Aptivus Kaps 250 Mg 120 Stk

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Was ist Aptivus und wann wird es angewendet?

Der Wirkstoff Tipranavir gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die Protease-Hemmer genannt und zur Behandlung der Infektion mit dem Humanen

Immunschwäche-Virus (HIV) angewendet werden. Tipranavir hemmt das Enzym HIV-Protease, welches das HI-Virus zur Vermehrung benötigt. Durch die Hemmung des Enzyms Protease trägt Aptivus zur Kontrolle der HIV-Infektion bei.

Sie müssen Aptivus zusammen mit niedrig dosiertem Ritonavir und anderen antiretroviralen Arzneimitteln einnehmen. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird entscheiden, welche weiteren Mittel Sie einnehmen sollten.

Aptivus Weichkapseln eignen sich für mehrfach vorbehandelte erwachsene und jugendliche Patienten ab 12 Jahren.

Was sollte dazu beachtet werden?

Aptivus Weichkapseln enthalten 7% Ethanol (Alkohol), d.h. bis zu 200 mg je Dosis. Dies entspricht 4 ml Bier oder weniger als 2 ml Wein. Die Weichkapseln enthalten ausserdem Macrogolglycerolricinoleat, das Magenbeschwerden und Durchfall verursachen kann.

Aptivus verhindert nicht das Risiko, andere Menschen durch Blut oder sexuellen Kontakt mit HIV zu infizieren. Wenden Sie weiterhin die notwendigen Vorsichtsmassnahmen (z.B. Kondom, sterile Spritzen) an.

Wann darf Aptivus nicht angewendet werden?

Aptivus darf nicht eingenommen werden,

  • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegenüber Tipranavir oder einem der sonstigen Bestandteile von Aptivus sind;
  • wenn Sie an einer seltenen erblichen Unverträglichkeit gegenüber Fruktose leiden, da Aptivus Weichkapseln Sorbitol enthalten;
  • wenn Sie eine mittelgradige oder schwere Leberfunktionsstörung haben;
  • wenn Sie gegenwärtig Rifampicin einnehmen (zur Behandlung von Tuberkulose), weil dies die Wirksamkeit von Aptivus beeinträchtigen kann;
  • wenn Sie gegenwärtig Arzneimittel mit den Wirkstoffen Cobicistat, Cisaprid (zur Behandlung von Magenproblemen), Pimozid, Quetiapin oder Sertindol (zur Behandlung von Schizophrenie), Triazolam oder Midazolam (beide zur Behandlung von Angst- oder Schlafstörungen), Mutterkorn-artige Mittel (zur Behandlung von Kopfschmerzen), Astemizol oder Terfenadin (zur Behandlung von Allergien oder Heuschnupfen), die Statine Simvastatin oder Lovastatin (zur Senkung des Cholesterinspiegels im Blut), Vardenafil (zur Behandlung der erektilen Dysfunktion), Alfuzosin oder Sildenafil (zur Behandlung eines hohen Blutdrucks in den Blutgefässen der Lunge), oder Amiodaron, Bepridil, Flecainid, Propafenon oder Chinidin (zur Behandlung von Störungen der Herzfunktion) einnehmen.

Sie dürfen Aptivus nicht gleichzeitig mit Arzneimitteln einnehmen, die Johanniskraut (Hypericum perforatum), ein pflanzliches Arzneimittel gegen Depression, enthalten. Diese können die Wirksamkeit von Aptivus beeinträchtigen.

Die Wirksamkeit kann ebenfalls beeinträchtigt werden bei der gleichzeitigen Anwendung von Aptivus mit Phenytoin, Phenobarbital, Primidon und Topiramat.

Sie werden Aptivus immer zusammen mit weiteren antiretroviralen Arzneimitteln anwenden. Für diese Mittel sind die Angaben in den jeweiligen Packungsbeilagen zu beachten.

Wann ist bei der Einnahme von Aptivus Vorsicht geboten?

