Foradil Pulver Inh Kaps 12 Mcg 60 Stk

Foradil Pulver Inh Kaps 12 Mcg 60 Stk

Fachinformationen

Foradil steht auch als Dosieraerosol zur Verfügung; s. hierzu die separate Arzneimittel-Fachinformation.

Zusammensetzung

Wirkstoff: Formoteroli fumaras dihydricus (Phenylethanolamin-Derivat).

Hilfsstoffe: Lactosum, Color: E 132, Excip. pro caps. gelatin.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Kapseln mit Pulver zur Inhalation zu 12 µg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Erwachsene, einschliesslich ältere Patienten

Prophylaxe und Therapie der Bronchokonstriktion bei Patienten mit Asthma als Zusatz zu einer Behandlung mit inhalativen Kortikosteroiden (IKS, s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Prophylaxe akuter Anfälle von Bronchokonstriktion, auch ausgelöst durch Allergene, Anstrengung oder kalte Luft.

Therapie der Bronchokonstriktion bei Patienten mit chronisch-obstruktiver Atemwegserkrankung (COPD) wie chronischer Bronchitis und Emphysem.

Kinder ab 6 Jahren

Prophylaxe und Therapie der Bronchokonstriktion bei Patienten mit Asthma.

Prophylaxe akuter Anfälle von Bronchokonstriktion, auch ausgelöst durch Allergene, Anstrengung oder kalte Luft.

Dosierung/Anwendung

Dosierung

Indikation Asthma

Die bronchodilatatorische Dauertherapie mit langwirksamen Beta2-Adrenergika sollte bei Asthmatikern nur in Kombination mit einer entzündungshemmenden Therapie (z.B. inhalative Kortikosteroide) verschrieben werden (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Daher soll bei Patienten, die noch keine entzündungshemmende Therapie erhalten, diese mit Foradil zusammen initiiert werden.

Langzeitbehandlung (zusätzlich zu Kortikosteroid)

Erwachsene, einschliesslich ältere Patienten

Im Allgemeinen 2x täglich 1 Kapsel (12 μg) zur Inhalation. Foradil sollte nur als Zusatz zu einem inhalativen Kortikosteroid verschrieben werden. Die Verabreichung erfolgt am besten morgens und abends. Bei Bedarf können zur Linderung der üblichen Symptome pro Tag 1-2 Kapseln (12 bis 24 μg) zusätzlich verabreicht werden, wobei die empfohlene maximale Tagesdosis von 48 μg nicht überschritten werden darf. Werden jedoch zusätzliche Dosen öfter notwendig, d.h. an mehr als zwei Tagen pro Woche, könnte dies auf eine Verschlechterung der Grunderkrankung hinweisen, und die Therapie sollte neu festgelegt werden.

In schweren Fällen kann auf 2x täglich 2 Kapseln (24 μg) zur Inhalation erhöht werden, wobei die Verwendung der zweiten Kapsel jeweils nach ca. 2 min erfolgen sollte.

Die höchste empfohlene Erhaltungsdosis beträgt 48 μg pro Tag.

Kinder ab 6 Jahren

Im Allgemeinen 2x täglich 1 Kapsel (12 μg) zur Inhalation (morgens und abends). Foradil sollte nur als Zusatz zu einem IKS verschrieben werden.

Die höchste empfohlene Erhaltungsdosis beträgt 24 μg pro Tag.

Foradil sollte nicht zur Linderung der akuten Symptome eines Asthma-Anfalls angewendet werden. Bei Auftreten eines akuten Anfalls sollte ein kurz-wirksamer Beta2-Agonist angewendet werden (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Prophylaxe von Bronchospasmen bei Anstrengungsasthma

Erwachsene, einschliesslich ältere Patienten

Mindestens 15 min vor der Anstrengung oder Exposition sollte der Inhalt einer Kapsel (12 μg) inhaliert werden. Bei Patienten mit schwerem Bronchospasmus in der Anamnese können 2 Kapseln (24 μg) als Prophylaxe erforderlich sein (im Abstand von ca. 2 min).

Bei Patienten mit persistierendem Asthma kann die Anwendung von Foradil zur Prävention eines durch Anstrengung induzierten Bronchospasmus oder vor der Exposition gegenüber einem bekannten unvermeidbaren Allergens klinisch indiziert sein, doch die Asthmabehandlung sollte auch ein IKS beinhalten.

