Insulin Novomix 30 Flexpen Fertigpen 5 X 3 Ml

Insulin Novomix 30 Flexpen Fertigpen 5 X 3 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Insulinum Aspartum 100 U/ml (30% Insulinum solutum, 70% Insulinum isophanum); gentechnologisch hergestelltes Humaninsulin-Analog (B28 Asp) aus Saccharomyces cerevisiae.

Hilfsstoffe: Conserv.: Phenolum 1,5 mg/ml, Metacresolum 1,72 mg/ml. Übrige Hilfsstoffe: Glycerolum, Zincum (ut Zinci chloridum), Natrii chloridum, Natrii phosphates; Protamini sulfas; Aqua ad suspen. pro 1 ml.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Injektionssuspension 100 E/ml.

Weisse Suspension mit 30% löslichem Insulin Aspart und 70% protamin-verzögertem Insulin Aspart.

Eine Einheit Insulin Aspart entspricht 6 nmol (0,035 mg) salzfreiem, wasserfreiem Insulin Aspart ad 1 ml.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Diabetes mellitus, sofern eine Insulinbehandlung notwendig ist.

Dosierung/Anwendung

Dosierung

Die Dosierung von NovoMix 30 ist individuell und wird vom Arzt gemäss dem Bedarf des Patienten bestimmt. Die Wirkung von NovoMix 30 setzt schneller als bei biphasischem Humaninsulin ein. NovoMix 30 sollte im Allgemeinen unmittelbar vor einer Mahlzeit verabreicht werden. Falls notwendig, kann NovoMix 30 kurz nach einer Mahlzeit gegeben werden.

Der individuelle Insulinbedarf liegt in der Regel zwischen 0,5 und 1,0 E/kg/Tag und er kann ganz oder teilweise mit NovoMix 30 gedeckt werden. Der tägliche Insulinbedarf kann bei Patienten mit Insulinresistenz (z.B. wegen Adipositas) höher und bei Patienten mit noch vorhandener Insulineigenproduktion niedriger sein.

Wie bei anderen Insulinen variiert auch bei NovoMix 30 die Wirkdauer abhängig von Dosis, Injektionsstelle, Durchblutung, Temperatur und dem Ausmass der körperlichen Betätigung. Die subkutane Injektion in das Unterhaut-Fettgewebe des Bauches führt, im Vergleich zu anderen Injektionsstellen, zu einer schnelleren Resorption. Unabhängig von der Injektionsstelle ist der Wirkungseintritt schneller als nach Injektion von biphasischem Humaninsulin.

Wird NovoMix 30 mit oralen Antidiabetika, die für die Kombination mit Insulin zugelassen sind, kombiniert, beträgt die Anfangsdosis im Allgemeinen 0,2 Einheiten/kg/Tag und sollte entsprechend den individuellen Erfordernissen in Abhängigkeit von der Blutzuckereinstellung angepasst werden.

Kombination von NovoMix 30 mit Pioglitazon: siehe unter «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Zu Beginn der Behandlung mit NovoMix 30 sollte vorsichtig titriert werden, indem mit der niedrigsten, für eine glykämische Kontrolle erforderlichen Dosis begonnen wird (siehe unter «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Spezielle Dosierungsanweisungen

Nieren- oder Leberinsuffizienz kann den Insulinbedarf des Patienen reduzieren.

NovoMix 30 kann bei älteren Patienten angewendet werden, allerdings sind die Erfahrungen mit der Anwendung von NovoMix 30 in Kombination mit oralen Antidiabetika bei Patienten, die älter als 75 Jahre sind, begrenzt.

Kinder und Jugendliche

NovoMix 30 kann bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 Jahren und darüber angewendet werden, wenn eine Insulinmischung bevorzugt wird. Für Kinder von 6–9 Jahren liegen nur limitierte (54 Patienten) klinische Daten vor (siehe unter «Eigenschaften/Wirkungen»).

Es liegen keine Studien an Kindern unter 6 Jahren vor.

Anwendung

NovoMix 30 wird subkutan in die Bauchdecke, den Oberschenkel, in die Gesässregion oder in den Deltamuskel injiziert. Die Injektionsstelle sollte bei jeder Injektion innerhalb derselben Körperregion gewechselt werden.

