Inderal Tabl 40 Mg 50 Stk

Inderal Tabl 40 Mg 50 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Propranololi hydrochloridum.

Hilfsstoffe: Excipiens pro compresso.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Tablette Inderal enthält 10 mg oder 40 mg Propranololi hydrochloridum.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

  • Essentielle und renale Hypertonie.
  • Angina pectoris.
  • Langzeit-Prophylaxe nach akutem Herzinfarkt.
  • Herzrhythmusstörungen.
  • Angstbedingte akute somatische Beschwerden und Tachykardien.
  • Hypertrophe, obstruktive Kardiomyopathie.
  • Migräneprophylaxe.
  • Essentieller Tremor.
  • Phäochromozytom (nur in Kombination mit einem Alphablocker).
  • Hyperthyreose und thyreotoxische Krise.

Kann zur Prophylaxe von Blutungen des oberen Gastrointestinaltraktes bei Patienten mit portaler Hypertonie und Ösophagusvarizen (ausser bei dekompensierter Leberzirrhose) angewendet werden.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

Hypertonie

Die Initialdosis beträgt im Allgemeinen 2-mal täglich 80 mg. Diese Dosis kann entsprechend der Reaktion des Patienten in wöchentlichen Intervallen gesteigert werden. Normalerweise beträgt die Tagesdosis 160-320 mg, die Maximaldosis von 640 mg täglich darf nicht überschritten werden.

Eine weitere Blutdrucksenkung kann erreicht werden, wenn ein Diuretikum oder ein anderes Antihypertonikum zu Inderal gegeben wird.

Angina pectoris, Angst, Migräneprophylaxe und essentieller Tremor

Die Initialdosis beträgt 2-3-mal täglich 40 mg. Diese Dosis kann entsprechend der Reaktion des Patienten in wöchentlichen Intervallen gesteigert werden. Normalerweise beträgt die Tagesdosis bei Angst, zur Migräneprophylaxe und bei essentiellem Tremor 80-160 mg; für Angina pectoris 120-240 mg.

Herzrhythmusstörungen, angstbedingte somatische Beschwerden und Tachykardien, hypertrophe, obstruktive Kardiomyopathie, Hyperthyreose und thyreotoxische Krise

Normalerweise beträgt die Tagesdosis 3-4 mal 10-40 mg.

Phäochromozytom

Präoperativ 60 mg/d während 3 Tagen. Inderal darf nur nach Gabe eines α‑Blockers verabreicht werden. Erhaltungsdosis 30 mg/d bei inoperablem Tumor.

Langzeit-Prophylaxe nach Herzinfarkt

Behandlungsbeginn zwischen dem 5. und 21. Tag nach dem Infarkt mit Inderal Tabletten: 4 mal täglich 40 mg über eine Periode von 2 oder 3 Tagen.

Portale Hypertonie/Ösophagusvarizen

Die Dosis wird titriert bis ca. 25% Reduktion der Ruhe-Herzfrequenz erreicht ist. Begonnen wird mit 1-mal täglich 80 mg und die Dosis wird, abhängig von der Frequenzsenkung, auf 1mal täglich 160 mg gesteigert. Die Dosis kann in 80 mg-Schritten bis zu einer maximalen Tagesdosis von 320 mg gesteigert werden.

Inderal reduziert die Herzfrequenz. Bei einem Puls von 50-55 sollte die Dosis nicht erhöht werden.

Ein allfälliger Therapieabbruch bei Patienten mit ischämischen Herzkrankheiten ist, wie bei anderen Betablockern, schrittweise vorzunehmen und sollte über einen Zeitraum von 1-2 Wochen erfolgen.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Kinder

Inderal kann in Notfallsituationen in Form von Tabletten verabreicht werden. Die Dosierung sollte der klinischen, insbesondere der kardialen Situation des Patienten angepasst werden.

Die folgenden Dosen dienen lediglich als Richtlinien:

Herzrhythmusstörungen, Phäochromozytom, Thyreotoxikose: 0,25‑0,5 mg/kg 3-4 mal täglich.

