Gliclazid Mepha 30 Retard Depotabs 30 Mg 20 Stk

Gliclazid Mepha 30 Retard Depotabs 30 Mg 20 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Gliclazidum.

Hilfsstoffe: Lactosum Monohydricum, Excipiens pro compresso.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Depotabs mit veränderter Wirkstofffreisetzung enthalten für Gliclazid-Mepha 30 retard: 30 mg Gliclazidum, und für Gliclazid-Mepha 60 retard: 60 mg Gliclazidum.

Die Gliclazid-Mepha 60 retard Depotabs weisen eine Bruchrille auf.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Nicht insulinabhängiger Diabetes mellitus (Typ 2), wenn Massnahmen wie eine Diät, körperliche Aktivität und die Reduktion des Körpergewichts nicht ausreichend sind

Dosierung/Anwendung

Oral einmal täglich zum Frühstück einnehmen.

Nur für Erwachsene.

Die tägliche Dosis kann von 30 mg bis 120 mg variieren.

Gliclazid-Mepha 30 retard: 1 bis 4 Depotabs pro Tag.

Gliclazid-Mepha 60 retard: eine halbe bis 2 Depotabs pro Tag.

Es wird empfohlen, die halben oder ganzen Depotabs unzerdrückt und unzerkaut zu schlucken.

Sollte die Einnahme einer Dosis vergessen werden, darf die Dosis am folgenden Tag nicht erhöht werden.

Wie bei jeder Blutzucker senkenden Substanz muss die Dosis der metabolischen Antwort eines jeden Patienten angepasst werden (Blutzucker, Glykosurie, HbA1c).

Anfangsdosis

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 30 mg einmal täglich. Wenn diese Dosis den Blutzucker wirksam unter Kontrolle hält, kann sie als Erhaltungsdosis beibehalten werden.

Im Falle einer ungenügenden Kontrolle des Blutzuckers kann die Dosis auf 60, 90 oder 120 mg täglich schrittweise erhöht werden. Das Intervall vor jeder Dosiserhöhung soll mindestens 2 Wochen betragen.

Die empfohlene maximale tägliche Dosis beträgt 120 mg.

Ein Depotabs Gliclazid-Mepha 60 retard mit veränderter Wirkstofffreisetzung entspricht 2 Depotabs Gliclazid-Mepha 30 retard mit veränderter Wirkstofffreisetzung. Die Teilbarkeit der Gliclazid-Mepha 60 retard Depotabs mit veränderter Wirkstofffreisetzung erlaubt die Einnahme einer Dosis von 30 mg als halbe Depotabs oder einer Dosis von 90 mg als anderthalb Depotabs.

Umstellung von einem anderen oralen Antidiabetikum auf Gliclazid-Mepha 30 retard oder Gliclazid-Mepha 60 retard:

Gliclazid-Mepha 30 retard oder Gliclazid-Mepha 60 retard können anstelle anderer oraler Antidiabetika angewendet werden.

Die Dosierung und die Halbwertszeit der vorgängigen Antidiabetika müssen bei einer Umstellung auf Gliclazid-Mepha 30 retard oder Gliclazid-Mepha 60 retard berücksichtigt werden.

Im Allgemeinen braucht es keine Übergangsphase. Man beginnt mit einer Anfangsdosis von 30 mg und passt diese anschliessend dem Blutzucker des Patienten wie oben beschrieben an.

Wird von einem Blutzucker senkenden Sulfonamid mit langer Halbwertszeit (z.B. Chlorpropamid) gewechselt, kann unter Umständen ein mehrtägiges freies Intervall nötig sein, und die Patienten müssen während 1 bis 2 Wochen überwacht werden, um das Auftreten einer Hypoglykämie wegen Überlappung der therapeutischen Wirkungen zu verhindern. Ebenso muss der Beginn einer Behandlung bei einer Umstellung auf Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard überwacht werden, das heisst den Einsatz einer Anfangsdosis von 30 mg pro Tag, gefolgt von einer schrittweisen Dosiserhöhung je nach metabolischer Antwort.

Kombination mit anderen Antidiabetika:

Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard können mit Biguaniden, Alpha-Glukosidase-Hemmern oder Insulin kombiniert werden.