NovoMix 30 darf niemals intravenös verabreicht werden.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Beim insulinbehandelten Diabetiker besteht grundsätzlich das Risiko leichter oder schwerer Hypoglykämien. Dies gilt besonders zu Beginn der Behandlung, bei Präparatewechsel, unregelmässigen Injektionen, unregelmässigen, starken körperlichen Anstrengungen oder unregelmässiger Nahrungsaufnahme sowie allgemein bei nicht optimaler Stoffwechseleinstellung, wo es zu starken Blutzuckerschwankungen u.a. Hypoglykämien kommen kann. Ebenso ist bei früher durchgemachten schweren Hypoglykämien das Risiko grösser, dass sich solche wiederholen. Um einer Hypoglykämie frühzeitig begegnen zu können, ist der Patient zu instruieren, immer Traubenzucker, Würfelzucker o.ä. mit sich zu führen. Er soll auch seinen Diabetikerausweis bei sich haben.

Bei Patienten mit deutlich gebesserter Stoffwechsellage (z.B. aufgrund einer intensivierten Insulintherapie) können unter Umständen einige oder sämtliche Warnsymptome entfallen, mit denen sich eine Hypoglykämie ankündigt. Diese Patienten sind entsprechend vorzuwarnen.

Eine strengere Einstellung des Diabetes mit tieferen Blutzuckerwerten kann die Wahrscheinlichkeit von Hypoglykämien erhöhen und erfordert deshalb besondere Aufmerksamkeit während der Intensivierung der Dosis.

Wechseln Patienten zwischen verschiedenen Insulinarten, können sich die Frühwarnsymptome einer Hypoglykämie verändern oder weniger ausgeprägt sein als dies bei ihrem vorherigen Insulin der Fall war.

β-Blocker können die üblichen Hypoglykämie-Warnsymptome abschwächen, bzw. maskieren.

Alkohol-Konsum kann die Hypoglykämie-Gefahr erhöhen (Hemmung der hepatischen Glukoneogenese).

Das Auslassen einer Mahlzeit oder nicht geplante körperliche Anstrengung können eine Hypoglykämie verursachen. Verglichen mit biphasischem Humaninsulin kann NovoMix 30 bis zu 6 Stunden nach der Injektion eine stärkere hypoglykämische Wirkung haben. Eventuell muss dies beim einzelnen Patienten durch eine Anpassung der Insulindosis und/oder der Nahrungsaufnahme kompensiert werden.

Körperliche Anstrengung unmittelbar nach der Mahlzeit kann das Hypoglykämie-Risiko erhöhen.

Die Umstellung auf ein anderes Insulinpräparat soll nur unter strenger ärztlicher Kontrolle und sorgfältiger Instruktion erfolgen. Veränderungen der Stärke, der Insulinmarke, Insulinart, Insulinspezies (tierisch, human, humanes Insulin­analogon) und/oder Herstellungsverfahren können eine Veränderung der Dosierung erfordern.

Es kann sein, dass Patienten, die NovoMix 30 anwenden, eine gegenüber ihrem üblichen Insulin veränderte Dosierung benötigen. Wenn eine Anpassung notwendig ist, kann diese bei der ersten Dosis oder innerhalb der ersten Wochen oder Monate erforderlich sein.

Eine nicht ausreichende Dosierung oder Unterbrechung der Behandlung kann zu Hyperglykämie führen. Die ersten Symptome einer Hyperglykämie äussern sich normalerweise allmählich über Stunden und Tage. Sie beinhalten Übelkeit, Erbrechen, Schläfrigkeit, rötliche trockene Haut, trockener Mund, erhöhter Harndrang, Durst, Appetitlosigkeit sowie Konfusion und Koma. Ein nach Aceton riechender Atem weist auf eine diabetische Ketoazidose hin, was vor allem beim Typ-1-, aber auch beim Typ-2-Diabetiker vorkommen kann. Ein unbehandeltes hyperglykämisches Koma, mit oder ohne Ketoazidose, führt zum Tod.

NovoMix 30 sollte in unmittelbarer Verbindung mit einer Mahlzeit verabreicht werden. Bei Patienten, die an Begleiterkrankungen leiden oder Arzneimittel einnehmen, die möglicherweise die Absorption von Nahrung verzögern, ist auch der rasche Wirkungseintritt zu beachten.

Begleiterkrankungen, insbesondere Infektionen, erhöhen in der Regel den Insulinbedarf des Patienten. Krankheiten oder seelische Störungen können ebenfalls den Insulinbedarf erhöhen. Eine Anpassung der Insulindosis kann auch bei erhöhter körperlicher Belastung oder Diätfehlern erforderlich werden.

