Foradil Hfa Dosieraeros 100 Dos

Foradil Hfa Dosieraeros 100 Dos

Fachinformationen

Foradil steht auch als Pulverkapseln zur Inhalation zur Verfügung; s. hierzu die separate Arzneimittelinformation.

Zusammensetzung

Wirkstoff: Formoteroli fumaras dihydricus (Phenylethanolamin-Derivat).

Hilfsstoffe: Tetrafluoroethan (Norfluran, HFA 134a, FCKW-freies Treibgas), Ethanol, Excip. ad aerosolum.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Dosieraerosol zu 12 µg pro Sprühstoss.

Jeder Behälter zu 10.3 g ergibt 100 Sprühstösse.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Asthma

Erwachsene, einschliesslich ältere Patienten und Jugendliche ab 12 Jahren

Prophylaxe und Therapie der Bronchokonstriktion bei Patienten mit reversibler Atemwegsobstruktion wie Bronchialasthma als Zusatz zu einer Behandlung mit inhalativen Kortikosteroiden (IKS, s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen») und chronische Bronchitis, mit oder ohne Emphysem, inkl. Prophylaxe akuter Anfälle von Bronchokonstriktion, auch ausgelöst durch Allergene, Anstrengung oder kalte Luft.

Chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD)

Erwachsene (18 Jahre und älter)

Foradil HFA ist indiziert zur Prophylaxe und Therapie von Bronchokonstriktionen bei Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenkrankheit (COPD).

Dosierung/Anwendung

Asthma

Die bronchodilatatorische Dauertherapie mit langwirksamen Beta2-Adrenergika sollte bei Asthmatikern nur in Kombination mit einer entzündungshemmenden Therapie (z.B. inhalative Kortikosteroide) verschrieben werden (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Daher soll bei Patienten, die noch keine entzündungshemmende Therapie erhalten, diese mit Foradil zusammen initiiert werden.

Dosierung

Erhaltungstherapie und Prophylaxe

Erwachsene, einschliesslich ältere Patienten und Jugendlichen ab 12 Jahren

Im Allgemeinen 2x täglich 1 Sprühstoss. Foradil sollte nur als Zusatz zu einem inhalativen Kortikosteroid verschrieben werden.

Für Jugendliche ab 12 Jahren ist die Behandlung mit einem Kombinationsprodukt empfohlen, welches ein inhalatives Kortikosteroid und einen lang wirksamen Beta2-Agonisten (LABA) enthält, ausser in Fällen, bei denen ein inhalatives Kortikosteroid und ein lang wirksamer Beta2-Agonist getrennt erforderlich sind (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Unerwünschte Wirkungen»).

Die Verabreichung erfolgt am besten morgens und abends. In schweren Fällen kann auf 2x täglich 2 Sprühstösse erhöht werden, wobei der zweite Sprühstoss jeweils nach ca. 2 min erfolgen sollte.

Bei Bedarf können zur Linderung der Symptome pro Tag 1-2 Sprühstösse zusätzlich zu den für die Dauertherapie vorgesehenen verabreicht werden, wobei die empfohlene maximale Tagesdosis von 48 μg nicht überschritten werden darf. Werden jedoch zusätzliche Dosen öfter notwendig, d.h. an mehr als 2 Tagen pro Woche, könnte dies auf eine Verschlechterung der Grunderkrankung hinweisen, und die Therapie sollte neu festgelegt werden.

Foradil sollte nicht zur Linderung der akuten Symptome eines Asthma-Anfalls angewendet werden. Bei Auftreten eines akuten Anfalls sollte ein kurz-wirksamer Beta2-Agonist angewendet werden (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Prophylaxe von Bronchospasmen bei Anstrengungsasthma

Erwachsene, einschliesslich ältere Patienten und Jugendlichen ab 12 Jahren

Mindestens 15 min vor der Anstrengung oder Exposition sollte 1 Sprühstoss inhaliert werden. In schweren Fällen können zwei Sprühstösse (im Abstand von ca. 2 min) erforderlich sein.

