Catapresan Tabl 150 Mcg 100 Stk

Catapresan Tabl 150 Mcg 100 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Clonidini hydrochloridum.

Hilfsstoffe

Catapresan Injektionslösung: Natrii chloridum, Aqua ad iniectabilia.

Catapresan Tabletten: Lactosum monohydricum, Excipiens pro compresso.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Catapresan Injektionslösung

1 Ampulle (1 ml) enthält: Clonidinhydrochlorid 150 mcg.

Catapresan Tabletten

1 Tablette (teilbar) enthält: Clonidinhydrochlorid 150 mcg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Hypertonie.

Für die Behandlung der Hochdruckkrise ist die langsame parenterale Anwendung aufgrund des schnellen Wirkungseintritts zu empfehlen.

Dosierung/Anwendung

Um das Wohlbefinden des Patienten bzw. der Patientin zu erhalten, ist es nicht empfehlenswert, den Blutdruck innerhalb kurzer Zeit rapide zu senken, ausgenommen im Falle einer Hochdruckkrise.

Beim Absetzen von Catapresan sollte die Dosis wiederum schrittweise über mehrere Tage reduziert werden (Rebound-Phänomen).

Ampullen zu 150 mcg/ml

Die subkutane, intramuskuläre Injektion bzw. die sehr langsam vorzunehmende intravenöse Gabe von 1 Ampulle mit 150 mcg Catapresan ist nur am liegenden Patienten durchzuführen. Bei intravenöser Verabfolgung ist die Ampulle mit mindestens 10 ml physiologischer Kochsalzlösung zu verdünnen und bei einer Injektionsdauer von mindestens 10 Minuten zu verabreichen. Am besten empfiehlt sich eine intravenöse Infusion in einer Dosis von 0,2 mcg/kg/Min. Die Infusionsgeschwindigkeit von 0,5 mcg/kg/Min. sollte nicht überschritten werden. Bei Überschreitung dieser intravenösen Applikationsdosen und -zeiten kann es initial für wenige Minuten zu einer Erhöhung des systolischen Blutdrucks bis zu 20 mm Hg kommen. Es wird empfohlen, nicht mehr als 150 mcg (= 1 Ampulle) pro Infusion zu verwenden.

Gegebenenfalls kann die parenterale Anwendung von 1 Ampulle bis zu 4-mal täglich erfolgen.

Tabletten zu 150 mcg

Bei oraler Therapieeinleitung sollte mit einer tiefen Dosis von Catapresan begonnen werden (z.B. ½ Tablette vorzugsweise abends). Falls eine Dosiserhöhung erforderlich ist, wird empfohlen, diese frühestens nach 2–4 Wochen vorzunehmen.

Bei leichteren Formen der Hypertonie reicht oft 75–150 mcg pro Tag, d.h. ½ Tablette abends, resp. ½ Tablette morgens und abends. Eine langsame Erhöhung der Tagesdosis über 450 mcg hinaus bewirkt nur ausnahmsweise eine weitere Blutdrucksenkung. Maximale Tagesdosen von 900 mcg verteilt auf 3 Einzeldosen sind schwersten Hypertonien vorbehalten.

Einnahme

Die Tabletten sollen unzerkaut mit reichlich Wasser geschluckt werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Die Anwendung und die Sicherheit von Catapresan bei Kindern und Jugendlichen sind nicht ausreichend durch randomisierte kontrollierte Studien belegt. Die Anwendung von Catapresan bei dieser Patientengruppe wird deshalb nicht empfohlen.

Im Besonderen, wenn Clonidin off-label zusammen mit Methylphenidat bei Kindern mit ADHS eingesetzt wird, wurden schwerwiegende unerwünschte Wirkungen, einschliesslich Todesfällen, beobachtet. Clonidin in dieser Kombination wird deshalb nicht empfohlen.

Niereninsuffizienz

Die Dosierung muss angepasst werden

– entsprechend der individuellen antihypertensiven Reaktion, die bei Patienten mit Niereninsuffizienz stark variieren kann;

– entsprechend dem Grad der Beeinträchtigung der Nierenfunktion.

Eine sorgfältige Überwachung ist erforderlich. Da nur eine geringe Menge Clonidin bei routinemässiger Dialyse entfernt wird, ist es nicht notwendig, nach der Dialyse zusätzlich Clonidin zu geben.

