Accupaque Inj Loes 300 Mg Plast Fl 100 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Iohexol.

Hilfsstoffe: Trometamolum, Natrii calcii edetas, Acid. hydrochloricum (pH-Einstellung), Aqua ad iniectabilia.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Accupaque 300

1 ml Injektionslösung enthält: Iohexol 647 mg entspr. 300 mg Iod.

Accupaque 350

1 ml Injektionslösung enthält: Iohexol 755 mg entspr. 350 mg Iod.

Accupaque ist ein nichtionisches, monomeres, triiodiertes, wasserlösliches Röntgenkontrastmittel. Es handelt sich um eine Injektionslösung für den intravenösen, intraarteriellen und intrathekalen Gebrauch und die Anwendung in Körperhöhlen. Die gebrauchsfertige Injektionslösung hat folgende Osmolalitäts- und Viskositätswerte:

Accupaque (Iohexol INN)

300

350

Iodkonzentration (mg/ml)

300

350

Iodgehalt (g) pro Injektionsflasche zu 100 ml

30

35

Kontrastmittelkonzentration (mg/ml)

647

755

Kontrastmittelgehalt (g) pro Injektionsflasche zu 100 ml

64,7

75,5

Osmolalität bei 37 °C (Osm/kg H2O)

0,64

0,78

Viskosität (mPa•s)

bei 20 °C

bei 37 °C

11,6

6,1

23,3

10,6

pH

6,8 – 7,6

6,8 – 7,6

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Röntgenkontrastmittel für Erwachsene und Kinder für die Kardioangiographie, Arteriographie, Urographie, Phlebographie und CT-Kontrastverstärkung.

Zervikale Myelographie, Anwendung in Körperhöhlen (Arthrographie und Hysterosalpingographie).

Dosierung/Anwendung

Die Dosierung kann je nach der Art der Untersuchung, dem Alter, Gewicht, dem Herzminutenvolumen und dem Allgemeinzustand des Patienten variieren.

Normalerweise werden dieselben Iodkonzentrationen und Volumina eingesetzt wie mit anderen gebräuchlichen iodhaltigen Röntgenkontrastmitteln. Eine ausreichende Hydratisierung vor und nach der Gabe sollte wie bei anderen Kontrastmitteln gewährleistet sein. Das Präparat kann intraarteriell, intravenös, intrathekal und in Körperhöhlen appliziert werden. Accupaque sollte vor Gebrauch visuell auf vorhandene Partikel und Entfärbung untersucht werden. Die Packung muss unversehrt sein.

Für die Dosierung in den einzelnen Anwendungsgebieten gelten folgende Richtlinien:

Dosierung für Erwachsene

Intrathekale Anwendung

Indikationen

Konzentration

Volumen

Zervikale Myelographie

(lumbale Injektion)

300 mg I/ml

7 - 10 ml

Zervikale Myelographie

300 mg I/ml

6 - 8 ml

Um das Auftreten unerwünschter Wirkungen möglichst gering zu halten, sollte eine Gesamtdosis von 3 g Iod nicht überschritten werden.

Intravenöse Anwendung

Indikationen

Konzentration

Volumen

Kommentar

Urographie

300 mg I/ml

oder 350 mg I/ml

40 - 80 ml

40 - 80 ml

80 ml können in

gewissen Fällen

überschritten werden

Phlebographie (Bein)

300 mg I/ml

20 - 100 ml

pro Bein

Digitale Subtraktions-angiographie

300 mg I/ml

oder

350 mg I/ml

20 - 60 ml/ Injektion

20 - 60 ml/ Injektion

Flussrate: 8 - 12 ml/s

in die V. cubitalis

10 - 20 ml/s in die

V. cava

CT Kontrast-verstärkung

300 mg I/ml

oder

350 mg I/ml

100 - 200 ml/ Injektion

100 - 150 ml/ Injektion

Die Gesamtmenge

Iod liegt normaler-

weise bei 30 - 60 g

Intraarterielle Anwendung

Indikationen

Konzentration

Volumen

Kommentar

Arteriographie:

Aortenbogen

300 mg I/ml

30 - 40 ml/ Injektion

Volumen hängt von

der Injektionsstelle

ab

Selektiv cerebral

300 mg I/ml

5 - 10 ml/ Injektion

Femoral

300 mg I/ml

oder350 mg I/ml

30 - 50 ml/ Injektion

30 - 50 ml/ Injektion

Aortographie

350 mg I/ml

40 - 60 ml/ Injektion

Verschiedene

300 mg I/ml

abhängig von der Art der Untersuchung

Kardioangiographie:

Linksventrikulär- und Aortenwurzel-Injektion

Selektive Koronar-arteriographie

350 mg I/ml

350 mg I/ml

30 - 60 ml/ Injektion

4 - 8 ml/ Injektion

Digitale Subtraktions-

angiographie

300 mg I/ml

1 - 15 ml/ Injektion

bis zu 30 ml/

Injektion können eingesetzt werden

Anwendung in Körperhöhlen

Indikationen

Konzentration

Volumen

Kommentar

Arthrographie

300 mg I/ml

oder350 mg I/ml

5 - 15 ml

5 - 10 ml

Hysterosalpingographie

300 mg I/ml

15 - 25 ml

Dosierung für Kinder

Intravenöse Anwendung

Indikationen

Konzentration

Volumen

Kommentar

Urographie:

Kinder <7 kg

Kinder >7 kg

300 mg I/ml

300 mg I/ml

3 ml/kg KG

2 ml/kg KG

(max. 40 ml)

CT Kontrast-

Verstärkung

300 mg I/ml

2 - 3 ml/kg KG

bis zu 40 ml

In Ausnahmefällen können bis 100 ml gegeben werden

Intraarterielle Anwendung

Indikationen

Konzentration

Volumen

Kommentar

Kardioangiographie

300 mg I/ml

oder

350 mg I/ml

max. 8 ml/kg KG

Kontraindikationen

Schwerwiegende Überempfindlichkeits-Reaktionen nach Gaben von Accupaque oder dessen Bestandteile in der Anamnese, manifeste Thyreotoxikose.