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Aptivus ist erforderlich,

  • weil eine mögliche wechselseitige Beeinflussung von Aptivus mit bestimmten anderen Arzneimitteln zu gefährlichen Nebenwirkungen führen kann. Dazu gehören Arzneimittel gegen Erektionsstörungen (z.B. Sildenafil, Tadalafil), zur Behandlung von Alkoholabhängigkeit (Disulfiram), zur Behandlung von Asthma (Fluticason, Salmeterol), zur Fettsenkung (Atorvastatin), zur Behandlung von Infektionen (Metronidazol), Mittel gegen Depressionen und zur Behandlung der Nikotinabhängigkeit (Bupropion). Bitte informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin über alle Arzneimittel, die Sie gegenwärtig einnehmen oder einnehmen möchten, auch solche, die ohne ärztliche Verschreibung erhältlich sind;
  • weil eine mögliche wechselseitige Beeinflussung von Aptivus und anderen Arten von Arzneimitteln zu einem Verlust der Wirksamkeit dieser Arzneimittel führen kann. Dazu gehören Methadon als Opiat-Ersatz und orale Verhütungsmittel. Wenn Sie Arzneimittel zur Schwangerschaftsverhütung einnehmen, sollten Sie eine zusätzliche oder andere Methode zur Schwangerschaftsverhütung anwenden. Präservative sollten aus prinzipiellen Gründen verwendet werden.
  • wenn Sie an einer Lebererkrankung oder Hepatitis leiden. Für Patientinnen und Patienten mit erhöhten Leberwerten und für Patientinnen und Patienten mit Hepatitis B oder C besteht allgemein ein erhöhtes Risiko für schwere und möglicherweise tödliche Leberschäden bei einer Behandlung mit antiretroviralen Mitteln, einschliesslich Aptivus. Bevor und während Sie mit Aptivus behandelt werden, wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin es möglicherweise für notwendig erachten, Ihre Leberfunktion mit Hilfe von Blutuntersuchungen zu überwachen. Wenn Sie an einer Lebererkrankung oder Hepatitis leiden, wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin entscheiden, ob zusätzliche Untersuchungen notwendig sind. Wenn Sie Anzeichen oder Symptome einer Hepatitis (Fieber, Unwohlsein, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Müdigkeit, brauner Urin, entfärbter Stuhl, Gelbsucht) bemerken, sollten Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin sofort darüber informieren.
  • wenn Sie andere Medikamente einnehmen. Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin falls Sie Medikamente wie Antiplättchen Mittel und Antikoagulantien oder hohe Dosen Vitamin E einnehmen. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin könnte Ihnen in diesem Fall dazu raten, einige vorhergehende Massnahmen in Betracht zu ziehen.

Nehmen Sie Aptivus immer zusammen mit Ritonavir, weil Aptivus sonst nicht richtig wirken kann.

Aptivus kann die HIV-Infektion nicht heilen. Beachten Sie bitte, dass Sie auch weiterhin Infektionen und andere Erkrankungen entwickeln können, die im Rahmen der HIV-Erkrankung auftreten. Daher sollten Sie regelmässigen Kontakt zu Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin halten. Ausserdem vermindert Aptivus nicht das Risiko, andere Menschen durch Blut oder sexuelle Kontakte mit HIV zu infizieren.

Eine Umverteilung, Ansammlung oder Verlust von Körperfett kann bei Patientinnen und Patienten auftreten, die eine antiretrovirale Kombinationsbehandlung erhalten. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, wenn Sie bemerken, dass sich die Fettverteilung in Ihrem Körper ändert.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie Bluter sind oder Diabetes haben.

Bevor und während Sie mit Aptivus behandelt werden, wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin es möglicherweise für notwendig erachten, Ihre Blutlipidwerte (Blutfettwerte) und Blutzuckerwerte zu überwachen.

Bei manchen Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittener HIV-Infektion (AIDS), die bereits opportunistische Infektionen durchgemacht haben, können sich kurz nach dem Beginn einer Behandlung gegen HIV Anzeichen eines Wiederaufflammens einer früheren Infektion zeigen. Man nimmt an, dass diese Symptome auf eine verbesserte Immunantwort des Körpers zurückzuführen sind. Sie ermöglicht es dem Körper, Infektionen zu bekämpfen, die bisher schon, aber ohne deutliche Symptome, vorhanden gewesen sind. Bitte sprechen Sie unverzüglich mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, wenn Sie Anzeichen einer Infektion bemerken.

Zusätzlich zu den Begleitinfektionen können nach Beginn der Einnahme von Arzneimitteln zur Behandlung Ihrer HIV-Infektion auch Autoimmunerkrankungen auftreten (ein Zustand, bei dem das Immunsystem gesundes Körpergewebe angreift). Autoimmunerkrankungen können viele Monate nach Beginn der Behandlung auftreten. Wenn Sie irgendwelche Anzeichen einer Infektion oder andere Symptome, wie z.B. Muskelschwäche, eine Schwäche, die in den Händen und Füssen beginnt und sich in Richtung Rumpf fortsetzt, Herzklopfen, Zittern oder Hyperaktivität bemerken, informieren Sie bitte unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, um die notwendige Behandlung zu erhalten.

