Hexvix Trockensub 85 Mg Solv 50ml Durchstf 10 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Hexaminolevulinathydrochlorid

Hilfsstoffe (Lösungsmittel): Dinatriumhydrogenphosphat, Kaliumdihydrogenphosphat, Natriumchlorid, Salzsäure, Natriumhydroxid, Wasser für Injektionszwecke

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Jede Durchstechflasche enthält 100 mg Hexaminolevulinathydrochlorid entsprechend 85 mg aktives Hexaminolevulinat.

Nach Auflösung in 50 ml Lösungsmittel enthält 1 ml der Lösung 1,7 mg Hexaminolevulinat; dies entspricht einer 8 mmol/l Hexaminolevulinat-Lösung.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Diagnostikum. Hexvix-Blaulicht-Fluoreszenz-Zystoskopie wird bei Patienten mit bekanntem oder stark vermutetem Blasenkarzinom als Ergänzung zur Standard-Weisslicht-Zystoskopie zur Diagnose und Verlaufskontrolle von Blasenkarzinom verwendet (siehe Abschnitt «Eigenschaften/Wirkungen»).

Dosierung/Anwendung

Eine Hexvix-Zystoskopie darf nur von medizinischem Fachpersonal, das speziell in Hexvix-Blaulicht-Fluoreszenz-Zystoskopie geschult ist, durchgeführt werden. Die Blase sollte vor der Instillation von Hexvix drainiert werden, und eine komplette Examination der Blase mit Weisslicht ist durchzuführen. Eine ausgedehnte Blasenentzündung sollte u.a. ausgeschlossen sein (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Danach werden 50 ml der zubereiteten 8 mmol/l Lösung (siehe Abschnitt «Hinweise für die Handhabung») durch einen Katheter in die Blase instilliert. Die Blase sollte erst nach 60 Minuten entleert werden.

Die zystoskopische Untersuchung sollte unter Blaulicht innerhalb von etwa 60 Minuten und nicht später als 180 Minuten nach der Instillation von Hexvix in die Blase durchgeführt werden. Es sollten 60 Minuten nach der Instillation vergehen, bevor mit der zystoskopischen Untersuchung begonnen wird, auch wenn der Patient Hexvix nicht 1 Stunde lang in der Blase gespeichert hatte.

Zunächst sollte die Blase vollständig unter Weisslicht untersucht werden; danach sollte die Untersuchung mit Blaulicht wiederholt werden.

Für eine optimale Visualisierung wird empfohlen, die gesamte Blase zu untersuchen und zu erfassen, sowohl mit Weisslicht als auch mit Blaulicht, bevor operative Eingriffe vorgenommen werden.

Biopsien aller erfassten Läsionen sollten normalerweise unter Weisslicht entnommen werden, und die vollständige Resektion sollte durch Umschalten auf Blaulicht überprüft werden.

Es dürfen ausschliesslich mit einer CE-Kennzeichnung versehene Zystoskopiegeräte verwendet werden, die mit den erforderlichen Filtern sowohl für die Standard-Weisslicht-Zystoskopie als auch für die Blaulicht-(Wellenlänge 380-450 nm)-Fluoreszenz-Zystoskopie ausgestattet sind.

Die während der Zystoskopie angewendeten Lichtdosen können variieren. Normalerweise liegen die Gesamt-Lichtdosen (Weisslicht und Blaulicht) zwischen 180 und 360 J, bei einer Stärke von 0,25 mW/cm².

Kinder und Jugendliche

Es sind keine Erfahrungen mit der Anwendung bei Patienten unter 18 Jahren vorhanden.

Kontraindikationen

•Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung

•Porphyrie

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Überempfindlichkeitsreaktionen einschliesslich schwerwiegender anaphylaktischer/anaphylaktoider Reaktionen wurden berichtet. Geeignete Einrichtungen für lebensrettende Massnahmen sollten einsatzbereit sein.

Hexvix sollte nicht bei Patienten mit hohem Risiko einer Blasenentzündung, z.B. nach einer BCG-Therapie oder bei mässiger oder schwerer Leukozyturie angewendet werden.

Die Erfahrungen zur Sicherheit nach Markteinführung ergaben keine Hinweise darauf, dass die wiederholte Anwendung von Hexvix im Rahmen von Nachuntersuchungen bei Patienten mit Blasenkarzinom ein Risiko darstellt. Es wurden jedoch keine speziellen Studien durchgeführt.

Eine ausgedehnte Blasenentzündung sollte vor der Anwendung des Arzneimittels durch Zystoskopie ausgeschlossen werden.

Eine Entzündung kann zur verstärkten Porphyrinbildung und einem erhöhten Risiko für lokale Toxizität bei der Belichtung sowie zu falscher Fluoreszenz führen.

Wenn während der Weisslichtuntersuchung eine ausgedehnte Blasenentzündung diagnostiziert wird, ist eine Blaulichtuntersuchung zu vermeiden.

Bei Patienten, die sich kurze Zeit zuvor einem chirurgischen Eingriff an der Blase unterzogen haben, besteht ein erhöhtes Risiko für das Auftreten falscher Fluoreszenz im Resektionsbereich.

