Celsentri Filmtabl 150 Mg 60 Stk

Celsentri Filmtabl 150 Mg 60 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Maravirocum.

Hilfsstoffe

Tablettenkern: Cellulosum microcristallinum, Calcii hydrogenophosphas anhydricus, Carboxymethylamylum natricum, Magnesii stearas.

Filmüberzug: Poly(vinylis acetas), Macrogola, Talcum, Lecithinum ex soja, Color.: Titanii dioxidum (E171), Indigotinum (E132).

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten zu 150 mg oder 300 mg Maraviroc.

Blaue, bikonvexe, ovale Filmtabletten mit dem Aufdruck «MVC 150» oder «MVC 300» auf der einen Seite.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Celsentri ist angezeigt zur Behandlung einer HIV-Infektion bei vorbehandelten erwachsenen Patienten, bei denen ausschliesslich CCR5-trope HIV-1 nachgewiesen wurden. Celsentri ist immer in Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln anzuwenden.

Diese Indikation beruht auf Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten von zwei placebokontrollierten Doppelblindstudien mit einer Dauer von 48 Wochen, die an intensiv antiretroviral vorbehandelten Patienten durchgeführt wurden (siehe Abschnitt «Eigenschaften/Wirkungen»).

Vor Einleitung der Therapie mit Celsentri ist folgendes zu beachten:

  • Celsentri soll ausschliesslich von Ärzten verschrieben oder eingesetzt werden, die Erfahrung mit der Therapie HIV-infizierter Patienten besitzen.
  • Kurz vor der Anwendung von Celsentri muss eine Untersuchung des CCR5-Tropismus der beim Patienten vorhandenen HIV mit einem adäquat validierten und sensitiven Test an einer frischen Blutprobe erfolgen
  • Die Behandlung mit Celsentri wird bei Patienten mit CXCR4-tropen HI-Viren oder dual-/ gemischt-tropen Viren nicht empfohlen.
  • In den klinischen Studien wurde der Monogram Trofile Assay verwendet. Andere phänotypische und genotypische Assays werden derzeit evaluiert. Der Tropismus der Viren kann nicht sicher aus der Behandlungsvorgeschichte oder aus älteren, gespeicherten Blutproben bestimmt werden
  • In den bisherigen klinischen Studien wurde Celsentri nur in Kombination mit mindestens drei und bis zu sechs anderen Anti-HIV-Präparaten angewendet (siehe auch «Eigenschaften/Wirkungen»). Es sind keine Erfahrungen bei der Kombination von Celsentri mit nur zwei oder weniger anderen Anti-HIV-Präparaten vorhanden. Eine solche Anwendung kann daher derzeit nicht empfohlen werden.

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Celsentri wurden bei therapienaiven, erwachsenen Patienten noch nicht belegt (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen», «Eigenschaften/Wirkungen – Klinische Resultate»).

Es gibt keine Studiendaten, die einen Effekt auf die Progression der HIV-1 Krankheit belegen.

Dosierung/Anwendung

Erwachsene

Die empfohlene Dosierung von Celsentri beträgt 150 mg, 300 mg oder 600 mg zweimal täglich in Abhängigkeit von Interaktionen mit der gleichzeitig angewendeten antiretroviralen Therapie und mit anderen Arzneimitteln (siehe Tabelle 2 in Abschnitt «Interaktionen»). Celsentri kann zu einer Mahlzeit oder unabhängig davon eingenommen werden.

Kinder

Da für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren keine Daten zur Sicherheit, Wirksamkeit und Pharmakokinetik vorliegen, wird der Einsatz von Celsentri nicht empfohlen (siehe Abschnitt «Pharmakokinetik»).

Ältere Patienten

Bei Patienten über 65 Jahre liegen nur eingeschränkte Erfahrungen vor (siehe Abschnitt «Pharmakokinetik»). Daher sollte Celsentri bei dieser Patientenpopulation mit Vorsicht eingesetzt werden.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Eine Dosisanpassung wird nur bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion empfohlen, die starke CYP3A4-Hemmer erhalten, wie z.B.

