Xenetix Inj Loes 350 Mg 10 Btl 500 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Iobitridolum

Hilfsstoffe: Natrium-calcium edetat, Trometamol, Trometamol hydrochlorid, Wasser steril zur Injektion

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Gebrauchsfertiges, niederosmolares, nicht-ionisches Röntgenkontrastmittel zur intravasalen, intraartikulären oder intrauterinen Injektion in zwei Iodkonzentrationen:

XENETIX 300: 1 ml enthält 658, 1 mg Iobitridol ≅ Iodgehalt von 300 mg/ml (= 30% m/v)

XENETIX 350: 1 ml enthält 767, 8 mg Iobitridol ≅ Iodgehalt von 350 mg/ml (= 35% m/v)

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Belegte Indikationen für Erwachsene und Kinder (in klinischen Studien wurden Kinder ab einem Alter von 3 Wochen miteingeschlossen):

XENETIX 300: i.v. Urographie, Schädel- und Ganzkörper-Computertomographie, i.v. Digitalen Subtraktionsangiographie, Arteriographie, Angiokardiographie, Hysterosalpingographie, Arthrographie.

XENETIX 350: i.v. Urographie, Schädel- und Ganzkörper-Computertomographie, i.v. Digitalen Subtraktionsangiographie, Arteriographie, Angiokardiographie.

Dosierung/Anwendung

Die je nach klinischer Fragestellung und Untersuchungstechnik variierende Dosierung sollte ebenso das Alter, das Körpergewicht, den Patientenstatus und dessen Nierenfunktion berücksichtigen. Zur Verringerung der physiologischen Belastung sollte die geringste mögliche Dosis bei optimalem diagnostischem Ergebnis angestrebt werden.

Allgemein sollte der Patient nüchtern, aber ausreichend hydratisiert sein. Störungen des Elektrolyt- und/oder Wasserhaushaltes sind besonders bei gefährdeten Patienten (Diabetikern, Niereninsuffizienten, multiplem Myelom, Poly- oder Oligurie, Hyperkaliämie, Kleinkindern) vor und nach der Untersuchung auszugleichen. Intravasale Kontrastmittelgaben sind möglichst am liegenden Patienten vorzunehmen, der nach der Kontrastmittelgabe noch 30 bis 60 Minuten unter Aufsicht bleiben soll, da erfahrungsgemäss die Mehrzahl aller schweren Zwischenfälle innerhalb dieser Zeitperiode auftritt. Jedoch sind auch verspätete Reaktionen (nach Stunden oder Tagen) möglich (siehe „Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen“ und/oder „Unerwünschte Wirkungen“).

Basierend auf den klinischen Studienergebnissen können folgende Dosierungsempfehlungen (wenn nicht spezifiziert, nur gültig für Erwachsene) erteilt werden, wobei eine konzentrationsabhängige Dosisanpassung je nach klinischer Fragestellung und Abbildungstechnik erwogen werden sollte:

Anwendungsgebiet

Konz.

Dosis

i.v.Urographie

Erwachsene:

Neugeborene:

Säuglinge:

Kleinkinder

300

350

300

300

300

1,1 - 1,6 ml/kg Körpergewicht bis 100 ml

Gesamtvolumen

0,7 - 1,3 ml/kg Körpergewicht bis 100 ml Gesamtvolumen

Bis 4,0 ml/kg KG

Bis 3,0 ml/kg KG

Bis 1,5 ml/kg KG

Computertomographie

350, 300

Erwachsene: 1,0-2,0 ml/kg Körpergewicht

- sowohl als Bolus oder Infusion resp. Kombination

- im allgemeinen max. bis 200 ml oder ca. 60 g Jod

Kinder: 1,2 - 2,4 ml/kg KG

i.v. DSA

350, 300

Mehrheitlich 100 - 200 ml oder 2 ml/kg Körpergewicht

bis max. 270 ml

Zerebrale Arteriographie

350, 300

1,8 ml/kg Körpergewicht

Dosisbereich: 40 - 215 ml

Periphere Arteriographie

350, 300

1 - 3,7 ml/kg Körpergewicht

Dosisbereich: 70 - 300 ml

Abdominale Arteriographie

350

Je nach Arterie 1 - 3,7 ml/kg KG.

Dosisbereich: 40 - 290 ml

Angiokardiographie

350, 300

60 - 270 ml pro Patient, oft in 6-20 Injektionen

Kinder: 0,9-13 ml/kg KG

durchschnittlich: 4,6 ml/kg KG

Arthrographie

300

je nach Volumen des betroffenen Gelenkes: bis 20ml

Hysterosalpingo-graphie

300

5 – 20ml

Vor Gebrauch sollte das Kontrastmittel auf Körpertemperatur erwärmt werden.

Die Maximaldosis ist sowohl vom Patientenstatus als auch vom Zeitraum, in welchem die Gesamtdosis verabreicht wird, abhängig. Kleinkinder, Patienten mit verminderter kardialer Reserve, mit reduziertem Verteilungsvolumen, mit lädierter Blut-Hirn-Schranke, mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion weisen ein höheres relatives Risiko einer Kontrastmittelüberdosierung auf. In dringenden Fällen einer Wiederholung oder Fortsetzung der diagnostischen Massnahmen können diese bei höheren Kontrastmitteldosen unter Berücksichtigung aller Sicherheitsmassnahmen nach frühestens 10 Stunden erfolgen. Eine möglichst sorgfältige, mindestens 72 Stunden abdeckende Überwachung der Nierenfunktion wird in diesen Fällen nahe gelegt.