Bei Patienten, die mit Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard ungenügend behandelt sind, kann eine begleitende Insulintherapie unter strikter medizinischer Überwachung gestartet werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen:

Bei älteren Patienten (über 65 Jahre) ist die Dosierung dieselbe wie bei Erwachsenen unter 65 Jahren.

Bei Patienten, die an leichter bis mittelschwerer Niereninsuffizienz leiden, ist die Dosierung dieselbe wie bei Personen mit normaler Nierenfunktion. Diese Daten wurden in klinischen Studien bestätigt.

Bei Patienten, die an leichter bis mittelschwerer Leberinsuffizienz leiden: Die Anfangsdosis ebenso wie die Erhaltungsdosis müssen mit Vorsicht festgelegt werden, um jegliche hypoglykämische Reaktionen zu vermeiden (siehe «Pharmakokinetik»).

Bei Patienten mit einem Risiko für Hypoglykämie:

  • Nicht oder schlecht ernährte Patienten.
  • Patienten mit einer schweren oder schlecht kompensierten endokrinologischen Störung (Hypopituitarismus, Hypothyreoidismus, adrenokortikotrope Insuffizienz).
  • Stopp einer Langzeit- oder/und einer hoch dosierten Kortikosteroidtherapie.
  • Schwere Gefässerkrankung (schwere koronare Herzerkrankung, schwere Karotisinsuffizienz, diffuse Angiopathie).

Es wird empfohlen, die minimale tägliche Anfangsdosis von 30 mg anzuwenden.

Übergewichtige Patienten: Es ist wichtig, die Kalorienzufuhr einzuschränken und das Körpergewicht zu verringern. Die Behandlung mit Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard verhindert eine Gewichtsabnahme bei übergewichtigen Patienten nicht.

Kinder und Jugendliche: Bis jetzt sind bei Kindern oder Jugendlichen weder die Verabreichung noch die Sicherheit von Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard untersucht worden.

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegenüber Gliclazid oder einen im Abschnitt «Zusammensetzung» genannten Hilfsstoffe, gegenüber anderen Blutzucker senkenden Sulfonamiden oder anderen Sulfonamiden.
  • Diabetes mellitus Typ 1.
  • Diabetisches Präkoma und Koma, diabetische Ketoazidose, Jugenddiabetes.
  • Schwere Leber- oder Niereninsuffizienz: in diesen Fällen wird eine Insulintherapie empfohlen.
  • Miconazol-Behandlung (siehe «Interaktionen»).
  • Stillzeit, Schwangerschaft (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»).
  • Schwere Störungen der Nebennieren oder Schilddrüse.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Hypoglykämie

Wie bei den anderen Blutzucker senkenden Sulfonamiden kann die Behandlung mit Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard bei Einnahme der Mahlzeiten zu unregelmässigen Zeiten und vor allem beim Auslassen von Mahlzeiten eine Hypoglykämie verursachen. Folgende Symptome können bei einer Hypoglykämie auftreten: Kopfschmerzen, Heisshunger, Nausea, Erbrechen, Müdigkeit, Schlafstörungen, Agitation, Aggressivität, Konzentrationsstörungen, verminderte Aufmerksamkeit und Reaktionsgeschwindigkeit, Depression, Verwirrtheit, Störungen der Sicht und der Sprache, Aphasie, Zittern, Parese, Gefühlsstörungen, Schwindel, Gefühl der Ohnmacht, Verlust der Selbstkontrolle, Delir, Konvulsionen, oberflächliche Atmung, Bradykardie, Somnolenz und Bewusstseinsverlust, der bis zu einem eventuell fatalen Koma gehen kann.

Zudem können Zeichen einer adrenergen Gegenreaktion auftreten: Vermehrtes Schwitzen, feuchte Haut, Angst, Tachykardie, arterielle Hypertonie, Palpitationen, Angina pectoris und Herzrhythmusstörungen.

Diese Symptome verschwinden im Allgemeinen nach der Einnahme von Kohlehydraten (Zucker). Synthetische Süssstoffe haben jedoch keine Wirkung. Die Erfahrung mit anderen Blutzucker senkenden Sulfonamiden hat gezeigt, dass die Hypoglykämie wieder auftreten kann, auch wenn zu Beginn wirksame Massnahmen ergriffen wurden.