Migräne: Unter 12 Jahren 20 mg p.o. 2-3-mal täglich, über 12 Jahre Erwachsenendosis.

Ältere Patienten

Ein Zusammenhang zwischen Blutspiegel und Alter ist umstritten. Gerade bei älteren Patienten sollte die Dosis individuell aufgrund der klinischen Wirkung angepasst werden.

Kontraindikationen

Inderal darf bei Patienten, die bereits einmal unter Asthma bronchiale oder unter Bronchospasmus gelitten haben, nicht angewendet werden.

Eine auftretende Bronchialobstruktion kann üblicherweise durch die Gabe eines β2-Agonisten, wie Salbutamol, behoben werden. Um die durch Propranolol hervorgerufene β-Blockade zu überbrücken, können hohe Dosen von β2-Bronchodilatatoren erforderlich sein. Die benötigte Dosis muss den individuellen Bedürfnissen entsprechend titriert werden, dabei soll die intravenöse als auch die inhalative Verabreichung in Erwägung gezogen werden. Die Gabe von i.v. verabreichtem Aminophyllin und/oder die Verabreichung von Ipratropium (als Dosier-Aerosol) können für die Behandlung in Frage kommen. Mit Glucagon (1-2 mg i.v.) wurden bei asthmatischen Patienten ebenfalls gute bronchodilatatorische Effekte erzielt. In schwerwiegenden Fällen kann die Verabreichung von Sauerstoff oder künstliche Beatmung nötig sein.

Bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber einem der Inhaltsstoffe, Bradykardie, Hypotonie, dekompensierter Herzinsuffizienz, AV-Block 2. und 3. Grades, kardiogenem Schock, Prinzmetal-Angina, schweren peripheren Durchblutungsstörungen, Sick-Sinus-Syndrom, unbehandeltem Phäochromozytom, metabolischer Azidose und längerem Fasten ist Inderal kontraindiziert.

Inderal darf bei Patienten, die zu Hypoglykämie neigen, nicht angewendet werden. Dies gilt vor allem für Patienten nach längerem Fasten oder für Patienten mit eingeschränkter Gegenregulation.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Vorsicht bei Patienten mit geringer kardialer Reserve. Da das insuffiziente Myokard vom β-adrenergen Antrieb abhängig ist, sollte Inderal bei Herzinsuffizienz nicht ohne vorgängige, ausreichende Kompensation verordnet werden.

Periphere Durchblutungsstörungen können sich verschlechtern. Bei Patienten mit AV-Block 1. Grades soll Inderal aufgrund des negativen Effekts auf die Reizleitung nur mit Vorsicht eingesetzt werden. Eine Thyreotoxikose kann maskiert sein.

Wie andere Betablocker kann auch Inderal die Anzeichen und Symptome einer Hypoglykämie blockieren oder verändern (im Speziellen eine Tachykardie). Vorsicht ist geboten bei gleichzeitiger Verabreichung von Inderal und Antidiabetika, da Inderal die hypoglykämische Reaktion auf Insulin verlängern kann. Inderal verursacht gelegentlich sogar bei nicht-diabetischen Patienten eine Hypoglykämie. Dies betrifft vor allem Neugeborene, Kleinkinder, Kinder, ältere Patienten, Patienten unter Hämodialyse, Patienten mit chronischen Lebererkrankungen oder Patienten, die eine Überdosis eingenommen haben. Eine schwere Hypoglykämie unter Inderal manifestierte sich bei einzelnen Patienten selten mit epileptischen Anfällen und/oder Koma.

Vorsicht: Durch β-Blockade kann eine durch Blutung bedingte Tachykardie maskiert werden. Bei Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion sollte man bei Behandlungsbeginn bzw. bei der Wahl der Initialdosis vorsichtig sein. Dies gilt ebenso für den Einsatz von Inderal bei Patienten mit dekompensierter Zirrhose. Bei Patienten mit portaler Hypertonie könnte sich die Leberfunktion verschlechtern und sich eine hepatische Enzephalopathie entwickeln. Durch Inderal kann das Risiko für eine hepatische Enzephalopathie ansteigen.