Grundsätzlich gilt es bei der Anwendung von Kontrastmitteln die allgemeinen Hygienevorschriften für sterile Lösungen zu beachten (siehe „Sonstige Hinweise“).

Zur Vermeidung einer Extravasation muss die intravaskuläre Lage des Injektionssystems vor und allenfalls während der Injektion überwacht werden.

Arthrographie

Man beachte strengstens die speziellen Hygieneempfehlungen (Arbeiten unter sterilen Bedingungen) für die intraartikuläre Injektion.

Kontraindikationen

Manifeste Hyperthyreose, bekannte schwere oder anaphylaktoide Kontrastmittelreaktion auf XENETIX (Iobitridol) in der Anamnese, Unverträglichkeit auf einen der Inhaltsstoffe, hochgradige Niereninsuffizienz mit schweren Leberschäden.

Hysterosalpingographie: Bei bekannter Schwangerschaft ist Xenetix absolut kontraindiziert.

Arthrographie: bei klinisch entzündetem Gelenk, Infektionen oder Antikoagulation (Blutungs- und Hämatom-Gefahr).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Die Indikation muss bei bekannter Kontrastmittelunverträglichkeit, Herz-Kreislaufinsuffizienz, bei Lungenemphysem, bei sehr schlechtem Allgemeinzustand, Asthma, bei kombinierter Nieren- und Lebererkrankung, fortgeschrittener zerebraler Arteriosklerose, bei zerebralen Krampfleiden, bei latenter Hyperthyreose, bei gutartiger Knotenstruma, bei multiplem Myelom oder anderen Paraproteinosen, Phäochromozytom, länger bestehendem Diabetes mellitus, Neigung zu Allergien, Störungen des Gerinnungsstatus, Homozystinurie sowie bei intravasaler Verabreichung bei Patienten, die homozygote Träger der Sichelzellkrankheit sind, mit besonderer Vorsicht gestellt werden. Bei Diabetikern mit eingeschränkter Nierenfunktion sollten Kontrastmittel nicht angewendet werden, es sei denn, eine Nutzen/Risiko-Abschätzung fällt positiv aus.

Hypersensitivitätsrisiko

Das Risiko einer allergischen Reaktion ist unabhängig von der Verabreichungsart oder Dosis. Bei lokaler Anwendung ist die Datenlage zur Risikolage eher unklar, jedenfalls diffundiert das Kontrastmittel in unterschiedlichem Ausmass in den ganzen Organismus (intrauterin, artikulär oder auch biliär) und kann immun-allergische Reaktionen jederzeit auslösen.

Patienten, die bereits auf Kontrastmittel reagiert haben, weisen ein erhöhtes Hypersensitivitätsrisiko auf und sind als Risikopatienten zu behandeln.

Bei Patienten mit erhöhtem Hypersensitivitätsrisiko sollen iodierte Kontrastmittel nur nach sorgfältiger Nutzen-/Risikoevaluation sowie allenfalls nach antiallergischer Prämedikation erfolgen. Zudem müssen für den Fall des Auftretens einer anaphylaktischen / anaphylaktoiden Reaktion Reanimationsmöglichkeiten und insbesondere Adrenalin zur parenteralen Anwendung bereitgestellt werden (s. unten). Bei Patienten unter Betablockern siehe unter “Interaktionen“.

Besondere Vorsicht ist bei bekannter Unverträglichkeit auf Prostaglandinhemmer, Atopie / Asthma (erhöhtes Risiko einer Überempfindlichkeitsreaktion oder eines Bronchospasmus), Leber-, Nieren-, Herz-Kreislauf- oder respiratorischer Insuffizienz geboten. Das Vortesten mit kleinen Kontrastmittelmengen ermöglicht keine sichere Prognose schwerer Kontrastmittelreaktionen.

Überempfindlichkeitsreaktionen

Wie bei allen iodhaltigen Kontrastmitteln, können anaphylaktoide Reaktionen vollkommen unvorhergesehen mit unter Umständen lebensbedrohlichen kardiovaskulären (Schock) oder respiratorischen (Larynx-Ödem, Bronchospasmus) Komplikationen, sowie Abdominalsymptomen, Urtikaria, Angioödem oder neurologischen Komplikationen auftreten.

Bei jeder Untersuchung müssen deshalb die personellen Voraussetzungen für eine Notfalltherapie erfüllt sein und das notwendige Material verwendungsbereit sein (Sauerstoff, Adrenalin oder andere Arzneimittel je nach Komedikation, Infusionsmaterial, Intubations- und Beatmungsmöglichkeiten, u.a.). Es ist unbedingt erforderlich, mit der Durchführung sämtlicher Notfallmassnahmen vertraut zu sein. Patienten mit dekompensierter Herzinsuffizienz sollten mehrere Stunden nach Kontrastmittelgabe, die übrigen noch mindestens 60 Minuten unter Aufsicht bleiben, da erfahrungsgemäss die Mehrzahl aller unerwünschten Reaktionen innerhalb dieser Zeit auftritt (siehe „Unerwünschte Wirkungen“). Jedoch sind verspätete Reaktionen auch nach Stunden oder Tagen möglich.