Kinder ab 6 Jahren

Prophylaxe: Mindestens 15 min vor der Exposition sollte der Inhalt einer Kapsel (12 μg) inhaliert werden.

Bei Patienten mit persistierendem Asthma kann die Anwendung von Foradil zur Prävention eines durch Anstrengung induzierten Bronchospasmus oder vor der Exposition gegenüber einem bekannten unvermeidbaren Allergens klinisch indiziert sein, doch die Asthmabehandlung sollte auch ein IKS beinhalten.

Foradil sollte nur als Zusatz zu einem inhalativen Kortikosteroid verschrieben werden.

Für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren ist die Behandlung mit einem Kombinationsprodukt empfohlen, welches ein inhalatives Kortikosteroid und einen lang wirksamen Beta2-Agonisten (LABA) enthält, ausser in Fällen, bei denen ein inhalatives Kortikosteroid und ein lang wirksamer Beta2-Agonist getrennt erforderlich sind (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Unerwünschte Wirkungen»).

Indikation COPD

Erhaltungstherapie: 2x täglich 1-2 Kapseln zur Inhalation (12 bis 24 μg).

Anwendung

Foradil Pulver Kapseln zur Inhalation sollten nur mit dem Aerolizer verwendet werden, welcher in der Foradil-Packung vorhanden ist.

Die Kapseln dürfen erst unmittelbar vor der Anwendung aus der Packung genommen werden.

Der Patient sollte sich bewusst sein, dass die Gelatinekapsel zerbrechen kann, wodurch kleine Stückchen Gelatine in den Mund oder den Rachen gelangen können.

Um die richtige Verabreichung des Arzneimittels zu gewährleisten, sollte der Patient vom Arzt oder einer anderen Medizinalperson in der Bedienung des Aerolizers unterwiesen werden.

Ältere Patienten (über 65 Jahre)

Die Pharmakokinetik von Formoterol wurde bei älteren Personen nicht geprüft (s. «Eigenschaften/Wirkungen, klinische Wirksamkeit»). Die verfügbaren Daten aus klinischen Studien bei älteren Patienten deuten nicht darauf hin, dass die Dosierung anders als bei anderen Erwachsenen sein sollte.

Kontraindikationen

Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Formoterol oder einem der Inhaltsstoffe von Foradil oder anderen Beta2-Stimulatoren.

Tachyarrhythmie, AV-Block III. Grades, idiopathische subvalvuläre Aortenstenose, hypertrophisch obstruktive Kardiomyopathie, Thyreotoxikose.

Es hat sich gezeigt, dass bei Verwendung von Beta-Agonisten in höheren als den empfohlenen Dosen das QT-Intervall im EKG verlängert wird, wodurch sich das Risiko von ventrikulären Rhythmusstörungen erhöht. Deshalb sollte Foradil nicht an Patienten mit einer bekannten oder vermuteten Verlängerung des QT-Intervalls (QTc >0.44 sec; s. «Interaktionen») verabreicht werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Asthma-bedingte Todesfälle

Formoterol, der Wirkstoff von Foradil, gehört zur Substanzklasse der langwirksamen Beta2-Agonisten.

In einer Studie mit Salmeterol, einem anderen langwirksamen Beta2-Agonisten, wurde bei den Patienten, die mit Salmeterol behandelt wurden, eine höhere Rate an Asthma-bedingten Todesfällen beobachtet als bei Patienten unter Placebo (13/13'176 [0.10%] gegenüber 3/13'179 [0.02%]). Es liegen keine Studien zur Bestimmung der Häufigkeit von Asthma-bedingten Todesfällen bei Patienten, die mit Formoterol behandelt wurden, vor. Es ist jedoch möglich, dass das erhöhte Risiko eines Asthma-bedingten Todes, welches bei der Behandlung mit Salmeterol beobachtet wurde, einen Klasseneffekt der langwirksamen Beta2-Agonisten inklusive Formoterol darstellt.

Asthmaexazerbationen

Klinische Studien mit Foradil wiesen auf eine höhere Inzidenz für schwere Asthmaexazerbationen bei Patienten unter Foradil im Vergleich zu Patienten unter Placebo hin, besonders bei Patienten zwischen 5 und 12 Jahren (s. «Unerwünschte Wirkungen»). Diese Studien gestatten jedoch keine genaue Quantifizierung der Unterschiede in den Häufigkeiten von schweren Asthmaanfällen innerhalb der Behandlungsgruppen.

