Flutinase Polynex Susp 28 X 0.4 Ml

Flutinase Polynex Susp 28 X 0.4 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Fluticasoni-17-propionas.

Hilfsstoffe: Excip. ad susp. pro 0.4 mL.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Einzeldosen zu 400 µg in einer Suspension zur nasalen Spülung.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Behandlung von Nasenpolypen und den damit verbundenen Symptomen einer nasalen Obstruktion bei Erwachsenen und Jugendlichen über 16 Jahre.

Dosierung/Anwendung

Flutinase Polynex sind ausschliesslich zur intranasalen Anwendung zu verwenden, ein Kontakt mit den Augen sollte vermieden werden. Um den vollen therapeutischen Nutzen zu erreichen, ist eine regelmässige Anwendung wichtig. Da der maximale Effekt erst nach einigen Wochen Behandlung spürbar sein kann, sollte der Patient über das Ausbleiben einer Sofortwirkung unterrichtet werden.

Erwachsene und Jugendliche über 16 Jahre: 1-2× täglich den Inhalt einer Einzeldosis (0,4 mg), aufgeteilt auf beide Nasenöffnungen, instillieren.

Es liegen zurzeit noch zuwenig Daten vor, um eine Anwendung von Fluticason-propionat bei Kindern zur Behandlung von Nasenpolypen empfehlen zu können.

Geriatrie: Für ältere Patienten gilt dasselbe Dosierungsschema wie für Erwachsene.

Die Gebrauchsanweisung liegt der Packung bei.

Kontraindikationen

Bei Überempfindlichkeit gegenüber einem Bestandteil von Flutinase Polynex.

Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Eine einseitige Polyposis tritt selten auf und könnte auf eine andere Erkrankung hindeuten. Deshalb sollte diese Diagnose jeweils von einem Spezialisten bestätigt werden.

Nasenpolypen erfordern eine regelmässige medizinische Beurteilung, um den Schweregrad der Erkrankung zu überwachen.

Lokale Infektionen im Nasen-Rachenraum sind adäquat zu behandeln, stellen aber keine absolute Anwendungseinschränkung für die zusätzliche Anwendung von Flutinase Polynex dar. Kortikosteroide können eine lokale Infektion begünstigen oder maskieren.

Unter Verabreichung nasaler Kortikosteroide wurde über systemische Wirkungen berichtet, insbesondere bei Langzeitanwendung hoher Dosen. Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens ist jedoch viel geringer als unter oralen Kortikosteroiden. Die systemischen Effekte können bei den individuellen Patienten und den verschiedenen nasalen Kortikosteroiden unterschiedlich ausgeprägt sein.

Der Gebrauch übermässiger Dosen oder eine Langzeitbehandlung mit Glucokortikosteroiden kann zu systemischen Nebenwirkungen einschliesslich Wachstumsverzögerungen bei Kindern und Jugendlichen führen. Die Langzeitwirkung intranasaler Steroide bei Kindern ist nicht vollständig geklärt. Allgemein gilt, dass der Arzt die Wachstumsentwicklung der Kinder und Jugendlichen, die über eine längere Zeit mit Glucokortikosteroiden behandelt werden, sorgfältig beobachten muss. Der Nutzen einer Behandlung mit Glucokortikosteroiden soll gegenüber dem Risiko einer möglichen Wachstumsverzögerung abgewogen werden.

Vorsicht ist geboten bei Patienten, die von der Behandlung mit systemischen Steroiden auf Flutinase Polynex umgestellt werden, vor allem wenn Grund zur Annahme besteht, dass ihre Nebennierenfunktion eingeschränkt sein könnte.

Der volle therapeutische Nutzen wird meist erst nach einigen Wochen Behandlung erreicht.

Die Resultate einer Interaktionsstudie bei gesunden Probanden haben gezeigt, dass Ritonavir (ein potenter Hemmer des Cytochroms P450 3A4) die Plasmaspiegel von Fluticason-propionat massiv erhöhen kann, was zu einer reduzierten Kortisol-Plasma-Konzentrationen führen kann. Seit der Markteinführung von Fluticason-propionat-haltigen Arzneimitteln wurden klinisch signifikante Interaktionen bei Patienten unter Ritonavir und Fluticason-propionat gemeldet, die zu typischen systemischen Kortikosteroid-Nebenwirkungen inklusive Cushing-Syndrom und Hemmung der Nebennierenrinde führten. Deshalb sollten Ritonavir und Fluticason-propionat nur dann zusammen angewendet werden, wenn der potenzielle Nutzen für den Patienten das Risiko von systemischen Kortikosteroid-Nebenwirkungen überwiegt.