Bei Patienten mit persistierendem Asthma kann die Anwendung von Foradil zur Prävention eines durch Anstrengung induzierten Bronchospasmus oder vor der Exposition gegenüber einem bekannten unvermeidbaren Allergens klinisch indiziert sein, doch die Asthmabehandlung sollte auch ein IKS beinhalten.

Chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD)

Dosierung

Erwachsene (18 Jahre und älter): Im Allgemeinen 2x täglich 1 Sprühstoss (morgens und abends, 24 μg Formoterol pro Tag).

Die tägliche Dosis bei regulärer Anwendung sollte 2 Sprühstösse nicht überschreiten. Falls notwendig, können zur Linderung der Symptome zusätzliche Sprühstösse zu den in der regulären Therapie verschriebenen Inhalationen angewendet werden. Die maximale tägliche Dosis beträgt insgesamt 4 Sprühstösse (reguläre und zusätzliche). Es sollten nicht mehr als 2 Sprühstösse unmittelbar nacheinander angewendet werden.

Foradil HFA ist nicht empfohlen bei Kindern unter 12 Jahren.

Anwendung

Foradil HFA Dosieraerosol lässt sich auch mit einer Vorschaltkammer anwenden. Patienten, die Schwierigkeiten haben den Sprühstoss mit dem Inhalieren von Luft zu koordinieren, sollten eine Vorschaltkammer verwenden um die korrekte Anwendung des Präparates zu gewährleisten.

Die Anwendung von Foradil HFA Dosieraerosol bei Jugendlichen ab 12 Jahren sollte nur dann erfolgen, wenn diese fähig sind, das Inhalationsgerät richtig anzuwenden (Inhalationstechnik eingeschlossen) und auch dann nur unter Aufsicht von Erwachsenen.

Das Aerosol sollte vor Gebrauch geschüttelt werden.

Vor der ersten Anwendung eines neuen Aerosols oder wenn das Aerosol mehr als 3 Tage nicht benutzt wurde, sollte ein Sprühstoss in die Luft abgegeben werden.

Für das FCKW-freie Dosier-Aerosol wurde nicht gezeigt, dass eine mindestens gleich grosse lokale Verfügung am Wirkort gegenüber dem früher vermarkteten (FCKW-haltigen) Dosier-Aerosol gegeben ist. Die Verfügbarkeit ist bei Erwachsenen möglicherweise etwas geringer als beim bisherigen FCKW-haltigen Dosier-Aerosol, für Kinder liegen keine pharmakokinetischen und pharmakodynamischen Daten dazu vor.

Ältere Patienten (über 65 Jahre)

Die Pharmakokinetik von Formoterol wurde bei älteren Personen nicht geprüft (s. «Eigenschaften/Wirkungen, klinische Wirksamkeit»). Die verfügbaren Daten aus klinischen Studien bei älteren Patienten deuten nicht darauf hin, dass die Dosierung anders als bei Erwachsenen sein sollte.

Kontraindikationen

Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Formoterol oder einem der Inhaltsstoffe von Foradil oder anderen Beta2-Stimulatoren.

Tachyarrhythmie, AV-Block III. Grades, idiopathische subvalvuläre Aortenstenose, hypertrophisch obstruktive Kardiomyopathie, Thyreotoxikose.

Es hat sich gezeigt, dass bei Verwendung von Beta-Agonisten in höheren als den empfohlenen Dosen das QT-Intervall im EKG verlängert wird, wodurch sich das Risiko von ventrikulären Rhythmusstörungen erhöht. Deshalb sollte Foradil nicht an Patienten mit einer bekannten oder vermuteten Verlängerung des QT-Intervalls (QTc >0.44 sec; s. «Interaktionen») verabreicht werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Asthma-bedingte Todesfälle

In einer Studie mit Salmeterol, einem anderen langwirksamen Beta2-Agonisten, wurde bei den Patienten, die mit Salmeterol behandelt wurden, eine höhere Rate an Asthma-bedingten Todesfällen beobachtet als bei Patienten unter Placebo (13/13'176 [0.10%] gegenüber 3/13'179 [0.02%]). Es liegen keine Studien zur Bestimmung der Häufigkeit von Asthma-bedingten Todesfällen bei Patienten, die mit Formoterol behandelt wurden, vor. Es ist jedoch möglich, dass das erhöhte Risiko eines Asthma-bedingten Todes, welches bei der Behandlung mit Salmeterol beobachtet wurde, einen Klasseneffekt der langwirksamen Beta2-Agonisten inklusive Formoterol darstellt.