Risikofaktor Schilddrüsenfunktionsstörung

Iodierte Röntgenkontrastmittel beeinflussen die Schilddrüsenfunktion aufgrund ihres Gehaltes an freiem Iodid und können bei prädisponierten Patienten zu einer Hyperthyreose führen. Um diese Stoffwechselstörung zu vermeiden, ist es notwendig, mögliche thyreoidale Risikofaktoren zu erfassen. Gefährdet sind Patienten mit latenter Hyperthyreose, funktioneller Autonomie oder mit einem Schilddrüsenkarzinom unter Behandlung von radiokativem Iod-131. Bei potentiell gefährdeten Patienten muss vor der Untersuchung die Schilddrüsenfunktion untersucht und eine Hyperthyreose ausgeschlossen werden. Eine vorbeugende medikamentöse Schilddrüsenblockade ist zu erwägen. Zudem kann die Gabe iodierter Kontrastmittel bei Neu- sowie ganz besonders bei Frühgeborenen eine Hypothyreose auslösen. Aus diesem Grund sollten die TSH- und T4-Werte sieben bis zehn Tage sowie einen Monat nach der Kontrastmittelgabe überprüft werden. Man beachte auch die „Interaktionen“, „Unerwünschte Wirkungen“ und «Sonstigen Hinweise».

Risikofaktor Nierenfunktionsstörung

In seltenen Fällen kann es besonders bei vorgeschädigten Nieren zu einem akuten Nierenversagen kommen, das in der Mehrzahl der Fälle reversibel verläuft. Als prädisponierende Faktoren gelten: bestehende Niereninsuffizienz, besonders diabetische Nephropathie, Alter über 60 Jahre oder bis einjährig, Dehydratation, fortgeschrittene Gefässsklerose, Plasmozytom, dekompensierte Herzinsuffizienz, hohe Kontrastmitteldosen und Mehrfachinjektionen, direkte Kontrastmittelverabreichung in die Arteria renalis, Exposition mit weiteren Nephrotoxinen sowie eine beim gleichen Patienten bereits aufgetretene kontrastmittelinduzierte Nephropathie. Unklar ist das Risiko bei Hypertonie, Hyperurikämie und Proteinurie. Als präventive Massnahmen werden empfohlen: Sicherstellen einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr vor und auch nach Kontrastmittelgabe, vorzugsweise durch Infusion von Kochsalzlösung, Vermeidung aller zusätzlichen Nephrotoxine, Reduktion der Dosis auf das unbedingt Notwendige, Einhalten eines genügend langen Zeitintervalls zwischen zwei Kontrastmittelgaben (mindestens 48 Stunden) und engmaschigere Kontrolle der Nierenfunktion. Dialysepflichtige Patienten können Kontrastmittel für radiologische Untersuchungen erhalten, da iodhaltige Kontrastmittel mittels Dialyse eliminiert werden können.

Risikofaktor Leberinsuffizienz

Bei Patienten mit deutlicher Beeinträchtigung der Leberfunktion, Diabetikern oder Sichelzellanämie gilt es besonders vorsichtig zu sein.

Risikofaktor Asthma

Vor jeder Röntgenkonstrastmittel-Gabe sollte eine bestehende Asthmaerkrankung stabil unter Kontrolle sein. Besondere Vorsicht gilt es auf Grund des erhöhten Bronchospasmus-Risikos besonders bei Patienten, die 8 Tage vor der Untersuchung einen Asthmaanfall hatten, einzuhalten.

Risikofaktor Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen weisen ein höheres Risiko für schwerwiegende Veränderungen der kardialen Hämodynamik und Elektrophysiologie (Reizbildung und Reizleitung) auf. Dies gilt vor allem nach intrakoronarer, linksventrikulärer und rechtsventrikulärer KM-Applikation respektive hohen Kontrastmitteldosen. Für kardiale Reaktionen besonders prädestiniert sind Patienten mit Herzinsuffizienz, mit schwerer koronarer Herzkrankheit, mit instabiler Angina pectoris, mit Erkrankungen der Herzklappen, mit kurz zurückliegendem Herzinfarkt, mit koronaren Bypässen und Patienten mit pulmonaler Hypertonie.

Xenetix kann ein Lungenödem in Patienten mit einer manifesten oder latent vorhandenen Herzinsuffizienz auslösen. Die Verabreichung bei pulmonaler Hypertonie und Herzklappenerkrankungen kann zu markanten Veränderungen der Hämodynamik führen. Bei schwerer und chronischer Hypertonie kann das Risiko eines Nierenschadens sowohl durch das Kontrastmittel als auch infolge der Katheterisierung erhöht sein. Ischämische EKG-Veränderungen und schwere Arrhythmien werden am häufigsten bei älteren und Herz-Kreislaufpatienten beobachtet. Sehr selten wurden auch ventrikuläre Fibrillationen, die gleich nach der Kontrastmittelgabe unabhängig von einer Hypersensitivität auftraten beobachtet. In diesen Fällen muss das Nutzen-/Risikoverhältnis besonders vorsichtig abgewogen werden.

Risikofaktor ZNS-Störungen

Bei Patienten mit einer transienten Ischämie, einem zerebralen Infarkt, einer kürzlichen intrakraniellen Blutung, zerebralen Ödem, einer idiopathischen oder sekundären Epilepsie (Tumor, Narbe) besteht die Gefahr, dass sich neurologische Störungen deutlich verstärken.

Bei Alkoholikern und anderen Drogenabhängigen Personen besteht bei der intraarteriellen Gabe des Kontrastmittels ebenfalls ein erhöhtes Risiko. Das Nutzen-/Risikoverhältnis muss in jedem Einzelfall sorgfältig abgewogen werden.

Risikofaktor Phäochromozytom

Bei Patienten mit Phäochromozytom wird wegen der Gefahr von schweren Blutdruckkrisen eine Prämedikation mit Alpha-Rezeptorenblockern empfohlen.

Risikofaktor Myasthenia gravis

Die Verabreichung von Röntgenkontrastmitteln kann sich nachteilig auf die Symptome einer Myasthenia gravis auswirken.

