Kcl Retard Hausmann 200 Dragees

Kcl Retard Hausmann 200 Dragees

Fachinformationen

Zusammensetzung

KCl-Retard Dragées

Wirkstoff: Kalii chloridum.

Hilfsstoffe: Indigotin (E 132), Excipiens pro compresso obducto. Cum act. prolongat.

Kalium Effervetten

Wirkstoffe: Kalii citras, Kalii hydrogenocarbonas.

Hilfsstoffe: Saccharinum, Aromatica, Excipiens pro compr. efferv.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Dragée enthält: Kalii chloridum 745,5 mg corresp. Kalium 10 mmol (391 mg).

1 Brausetablette enthält: Kalii citras 1700 mg, Kalii hydrogenocarbonas 1440 mg corresp. Kalium 30 mmol (1173 mg).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Die Kalium-Hausmann-Palette umfasst für die Kaliumzufuhr in der Differenzialtherapie zwei Präparate, die abhängig von der Stoffwechsellage (Säure-Base-Haushalt) eingesetzt werden.

Indikationen für das säuernde Kalium-Präparat: Kaliumchlorid (KCl-Retard Dragées)

Kalium-Substitution bei Kaliummangel mit Tendenz zur Alkalose oder manifester metabolischer, hypochlorämischer Alkalose, z.B. bei Abführmittel-Abusus.

Kaliummangel infolge von Saluretika-Behandlung bzw. Missbrauch (Ödeme, Hypertonie, Leberzirrhose oder andere Leberkrankheiten), insbesondere bei digitalisierten Patienten.

Indikationen für das alkalisierende Kalium-Präparat: Kaliumcitrat/-hydrogencarbonat (Effervetten)

Kalium-Substitution bei Kaliummangel, kombiniert mit Tendenz zur Azidose oder manifester metabolischer Azidose.

Behandlung mit Carboanhydrase-Hemmern.

Diarrhö mit Bicarbonat-Verlust.

Behandlung mit oder Missbrauch von Abführmitteln.

Chronische Pyelonephritis (interstitielle Nephritis).

Tubuläre Azidose.

Diabetische Ketoazidose.

Diabetisches Koma bei gesicherter Nierenfunktion.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

Erwachsene: Der normale Erhaltungsbedarf für Kalium beträgt 40–80 mmol pro Tag.

Als vorbeugende Therapie bei Digitalisierung und bei Saluretika-Behandlung werden 30–50 mmol Kalium pro Tag verabreicht.

Für die korrektive Therapie des nachgewiesenen Kaliummangels wird die Dosierung dem geschätzten Defizit entsprechend auf 70–100 mmol (im Mittel 80 mmol) Kalium pro Tag erhöht.

Wenn die tägliche Kaliummenge 30 mmol überschreitet, soll sie auf 2–4 Dosen über den ganzen Tag verteilt werden, falls der Patient eine normale Nahrungsmenge einnehmen kann und keine Störungen im Bereich des Magen-Darm-Traktes und der Nierenfunktion vorliegen. Die Verabreichung in einer Dosis ist dagegen unzweckmässig, weil die Ausscheidungsrate zu gross wird und unter ungünstigen Umständen zu einer Hyperkaliämie führen kann.

Maximale tägliche Dosis: Erwachsene 150 mmol Kalium.

Die Anwendung und Sicherheit von Kalium Hausmann (KCl-Retard Dragées und Effervetten) bei Kindern und Jugendlichen wurden bisher nicht geprüft.

KCl Retard-Dragées werden unzerkaut nach dem Essen mit viel Flüssigkeit eingenommen.

Effervetten werden am besten zu den Mahlzeiten, in 1–2 dl Wasser aufgelöst eingenommen; langsam trinken.

Kontraindikationen

Hyperkaliämie, Niereninsuffizienz, Oligurie.

Bei Patienten, die mit kaliumsparenden Saluretika (Spironolacton, Canrenon, Triamteren, Amilorid) behandelt werden.

Bei NNR-Insuffizienz (unbehandelter Morbus Addison).

Schwere Exsikkose, schwere Verbrennungen.

Magen-Darm-Ulzera.

KCl Retard-Dragées

Magen-Darm-Trakt-Stenose oder Atonie (Risiko einer Geschwürbildung), Behandlung mit Anticholinergika.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Vorsicht bei herzkranken Patienten.

Kalium-Präparate können die Symptome der «Myotonia congenita» (Thomsen-Krankheit) erschweren.

Die Diurese muss vor der Darreichung von Kalium gesichert werden.

Beim Coma diabeticum wird Kalium erst nach erfolgter Behandlung der initialen Dehydratation gegeben, sobald die Diurese eingesetzt hat.

Chronischer Durchfall infolge Colonkrankheit ist keine Gegenindikation für Kalium-Präparate, da diese fast vollständig im gesunden Dünndarm absorbiert werden. In solchen Situationen ist die individuelle Toleranz zu ermitteln.

Die Flüssigkeits- und Elektrolytbilanz und das Säuren-Basen-Gleichgewicht des Patienten müssen überwacht werden.

Interaktionen

Mit Arzneimitteln, die durch Kaliumretention eine Hyperkaliämie fördern können:

Kaliumsparende Saluretika (Spironolacton, Triamteren, Amilorid, Canrenon).