Als Vorsichtsmassnahme wird empfohlen, auf die Anwendung von Hexvix während der Schwangerschaft zu verzichten. Es gibt nur begrenzt Daten zur Anwendung bei Schwangeren (siehe Abschnitt «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Interaktionen

Es wurden keine speziellen Wechselwirkungs-Studien mit Hexaminolevulinat durchgeführt.

Schwangerschaft/Stillzeit

Fertilität

Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf Wirkungen auf die weibliche Fertilität. Zu Wirkungen auf die männliche Fertilität wurden keine tierexperimentellen Studien durchgeführt (siehe Abschnitt «Präklinische Daten»).

Schwangerschaft

Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Hexaminolevulinat bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien lassen hinsichtlich der Reproduktionstoxizität nicht auf direkte oder indirekte schädliche Auswirkungen schliessen (siehe Abschnitt „Präklinische Daten«). Als Vorsichtsmassnahme wird empfohlen, auf die Anwendung von Hexvix während der Schwangerschaft zu verzichten (siehe Abschnitt „Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Hexaminolevulinat oder dessen Metabolite in die Muttermilch übergehen. Ein Risiko für das Neugeborene/Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Das Stillen soll während der Behandlung mit Hexvix unterbrochen werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt. Es sind jedoch keine solchen Wirkungen anzunehmen.

Unerwünschte Wirkungen

Die meisten der berichteten Nebenwirkungen waren vorübergehend und leicht oder mässig ausgeprägt. Die in klinischen Studien am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Blasenspasmus, von 2,4% der Patienten berichtet, Dysurie, 1,8%, Blasenschmerzen, 1,7% und Hämaturie, 1,7%.

Aufgrund von früheren Erfahrungen mit Verfahren wie Standard-Zystoskopie und transurethraler Resektion der Blase (TUR-B) wurde das Auftreten der beobachteten Nebenwirkungen erwartet.

Immunsystem

Häufigkeit unbekannt: Anaphylaktischer Schock.

Infektionen

Gelegentlich: Zystitis, Sepsis, Harnwegsinfektion.

Blut und Lymphsystem

Gelegentlich: Anämie, Leukozytose.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Gelegentlich: Gicht.

Psychiatrische Störungen

Gelegentlich: Insomnie.

Nervensystem

Häufig: Kopfschmerzen.

Gastrointestinale Störungen

Häufig: Übelkeit, Erbrechen, Obstipation, Diarrhoe, Bilirubin- und Transaminasen-Erhöhung.

Haut

Gelegentlich: Ausschlag.

Muskelskelettsystem

Gelegentlich: Rückenschmerzen.

Nieren und Harnwege

Häufig: Blasenspasmus, Blasenschmerzen, Dysurie, Harnverhaltung, Hämaturie.

Gelegentlich: Harnröhrenschmerzen, Pollakisurie, Harndrang, Erkrankung der Harnwege.

Reproduktionssystem und Brust

Gelegentlich: Balanitis.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Häufig: Pyrexie, Schmerzen nach dem Eingriff.

Gelegentlich: Postoperatives Fieber.

Überdosierung

Es liegen keine Erfahrungen mit einer höheren als der empfohlenen Lichtintensität bzw. mit verlängerter Lichtexposition vor.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: V04CX

Wirkungsmechanismus

Nach intravesikaler Instillation von Hexaminolevulinat kommt es zu einer intrazellulären Akkumulation von Porphyrinen, bevorzugt in malignen Zellen. Die intrazellulären Porphyrine (einschliesslich PpIX) sind photoaktive, fluoreszierende Verbindungen, die bei Blaulichtexzitation rotes Licht ausstrahlen. Infolgedessen leuchten prämaligne und maligne Läsionen vor einem blauen Hintergrund rot. Falsche Fluoreszenz kann bei Entzündungen auftreten.

Klinische Wirksamkeit

Die klinischen Studien mit Hexvix umfassten 1072 Patienten mit Blasenkarzinom.

Im Vergleich zur Standard-Zystoskopie wurden nach einer Blaulicht-Zystoskopie signifikant mehr Carcinoma in situ (CIS) und papilläre Läsionen erkannt. Die Erkennungsquote für CIS betrug 95% vs. 49,5 % und für papilläre Läsionen 90,6% - 100% vs. 85,4% - 94,3%.

Die verbesserte Erkennung betrifft Läsionen im nicht invasiven Stadium.

In einer Studie bei Patienten mit initialem und rezidivierendem Blasenkarzinom und Verdacht auf einen oder mehrere papilläre Tumoren hatten insgesamt 16,4% der Patienten mit pTa/pT1-Läsionen, 31,7 % der Patienten mit CIS-Läsionen und 3,2% der Patienten mit T2-T4-Läsionen weitere Läsionen, die nur mittels Hexvix-Blaulicht-Zystoskopie entdeckt wurden. Die Patienten wurden während 9 Monaten nach der Instillation von Hexvix nachbeobachtet. Dabei war der Anteil der Patienten mit Rezidiven in der Hexvix-Gruppe (47,2%) niedriger als in der Gruppe mit Weisslicht-Zystoskopie (56,1 %). Die relative Reduktion der Rezidivrate betrug in der Hexvix-Gruppe 15,8%. Nach einer weiteren medianen Nachbeobachtungszeit von 4,5 Jahren war die mediane Zeit bis zum Rezidiv 16,4 Monate in der Hexvix-Gruppe im Vergleich zu 9,4 Monaten in der Weisslicht-Gruppe.