Im Fall einer schweren oder länger andauernden Hypoglykämie, auch wenn sie vorübergehend durch die Einnahme von Zucker kontrolliert wird, ist eine sofortige medizinische Behandlung, oder sogar eine Spitaleinweisung, unumgänglich.

Diese Behandlung darf nur an Patienten verordnet werden, die regelmässig Nahrung zu sich nehmen (einschliesslich Frühstück). Es ist wichtig, dass die Einnahme von Kohlehydraten regelmässig geschieht, da bei verspäteter, quantitativ inadäquater oder kohlehydratarmer Mahlzeit ein erhöhtes Hypoglykämierisiko besteht. Das Hypoglykämierisiko ist grösser während hypokalorischen Diäten, nach langer oder intensiver körperlicher Aktivität, bei Alkoholkonsum oder bei Anwendung einer Kombination Blutzucker senkender Medikamente.

Eine Hypoglykämie kann nach der Einnahme von Blutzucker senkenden Sulfonamiden auftreten (siehe «Unerwünschte Nebenwirkungen»). Sie kann schwerwiegend sein und lange anhalten. Möglicherweise ist eine Spitaleinweisung unumgänglich, und die Gabe von Zucker kann während mehreren Tagen nötig sein.

Um jeglichem hypoglykämischen Ereignis vorzubeugen ist es wichtig, die Patienten sorgfältig auszuwählen, die angemessene Dosierung anzuwenden, die Patienten angemessen zu instruieren und den Blutzucker regelmässig zu kontrollieren.

In der Tat besteht ein nicht zu vernachlässigendes Hypoglykämierisiko bei der Anpassung der Dosierung, vor allem zu Beginn der Behandlung oder wenn Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard ein anderes orales Antidiabetikum ersetzt, ebenfalls bei unregelmässiger Einnahme des Medikamentes oder der Mahlzeiten.

Faktoren, welche das Hypoglykämierisiko erhöhen:

  • Der Patient verweigert eine Zusammenarbeit oder kann sie nicht gewährleisten.
  • Mangelernährung, unregelmässige Zeiten der Nahrungseinnahme, Auslassen von Mahlzeiten, Fasten oder Diätwechsel.
  • Ungleichgewicht zwischen körperlicher Aktivität und Kohlehydratzufuhr.
  • Niereninsuffizienz.
  • Schwere Leberinsuffizienz.
  • Überdosierung von Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard.
  • Einige endokrinologische Störungen: Störungen der Schilddrüsenfunktion, Hypopituitarismus und Nebenniereninsuffizienz.
  • Gleichzeitige Gabe gewisser anderer Medikamente (siehe «Interaktionen»).
  • Zerebrale Arteriosklerose.

Wie bei der Therapie mit anderen Blutzucker senkenden Sulfonamiden oder Insulin ist bei Patienten, die an schweren oder instabilen kardiovaskulären Störungen leiden, besondere Vorsicht vor Hypoglykämie geboten.

Die Frühsymptome einer Hypoglykämie können bei älteren Patienten im Fall von diabetischer Neuropathie, bei gleichzeitiger Einnahme von Betablockern, Clonidin oder von Substanzen mit ähnlicher Wirkung (siehe «Interaktionen») abgeschwächt oder sogar ganz verschleiert werden.

Sollte beim älteren Patienten Gastroenteritis oder Kalorienmangel aufgrund anderer Ursachen auftreten, muss die Behandlung mit Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard vorübergehend unterbrochen werden.

Nieren- und Leberinsuffizienz: Die Pharmakokinetik und/oder die Pharmakodynamik von Gliclazid kann bei Patienten mit Leber- oder schwerer Niereninsuffizienz verändert sein. Bei diesen Patienten kann ein hypoglykämisches Ereignis lange anhalten, sodass eine geeignete Behandlung eingeleitet werden muss.