  • Proteaseinhibitoren (ausser Tipranavir/Ritonavir)
  • Geboostetes Elvitegravir
  • Boceprevir, Telaprevir
  • Ketoconazol, Itraconazol, Clarithromycin, Telithromycin.

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (Creatinin-Clearance <80 ml/min), die starke CYP3A4-Hemmer erhalten, muss Celsentri vorsichtig angewendet werden (siehe Abschnitte «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Pharmakokinetik»).

Tabelle 1 gibt Hinweise zur Anpassung des Dosierungsintervalls basierend auf pharmakokinetischen Modellrechnungen, die auf Daten von Personen mit unterschiedlich stark eingeschränkter Nierenfunktion beruhen. Die Sicherheit und Wirksamkeit dieser Anpassungen der Dosierungsintervalle wurde nicht klinisch geprüft.

Bei Patienten mit einer Creatinin-Clearance unter 50 ml/min, welche Maraviroc zusammen mit einem CYP3A4-Hemmer erhalten, kann das Risiko für unerwünschte Wirkungen im Zusammenhang mit erhöhten Maraviroc-Konzentrationen (wie Schwindel und orthostatische Hypotonie) gesteigert sein. Deshalb sollten Patienten mit einer Creatinin-Clearance unter 50 ml/min Maraviroc zusammen mit einem CYP3A4-Hemmer nur dann einnehmen, wenn der potentielle Nutzen das Risiko übersteigt. Dabei sind das klinische Ansprechen und unerwünschte Wirkungen engmaschig zu überwachen (s. auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Tabelle 1: Anpassung der Dosis und des Dosierungsintervalls bei Patienten mit Niereninsuffizienz

Empfohlenes Dosierungsintervall von CelsentriCreatinin-Clearance <80 ml/min
Bei Gabe ohne starken CYP3A4-Hemmer oder zusammen mitTipranavir/RitonavirKeine Anpassung des Dosierungsintervalls notwendig(Maraviroc 300 mg alle 12 Stunden)
Bei Komedikation mit starken CYP3A4-Hemmern, z.B.Saquinavir/Ritonavir,Lopinavir/Ritonavir,Darunavir/Ritonavir,Atazanavir/Ritonavir,Ketoconazol,Boceprevir,TelaprevirMaraviroc 150 mg alle 24 Stunden

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion liegen nur begrenzte Daten vor. Daher sollte Celsentri bei dieser Patientenpopulation mit Vorsicht eingesetzt werden (siehe Abschnitte «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Pharmakokinetik»).

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff, Erdnüssen, Soja oder einem der sonstigen Hilfsstoffe (siehe Abschnitt «Zusammensetzung»).

Pflanzliche Zubereitungen, die Johanniskraut (Hypericum perforatum) enthalten, dürfen nicht gleichzeitig mit Celsentri angewendet werden, wegen des Risikos reduzierter Plasmakonzentrationen und verminderter klinischer Effekte von Celsentri (siehe auch Abschnitt «Interaktionen»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Celsentri soll im Rahmen einer antiretroviralen Kombinationsbehandlung angewendet werden. Celsentri ist am besten mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln, gegen die das Virus des Patienten empfindlich ist, zu kombinieren (siehe Abschnitt «Eigenschaften/Wirkungen»).

Celsentri darf nur angewendet werden, wenn über eine ausreichend validierte und empfindliche Testmethode nachgewiesen ist, dass ausschliesslich CCR5-tropes HIV-1 vorliegt, und kein CXCR4-tropes oder dual-/ gemischt-tropes Virus nachgewiesen wurde (siehe Abschnitte «Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten», «Dosierung/Anwendung» und «Eigenschaften/Wirkungen»). In den klinischen Studien mit Celsentri wurde hierfür der Trofile-Test von Monogram verwendet. Andere phänotypische und genotypische Testmethoden werden derzeit geprüft. Aus der Vorbehandlung und durch die Untersuchung älterer Blutproben lässt sich der virale Tropismus nicht ableiten; nur eine aktuelle Probe des Patienten soll zur Bestimmung des viralen Tropismus eingesetzt werden.

