Androcur 10 Tabl 10 Mg 3 X 15 Stk

Androcur 10 Tabl 10 Mg 3 X 15 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Cyproteroni acetas (CPA).

Hilfsstoffe: Excipiens pro compresso.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Tablette enthält 10 mg Cyproteronacetat.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Bei Frauen mit mittelschweren Androgenisierungserscheinungen, wie:

  • mittelschwerer Hirsutismus;
  • mittelschwere androgenetische Alopezie;
  • mittelschwere und schwere androgenbedingte Akne und Seborrhö.

Bei mittelschweren Formen von Akne und Seborrhö kommt die zusätzliche Gabe von Androcur-10 dann in Betracht, wenn das Krankheitsbild sich gegenüber anderen Behandlungsversuchen hartnäckig verhält und mit einem kombinierten oralen, CPA-haltigen Kontrazeptivum (wie z.B. Diane-35) allein kein befriedigender Erfolg erzielt wurde.

Dosierung/Anwendung

Androcur-10 darf nicht während der Schwangerschaft verwendet werden. Vor Beginn der Therapie ist daher eine Schwangerschaft auszuschliessen.

Androcur-10 ist in Kombination mit einem kombinierten oralen, CPA-haltigen Kontrazeptivum (wie z.B. Diane-35) anzuwenden, um die erforderliche Kontrazeption zu bewirken und unregelmässige Blutungen zu verhindern.

Mit der Einnahme beider Präparate muss am 1. Tag einer Monatsblutung (1. Zyklustag) begonnen werden.

Nur Frauen, die amenorrhoisch sind, fangen mit der vom Arzt verordneten Therapie sofort an; in diesem Fall ist der 1. Einnahmetag mit dem 1. Zyklustag gleichzustellen und entsprechend den folgenden Empfehlungen weiter vorzugehen.

Täglich wird 1 Tablette Androcur-10 vom 1.-15. Tag (= 15 Tage) eines Behandlungszyklus zusätzlich zu 1 Dragee eines CPA-haltigen Kontrazeptivums eingenommen, dessen Einnahme vom 1.-21. Tag (= 21 Tage) erfolgt.

14 Tabletten der Kalenderpackung von Androcur-10 sind mit den Wochentagen beschriftet. Am ersten Tag der Einnahme wird jene Tablette entnommen, welche dem aktuellen Wochentag entspricht. Danach wird täglich in Pfeilrichtung eine weitere Tablette entnommen. Als letzte und 15. Tablette wird die auf dem Blister mit «15» beschriftete Tablette eingenommen. Die Einnahme des CPA-haltigen Kontrazeptivums aus der 21-Tage-Kalenderpackung ist nach weiteren 6 Tagen beendet.

In der sich anschliessenden 7tägigen Einnahmepause kommt es zur Entzugsblutung. Vier Wochen nach Einnahmebeginn, d.h. am gleichen Wochentag, fängt man mit der nächsten kombinierten Behandlung an, unabhängig davon, ob die Blutung schon beendet ist oder noch anhält.

Dauer der Anwendung

Die Behandlung richtet sich nach Art, Schweregrad und individuellem Ansprechen der Androgenisierungserscheinungen. Akne und Seborrhö bessern sich oder verschwinden meist schon nach wenigen Behandlungszyklen; Hirsutismus und Alopezie erfordern längerdauernde Antiandrogengabe. Wenn ein ausreichender Erfolg erreicht ist, soll versucht werden, mit dem CPA-haltigen Kontrazeptivum allein auszukommen.

Ausbleiben der Entzugsblutung

Das Ausbleiben der Entzugsblutung innerhalb der 7tägigen Einnahmepause kann ein Zeichen für eine eingetretene Gravidität sein. Deshalb darf in einem solchen Fall die Kombinationsbehandlung erst dann wieder aufgenommen werden, wenn eine Schwangerschaft sicher ausgeschlossen ist.

Verhalten bei Zwischenblutungen

Beim Auftreten von Blutungen während der Einnahmewochen soll die Behandlung nicht unterbrochen werden. Schmierblutungen sistieren oft von selbst. Bei stärkeren oder sich wiederholenden leichten Blutungen ist eine gynäkologische Kontrolle zum Ausschluss eines organischen Leidens erforderlich.