Während einer Schwangerschaft oder bei akuter Entzündung im Beckenbereich ist eine Hysterosalpingographie kontraindiziert.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Generelle Vorsichtsmassnahmen beim Gebrauch nichtionischer Kontrastmittel

Überempfindlichkeitsreaktionen

Traten Allergie, Asthma oder ausgeprägte unerwünschte Reaktionen bei der Gabe anderer iodierter Kontrastmittel auf, ist Vorsicht geboten. Jeder Kontrastmittelverabreichung sollte daher eine ausführliche Anamnese vorausgehen und bei Patienten mit einer allergischen Diathese und bei Patienten mit bekannten Überempfindlichkeitsreaktionen ist eine strenge Indikationsstellung erforderlich. Eine Prämedikation mit Kortikosteroiden oder Histamin H1- und H2-Antagonisten sollte für diese Fälle in Betracht gezogen werden. Ein anaphylaktischer Schock kann dadurch aber nicht verhindert werden. Erste Symptome können sogar verschleiert werden.

Bei Patienten mit Bronchialasthma ist vor allem das Risiko für Bronchospasmus erhöht. Bei Anwendung iodhaltiger Kontrastmittel können anaphylaktoide Reaktionen mit unter Umständen lebensbedrohlichen kardiovaskulären (Schock) oder respiratorischen (Larynxödem, Bronchospasmus) sowie Abdominalsymptomen, Urtikaria, Angioödem oder neurologische Komplikationen auftreten. Unabhängig von der Menge und Art der Verabreichung, können Symptome wie Angioödem, Konjuktivitis, Husten, Juckreiz, Schnupfen, Niesen und Urtikaria auf eine schwere anaphylaktische Reaktion hindeuten, die behandelt werden muss. Bei jeder Untersuchung müssen deshalb die personellen Voraussetzungen für die Notfalltherapie gegeben, und das notwendige Material verwendungsbereit sein (Sauerstoff, Adrenalin, Infusionsmaterial, Intubations- und Beatmungsmöglichkeiten u.a.). Bei drohendem Schockzustand muss die Verabreichung des Kontrastmittels sofort gestoppt werden und falls notwendig, mit einer spezifischen intravenösen Behandlung begonnen werden.

Es ist unbedingt erforderlich, mit der Anwendung der Notfallmassnahmen vertraut zu sein.

Es ist ratsam, immer einen Verweilkatheter bzw. Kanüle für einen raschen intravenösen Zugang während der Dauer der Röntgenuntersuchung verfügbar zu haben.

Bei Patienten, die mit β-Blockern behandelt werden, können atypische Symptome von Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten, die als vagale Reaktion missinterpretiert werden können.

β-Blocker reduzieren die Ansprechempfindlichkeit von Adrenalin, das bei der Behandlung von anaphylaktoiden Reaktionen verwendet wird.

Gewöhnlich manifestieren sich Überempfindlichkeitsreaktionen als leichte Atemwegs- oder Hautbeschwerden, wie leichte Atemschwierigkeiten, Rötungen der Haut (Erythema), Urtikaria, Pruritus oder Gesichtsödem. Schwerwiegende Reaktionen wie Angioödem, subglottisches Ödem, Bronchospasmus und Schock sind selten. Gewöhnlich treten diese Reaktionen innerhalb einer Stunde nach Kontrastmittelgabe auf. In seltenen Fällen kommt es jedoch auch zu Spätreaktionen (nach Stunden bis Tagen), aber diese Fälle sind selten lebensbedrohend und betreffen vorwiegend die Haut.

Schilddrüsenstörungen

Hyperthyreose

Iodierte Röntgenkontrastmittel beeinflussen die Schilddrüsenfunktion aufgrund ihres Gehaltes an freiem Iodid und können bei prädisponierten Patienten zu einer Hyperthyreose oder sogar zu einer thyreotoxischen Krise führen. Um diese Stoffwechselstörung zu vermeiden, ist es notwendig, mögliche thyreoidale Risikofaktoren zu erfassen. Gefährdet sind Patienten mit latenter Hyperthyreose (z.B. Knotenstruma) oder funktioneller Autonomie (oft z.B. ältere Patienten, speziell in Regionen mit Jodmangel). Bei potentiell gefährdeten Patienten muss vor der Untersuchung die Schilddrüsenfunktion untersucht und eine Hyperthyreose ausgeschlossen werden. Eine vorbeugende medikamentöse Schilddrüsenblockade ist zu erwägen.

Bei Patienten mit Struma nodosa besteht die Gefahr, dass sie nach der Injektion eines iodierten Kontrastmittels eine Hyperthyreose entwickeln

Hypothyreose

Nach der Injektion von iodhaltigen Kontrastmitteln besteht auch das Risiko einer Hypothyreose.

Pädiatrie

Die Gabe iodierter Kontrastmittel bei Neu- sowie ganz besonders bei Frühgeborenen kann eine Hypothyreose auslösen.