ACE-Hemmer (Captopril, Enalapril), durch erniedrigten Aldosteronspiegel.

Digitalis-Glykoside.

Anticholinergika (mit KCl-Retard-Dragées) können eine Reizung des Magen-Darm-Traktes durch eine zu hohe Kaliumkonzentration fördern, wegen der Verlangsamung der gastrointestinalen Motilität.

Schwangerschaft/Stillzeit

Kalium ist ein physiologisches Ion. Eine Kaliumtherapie kann auch während der Schwangerschaft, z.B. bei Hypokaliämie der Mutter, oder zusammen mit Saluretika angewendet werden. Die Plasmakaliumkonzentration der Mutter muss überwacht werden.

Bei einer normalen Kaliämie der Mutter kann gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Keine.

Unerwünschte Wirkungen

Unerwünschte Wirkungen werden unten nach den Systemorganklassen des MedDRA-Systems aufgelistet. Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥1/10); häufig (≥1/100, <1/10); gelegentlich (≥1/1000, <1/100); selten (≥1/10000, <1/1000); sehr selten (<1/10000).

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Bei Patienten mit gestörter Kalium-Nierenausscheidung und Verteilung im Körper kann sich eine Hyperkaliämie entwickeln.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Selten: Gastrointestinale Irritationen, Erbrechen, Diarrhö, Bauchweh, Blähungen. Diese Symptome können weitgehend vermieden werden, wenn das Präparat mit genügend Flüssigkeit oder während der Mahlzeiten eingenommen wird.

Sehr selten: Obstruktion, Hämorrhagien und Ulkusbildung mit oder ohne Perforation des oberen oder niedrigen Magen-Darm-Traktes.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Selten: Jucken und/oder Hautausschlag sowie Nesselsucht.

Überdosierung

Symptome einer akuten Überdosierung: Hyperkaliämie (Plasmakaliumkonzentration über 5,5 mmol/l), Parästhesien, Apathie, Verwirrtheit, Schwäche, Lähmung, Arrhythmien, Blutdrucksenkung, Schockzustand, Herzstillstand.

Chronische Überdosierung: Je nach Schweregrad der Hyperkaliämie können elekrokardiographische Zeichen, sowie kardiovaskuläre und neuromuskuläre Beschwerden auftreten.

Therapeutische Massnahmen

Akute Vergiftung: künstliches Erbrechen, Magenspülung, Gabe von Kationenaustauschharzen.

Hyperkaliämie: Natriumbikarbonat i.v. (40–160 mmol während 5 Minuten), oder Glukose-Insulin-Therapie (300–500 ml Glukose 10–25% i.v. während 1 Stunde, zusammen mit 0,25–0,5 Einheiten Insulin pro g Glukose), Gabe von Kationenaustauschharzen, Hämodialyse oder Peritonealdialyse. Bei Kardiotoxizität, für Patienten, die nicht mit Herzglykosiden behandelt werden: Kalziumglukonat 10% i.v. (5–10 ml während 2 Minuten, unter EKG-Monitoring). Bei der Behandlung einer Hyperkaliämie sollte in Betracht gezogen werden, dass bei gut eingestellten digitalisierten Patienten eine zu rasche Senkung des Serum-K+-Spiegels zu Digitalisintoxikationen führen kann.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: A12BA01, A12BA30

Wirkungsmechanismus

Dem metabolischen Zustand angepasster Kaliumzufuhr.

Säuerndes Kaliumpräparat: Kaliumchlorid

Der Wirkstoff KCl in Kalium Hausmann Retard-Dragées wird während der Passage durch den Magen-Darm-Trakt innert ca. 5–6 Stunden aus dem Dragée kontinuierlich freigesetzt.

Eine zu hohe örtliche Konzentration in der Magen-Darm-Mukosa und damit eine mögliche Reizung wird dadurch weitgehend vermieden.

Alkalisierendes Kaliumpräparat

Kalium Hausmann Effervetten ist ein alkalisierendes Kaliumpräparat, das metabolisierbare Anionen enthält.

Pharmakokinetik

Kalium-Ionen werden vom Magen-Darm-Trakt leicht absorbiert und von der extrazellulären Flüssigkeit in die intrazelluläre Flüssigkeit transportiert.

Kalium wird vor allem in den distalen Tubuli der Nieren ausgeschieden, wo auch der Austausch zwischen Na+ und K+ stattfindet. Bei gesunden Erwachsenen liegt die Kaliumkonzentration im Plasma im Bereich 3,5–5 mmol/Liter. Dies sagt, besonders bei Störungen des Säuren-Basen-Haushaltes, nicht unbedingt etwas über die intrazelluläre Konzentration aus.

K-Citrat wird absorbiert und vom Stoffwechsel oxidiert, was einen alkalisierenden Effekt durch Bicarbonat-Produktion zur Folge hat.

Die unlösliche Matrix von KCl Retard-Dragées wird nach der Freisetzung des Wirkstoffes mit dem Stuhl ausgeschieden.

Präklinische Daten

Keine mutagene oder karzinogene Wirkungen sind für Kaliumsalze bekannt.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Für Kinder unerreichbar, bei Raumtemperatur (15–25 °C) aufbewahren.

Zulassungsnummer

21278, 36360 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Vifor SA, Villars-sur-Glâne.

Stand der Information

März 2006.

Verwendung dieser Informationen

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