Marihuana-Konsum kann möglicherweise eine Verschlechterung der Glukosetoleranz bewirken (andere illegale Substanzen wurden nicht getestet; andere Interaktionen s. Rubrik «Interaktionen»).

Alle Insulinpräparate, auch NovoMix 30, verursachen eine Verschiebung von Kalium vom extrazellulären in den intrazellulären Raum, was möglicherweise zu einer Hypokaliämie führen kann. Dies kann, falls unbehandelt, zu Atemparalyse, ventrikuläre Arrhythmie und Tod führen. Somit ist bei Patienten mit einem möglichen Hypokaliämie Risiko Vorsicht geboten (z.B. Patienten, die Insulin intravenös erhalten, Patienten mit schlechter Blutzuckereinstellung und Patienten, die Medikamente erhalten, die kaliumsenkend wirken oder sensitiv auf Kaliumkonzentration im Serum sind).

Insulinsuspensionen dürfen nicht in Insulinpumpen verwendet werden.

NovoMix 30 enthält Metacresol, das in seltenen Fällen allergische Reaktionen hervorrufen kann.

Wie bei jeder Insulintherapie können Reaktionen an der Injektionsstelle auftreten, wie z.B.: Schmerzen, Juckreiz, Nesselsucht, Schwellungen und Entzündungen. Das kontinuierliche Wechseln der Injektionsstelle innerhalb eines bestimmten Bereiches kann dabei helfen, diese Reaktionen zu reduzieren oder zu vermeiden. Die Reaktionen klingen gewöhnlich innerhalb weniger Tage oder Wochen wieder ab. In seltenen Fällen können Reaktionen an der Injektionsstelle das Absetzen von NovoMix 30 erfordern.

Kombination von NovoMix 30 mit Pioglitazon

Es gibt Spontanmeldungen über Herzinsuffizienz, wenn Pioglitazon in Kombination mit Insulin, insbesondere Patienten mit Risikofaktoren für die Entwicklung von Herzinsuffizienz verabreicht wurde. Dies sollte beachtet werden falls eine Behandlung mit der Kombination von Pioglitazon und NovoMix 30 erwogen wird.

Falls die Kombination angewendet wird, sollten die Patienten hinsichtlich Anzeichen und Symptomen von Herzinsuffizienz, Gewichtszunahme und Ödemen beobachtet werden. Pioglitazon muss beim Auftreten jeder Verschlechterung kardialer Symptome abgesetzt werden.

Als Folge einer erhöhten Insulinsensitivität kann für Patienten, die Pioglitazon in Kombination mit Insulinen erhalten, ein höheres Risiko einer dosis-bezogenen Hypoglykämie bestehen, und eine Reduktion der Insulindosierung kann erforderlich sein.

Antikörper

Die Anwendung von Insulin kann die Bildung von Insulin-Antikörpern verursachen. In seltenen Fällen kann das Vorhandensein solcher Insulin-Antikörper eine Anpassung der Insulindosis zur Korrektur der Entwicklung von Hyper- oder Hypoglykämien erforderlich machen.

Interaktionen

Der Glukosestoffwechsel wird von einigen Arzneimitteln beeinflusst.

1. Der Insulinbedarf kann vermindert sein in Gegenwart von Substanzen, welche die Insulinwirkung verbessern (Insulinsensitivität erhöhen), die Insulinsekretion steigern, die hepatische Gluconeogenese hemmen oder die intestinale Glukoseaufnahme beeinflussen. Bei gleichbleibender Insulinmenge besteht somit erhöhte Hypoglykämie-Gefahr durch gleichzeitige Einnahme von:

oralen Antidiabetika; Alkohol; ACE-Hemmern (z.B. Captopril und Enalapril); antiarrhythmischen Substanzen wie Disopyramid; β-Blockern und Clonidin; SSRI (insbesondere Fenfluramine); MAO-Hemmern; trizyklischen Antidepressiva; Salicylaten und (selten) anderen NSAIDs; Fibraten; Tetracyclinen; Pentamidin (Hypoglykämie; gelegentlich mit nachfolgender Hyperglykämie); Antimalariamitteln (Chinin, Chloroquin, Mefloquin); Sulfonamiden (z.B. Cotrimoxazol); Cimetidin und Ranitidin.