Kontraindikationen

Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder andere Bestandteile des Präparates, sowie bei Patientinnen und Patienten mit schwerer Bradyarrhythmie, hervorgerufen entweder durch ein Sick-Sinus-Syndrom oder von einem AV-Block 2. oder 3. Grades, sollte Catapresan nicht angewandt werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Die Behandlung des Bluthochdrucks bedarf regelmässiger ärztlicher Kontrolle.

Bei Patientinnen und Patienten mit leichter bis mittelschwerer Bradyarrhythmie, wie z.B. niedrigem Sinusrhythmus, mit Störungen der zerebralen oder peripheren Perfusion, Raynaud Syndrom, Thrombangitis obliterans, Depression, Polyneuropathie und Verstopfung sollte Catapresan mit Vorsicht angewendet werden.

Bei Phäochromozytomkrisen ist eine blutdrucksenkende Wirkung nicht zu erwarten, doch wird bei nicht erkanntem Phäochromozytom die Krise durch Catapresan nicht verstärkt.

Die Einstellung und Behandlung des Hochdrucks bei Niereninsuffizienz bedarf besonderer Sorgfalt mit häufigen Blutdruckkontrollen.

Wie auch bei anderen blutdrucksenkenden Präparaten sollte die Behandlung mit Catapresan bei Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz oder schwerer koronarer Herzkrankheit sorgfältig überwacht werden.

Die Patientinnen und Patienten sollten angewiesen werden, ohne vorherige ärztliche Beratung die Behandlung nicht abzubrechen. Nach plötzlichem Absetzen von Catapresan nach langfristiger Behandlung mit hohen Dosen wurde über Unruhe, Herzklopfen, raschen Blutdruckanstieg, Nervosität, Zittern, Kopfschmerzen oder Übelkeit berichtet. Falls die Catapresan-Behandlung abgebrochen werden muss, sollte die Dosis stufenweise über 2–4 Tage reduziert werden.

Falls eine Langzeitbehandlung mit einem Beta-Rezepto­renblocker abgebrochen werden muss, sollte zuerst der Beta-Rezeptorenblocker stufenweise abgesetzt werden und danach Clonidin.

Patienten, die Kontaktlinsen tragen, sollten darauf aufmerksam gemacht werden, dass Catapresan die Tränensekretion vermindern kann.

Catapresan Tabletten enthalten 34,25 mg Laktose-Monohydrat pro Tablette, was bei der maximal empfohlenen täglichen Dosierung 205,5 mg Laktose-Monohydrat entspricht. Patienten mit einer seltenen erblichen Galactose-Intoleranz, z.B. einer Galactosämie, sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

Interaktionen

Die antihypertensive Wirkung von Catapresan kann durch andere blutdrucksenkende Mittel verstärkt werden. Dies kann bei der Anwendung anderer Antihypertonika wie Diuretika, Vasodilatatoren, Beta-Rezeptorenblockern, Cal­ciumantagonisten und ACE-Inhibitoren von therapeutischem Nutzen sein. Wirkungsminderung von Clonidin unter Prazosin oder keine additive Wirkung.

Blutdrucksteigernde oder Natrium- und wasserretinierende Substanzen, wie z.B. nichtsteroidale Antiphlogistika, können die therapeutische Wirkung von Clonidin herabsetzen.

Alpha2-Rezeptorenblocker, wie z.B. Phentolamin oder Tolazolin können dosisabhängig die Alpha2-Rezeptoren bedingten Wirkungen von Clonidin aufheben.

Gleichzeitige Anwendung von Substanzen mit negativ chronotroper oder dromotroper Wirkung, wie Beta-Rezeptorenblocker oder Digitalisglykoside, können zu bradykarden Rhythmusstörungen führen oder diese verstärken.

Es ist nicht auszuschliessen, dass die gleichzeitige Gabe von Beta-Rezeptorenblockern periphere vaskuläre Störungen verstärkt.

Die gleichzeitige Anwendung von trizyklischen Antidepressiva oder Neuroleptika mit alpha-rezeptorenblockierender Wirkung kann zu einer Abschwächung oder zur Aufhebung der blutdrucksenkenden Wirkung von Clonidin führen, gleichzeitig kann es zu orthostatischen Regulations­störungen oder zur Verstärkung solcher Störungen kommen.