Asthmaexazerbationen

Klinische Studien mit Foradil wiesen auf eine höhere Inzidenz für schwere Asthmaexazerbationen bei Patienten unter Foradil im Vergleich zu Patienten unter Placebo hin (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Diese Studien gestatten jedoch keine genaue Quantifizierung der Unterschiede in den Häufigkeiten von schweren Asthmaanfällen innerhalb der Behandlungsgruppen.

Der Arzt sollte die Asthma-Therapie überprüfen, wenn die Symptome weiter anhalten oder wenn die zur Unterdrückung der Symptome erforderliche Anzahl der Foradil-Dosen ansteigt, da dies gewöhnlich ein Anzeichen für eine Verschlechterung der Grunderkrankung ist.

Während einer Asthmaexazerbation darf nicht eine Behandlung mit Foradil HFA begonnen oder die Dosis erhöht werden.

Foradil HFA darf nicht zur Linderung von akuten Asthma-Symptomen angewendet werden. Im Falle eines akuten Anfalls sollte ein kurzwirksamer Beta2-Agonist angewendet werden. Patienten müssen auf die Notwendigkeit aufmerksam gemacht werden, sich unverzüglich einer medizinischen Behandlung zu unterziehen, wenn sich ihr Asthma plötzlich verschlechtert.

Antiinflammatorische Behandlung

In der Indikation Asthmabronchiale ist Foradil HFA, ein lang wirksamer Beta2-Agonist (LABA), als Dauertherapie nur zusätzlich zu inhalativen Kortikosteroiden (IKS) und nur bei Patienten, welche mit IKS alleine keine ausreichende Asthmakontrolle erreichten oder deren Erkrankungsschweregrad einen Behandlungsbeginn mit sowohl einem IKS als auch einem LABA klar rechtfertigt, einzusetzen.

Für Jugendliche ab 12 Jahren ist die Behandlung mit einem Kombinationsprodukt empfohlen, welches ein IKS und einen LABA enthält, ausser in Fällen, bei denen ein IKS und ein LABA getrennt erforderlich sind (siehe «Dosierung/Anwendung» und «Unerwünschte Wirkungen»).

Foradil sollte nicht in Verbindung mit einem anderen LABA angewendet werden.

Wann immer Foradil HFA verschrieben wird, sollte geprüft werden, ob der Patient eine ausreichende antiinflammatorische Basisbehandlung erhält. Patienten, die bereits eine solche Therapie erhalten, sollten angewiesen werden, diese nach Aufnahme der Behandlung mit Foradil HFA unverändert weiterzuführen, selbst wenn sich die Symptome bessern.

Unter langwirksamen Beta-Agonisten besteht bei Kindern die Möglichkeit einer Maskierung von Asthmasymptomen und damit die Gefahr einer Unterdosierung der antientzündlichen Behandlung sowie einer Verschleierung von Frühsymptomen bei Asthmaexazerbationen. In einer Studie mit Kindern, die eine antiinflammatorische Grundbehandlung erhielten, waren unter Formoterol schwere Asthmaexazerbationen, welche zu Hospitalisierungen führten, häufiger als unter Salbutamol bei Anwendung nach Bedarf.

Sobald die Asthmasymptome unter Kontrolle sind, kann in Betracht gezogen werden, die Dosierung von Foradil schrittweise zu senken. Eine regelmässige Überwachung der Patienten während der Reduzierung der Behandlung ist wichtig. Die geringste wirksame Dosis von Foradil sollte verwendet werden.