Der Arzt sollte die Asthma-Therapie überprüfen, wenn die Symptome weiter anhalten oder wenn die zur Unterdrückung der Symptome erforderliche Anzahl Foradil-Dosen ansteigt, da dies gewöhnlich ein Anzeichen für eine Verschlechterung der Grunderkrankung ist.

Während einer Asthmaexazerbation darf nicht eine Behandlung mit Foradil begonnen oder die Dosis erhöht werden.

Foradil darf nicht zur Linderung von akuten Asthma-Symptomen angewendet werden. Im Falle eines akuten Anfalls sollte ein kurzwirksamer Beta2-Agonist angewendet werden. Patienten müssen auf die Notwendigkeit aufmerksam gemacht werden, sich unverzüglich einer medizinischen Behandlung zu unterziehen, wenn sich ihr Asthma plötzlich verschlechtert.

Antiinflammatorische Behandlung

In der Indikation Asthmabronchiale ist Foradil, ein lang wirksamer Beta2-Agonist (LABA), als Dauertherapie nur zusätzlich zu inhalativen Kortikosteroiden (IKS) und nur bei Patienten, welche mit IKS alleine keine ausreichende Asthmakontrolle erreichten oder deren Erkrankungsschweregrad einen Behandlungsbeginn mit sowohl einem IKS als auch einem LABA klar rechtfertigt, einzusetzen.

Für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren ist die Behandlung mit einem Kombinationsprodukt empfohlen, welches ein IKS und einen LABA enthält, ausser in Fällen, bei denen ein IKS und ein LABA getrennt erforderlich sind (siehe «Dosierung/Anwendung» und «Unerwünschte Wirkungen»).

Foradil sollte nicht in Verbindung mit einem anderen LABA angewendet werden.

Wann immer Foradil verschrieben wird, sollte geprüft werden, ob der Patient eine ausreichende antiinflammatorische Basisbehandlung erhält. Patienten, die bereits eine solche Therapie erhalten, sollten angewiesen werden, diese nach Aufnahme der Behandlung mit Foradil unverändert weiterzuführen, selbst wenn sich die Symptome bessern.

Unter langwirksamen Beta-Agonisten besteht bei Kindern die Möglichkeit einer Maskierung von Asthmasymptomen und damit die Gefahr einer Unterdosierung der antientzündlichen Behandlung sowie einer Verschleierung von Frühsymptomen bei Asthmaexazerbationen. In einer Studie mit Kindern, die eine antiinflammatorische Grundbehandlung erhielten, waren unter Formoterol schwere Asthmaexazerbationen, welche zu Hospitalisierungen führten häufiger als unter Salbutamol bei Anwendung nach Bedarf.

Sobald die Asthmasymptome unter Kontrolle sind, kann in Betracht gezogen werden, die Dosierung von Foradil schrittweise zu senken. Eine regelmässige Überwachung der Patienten während der Reduzierung der Behandlung ist wichtig. Die geringste wirksame Dosis von Foradil sollte verwendet werden.

Empfohlene Dosis

Die Dosis von Foradil sollte individuell dem Bedarf des Patienten angepasst werden, und es sollte zur Erreichung des therapeutischen Ziels immer die niedrigste mögliche Dosierung verabreicht werden. Sie sollte nicht über die maximal empfohlene Dosierung erhöht werden (s. «Dosierung/Anwendung»).

Da über die Anwendung von Foradil Pulver bei Kindern unter 6 Jahren nur begrenzte Erfahrungen vorliegen, wird es für Kinder unter 6 Jahren nicht empfohlen.

Begleiterkrankungen

Besondere Betreuung und Überwachung - vor allem im Hinblick auf die Dosierungsbegrenzung - ist während der Behandlung mit Foradil bei jenen Patienten erforderlich, die möglicherweise an einer der folgenden Krankheiten leiden (s. «Kontraindikationen»):

  • ischämische Herzerkrankung;
  • Myokardinfarkt;
  • schwere Hypertonie;
  • Herzrhythmusstörungen, insbesondere mit AV-Block;
  • schwere Herzinsuffizienz;
  • Aneurysmen;
  • Phäochromozytome;
  • Epilepsie;
  • Leberinsuffizienz: Da Formoterol vorwiegend hepatisch

eliminiert wird, sind Akkumulationen möglich.

Wegen des hyperglykämischen Effekts von Beta2-Stimulatoren, einschliesslich Foradil, wird empfohlen, bei diabetischen Patienten zusätzlich den Blutzucker zu überwachen.