Während der Behandlung können sich Symptome manifestieren, welche auf eine Senkung der Herzfrequenz zurückzuführen sind. In einem solchen Fall soll die Dosierung reduziert werden.

Die Behandlung mit Inderal sollte bei Patienten mit einer ischämischen Erkrankung nicht abrupt abgebrochen werden. Propranolol kann entweder mit der äquivalenten Dosis eines anderen Betablockers ersetzt werden oder sollte stufenweise abgesetzt werden.

Bei Patienten, welche anamnestisch auf verschiedene Allergene mit einer anaphylaktischen Reaktion reagiert haben, genügen möglicherweise die üblichen Adrenalin-Dosen zur Behandlung einer allergischen Reaktion nicht.

Interaktionen

Bei Beeinträchtigung der Ventrikelfunktion und/oder SA- oder AV-Reizleitungsstörungen kann die Kombination von Betablockern mit negativ inotropen Kalziumantagonisten (z.B. Verapamil, Diltiazem) zu einer Verstärkung dieses Effektes führen. Dies kann zu schwerer Hypotonie, Bradykardie und Herzversagen führen. Bei gleichzeitiger Verabreichung von Kalziumantagonisten vom Dihydropyridin-Typ wie z.B. Nifedipin ist das Risiko für eine Hypotonie erhöht. Bei Patienten mit asymptomatischer Herzinsuffizienz kann sich diese durch eine Betablocker-Therapie manifestieren.

Die gleichzeitige Verabreichung von Rizatriptan und Propranolol kann eine Erhöhung der AUC und Cmax von Rizatriptan um ca. 70-80% verursachen. Die erhöhte Exposition von Rizatriptan wird vermutlich durch die Hemmung des First-Pass Metabolismus (Monoaminoxidase-A) von Rizatriptan verursacht. Falls beide Arzneimittel verordnet werden, wird für Rizatriptan eine Dosis von 5 mg empfohlen.

Antiarrhythmika der Klasse I (z.B. Disopyramid) und Amiodarone können eine potenzierende Wirkung auf die Überleitungszeit haben und eine negativ inotrope Wirkung induzieren.

Betablocker können eine Rebound-Hypertonie nach Absetzen von Clonidin verstärken. Falls beide Substanzen gleichzeitig verabreicht werden, soll der Betablocker einige Tage vor Clonidin abgesetzt werden. Bei einem Wechsel von Clonidin auf Inderal soll die Betablocker-Therapie erst einige Tage nach dem Absetzen von Clonidin beginnen.

Die gleichzeitige Verabreichung von Sympathomimetika, z.B. Adrenalin, kann die Wirkung der Betablocker antagonisieren. Die parenterale Verabreichung von adrenalinhaltigen Medikamenten kann bei Patienten unter Betablocker in seltenen Fällen zu Vasokonstriktion, Hypertonie und Bradykardie führen.

Es ist nicht ratsam, Betablocker vor einer Narkose abzusetzen. Eine Betablockade verändert gewisse Reaktionen unter Narkosen. Der Narkosearzt ist daher vor einer Allgemeinnarkose auf die Inderal-Behandlung des Patienten aufmerksam zu machen. Es sollte ein Narkosemittel mit möglichst schwach negativ inotroper Wirkung gewählt werden. Der gleichzeitige Einsatz von Betablockern und Narkosemittel kann eine Reflextachykardie abschwächen und die Hypotoniegefahr erhöhen. Narkosemittel mit kardiodepressiver Wirkung sollen vermieden werden. Einer vagalen Dominanz kann mit Atropin 1-2 mg i.v. entgegengewirkt werden.