Aus diesem Grund sollten die TSH- und die T4-Werte 7 - 10 Tage sowie 1 Monat nach der Kontrastmittelgabe überprüft werden. Man beachte auch die Kapitel «Interaktionen», «Unerwünschte Wirkungen» und «Sonstige Hinweise».

Die Thyroid-Funktion des Neugeborenen sollte besonders bei niedrigem Geburtsgewicht und bei Frühgeborenen während der 2. bis 6. Lebenswoche regelmässig kontrolliert werden.

Auch nach Exposition in utero ist die Schilddrüsenfunktion des Kindes engmaschig zu überwachen.

Schilddrüsenfunktionstests

Vor der Verabreichung eines iodhaltigen Kontrastmitteln sollte sichergestellt werden, dass der Patient nicht kurz vor einem Schilddrüsenscan oder einem Schilddrüsenfunktionstest steht oder einer Behandlung mit radioaktivem Iod, da die Gabe von iodhaltigen Kontrastmitteln, unabhängig von der Route, Hormon-Assays und die Iod-Aufnahme der Schilddrüse oder Metastasen bei Schilddrüsenkrebs stören kann bis die Uriniodausscheidung wieder normalisiert ist.

Hämostase

Katheterangiographie mit Kontrastmitteln birgt das Risiko, ein tromboembolisches Ereignis zu verursachen. Nichtionische Kontrastmittel haben im Vergleich zu ionischen Kontrastmitteln in vitro eine geringere Wirkung auf das Koagulationssystem. Neben dem Kontrastmittel können zahlreiche andere Faktoren die Entstehung thromboembolischer Ereignisse beeinflussen. Dazu zählen: Dauer des Untersuchungsverfahrens, Zahl der Injektionen, Katheter- und Spritzenmaterial, bestehende Grunderkrankungen und Begleitmedikation. Die Untersuchung sollte so kurz wie möglich gehalten werden.

Wenn vaskuläre Katheterisierungsmassnahmen ergriffen werden, sollte die angiographische Technik sorgfältig überwacht werden, wobei der Katheter (z.B. mit heparinisierter physiologischer Kochsalzlösung) durchgespült werden sollte, um das Risiko einer verfahrensbedingten Thrombose oder Embolie möglichst gering zu halten.Vorsicht ist geboten bei Patienten mit Homozystinurie (Risiko für Thromboembolie).

Hydration

Eine adäquate Hydratation vor und nach der Kontrastmittelgabe muss gewährleistet sein. Falls notwendig sollte eine intravenöse Hydratisierung erfolgen bis das Kontrastmittel komplett ausgeschieden ist.

Dies gilt besonders für Patienten mit einer Dys- oder Paraproteinämie wie multiples Myelom, Diabetes mellitus, Nierenfunktionsstörungen, Hyperurikämie ebenso für Kinder, Kleinkinder, ältere Menschen und Patienten in schlechtem Allgemeinzustand. Bei Risikopatienten muss der Wasser- und Elektrolythaushalt kontrolliert werden und auf Symptome eines abfallenden Kalziumserumspiegels sollte geachtet werden. Aufgrund des Risikos einer Dehydration verursacht durch Diuretika ist zuerst eine Rehydration mit Wasser und Elektrolyten notwendig, um das Risiko eines akuten Nierenversagens zu limitieren.

Vorsicht ist geboten bei Patienten mit schweren Herzkrankheiten und pulmonaler Hypertonie, da diese hämodynamische Veränderungen oder Arrhythmien entwickeln können.

Nierenfunktion

Der Einsatz iodhaltiger Kontrastmittel kann eine Einschränkung der Nierenfunktion oder akutes Nierenversagen zur Folge haben. Als prädisponierende Faktoren gelten: Nierenerkrankungen in der Anamnese, vorausgegangenes Nierenversagen nach Kontrastmittelgabe, bestehende Niereninsuffizienz, Alter über 60 Jahre, Dehydratation, fortgeschrittene Gefässsklerose, dekompensierte Herzinsuffizienz, hohe Kontrastmitteldosen und Mehrfachinjektionen, direkte Kontrastmittelverabreichung in die Arteria renalis, Exposition mit weiteren Nephrotoxinen, schwere und chronische Hypertonie, Hyperurikämie und Paraproteinämie (multiples Myelom, Makroglobulinämie Waldenström, Plasmozytom) oder Dysproteinämie.

Um ein akutes Nierenversagen nach einer Kontrastmittelgabe zu vermeiden, ist bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen und Diabetes mellitus sowie Patienten mit Paraproteinämie besondere Vorsicht geboten.

Präventivmassnahmen umfassen:

•Die Identifizierung der Patienten mit hohem Risiko.

•Die Gewährleistung einer ausreichenden Hydratation.

•Zusätzliche Belastungen der Nieren, wie nephrotoxische Medikamente, orale Präparate zur Cholezystographie, Abklemmen von Arterien, renale arterielle Angioplastie, grössere chirurgische Eingriffe müssen unterlassen werden, solange das Kontrastmittel nicht vollständig eliminiert ist.

•Eine weitere Kontrastmitteluntersuchung muss solange verschoben werden, bis die Nierenfunktions-Ausgangswerte wieder erreicht sind.

•Reduktion der Dosis auf das unbedingt Notwendige.

Diabetes Patienten, die Metformin erhalten

Zur Vorbeugung einer Azidose sollte bei Diabetikern, die Metformin erhalten, vor der intravaskulären Verabreichung von Kontrastmitteln der Serumkreatininspiegel gemessen werden.

Serumkreatinin bzw. Nierenfunktion normal (<130 μmol/l)

Die Metformin-Behandlung sollte zum Zeitpunkt der Kontrastmittelverabreichung gestoppt und erst 48 Stunden später oder nach Normalisierung der Nierenfunktion bzw. des Serumkreatinins wieder aufgenommen werden.