Empfohlene Dosis

Die Dosis von Foradil HFA sollte individuell dem Bedarf des Patienten angepasst werden, und es sollte zur Erreichung des therapeutischen Ziels immer die niedrigste mögliche Dosierung verabreicht werden. Sie sollte nicht über die maximal empfohlene Dosierung erhöht werden (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Da über die Anwendung von Foradil HFA Dosieraerosol bei Kindern unter 12 Jahren nur begrenzte Erfahrungen vorliegen, wird es für Kinder unter 12 Jahren nicht empfohlen.

Begleiterkrankungen

Besondere Betreuung und Überwachung - vor allem im Hinblick auf die Dosierungsabgrenzung - ist während der Behandlung mit Foradil bei jenen Patienten erforderlich, die möglicherweise an einer der folgenden Krankheiten leiden (s. «Kontraindikationen»):

  • ischämische Herzerkrankung;
  • Myokardinfarkt;
  • schwere Hypertonie;
  • Herzrhythmusstörungen, insbesondere mit AV-Block;
  • schwere Herzinsuffizienz;
  • Aneurysmen;
  • Phäochromozytome;
  • Epilepsie.
  • Leberinsuffizienz: Da Formoterol vorwiegend hepatisch eliminiert wird, sind Akkumulationen möglich.

Wegen des hyperglykämischen Effekts von Beta2-Stimulatoren, einschliesslich Foradil, wird empfohlen, bei diabetischen Patienten zusätzlich den Blutzucker zu überwachen.

Hypokaliämie

Die Behandlung mit einem Beta2-Agonisten, einschliesslich Foradil, kann zu einer möglicherweise schweren Hypokaliämie führen. Hypokaliämie kann bei Patienten, die mit Digitalis behandelt werden, die Anfälligkeit für Herzrhythmusstörungen erhöhen (s. «Interaktionen»). Bei Patienten mit schwerem Asthma ist besondere Vorsicht angezeigt, da die Hypokaliämie durch Hypoxie oder gleichzeitige Verabreichung anderer Arzneimittel verstärkt werden kann (s. «Interaktionen»).

In solchen Fällen wird empfohlen, den Serumkaliumspiegel zu überwachen.

Paradoxe Bronchospasmen

Wie auch bei anderen Inhalationsbehandlungen sollte daran gedacht werden, dass paradoxe Bronchospasmen auftreten können. In diesem Falle ist das Arzneimittel sofort abzusetzen und auf eine andere Behandlung überzugehen.

Der Patient ist anzuweisen, bei akuter oder sich rasch verschlimmernder Atemnot sofort den Arzt oder das nächste Spital aufzusuchen, wenn zusätzliche Inhalationen keine genügende Besserung herbeiführen.

Nach exzessiver Anwendung von Aerosolpräparaten, die Beta-adrenerge Stimulantien enthielten, wurden Todesfälle gemeldet, deren genaue Ursache unbekannt ist. In mehreren Fällen wurde Herzstillstand festgestellt.

Interaktionen

Foradil, wie auch andere Beta2-Agonisten, sollten bei Patienten, die mit Arzneimitteln wie Chinidin, Disopyramid, Procainamid, Phenothiazine, Antihistaminika, Makrolid Antibiotika, trizyklische Antidepressiva, Monoaminoxidase-Inhibitoren oder anderen Substanzen behandelt werden, die bekanntlich das QT-Intervall verlängern, mit Vorsicht angewendet werden. Die adrenerge Wirkung auf das kardiovaskuläre System könnte durch diese Substanzen verstärkt werden. Die zusätzliche Gabe von Substanzen, die für eine Verlängerung des QT-Intervalls bekannt sind, erhöht das Risiko von ventrikulären Arrhythmien (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Die gleichzeitige Verabreichung anderer Sympathomimetika kann die unerwünschten Wirkungen von Foradil verstärken.

Wird Foradil Patienten verabreicht, die unter Behandlung mit Monoaminoxydase-Hemmern oder trizyklischen Antidepressiva stehen, dann sollte dies mit Vorsicht geschehen, da die Wirkung von Beta2-Stimulatoren auf das kardiovaskuläre System verstärkt werden kann.