Inderal schwächt eine hypoglykämisch bedingte Tachykardie ab. Inderal sollte man nur vorsichtig mit Antidiabetika zusammen verabreichen. Die hypoglykämische Reaktion auf Insulin kann verlängert sein.

Digitalisglykoside in Kombination mit Betablockern können die AV-Überleitungszeit verlängern.

Cimetidin und Hydralazin erhöhen die Plasmaspiegel von hepatisch metabolisierten Betablockern. Gleichzeitige Einnahme von Alkohol kann den Plasmaspiegel von Propranolol erhöhen. Vorsicht ist geboten bei der gleichzeitigen Verabreichung von Inderal und Ergotamin, Dihydroergotamin oder ähnlichen Substanzen. Eine solche Kombination rief vereinzelt vasospastische Reaktionen hervor.

Prostaglandin-Synthese-Hemmer wie Ibuprofen und Indometacin können die antihypertensive Wirkung von Propranolol vermindern.

Bei gleichzeitiger Gabe von Propranolol und Chlorpromazin kann es zu erhöhten Plasmaspiegeln beider Substanzen kommen. Dies kann zu einem verstärkten antipsychotischen Effekt von Chlorpromazin und zu einer stärkeren antihypertensiven Wirkung von Inderal führen.

Pharmakokinetikstudien haben gezeigt, dass Propranolol mit den folgenden Wirkstoffen interagieren kann, da es die Leberenzymsysteme beeinflusst, welche für die Metabolisierung verantwortlich sind: Chinidin, Propafenon, Rifampicin, Theophyllin, Warfarin, Thioridazin und Kalziumantagonisten vom Dihydropyridin-Typ wie Nifedipin, Nisoldipin, Nicardipin, Isradipin und Lacidipin. In Anbetracht der Tatsache, dass die Blutkonzentrationen dieser Wirkstoffe oder jene von Propranolol verändert sein können, soll je nach klinischer Beurteilung eine Dosisanpassung vorgenommen werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es gibt keine hinreichenden Daten zur Anwendung bei Schwangeren. Es liegen keine hinreichenden tierexperimentellen Studien zur Auswirkung auf Schwangerschaft, Embryonalentwicklung, Entwicklung des Föten und/oder die postnatale Entwicklung vor. Das potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.

Während der Schwangerschaft darf das Medikament nicht verabreicht werden, es sei denn dies ist eindeutig erforderlich.

Betablocker reduzieren die plazentare Perfusion, was zum intrauterinen Fruchttod, retardierten Neugeborenen oder zu Frühgeburten führen kann. Zusätzlich können andere unerwünschte Wirkungen wie Hypoglykämie und Bradykardie beim Säugling sowie Bradykardie beim Fetus auftreten. Das Risiko für kardiale und pulmonale Komplikationen beim Neugeborenen ist erhöht.

Stillzeit: Die meisten Betablocker – vor allem die lipophilen – können in unterschiedlichem Ausmass in der Muttermilch nachgewiesen werden. Deshalb soll nach der Einnahme dieser Substanzen nicht gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Da unter Inderal häufig Müdigkeit und selten Schwindel auftreten, ist beim Lenken von Fahrzeugen und Bedienen von Maschinen Vorsicht geboten.

Unerwünschte Wirkungen

Störungen des Blut- und Lymphsystems

Selten: Thrombozytopenie, Agranulozytose, Purpura.

Es wurde auch Leukopenie beobachtet.

Störungen des Immunsystems

Überempfindlichkeitsreaktionen wie z.B. allergische Hauterscheinungen (Urticaria, photoallergisches Exanthem) wurden selten beobachtet.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr selten: Hypoglykämie, vor allem bei Neugeborenen, Kleinkindern, Kindern, älteren Patienten, Patienten unter Hämodialyse, Patienten unter gleichzeitiger antidiabetischer Therapie, bei längerem Fasten und Patienten mit chronischen Lebererkrankungen (siehe auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Interaktionen»).

Psychische Störungen und Störungen des Nervensystems

Häufig: Schlafstörungen, Alpträume.