Intensivierung der unerwünschten Arzneimittelwirkungen

Kontrastmittel-abhängige Nebenwirkungen können bei Patienten mit ausgeprägter Unruhe, Angst oder unter Schmerzen leidenden intensiviert werden. Neben einer sorgfältigen Patientenbetreuung können weitere Beruhigungsmassnahmen notwendig werden.

Bei der intrauterinen Anwendung

Vor einer Hysterosalpingographie muss eine Schwangerschaft sicher ausgeschlossen werden (siehe «Kontraindikationen»). Bei akuten entzündlichen oder infektiösen Prozessen in der Beckenhöhle darf eine Hysterosalpingographie nur nach einer sorgfältigen Nutzen-Risiko Evaluation vorgenommen werden. Die Exposition der weiblichen Reproduktionsorgane mit Röntgenstrahlen muss, ob mit oder ohne Kontrastmittel, immer einer kritischen Nutzen-Risiko-Evaluation unterworfen werden.

Bislang wurde XENETIX nicht klinisch für die Myelographie geprüft.

Interaktionen

Antidiabetika der Biguanid-Gruppe (Metformin, Buformin): Die beim Diabetiker häufig beobachtete funktionelle Nierenbeeinträchtigung nach höheren Kontrastmitteldosen kann eine Milchsäureazidose verursachen oder verschlechtern.

Im Folgenden bezeichnet die Abkürzung CKD (Chronic Kidney Disease) die Kategorien des chronischen Nierenversagens.

Bei Patienten mit einer eGFR von ≥60 ml/min/1.73 m2 (CKD 1 und 2) ist das Risiko gering und kann Metformin normal fortgesetzt werden.

Bei Patienten mit einer eGFR von 30-59 ml/min/1.73 m2 (CKD 3):

-bei intravenöser XENETIX Injektion und einer eGFR von ≥45 ml/min/1.73 m2: Metformin kann normal fortgesetzt werden.

-bei intra-arterieller XENETIX Injektion (eGFR 30-59 ml/min/1.73 m2) oder bei intravenöser XENETIX Injektion mit einer eGFR von 30 - 44 ml/min/1.73 m2: Metformin 48 Stunden vor der Verabreichung des Röntgenkontrastmittels (RKM) unterbrechen. 48 Stunden nach RKM-Gabe die Metformin-Therapie fortsetzen, falls sich die Nierenfunktion nicht verschlechtert hat.

Bei Patienten mit einer eGFR <30 ml/min/1.73 m2 (CKD 4 und 5), oder bei Begleiterkrankungen, welche mit einer ausgeprägten verminderten Leberfunktion oder Hypoxie einhergehen, ist Metformin kontraindiziert und sollte auf RKM eher verzichtet werden.

Im Notfall bei eingeschränkter Nierenfunktion (s.o.): Die Metformintherapie ab Verabreichung des RKM stoppen. Nach der Untersuchung sollte der Patient auf Anzeichen einer Laktatazidose überwacht werden. Metformin sollte frühestens 48 Stunden nach der Verabreichung des RKM bei unverändertem Serumkreatinin-/eGFR Wert wieder aufgenommen werden.

Bei Notfalluntersuchungen ohne Nierenfunktionskontrolle müssen alle Massnahmen zur Verhinderung einer Niereninsuffizienz respektive Lactatazidose eingehalten werden. Ergänzend beachte man die „Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen“.

Interleukin-2 (IL-2), Interferon: Eine erhöhte Überempfindlichkeit auf Kontrastmittel respektive eine verstärkte IL-2 Toxizität mit Symptomen wie z.B. Hautrötung, Erythem, Fieber bzw. grippeartige Symptome sowie allergische Spätreaktionen können mit der gleichzeitigen Gabe von Interleukin-2 assoziiert werden. Ähnliches wird auch von anderen Immunmodulatoren wie Interferon berichtet. Nach Möglichkeit sollte eine Kontrastmitteluntersuchung bei Patienten unter IL-2 Behandlung vermieden und auf einen Termin mindestens zwei Wochen nach Therapieende angesetzt werden.

Betarezeptorblocker: Die idiosynkratische Reaktionsbereitschaft wird bei Patienten unter Betarezeptorenblockern durch die Modulation der Adenylatzyklase und der hierdurch erhöhten Ausschüttung anaphylaktoider Mediatoren erhöht. Ausserdem bewirken Betablocker eine verringerte kardiale und vaskuläre Kompensationsfähigkeit. Zudem besteht ein erhöhtes Risiko eines Bronchospasmus. Zusätzlich gilt es die geringere Reaktionsbereitschaft auf Adrenalin resp. Betasympathomimetika bei der Notfallmedikation zu berücksichtigen. Empfohlen wird neben einer sorgfältigen Notfallvorbereitung (anstelle der Katecholamine evtl. Glucagon) das, falls klinisch vertretbar, (langsame) Absetzen des Betarezeptorenblockers besonders bei Hochrisikopatienten (Asthmatiker, kardiovaskuläre Insuffizienz, vorhergehende Kontrastmittelreaktion) sowie eine Prämedikation mit Antihistaminika oder/und Steroiden.

Vasoaktive Substanzen, ACE-Hemmer, AT-II Antagonisten:

Diese Präparate beeinträchtigen ähnlich wie die Betarezeptorenblocker die kardialen und vaskulären Kompensationsmechanismen, die bei hämodynamischen Störungen erfolgen. Dies muss beachtet werden und entsprechende Notfallmassnahmen bereitstehen.