Hypokaliämie

Die Behandlung mit einem Beta2-Agonisten, einschliesslich Foradil, kann zu einer möglicherweise schweren Hypokaliämie führen. Hypokaliämie kann bei Patienten, die mit Digitalis behandelt werden, die Anfälligkeit für Herzrhythmusstörungen erhöhen. Bei Patienten mit schwerem Asthma ist besondere Vorsicht angezeigt, da die Hypokaliämie durch Hypoxie oder gleichzeitige Verabreichung anderer Arzneimittel verstärkt werden kann (s. «Interaktionen»). In solchen Fällen wird empfohlen, den Serumkaliumspiegel zu überwachen.

Paradoxe Bronchospasmen

Wie auch bei anderen Inhalationsbehandlungen sollte daran gedacht werden, dass paradoxe Bronchospasmen auftreten können. In diesem Falle ist das Arzneimittel sofort abzusetzen und auf eine andere Behandlung überzugehen.

Der Patient ist anzuweisen, bei akuter oder sich rasch verschlimmernder Atemnot sofort den Arzt oder das nächste Spital aufzusuchen, wenn zusätzliche Inhalationen keine genügende Besserung herbeiführen.

Unkorrekte Verabreichung

Es gibt Berichte von Patienten, die versehentlich Foradil Kapseln geschluckt haben, anstatt sie in den Foradil Aerolizer zu legen. Die meisten dieser Einnahmen waren nicht mit dem Auftreten von Nebenwirkungen verbunden. Medizinalpersonen, die das Medikament abgeben, sollten die korrekte Anwendung von Foradil Aerolizer mit dem Patienten besprechen (s. «Dosierung, Anwendung»). Falls ein Patienten, dem Foradil Aerolizer verschrieben wurde, keine Besserung beim Atmen verspürt, sollte er befragt werden, wie er den Foradil Aerolizer anwendet.

Interaktionen

Foradil, wie auch andere Beta2-Agonisten, sollte bei Patienten, die mit Arzneimitteln wie Chinidin, Disopyramid, Procainamid, Phenothiazine, Antihistaminika, Makrolid Antibiotika, trizyklische Antidepressiva Monoaminooxidase-Inhibitoren oder anderen Substanzen behandelt werden, die bekanntlich das QT-Intervall verlängern, mit Vorsicht angewendet werden. Die adrenerge Wirkung auf das kardiovaskuläre System könnte durch diese Substanzen verstärkt werden. Die zusätzliche Gabe von Substanzen, die für eine Verlängerung des QT-Intervalls bekannt sind, erhöhen das Risiko von ventrikulären Arrhythmien (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Die gleichzeitige Verabreichung anderer Sympathomimetika kann die unerwünschten Wirkungen von Foradil verstärken.

Die gleichzeitige Behandlung mit Xanthinderivaten, Steroiden oder Diuretika kann den eventuellen hypokaliämischen Effekt von Beta2-Agonisten verstärken (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

L-Dopa, L-Thyroxin und Oxytocin können die kardiovaskulären unerwünschten Wirkungen vom Beta2-Agonisten und damit auch von Foradil verstärken.

Es besteht ein erhöhtes Risiko von Arrhythmien bei gleichzeitiger Anästhesie mit halogenierten Kohlenwasserstoffen.

Betablocker können die Wirkung von Foradil abschwächen oder sogar einen antagonistischen Effekt haben. Foradil sollte deshalb nicht gleichzeitig mit Betablockern (einschliesslich Augentropfen) verabreicht werden, es sei denn, es liegen zwingende Gründe vor.

Schwangerschaft/Stillzeit

Reproduktionsstudien bei Tieren haben keine Risiken für die Föten gezeigt, Experimente im Tier zeigten keine teratogenen Effekte. Es liegen keine kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen vor.

Schwangerschaft

Die Sicherheit von Foradil während Schwangerschaft und Stillzeit konnte noch nicht erwiesen werden. Seine Anwendung während der Schwangerschaft sollte vermieden werden, es sei denn, es steht keine sicherere Alternative zur Verfügung. Wegen des relaxierenden Effekts auf die glatte Muskulatur des Uterus kann durch Foradil, wie auch durch andere Beta2-adrenerge Stimulatoren, die Wehentätigkeit gehemmt werden.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Formoterol beim Menschen in die Muttermilch übergeht. In der Stillzeit sollte Foradil daher nicht angewendet werden. Formoterol konnte in der Milch von Ratten nachgewiesen werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Patienten, die Schwindel oder andere ähnliche unerwünschte Wirkungen haben, dürfen keine Maschinen führen oder Auto fahren. Wenn unerwünschte Wirkungen wie Tremor oder Agitiertheit auftreten, kann dadurch die Fähigkeit des Patienten, ein Fahrzeug zu lenken oder Maschinen zu bedienen, eingeschränkt werden.