Patienteninformation: Es ist angebracht, dem Patienten sowie seinen Angehörigen die Risiken, die mit einer Hypoglykämie verbunden sind, insbesondere in der Nacht, zu verdeutlichen und die damit einhergehenden Symptome (siehe Abschnitt «Unerwünschte Wirkungen») sowie die zu treffenden Massnahmen zu erläutern; ausserdem sollten sie auch über die Faktoren, die das Auftreten einer Hypoglykämie begünstigen, aufgeklärt werden.

Der Patient muss informiert werden, wie wichtig das Einhalten der Anweisungen zur Nahrungseinnahme, regelmässige körperliche Aktivität und die regelmässige Kontrolle des Blutzuckers sind.

Abnahme der antidiabetischen Wirkung: Bei Stress, vor allem bei andauerndem Fieber, oder bei Trauma, Infektionen oder chirurgischen Eingriffen kann sich der Diabetes verschlimmern. In diesen Fällen ist es unerlässlich, Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard vorübergehend durch Insulin zu ersetzen.

Die Wirkung aller oralen Antidiabetika (einschliesslich Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard) nimmt mit der Zeit ab. Dieses Phänomen ist auf das Fortschreiten der Krankheit zurückzuführen oder darauf, dass der Organismus weniger auf das Medikament anspricht. Dieses Phänomen wird sekundäres Versagen genannt, und unterscheidet sich vom primären Versagen, bei welchem der Wirkstoff beim Ersteinsatz unwirksam ist. Bevor ein sekundäres Versagen angenommen wird, müssen eine angemessene Dosisanpassung und eine korrekte Nahrungseinnahme in Betracht sichergestellt werden.

Wenn die Blutzuckerwerte im Laufe der Behandlung nicht mehr ausreichend unter Kontrolle gebracht werden können, müssen Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard durch eine andere Behandlung ersetzt oder gleichzeitig mit einem oralen Biguanid-Antidiabetikum verabreicht werden (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Biologische Tests: Um zu überprüfen, wie der Blutzucker kontrolliert ist, wird die Messung des glykosylierten Hämoglobins (oder des Nüchternblutzuckers) empfohlen. Die Selbstmessung des Blutzuckers kann auch nützlich sein.

Bei Patienten mit Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel (G6PD) kann durch Behandlung mit Blutzucker senkenden Sulfonamiden eine hämolytische Anämie verursacht werden. Da Gliclazid zu der chemischen Klasse der Blutzucker senkenden Sulfonamiden gehört, sollte es bei Patienten mit G6PD-Mangel nur vorsichtig angewendet und eine Umstellung der Behandlung auf Alternativen zu Blutzucker senkenden Sulfonamiden erwogen werden.

Hilfsstoffe: Gliclazid-Mepha retard darf nicht an Patienten mit seltenen hereditären Störungen einer Galactose-Intoleranz, eines Lapp Lactase-Mangels oder einer Glucose-Galactose-Malabsorption verabreicht werden.

Interaktionen

1. Die folgenden Wirkstoffe können das Risiko einer Hypoglykämie verstärken

Kontraindizierte Kombination

Miconazol (systemisch, Mundgel): verstärkt die Blutzucker senkende Wirkung mit möglichem Auftreten von Symptomen der Hypoglykämie bis hin zum Koma.

Nicht empfohlene Kombination

Alkohol: verstärkt die reaktive Hypoglykämie (indem es die kompensatorischen Reaktionen hemmt), welche zum hypoglykämischen Koma führen kann.

Alkohol und alkoholhaltige Medikamente müssen vermieden werden.

Kombinationen, die Vorsichtsmassnahmen erfordern

Die Kombination mit einem der folgenden Medikamente kann eine Verstärkung der Blutzucker senkenden Wirkung und dementsprechend in gewissen Fällen eine Hypoglykämie bewirken: Andere Antidiabetika (Insuline, Acarbose, Metformin, Thiazolidinedione, Dipeptidyl peptidase-4 Hemmer, GLP-1 Rezeptoragonisten), Betablocker, Fluconazol, Hemmer des Angiotensin-konvertierenden Enzyms (Captopril, Enalapril), H2-Blocker (Cimetidin, Ranitidin), MAO-Hemmer, Sulfonamide, Clarithromycin und nicht-steroidale Entzündungshemmer (insbesondere Salicylate).