Serumkreatinin bzw. Nierenfunktion abnormal (>130 μmol/l)

Die Metformin-Behandlung sollte gestoppt und die Kontrastmitteluntersuchung auf 48 Stunden später verschoben werden.

Metformin sollte erst wieder verabreicht werden, wenn Nierenfunktion bzw. Serumkreatinin unverändert sind.

Notfälle

In Notfällen, wenn die Nierenfunktion abnormal oder unbekannt ist, muss der Arzt Nutzen/Risiko der Kontrastmitteluntersuchung abwägen und folgende Vorsichtsmassnahmen beachten: Metformin-Behandlung einstellen, Patient ausreichend hydratisieren (bis 24 h nach der Anwendung), Nierenfunktion beobachten (Serumkreatinin) und Patient auf Anzeichen einer Azidose (Serum-Laktat-Spiegel, Blut-pH-Wert) überwachen.

Hämodialysepatienten können Accupaque für Röntgenuntersuchungen unter Einhaltung der entsprechenden Vorsichtsmassnahmen erhalten. Kontrastmittelapplikation und Hämodialyse müssen nicht zeitlich aufeinander abgestimmt werden.

Leber

Es besteht ein potentielles Risiko einer vorübergehenden Leberdysfunktion. Spezielle Vorsicht ist bei Patienten mit schweren Störungen sowohl der Nieren- als auch der Leberfunktion geboten, da die Kontrastmittelclearance signifikant verzögert sein kann.

ZNS Störungen

Patienten mit akuten Hirnkrankheiten, Tumoren oder Epilepsie sind für neurologische Komplikationen wie Koma, Paresen, Verwirrungszustände, Sehstörungen, Somnolenz und Krämpfe prädisponiert und benötigen spezielle Aufmerksamkeit.

Auch Alkoholiker und Drogenabhängige weisen ein erhöhtes Risiko für neurologische Reaktionen auf.

Neuroleptika und Antidepressiva müssen 48 Stunden vor der Untersuchung abgesetzt werden, weil sie die Krampfschwelle erniedrigen. Vorsicht ist wegen einer möglicherweise erniedrigten Reizschwelle auch bei Alkoholikern und Drogensüchtigen geboten.

Einige wenige Patienten haben nach der Myelographie vorübergehend eine Gehörsminderung oder sogar Gehörsverlust aufgewiesen, die wahrscheinlich von einem Abfall des Spinalflüssigkeitdrucks infolge einer Lumbalpunktion ausgelöst wird.

Vorsicht ist geboten bei intravasaler Applikation bei Patienten mit akutem Hirninfarkt oder akuten intrakraniellen Blutungen sowie bei Patienten mit Erkrankungen, die eine gestörte Blut-Hirn-Schranke zur Folge haben, bei Patienten mit zerebralen Ödemen oder akuter Demyelinisation. Intrakranielle Tumore oder Metastasen sowie Epilepsie in der Anamnese können zu einem erhöhten Vorkommen von Krampfanfällen nach Kontrastmittelgabe führen. Durch Metastasen, degenerative oder entzündliche Prozesse verursachte neurologische Symptome können durch Kontrastmittelgabe verstärkt werden. Durch intraarterielle Injektion von Kontrastmitteln können Vasospasmen und daraus folgende zerebrale ischämische Phänomene hervorgerufen werden. Patienten mit symptomatischen zerebrovaskulären Erkrankungen, kurz zurückliegendem Schlaganfall oder häufigen vorübergehenden ischämischen Anfällen weisen ein erhöhtes Risiko für kontrastmittelinduzierte neurologische Komplikationen auf.

In sehr seltenen Fällen kann es vorkommen, dass das Kontrastmittel die Blut-Hirnschranke überschreitet was zu einer Aufnahme von Kontrastmittel in die Grosshirnrinde führen und neurologische Reaktionen hervorrufen kann. Beispielweise Krämpfe, vorübergehende motorische und sensorische Störungen, vorübergehende Verwirrung, vorübergehender Gedächtnisverlust und Enzephalopathie.

Myasthenia gravis

Iodierte Kontrastmittel können die Symptome einer Myasthenia gravis verschlechtern.

Phäochromozytom

Patienten mit Phäochromozytom sollten vor der Röntgenuntersuchung prophylaktische Alphablocker erhalten, um eine Hochdruckskrise zu vermeiden.

Extravasation

Die extravasale Gabe eines Kontrastmittels kann in seltenen Fällen lokale Schmerzen und Ödeme provozieren, die gewöhnlich ohne Folgeerscheinungen abklingen. Entzündungen und Gewebsnekrose wurden jedoch beobachtet.

Als Routinemassnahme sollte die betroffene Stelle hochgelagert und gekühlt werden. In Fällen eines Kompartmentsyndroms sollte die Dekompression chirurgisch erfolgen.

Herzkreislauf-Störungen

Vorsicht ist geboten bei Patienten mit schweren Herzkrankheiten/Herzkreislaufkrankheiten und Lungenhochdruck, weil diese hämodynamische Veränderungen oder eine Arrhythmie entwickeln können. Dies gilt vor allem nach intrakoronarer, linksventrikulärer und rechtsventrikulärer Kontrastmittelapplikation.

Für kardiale Reaktionen besonders gefährdert sind Patienten mit Herzinsuffiziens, mit schwerer koronarer Herzkrankheit, mit instabiler Angina pectoris, mit Erkrankungen der Herzklappen, mit kurz zurückliegendem Herzinfarkt, mit koronaren Bypassen und Patienten mit pulmonaler Hypertonie.