Vergessene Tabletteneinnahme

Falls die Einnahme des oralen Kontrazeptivums zur gewohnten Zeit vergessen wurde, muss sie innerhalb von 12 Stunden nachgeholt werden. Bei einem Zeitabstand von mehr als 36 Stunden zur letzten Einnahme ist die kontrazeptive Wirkung in Frage gestellt. Für spezifische Angaben zur kontrazeptiven Zuverlässigkeit und zum Vorgehen bei vergessener Pilleneinnahme wird auf die Fach- und Patienteninformation des kombinierten oralen, CPA-haltigen Kontrazeptivums verwiesen. Falls es nach dem Behandlungszyklus zu keiner Entzugsblutung kommt, muss vor einem erneuten Einnahmebeginn eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden.

Vergessene Androcur-10 Tabletten können die therapeutische Wirksamkeit herabsetzen und zu Zwischenblutungen führen. Vergessene Androcur-10 Tabletten sollten nicht nachträglich eingenommen werden

Anstelle der vergessenen Tablette soll keine doppelte Dosis eingenommen werden.

Die tägliche Einnahme ist zur gewohnten Zeit zusammen mit dem Kontrazeptivum fortzusetzen.

Anwendung

Die Tabletten sind nach den Mahlzeiten mit Flüssigkeit einzunehmen.

Spezielle Dosierungsempfehlungen

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Androcur-10 wurde an Frauen ab einem Alter von 18 Jahren untersucht. Bei Kindern vor der Pubertät besteht keine Indikation. Bei Jugendlichen nach Abschluss der Pubertät wird, falls indiziert, die gleiche Dosierung wie bei Erwachsenen empfohlen.

Ältere Patientinnen

Androcur-10 ist nur bei Frauen im gebärfähigen Alter indiziert.

Leberfunktionsstörungen

Die Anwendung von Androcur-10 ist bei Patientinnen mit Lebererkrankungen kontraindiziert, solange sich die Leberlaborwerte noch nicht wieder normalisiert haben.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Daten zur Anwendung von Cyproteronacetat bei Patientinnen mit Niereninsuffizienz liegen nicht vor. Es können daher keine Dosierungsempfehlungen gemacht werden.

Kontraindikationen

  • Schwangerschaft,
  • Stillzeit,
  • Leberkrankheiten,
  • vorausgegangene oder bestehende Lebertumore,
  • Dubin-Johnson-Syndrom,
  • Rotor-Syndrom,
  • Gelbsucht in der Anamnese,
  • anhaltender Juckreiz während einer früheren Schwangerschaft,
  • konsumierende Krankheiten,
  • vorausgegangene oder bestehende thromboembolische Prozesse,
  • schwere Diabetes mit Gefässveränderungen,
  • Herpes gestationis in der Anamnese,
  • schwere chronische Depressionen,
  • Sichelzellanämie.

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe.

Für Androcur-10 müssen wegen der gleichzeitigen Anwendung eines kombinierten oralen, CPA-haltigen Kontrazeptivums auch alle Kontraindikationen zu diesem Präparat beachtet werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Vor Beginn der Therapie sollte zur differentialdiagnostischen Abklärung der Androgenisierungserscheinungen sowie zur Erkennung von Risikozuständen eine gründliche allgemeinärztliche (u.a. Bestimmung der Uringlukose) und gynäkologische Untersuchung durchgeführt werden, in deren Rahmen auch eine Schwangerschaft auszuschliessen ist. Spätestens nach 12 Behandlungszyklen ist eine endokrinologische Abklärung durchzuführen.

Vor Behandlungsbeginn, in regelmässigen Abständen während der Behandlung sowie beim Auftreten von Symptomen oder Anzeichen, die eine Lebertoxizität vermuten lassen, sollte die Leberfunktion überprüft werden. Bestätigt sich der Verdacht auf Lebertoxizität, sollte Androcur-10 abgesetzt werden.