Bei der Einnahme von Aptivus in Kombination mit Ritonavir wurde über das Auftreten von Hautausschlägen in Verbindung mit Gelenkschmerzen, Steifheit, Rachenschwellung oder Juckreiz berichtet. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, wenn Sie solche Symptome bei sich bemerken.

Es ist nicht untersucht worden, ob Aptivus die Fähigkeit zum Autofahren oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt. Aptivus Weichkapseln enthalten sehr geringe Mengen Alkohol (siehe «Was sollte dazu beachtet werden?»). Einige mögliche Nebenwirkungen von Aptivus können Ihre Verkehrstüchtigkeit oder die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen (z.B. Müdigkeit, Benommenheit, Schläfrigkeit). Deshalb wird bei potentiell gefährlichen Tätigkeiten, wie Autofahren oder dem Bedienen von Maschinen Vorsicht empfohlen, beziehungsweise von diesen Tätigkeiten abgeraten.

Aptivus in Kombination mit Ritonavir und andere Arzneimittel können sich wechselseitig beeinflussen. Eventuell muss Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin die Dosierung anderer Arzneimittel, die Sie zusammen mit Aptivus einnehmen, erhöhen oder senken. Beispiele sind die Arzneimittel Atorvastatin, Rosuvastatin, Pravastatin zur Cholesterinsenkung, die Antibiotika Rifabutin und Clarithromycin, Asthmamittel (Theophyllin, Salmeterol), Methadon, Mittel zur Behandlung der Erektionsstörungen, Mittel zur Behandlung von hohem Blutdruck in den Blutgefässen der Lunge und Mittel gegen Depressionen (Desipramin, Bupropion). Arzneimittel mit dem Wirkstoff Rifampicin (ein Antibiotikum), Arzneimittel gegen Epilepsie (Carbamazepin, Phenobarbital oder Phenytoin) oder Johanniskraut beeinträchtigen voraussichtlich die Wirksamkeit von Aptivus und dürfen nicht zusammen mit Aptivus eingenommen werden (siehe «Wann darf Aptivus nicht angewendet werden?»).

Wenn Sie Didanosin oder Arzneimittel gegen Magenübersäuerung (Antazida) einnehmen, so sollte es mindestens 2 Stunden nach Aptivus eingenommen werden. Ansonsten kann Aptivus in Kombination mit Ritonavir mit den HIV-Reverse-Transkriptase-Hemmern Stavudin, Lamivudin oder Tenofovir eingenommen werden.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird Efavirenz und Nevirapin nur zurückhaltend verschreiben, weil noch wenig Erfahrung in der Komedikation mit Aptivus und Ritonavir vorliegt.

Aptivus in Kombination mit Ritonavir senkt die Blutspiegel der HIV-Protease-Hemmer Amprenavir, Lopinavir und Saquinavir sehr stark. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird sorgfältig abwägen, ob Sie Aptivus zusammen mit diesen Protease-Hemmern erhalten sollen.

Aptivus in Kombination mit Ritonavir kann die Wirksamkeit von Verhütungsmittel zum Einnehmen beeinträchtigen. Daher sollten Sie eine andere Verhütungsmethode anwenden, wenn Sie Aptivus einnehmen. Aus prinzipiellen Gründen sollten Präservative verwendet werden. Im Allgemeinen wird nicht empfohlen, orale Kontrazeptiva oder eine Hormonersatztherapie zusammen mit Aptivus, in Kombination mit Ritonavir, einzunehmen. Sie sollten mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin abklären, ob Sie weiterhin orale Verhütungsmittel oder eine Hormonersatztherapie einnehmen sollen.

In klinischen Studien mit Aptivus sind Blutungen im Gehirn, die zu einer dauerhaften Behinderung oder zum Tod führen können, in unter 1 von 500 behandelten Patienten aufgetreten. Viele der Patienten, bei denen im Rahmen der klinischen Entwicklung von Aptivus Blutungen im Gehirn aufgetreten sind hatten noch weitere medizinische Grunderkrankungen oder erhielten gleichzeitig Medikamente die diese Blutungen verursacht oder dazu beigetragen haben. Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie ein erhöhtes Blutungsrisiko haben.

Kinder

Aptivus Weichkapseln sollten nicht bei Kindern unter 12 Jahre angewendet werden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden (Externa)!