Beobachtungen an Patienten im Alkoholdelirium führten zu der Annahme, dass hohe intravenöse Clonidin-Dosen das arrhythmogene Potential (QT-Verlängerung, Kammerflimmern) hoher intravenöser Dosen von Haloperidol verstärken. Ein kausaler Zusammenhang und die Relevanz für die blutdrucksenkende Behandlung wurden nicht nachgewiesen.

Die Wirkungen von zentraldämpfenden Substanzen oder Alkohol können durch Clonidin verstärkt werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Bisher liegen nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Clonidin bei Schwangeren vor. Catapresan sollte deshalb während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn es ist klar notwendig.

Wenn eine Behandlung erforderlich ist, müssen Mutter und Kind sorgfältig überwacht werden.

Clonidin durchquert die Plazenta und kann beim Fötus zu einer Senkung der Herzfrequenz führen. Bisher liegen keine ausreichenden Erfahrungen im Hinblick auf langfristige Auswirkungen einer pränatalen Exposition vor.

Die oralen Catapresan Darreichungsformen sind zu bevorzugen, und die intravenöse Injektion von Clonidin sollte vermieden werden.

Präklinische Studien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität (siehe Rubrik «Präklinische Daten»).

Nach der Geburt ist ein vorübergehender Blutdruckanstieg beim Neugeborenen nicht ausgeschlossen.

Stillzeit

Der Wirkstoff geht in die Muttermilch über. Es gibt jedoch nur ungenügende Informationen zu den Auswirkungen auf Neugeborene. Catapresan sollte deshalb während der Stillzeit nicht angewandt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt.

Die Patienten sind jedoch darauf hinzuweisen, dass unerwünschte Effekte, z.B. Schwindel, Sedierung und Akkomodationsstörungen während der Behandlung mit Catapresan auftreten können. Daher ist beim Führen eines Fahrzeugs oder Bedienen von Maschinen Vorsicht angebracht. Wenn die genannten Nebenwirkungen auftreten, sollte der Patient potenziell gefährliche Tätigkeiten wie das Führen eines Fahrzeugs oder das Bedienen von Maschinen meiden.

Unerwünschte Wirkungen

Das Auftreten unerwünschter Wirkungen in Verbindung mit Catapresan ist dosisabhängig. Besonders in der Anfangsphase der Behandlung wurden Mundtrockenheit, Schläfrigkeit und Schwindelgefühle beobachtet, die jedoch beim Fortsetzen der Behandlung oft innert 2–4 Wochen abklingen.

Folgende unerwünschte Wirkungen wurden bei der Anwendung von Catapresan beobachtet:

Definition der verwendeten Häufigkeiten: sehr häufig (>10%), häufig (>1%, <10%), gelegentlich (>0,1%, <1%), selten (<0,1%).

Endokrine Störungen

Selten: Gynäkomastie.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Selten: vorübergehende Erhöhung der Blutzuckerwerte.

Häufigkeit nicht bekannt: Gewichtszunahme.

Psychiatrische Störungen

Häufig: Schlafstörungen, Depression.

Gelegentlich: Wahnvorstellungen, Halluzinationen, Alpträume.

Häufigkeit nicht bekannt: Verwirrtheitszustände, Unruhe, verminderte Libido, Angstzustände, Delir.

Störungen des Nervensystem

Sehr häufig: Sedierung (50%), Schwindel (15%).

Häufig: Kopfschmerzen.

Gelegentlich: Parästhesien.

Augenleiden

Selten: verminderte Tränensekretion.

Häufigkeit nicht bekannt: Akkommodationsstörungen.

Funktionsstörungen des Herzens

Gelegentlich: Sinusbradykardie.

Selten: atrioventrikulärer Block.

Häufigkeit nicht bekannt: Palpitationen und Tachykardie, Bradykardie, Stauungsherzinsuffizienz.

Funktionsstörungen der Gefässe

Sehr häufig: orthostatische Hypotonie (15%).

Gelegentlich: Raynaud-Phänomen.

Häufigkeit nicht bekannt: Synkopen.

Atmungsorgane

Selten: Trockenheit der Nasenschleimhaut.

Gastrointestinale Störungen

Sehr häufig: Mundtrockenheit (44%).

Häufig: Obstipation, Übelkeit und Erbrechen, Schmerzen in den Speicheldrüsen.

Selten: Pseudoobstruktion des Dickdarms.

Häufigkeit nicht bekannt: Abdominalschmerzen, Anorexie.