Die gleichzeitige Behandlung mit Xanthinderivaten, Steroiden oder Diuretika kann den eventuellen hypokaliämischen Effekt von Beta2-Agonisten verstärken. Hypokaliämie kann bei Patienten, die mit Digitalis behandelt werden, die Anfälligkeit für Herzrhythmusstörungen erhöhen (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

L-Dopa, L-Thyroxin und Oxytocin können die kardiovaskulären unerwünschten Wirkungen von Beta2-Agonisten und damit auch von Foradil verstärken.

Es besteht ein erhöhtes Risiko von Arrhythmien bei gleichzeitiger Anästhesie mit halogenierten Kohlenwasserstoffen.

Betablocker können die Wirkung von Foradil abschwächen oder sogar einen antagonistischen Effekt haben. Foradil sollte deshalb nicht gleichzeitig mit Betablockern (einschliesslich Augentropfen) verabreicht werden, es sei denn, es liegen zwingende Gründe vor.

Schwangerschaft/Stillzeit

Reproduktionsstudien bei Tieren haben keine Risiken für die Föten gezeigt, Experimente im Tier zeigten keine teratogenen Effekte. Man verfügt über keine kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen.

Schwangerschaft

Die Sicherheit von Foradil während Schwangerschaft und Stillzeit konnte noch nicht erwiesen werden. Seine Anwendung während der Schwangerschaft sollte vermieden werden, es sei denn, es steht keine sicherere Alternative zur Verfügung. Wegen des relaxierenden Effekts auf die glatte Muskulatur des Uterus kann durch Foradil, wie auch durch andere Beta2-adrenerge Stimulatoren, die Wehentätigkeit gehemmt werden.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Formoterol beim Menschen in die Muttermilch übergeht. In der Stillzeit sollte Foradil daher nicht angewendet werden. Formoterol konnte in der Milch von Ratten nachgewiesen werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Patienten, die Schwindel oder andere ähnliche unerwünschte Wirkungen haben, dürfen keine Maschinen führen oder Auto fahren. Wenn unerwünschte Wirkungen wie Tremor oder Agitiertheit auftreten, kann dadurch die Fähigkeit des Patienten, ein Fahrzeug zu lenken oder Maschinen zu bedienen, eingeschränkt werden.

Unerwünschte Wirkungen

Schwere Asthmaexazerbationen

Placebo-kontrollierte klinische Studien über mindestens 4 Wochen Behandlungsdauer mit anderen Foradil-Formulierungen zeigten auf eine höhere Inzidenz von schweren Asthmaexazerbationen bei Patienten unter Foradil (0.9% bei 10 bis 12 µg, zweimal täglich, 1.9% bei 24 µg, zweimal täglich) als bei denjenigen unter Placebo (0.3%).

Drei Studien über 12-16 Wochen Dauer, an denen sowohl erwachsene als auch jugendliche Asthma-Patienten teilnahmen, zeigten auf eine höhere Inzidenz von schweren Asthmaexazerbationen bei Patienten unter Foradil (0.5% bei 12 µg, zweimal täglich, 1.4% bei 24 µg, zweimal täglich), als bei denjenigen unter Placebo (0.4%).

Häufigkeiten

Sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1'000, <1/100), selten (≥1/10'000, <1/1'000), sehr selten (<1/10'000). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe sind die unerwünschten Wirkungen nach abnehmendem Schweregrad geordnet.

Immunsystem

Sehr selten: Hypersensitivität einschliesslich Hypotonie, Urtikaria, Pruritus, Ausschlag, Angiooedem.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Selten: Hypokaliämie.

Sehr selten: Hyperglykämie.

Psychiatrische Störungen

Gelegentlich: Agitiertheit, Angst, Nervosität, Schlaflosigkeit.

Nervensystem

Häufig: Kopfschmerzen, Tremor.

Gelegentlich: Schwindel, Disgeusie.

Herz

Häufig: Palpitationen.

Gelegentlich: Tachykardie, periphere Oedeme.