2. Der Insulinbedarf kann erhöht sein bei gleichzeitiger Einnahme/Anwendung der folgenden Substanzen bzw. Substanzgruppen:

Orale Kontrazeptiva und andere Östrogen- oder Progestagen-Präparate; Korticosteroide und ACTH; GH (Somato­tropin); Danazol; Schilddrüsenhormone; Sympathikomimetika (vor allem β2-Sympathikomimetika wie Ritodrin, Salbutamol, Terbutalin, aber auch α-selektive Sympathikomimetika, sowie nicht selektive wie Epinephrin); Diazoxid; Nikotinsäure und -derivate; Chlorpromazin (vor allem in hohen Dosen) und andere Phenothiazin-Derivate; Diuretika (z.B. Thiazid-Diuretika, Indapamid und Furosemid); Anti-retrovirale Substanzen; Immunsuppressive Substan­zen (Ciclosporin, Tacrolimus, Sirolimus), atypische Antipsychotika.

3. Bei Anwendung der folgenden Substanzen kann die Insulinwirkung je nach Dosis verstärkt bzw. abgeschwächt werden:

Octreotid-, Lanreotid-, Salicylsäure-Derivate, Lithium-Salze (selten).

β-Blocker können zu einer Verstärkung der Insulinresistenz aber auch, in gewissen Fällen, zu einer Hypoglykämie führen. Ausserdem können die Hypoglykämie-Warnsymptome abgeschwächt bzw. maskiert werden.

Bei chronischem Missbrauch von Abführmitteln kann die Stoffwechsellage verschlechtert werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Die klinische Erfahrung mit Insulin Aspart während einer Schwangerschaft ist gering.

Fortpflanzungsstudien beim Tier zeigten keine Unterschiede zwischen NovoMix 30 und Humaninsulin hinsichtlich Embryotoxizität und Teratogenität.

Sowohl Hypoglykämie als auch Hyperglykämie, die bei einer nicht ausreichend kontrollierten Diabetestherapie auftreten können, erhöhen das Risiko von Missbildungen und Fruchttod in-utero. Frauen, die an Diabetes erkrankt sind und eine Schwangerschaft planen bzw. bereits schwanger sind, sollen intensiver überwacht werden.

Im ersten Trimenon fällt gewöhnlich der Insulinbedarf, steigt aber anschliessend im Verlauf des zweiten und dritten Trimenon wieder an.

Nach der Geburt fällt der Insulinbedarf innerhalb kurzer Zeit auf die Werte zurück, wie sie vor der Schwangerschaft bestanden haben.

Die Insulinbehandlung der stillenden Mutter stellt kein Risiko für das Neugeborene dar. Es kann jedoch erforderlich werden, die Dosierung von NovoMix 30, ihre Ernährungsgewohnheiten oder beides anzupassen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt.

Eine Hypoglykämie kann die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit eines Patienten herabsetzen. Dies kann in Situationen, in denen diese Fähigkeiten von besonderer Bedeutung sind (z.B. beim Fahren eines Autos oder beim Bedienen von Maschinen) ein Risiko darstellen.

Dem Patienten sollte geraten werden, Vorsichtsmassnahmen zur Vermeidung von Hypoglykämien beim Führen von Kraftfahrzeugen zu treffen. Dies ist bei Patienten mit häufigen Hypoglykämieepisoden oder verringerter Wahrnehmung von Hypoglykämie-Warnsymptomen besonders wichtig. In diesen Fällen sollte überlegt werden, ob das Führen eines Kraftfahrzeuges ratsam ist.

Unerwünschte Wirkungen

Die beobachteten Nebenwirkungen bei Patienten, die ­NovoMix 30 verwenden, sind hauptsächlich dosisabhängig und werden durch die pharmakologische Wirkung des Insulins verursacht. Wie bei allen Insulinen ist auch bei ­NovoMix 30 die Hypoglykämie generell die häufigste unerwünschte Wirkung. Eine solche kann auftreten, wenn die Insulindosis zu hoch im Vergleich zum Insulinbedarf ist. Die Häufigkeit (häufig bis sehr häufig) variiert in den klinischen Studien und gemäss den Erfahrungen nach Markteinführung je nach Patientenpopulation und Dosierungsschema. Schwere Hypoglykämien können zu Bewusstlosigkeit und/oder zu Krämpfen mit vorübergehenden oder dauerhaften Störungen der Gehirnfunktion oder sogar zum Tod führen.

Die Gesamtrate an Hypoglykämien in den klinischen Studien unterschied sich zwischen den mit NovoMix 30 und mit biphasischem Humaninsulin behandelten Patienten nicht.