Kombinationen, auf die geachtet werden muss

Die folgenden Medikamente können die Blutzucker senkende Wirkung von Gliclazid verstärken: Fibrate (insbesondere Clofibrat), anabole Steroide und männliche Sexualhormone, Fluoxetin, Pentoxifyllin (parenteral, in hoher Dosierung), Probenezid, Zytostatika vom Typ Cyclophosphamid und Ifosfamid, Kumarinderivate, Tetracyclin, Fluorochinolone (Ciprofloxacin, Ofloxacin, Levofloxacin) und Chloramphenicol.

Gewisse Medikamente (Betablocker, Clonidin und Substanzen mit ähnlicher Wirkung) können die Frühsymptome einer Hypoglykämie verschleiern (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

2. Die folgenden Wirkstoffe können eine Hyperglykämie verursachen

Nicht empfohlene Kombination

Danazol: diabetogene Wirkung von Danazol.

Wenn es nicht möglich ist, auf diesen Wirkstoff zu verzichten, muss der Patient auf die Wichtigkeit der Kontrollen von Glykosurie und Blutzucker hingewiesen werden. Es kann nötig sein, die Dosis des Antidiabetikums während und nach der Anwendung von Danazol anzupassen.

Kombinationen, die Vorsichtsmassnahmen erfordern

Chlorpromazin (Neuroleptikum): hohe Dosen (>100 mg Chlorpromazin pro Tag) erhöhen den Blutzucker (durch Senkung der Insulinsekretion).

Der Patient muss auf die Wichtigkeit der Kontrolle des Blutzuckers hingewiesen werden. Es kann nötig sein, die Dosis des Antidiabetikums während und nach dem Gebrauch des Neuroleptikums anzupassen.

Glukokortikoide (systemisch und topisch: intra-artikuläre, kutane und rektale Anwendungen) und Tetracosactid: Erhöhung des Blutzuckers mit allfälliger Ketose (Glukokortikoid-bedingte Abnahme der Kohlehydrattoleranz).

Der Patient muss auf die Wichtigkeit der Kontrolle des Blutzuckers hingewiesen werden, vor allem zu Beginn der Behandlung. Es kann nötig sein, die Dosis des Antidiabetikums während und nach dem Gebrauch der Glukokortikoide anzupassen.

Salbutamol, Terbutalin: (intravenöse Gabe)

Erhöhung des Blutzuckers durch die Wirkung der Beta-2-Agonisten.

Auf die Wichtigkeit der Blutzuckerkontrolle hinweisen. Bei Bedarf auf Insulin wechseln.

3. Kombination, auf die geachtet werden muss

Antikoagulationsbehandlung (z.B. Warfarin ...):

Die Blutzucker senkenden Sulfonamide können die antikoagulierende Wirkung während der Behandlung verstärken.

Die Anpassung der Dosierung des Antikoagulans kann erforderlich sein.

Die folgenden Medikamente können bei gleichzeitiger Verabreichung mit Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard eine Hyperglykämie verursachen:

Saluretika, Acetazolamid, progesteron- und östrogenhaltige Präparate, Rifampicin, Barbiturate, Phenytoin, Diazoxid, Epinephrin, Beta-2-Mimetika, Schilddrüsenhormone und Glucagon.

Auch wenn ein Blutzucker senkendes oder steigerndes Medikament abrupt abgesetzt wird, besteht das Risiko einer Hyper- oder Hypoglykämie.

Wenn ein Patient, der mit Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard behandelt wird, eine der oben genannten Substanzen erhält, ist es nötig, die Blutzuckerwerte verstärkt zu kontrollieren und eventuell die Dosierung von Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard anzupassen. Dies gilt insbesondere auch, wenn eine Behandlung mit einem dieser Medikamente begonnen oder beendet wird, oder wenn eine Dosierung verändert wird.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Blutzucker senkende Sulfonamide sind beim Tier in hoher Dosierung teratogen. Hingegen wurde für Gliclazid in Untersuchungen beim Tier keine Teratogenizität gezeigt (siehe «Präklinische Daten»). Es liegen keine Erfahrungswerte über den Einsatz von Gliclazid bei Schwangeren vor, hingegen einige Daten über andere Blutzucker senkende Sulfonamide.