Atmungsorgane

Gelegentlich: Bronchospasmus einschliesslich paradoxer Bronchospasmus, Halsentzündung.

Gastrointestinale Störungen

Sehr selten: Übelkeit.

Es wurden Fälle von trockenem Mund beobachtet.

Muskelskelettsystem

Gelegentlich: Muskelkrämpfe, Myalgie.

Die folgenden Postmarketing-Erfahrungen wurden über Patienten, die mit Foradil behandelt wurden, berichtet. Diese Nebenwirkungen wurden spontan von einer Patientengruppe ungewisser Grösse berichtet, sodass deren Häufigkeit nicht zuverlässig bestimmt werden kann. In jeder Organklasse werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad geordnet.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen: Hypokaliämie, Hyperglykämie.

Herz: Angina pectoris, Herzrhythmusstörungen,z.B. atriale Fibrillation, ventrikuläre Extrasystolen, Tachyarrhythmien.

Atmungsorgane: Husten.

Haut: Rash.

Untersuchungen: Elektrokardiogramm QT verlängert, erhöhter Blutdruck.

Überdosierung

Symptome

Eine Überdosierung von Foradil kann Wirkungen hervorrufen, die für Beta2-Stimulatoren charakteristisch sind:

Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Tremor, Benommenheit, Herzklopfen, Tachykardie, ventrikuläre Arrhythmien, Hypotonie, Hypertonie, metabolische Azidose, Hypokaliämie, Hyperglykämie.

Behandlung

Im Falle einer Überdosierung von Foradil ist unterstützende und symptomatische Behandlung (gegebenenfalls Sedativa, Antiarrhythmika usw.) angezeigt. In schweren Fällen sollten die Patienten hospitalisiert werden.

Die Anwendung kardioselektiver Betablocker kann in Betracht gezogen werden. Eine solche Behandlung muss jedoch unter ärztlicher Aufsicht und mit äusserster Vorsicht erfolgen, da die Verabreichung eines Betablockers einen Bronchospasmus auslösen kann.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: R03AC13

Formoterol ist ein stark und selektiv wirkender Beta2-adrenerger Stimulator. Er bewirkt bei Patienten mit reversibler oder irreversibler Atemwegsobstruktion einen bronchodilatatorischen Effekt, der rasch (innerhalb von 1-3 min) eintritt und noch 12 h nach Inhalation deutlich vorhanden ist, weshalb es in der Regel genügt, Foradil 2x täglich anzuwenden. In therapeutischer Dosierung kommt es nur gelegentlich zu geringen kardiovaskulären Effekten, da eine ausgeprägte Selektivität für Beta2-Rezeptoren vorliegt.

Formoterol hemmt die Freisetzung von Histamin und Leukotrienen aus der passiv sensibilisierten Lunge des Menschen. In Tierexperimenten wurden einige entzündungshemmende Wirkungen beobachtet, z.B. Hemmung der Ödembildung und der Akkumulation von Entzündungszellen.

Foradil erwies sich als wirksam in der Verhütung und Behandlung von Bronchospasmen, welche durch Allergene, Anstrengung, kalte Luft, Histamin- oder Metacholin-Provokationstest ausgelöst werden.

Pharmakokinetik

Daten zur Plasma-Pharmakokinetik von Formoterol wurden in gesunden Freiwilligen, nach Verabreichung einer Dosis oberhalb des empfohlenen Bereichs, mittels Foradil Kapseln zur Inhalation, gesammelt. Die Ausscheidung von unverändertem Formoterol im Urin, als indirekter Wert der systemischen Exposition, korreliert mit den Plasmakonzentrationen. Die berechneten Eliminations-Halbwertszeiten für Urin und Plasma sind ähnlich.

Absorption

Wie bei anderen inhalierten Arzneimitteln ist es wahrscheinlich, dass der Grossteil von verabreichtem Formoterol über den Inhaler geschluckt wird und dann vom Gastrointestinaltrakt resorbiert wird. Nach oraler Verabreichung von 80 μg 3H-markiertem Formoterol-Fumarat bei zwei gesunden Freiwilligen wurde mindestens 65% der Substanz resorbiert.