Bei Patienten, die mit HIV-1 infiziert sind, verändert sich der virale Tropismus im Laufe der Zeit. Daher ist es notwendig, die Therapie kurz nach einem Tropismus-Test zu beginnen.

Die Resistenz gegenüber anderen Klassen von antiretroviralen Arzneimitteln war bei vorbestehenden unentdeckten kleinen Populationen von CXCR4-tropen Viren vergleichbar mit derjenigen von CCR5-tropen Viren.

Bei therapie-naiven Patienten wiesen unter Celsentri im Vergleich zu Efavirenz mehr Patienten ein Therapieversagen auf und entwickelten eine Lamivudin-Resistenz (siehe «Eigenschaften/Wirkungen – Klinische Resultate»).

Dosisanpassung

Die behandelnden Ärzte sollten sicherstellen, dass bei gleichzeitiger Verabreichung von Celsentri und CYP3A4-Hemmern und/oder -Induktoren eine angemessene Anpassung der Celsentri-Dosis vorgenommen wird, da dies Auswirkungen auf die Konzentrationen und therapeutischen Wirkungen von Maraviroc haben kann (siehe Abschnitte «Dosierung/Anwendung» und «Interaktionen»). Die Fachinformationen zu den anderen in der Kombinationsbehandlung eingesetzten antiretroviralen Arzneimitteln sind ebenfalls zu beachten.

Information für Patienten

Die Patienten sollten darauf hingewiesen werden, dass antiretrovirale Behandlungen wie Celsentri dem Risiko für eine Übertragung von HIV auf andere Personen durch sexuellen Kontakt oder Ansteckung über das Blut nicht vorbeugen können. Sie sollten deshalb weiterhin angemessene Vorsichtsmassnahmen treffen. Die Patienten sollten auch darüber aufgeklärt werden, dass Celsentri keine Heilung der HIV-1-Infektion bewirken kann.

Orthostatische Hypotonie

Wenn Celsentri im Rahmen von Studien gesunden Probanden in Dosen verabreicht wurde, die über der empfohlenen Dosis lagen, wurden Fälle von symptomatischer orthostatischer Hypotonie mit grösserer Häufigkeit beobachtet als unter Placebo. Bei der Verabreichung von Celsentri an Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz, mit Risikofaktoren für orthostatische Hypotonie in der Vorgeschichte oder bei Patienten mit einer Begleitmedikation, die bekanntermassen zu einem Absinken des Blutdrucks führt, ist Vorsicht geboten.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, die mit potenten CYP3A-Hemmern oder geboosteten Proteaseinhibitoren behandelt werden, haben ein erhöhtes Risiko, eine orthostatische Hypotonie zu erleiden aufgrund erhöhter Maraviroc Konzentrationen (siehe «Dosierung/Anwendung», «Interaktionen», «Pharmakokinetik»).

Patienten mit kardiovaskulären Co-Morbiditäten weisen ein erhöhtes Risiko auf für kardiovaskuläre Nebenwirkungen ausgelöst durch orthostatische Hypotonie.