Selten: Halluzinationen, Psychosen, Stimmungsschwankungen, Verwirrtheit, Parästhesien.

Augenleiden

Selten: Trockene Augen, Sehstörungen.

Funktionsstörungen des Herzens und der Gefässe

Häufig: Bradykardie, kalte Extremitäten sowie Raynaud-Syndrom.

Selten: Verschlechterung einer Herzinsuffizienz, Herzblock, orthostatische Hypotonie, welche mit Synkopen einhergehen kann.

Eine bereits vorhandene Claudicatio intermittens kann verstärkt werden.

Wie bei allen Antiarrhythmika kann es auch bei der Behandlung von Rhythmusstörungen mit Betablockern zu arrhythmogenen Effekten kommen.

Respiratorische Funktionsstörungen

Selten: Bronchospasmus bei Patienten mit Bronchialasthma oder anamnestischen Asthmabeschwerden; manchmal war der Verlauf tödlich.

Gastrointestinale Beschwerden

Gelegentlich: Diarrhöe, Übelkeit, Erbrechen.

Es wurden auch Mundtrockenheit, Verstopfung und Bauchschmerzen beobachtet.

Funktionsstörungen der Haut

Selten: Alopezie, Hautausschläge, psoriasiforme Hautreaktionen, Exazerbation einer Psoriasis.

Funktionsstörungen der Fortpflanzungsorgane

Impotenz, Induratio penis.

Allgemeine Störungen

Häufig: Müdigkeit und/oder Mattigkeit (meistens vorübergehend).

Selten: Schwindel.

Ebenfalls wurde über Kopfschmerzen, systemischen Lupus erythematodes oder Lupus erythematodes-artige Reaktionen berichtet. Auch eine Zunahme antinuklearer Antikörper (ANA) wurde beobachtet, die klinische Relevanz dieses Befundes ist jedoch unklar.

Vereinzelt wurde über Fälle von myasthenischen Reaktionen oder einer Verschlimmerung von Myasthenia gravis berichtet.

Falls nach klinischer Beurteilung das Wohlbefinden eines Patienten durch die obenerwähnten Reaktionen stark beeinträchtigt ist, soll das Absetzen des Arzneimittels in Erwägung gezogen werden. Der Abbruch der Therapie sollte stufenweise erfolgen.

Überdosierung

Als Folge einer Überdosierung können Bradykardie, Hypotonie, akute Herzinsuffizienz und Bronchospasmus auftreten.

Allgemeine Massnahmen sind: strenge ärztliche Überwachung und Einleitung einer Magenspülung. Zur Verhinderung der Absorption von zurückgebliebenem Wirkstoff soll Aktivkohle und ein Laxativum verabreicht werden, zur Behandlung von Hypotonie und Schock kann Plasma oder Plasmaersatz gegeben werden.

Eine exzessive Bradykardie kann grundsätzlich mit 1-2 mg Atropin i.v. und/oder dem Einsatz eines Herzschrittmachers behoben werden. Falls nötig kann anschliessend ein i.v. Bolus von 10 mg Glukagon verabreicht werden. Bei Bedarf kann dies wiederholt werden oder gefolgt sein von einer Glukagoninfusion von 1-10 mg/h, je nach Reaktion des Patienten. Falls der Patient nicht auf Glukagon anspricht, oder kein Glukagon vorhanden ist, kann unter entsprechender Vorsicht ein Betastimulator wie Dobutamin 2,5-10 µg/kg/min als i.v. Infusion oder Isoprenalin 10-25 µg als i.v. Infusion mit einer Geschwindigkeit von max. 5 µg/min (evtl. sind höhere Dosen notwendig) als Anfangsdosis oder Orciprenalin 0,5 mg intravenös verabreicht werden.