Die gute Einstellung des Diabetes muss vor der Konzeption erreicht werden, um das Risiko kongenitaler Missbildungen, die mit einem nicht kontrollierten Diabetes assoziiert sind, zu verringern. Es wird empfohlen, ab dem Zeitpunkt, zu dem eine Schwangerschaft geplant wird, oder im Fall einer unvorhergesehenen Schwangerschaft während der Einnahme dieses Medikaments, die orale Behandlung durch Insulin zu ersetzen. Während der Schwangerschaft sind orale Antidiabetika nicht indiziert, und Insulin ist das Medikament der ersten Wahl zur Behandlung des Diabetes. Aus diesen Gründen sind Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard während der Schwangerschaft kontraindiziert.

Eine Blutzuckerüberwachung beim Neugeborenen wird empfohlen.

Stillzeit

Da es keine Daten betreffend des Übergangs in die Muttermilch gibt und angesichts des Hypoglykämierisikos beim Neugeborenen ist das Stillen im Fall einer Behandlung mit diesem Medikament kontraindiziert.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard haben keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Dennoch müssen die Patienten auf die Symptome von Hypoglykämie hingewiesen werden und sollten beim Fahren und beim Bedienen von Maschinen vorsichtig sein, insbesondere zu Beginn der Behandlung.

Unerwünschte Wirkungen

Basierend auf der klinischen Erfahrung mit Gliclazid wurden nachfolgende Nebenwirkungen beobachtet. Die meisten unerwünschten Wirkungen sind auf die Dosierung zurückzuführen und vorübergehend; sie verschwinden nach der Senkung der Dosis oder wenn die Behandlung abgesetzt wird.

«Sehr häufig» (≥1/10); «häufig» (≥1/100, <1/10); «gelegentlich» (≥1/1000, <1/100); «selten» (≥1/10'000, <1/1000); «sehr selten» (<1/10'000).

Stoffwechselstörungen:

Häufig: Hypoglykämie (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Überdosierung»).

Gastrointestinale Störungen:

Gelegentlich: Übelkeit, Erbrechen, Dyspepsie, Durchfall, Verstopfung.

Andere: Bauchschmerzen.

Diese Nebenwirkungen können verhindert oder vermindert werden, wenn Gliclazid mit dem Frühstück eingenommen wird.

Folgende Nebenwirkungen wurden seltener beobachtet:

Funktionsstörungen der Haut:

Gelegentlich: Rash, Pruritus, Urtikaria, Angioödem, Erythem, makulopapulöser Ausschlag, bullöse Reaktionen (wie z.B. Stevens-Johnson Syndrom und toxisch epidermale Nerkolyse).

Störungen des Blut- und Lymphsystems:

Selten: Granulozytopenie, Agranulozytose, Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie.

Funktionsstörungen der Leber und der Galle:

Selten: Erhöhung der Leberenzyme (ASAT, ALAT, alkalische Phosphatasen), Hepatitis (in Einzelfällen) und cholestatischer Ikterus. Beim Auftreten eines cholestatischen Ikterus ist die Behandlung abzubrechen.

Sehstörungen:

Vorübergehende Sehstörungen sind aufgrund von Schwankungen des Blutzuckers möglich, vor allem zu Beginn der Behandlung.

Für die Stoffklasse typische Nebenwirkungen:

Wie auch bei anderen Sulfonylharnstoffen, wurden folgende Nebenwirkungen beobachtet: Erythropenie, Agranulozytose, hämolytischer Anämie, Panzytopenie, allergischer Vaskulitis, Hyponatriämie, erhöhte Leberenzymwerte, Verschlechterung der Leberfunktion (z.B. mit Cholestase und Ikterus) und Hepatitis, die entweder nach dem Absetzen des Sulfonylharnstoffes zurück ging oder in Einzelfällen zu lebensbedrohlichem Leberversagen führte.

Überdosierung

Bei Überdosierung können Blutzucker senkende Sulfonamide zu Hypoglykämie führen.