Die Häufigkeit von unerwünschten Wirkungen, die in klinischen Studien beobachtet wurde und bei welcher gemäss einer Gesamtbeurteilung um langfristig diabetische Spätkomplikationen zu verhindern ein Zusammenhang mit ­NovoMix 30 erwogen wird, ist untenstehend aufgelistet. Die Häufigkeit ist wie folgt definiert: sehr häufig (>1/10), häufig (>1/100, <1/10), gelegentlich (>1/1’000, <1/100), selten (>1/10’000, <1/1’000) und sehr selten (<1/10’000).

Störungen des Immunsystems

Urtikaria, Rötung und Ausschlag – gelegentlich.

Anaphylaktische Reaktionen – sehr selten.

Symptome einer generalisierten Überempfindlichkeitsreaktion sind generalisierte Hautrötung, Jucken, Schwitzen, gastrointestinale Beschwerden, angioneurotische Ödeme, Atembeschwerden, Palpitationen und Blutdrucksenkung. Generalisierte Überempfindlichkeitsreaktionen sind potentiell lebensgefährlich.

In klinischen Studien wurden mehr kreuzreagierende Antikörper mit NovoMix 30 als mit biphasischem Humaninsulin beobachtet, dies hatte aber keine Korrelation mit Änderungen des HbA1c oder zunehmenden Insulindosen. Die klinische Relevanz dieser Antikörper ist noch nicht ermittelt. Die Antikörper nahmen nach Langzeitverabereichung (>6 Monate) von NovoMix 30 nicht weiter zu.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Veränderung des Blutzuckers: Hypoglykämie/Hyperglykämie.

Die Warnsymptome einer Hypoglykämie sind

neurovegetative Zeichen: Schwitzen, Hungergefühle, Zittern, Blässe, Herzklopfen, Kopfschmerzen;

neuroglykopenische Zeichen: Konzentrationsstörungen, Verhaltensauffälligkeiten (Unruhe, Reizbarkeit, Aggressivität, Verwirrtheit, u.a.), Bewusstseinsstörungen, Koordinations-, Seh- und Sprachstörungen. Diese können über Benommenheit und Somnolenz bis zum Koma fortschreiten. Die Hypoglykämie kann auch zu epileptischen Anfällen führen oder als zerebraler Insult, z.B. mit Hemiparese, Aphasie, positivem Babinskizeichen, imponieren.

Abgeschwächte/veränderte Warnsymptome: Besonders bei Einstellung auf tiefe Blutzuckerwerte, aber auch bei lang bestehendem Diabetes (u.U. mit Neuropathie), bei Präparatewechsel u.a. können die Warnsymptome der Hypoglykämie verändert und die neurovegetativen Symptome abgeschwächt sein oder erst spät auftreten (s. auch unter «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Der insulinbehandelte Diabetiker und seine Umgebung sind deshalb zu instruieren, dass sich eine Hypoglykämie auch überraschend und primär durch neuroglykopenische Zeichen wie Konzentrationsstörungen, Unruhe, Verhaltensauffälligkeiten und Bewusstseinsstörungen anzeigen kann, so dass er eventuell nicht früh genug mit Einnahme von Zucker reagiert.

Als Ursachen einer Hypoglykämie kommen in Frage: Auslassen einer Mahlzeit, Erbrechen, Durchfall, aussergewöhnliche körperliche Anstrengung, Insulinüberdosierung, endokrine Krankheiten wie Nebennierenrindeninsuffizienz, Hypothyreose u.a.

Therapie der Hypoglykämie siehe «Überdosierung».

Nach jeder schweren Hypoglykämie ist die Diabeteseinstellung zu überprüfen, der Patient ist anzuweisen, den Arzt über jede durchgemachte schwere Hypoglykämie zu orientieren.

Dem Patienten ist zu empfehlen, seine nähere Umgebung (Freunde, Arbeitskollegen) über seine Zuckerkrankheit zu informieren sowie über die entsprechenden Verhaltensregeln; unter anderem auch, wie man Glukagon subkutan injiziert.

Störungen des Nervensystems

Periphere Neuropathie – selten.

Eine rasche Besserung der Blutzuckereinstellung kann mit einer «akuten, schmerzhaften Neuropathie» assoziiert werden, die aber in der Regel vorübergehend ist.

Augenleiden

Refraktionsanomalien – gelegentlich.