Bei älteren Patienten und bei Patienten mit vorbestehenden Herzerkrankungen treten Reaktionen mit ischämischen EKG-Veränderungen und Arrhythmien häufiger auf.

Bei Patienten mit Herzinsuffizienz kann die intravasale Injektion von Kontrastmitteln pulmonale Ödeme auslösen.

Beobachtungszeit

Nach der Kontrastmittelgabe sollte der Patient noch während mindestens 30-60 Min. beobachtet werden, da die Mehrzahl der schweren unerwünschten Wirkungen in diesem Zeitraum auftreten (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass Überempfindlichkeitsreaktionen als Spätreaktionen nach mehreren Stunden oder Tagen post injectionem auftreten können.

Intrathekale Anwendung

Nach einer Myelographie sollte der Patient mit um 20° hochgelagertem Kopf und Oberkörper 1 Stunde lang ruhen. Nachher darf er vorsichtig umhergehen, darf sich jedoch nicht nach vorne beugen. Während der ersten 6 Stunden im Bett sollten Kopf und Oberkörper ebenfalls hochgelagert werden. Patienten mit einer niedrigen Krampanfallsschwelle sollten während dieser Zeit beobachtet werden. Patienten, die ambulant behandelt werden, sollten während den ersten 24 Stunden nicht alleine gelassen werden.

Arteriographie

Mit Bezug auf das gewählte Prozedere kann eine Verletzung der Arterie, Vene, Aorta und angrenzenden Organen, Pleurapunktion, retroperitoneale Blutungen auftreten.

Zerebrale Arteriographie

Bei Patienten mit fortgeschrittener Arteriosklerose, schwerer Hypertonie, kardialer Dekompensation, fortgeschrittenem Alter und vorausgegangener zerebraler Thrombose oder Embolie und Migräne, können kardiovaskulären Störungen wie Bradykardie und erniedrigtem oder erhöhtem Blutdruck vermehrt auftreten.

Myelographie

Rückenmarksverletzung und Symptome von Paraplegie können auftreten.

Kinder

Über vorübergehende Schilddrüsenunterfunktionen ist bei Frühgeborenen, Neugeborenen und Kindern berichtet worden.

Frühgeborene reagieren im Speziellen empfindlich auf die Gabe von Iod. Über eine vorübergehende Schilddrüsenunterfunktion wurde bei einem gestillten Frühgeborenen berichtet. Die stillende Mutter war mehrfach Accupaque ausgesetzt. Es ist daher ratsam, die Schilddrüsenfunktion zu überwachen. Die Schilddrüsenfunktion sollte bei Neugeborenen während der ersten Lebenswoche kontrolliert werden, falls der Mutter während der Schwangerschaft iodhaltige Kontrastmittel verabreicht worden sind. Eine wiederholte Kontrolle der Schilddrüsenfunktion in der 2. bis 6. Woche wird empfohlen, vor allem bei niedrigem Geburtsgewicht oder Frühgeborenen.

Die altersabhängige reduzierte Glomerulärfiltrationsrate bei Kindern kann ebenfalls zu einer verlangsamten Ausscheidung von Kontrastmitteln führen. Auf eine genügende Hydratation sollte vor und nach Verabreichung des Kontrastmittels speziell bei Kleinkindern und Kindern geachtet werden. Die Gabe von nephrotoxischen Arzneimitteln sollte unterbrochen werden.

Kleinkinder (<1 Jahr und Neugeborene) sind anfällig für Elektrolytänderungen und Änderungen der Hämodynamik.

Angstzustände

Ein Sedativum kann im Falle von ausgeprägter Angst verabreicht werden.

Sichelzellkrankheit

Kontrastmittel können die Bildung von Sichelzellen bei homozygoten Merkmalsträgern begünstigen im Falle einer intravenöser und intraartieller Verabreichung.

Weitere Risikofaktoren

Bei Patienten mit Autoimmunekrankungen sind Fälle von schwerer Vaskulitis oder Stevens-Johnsons-Syndrom beobachtet worden.

Schwere vaskuläre und neurologische Erkrankungen, speziell bei älteren Patienten, sind Risikofaktoren für Reaktionen auf Kontrastmittel.

Interaktionen

Der Einsatz iodhaltiger Kontrastmittel kann eine vorübergehende Einschränkung der Nierenfunktion zur Folge haben. Dies kann bei Diabetikern, die Metformin einnehmen, eine Laktatazidose auslösen (siehe Kapitel «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Patienten, die während der vergangenen 2 Wochen Interleukin-2 und Interferone erhalten haben, weisen ein erhöhtes Risiko für Spätreaktionen auf (Erythema, grippeartige Symptome oder Hautreaktionen).

Die gleichzeitige Einnahme von gewissen Neuroleptika oder trizyklischen Antidepressiva kann die Krampfreizschwelle erniedrigen und deshalb das Risiko für Kontrastmittel-induzierte Krampfanfälle erhöhen.

Patienten, die mit Betablockern behandelt werden, weisen ein erhöhtes Risiko für anaphylaktoide Reaktionen auf, ausserdem können höhere Dosierungen von β-Agonisten nötig sein bei Behandlung von Hypersensitivitätsreaktionen.

Betablocker, vasoaktive Substanzen, ACE-Hemmer, Angiotensin-Rezeptor-Antagonisten können den Effekt von kardialen Ausgleichsmechanismen in Bezug auf Blutdruckänderungen reduzieren.