Mögliches Risiko für Infektionen

CCR5-Antagonisten können möglicherweise die Immunantwort auf bestimmte Infektionen verändern. Dies sollte bei der Behandlung von Infektionen, wie z.B. aktiver Tuberkulose und invasiven Pilzinfektionen berücksichtigt werden. Die Gesamthäufigkeit und der Schweregrad von Infektionen sowie die AIDS-definierenden Infektionen der Kategorie C waren in den Behandlungsgruppen der Phase-3-Studien vergleichbar. Im Vergleich zu Placebo wurde unter Celsentri über eine höhere Rate von bestimmten Infektionen der oberen Luftwege (20% vs. 11.5%) berichtet. Gleichzeitig wurde eine tiefere Rate von Pneumonie beobachtet (2.1% vs. 4.8%). Zudem wurde nach Anpassung der Exposition im Vergleich zu Placebo ein vermehrtes Auftreten von Infektionen mit Herpes Viren unter Celsentri festgestellt (11.4 pro 100 Patientenjahre unter Celsentri vs. 8.2 pro 100 Patientenjahre unter Placebo). Patienten, welche Celsentri einnehmen, sollten engmaschig auf Anzeichen von Infektionen überwacht werden.

Schwere Haut- und Hypersensitivitätsreaktionen

Hypersensitivitätsreaktionen einschliesslich schwere und potentiell lebensbedrohliche Ereignisse sind berichtet worden bei Patienten, die Maraviroc eingenommen hatten, in den meisten Fällen in Kombination mit anderen Arzneimitteln, die mit diesen Reaktionen einhergehen können.

Diese Reaktionen waren charakterisiert durch Hautausschlag, Allgemeinsymptome und manchmal Organfehlfunktionen einschliesslich Leberversagen. Fälle von Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxisch epidermale Nekrolyse (TEN) und Arzneimittel-Hautausschlag mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS) sind berichtet worden (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Maraviroc und sowie weitere in Betracht kommende Arzneimittel müssen sofort abgesetzt werden, wenn sich Zeichen und Symptome einer schweren Haut- oder Hypersensitivitätsreaktion entwickeln. Eine Verzögerung des Absetzens der Behandlung mit Maraviroc oder anderen in Betracht kommenden Arzneimitteln nach dem Beginn eines schweren Hautausschlags kann zu einer lebensbedrohlichen Reaktion führen. Der klinische Zustand und die Transaminasen sollten überwacht und eine geeignete Therapie eingeleitet werden.

Kardiovaskuläre Sicherheit

Bei Patienten mit erhöhtem kardiovaskulären Risiko ist Celsentri mit Vorsicht anzuwenden. In den Phase-3-Studien in vorbehandelten Patienten mit CCR5-tropen Viren sind kardiovaskuläre Ereignisse einschliesslich myokardiale Ischämie und/oder Myokardinfarkt bei 11 Patienten (1.3%) unter Celsentri (Gesamtexposition 609 Patientenjahre) und in keinem Fall unter Placebo (Gesamtexposition 111 Patientenjahre) aufgetreten. Diese Patienten wiesen im Allgemeinen vor der Anwendung von Celsentri kardiale Erkrankungen oder erhöhte kardiale Risikofaktoren auf. Der diesbezügliche Einfluss von Celsentri ist nicht bekannt.

Immunrekonstitutionssyndrom

Bei HIV-infizierten Patienten mit schwerer Immunschwäche zum Zeitpunkt der Initiierung der antiretroviralen Kombinationstherapie kann eine Entzündungsreaktion auf asymptomatische oder verbliebene opportunistische Erreger auftreten, die schwerwiegende klinische Beschwerden oder eine Symptomverschlimmerung verursachen können. Im typischen Fall wurden solche Reaktionen in den ersten Wochen oder Monaten nach Initiierung der antiretroviralen Kombinationstherapie beobachtet. Relevante Beispiele sind eine Zytomegalievirus-Retinitis, generalisierte und/oder fokale Mykobakterium-Infektionen sowie durch Pneumocystis jiroveci (früher bekannt als Pneumocystis carinii) verursachte Pneumonien. Alle Entzündungssymptome sollten beurteilt und bei Bedarf eine Behandlung eingeleitet werden.

Über das Auftreten von Autoimmunerkrankungen (wie z.B. Morbus Basedow, Polymyositis und Guillain-Barré Syndrom) ist im Rahmen einer Immun-Reaktivierung berichtet worden, jedoch ist die Zeit bis zum Einsetzen der Symptome variabler. Diese können viele Monate nach Behandlungsbeginn auftreten und sich manchmal atypisch manifestieren.