Darf Aptivus während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Wenn Sie schwanger werden möchten, schwanger sind oder stillen, sollten Sie Aptivus erst nach eingehender Beratung mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin einnehmen. Die Aptivus Weichkapsel enthält sehr geringe Mengen Alkohol (siehe «Was sollte dazu beachtet werden?»). Informieren Sie bitte sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie schwanger sind.

Es wird auf jeden Fall empfohlen, dass HIV-infizierte Frauen nicht stillen sollen, weil die HIV-Infektion möglicherweise mit der Muttermilch auf den Säugling übertragen werden kann.

Fertilität

Es liegen keine Studien zur Wirkung von Aptivus auf die menschliche Fertilität vor. Präklinische Studien zeigten keine unerwünschten Wirkungen auf die Fertilität.

Wie verwenden Sie Aptivus?

Nehmen Sie Aptivus immer genau nach Anweisung des Arztes bzw. der Ärztin ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind. Es ist unbedingt erforderlich, dass Sie Aptivus zusammen mit Ritonavir einnehmen.

Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren

Die übliche Dosis beträgt 500 mg (2 Kapseln mit je 250 mg) Aptivus, zusammen mit 200 mg (2 Kapseln mit je 100 mg bzw. 2,5 ml Sirup) Ritonavir zweimal täglich. Die Aptivus Weichkapseln werden in den Mund genommen und ganz geschluckt, ohne sie zu zerkauen. Die Kapseln sollen mit dem Essen eingenommen werden.

Aptivus wird immer zusammen mit weiteren antiretroviralen Arzneimitteln eingenommen. Für diese Mittel sind die Angaben in den jeweiligen Packungsbeilagen zu beachten.

Aptivus soll so lange eingenommen werden wie vom Arzt bzw. der Ärztin angeordnet. Setzen Sie sich so schnell wie möglich mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin in Verbindung, wenn Sie mehr als die verschriebene Menge an Tipranavir eingenommen haben.

Wenn Sie die Einnahme Ihrer Aptivus-Dosis vergessen haben und der reguläre Zeitpunkt für die tägliche Einnahme von Aptivus oder Ritonavir bereits um mehr als 5 Stunden überschritten ist, warten Sie bis zum nächsten regulären Einnahmezeitpunkt und nehmen Sie dann die nächste Dosis von Aptivus und Ritonavir ein. Wenn der reguläre Zeitpunkt für die tägliche Einnahme von Aptivus und/oder Ritonavir um weniger als 5 Stunden überschritten ist, nehmen Sie die vergessene Dosis sofort nachträglich ein. Nehmen Sie dann zum nächsten regulären Einnahmezeitpunkt die nächste Dosis von Aptivus und Ritonavir ein.

Es hat sich gezeigt, dass die korrekte Einnahme aller Arzneimittel zu den empfohlenen Zeitpunkten die Wirksamkeit Ihrer antiretroviralen Kombinationsbehandlung sehr stark erhöht und auch das Risiko vermindern kann, eine Resistenz gegen die antiretroviralen Mittel zu entwickeln. Daher ist es wichtig, dass Sie Aptivus streng nach Vorschrift einnehmen, wie oben beschrieben, solange Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin nicht einen Abbruch der Behandlung anordnet.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Aptivus haben?

Wie alle Arzneimittel kann Aptivus Nebenwirkungen haben. Es kann schwierig sein, durch Aptivus verursachte Nebenwirkungen von den Nebenwirkungen anderer Arzneimittel, die Sie ebenfalls einnehmen, und von den Komplikationen der HIV-Infektion zu unterscheiden. Daher ist es sehr wichtig, dass Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin über jede Änderung Ihres Gesundheitszustandes informieren.

Erwachsene

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Aptivus auftreten:

Sehr häufige Nebenwirkungen sind Durchfall und Übelkeit (beides kann in mehr als einem von 10 Patienten auftreten). Häufige Nebenwirkungen (in weniger als einem von 10 Patienten, jedoch mehr als einem von 100 Patienten) sind Erbrechen, Bauchschmerzen, Trommelbauch, Verdauungsstörungen, Blähungen, Appetitverlust, Müdigkeit, Erschöpfung, Kopfschmerzen, Hautausschlag und Anstieg der Blutfettwerte. Gelegentliche Nebenwirkungen (gelegentlich bedeutet weniger als ein Patient von 100 jedoch mehr als einer von 1000) sind: Verminderung der roten und weissen Blutzellen, Verminderung der Blutplättchen, allergische Reaktionen, Gewichtsabnahme, Diabetes und erhöhter Blutzucker, erhöhte Blutwerte der Pankreas-Enzyme Amylase und Lipase, erhöhte Blutcholesterinwerte, Schlaflosigkeit und andere Schlafstörungen (einschliesslich Schläfrigkeit), Schwindel, Hirnblutung, Taubheitsgefühl und/oder Kribbeln und/oder Schmerzen in den Füssen und Händen, Atmungsschwierigkeiten, Sodbrennen, Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, Entzündungen der Haut, Juckreiz, Verlust oder Zunahme von Körperfett und andere Veränderungen der Fettverteilung (siehe weiter unten), Muskelspasmen, Muskelschmerzen, Nierenversagen, Grippe-ähnliche Symptome, allgemeines Krankheitsgefühl, Fieber und erhöhte Blutwerte der Leberenzyme.