Betreffend Beeinflussung von Schilddrüsenfunktionstests und in-vitro-Labortests siehe Kapitel «Sonstige Hinweise».

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Die Unbedenklichkeit der Anwendung von Accupaque während der Schwangerschaft ist bisher in kontrollierten klinischen Studien nicht erwiesen. Tierexperimentelle Studien weisen nicht auf eine direkte oder indirekte schädigende Wirkung auf Embryo oder Foetus hin. Da in dieser Zeit eine Strahlenbelastung ohnehin vermieden werden soll, sollte eine Röntgenuntersuchung – mit oder ohne Accupaque – während der Schwangerschaft nicht erfolgen, es sei denn, es ist klar notwendig.

Bei Neugeborenen sollte in der ersten Lebenswoche die Schilddrüsenfunktion überprüft werden, falls die Mutter während der Schwangerschaft ein iodhaltiges Kontrastmittel erhalten hat, siehe Kapitel «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Stillzeit

Kontrastmittel werden nur minimal in die Muttermilch sezerniert und geringe Mengen werden im Darm absorbiert. Das Stillen kann normal fortgesetzt werden, wenn der Mutter iodhaltige Kontrastmittel verabreicht werden.

Die Menge Iohexol, welche während den ersten 24 Stunden nach der Injektion in die Muttermilch sezerniert wird, betrug in einer klinischen Studie nur 0,5% der auf das Körpergewicht berechneten Dosis. Die Säuglinge haben in den ersten 24 Stunden nach der Injektion nur 0,2% einer pädiatrischen Dosierung aufgenommen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Der Allgemeinzustand des Patienten, die unerwünschten Wirkungen und die Möglichkeit einer Spätreaktion sind in Betracht zu ziehen. Es wird empfohlen, während 24 Stunden nach einer intrathekalen Untersuchung kein Fahrzeug zu steuern oder Maschinen zu bedienen.

Unerwünschte Wirkungen

Allgemein (gilt für alle Anwendungsarten)

Untenstehend sind mögliche allgemeine unerwünschte Wirkungen im Zusammenhang mit radiographischen Untersuchungen aufgeführt, welche die Anwendung von nichtionischen, monomeren Kontrastmitteln beinhaltet. Für Nebenwirkungen, die sich speziell auf die Anwendungsart beziehen, lesen sie bitte die spezifischen Abschnitte.

Empfindlichkeitsreaktionen können unabhängig der Dosis und der Anwendungsart auftreten. Leichte Symptome können erste Anzeichen einer schweren anaphylaktischen Reaktion sein. Die Gabe des Kontrastmittels muss sofort gestoppt werden und wenn nötig, eine spezifische Therapie via Gefässsystem verabreicht werden.

Eine vorübergehende Erhöhung des S-Kreatinins ist häufig nach Anwendung von iodierten Kontrastmitteln. Kontrastmittel-induzierte Nephropathie kann auftreten.

Iodismus oder Iod-Mumps ist eine sehr seltene Komplikation von iodierten Kontrastmitteln mit Schwellung und Spannung der Speicheldrüsen bis zu 10 Tage nach der Untersuchung.

Die bei der Anwendung von Accupaque beobachteten unerwünschten Wirkungen sind nach Organsystemen und entsprechend ihren Häufigkeiten in folgende Kategorien eingeteilt (MedDRA):

Sehr häufig: ≥10%; häufig: ≥1% und <10%; gelegentlich: ≥0,1% und <1%; selten: ≥0,01% und <0,1%; sehr selten: <0,01%. Nicht bekannt (kann aufgrund der vorliegenden Daten nicht abgeschätzt werden).

Die angegebenen Häufigkeiten basieren auf der internen klinischen Dokumentation und auf publizierten Studien, welche insgesamt ungefähr 90'000 Patienten umfassten.

Erkrankungen des Immunsystems

Selten: Überempfindlichkeitsreaktionen (einschliesslich Dyspnoe, Exanthem, Erythem, Urtikaria, Pruritus, Hautreaktionen, Konjuktivitis, Husten, Rhinitis, Niesen, Vaskulitis, Angioödem, Larynxödem, Laryngospasmus, Bronchospasmus, nicht-kardiogenes Lungenödem). Diese können entweder sofort auftreten und Anzeichen für einen beginnenden Schock sein. Hautunverträglichkeitsreaktionen können erst Tage nach der Injektion auftreten.

Nicht bekannt: Anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen / anaphylaktischer/ anaphylaktoider Schock.

Erkrankungen des Nervensystems

Selten: Kopfschmerzen.

Sehr selten: vorübergehende Geschmacksstörungen (metallischer Geschmack).

Nicht bekannt: vasovagale Synkope.

Herzerkrankungen

Selten: Bradykardie.

Gefässerkrankungen

Sehr selten: Hypotension, Hypertension.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Gelegentlich: Übelkeit.

Selten: Erbrechen.

Sehr selten: Schmerzen/Unwohlsein im Abdomen, Diarrhoe.

Nicht bekannt: Vergrösserung der Speicheldrüse.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig: generalisiertes Wärmegefühl.

Gelegentlich: Hyperhidrose, Kältegefühl, vasovagale Reaktionen.

Selten: Fieber.

Sehr selten: Schüttelfrost.

Intravaskuläre (intraarterielle/intravenöse) Anwendung

Bitte zuerst den Paragraphen «Allgemeine unerwünschte Wirkungen» lesen, da hier unter lediglich die weiteren unerwünschten Wirkungen aufgeführt werden, die während der intravaskulären Anwendung von Accupaque beschrieben werden.