Dobutamin kann wegen seines positiven inotropen Effekts auch zur Behandlung der Hypotonie und der akuten Herzinsuffizienz verwendet werden. Im Falle einer schweren Überdosierung ist es wahrscheinlich, dass die angegebene Dosis zur Behebung der kardialen Betablockade nicht ausreicht. Falls nötig, soll die Dosierung von Dobutamin, entsprechend der klinischen Verfassung des Patienten erhöht werden, um eine zufriedenstellende Reaktion zu erzielen.

Bronchospasmus: β2-Bronchodilatatoren, i.v. Aminophyllin (siehe «Kontraindikationen»).

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C07AA05

Propranolol ist ein spezifischer Antagonist der adrenergen Betarezeptoren und verhindert somit die durch β-adrenergische Stimulation bedingte Zunahme der Pulsfrequenz und der Kontraktilität des Herzmuskels. Dies bewirkt eine Reduktion der Herzarbeit und damit des Sauerstoffverbrauchs.

Neben seinem antianginösen und antiarrhythmischen Effekt senkt Propranolol beim Hypertoniker den Blutdruck. Wegen ihrer negativ inotropen Wirkung sollten Betablocker bei unkontrollierter Herzinsuffizienz nicht eingesetzt werden.

Propranolol ist ein racemisches Gemisch. Die aktive Form ist das S(-)Isomer. Ausser einer Hemmung der Umwandlung von Thyroxin in Trijodthyronin ist es unwahrscheinlich, dass R(+)Propranolol im Vergleich zum Racemat zusätzliche Begleiteffekte, die zu einer anderen therapeutischen Wirkung führen könnten, hat.

Inderal ist bei den meisten ethnischen Gruppen wirksam und gut verträglich, obgleich schwarze Patienten möglicherweise weniger stark ansprechen.

Pharmakokinetik

Absorption

Inderal Tabletten werden schnell und vollständig absorbiert; maximale Blutkonzentration 1-2 h nach Einnahme in nüchternem Zustand.

Wirksame Plasmakonzentration

10-100 ng/ml; die Betablockade korreliert linear mit log Blutkonzentration.

Distribution

Propranolol ist lipophil, Verteilungsvolumen ca. 3,5 l/kg, Plasmaproteinbindung 80-95%. Es durchdringt die Blut/Hirn- und die Liquor-Schranke rasch; die höchsten Konzentrationen finden sich in Lungen, Leber, Nieren, Gehirn und Herz. Propranolol tritt in die Muttermilch über.

Metabolismus

Erheblicher First-Pass-Effekt; von einer oral verabreichten Dosis werden bis zu 90% in der Leber abgebaut. Nach p.o. Applikation wird der aktive Metabolit 4-Hydroxypropranolol, mit einer etwas kürzeren Halbwertszeit als Propranolol, in relevanten Mengen gebildet und ist mitverantwortlich für die Wirkung von Inderal.

Elimination

Die Eliminationshalbwertszeit von oral verabreichtem Propranolol beträgt 3-6 h. Extrarenale Dosisfraktion (Q0) 1,0.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Eine verminderte Leberfunktion kann die Bioverfügbarkeit erhöhen. Inaktive Glukuronide von Inderal und seinen Metaboliten können bei ausgeprägter Niereninsuffizienz kumulieren.

Präklinische Daten

Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

In-vitro- und In-vivo-Untersuchungen erbrachten keine Hinweise auf relevante mutagene Wirkung. In Langzeituntersuchungen an Ratten und Mäusen ergaben sich keine Hinweise auf ein tumorerzeugendes Potential.

Reproduktionstoxizität

Das embryotoxische Potential von Propranolol wurde an zwei Tierarten (Ratte und Maus) untersucht. Bei hohen Dosierungen wurden bei den behandelten Muttertieren extrem kleine Feten gefunden. Bei beiden Tierarten ergaben sich keine Hinweise auf eine teratogene Wirkung von Propranolol.

Sonstige Hinweise

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15‑25 °C) vor Licht und Feuchtigkeit geschützt aufbewahren.

Zulassungsnummer

31706 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

AstraZeneca AG, 6301 Zug.

Stand der Information

Oktober 2010.

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