Seltene Nebenwirkungen (selten bedeutet weniger als ein Patient von 1000) sind: Dehydrierung und Abmagerung des Gesichtes.

Unter Aptivus kann eine abnormale Leberfunktion auftreten. Es wurde gelegentlich über Hepatitis und selten über Leberversagen, einschliesslich mit tödlichem Verlauf, berichtet. Wenn bei Ihnen klinische Symptome (Appetitverlust, Übelkeit, Erbrechen und/oder Gelbsucht) auftreten, die auf eine Leberschädigung hindeuten, sollten Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin sofort darüber informieren. Eine antiretrovirale Kombinationsbehandlung kann zu Veränderungen der Figur aufgrund von Änderungen in der Körperfettverteilung führen. Dazu zählen Körperfettverlust an den Beinen und Armen und im Gesicht, vermehrte Fetteinlagerung im Bauch und in anderen inneren Organen, Brustvergrösserung und Fettansammlungen im Nacken («Stiernacken»). Die Ursachen dieser Veränderungen und ihre Langzeitauswirkungen auf die Gesundheit sind gegenwärtig nicht bekannt. Eine antiretrovirale Kombinationsbehandlung kann ausserdem zu Hyperlipidämie (erhöhte Bluttfettwerte), zu erhöhten Zuckerwerten im Blut, zu erhöhten Laktatwerten und zu Insulin-Resistenz führen.

Bei Patientinnen und Patienten mit Hämophilie A oder B gibt es Berichte über vermehrte Blutungen im Rahmen einer Behandlung mit Protease-Hemmern. Wenn dies bei Ihnen auftreten sollte, so suchen Sie unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin auf.

Es gibt Berichte über Muskelschmerzen, Empfindlichkeit der Muskeln oder Muskelschwäche, insbesondere bei einer antiretroviralen Kombinationsbehandlung unter Einschluss von Protease-Hemmern und Nukleosidanaloga. In seltenen Fällen waren diese Muskelerkrankungen schwerwiegend (Rhabdomyolyse).

Jugendliche

Die häufigsten Nebenwirkungen waren im Allgemeinen ähnlich wie diejenigen, welche bei Erwachsenen beobachtet wurden. Erbrechen, Hautausschläge und Fieber waren bei Jugendlichen häufiger als bei Erwachsenen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Bei Jugendlichen zwischen 12-18 Jahren, die mit Aptivus Weichkapseln therapiert wurden, waren Erbrechen/Brechreiz, Hautausschlag sowie erhöhte Leberenzymwerte sehr häufig (in mehr als einem von 10 Patienten) beobachtet. Häufige (in weniger als einem von 10 Patienten, jedoch mehr als einem von 100 Patienten) Nebenwirkungen umfassten Übelkeit, Bauchschmerzen und Schlaflosigkeit.

Was ist ferner zu beachten?

Die Weichkapseln sind im Kühlschrank (+2 °C bis +8 °C) zu lagern. Nach dem Öffnen sollte die Flasche unter 25 °C aufbewahrt werden und der Inhalt muss innerhalb von 60 Tagen verbraucht werden. Sie sollten das Datum, an dem Sie die Flasche geöffnet haben, auf das Etikett und/oder auf die Faltschachtel schreiben.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf. Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden. Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Aptivus enthalten?

Eine Weichkapsel enthält: 250 mg Tipranavir. Hilfsstoffe: Antioxidanz: Propylgallat (E 310).

Zulassungsnummer

57330 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Aptivus? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Aptivus Weichkapseln 250 mg: 120 Kapseln.

Zulassungsinhaberin

Boehringer Ingelheim (Schweiz) GmbH, Basel.

Diese Packungsbeilage wurde im Mai 2014 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic) geprüft.

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