Osteonekrose

Obwohl man von einer multifaktoriellen Ätiologie (einschliesslich Anwendung von Kortikoiden, Alkoholkonsum, ausgeprägte Immunsuppression, erhöhtem Body-Mass-Index) ausgeht, wurden Fälle von Osteonekrose berichtet, insbesondere bei Patienten mit fortgeschrittener HIV-Infektion und/oder langdauernder antiretroviraler Kombinationstherapie (CART). Die Patienten müssen darauf hingewiesen werden, dass sie beim Auftreten von Gelenkschmerzen, Gelenksteifigkeit oder Bewegungseinschränkungen ihren Arzt aufsuchen sollen.

Einfluss auf die Leberfunktion

Unter Celsentri wurde in Studien an vorbehandelten Personen mit einer HIV-Infektion ein Anstieg der hepatischen Nebenwirkungen beobachtet, ohne dass es jedoch zu einer generellen Zunahme von Grad 3/4 Leberfunktionsstörungen (ACTG-Klassifikation) gekommen wäre (siehe Abschnitt «Unerwünschte Wirkungen»).

Im Zusammenhang mit der Anwendung von Maraviroc sind Fälle von Hepatotoxizität und Leberversagen mit allergischen Merkmalen berichtet worden.

Ein Abbruch der Therapie mit Celsentri muss bei all jenen Patienten erwogen werden, die Symptome einer akuten Hepatitis entwickeln. Dies gilt besonders dann, wenn eine arzneimittelbedingte Überempfindlichkeitsreaktion vermutet wird oder wenn erhöhte Leber-Transaminasen zusammen mit einem Hautausschlag oder anderen systemischen Symptomen einer potenziellen Überempfindlichkeit (z.B. juckender Hautausschlag, Eosinophilie oder erhöhtes IgE) auftreten.

Es liegen limitierte Daten bei Patienten mit Hepatitis B und/oder C-Koinfektion vor (siehe Klinische Studien). Vorsicht ist geboten bei der Behandlung dieser Patienten. Im Falle einer begleitenden antiviralen Therapie gegen Hepatitis B und/oder C sind die entsprechenden Fachinformationen dieser Arzneimittel zu beachten.

Bei Patienten mit bereits bestehender Leberdysfunktion, einschliesslich chronisch aktiver Hepatitis, können während der antiretroviralen Kombinationsbehandlung häufiger Störungen der Leberfunktion auftreten, und sie sollten deshalb sorgfältig überwacht werden.

Bei Patienten mit ausgeprägten Leberfunktionsstörungen wurde die Sicherheit und Wirksamkeit von Celsentri nicht speziell untersucht.

Da nur eingeschränkte Erfahrungen bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen vorliegen, muss Celsentri bei dieser Patientengruppe mit erhöhter Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitte «Dosierung/Anwendung» und «Pharmakokinetik»).

Eingeschränkte Nierenfunktion

In einer Studie wurden die Pharmakokinetik und Sicherheit von Maraviroc bei Patienten mit unterschiedlichen Graden der Niereninsuffizienz mit denjenigen von gesunden Probanden verglichen. Ein reversibler transienter Abfall der mittleren CLcr wurde bei Patienten mit milder und mittlerer Niereninsuffizienz und bei gesunden Probanden beobachtet, die 150 mg Maraviroc (Dosierungsfrequenz; gesunde Probanden: 1× alle 12 h; milde Niereninsuffizienz: 1× alle 24 h; mittlere Niereninsuffizienz: 1× alle 48 h) und Saquinavir/Ritonavir 1000/100 mg 2× täglich erhielten. Es konnte kein Zusammenhang festgestellt werden zwischen den Reduktionen der CLcr und den mittleren Serum-Kreatinin-Werten zu Studienbeginn. Maraviroc wurde in dieser Studie generell gut vertragen. Dabei traten bei Patienten mit milder und mittlerer Niereninsuffizienz, die Maraviroc zusammen mit Saquinavir/Ritonavir erhielten, im Vergleich zu allen anderen in der Studie untersuchten Patientengruppen mehr unerwünschte Wirkungen (meist von milder Ausprägung) auf.