Unerwünschte Wirkungen

Schwere Asthmaexazerbationen

Placebo-kontrollierte klinische Studien über mindestens 4 Wochen Behandlungsdauer mit Foradil zeigten auf eine höhere Inzidenz von schweren Asthmaexazerbationen bei Patienten unter Foradil (0.9% bei 10 bis 12 µg, zweimal täglich, 1.9% bei 24 µg, zweimal täglich) als bei denjenigen unter Placebo (0.3%), besonders bei Patienten zwischen 5 und 12 Jahren.

Erfahrung bei Jugendlichen und erwachsenen Patienten mit Asthma

In zwei pivotalen kontrollierten Studien über 12 Wochen mit Foradil Aerolizer unter Einschluss von insgesamt 1'095 Patienten im Alter von 12 Jahren und älter traten schwere Asthmaexazerbationen (akute Verschlimmerung des Asthma, die zu Hospitalisierung führte) häufiger auf unter Foradil 24 µg zweimal täglich (9/271, 3.3%) als unter Foradil 12 µg zweimal täglich (1/275, 0.4%), Placebo (2/277, 0.7%) oder Salbutamol (2/272, 0.7%).

In einer Nachfolgestudie zur Untersuchung dieses Befunds wurden 2'085 Patienten eingeschlossen, um die Asthma-bedingten schweren unerwünschten Wirkungen weiter zu evaluieren. Der Anteil der Patienten mit schweren Asthmaexazerbationen in dieser Studie war wie folgt: für die drei doppelblinden Behandlungsgruppen: Foradil 24 µg zweimal täglich (2/527, 0.4%), Foradil 12 µg zweimal täglich (3/527, 0.6%) und Placebo (1/514, 0.2%), und für die offene Behandlungsgruppe: Foradil 12 µg zweimal täglich und bis zu zwei zusätzlichen Dosen pro Tag (1/517, 0.2%). Da die Häufigkeit von Asthmaexazerbationen in dieser Studie niedriger war als für die Umfangsberechnung angenommen wurde, ist die Studie nicht adequat gepowert um allfällige Häufigkeitsunterschiede der Asthmaexazerbationen in Abhängigkeit der Dosis zu entdecken.

Erfahrungen mit Kindern im Alter von 5-12 Jahren mit Asthma

Die Sicherheit von Foradil 12 µg zweimal täglich verglichen mit Foradil 24 µg zweimal täglich und mit Placebo wurde in einer grossen multizentrischen randomisierten, doppelblinden, über 52 Wochen dauernden klinischen Studie mit 518 Kindern mit Asthma (Alter 5-12 Jahre) untersucht, die täglich eine Behandlung mit Bronchodilatatoren und eine antiinflammatorische Behandlung benötigten. Kinder, die Foradil 24 µg zweimal täglich (11/171, 6.4%) oder Foradil 12 µg zweimal täglich (8/171, 4.7%) entwickelten häufiger schwere Asthmaexazerbationen als Kinder, die Placebo (0/176, 0.0%) erhielten.

Für eine Behandlungsempfehlung siehe «Dosierung/Anwendung» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Andere unerwünschte Wirkungen

Die Häufigkeiten waren wie folgt definiert: «Sehr häufig» (≥1/10), «häufig» (<1/10, ≥1/100), «gelegentlich» (<1/100, ≥1/1'000, «selten» (<1/1'000, >1/10'000), «sehr selten» (<1/10'000).

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe sind die unerwünschten Wirkungen nach abnehmendem Schweregrad geordnet.

Immunsystem

Sehr selten: Hypersensitivität einschliesslich Hypotonie, Urticaria, Angioedem, Pruritus, Ausschlag.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Selten: Hypokaliämie.

Sehr selten: Hyperglykämie.

Psychiatrische Störungen

Gelegentlich: Agitiertheit, Angst, Nervosität, Schlaflosigkeit.

Nervensystem

Häufig: Kopfschmerzen, Tremor.

Gelegentlich: Schwindel, Dysgeusie.

Herz

Häufig: Palpitationen.

Gelegentlich: Tachykardie, periphere Oedeme.