In seltenen Fällen wurde, wie auch bei anderen Sexualsteroiden, über gutartige, in noch selteneren Fällen bösartige Lebertumoren berichtet, die in Einzelfällen zu lebensbedrohlichen Blutungen geführt haben. Wenn schwere Oberbauchbeschwerden, Lebervergrösserung oder Anzeichen intraabdominaler Blutungen auftreten, ist bei der Diffentialdiagnose die Möglichkeit eines Lebertumors zu bedenken. Gegebenenfalls sollte das Präparat abgesetzt und eine geeignete Therapie eingeleitet werden.

Bei Diabetespatientinnen ist eine engmaschige Überwachung erforderlich.

Androcur-10 allein kann, bedingt durch seine gestagene Partialwirkung, Zyklusstörungen (Zwischenblutungen, Änderung der Blutungsdauer) hervorrufen. Deshalb muss gleichzeitig zu Androcur-10 ein kontrazeptiv wirkendes, CPA-haltiges Präparat (z.B. Diane-35) eingenommen werden.

Wenn unter der Kombinationstherapie in den 3 Wochen der Tabletteneinnahme Schmierblutungen auftreten, ist die Tabletteneinnahme normal fortzusetzen. Wenn jedoch anhaltende oder wiederkehrende Blutungen in unregelmässigen Abständen auftreten, muss eine gynäkologische Untersuchung durchgeführt werden, um eine organische Erkrankung auszuschliessen.

Für Androcur-10 müssen wegen der gleichzeitigen Anwendung eines kombinierten oralen, CPA-haltigen Kontrazeptivums alle Warnhinweise/Vorsichtsmassnahmen zu diesem Präparat beachtet werden.

Interaktionen

Spezifische Interaktionsstudien wurden mit Androcur-10 nicht durchgeführt. Da Cyproteronacetat jedoch unter Beteiligung des CYP450-Enzymes CYP3A4 metabolisiert wird, ist zu erwarten, dass bei gleichzeitiger Gabe von CYP3A4-Inhibitoren (z.B. Azol-Antimykotika, Makrolide) der Metabolismus von Cyproteronacetat gehemmt wird. Dies kann zur Verstärkung der erwünschten und unerwünschten Wirkungen führen.

Bei gleichzeitiger Gabe von CYP3A4-Induktoren (z.B. Barbiturate, Carbamazepin, Phenytoin, Primidon, Rifampicin sowie pflanzliche Präparate, die Johanniskraut [Hypericum perforatum] enthalten) kann der Metabolismus von Cyproteronacetat beschleunigt werden. Dies kann mit einer reduzierten Wirksamkeit sowie mit vermehrten Blutungsstörungen einhergehen.

Ausserdem können HIV Protease- (z.B. Ritonavir) und nicht-nukleosidische Reverse-Transkriptase-Hemmer (z.B. Nevirapine) sowie Kombinationen von beiden den hepatischen Metabolismus von Sexualsteroiden beeinflussen.

Bei Verabreichung von Dosen, wie sie in Androcur-10 enthalten sind, ist eine klinisch relevante Induktion oder Inhibition von CYP-Enzymen durch Cyproteronacetat nicht zu erwarten.

Der Bedarf an oralen Antidiabetika oder Insulin kann sich durch Verschlechterung der Glukosetoleranz ändern.

Schwangerschaft/Stillzeit

Die Einnahme von Androcur-10 während der Schwangerschaft und Laktation ist kontraindiziert. Die Behandlung mit Androcur-10 bei Frauen im reproduktionsfähigen Alter ist immer mit gleichzeitigem Konzeptionsschutz mit einem CPA-haltigen Präparat (z.B. Diane-35) durchzuführen.

In einer Studie mit sechs Frauen, die eine Einzeldosis von 50 mg Cyproteronacetat erhielten, wurden 0.2% dieser Dosis in die Muttermilch ausgeschieden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Patientinnen, deren Tätigkeit erhöhte Konzentration erfordert (z.B. Teilnahme am Strassenverkehr, Bedienen von Maschinen), müssen berücksichtigen, dass Androcur-10 zu Müdigkeit und Antriebsminderung führen sowie das Konzentrationsvermögen beeinträchtigen kann.