Mit den früher gängigen analytischen Methoden konnte Formoterol nach Inhalation therapeutischer Dosen im Plasma nicht nachgewiesen werden. Untersuchungen der Ausscheidungsraten im Urin weisen jedoch darauf hin, dass inhaliertes Formoterol rasch resorbiert wird. Nach Inhalation von Dosen zwischen 12 und 96 µg wird die maximale Ausscheidungsrate innerhalb von 1 bis 2 h erreicht. Bei einer einmaligen Gabe von 120 µg (welches ein Vielfaches der therapeutischen Dosis darstellt) Foradil Kapseln zur Inhaltion wird die Spitzenplasmakonzentration von 266 pmol/l 5 min nach der Inhalation beobachtet. In COPD-Patienten, die während 12 Wochen mit 12 oder 24 µg Formoterol-Fumarat (Foradil Kapseln) 2x täglich behandelt wurden, schwankte die durchschnittliche Plasma-Konzentration zwischen 11.5 und 25.7 pmol/l beziehungsweise zwischen 23.3 und 50.3 pmol/l 10 min, 2 h und 6 h nach Inhalation.

Die Absorption nach Inhalation einer therapeutischen Dosis (12 µg) von unter Druck gesetzter Foradil-Inhalationslösung erfolgte in Asthma-Patienten schnell und extensiv. Die Spitzenplasmakonzentration wurde ca. 10–15 min nach der Inhalation beobachtet. Das ist schneller als mit einem Formoterol-Trockenpulver-Inhalator (Foradil Kapseln) in der gleichen Patientenpopulation beobachtet wurde.

Die kumulative Ausscheidung von Formoterol im Urin nach Inhalation des Aerosols (12-96 µg) oder des Pulvers (12-24 µg) hat gezeigt, dass die Menge des zirkulierenden Formoterols proportional zur Dosis ansteigt.

Bei Asthmapatienten, die 2x täglich Formoterol 10 μg in einer anderen Foradil-Darreichungsform über 12 Wochen inhalierten, wurde Formoterol rasch resorbiert. Die maximale Plasmakonzentration wurde innerhalb von 10 Min. nach Anwendung erreicht. In dieser Studie von Erwachsenen und Jugendlichen stieg die renale Ausscheidung von unverändertem Formoterol um ca. 60% (letzte gegen erste Dosis) nach 12 Behandlungs-Wochen. Dies weist auf eine begrenzte Akkumulation von Formoterol im Plasma nach wiederholter Dosierung hin. Nach wiederholter Einnahme änderte sich das Verhältnis der Enantiomere nicht.

Distribution

Formoterol band zu 61-64% an Plasmaproteine, die Bindung an Albumin betrug 34%. In dem mit therapeutischen Dosen erreichten Konzentrationsbereich kommt es zu keiner Sättigung der Bindungsstellen.

Metabolismus

Formoterol wird in erster Linie durch Metabolismus eliminiert, hauptsächlich durch direkte Glukuronidierung. Ein weiterer Abbauweg ist die O-Demethylierung mit anschliessender Glukuronidierung.

Weniger häufige Abbauwege sind Sulfatkonjugation von Formoterol und Deformylierung gefolgt von einer Sulfatkonjugation. Viele Isoenzyme katalysieren die Glukuronidierung (UGT1A1, 1A3, 1A6, 1A7, 1A8, 1A9, 1A10, 2B7 und 2B15) und O-Demethylierung (CYP2D6, 2C19, 2C9, und 2A6) von Formoterol, ein geringes Potential einer Substanz-Substanzinteraktion durch die Hemmung eines spezifischen Isoenzyms (das im Formoterolmetabolismus involviert ist) wird erwartet. Formoterol hemmt Cytochrom P 450 Isoenzyme bei therapeutisch relevanten Konzentrationen nicht.