Die Art der unerwünschten Wirkungen, die besonders während der intravaskulären Anwendung beobachtet werden, hängt (mit Ausnahme von anaphylaktoiden Reaktionen) von der Dosierung und der Injektionsstelle ab. Selektive Arteriographien und andere Massnahmen, bei denen das Kontrastmittel hochkonzentriert ein spezielles Organ erreicht, können von Komplikationen im betreffenden Organ begleitet sein.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Nicht bekannt: Thrombozytopenie.

Endokrine Erkrankungen

Nicht bekannt: Thyreotoxikose, vorübergehende Schilddrüsenunterfunktion.

Psychiatrische Erkrankungen

Nicht bekannt: Verwirrung, Agitiertheit, Ruhelosigkeit, Unruhe.

Erkrankungen des Nervensystems

Selten: Schwindel, Parese, Paralyse, Photophobie, Somnolenz.

Sehr selten: Anfälle, Wahrnehmungsstörungen, vorübergehend-induzierte Enzephalopathie, sensorische Abnormitäten (einschliesslich Hypoästhesie), Parästhesie, Tremor, Benommenheit.

Nicht bekannt: vorübergehende motorische Funktionsstörungen (einschliesslich Sprachstörungen, Aphasie, Dysarthrie), vorübergehende Kontrastmittel-verursachte Enzephalopathie (einschliesslich vorübergehender Gedächtnisverlust, Koma, retrograde Amnesie), Desorientierung und Hirnödem.

Augenerkrankungen

Selten: Sehschwäche.

Nicht bekannt: vorübergehende kortikale Blindheit.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Nicht bekannt: vorübergehender Hörverlust.

Herzerkrankungen

Selten: Arrhythmien (einschliesslich Bradykardie, Tachykardie).

Sehr selten: Myokardinfarkt.

Nicht bekannt: schwere kardiale Komplikationen (einschliesslich Herz- und Atemstillstand), Spasmen der Koronararterien, Zyanose, Brustschmerzen.

Gefässerkrankungen

Sehr selten: Flushing.

Nicht bekannt: Arterienspasmus, Schock, Thrombophlebitis, venöse Thrombose.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Gelegentlich: vorübergehende Änderungen der Atemfrequenz, Atemnot.

Selten: Husten, Atemstillstand.

Nicht bekannt: schwere respiratorische Symptome und Zeichen, Bronchospasmus, Laryngospasmus, Asthmaanfälle, Apnoe, Aspiration, Lungenödem, akutes Atemnotsyndrom.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Selten: Diarrhoe.

Nicht bekannt: Verschlechterung einer Pankreatitis, akute Pankreatitis.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Selten: Hautausschlag, Pruritus, Urtikaria.

Nicht bekannt: bullöse Dermatitis, Steven-Johnson-Syndrom, multiformes Erythem, toxisch-epidermale Nekrolyse, akutes generalisiertes postulöses Exanthem, Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen, Aufflammen von Psoriasis, Erythem, Arzneimittelexanthem, Hautexfolation.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Nicht bekannt: Arthralgie, Muskelschwäche, muskuloskelettale Krämpfe.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Selten: Verschlechterung der Nierenfunktion einschliesslich Nierenversagen.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Gelegentlich: Schmerz, leichter Schmerz.

Selten: asthenische Zustände (einschliesslich Unwohlsein, Müdigkeit).

Nicht bekannt: Reaktionen an der Applikationsstelle, Rückenschmerzen.

Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen

Nicht bekannt: Iodismus.

Speziell bei intrathekaler Anwendung beobachtet

Unerwünschte Wirkungen können nach einigen Stunden oder Tagen nach der Applikation als Spätreaktionen auftreten. Die Häufigkeit ist dieselbe wie nach einer Lumbalpunktion. Kopfschmerzen, Nausea, Erbrechen oder Schwindel können Folge eines Druckverlustes im Subarachnoidalraum sein, verursacht durch ein Entweichen an der Punktionsstelle. Übermässiges Entfernen von Zerebrospinalflüssigkeit sollte vermieden werden um Druckverluste zu minimieren.

Psychiatrische Erkrankungen

Nicht bekannt: Verwirrung, Agitiertheit.

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig: Kopfschmerzen (eventuell schwer und anhaltend).

Gelegentlich: Aseptische Meningitis (einschliesslich chemische Meningitis).

Selten: Schwindel, Krampfanfälle.

Nicht bekannt: abnormales Elektroenzephalogramm (EEG), Meningismus, vorübergehende kontrastmittel-induzierte Enzephalopathie einschliesslich vorübergehender Gedächtnisverlust, Koma, Benommenheit, retrograde Amnesie und andere neurologische Symptome, motorische Funktionsstörungen (einschliesslich Sprachstörungen, Aphasie, Dysarthrie), Parästhesie, Hypästhesie und sensorische Störungen.

Augenerkrankungen

Nicht bekannt: vorübergehende Blindheit, Photophobie.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Nicht bekannt: vorübergehender Hörverlust.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Gelegentlich: Übelkeit, Erbrechen.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Selten: Nackenschmerzen, Schmerzen in den Extremitäten, Rückenschmerzen.

Nicht bekannt: Muskelkrämpfe.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Nicht bekannt: Reaktionen an der Injektionsstelle.

Speziell bei Anwendung in Körperhöhlen

Hysterosalpingographie (HSG)

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig: vorübergehende Schmerzen im Abdomen.

Arthrographie

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Nicht bekannt: Arthritis.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr häufig: Schmerzen.