Krampfschwelle erniedrigende Arzneimittel: Arzneimittel, die Krampfschwelle erniedrigen, wie z.B. Phenothiazine, trizyklische Antidepressiva, MAO-Hemmer, Analeptika, Neuroleptika, Anästhetika sollten besonders bei Epileptikern oder Patienten mit fokalen Hirnschäden falls ärztlich vertretbar 48 Stunden vor einer zerebralen Arteriographie bis 24 Stunden danach abgesetzt werden.

Diuretika: Auf Grund der hyperosmolaren Eigenschaften von Xenetix kommt es zu einem additiven diuretischen Effekt. Eine Dehydratation, ein erhöhtes Nephropathierisiko, eine Elektrolytdisbalance sowie hypotensive Störungen mit kardialen Folgeerscheinungen können auftreten. Besondere Vorsicht gilt es beim Diabetiker, Niereninsuffizienten, älteren multimorbiden Patienten, bei Patienten unter Arzneimitteln mit enger therapeutischer Breite sowie bei der Verwendung von hohen Kontrastmitteldosen anzuwenden. Vorsichtsmassnahmen beinhalten eine genügende Hydrierung, das allfällige Unterbrechen der Ko-Medikation (falls klinisch vertretbar) sowie eine entsprechende Überwachung des Patienten.

Potentiell nephrotoxische Arzneimittel: Arzneimittel, die potentiell nephrotoxisch wirken können, wie z.B. Angiotensin-Converting-Enzym (ACE) Hemmer, Aminoglykoside, Amphotericin, nicht-steroidale Antirheumatika, Diuretika, Platinoide, hohe Dosen an Methotrexat, Pentamidin, Foscarnet, diverse Virostatika (Aciclovir, Ganciclovir, Valaciclovir, Adefovir, Cidofovir, Tenofivir), Vancomycin, Ifosfamid oder Ciclosporin können zusammen mit Röntgenkontrastmitteln die Nierenfunktion stärker beeinträchtigen und zu einem dauerhaften Schaden führen. Deshalb sollte besonders bei Risikopatienten (Diabetiker, Niereninsuffizienten) die Clearance unter einer guten Hydrierung bis zu 72 Stunden nach der Kontrastmittelverabreichung überwacht und im Notfall eine (Hämo)-dialyse eingeleitet werden.

In solchen Fällen sollte ein Mindestabstand von 48 Stunden zwischen zwei Kontrastmitteluntersuchungen oder eine neue Gabe erst nach Normalisierung der Nierenfunktion vorgesehen werden.

Fibrinolytika: In vitro beeinträchtigen Röntgenkontrastmittel konzentrationsabhängig die Wirkung von Fibrinolytika. Wegen dieser je nach Fibrinolytikum variierenden Enzyminhibition sollten Röntgenkontrastmittel nicht gleichzeitig eingesetzt werden.

Radioiodtherapie der Schilddrüse: Die Aufnahmefähigkeit des Schilddrüsengewebes respektive von Schilddrüsentumoren und Metastasen für Radioisotope (Iod 131) wird durch iodhaltige nierengängige Röntgenkontrastmittel bis zu zwei Wochen und in seltenen Fällen länger beeinträchtigt.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es gibt klare Hinweise für Risiken des menschlichen Fötus infolge von Röntgenuntersuchungen (Effekte durch Röntgenstrahlen).

Tierversuche nach Verabreichung von Iobitridol an Ratten und Kaninchen zeigten keine substanzspezifischen teratogenen Effekte. Es liegen jedoch keine klinischen Erfahrungsberichte mit Xenetix vor, so dass es während der Schwangerschaft möglichst nicht angewendet werden sollte, ausser es ist unbedingt nötig.

Während der Schwangerschaft ist die intrauterine Anwendung für eine Hysterosalpingographie kontraindiziert.

Stillzeit: Es ist anzunehmen, dass geringe Mengen Iobitridol in der Muttermilch mitausgeschieden werden (in Tierstudien <3%). Xenetix sollte deshalb während der Stillzeit nicht angewendet werden. Sollte dies unbedingt erforderlich sein, wird zu einer 24- bis 48 stündigen Unterbrechung des Stillens geraten.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden diesbezüglich keine klinischen Studien durchgeführt. Da allgemein im Laufe der ersten Stunde nach Verabreichung von Kontrastmitteln mit einer akuten Reaktion gerechnet werden muss, und der Patient unter engmaschiger Überwachung bleiben muss, sollte kein Fahrzeug oder Maschine während dieser Zeitperiode bedient werden.

Der Einfluss der Grundkrankheit und der Untersuchung auf den Allgemeinzustand des Patienten ist zu beachten (vgl. „Unerwünschte Wirkungen“).

Unerwünschte Wirkungen

Das Verträglichkeitsprofil von Xenetix lässt sich nicht streng nach Iodkonzentration unterscheiden, so dass die nachfolgenden Daten zur Sicherheit für alle Iodkonzentrationen gelten.

Unerwünschte Wirkungen in klinischen Studien

In prospektiven Studien (n=905) werden leichte Missempfindungen wie Wärme- oder Kältegefühl (34.6%), Schmerzen während der Injektion (2.6%) oder Hautrötungen (1.2%), vorübergehende Geschmacksveränderungen (1%) oder Übelkeit/Erbrechen (0.9%) beobachtet.

Bei intravasaler Anwendung

Die unerwünschten Wirkungen sind in den meisten Fällen leicht bis mittelschwer ausgeprägt, sehr selten schwer oder lebensbedrohend.