Unerwünschte Wirkungen

Im Hinblick auf die notwendige zusätzliche Gabe eines kombinierten, oralen CPA-haltigen Kontrazeptivums wird auf die Hinweise zu unerwünschten Wirkungen in den Fach- und Patientenformationen dieser Präparate verwiesen.

Nachfolgend sind die unerwünschten Wirkungen angegeben, welche in klinischen Studien und während der Marktüberwachung unter der Anwendung von Androcur-10 beobachtet wurden. Die Häufigkeiten sind dabei wie folgt definiert: Häufig: 1%-<10%; gelegentlich: 0.1%-<1%; selten: 0.01%-<0.1%; sehr selten: <0,01%; nicht bekannt: basierend überwiegend auf Spontanmeldungen aus der Marktüberwachung, genaue Häufigkeit kann nicht angegeben werden.

Immunsystem

Selten: Überempfindlichkeitsreaktionen.

Stoffwechsel und Ernährung

Häufig: Gewichtszunahme.

Selten: Gewichtsabnahme.

Psychiatrische Störungen

Häufig: Niedergeschlagene Stimmung.

Gelegentlich: Verminderung der Libido.

Selten: gesteigerte Libido.

Nervensystem

Gelegentlich: Kopfschmerzen, Schwindel.

Gefässe

Gelegentlich: Blutdruckveränderungen.

Sehr selten: thromboembolische Ereignisse.

Leber, Galle

Sehr selten: Lebertumore.

Nicht bekannt: abnormale Leberfunktion, Ikterus, Hepatitis.

Gastrointestinaltrakt

Gelegentlich: gastrointestinale Beschwerden (z.B. Bauchschmerzen, Übelkeit).

Haut

Gelegentlich: Hautausschlag.

Reproduktionssystem und Brust

Häufig: Schmerzempfindlichkeit der Brust.

Gelegentlich: Zyklusstörungen, Galaktorrhö.

Überdosierung

Studien zur akuten Toxizität nach Einzeldosen haben ergeben, dass Cyproteronacetat, der wirksame Bestandteil von Androcur-10, als wenig toxisch einzustufen ist. Eine akute Intoxikation nach einmaliger versehentlicher Einnahme eines Vielfachen der für die Therapie erforderlichen Dosis ist kaum zu erwarten.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: G03HA01

Wirkungsmechanismus

Cyproteronacetat, der Wirkstoff von Androcur-10, hemmt kompetitiv den Einfluss der Androgene, die auch im weiblichen Organismus gebildet werden. Cyproteronacetat ist auch ein stark wirksames Gestagen und hemmt die Gonadotropinsekretion und es hat eine schwache glukokortikoide Wirkung. Mit Androcur-10 lassen sich bei der Frau krankhafte Veränderungen behandeln, die auf einer vermehrten Bildung von Androgenen oder auf einer erhöhten Empfindlichkeit diesen gegenüber beruhen: Hirsutismus, androgenetische Alopezie sowie Seborrhö und Akne, für deren Entstehung eine androgenabhängige vermehrte Talgdrüsenfunktion mitverantwortlich ist.

Pharmakokinetik

Absorption

Nach oraler Verabreichung wird Cyproteronacetat über ein weites Dosisspektrum hinweg vollständig absorbiert. Nach Einnahme von 10 mg Cyproteronacetat wird nach ca. 1,5 Stunden eine maximale Serumkonzentration von ca. 75 ng/ml erreicht. Danach sinkt der Wirkstoffspiegel im Serum in zwei Abbaustufen mit Halbwertszeiten von 0.8 Stunden und 2.3 Tagen.

Die absolute Bioverfügbarkeit von Cyproteronacetat beträgt 88%.

Distribution

Cyproteronacetat bindet nahezu exklusiv an Serumalbumin. Rund 3,5–4% der gesamten Wirkstoffkonzentration liegen ungebunden vor. Da die Proteinbindung unspezifisch erfolgt, haben Veränderungen des SHBG-Spiegels (Sexualhormon bindendes Globulin) keine Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von Cyproteronacetat.