Ohne Hemmstoffe für seinen Metabolismus macht die renale Clearance weniger als 25% der Gesamtclearance von Maraviroc aus, sodass eine eingeschränkte Nierenfunktion die Exposition von Maraviroc vermutlich nicht signifikant verändert.

Bei Vorhandensein von Hemmstoffen für seinen Metabolismus kann die renale Clearance bis zu 70% der Gesamtclearance von Maraviroc ausmachen, sodass eine eingeschränkte Nierenfunktion in diesem Fall zu einer erhöhten Exposition von Maraviroc führen kann. Deshalb muss Celsentri bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (CLcr <80 ml/min), die starke CYP3A4-Hemmer einnehmen, vorsichtig angewendet werden. Tabelle 1 gibt Hinweise zur Anpassung des Dosierungsintervalls, die auf Simulationen zu zunehmend eingeschränkter Nierenfunktion bei Patienten beruht, welche gleichzeitig mit starken CYP3A4-Hemmern behandelt wurden. Die Sicherheit und Wirksamkeit dieser Anpassungen der Dosierungsintervalle wurde nicht klinisch geprüft.

Potentielles Malignomrisiko

Obwohl unter Celsentri kein erhöhtes Malignomrisiko beobachtet wurde, könnte dieses Arzneimittel das Immunsystem aufgrund des Wirkungsmechanismus beeinträchtigen und zu einem erhöhten Malignomrisiko führen. Ein Langzeit-Follow-Up ist erforderlich um das Risiko besser bewerten zu können.

Soja Lecithin

Celsentri enthält entölte Phospholipide aus Sojabohnen. Bei Patienten, die auf Erdnüsse oder Soja allergisch sind, darf Celsentri nicht eingesetzt werden.

Interaktionen

­Maraviroc ist ein Substrat von Cytochrom P450 CYP3A4. Die gleichzeitige Verabreichung von Celsentri und Arzneimitteln, die CYP3A4 induzieren, kann zu einem Absinken der Maraviroc-Konzentrationen führen und dessen therapeutische Wirkungen somit reduzieren. Die gleichzeitige Verabreichung von Celsentri und Arzneimitteln, die CYP3A4 hemmen, kann zu erhöhten Plasmakonzentrationen von Maraviroc führen. Bei gleichzeitiger Verabreichung von Celsentri und CYP3A4-Hemmern und/oder -Induktoren wird eine Anpassung der Celsentri-Dosis empfohlen. Weitere Hinweise für gleichzeitig verabreichte andere Arzneimittel folgen weiter unten (Tabelle 2).

Studien an humanen Lebermikrosomen und rekombinanten Enzymsystemen haben gezeigt, dass Maraviroc in klinisch relevanten Konzentrationen keines der wichtigen P450-Enyzme (CYP1A2, CYP2B6, CYP2C8, CYP2C9, CYP2C19, CYP2D6 und CYP3A4) hemmt. Maraviroc hatte keine klinisch relevante Wirkung auf die Pharmakokinetik von Midazolam, der oralen Kontrazeptiva Ethinylestradiol und Levonorgestrel oder auf das Verhältnis von 6β-Hydroxycortisol/Cortisol im Urin, was darauf schliessen lässt, dass es in vivo nicht zu einer Hemmung oder Induktion von CYP3A4 kommt. Bei höheren Maraviroc-Expositionen kann eine mögliche Hemmung von CYP2D6 nicht ausgeschlossen werden. Wie aus in vitro-Daten und klinischen Daten hervorgeht, ist das Potenzial von Maraviroc für Auswirkungen auf die Pharmakokinetik gleichzeitig verabreichter Arzneimittel gering.