Atmungsorgane

Gelegentlich: Bronchospasmus einschliesslich paradoxer Bronchospasmus, Halsentzündung.

Gastrointestinale Störungen

Sehr selten: Übelkeit.

Es wurden Fälle von trockenem Mund beobachtet.

Muskelskelettsystem

Gelegentlich: Muskelspasmen, Myalgie.

Die folgenden Postmarketing-Erfahrungen wurden über Patienten, die mit Foradil behandelt wurden, berichtet: Diese Nebenwirkungen wurden spontan von einer Patientengruppe ungewisser Grösse berichtet, sodass deren Häufigkeit nicht zuverlässig bestimmt werden kann. In jeder Organklasse werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad geordnet.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen: Hypokaliämie, Hyperglykämie.

Herz: Angina pectoris, Herzrhythmusstörungen,z.B. atriale Fibrillation, ventrikuläre Extrasystolen, Tachyarrhythmien.

Atmungsorgane: Husten.

Haut: Rash.

Untersuchungen: Elektrokardiogramm QT verlängert, erhöhter Blutdruck.

Überdosierung

Symptome

Eine Überdosis von Foradil kann Wirkungen hervorrufen, die für Beta2-Stimulatoren charakteristisch sind: Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Tremor, Benommenheit, Herzklopfen, Tachykardie, ventrikuläre Arrhythmien, Hypotonie, Hypertonie, metabolische Azidose, Hypokaliämie, Hyperglykämie.

Behandlung

Im Falle einer Überdosierung von Foradil ist unterstützende und symptomatische Behandlung (gegebenenfalls Sedativa, Antiarrhythmika usw.) angezeigt. In schweren Fällen sollten die Patienten hospitalisiert werden.

Die Anwendung kardioselektiver Betablocker kann in Betracht gezogen werden. Eine solche Behandlung muss jedoch unter ärztlicher Aufsicht und mit äusserster Vorsicht erfolgen, da die Verabreichung eines Betablockers einen Bronchospasmus auslösen kann.

Bei versehentlicher oraler Einnahme Gabe von Aktivkohle (0.5g/kg Körpergewicht), sofern innerhalb von 4 h nach Einnahme möglich und keine Kontraindikationen bestehen. Bei schweren Intoxikationen Überwachung und Korrektur des Elektrolyt-und Säure-Basehaushaltes.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: R03AC13

Formoterol ist ein stark und selektiv wirkender Beta2-adrenerger Stimulator. Er bewirkt bei Patienten mit reversibler oder irreversibler Atemwegsobstruktion einen bronchodilatatorischen Effekt, der rasch (innerhalb von 1-3 min) eintritt und noch 12 h nach Inhalation deutlich vorhanden ist, weshalb es in der Regel genügt, Foradil 2x täglich anzuwenden. In therapeutischer Dosierung kommt es nur gelegentlich zu geringen kardiovaskulären Effekten, da eine ausgeprägte Selektivität für Beta2-Rezeptoren vorliegt.

Formoterol hemmt die Freisetzung von Histamin und Leukotrienen aus der passiv sensibilisierten Lunge des Menschen. In Tierexperimenten wurden einige entzündungshemmende Wirkungen beobachtet, z.B. Hemmung der Ödembildung und der Akkumulation von Entzündungszellen.

In vitro Studien mit Meerschweinchen Trachea zeigten, dass racemisches Formoterol und seine R,R-Enantiomere und S,S-Enantiomere sehr selektive Beta2-Agonisten sind. Das S,S-Enantiomer war 800 bis 1'000x weniger potent als das R,R-Enantiomer und beeinflusste die Aktivität des R,R-Enantiomer an der glatten Muskulatur der Trachea nicht.

Es konnte keine pharmakologische Basis für den bevorzugten Einsatz eines der beiden Enantiomere gegenüber des racemischen Gemisches aufgezeigt werden.

Foradil erwies sich als wirksam in der Verhütung und Behandlung von Bronchospasmen, welche durch Allergene, Anstrengung, kalte Luft, Histamin- oder Methacholin-Provokationstest ausgelöst werden.

(-> Bei Patienten mit chronisch-obstruktiver Atemwegserkrankung bewirkte Foradil (12 bzw. 24 μg, 2x täglich) eine rasche Bronchodilatation, die über 12 h anhielt. Es konnte gezeigt werden, dass die Lebensqualität dieser Patienten durch die Behandlung verbessert wird [St. Georg Respiratory Questionnaire]).