Zu Beginn einer Insulintherapie können Refraktionsanomalien auftreten, die aber in der Regel von vorübergehender Natur sind.

Diabetische Retinopathie – gelegentlich.

Langfristige verbesserte Blutzuckereinstellung vermindert das Risiko der Progression einer diabetischen Retinopathie. Jedoch kann eine Intensivierung der Insulintherapie mit einer abrupten Verbesserung der Blutzuckereinstellung zu einer Verschlechterung einer diabetischen Retinopathie führen.

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Lipodystrophie – gelegentlich.

Eine Lipodystrophie kann an der Injektionsstelle auftreten, wenn die Einstichsstelle innerhalb eines Injektionsbereiches nicht regelmässig gewechselt wird.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Ödeme – selten.

Ödeme und Gewichtszunahme können auftreten, wenn NovoMix 30 in Kombination mit oralen Antidiabetika, insbesondere Thiazolidinedionen, angewendet wird. Zu Beginn einer Insulintherapie können Ödeme auftreten, die in der Regel vorübergehender Natur sind.

Lokale Überempfindlichkeitsreaktionen – gelegentlich.

Bei einer Insulinbehandlung können lokale Überempfindlichkeitsreaktionen (Rötung, Schwellung und Juckreiz an der Injektionsstelle) auftreten. Diese Reaktionen sind jedoch in der Regel vorübergehend und verschwinden im Laufe einer kontinuierlichen Behandlung.

Überdosierung

Für Insulin kann keine spezifische Überdosierung definiert werden.

Eine Hypoglykämie kann sich jedoch stufenweise entwickeln, wenn zu hohe Insulindosen im Vergleich zum Insulinbedarf verabreicht werden.

  • Milde hypoglykämische Vorfälle können durch orale Verabreichung von Glukose oder anderen zuckerhaltigen Lebensmitteln behandelt werden. Es wird empfohlen, dass der Diabetiker immer einige Würfelzucker oder andere zuckerhaltige Lebensmittel (z.B. einige Biskuits) bei sich hat.
  • Bei schweren hypoglykämischen Vorfällen, bei welchen der Patient bewusstlos ist, kann 0,5 bis 1,0 mg Glucagon intramuskulär oder subkutan durch eine geübte Person oder Glukose intravenös durch einen Arzt verabreicht werden. Falls der Patient nach 10 bis 15 Minuten auf eine Glucagon Verabreichung nicht reagiert, muss ebenfalls Glukose intravenös appliziert werden.

Sobald der Patient wieder bei Bewusstsein ist, empfiehlt sich die Verabreichung von Kohlenhydraten, um einen Rückfall zu vermeiden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: A10AD05

Die blutzuckersenkende Wirkung von Insulin beruht auf der Fähigkeit des Moleküls, die Aufnahme von Glucose durch Bindung an Insulinrezeptoren von Muskel- und Fettzellen zu erhöhen. Gleichzeitig wird die Ausschüttung von Glucose aus der Leber inhibiert.

NovoMix 30 enthält das aus Hefezellen gentechnologisch hergestellte Humaninsulin-Analog Insulin Aspart. NovoMix 30 ist eine biphasische Suspension zusammengesetzt aus Insulin Aspart (raschwirkendes Humaninsulin-Analog) und Protamin Insulin Aspart (langwirkendes Humaninsulin-Analog).

NovoMix 30 ist ein biphasisches Insulin, das 30% lösliches Insulin Aspart enthält. Aufgrund seines raschen Wirkeintritts im Vergleich zu löslichem Humaninsulin kann es kurz vor oder direkt vor den Mahlzeiten verabreicht (innerhalb 10 Minuten) werden. Die kristalline Phase (70%) liegt als Protamin Insulin Aspart in kristalliner Form vor und hat ein ähnliches Wirkprofil wie humanes NPH-Insulin.

Die Wirkung tritt nach subkutaner Injektion innerhalb von 10–20 Minuten ein. Das Wirkungsmaximum ist 1 bis 4 Stunden nach der Injektion erreicht. Die Wirkdauer beträgt bis zu 24 Stunden.

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Abb. I: Wirkprofil von NovoMix 30 und biphasischem Humaninsulin 30 bei gesunden Probanden.

Die Ergebnisse klinischer Studien bei Diabetikern belegen, dass mit NovoMix 30 im Vergleich zu biphasischem Humaninsulin 30 verbesserte postprandiale Blutzuckerwerte (morgens und abends bei 2× täglicher Gabe) erreicht werden.