Hypersensitivitätsreaktionen

Hypersensitivitätsreaktionen anaphylaktischer oder anaphylaktoider Art können sich vollkommen unvorgesehen mit leichten Symptomen (siehe unten) ankünden und sehr rasch in eine schwere generalisierte Schockreaktion übergehen:

Haut- oder Schleimhautreaktionen: Pruritus, Erythemen, Urticaria, Gesichtsödem, Quinck'sches Ödem

Atemwege: Niesen, Husten, Atembeklemmung, Atemnot, Dyspnoe, Bronchospasmus, Larynxödem oder Laryngospasmus

Kardiovaskuläre: Hypotension, Schwindel, allgemeines Unbehagen, Tachykardie, Herz-Kreislaufstillstand. Schwerwiegende Arrythmien einschliesslich ventrikulärer Fibrillationen wurden sehr selten bei herzkranken Patienten berichtet – sowohl im Zusammenhang mit einer Hypersensitivität als auch ohne.

Andere: Nausea, Erbrechen, Abdominalkrämpfe oder -schmerzen

In solchen Fällen muss die Verabreichung sofort unterbrochen werden und je nach Fortschreiten der Symptomatik eine geeignete Therapie (siehe auch "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" und „Sonstige Hinweise“) eingeleitet werden.

Die meisten Nebenwirkungen treten während der ersten Minuten nach der Kontrastmittelgabe auf. Es werden allerdings auch verzögerte Reaktionen, die bis zu einigen Tagen nach der Kontrastmittelgabe auftreten (Spätreaktionen), gemeldet. Neben Hautreaktionen zählen neurologische Komplikationen, die Nierenfunktionseinschränkung, die Schilddrüsenautonomie, Fieber sowie gastrointestinale Beschwerden (Nausea, Erbrechen) hierzu.

Die nachfolgend aufgestellten unerwünschten Arzneimittelwirkungen stammen aus sogenannten Post-Marketing Beobachtungsstudien über 352'255 Patienten, aus der Pharmakovigilanz und Nebenwirkungsberichten. Sie sind nach Organklassen aufgeteilt und die Häufigkeit der Nebenwirkungen wird wie folgt beschrieben:

Beschreibung Häufigkeit Prozentzahl

sehr häufig mehr als 1/10 Patienten >10%

häufig 1/100 bis 1/10 Patienten 1% - 10%

gelegentlich 1/1.000 bis 1/100 Patienten >0,1% -1%

selten 1/10.000 bis 1/1.000 Patienten 0,01% - 0,1%

sehr selten 1/10.000 Patienten oder weniger ≤0,01% sowie Einzelberichte

Immunsystem:

Selten: Hypersensitivität.

Sehr selten: anaphylaktischer Schock, anaphylaktische Reaktion, anaphylaktoide Reaktion

Endokrine Störung:

Sehr selten: Schilddrüsenfunktionsstörung

Sehr selten: Hypothyreose durch Iod-Überlastung bei Neu- aber vor allem auch bei Frühgeborenen. Iodhaltige Kontrastmittel können bei Schilddrüsenüberfunktion (latenter Hyperthyreose) zu akuten Entgleisungen des Stoffwechsels führen (siehe „Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen“).

Reaktionen des Nervensystems:

Selten: Kollaps mit Bewusstlosigkeit (vasovagale Reaktion, Präsynkope), Tremor*, Parästhesien*

Sehr selten: Kopfschmerzen, Schwindel, Unruhe*, Konfusion*, visuelle Störungen*, Photophobie*, vorübergehende Blindheit*, Desorientierung, Amnesien*, Konvulsion*, Schläfrigkeit* Koma* .

*häufiger bei hohen Kontrastmittelkonzentrationen im zerebralen Blutkreislauf.

Bei anderen wasserlöslichen iodierten Röntgenkontrastmitteln:

Paralyse, Parese, Halluzination, Sprach- u. Redestörungen

Gehör- u. Labyrinth Störungen:

Selten: Schwindel

Sehr selten: Hörverlust, Tinnitus

Reaktionen des Herz-Kreislaufsystems:

Selten: Tachykardien

Sehr selten: Herz-Kreislaufversagen oder -stillstand, Myokardinfarkt häufiger bei intrakoronarer Verabreichung, Arrhythmie, ventrikuläre Fibrillationen, Angina pectoris, Bradykardie, Blutdruckabfall, Hypertonie, Zirkulationsstörungen

Bei anderen wasserlöslichen iodierten Röntgenkontrastmitteln: Thrombophlebitis

Nicht bekannt: Torsades de Pointes, Spasmen der Koronararterien

Reaktionen der Atemwege:

Selten: Dyspnoe, Husten, Atemnot (Engegefühl im Rachenraum), Niesen

Sehr selten: Atemstillstand, Lungenödem, Bronchospasmus, Larynxödem respektive Laryngospasmus

Gastrointestinale Reaktionen:

Gelegentlich: Nausea

Selten: Erbrechen

Sehr selten: Geschmacksveränderungen, Abdominalschmerzen oder –krämpfe

Bei anderen wasserlöslichen iodierten Röntgenkontrastmitteln:

Akute Pankreatitis (nach ERCP), Diarrhöe meist dort bei oraler oder rektaler Anwendung, Speicheldrüsenvergrösserung, Hypersekretion der Speicheldrüsen

Hautreaktionen:

Selten: Angioödeme, Urtikaria (lokal bis generalisiert), Erytheme, Pruritus

Sehr selten: akuter generalisierter exanthematöser Ausschlag, Stevens-Johnson Syndrom, Lyellsyndrom, Ekzeme, makulopapulöse Exantheme (alle als verzögerte Hypersensitivitätsreaktion; kutane Spätreaktion), Hautrötungen (Flush), Ausschläge, Ödeme oder Augenlidschwellungen.