Pharmakokinetik

Daten zur Plasma-Pharmakokinetik von Formoterol wurden in gesunden Freiwilligen, nach Verabreichung einer Dosis oberhalb des empfohlenen Bereichs, sowie in COPD-Patienten, nach Inhalation einer therapeutischen Dosis, gesammelt. Die Ausscheidung von unverändertem Formoterol im Urin, als indirekter Wert der systemischen Exposition, korreliert mit den Plasmakonzentrationen. Die berechneten Eliminations-Halbwertszeiten für Urin und Plasma sind ähnlich.

Absorption

Wie bei anderen inhalierten Arzneimitteln ist es wahrscheinlich, dass der Grossteil von verabreichtem Formoterol über den Inhaler geschluckt wird und dann vom Gastrointestinaltrakt resorbiert wird. Nach oraler Verabreichung von 80 µg 3H-markiertem Formoterol-Fumarat bei zwei gesunden Freiwilligen wurde mindestens 65% der Substanz resorbiert.

Foradil hat einen therapeutischen Bereich von 2x täglich 12 – 24 µg. Nach Inhalation einer Einzeldosis von 120 µg Formoterol-Fumarat bei gesunden Freiwilligen wurde Formoterol im Plasma rasch absorbiert und erreichte eine maximale Konzentration von 266 pmol/l 5 min nach Inhalation. In COPD-Patienten, die während 12 Wochen mit 12 oder 24 µg Formoterol-Fumarat 2x täglich behandelt wurden, schwankte die durchschnittliche Plasma-Konzentration zwischen 11.5 und 25.7 pmol/l beziehungsweise zwischen 23.3 und 50.3 pmol/l 10 min, 2 h und 6 h nach Inhalation.

Studien, welche die kumulative renale Ausscheidung von Formoterol und/oder des (R, R)- und (S, S)-Enantiomers überprüften, zeigten, dass der Gehalt des systemisch verfügbaren Formoterols proportional zur inhalierten Dosis (12 bis 96 µg) ansteigt.

Nach Inhalation von 2x täglich 12 oder 24 µg Formoterol-Fumarat während 12 Wochen, stieg die Ausscheidung von unverändertem Formoterol im Urin zwischen 63 und 73% (letzte gegenüber erster Dosis) in Patienten mit Asthma sowie zwischen 19 und 38% in Patienten mit COPD an. Diese Resultate weisen auf eine limitierte Akkumulation von Formoterol im Plasma bei einer multiplen Dosierung hin. Es wurde keine relative Akkumulation eines Enantiomers gegenüber dem anderen nach wiederholter Verabreichung beobachtet.

Distribution

Formoterol band zu 61-64% an Plasmaproteine, die Bindung an menschliches Serumalbumin betrug 34%. In dem mit therapeutischen Dosen erreichten Konzentrationsbereich kommt es zu keiner Sättigung der Bindungsstellen.

Metabolismus

Formoterol wird in erster Linie durch Metabolismus eliminiert, hauptsächlich durch direkte Glukuronidierung. Ein weiterer Abbauweg ist die O-Demethylierung mit anschliessender Glukuronidierung.

Weniger häufige Abbauwege sind Sulfatkonjugation von Formoterol und Deformylierung gefolgt von einer Sulfatkonjugation. Viele Isoenzyme katalysieren die Glukuronidierung (UGT1A1, 1A3, 1A6, 1A7, 1A8, 1A9, 1A10, 2B7 und 2B15) und O-Demethylierung (CYP2D6, 2C19, 2C9, und 2A6) von Formoterol, ein geringes Potential einer Substanz-Substanzinteraktion durch die Hemmung eines spezifischen Isoenzyms (das im Formoterolmetabolismus involviert ist) wird erwartet. Formoterol hemmt Cytochrom P 450 Isoenzyme bei therapeutisch relevanten Konzentrationen nicht.

Elimination

Bei Asthma- beziehungsweise COPD-Patienten, welche während 12 Wochen 2x täglich 12 oder 24 µg Formoterol-Fumarat inhalierten, wurde ungefähr 10% beziehungsweise 7% der Dosis im Urin als unverändertes Formoterol wiedergefunden. Das R,R- bzw. S,S-Enantiomer lag zu 40% bzw. 60% der unveränderten im Urin ausgeschiedenen Substanz vor, sowohl nach einer Einzeldosis (12 bis 120 µg) in gesunden Freiwilligen als auch nach einmaliger und wiederholter Dosis bei Asthmapatienten.