Interaktionen

Aufgrund des ausgeprägten First-Pass-Metabolismus und der hohen Plasmaclearance durch das Cytochrom P450 3A4 im Darm und in der Leber, führt die inhalative Anwendung von Flutinase Polynex unter normalen Umständen zu niedrigen Plasmakonzentrationen von Fluticason-propionat.

Resultate einer Interaktionsstudie bei gesunden Probanden haben jedoch gezeigt, dass Ritonavir (ein potenter Hemmer des Cytochroms P450 3A4) die Plasmaspiegel von Fluticason-propionat massiv erhöhen kann, was zu einer reduzierten Plasma-Kortisol-Konzentration führen kann. Seit der Markteinführung von Fluticason-propionat-haltigen Arzneimitteln wurden klinisch signifikante Interaktionen bei Patienten unter Ritonavir und Fluticason-propionat gemeldet, die zu typischen systemischen Kortikosteroid-Nebenwirkungen inklusive Cushing-Syndrom und Hemmung der Nebennierenrinde führten. Deshalb sollten Ritonavir und Fluticason-propionat nur dann zusammen angewendet werden, wenn der potenzielle Nutzen für den Patienten das Risiko systemischer Kortikosteroid-Nebenwirkungen überwiegt.

Studien haben gezeigt, dass andere Hemmer des Cytochroms P450 3A4 (Erythromycin, Ketoconazol) nur zu einer schwachen Erhöhung der Plasmaspiegel von Fluticason-propionat führen, ohne dass es zu einer bedeutenden Reduktion der Plasma-Kortisol-Konzentration kommt. Trotzdem sollte eine Komedikation von Flutinase Polynex mit potenten Hemmern des Cytochroms P450 3A4 (z.B. Ketoconazol) sorgfältig überwacht werden, da dies potentiell zu einer höheren systemischen Belastung mit Fluticason-propionat führen kann.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft:

Im Tierversuch wurden die typischen teratogenen/embryotoxischen Wirkungen potenter Kortikoide (Gaumenspalten, NNR-Supression) erst bei hohen systemisch verabreichten Dosen beobachtet. Die intranasale Anwendung hat zwar nur einen minimalen systemischen Effekt. Beim Menschen liegen aber keine Unterlagen über die Anwendung während der Schwangerschaft vor. Flutinase Polynex sollte deshalb während der Schwangerschaft nur bei zwingender Indikation angewendet werden.

Stillzeit:

Die Ausscheidung von Fluticason-propionat in die Muttermilch wurde beim Menschen nicht untersucht. Das Erreichen messbarer Plasmaspiegel (nach subkutaner Verabreichung) bei der Ratte führte auch zu einem Nachweis der Substanz in der Muttermilch. Beim Menschen ist nach intranasaler Verabreichung in der empfohlenen Dosierung jedoch mit geringen Plasmaspiegeln zu rechnen. Trotzdem sollte während der Anwendung von Flutinase Polynex nicht gestillt werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

Unerwünschte Wirkungen werden folgend nach Organklasse und Häufigkeit geordnet aufgeführt. Häufigkeiten werden folgendermassen definiert: «sehr häufig» (≥1/10), «häufig» (≥1/100, <1/10), «gelegentlich» (≥1/1000, <1/100), «selten» (≥1/10'000, <1/1000) und «sehr selten» (<1/10'000) inklusive isolierte Berichte. Sehr häufige, häufige und gelegentliche unerwünschte Wirkungen werden normalerweise in klinischen Studien bestimmt. Die Raten der unerwünschten Wirkungen in den Gruppen mit Placebo wurden bei der Einteilung in die Häufigkeitskategorien nicht berücksichtigt, da diese im Allgemeinen mit denen in der Gruppe der aktiven Prüfsubstanz vergleichbar waren. Seltene und sehr seltene unerwünschte Wirkungen stammen vor allem aus Daten von Spontanmeldungen.

Immunsystem

Sehr selten: Überempfindlichkeitsreaktionen (Exanthem, Urtikaria, Ödeme des Gesichtes oder der Zunge), Anaphylaxie/anaphylaktische Reaktionen, Bronchospasmus.

Nervensystem

Häufig: Kopfschmerzen, unangenehmer Geschmack, unangenehmer Geruch.

Atmungsorgane

Sehr häufig: Nasenbluten.

Häufig: Austrocknung der Nasenschleimhaut und des Rachens, Reizung der Nasenschleimhaut und des Rachens.

Sehr selten: Nasen-Septumperforation.

Augen

Sehr selten: Glaukom, erhöhter Augeninnendruck, Katarakt.

Überdosierung

Es liegen keine Daten über akute oder chronische Überdosierung mit Flutinase Polynex vor.