Gemässigte Symptome von Hypoglykämie, bei denen es weder zu Ohnmacht noch zu neurologischen Anzeichen kommt, müssen unbedingt durch eine sofortige Glukosezufuhr, eine Anpassung der Dosierung bzw. der Ernährungsweise korrigiert werden. Der Patient muss unter engmaschiger Überwachung stehen, bis der Arzt Gewissheit hat, dass sein Patient ausser Gefahr ist.

Heftige hypoglykämische Reaktionen, die sich durch Koma, Konvulsionen oder andere neurologische Störungen manifestieren, sind möglich und erfordern medizinische Notfallmassnahmen und eine sofortige Einweisung ins Krankenhaus.

Sollte ein hypoglykämisches Koma diagnostiziert oder vermutet werden, muss der Patient schnell per intravenöse Injektion 50 ml einer konzentrierten Glukoselösung (20 bis 30%) erhalten. Darauf folgt eine kontinuierliche Infusion einer verdünnteren Glukoselösung (10%), und die Geschwindigkeit wird so gewählt, dass der Blutzuckerwert über 1 g/l bleibt. Der Patient muss über einen Zeitraum von mindestens 48 Stunden engmaschig überwacht werden. Je nach Zustand des Patienten entscheidet der Arzt dann, ob eine weitere Überwachung nötig ist.

Aufgrund der starken Proteinbindung von Gliclazid ist eine Dialyse nicht nützlich für die Patienten.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: A10BB09

Wirkungsmechanismus und Pharmakodynamik

Gliclazid ist eine Blutzucker senkende Substanz, die zur Gruppe der Blutzucker senkenden Sulfonamiden gehört. Es handelt sich dabei um ein orales Antidiabetikum mit einem Stickstoff-Heterozyklus mit endozyklischer Bindung, die es von anderen Medikamenten dieser Klasse unterscheidet.

Gliclazid senkt den Blutzuckerwert, indem es die von den Betazellen der Langerhans-Inseln ausgehende Insulinausschüttung stimuliert. Die Erhöhung der postprandialen Sekretion von Insulin und Peptid C hält nach einer Behandlung von zwei Jahren an.

Neben diesen Stoffwechseleigenschaften übt Gliclazid auch hämovaskuläre Eigenschaften aus.

Gliclazid bindet sich mit hoher Affinität und Selektivität reversibel an die K-ATP-Kanäle der Betazelle, sowie eine geringe Affinität für die kardiovaskulären K-ATP-Kanäle.

Eine endogene Insulinproduktion ist für die Wirksamkeit von Gliclazid unbedingt nötig.

Auswirkungen auf die Insulinfreisetzung

Bei Diabetes mellitus Typ 2 stellt Gliclazid die frühe Spitze der Insulinsekretion in Anwesenheit von Glukose wieder her und erhöht die zweite Phase der Insulinsekretion. Als Reaktion auf eine Nahrungsaufnahme oder einen Glukosestimulus wird eine beträchtliche Steigerung der Insulinreaktion beobachtet.

Darüber hinaus wurde unter dem Einfluss von Gliclazid eine Erhöhung der Insulinsensitivität der peripheren Gewebe der Muskeln und der Leber nachgewiesen.

Hämovaskuläre Eigenschaften:

Gliclazid vermindert Mikrothrombosen über zwei Mechanismen, die bei Komplikationen des Diabetes mitbeteiligt sein können:

  • Teilweise Hemmung der Thrombozytenaggregation und –adhäsion, mit einer Verringerung der Aktivierungsmarker der Thrombozyten (Beta-Thromboglobulin, Thromboxan B2).
  • Auswirkung auf die fibrinolytische Aktivität des vaskulären Endothels mit Steigerung der tPA-Aktivität.

Antioxidative Eigenschaften:

Durch die Bewertung des oxidativen Status von Diabetes mellitus Patienten wurden die antioxidativen Eigenschaften von Gliclazid bestätigt, die sich bereits in der Pharmakologie gezeigt hatten: Senkung der Lipid-Peroxidation und Erhöhung der Aktivität der Superoxid-Dismutase, der plasmatischen Thiole und der gesamten antioxidativen Kapazität im Plasma (TRAP).

Die klinische Bedeutung dieser Eigenschaften ist nicht bekannt.