Die Gesamtquote falsch positiver Läsionsbefunde war nach einer Blaulicht-Zystoskopie erhöht, 17,3% bei Weisslicht-Zystoskopie und 21,9% bei Blaulicht-Zystoskopie.

Pharmakokinetik

Distribution und Elimination

Die systemische Bioverfügbarkeit (absolute BV) beträgt 5-10%, die Cmax 343 ng/ml, die terminale Eliminationshalbwertszeit 76 Stunden und das Vss 248 l.

Präklinische Daten

An Ratten und Hunden wurden siebentägige Studien zur intravesikalen Verträglichkeit ohne Lichtexposition durchgeführt. Bei der Studie an Ratten traten Fälle von Leukozytose auf, was auf eine entzündungsfördernde Wirkung von Hexaminolevulinat hinweist.

Azotämie, rot gefärbter Urin und Gewichtsverlust wurden ebenfalls beobachtet.

Bei den mit Hexaminolevulinat behandelten Hunden traten Übergangszell-Hyperplasie und Basophilie im Harnwegsepithel geringfügig häufiger auf und waren geringfügig stärker ausgeprägt.

Ein lokaler Lymphknoten-Assay an Mäusen hat gezeigt, dass Hexaminolevulinat potenziell eine Hautsensibilisierung verursachen kann.

Alle Studien zum genotoxischen Potenzial waren negativ (Ames-Test, TK-Assay, in vivo Mikronukleus-Zellmodell, Chromosomenaberrationen in CHO-Zellen und Comet-Assay an Vesikalproben aus einer Studie an Hunden zur lokalen Verträglichkeit mit Blaulichtaktivierung).

Die Reproduktionstoxizität wurde nach wiederholter intravenöser Gabe von Hexaminolevulinat an Ratten und Kaninchen untersucht. Es wurden keine Effekte auf embryofetale Mortalität, fetales Gewicht oder die Häufigkeit von fetalen Abweichungen und Variationen, einschliesslich Parametern der skelettalen Ossifikation, beobachtet. In Untersuchungen an Ratten wurden keine Wirkungen auf die weibliche Fertilität und auf die frühe Embryonalentwicklung beobachtet.

Karzinogenitätsstudien wurden mit Hexaminolevulinat nicht durchgeführt.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Hexvix darf nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

Das Arzneimittel darf nur mit dem mitgelieferten Lösungsmittel verdünnt werden.

Haltbarkeit

Nach Ablauf des Verfalldatums nicht mehr verwenden!

Nach Auflösung im Lösungsmittel: Die chemische und physikalische in-use-Stabilität wurde für 2 Stunden bei 2-8°C nachgewiesen. Aus mikrobiologischen Gründen ist die gebrauchsfertige Zubereitung unmittelbar nach Rekonstitution zu verwenden. Falls die Lösung nicht sofort angewendet wird, ist der Anwender für die Dauer und die Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich, die nicht länger als 2 Stunden bei 2-8°C betragen sollte.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15-25°C).

Lösung (nach Herstellung): Im Kühlschrank (2-8°C) lagern (siehe auch Abschnitt «Haltbarkeit»).

Hinweise für die Handhabung

Hexaminolevulinat kann durch Hautkontakt eine Sensibilisierung verursachen.

Alle Schritte sind mit sterilem Gerät und unter aseptischen Bedingungen auszuführen.

1. 50 ml des Lösungsmittels für Hexvix werden in eine sterile 50 ml-Spritze aufgezogen.

2. Etwa 10 ml davon werden in die Durchstechflasche mit Hexvix-Pulver injiziert.

3. Ohne die Nadel herauszuziehen, werden die Durchstechflasche und die Spritze festgehalten und vorsichtig geschüttelt, um das Pulver vollständig aufzulösen.

4. Die Lösung mit dem aufgelösten Hexvix wird aus der Durchstechflasche vollständig in die Spritze aufgezogen und der Inhalt der Spritze vorsichtig gemischt.

5. Hexvix ist nun rekonstituiert und gebrauchsfertig. Die so hergestellte Lösung ist klar bis leicht opalisierend und farblos bis blassgelb.

Nur zur einmaligen Anwendung. Nicht verwendetes Produkt ist zu entsorgen.

Zulassungsnummer

58'015 (Swissmedic)

Zulassungsinhaberin

Future Health Pharma GmbH, 8620 Wetzikon ZH.

In Lizenz von Photocure ASA.

Stand der Information

Juli 2013

Verwendung dieser Informationen

Die Informationen auf dieser Seite sind für Fachpersonal gedacht. Bei Fragen lassen Sie sich von einer Fachperson (z.B. Arzt oder Apotheker) beraten.