Leber und Galle

Häufig: leichte vorübergehende Anomalitäten bei Leberfunktionstests (1%).

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Pruritus, Hautausschlag, Urtikaria.

Selten: Alopezie.

Häufigkeit nicht bekannt: angioneurotisches Ödem.

Muskelskelettsystem

Häufigkeit nicht bekannt: Muskel- oder Gelenkschmerzen, Beinkrämpfe.

Reproduktionssystem und Brust

Häufig: erektile Dysfunktion.

Allgemeine Störungen

Häufig: Müdigkeit.

Gelegentlich: Unwohlsein.

Häufigkeit nicht bekannt: Entzugssymptome, Blässe, erhöhte Alkoholempfindlichkeit, Fieber.

Untersuchungen

Häufigkeit nicht bekannt: Erhöhung der CPK-Werte, schwach positive Coombs-Testergebnisse.

Überdosierung

Symptome

Intoxikationserscheinungen sind auf die allgemeine Suppression des Sympathikus zurückzuführen, dabei kann es zu Blutdruckabfall, paradoxem Bluthochdruck (hervorgerufen durch Stimulierung der peripheren Alpha1-Rezepto­ren), Bradykardie, Lethargie, Hypothermie, Herzrhythmusstörungen, Somnolenz bis hin zum Koma, Atemdepression einschliesslich Apnoe, Pupillenverengung, Konvulsionen kommen. Die Symptome treten 30–60 Min. nach Einnahme auf und können 36–48 Std. persistieren.

Massnahmen

Sorgfältige Überwachung und symptomatische Massnahmen. Magenspülung ist nur sinnvoll, wenn ein noch nicht resorbierter Anteil der eingenommenen Dosis entfernt werden kann. Eine Dialyse erhöht die Elimination von Clonidin nicht signifikant.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C02AC01

Catapresan ist ein Antihypertonikum, das sich durch seine grosse therapeutische Breite und seine individuelle Dosierbarkeit auszeichnet. Es senkt sowohl den systolischen als auch den diastolischen arteriellen Blutdruck.

Clonidin wirkt in erster Linie am Zentralnervensystem (Stimulation der Alpha-Adrenergen-Rezeptoren) und bewirkt dadurch eine Verringerung des Sympathikotonus und eine Herabsetzung des peripheren Widerstandes, des renalen Gefässwiderstandes, der Herzfrequenz und des Blutdruckes. Renaler Blutfluss und die glomeruläre Filtrationsrate bleiben im wesentlichen unverändert. Die normalen Haltungsreflexe bleiben erhalten, somit sind orthostatische Symptome nur schwach und selten. Bei Langzeitanwendung stellt sich das Herzzeitvolumen gewöhnlich wieder auf die Kontrollwerte ein, während der periphere Widerstand verringert bleibt. Bei den meisten Patienten wurde unter Clonidin ein verlangsamter Puls beobachtet, jedoch verändert das Präparat nicht die normale hämodynamische Reaktion auf körperliche Bewegung.

Die antihypertensiv wirksamen Plasmaspiegel liegen zwischen 0,2 und 1,5 ng/ml bei Patientinnen und Patienten mit normaler Ausscheidungsfunktion. Eine weitere Erhöhung der Plasmaspiegel verstärkt normalerweise den antihypertensiven Effekt kaum noch.

Bei Patientinnen und Patienten mit extrem eingeschränkter Nierenfunktion bzw. dialysepflichtigen Patientinnen und Patienten können jedoch Plasmaspiegel bis zu 12 ng/ml für eine Blutdrucksenkung erforderlich werden.

Pharmakokinetik

Absorption

Die Pharmakokinetik von Clonidin ist in einem Bereich von 75–300 mcg proportional der Dosis. Clonidin wird nach oraler Gabe gut resorbiert und unterliegt einem geringen First-Pass-Effekt.

Maximale Plasmakonzentrationen werden innerhalb von 1–3 Std. nach oraler Einnahme erreicht.

Die Absorption von Clonidin wird durch Nahrungsmittel oder die ethnische Zugehörigkeit nicht beeinflusst.

Distribution

Die Verteilung von Clonidin in die Gewebe erfolgt umfangreich und schnell. Die Bluthirnschranke wie auch die Plazentabarriere werden überwunden. Die Plasmaproteinbindung beträgt 30–40%.

