. Die Verabreichung sollte jedoch unter engmaschiger Überwachung erfolgen. Das Präparat besitzt eine kurze Halbwertzeit (rund eine Stunde), deshalb müssen Patienten, denen Flumazenil verabreicht worden ist, nach Ausklingen der Wirkungen überwacht werden. Flumazenil ist nach der Einnahme von Arzneimitteln, welche die Schwelle für Krampfanfälle senken (z.B. trizyklische Antidepressiva), mit grösster Vorsicht anzuwenden. Für weitere Informationen über die korrekte Anwendung von Flumazenil (Anexate®) soll die Fachinformation des Präparats konsultiert werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N05BA08

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Die zentrale Wirkung von Benzodiazepinen wird durch eine Verstärkung der GABAergen Neurotransmission an inhibitorischen Synapsen vermittelt. Bei Vorhandensein von Benzodiazepinen ist die Affinität des GABA-Rezeptors für den Neurotransmitter durch positive allosterische Modulation erhöht, was zu einer verstärkten Wirkung von freigesetztem GABA auf den Chloridioneneinstrom durch die postsynaptische Membran führt.

Lexotanil löst in niedriger Dosierung gezielt Angst, Spannung und Nervosität. Bei hoher Dosierung wirkt es sedierend und muskelrelaxierend.

Klinische Wirksamkeit

Die klinische Wirksamkeit ist mit diversen klinischen Studien belegt worden.

Pharmakokinetik

Absorption

Nach oraler Einnahme von Bromazepam werden die maximalen Plasmakonzentrationen innerhalb von zwei Stunden erreicht. Die absolute Bioverfügbarkeit der Tabletten (gegen i.v.-Lösung) beträgt 60%.

Nahrung kann die Bioverfügbarkeit von Bromazepam verringern. Bei Einnahme mehrerer Bromazepam-Dosen bleibt der Grad der Absorption konstant; die Steady-State-Konzentrationen sind kalkulierbar und bestätigen die lineare Kinetik des Wirkstoffes.

Distribution

Nach der Absorption wird Bromazepam rasch im Körper verteilt. Durchschnittlich 70% des Bromazepams sind durch hydrophobe Interaktion an Plasmaproteine gebunden; Bindungspartner sind Albumin und das saure α1-Glykoprotein. Das Distributionsvolumen beträgt etwa 50 Liter.

Metabolismus

Bromazepam wird in der Leber umfangreich metabolisiert. Es werden keine Metaboliten gebildet, die eine längere Halbwertszeit als die Mutterverbindung aufweisen. Quantitativ dominieren zwei Metaboliten: 3-Hydroxybromazepam (schwächer aktiv als Bromazepam) und 2-(2-Amino-5-brom-3-hydroxybenzoyl)pyridin (inaktiv).

Bromazepam wird zumindest teilweise durch Zytochrom P450 (CYP450) metabolisiert. Welche CYP-Isoenzyme genau an diesem Vorgang beteiligt sind, ist jedoch noch unklar. Die Feststellungen, dass ein starker CYP3A4-Inhibitor (Itraconazol) und ein mittelstarker CYP2C9-Inhibitor (Fluconazol) keine Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von Bromazepam haben, lassen jedoch den Schluss zu, dass diese Isoenzyme nicht in grösserem Umfang beteiligt sind. Die ausgeprägte Interaktion mit Fluvoxamin (siehe «Interaktionen») spricht jedoch für eine Beteiligung von CYP1A2.

Elimination

Bromazepam hat eine Eliminationshalbwertszeit von etwa 20 Stunden und eine Eliminationsclearance von etwa 40 ml/Min.

Das Arzneimittel wird hauptsächlich über den Stoffwechsel eliminiert. Nur etwa 2% des Bromazepams werden unverändert im Urin ausgeschieden, wohingegen die Glucuronidkonjugate von 3-Hydroxybromazepam und 2-(-2-Amino-5-brom-3-hydroxybenzoyl)pyridin 27% bzw. 40% der verabreichten Dosis ausmachen.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Ältere Patienten können signifikant höhere Spitzenkonzentrationen, ein geringeres Distributionsvolumen, eine grössere ungebundene Serumfraktion, eine geringere Clearance und damit auch eine verlängerte Eliminationshalbwertszeit aufweisen. Daraus ergibt sich, dass die Steady-State-Konzentrationen von Bromazepam bei jeder Dosierungsrate bei älteren Patienten im Durchschnitt fast doppelt so hoch sind wie bei jüngeren Patienten (siehe «Dosierung/Anwendung», «Spezielle Dosierungsanweisungen»).

Präklinische Daten

Karzinogenität

Karzinogenitätsstudien an Ratten ergaben keine Hinweise auf ein karzinogenes Potential von Bromazepam.

Mutagenität

In vitro- und In vivo-Tests ergaben keine Hinweise auf ein mutagenes Potential von Bromazepam.

Fertilitätsstörungen

Die tägliche orale Verabreichung von Bromazepam an Ratten hatte keinerlei Auswirkung auf die Fertilität und allgemeine Reproduktionsleistung der Tiere.

Teratogenität

Eine Zunahme der fetalen Sterblichkeit und der Zahl der Totgeburten sowie eine verminderte Überlebensrate der Jungtiere wurden bei der Verabreichung von Bromazepam an trächtige Ratten beobachtet. In Studien zur Embryotoxizität/Teratogenität wurde bis zu einer Dosierung von 125 mg/kg/Tag keine teratogene Wirkung festgestellt.

Nach der oralen Gabe von Dosen von bis zu 50 mg/kg/Tag an trächtige Kaninchen wurden eine verringerte Gewichtszunahme des Muttertiers, ein niedrigeres Gewicht der Feten und ein vermehrtes Auftreten von Fruchtresorptionen beobachtet.

Chronische Toxizität

In toxikologischen Langzeitstudien wurden ausser einer Zunahme des Lebergewichts keine Abweichungen von den Normalwerten beobachtet. Die histopathologische Untersuchung ergab eine zentrolobuläre hepatozelluläre Hypertrophie, die als Hinweis auf eine Enzyminduktion durch Bromazepam gewertet wurde. Nach Verabreichung hoher Dosen wurden folgende Nebenwirkungen beobachtet: leichte bis mässige Sedation, Ataxie, vereinzelte Krampfanfälle kurzer Dauer, gelegentliche Erhöhung der alkalischen Serumphosphatase sowie grenzwertige Erhöhung der SGPT (ALT).

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Verpackung mit EXP bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Nicht über 30 °C lagern. Für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Zulassungsnummer

38294 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Roche Pharma (Schweiz) AG, 4153 Reinach.

Stand der Information

Oktober 2015.

Verwendung dieser Informationen

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