Die renale Clearance beträgt ca. 23% der Gesamtclearance von Maraviroc, wenn dieses ohne CYP3A4-Hemmer angewendet wird. Da sowohl passive als auch aktive Prozesse beteiligt sind, besteht in Gegenwart anderer renal eliminierter Wirkstoffe die Möglichkeit einer Kompetition für die Elimination. Die gleichzeitige Verabreichung von Celsentri mit Tenofovir (renales Substrat) und Co-Trimoxazol (enthält Trimethoprim, einen Hemmer des renalen Kationen-Transports) zeigte keine Wirkung auf die Pharmakokinetik von Maraviroc. Auch die gleichzeitige Verabreichung von Celsentri und Lamivudin/Zidovudin zeigte, dass Maraviroc keine Auswirkung auf die Pharmakokinetik von Lamivudin (wird in erster Linie über die Nieren ausgeschieden) oder Zidovudin (P450-unabhängiger Metabolismus und renale Clearance) hat.

Maraviroc hemmt das p-Glycoprotein in vitro (IC50 ist 183 µM). Jedoch beeinflusst Maraviroc die Pharmakokinetik von Digoxin (p-gp Substrat) in vivo nicht signifikant (siehe Tabelle 2).

Tabelle 2: Wechselwirkungen und Dosisempfehlungen mit anderen Arzneimitteln

Wirkstoffe nach Therapiegebiet geordnet(Celsentri-Dosis in der Studie)Auswirkungen auf den PlasmaspiegelGeometrisches Mittel (90% Konfidenzintervall),wenn keine andere AngabeEmpfehlungen für die gemeinsame Gabe

ANTIINFEKTIVA

Antiretrovirale Arzneimittel

NRTIs

Lamivudin 150 mg 2× tägl.(Maraviroc 300 mg 2× tägl.)Lamivudin AUC12: ↔ 1.13 (0.98, 1.32)Lamivudin Cmax: ↔ 1.16 (0.88, 1.54)Die Konzentration von Maraviroc wurde nicht untersucht. Es werden keine Auswirkungen erwartet.Es werden keine signifikanten Wechselwirkungen beobachtet/erwartet. 2× täglich Celsentri 300 mg und NRTIs können ohne Dosis­anpassung zusammen gegeben werden.
Tenofovir 300 mg 1× tägl.(Maraviroc 300 mg 2× tägl.)Maraviroc AUC12: ↔ 1.03 (0.98, 1.09)Maraviroc Cmax: ↔ 1.03 (0.90, 1.19)Die Konzentration von Tenofovir wurde nicht untersucht. Es werden keine Auswirkungen erwartet.
Zidovudin 300 mg 2× tägl.(Maraviroc 300 mg 2× tägl.)Zidovudin AUC12: ↔ 0.98 (0.79, 1.22)Zidovudin Cmax: ↔ 0.92 (0.68, 1.24)Die Konzentration von Maraviroc wurde nicht untersucht. Es werden keine Auswirkungen erwartet.

Integrase Inhibitoren

Elvitegravir/Ritonavir150 mg/100 mg 1× tägl.(Maraviroc 150 mg 2× tägl.)Maraviroc AUC12: ↑ 2.86 (2.33-3.51)Maraviroc Cmax: ↑ 2.15 (1.71-2.69)Maraviroc C12: ↑ 4.23 (3.47-5.16)Elvitegravir AUC24: ↔ 1.07 (0.96-1.18)Elvitegravir Cmax: ↔ 1.01 (0.89-1.15)Elvitegravir C24: ↔ 1.09 (0.95-1.26)Die empfohlene Dosis beträgt Maraviroc 150 mg 2×täglich bei gleichzeitiger Gabe mit geboostetem Elvitegravir.
Raltegravir 400 mg 2× tägl.(Maraviroc 300 mg 2× tägl.)Maraviroc AUC12: ↓ 0.86 (0.80,

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