Clonidin wird in die Muttermilch ausgeschieden.

Metabolismus/Elimination

Ca. 70% der verabreichten Dosis werden mit dem Harn hauptsächlich in Form der unveränderten Muttersubstanz (40–60% der Dosis) ausgeschieden. Der Hauptmetabolit p-Hydroxy-Clonidin ist pharmakologisch inaktiv.

Der fäkale Anteil der Ausscheidung beträgt ca. 20% der Gesamtmenge.

Die terminale Eliminationshalbwertzeit von Clonidin liegt im Bereich zwischen 5 und 25,5 Stunden.

Die Pharmakokinetik von Clonidin wird weder durch Nahrung noch durch die ethnische Zugehörigkeit des Patienten beeinflusst.

Bei Patienten mit normaler Nierenfunktion wird die antihypertensive Wirkung bei Plasmakonzentrationen zwischen ca. 0,2 und 2,0 ng/ml erreicht.

Bei Plasmakonzentrationen oberhalb von 2,0 ng/ml wird die blutdrucksenkende Wirkung leicht abgeschwächt oder geht zurück.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion kann die Halbwertszeit auf bis zu 41 Stunden verlängert werden.

Präklinische Daten

Toxizitätsstudien nach Einzeldosen mit Clonidin wurden an verschiedenen Tierspezies nach oraler bzw. parenteraler Verabreichung durchgeführt.

Die ungefähren oralen LD50-Werte lagen bei 70 mg/kg (Maus), 190 mg/kg (Ratte), >15 mg/kg (Hund) und 150 mg/kg (Affen).

Die LD50-Werte nach intravenöser Verabreichung betrugen zwischen 6 mg/kg (Hund) und <21 mg/kg (Ratte).

In Toxizitätsstudien bei wiederholter Gabe über 18 Monate wurde Clonidin bei Ratten, Hunden und Affen gut vertragen.

In einer 13 Wochen dauernden Studie an Ratten lag der «No-Observed-Adverse-Effect Level» (NOAEL) nach subkutaner Verabreichung bei 0,05 mg/kg.

Nach intravenöser Applikation tolerierten Kaninchen und Hunde 0,01 mg/kg/Tag über 5 bzw. 4 Wochen. Höhere Dosierungen führten zu Hyperaktivität, Aggression, verringerter Futteraufnahme und Körpergewichtszunahme (Ratte), Sedierung (Kaninchen) oder erhöhten Herz- und Lebergewichten zusammen mit einem Anstieg der Serum-GPT, der alkalischen Phosphatase und des Alpha-Globulinspiegels sowie zu fokalen Lebernekrosen (Hund).

Es bestehen keine Anzeichen eines teratogenen Potenzials nach oraler Verabreichung an Maus, Ratte und Kaninchen sowie nach s.c. (Ratte) und i.v. (Kaninchen) Behandlung. Bei Ratten beobachtete man einen Anstieg der Absorptionsrate bei einer oralen Dosis >0,015 mg/kg/Tag, jedoch abhängig von der Dauer der Verabreichung.

Die Fertilität bei Ratten wurde bei Dosen bis zu 0,15 mg/kg nicht beeinträchtigt. Dosen bis zu 0,075 mg/kg hatten keine Auswirkung auf die peri- und postnatale Entwicklung der Nachkommen.

Es bestand kein mutagenes Potenzial im Ames-Test und im Mikrokerntest an Mäusen. Clonidin hatte in Karzinogenitätsuntersuchungen an Ratten keine neoplastische Wirkung.

Es wurde kein Potenzial lokaler Irritationen bzw. Sensibilisierungen beim Meerschweinchen und Kaninchen nach i.v. und i.a. Verabreichungen festgestellt.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Keine bekannt. Die Injektionslösung darf nur mit physiologischer Kochsalzlösung gemischt werden (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Die Injektionslösung ist zum sofortigen Gebrauch bestimmt, nicht verwendete Lösung ist zu verwerfen.

Besondere Lagerungshinweise

Die Injektionslösung soll bei Raumtemperatur (15–25 °C) gelagert werden.

Die Tabletten sollen nicht über 30 °C gelagert werden.

Hinweise für die Handhabung

Siehe «Dosierung/Anwendung».

Zulassungsnummer

38638, 33148 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Boehringer Ingelheim (Schweiz) GmbH, Basel.

Stand der Information

Juli 2012.

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