Andursil 24 Kautabletten

Andursil 24 Kautabletten

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Aluminii Hydroxidum/Magnesii Carbonas, Simethiconum.

Hilfsstoffe: Saccharum, Aromatica excip. pro cpr.

1 Kautablette enthält 1,46 g Kohlenhydrate, entspr. 0,12 BE.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Kautablette enthält Aluminii Hydroxidum/Magnesii Carbonas 750 mg und Simethiconum 250 mg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Zur symptomatischen Behandlung säurebedingter Symptome wie Pyrosis, Säureregurgitation, sowie bei Hyperazidität des Magens.

Dosierung/Anwendung

Erwachsene: Je nach Bedarf eine Kautablette langsam zerkauen, vorzugsweise etwa 1 Stunde nach den Mahlzeiten, einnehmen.

Maximale Tagesdosis: Zwei Kautabletten.

Die Anwendung und Sicherheit bei Kindern und Jugendlichen ist bisher nicht systematisch geprüft worden. Aufgrund des Zuckergehalts von Andursil soll die zur Kariesvorbeugung übliche Mundhygiene eingehalten werden.

Behandlungsdauer

Ohne ärztliche Kontrolle wird eine maximale Behandlungsdauer von 2 Wochen empfohlen.

Wie bei allen Antazida werden bei Symptomen, die über längere Zeit (mehr als zwei Wochen) bestehen bleiben, dringend diagnostische Massnahmen empfohlen, um eine schwerwiegendere Erkrankung auszuschliessen.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung. Schwere Niereninsuffizienz.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Bei Patienten, die mit der Nahrung zu wenig Phosphor aufnehmen, kann es bei Langzeittherapie von Aluminium-haltigen Antazida zu einer Hypophosphatämie kommen. Bei niereninsuffizienten Patienten kann es zur Akkumulation von Al+Mg kommen.

Interaktionen

Aluminium- und Magnesium-haltige Antazida können die Resorption einer Reihe von Arzneimittel beeinflussen (z.B. von Digoxin, Indometacin, Eisenpräparaten und Tetrazyklinen). Daher ist es angebracht, solche Antazida nicht zusammen mit anderen Arzneimittel einzunehmen, sondern ein zeitliches Intervall von 2 Stunden einzuschalten.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es liegen weder kontrollierte Studien bei Tieren noch bei schwangeren Frauen vor. Da aber im Tierversuch die Gabe von Aluminiumsalzen zu schädlichen Wirkungen auf das Ungeborene führte, sollte das Arzneimittel während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, es ist klar notwendig.

Aluminiumverbindungen gehen in die Muttermilch über und sollten deshalb während der Stillzeit nicht angewendet werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

Verstopfung oder Durchfall können vorkommen.

Überdosierung

Es wurden keine Fälle von Überdosierung berichtet. Bei chronischer Überdosierung und Niereninsuffizienz besteht die Gefahr toxischer Aluminium und Magnesium Wirkungen. Leitsymptome sind Übelkeit, Inappetenz und Müdigkeit.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: A02AF02

Andursil ist ein Antazidum, welches die überschüssige Magensäure rasch und nachhaltig zu neutralisieren vermag und Beschwerden, die mit solchen Zuständen verbunden sind, günstig beeinflusst. Die säurebindende Kapazität von Andursil ermöglicht, den bei der Behandlung von Hyperazidität erwünschten pH-Bereich zu erreichen, ohne eine nachfolgende Hypersekretion von Salzsäure auszulösen. Das in Andursil enthaltene entschäumende Simeticon beseitigt eine übermässige Gasansammlung im Magen, lässt die säurebindenden Substanzen voll zur Entfaltung kommen und wirkt auch lästigen, mit Flatulenz verbundenen Blähungen entgegen.

Andursil bildet darüber hinaus einen Schutzfilm für die Magenschleimhaut.

Andursil schmeckt nach Pfefferminz.

Andursil hat ein Säurebindungsvermögen von 214,5 ml 0,1 N HCl pro Tablette.

Pharmakokinetik

Absorption

Ein geringer Teil (1%) des Aluminiums wird im Magen oder proximalen Duodenum resorbiert und führt zu einer dosisabhängigen Erhöhung der Serumkonzentration von Aluminium. Die Aluminium-Serumerhöhung geht auch bei erhöhter Aluminiumzufuhr durch Antazida nicht über den physiologischen Bereich hinaus.

Eine Erhöhung des Aluminium-Serumspiegels nach oraler Aluminiumhydroxidgabe ist vorübergehend und geht mit einer erhöhten renalen Aluminiumausscheidung einher. Magnesiumcarbonat wird nach der Umwandlung im Magen in Magnesiumchlorid im Darm teilweise resorbiert.

Distribution

Die Homoeostase des Aluminiums wird über die Nieren aufrechterhalten, so dass eine Akkumulation des Aluminiums bei nierengesunden Patienten ausgeschlossen werden kann.

Metabolismus

Das schwer lösliche Aluminiumhydroxid wird teilweise im Gastrointestinaltrakt in lösliche Aluminiumverbindungen umgewandelt. Magnesiumcarbonat wird im Magen zu Magnesiumchlorid umgewandelt.

Elimination

Das nicht resorbierte Aluminiumhydroxid wird mit den Faeces ausgeschieden. Die Ausscheidung des resorbierten Aluminiums erfolgt renal. Bei normaler Nierenfunktion wird das resorbierte Magnesiumchlorid mit dem Urin ausgeschieden.

Präklinische Daten

Akute Toxizität

Eine akute Toxizität ist aufgrund der geringen Resorption von ca. 1% für Aluminium und einer relativ raschen renalen Elimination nicht zu ermitteln.

Chronische Toxizität/Subchronische Toxizität

Bei eingeschränkter Nierenfunktion und langfristiger Anwendung können hohe Plasma- und/oder Gewebespiegel von Aluminium (Aluminiumeinlagerungen vor allem in Nerven- und Knochengewebe) sowie Überdosierungserscheinungen auftreten.

Bei längerfristiger Anwendung aluminiumhaltiger Antazida kann es trotz geringer Absorption zu Störungen des Phosphat- und Calciumhaushaltes kommen.

Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

Untersuchungen auf ein tumorerzeugendes sowie mutagenes Potential von Aluminiumhydroxid liegen nicht vor.

Reproduktionstoxizität

Zu Aluminiumhydroxid liegen keinerlei Untersuchungen vor. In Tierversuchen mit anderen Aluminiumverbindungen traten embryo- und fetotoxische Effekte auf (erhöhte Resorptionsrate, Wachstumsretardierung, Skelettdefekte, Erhöhung der fetalen und postnatalen Sterblichkeit sowie neuromotorische Entwicklungsverzögerungen).

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15–25 °C), vor Feuchtigkeit geschützt, in der Originalpackung und für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Zulassungsnummer

38845 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Dr. H. Welti AG, Gebenstorf.

Stand der Information

Februar 2015.

Verwendung dieser Informationen

Die Informationen auf dieser Seite sind für Fachpersonal gedacht. Bei Fragen lassen Sie sich von einer Fachperson (z.B. Arzt oder Apotheker) beraten und lesen Sie die Packungsbeilage auf unserer Produktseite.