Bei anderen wasserlöslichen iodierten Röntgenkontrastmitteln: Erythema multiforme

Nierenfunktionsstörungen:

Sehr selten: Vorübergehende Kreatininämie zu einer akuten Niereninsuffizienz mit Oligurie, Anurie oder akutem Nierenversagen führend. Bezüglich der Patienten mit erhöhtem Risiko sei auf die entsprechenden „Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen“ verwiesen.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle:

Gelegentlich: Wärmeempfinden

Selten: Gesichtsödeme, allgemeines Missempfinden, Schüttelfrost, Schmerzen an der Injektionsstelle, Schwäche, Fieber, Zittern

Sehr selten: Nekrosen oder Entzündungen nahe der Injektionsstelle infolge Extravasation, Ödeme nahe der Injektionsstelle. Diese können auch ohne Extravasation des injizierten Präparates auftreten und sind meist vorübergehend. Kompartment-Syndrome sind nach Extravasation des Kontrastmittels beschrieben worden.

Bei der intraarteriellen Injektion ist der Injektionsschmerz von der Osmolalität der Injektionslösung abhängig.

Es sollte auf die korrekte intravasale Applikation geachtet werden.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern

Qualitativ und von ihrer Art her vergleichbar mit den bei Erwachsenen beobachteten – die Häufigkeit kann anhand der vorliegenden Daten nicht abgeschätzt werden.

Bei intrauteriner Anwendung:

In den klinischen Studien wurden häufig Beckenschmerzen (3%) berichtet.

Bei intraartikulärer Anwendung:

In den klinischen Studien wurden häufig Gelenksschmerzen (4%) berichtet.

Allgemein kann es bei Arthrographien in seltenen Fällen zu Infektionen oder Entzündungen des Gelenks kommen. Bei stark zunehmender Schwellung nach dem Eingriff soll der Patient einen Arzt aufsuchen.

Ein Herz-Kreislaufkollaps unterschiedlichen Schweregrades kann plötzlich und vollkommen unvorhergesehen ohne Warnzeichen auftreten oder die oben genannten kardiovaskulären Nebenwirkungen deutlich verschlimmern.

Überdosierung

Eine Überdosierung kann für den Patienten lebensgefährlich sein. Die Atemwege, Herz und Kreislauf, die Nieren mit Wasser- und Elektrolythaushalt sowie die Blut-Hirn-Schranke können betroffen werden. Die Behandlung muss auf die Aufrechterhaltung der lebenswichtigen Funktionen und auf den schnellen Einsatz einer Symptombehandlung hinzielen. Die Nierenfunktion sollte mindestens drei Tage weiterverfolgt werden.

Es bestehen keine Angaben über einen Hämodialyse-Einsatz, auch wenn auf Grund der physiko-chemischen Eigenschaften und Erfahrung mit ähnlichen Präparaten eine solche zur Eliminationsförderung eingesetzt werden könnte.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: V08AB11

Iobitridol ist ein triiodiertes, nichtionisches Monomer, welches sich durch eine hohe Wasserlöslichkeit und Hydrophilie auszeichnet. Die Kontrastgebung erfolgt dank des kovalent gebundenen Iods, welches die Röntgenstrahlen absorbiert. Xenetix® gehört zur Klasse der trijodierten (monomeren), wasserlöslichen, niederosmolaren, nichtionischen Röntgenkontrastmittel. Die gebrauchsfertige Injektionslösung ist klar, farblos bis leicht gelblich gefärbt und hat die folgenden physiko-chemischen Eigenschaften.

XENETIX 300

XENETIX 350

Iodkonzentration (mg I/ml)

300

350

Osmolalität (mOsm/kg H2O)

695

915

Viskosität bei:

37 °C (mPa.s)

6

10

20 °C (mPa.s)

11

21

Pharmakokinetik

Distribution:

Nach der intravasalen Verabreichung verteilt sich XENETIX wie alle wasserlöslichen Uroangiographika rasch in den Blutgefässen und im interstitiellen Raum (t½ = 18 min). Die intakte Blut-Hirn-Schranke vermag es nicht zu überwinden, bindet sich nur in geringem Ausmass an Serumproteine, passiert kaum die Zellmembranen und wird auch nach oraler Verabreichung kaum resorbiert. Das dosisunabhängige Verteilungsvolumen von 0,2 ml/kg Körpergewicht bestätigt die ausschliesslich extrazelluläre Verteilung.

Metabolismus und Elimination:

Iobitridol wird dosisunabhängig ohne metabolisiert zu werden mit einer Eliminationshalbwertszeit t½ von 108 min vollständig renal (glomeruläre Filtration) eliminiert. Die Clearancerate beträgt 0,080 l/h.kg oder 93 ml/min beim Erwachsenen. Im 8 Std.-Urin findet man 88 - 98%, im 24 Std.-Urin 100% der verabreichten Dosis.

Kinetik in besonderen klinischen Situationen:

Bei einer Niereninsuffizienz erfolgt die Ausscheidung deutlich verlangsamt und heterotop über die Gallenwege, so dass eine Dialyse notwendig werden kann.

Präklinische Daten

Die bei Tieren nach i.v. Applikation durchgeführten akuten Toxizitätsuntersuchungen mit Iobitridol führten erst ab sehr hohen Dosen (9 bis 18 g Iod/kg KG) zum Auftreten von Unverträglichkeitszeichen wie transitorischer Hypothermie, Atemdepression und dosisabhängig zu histopathologischen Läsionen in den beiden Zielorganen: Leber mit Vakuolisierungen in den Hepatozyten, Niere mit tubulozellulären Vakuolen und Ektasien.