Angesichts der langen Halbwertzeit der terminalen Eliminationsphase aus dem Serum und der täglichen Einnahme ist innerhalb eines Behandlungszyklus eine Akkumulation des Cyproteronacetats im Serum um den Faktor 2–2,5 zu erwarten.

Metabolismus

Cyproteronacetat wird über verschiedene Wege verstoffwechselt, unter anderem durch Hydroxylierung und Konjugation. Wesentliches am Metabolismus beteiligtes Enzym ist CYP3A4. Der Hauptmetabolit in Humanplasma ist das 15ß-hydroxy-Derivat.

Dieser Metabolit ist antiandrogen und gestagen wirksam (etwa 100% bzw. 10% der Aktivität der Muttersubstanz).

Elimination

Die Gesamt-Clearance von Cyproteronacetat beträgt 3,6 ml/min/kg. Der Grossteil der Dosis wird in Form der Metaboliten im Verhältnis 3:7 über Harn und Galle eliminiert. Ein kleinerer Teil wird unverändert mit der Galle ausgeschieden. Die Eliminationshalbwertszeit der Muttersubstanz beträgt 1,9 Tage, jene der Metaboliten ca. 1,7 Tage.

Präklinische Daten

Systemische Toxizität

Basierend auf den konventionellen Studien zur chronischen Toxizität lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.

Embryotoxizität/Teratogenität

Untersuchungen zur Embryotoxizität und Teratogenität haben keine Hinweise auf teratogene Auswirkungen einer Behandlung während der Organogenese vor Entwicklung der äusseren Geschlechtsorgane ergeben. Die Verabreichung von Cyproteronacetat in höheren Dosen während der hormonsensiblen Differenzierungsphase der Geschlechtsorgane führt zu Anzeichen der Feminisierung beim männlichen Föten. Die Beobachtung männlicher Neugeborener nach Cyproteronacetat-Exposition in utero ergab keine Anzeichen von Feminisierung. Dennoch ist in der Schwangerschaft die Anwendung von Androcur-10 kontraindiziert.

Genotoxizität und Karzinogenität

Die Ergebnisse anerkannter Erstlinientests zur Genotoxizität waren für Cyproteronacetat negativ. Weitere Tests an Leberzellen aus Ratten und Affen sowie an frisch isolierten humanen Hepatozyten haben jedoch ergeben, dass Cyproteronacetat mit DNA Addukte bilden (und zu einer Steigerung der DNA-Reparaturaktivität führen) kann. In kaninen Leberzellen war die DNA-Adduktkonzentration extrem niedrig.

Die Bildung von Addukten trat unter systemischen Expositionen auf, die für die für Cyproteronacetat empfohlenen Dosisschemata ebenfalls zu erwarten wären. In vivo wurde als Folgen der Cyproteronacetat-Exposition eine erhöhte Inzidenz fokaler, potenziell präneoplastischer Leberläsionen mit veränderten zellulären Enzymen bei weiblichen Ratten festgestellt, ausserdem eine erhöhte Mutationshäufigkeit bei transgenen Ratten mit einem Bakteriengen als Ziel der Mutationen.

Die klinische Bedeutung dieser Ergebnisse ist zurzeit unbekannt.

Die klinische Erfahrung und gut gemachte epidemiologische Studien sprechen bisher nicht für eine Erhöhung der Inzidenz hepatischer Tumoren beim Menschen. Untersuchungen zur Karzinogenität von Cyproteronacetat an Nagetieren ergaben keine Hinweise auf ein spezifisches tumorigenes Potenzial. Dennoch ist zu bedenken, dass Sexualsteroide das Wachstum bestimmter hormonabhängiger Gewebe und Tumoren fördern können.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Lagerung bei Raumtemperatur (15-25 °C).

Zulassungsnummer

37482 (Swissmedic)

Zulassungsinhaberin

Bayer (Schweiz) AG, 8045 Zürich

Stand der Information

März 2013.

Verwendung dieser Informationen

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