Die intranasale Verabreichung von 2 mg Fluticason-propionat 2× täglich über 7 Tage bei gesunden Freiwilligen führte zu keiner Beeinträchtigung der Funktion der Hypothalamus-NNR-Achse. Die Verabreichung von einer höheren als der empfohlenen Dosierung über längere Zeit kann zu einer vorübergehenden Hemmung der NNR-Funktion führen. Bei diesen Patienten sollte die Behandlung mit Fluticason-propionat in der zur Kontrolle der Symptome notwendigen Dosierung fortgesetzt werden; die NNR-Funktion normalisiert sich in wenigen Tagen wieder und kann durch Messen des Plasmakortisolspiegels überprüft werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: R01AD08

Wirkmechanismus

Fluticason-propionat ist ein halogeniertes und stark wirksames Glukokortikosteroid, das nach intranasaler Applikation lokal eine antiallergische und eine stark entzündungshemmende Wirkung aufweist.

In therapeutischer Dosierung treten keine systemischen Kortikosteroid-Nebenwirkungen auf.

Klinische Erfahrung

In einer nested case-control Studie mit 42426 Cases und 247376 Kontrollen konnte für die lokale intranasale Anwendung von Fluticason-17-Propionat eine signifikant erhöhte Odds Ratio für Glaukome/erhöhten intraokularen Druck von 1,47 (95%-CI 1,37-1,58) und eine signifikant erhöhte Odds Ratio für Katarakte von 1,61 (95%-CI 1,50-1,71) gefunden werden. Mehr als 80% der untersuchten Cases erhielten die Therapie mehr als 90 Tage.

Pharmakokinetik

Absorption

Nach intranasaler Verabreichung von Flutiacson-propionat (200 µg/Tag) waren bei den meisten Probanden die maximalen Plasmakonzentrationen im Steady State nicht quantifizierbar (<0,01 ng/mL). Der höchste bestimmte Cmax-Wert lag bei 0,017 ng/mL. Die direkte Resorption in der Nase ist auf Grund der niedrigen Wasserlöslichkeit und des hohen Dosisanteils, der verschluckt wird, vernachlässigbar. Die systemische Bioverfügbarkeit für Flutinase Polynex ist sehr gering (Durchschnittswert 0,06%), einerseits aufgrund der unvollständigen Resorption aus dem Gastrointestinaltrakt und andererseits aufgrund des ausgeprägten First-Pass-Metabolismus. Die gesamte systemische Resorption, zusammengesetzt aus der nasalen Resorption und der oralen Resorption des verschluckten Dosisanteiles, ist demzufolge vernachlässigbar.

Distribution

Die Verteilung von Fluticason-propionat ist charakterisiert durch eine hohe Plasmaclearance (1150 mL/min), ein grosses Verteilungsvolumen im Steady State (ca. 300 l) und eine terminale Halbwertszeit von ungefähr 8 Stunden. Die Plasmaproteinbindung ist hoch (91%).

Metabolismus

Fluticason-propionat wird rasch aus dem systemischen Kreislauf entfernt, hauptsächlich durch hepatische Metabolisierung mittels des Cytochrom P450-Enzyms CYP3A4 zu einem inaktiven Carbonsäurederivat.

Elimination

Die Eliminationsrate von intravenös verabreichtem Fluticason-propionat ist über den Dosisbereich von 250-1000 µg linear und ist charakterisiert durch eine hohe Plasmaclearance (1,1 l/min). Die renale Clearance von Fluticason-propionat ist vernachlässigbar (<0,2%) und weniger als 5% beim Metaboliten. Der hauptsächliche Eliminationsweg (87-100%) ist die Ausscheidung von Fluticason-propionat und seiner Metaboliten in die Faeces.

Präklinische Daten

In den toxikologischen Untersuchungen sind ausschliesslich die typischen Klasseneffekte von wirkungsstarken Kortikosteroiden aufgetreten, und dies auch nur bei weitaus höheren Dosierungen als zur Therapie vorgeschlagen werden. In den toxikologischen Untersuchungen mit wiederholter Arzneimittelgabe sowie in den Reproduktionsstudien und den teratologischen Studien wurden die für Kortikosteroide typischen teratogenen/embryotoxischen Effekte festgestellt.

Fluticason-propionat besitzt weder unter In-vitro- noch unter In-vivo-Bedingungen eine mutagene Aktivität und bei Nagern wurde auch kein tumorerzeugendes Potential festgestellt. In Tiermodellen erwies sich Fluticason-propionat als nicht-reizend und nicht-sensibilisierend.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit:

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise:

Nach Entfernen der Aluminiumfolie sind die Einmaldosen maximal 28 Tage haltbar. Die Behälter von Flutinase Polynex sollen in der äusseren Verpackung belassen, vor Licht geschützt und nicht über 30 °C gelagert werden. Nicht einfrieren!

Zulassungsnummer

54885 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

GlaxoSmithKline AG, 3053 Münchenbuchsee.

Stand der Information

Juli 2015.

Verwendung dieser Informationen

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