Bei wiederholter i.v. Gabe von 2.8 g Iod/kg/Tag beim Hund über 28 Tage beobachtete man eine nach Abbruch der Behandlung reversible granuläre Vakuolenbildung in den Nierentubuli.

Die lokale Verträglichkeitsprüfung nach einmaliger intramuskulärer oder subcutaner Applikation wies auf mögliche entzündliche Reaktionen nach Extravasation hin.

Untersuchungen zur Mutagenität verliefen negativ. Prüfungen auf embryotoxische oder teratogene Wirkungen an Ratten oder Kaninchen konnten keine Hinweise auf ein teratogenes Potential liefern.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten:

Zur Vermeidung physiko-chemischen Inkompatibilitäten wird allgemein nicht empfohlen andere Arzneimittel mit XENETIX zu mischen.

Beeinflussung diagnostischer Methoden:

Schilddrüsenfunktionstest: Die Aufnahmefähigkeit des Schilddrüsengewebes für Radioisotope zur Schilddrüsendiagnostik wird durch iodhaltige nierengängige Röntgenkontrastmittel bis zu zwei Wochen und in seltenen Fällen länger beeinträchtigt. Schilddrüsenfunktionstests, die nicht auf der Bestimmung der Iodaufnahme beruhen, z.B. T3-Triiodthyronin und Thyroxin (Gesamt-T4) Bestimmungen bleiben unbeeinflusst. Siehe auch „Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen“ sowie „Interaktionen“.

Klinische Labor-Untersuchungen:

Sehr selten: Anstieg des Serumkreatinins

Bei anderen wasserlöslichen iodierten Röntgenkontrastmitteln:

Abnormale EEGs, erhöhte Blutamylase-Werte.

Hinweise zur Verhaltensweise bei kontrastmittelbedingten Zwischenfällen:

Angesichts der Unvorhersehbarkeit eines Zwischenfalles bei der Gabe jodierter Röntgenkontrastmittel, wird die Bereitstellung aller in Frage kommmender Notfallmassnahmen für eine Reanimation und Notfalltherapie gefordert. (siehe auch "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen"). Während der Untersuchung sollte der Allgemeinzustand des Patienten durch den Arzt regelmässig überwacht werden (Puls, Blutdruck) und zur unverzüglichen Behandlung eines Zwischenfalles ein intravenöser Zugang aufrechterhalten werden.

Hinweise zur Vermeidung thromboembolischer Komplikationen:

Nicht-ionische Röntgenkontrastmittel haben eine schwächere gerinnungshemmende Wirkung als ionische Röntgenkontrastmittel. Zur Vermeidung von Blutgerinnseln oder thromboembolischer Komplikationen muss auf eine besonders sorgfältige angiographische Technik, das Vermeiden von bewegungsarmen Mischzonen mit Blut, das häufige Spülen der benutzten Katheter und Gefässzugänge mit (heparinisierten) Kochsalzlösungen, eine möglichst kurze Untersuchungsdauer, die Verwendung von Kunststoff- statt Glasspritzen, auf die Komedikation sowie die zusätzliche Gabe von blutgerinnungshemmenden Stoffen (z.B. Heparin) geachtet werden.

Hygienehinweise

Grundsätzlich gilt es bei der Anwendung von Kontrastmitteln die allgemeinen Hygienevorschriften für sterile Lösungen zu beachten. Da die Lösungen nicht konserviert sind und es sich um Eindosenbehälter handelt, sind die in einem Untersuchungsgang nicht verbrauchten Restmengen zu verwerfen. Die Polypropylenbeutel können ohne Anzustechen mit einer Luer-Verbindung entleert werden. (Man beachte die spezifischen Hinweise auf der Verpackung). Bei der Verwendung in Verbindung mit Injektomaten, sind alle Vorsichtsmassnahmen zur Verhinderung einer Kontamination oder Partikelbelastung wahrzunehmen. Beispielsweise müssen die mit Vorteil mit Rückstromsicherheitsventilen versehenen Verbindungschläuche zum Patienten nach jeder Untersuchung ausgewechselt werden. Bei der Kontrastmittelentnahme werden geschlossene Systeme, die mit Sterilluftfiltern versehen sind, empfohlen. Am Ende des Untersuchungstages sind die verbliebenen Reste des Kontrastmittels zu verwerfen. Ergänzende Anwendungshinweise der jeweiligen Geräte- und Medizinproduktehersteller sind unbedingt zu beachten.

Arthrographie: Alle möglichen Massnahmen für eine optimale Hygiene, d.h. das Arbeiten unter sterilen Bedingungen, müssen ergriffen werden.

Haltbarkeit:

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «Exp» bezeichnetem Datum verwendet werden. Nach Anbruch sollte das Kontrastmittel als unkonservierte Injektionslösung unmittelbar aufgebraucht und allfällige Restmengen vernichtet werden.

Besondere Lagerungshinweise:

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Vials:

Vor Licht und Röntgenstrahlen geschützt bei Temperaturen nicht über 30 °C lagern.

Polypropylenbeutel / Scanbags:

Vor Licht und Röntgenstrahlen geschützt bei Raumtemperatur (15 – 25 °C) aufbewahren.

Kurz vor der Untersuchung ist das Kontrastmittel mit Vorteil auf Körpertemperatur (37 °C) vorzuwärmen.

Zulassungsnummer

53'001 (Swissmedic)

Zulassungsinhaberin

Guerbet AG, Zürich

Herstellerin

Guerbet, Roissy, Frankreich

Stand der Information

August 2015

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