In einer dreimonatigen Studie bei Typ-1- und Typ-2-Diabetikern waren die Werte des glykosylierten Hämoglobins nach NovoMix 30 genauso gut wie die Werte nach Behandlung mit biphasischem Humaninsulin 30.

Insulin Aspart ist auf molarer Basis äquipotent zu Humaninsulin.

In einer anderen Studie wurden 341 Typ-2-Diabetiker randomisiert und während 16 Wochen entweder mit 2× täglich NovoMix 30 alleine (111), in Kombination mit Metformin (116) oder mit Metformin zusammen mit Sulfonylharnstoffen (114) behandelt. Die Metformin Dosis vor Studienbeginn wurde beibehalten, NovoMix 30 und der Sulfonylharnstoff wurden individuell titriert. Die drei Behandlungsgruppen unterschieden sich nicht in Bezug auf die Ausgangswerte (mittleres Alter von 52–58 Jahren, mittleres BMI von 30,4–30,9 kg/m², mittlere Typ-2-Diabetesdauer von 6,7–8,2 Jahren, mittleres HbA1c von 9,3–9,6%). Der primäre Wirksamkeitsendpunkt, das HbA1c nach 16 Wochen, unterschied sich zwischen den Behandlungsgruppen NovoMix 30 kombiniert mit Metformin und Metformin plus Sulfonylharnstoff nicht.

Kinder und Jugendliche: in einer 16-wöchigen Studie mit 167 Patienten im Alter von 10 bis 18 Jahren wurde der postprandiale Blutzucker nach Verabreichung von ­NovoMix 30 mit Humaninsulin/biphasischem Humaninsulin 30 zu den Hauptmahlzeiten und NPH Insulin zur Schlafenszeit verglichen. Der mittlere HbA1c-Wert blieb während der Studie in beiden Behandlungsgruppen nahe dem Ausgangswert. Es gab keinen Unterschied in der Hypoglykämierate zwischen NovoMix 30 und biphasischem Humaninsulin 30.

In einer kleineren (54 Patienten) und jüngeren (6 bis 12 Jahre) Population, die in einer doppelblinden cross-over Studie (12 Wochen für jede Behandlung) behandelt wurde, war die Glykämiekontrolle unter biphasischem Humaninsulin 30 besser als unter NovoMix 30. Während unter NovoMix 30 das HbA1c anstieg, blieb es unter der Behandlung mit biphasischem Humaninsulin 30 stabil. Der Anstieg der postprandialen Blutzuckerwerte war mit ­NovoMix 30 signifikant geringer als mit biphasischem Human-insulin 30. Die Hypoglykämierate war unter biphasischem Humaninsulin höher.

Pharmakokinetik

Im Vergleich zum körpereigenen Humaninsulin wurde an der Position 28 der B-Kette die Aminosäure Prolin gegen Asparaginsäure ausgetauscht, wodurch die Neigung zur Bildung von Hexameren, wie sie bei löslichen Humaninsulinen beobachtet wird, in der löslichen Fraktion von ­NovoMix 30 herabgesetzt ist. Das Insulin Aspart in der löslichen Phase von NovoMix 30 umfasst 30% des Gesamtinsulins; dieses wird schneller aus der Subkutanschicht resorbiert als der lösliche Insulinanteil von biphasischem Humaninsulin. Die restlichen 70% liegen als Insulin Aspart in kristalliner Form vor und weisen eine ähnliche verzögerte Resorption wie humanes NPH-Insulin auf.

Die maximale Insulinkonzentration (Cmax) im Serum ist verglichen mit biphasischem Humaninsulin bei NovoMix 30 im Mittel um 50% höher. Die Zeit bis zur maximalen Konzentration ist im Mittel halb so lang wie bei biphasischem Humaninsulin 30. Eine mittlere maximale Serum-konzentration von 140 ± 32 pmol/l wurde 60 Minuten nach einer subkutanen Dosis von 0,20 E/kg Körpergewicht bei gesunden Probanden erreicht. Die mittlere Halbwertszeit (t½) von NovoMix 30, welche die Absorptionsrate der protamingebundenen Fraktion reflektiert, betrug etwa ­8–9 Stunden. Die Insulinkonzentration im Serum kehrte etwa 15 bis 18 Stunden nach subkutaner Gabe auf den Ausgangswert zurück.