Überdosierung

Es ist keine obere Grenzdosis für die routinemässige, intravaskuläre Anwendung festgesetzt worden. Symptomatische Überdosierung ist unwahrscheinlich für Patienten mit normaler Nierenfunktion ausser der/die Patient/in hat mehr als 2000 mg I/kg KG über einen begrenzten Zeitraum erhalten. Für die renale Verträglichkeit von hohen Kontrastmitteldosen (Halbwertszeit 2 Stunden) ist die Dauer des Verfahrens entscheidend. Akzidentelle Überdosierung kann nach komplexen angiographischen Untersuchungen bei Kindern möglich sein, besonders wenn mehrere Injektionen appliziert werden müssen.

Im Falle einer Überdosierung müssen der gestörte Wasser- und Elektrolythaushalt korrigiert werden. Die Nierenfunktion sollte in den nachfolgenden drei Tagen überwacht werden.

Notfalls kann mit einer Hämodialyse die exzessive Kontrastmittelmenge eliminiert werden.

Ein spezifisches Antidot gibt es nicht.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: V08AB02

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Bei gesunden Probanden kam es nach einer intravenösen Injektion von Accupaque zu keinen signifikanten Änderungen der meisten hämodynamischen, klinisch-chemischen und Koagulationsparameter im Vergleich zu den Ausgangswerten.

Die wenigen Veränderungen der Laborparameter waren geringfügig und klinisch nicht relevant.

Pharmakokinetik

Absorption, Elimination

Nach intravenöser Bolusinjektion von Dosen bis zu 500 mg Iod/kg KG bei Menschen ergab sich für die Verteilungsphase eine Halbwertszeit von etwa 20 min. Patienten mit normaler Nierenfunktion scheiden nach einer intravenösen Injektion fast 100% der applizierten Iohexoldosis innert 24 Stunden unverändert über die Nieren aus.

Die maximale Konzentration im Urin tritt eine Stunde nach der Injektion auf.

Die Halbwertszeit der Elimination (t½β) beträgt ca. 2 Std.

Distribution

Die Plasmaproteinbindung liegt unter 2% und ist somit ohne klinische Relevanz.

Metabolismus

Es wurden keine Metaboliten gefunden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Bei Patienten mit schweren Störungen sowohl der Nieren- als auch der Leberfunktion kann die Kontrastmittelclearance signifikant verzögert werden.

Präklinische Daten

Iohexol hat eine sehr geringe akute Toxizität nach der intravenösen Verabreichung an Mäusen und Ratten gezeigt.

Tierstudien zeigen eine sehr geringe Proteinbindung und gute Nierenverträglichkeit. Seine Herzkreislauf- und Neurotoxizität ist gering. Histaminfreisetzung und antikoaggulierende Eigenschaften sind geringer als die der ionischen Kontrastmittel.

Reproduktionstoxizität

In den Prüfungen auf embryotoxische, insbesondere teratogene Wirkung an Ratten und Kaninchen wurden weder teratogene noch embryoletale Effekte nachgewiesen.

Mutagenität

Bei der Prüfung auf genotoxische Wirkung war weder in vitro noch in vivo ein mutagener Effekt nachweisbar.

Karzinogenitätsstudien wurden nicht durchgeführt.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Bis jetzt sind keine Inkompatibilitäten festgestellt worden. Accupaque sollte nicht mit anderen Präparaten gemischt werden. Es sollte eine separate Spritze verwendet werden.

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Alle iodierten Kontrastmittel können mit Schilddrüsenfunktionstests interferieren. Die Iodbindungskapazität der Thyroidea kann über mehrere Wochen herabgesetzt sein.

Hohe Kontrastmittelkonzentrationen in Serum und Urin können mit Labortests für Bilirubin, Protein, anorganischen Substanzen (wie Eisen, Kupfer, Kalzium und Phosphat) interferieren. Diese Substanzen sollten deshalb am Tag der Röntgenuntersuchung nicht quantitativ bestimmt werden.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «Exp» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Accupaque soll unter 25 °C, vor Licht und Röntgenstrahlen geschützt, gelagert werden. Nicht einfrieren.

Polypropylenflaschen können vor Gebrauch 1 Monat lang bei 37 °C gelagert werden.

Hinweise für die Handhabung

Die Polypropylenflaschen sind zum einmaligem Gebrauch bestimmt. Angebrochene Packungen sind zu verwerfen. Vor der Verwendung sollte die Injektionslösung auf Körpertemperatur erwärmt werden.

Wie alle Parenteralia sollte die Injektionslösung visuell geprüft werden, sie muss frei von Teilchen und darf nicht verfärbt sein. Der Behälter muss intakt sein.

Zusätzliche Hinweise für die 500 ml Flasche

Die 500-ml-Infusionsflaschen können für den mehrfachen Gebrauch während eines Arbeitstages intravasal eingesetzt werden, falls mit einem für dieses Volumen zugelassenen Injektomaten gearbeitet wird. Der Gummistopfen sollte nur einmal gestochen werden. Alle Materialien, die mit dem Patienten in Berührung kommen, sowie die dazugehörenden Bestecke und Schläuche müssen nach jeder Untersuchung entfernt werden, um eine Kontamination zwischen Patienten zu verhindern. Die Empfehlungen der Hersteller müssen eingehalten werden. Die nicht aufgebrauchte Infusionslösung sowie die Einmalartikel des Injektorsystems müssen am Ende des Tages verworfen werden. Die verschiedenen Systeme dürfen ausschliesslich von speziell geschultem und kontrolliertem Personal angewendet werden.

Zulassungsnummer

54637 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

GE Healthcare AG, Opfikon.

Stand der Information

Juni 2015.

Verwendung dieser Informationen

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