Der Wirkstoff und seine Metaboliten wurden vollständig aus dem Körper eliminiert; wobei etwa zwei Drittel einer oralen Dosis über den Urin, ein Drittel über den Fäzes ausgeschieden wurden. Die renale Clearance von Formoterol aus dem Blut betrug 150 ml/min.

In gesunden Freiwilligen betrug die terminale Elimination-Halbwertszeit von Formoterol im Plasma, nach Inhalation einer Einzeldosis von 120 µg Formoterol-Fumarat, 10 h und die terminale Eliminations-Halbwertszeiten der (R,R)- und (S,S)-Enantiomere 13.9 resp. 12.3 h, wie aus renalen Ausscheidungsraten hergeleitet wurde.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Geschlecht: Nach Korrektur des Körpergewichts unterschied sich die Pharmakokinetik von Formoterol zwischen Mann und Frau nicht signifikant.

Ältere Personen: Die Pharmakokinetik von Formoterol in älteren Leuten wurde nicht untersucht.

Kinder: Es liegen nur wenige Daten vor: In einer Studie mit 5 - 12 jährigen Kindern mit Asthma, die während 12 Wochen 2x täglich 12 oder 24 µg Formoterol-Fumarat inhalierten, stieg die renale Ausscheidung von unverändertem Formoterol zwischen 18 und 84% an im Vergleich zum Wert gemessen nach der ersten Dosis. Die Akkumulation bei Kindern überschritt die Werte bei Erwachsenen nicht, wo der Anstieg zwischen 63 und 73% war. In den beobachteten Kindern wurden etwa 6% der Dosis im Urin als unverändertes Formoterol wiedergefunden.

Leber/Niereninsuffizienz: Die Pharmakokinetik von Formoterol wurde bei Patienten mit Leber- oder Niereninsuffizienz nicht untersucht.

Präklinische Daten

Zweijahresstudien mit Formoterol in Mäusen und Ratten liessen kein kanzerogenes Potential erkennen. Sehr hohe Dosen erhöhten die Inzidenz von Adenomen leicht in männlichen Mäusen, was sich in einer zweiten Studie nicht bestätigte, die ihrerseits eine leicht höhere Inzidenz von Leiomyomen in Weibchen und Leberadenomen in beiden Geschlechtern ergab. In zwei Rattenstudien traten leicht vermehrt Leiomyome, Ovarialzysten und benigne Tumoren von Granulosa- und Thekazellen im Ovar von Weibchen auf. Alle diese Tumoren sind in Nagern ein bekannter Effekt von Langzeitbehandlungen mit Beta-Agonisten. Die in den Studien verabreichten tiefsten Dosen – entsprechend der 22- bis 35-fachen therapeutischen Exposition des Menschen – ergaben keine Inzidenzerhöhung von Tumoren über Kontrollwerte. Basierend auf den Resultaten dieser Studien und dem Fehlen eines mutagenen Potentials kann geschlossen werden, dass dem Gebrauch von Formoterol in therapeutischen Dosen kein kanzerogenes Risiko innewohnt.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Foradil Pulver-Kapseln sollen vor Feuchtigkeit geschützt und nicht über 25°C aufbewahrt werden.

Arzneimittel sollen für Kinder unerreichbar und unsichtbar aufbewahrt werden.

Hinweise für die Handhabung

Um eine korrekte Anwendung zu gewähren, sollte ein Arzt oder eine andere Medizinalperson:

  • dem Patienten zeigen, wie er den Inhaler anwenden muss.
  • die Kapseln nur zusammen mit einem Inhaler abgeben.
  • den Patienten darauf hinweisen, dass die Kapseln nur zur Inhalation und nicht zum Schlucken sind.

Eine detaillierte Bedienungsanleitung ist in der Patienteninformation vorhanden. Es ist wichtig, dass der Patient versteht, dass die Gelatine-Kapsel zerstückeln kann und kleine Stücke Gelatine nach der Inhalation in den Mund oder Rachen gelangen könnten. Diese Möglichkeit ist minimiert, wenn die Kapsel nicht mehr als einmal durchstochen wird. Jedoch besteht die Kapsel aus essbarer Gelatine, welche nicht schädlich ist.

Zulassungsnummer

52845 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Novartis Pharma Schweiz AG, Risch; Domizil: 6343 Rotkreuz.

Stand der Information

Juli 2013.

Verwendung dieser Informationen

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