Beim Typ-2-Diabetespatienten wurde die maximale Konzentration nach 95 Minuten erreicht, und Konzentrationen über Null konnten noch nach mindestens 14 Stunden gemessen werden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Die Pharmakokinetik wurde bei älteren Erwachsenen und Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion nicht untersucht.

Kinder und Jugendliche: Die Pharmakokinetik von ­NovoMix 30 wurde nicht an Kindern oder Jugendlichen untersucht. Es wurden jedoch die pharmakokinetischen und pharmakodynamischen Eigenschaften von löslichem Insulin Aspart an Kindern (6–12 Jahre) und Jugendlichen (13–17 Jahre) mit Typ 1 Diabetes untersucht. Insulin Aspart wurde in beiden Altersgruppen schnell resorbiert, wobei die tmax der bei Erwachsenen ähnelte. Die Cmax jedoch unterschied sich zwischen den Altersgruppen, was die Wichtigkeit einer individuellen Titration von Insulin Aspart unterstreicht.

Präklinische Daten

In in-vitro Studien, einschliesslich Studien zur Rezeptorbindung an Insulin- und IGF-1-Rezeptoren und zu Auswirkungen auf das Zellwachstum, verhielt sich Insulin Aspart sehr ähnlich wie Humaninsulin. Die Dissoziation von Insulin Aspart vom Insulinrezeptor entsprach derjenigen von Humaninsulin.

Präklinische Daten, die auf konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, chronischen Toxizität, Gentoxizität, zum kanzerogenen Potential und zur Reproduktionstoxizität basieren, lassen keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Wenn Insulin zusammen mit anderen Arzneimitteln verabreicht wird, kann dies zur Degradierung des Insulinmoleküls führen, z.B. wenn diese Arzneimittel Thiole oder Sulfite enthalten. NovoMix 30 darf nicht zu Infusionslösungen hinzugefügt werden.

Haltbarkeit

2 Jahre. Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

In Gebrauch befindliche (angebrochene sowie als Ersatz mitgenommene) NovoMix 30 Penfill bzw. FlexPen sind bis zu 4 Wochen haltbar. Danach sind sie zu verwerfen. Daher wird empfohlen, das Anbruchsdatum auf der Etikette des Behälters zu notieren.

Besondere Lagerungshinweise

Im Kühlschrank (2–8 °C) lagern. Nicht einfrieren. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

In Gebrauch befindliche (angebrochene sowie als Ersatz mitgenommene) NovoMix 30 Penfill bzw. FlexPen nicht über 30 °C lagern. Nicht mehr im Kühlschrank lagern.

Es wird empfohlen, nachdem NovoMix 30 aus dem Kühlschrank genommen wurde, das Insulin auf Raumtemperatur erwärmen zu lassen, bevor es gemäss Bedienungsanleitung resuspendiert wird.

Hinweise für die Handhabung

Der Patient muss darauf hingewiesen werden, dass die NovoMix 30 Suspension unmittelbar vor der Injektion re­suspendiert werden muss.

Die resuspendierte Flüssigkeit muss gleichmässig weiss und trüb aussehen.

NovoMix 30 Penfill und NovoMix 30 FlexPen dürfen jeweils nur von einer einzigen Person benutzt werden. Der Behälter darf nicht wieder aufgefüllt werden.

Der Patient soll darauf hingewiesen werden, die Injektionsnadel nach jeder Injektion zu entsorgen.

Verwendung von Penfill (Patronen)

Bei Verwendung von Novo Nordisk Injektionsgeräten ist die jeweilige Gebrauchsanweisung genau zu befolgen. NovoMix 30 Penfill wurde für die Anwendung mit den Injektionsgeräten von Novo Nordisk und NovoFine oder NovoTwist Nadeln entwickelt.

Verwendung des FlexPen (Fertigpen)

Bei Verwendung des FlexPen ist die jeweilige Gebrauchsanweisung genau zu befolgen. NovoFine S oder NovoTwist Nadeln sind zum Gebrauch mit dem NovoMix 30 FlexPen vorgesehen. Lassen Sie die Verschlusskappe aufgesetzt, um den Inhalt vor Licht zu schützen, wenn der FlexPen nicht in Gebrauch ist.

Zulassungsnummer

55415, 55757 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Novo Nordisk Pharma AG, 8700 Küsnacht/ZH.

Herstellerin

Novo Nordisk A/S, DK-2880 Bagsvaerd.

Stand der Information

Dezember 2014.

Verwendung dieser Informationen

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