Andere Eigenschaften:

Langzeitstudien haben ergeben, dass Gliclazid die Entwicklung diabetischer Retinopathie im nicht proliferativen Stadium verzögert.

In kontrollierten klinischen Studien an Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 wurde anhand der Nachbeobachtung der HbA1c-Werte die Langzeitwirksamkeit einer täglichen Einnahme von Gliclazid für die Blutzuckerkontrolle bestätigt.

Pharmakokinetik

Absorption

Die Absorption von Gliclazid ist vollständig. Nach der Einnahme steigen die Plasmakonzentrationen nach und nach bis zur 6. Stunde an und halten sich dann bis zur 12. Stunde gleichmässig auf einem Plateau. Intraindividuelle Variationen sind gering. Die Nahrungsaufnahme verändert weder die Resorptionsgeschwindigkeit noch deren Rate.

Das Verhältnis zwischen der verabreichten Dosis bis zu 120 mg und der Fläche unterhalb der zeitabhängigen Konzentrationskurve ist linear.

Distribution

Die tägliche Einnahme von Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard erhält wirksame Plasmakonzentrationen von Gliclazid während 24 Stunden aufrecht.

Die Bindung an Plasmaproteine liegt bei ungefähr 95%. Das Verteilungsvolumen beträgt ungefähr 30 Liter.

Metabolismus

Gliclazid wird in der Leber extensiv metabolisiert: weniger als 1% der unveränderten Form findet sich im Urin wieder. Es wurde kein wirksamer Metabolit im Plasma gefunden. An diesem Metabolismus sind die Zytochrome P450 2C9 und 2C19 beteiligt. Sieben Metaboliten, die entweder aus der Hydroxylierung und anschliessenden Oxidation der Methylgruppe oder aus der Hydroxylierung des Azabicyclo-Octyl-Rings und zweier Glukurono-Konjugate stammen, wurden im Urin festgestellt. Die Metaboliten haben keine Blutzucker senkende Wirkung, aber der Hauptmetabolit hat eine positive Wirkung auf die Thombozytenaggregation.

Elimination

Die Elimination von Gliclazid ist monophasisch mit einer Halbwertszeit von 12 bis 20 Stunden. Im Urin finden sich 60 bis 70% der Dosis wieder (weniger als 1% in unveränderter Form) und im Stuhl 20%.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Ältere Patienten: Es wurde keine klinisch signifikante Veränderung der pharmakokinetischen Parameter beobachtet.

Niereninsuffizienz: Bei Patienten, die an leichter bis mittelschwerer Niereninsuffizienz leiden, hat die Kreatinin-Clearance keinen signifikanten Einfluss auf die pharmakokinetischen Parameter. Pharmakokinetische Daten für Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz sind nicht verfügbar (siehe «Kontraindikationen»).

Leberinsuffizienz: Bei Patienten, die an leichter bis mittelschwerer Leberinsuffizienz leiden, könnte die Pharmakokinetik von Gliclazid verändert sein und somit das Risiko einer Hypoglykämie erhöhen. Pharmakokinetische Daten für Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz sind nicht verfügbar (siehe «Kontraindikationen»).

Präklinische Daten

Die präklinischen Daten, basierend auf Studien über chronische Toxizität und Genotoxizität, haben kein Risiko für den Menschen ergeben. Es wurde keine Langzeitstudie über Kanzerogenese durchgeführt.

Es wurde keine teratogene Wirkung beim Tier festgestellt; lediglich eine fetotoxische Wirkung (Gewichtsverringerung des Feten) wurde bei Tieren beobachtet, die eine 25 Mal höhere Dosis erhielten als die beim Menschen empfohlene Höchstdosierung.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Keine bekannt.

Haltbarkeit

Darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden. Für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Besondere Lagerungshinweise

Gliclazid-Mepha 30 retard: In der Originalverpackung und bei Raumtemperatur (15 bis 25 °C) lagern.

Gliclazid-Mepha 60 retard: Nicht über 30 °C in der Originialverpackung lagern.

Zulassungsnummer

58504, 65571 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Mepha Pharma AG, Basel.

Stand der Information

Dezember 2013.

Interne Versionsnummer: 2.2

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