Elimination

Nach Inhalation werden durchschnittlich etwa 6-9% der Dosis unverändert mit dem Urin ausgeschieden. Die renale Clearance von Formoterol aus dem Blut betrug 150 ml/min. Das R,R- bzw. S,S-Enantiomer lag zu 40% bzw. 60% der unveränderten im Urin ausgeschiedenen Substanz vor, sowohl nach einer Einzeldosis (12 bis 120 µg) in gesunden Freiwilligen als auch nach einmaliger und wiederholter Dosis bei Asthmapatienten.

Der Wirkstoff und seine Metaboliten wurden vollständig aus dem Körper eliminiert; wobei etwa zwei Drittel einer oralen Dosis über den Urin, ein Drittel über den Fäzes ausgeschieden wurden. Die renale Clearance von Formoterol aus dem Blut betrug 150 ml/min.

In gesunden Freiwilligen betrug die terminale Eliminations-Halbwertszeit von Formoterol im Plasma, nach Inhalation einer Einzeldosis von 120 μg Formoterol-Fumarat, 10 h und die terminale Eliminations-Halbwertszeiten der R,R- und S,S- Enantiomere 13.9 resp. 12.3 h, wie aus renalen Ausscheidungsraten hergeleitet wurde.

Präklinische Daten

Zweijahresstudien mit Formoterol in Mäusen und Ratten liessen kein kanzerogenens Potential erkennen. Sehr hohe Dosen erhöhten die Inzidenz von Adenomen leicht in männlichen Mäusen, was sich in einer zweiten Studie nicht bestätigte, die ihrerseits eine leicht höhere Inzidenz von Leiomyomen in Weibchen und Leberadenomen in beiden Geschlechtern ergab. In zwei Rattenstudien traten leicht vermehrt Leiomyome, Ovarialzysten und benigne Tumoren von Granulosa- und Thekazellen im Ovar von Weibchen auf. Alle diese Tumoren sind in Nagern ein bekannter Effekt von Langzeitbehandlungen mit Beta-Agonisten. Die in den Studien verabreichten tiefsten Dosen – entsprechend der 22- bis 35-fachen therapeutischen Exposition des Menschen – ergaben keine Inzidenzerhöhung von Tumoren über Kontrollwerte. Basierend auf den Resultaten dieser Studien und dem Fehlen eines mutagenen Potentials kann geschlossen werden, dass dem Gebrauch von Formoterol in therapeutischen Dosen kein kanzerogenes Risiko innewohnt.

Sonstige Hinweise

Besondere Lagerungshinweise

Bis zum ersten Gebrauch

Im Kühlschrank (2-8 °C) lagern!

Ab dem ersten Gebrauch

Nicht über 30 °C lagern.

Vor Hitze und direkter Sonnenbestrahlung schützen.

Arzneimittel sollen für Kinder unerreichbar und unsichtbar aufbewahrt werden.

Behälter nicht durchstechen oder verbrennen.

Hinweise für die Handhabung

Um eine korrekte Anwendung zu gewähren, sollte ein Arzt oder eine andere Medizinalperson dem Patienten erklären,

  • wie er das Inhalationsgerät anwenden muss.
  • dass bei neuen oder länger als 3 Tagen nicht benutzten Inhalationsgeräten zunächst durch einen Sprühstoss in die Luft die volle Funktionstüchtigkeit sichergestellt werden sollte.

Eine detaillierte Bedienungsanleitung ist in der Patienteninformation vorhanden.

Haltbarkeit

Nicht an Patienten über das Verkaufsdatum hinaus abgeben!

Beim ersten Gebrauch auf dem Kleber das «Verwendbar bis»-Datum eintragen (= Lagerung nicht über 30 °C: 3 Monate)! Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Bei der Abgabe ist der Patient anzuweisen, dass das Aerosol vor der ersten Anwendung Raumtemperatur (15-25 °C) haben und ab dem ersten Gebrauch nicht mehr im Kühlschrank aufbewahrt werden soll.

Zulassungsnummer

57298 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Novartis Pharma Schweiz AG, Risch; Domizil: 6343 Rotkreuz.

Stand der Information

Juli 2013.

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