Fludapamid Filmtabl 90 Stk

Fludapamid Filmtabl 90 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Indapamid-Hemihydrat.

Hilfsstoffe: Excipiens pro compresso obducto.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten zu 2,5 mg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Essentielle Hypertonie. Im Falle einer hartnäckigen Hypertonie kann Indapamid mit einem Betablocker, einem zentralen Antihypertensivum oder einem ACE-Hemmer kombiniert werden.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

Eine einzige Filmtablette zu 2,5 mg Fludapamid pro Tag, unabhängig von der Schwere der Hypertonie. Wegen der Wirkungsweise von Indapamid ist keine streng salzfreie Diät nötig.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Höhere Dosen haben keinen wesentlichen Einfluss auf die blutdrucksenkende Wirkung, während jedoch die diuretische Wirkung verstärkt wird und die Nebenwirkungen zunehmen. Insbesondere hängt die Frequenz von Hypokaliämien von der Tagesdosis an Indapamid ab. Daher ist eine Dosiserhöhung nicht sinnvoll. Über die Anwendungssicherheit und Wirksamkeit in der Pädiatrie ist nichts bekannt. In der Geriatrie wird die übliche Dosierung empfohlen. Beim Niereninsuffizienten wird die übliche Dosierung empfohlen.

Kontraindikationen

Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Indapamid oder einem anderen Inhaltsstoff, sowie Sulfonamide. Schwere Nieren- oder Leberinsuffizienz.

Hepatische Encephalopathie, Hypokaliämie.

Kürzlich aufgetretene zerebro-vaskuläre Zwischenfälle.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Eine regelmässige Kontrolle der Elektrolytwerte (Kalium, Natrium, Kalzium) ist angezeigt.

Kaliämie: Kaliumdepletion mit Hypokaliämie ist das bedeutendste Risiko von Indapamid. Der Entstehung von Hypokaliämie (<3,4 mmol/l) muss in den entsprechenden Risikopopulationen (ältere und/oder unterernährte Patienten, Patienten unter Polymedikation, Zirrhotiker mit Oedemen und Ascites, Koronarpatienten sowie Patienten mit Herzinsuffizienz) vorgebeugt werden. In diesen Fällen verschlimmert eine Hypokaliämie die kardiotoxischen Wirkungen von Digitalispräparaten und erhöht das Risiko von Rhythmusstörungen.

Gefährdet sind auch Patienten mit einer kongenitalen oder iatrogenen Verlängerung des QT-Intervalls. Hypokaliämie wirkt hier ebenso wie Bradykardie als risikoerhöhender Faktor, der das Auftreten von schweren Rhythmusstörungen, insbesondere potentiell letalen Torsades de pointes, begünstigt.

In all diesen Fällen sind häufigere Kontrollen der Serumkaliumwerte indiziert, wobei die erste Kontrolle im Lauf der ersten Woche nach Behandlungsbeginn erfolgen soll.

Falls eine Hypokaliämie festgestellt wird, muss diese korrigiert werden.

Kalzämie: Fludapamid kann die urinäre Ausscheidung von Kalzium vermindern und somit zu einer leichten, vorübergehenden Erhöhung der Serumkalziumwerte führen. Eine deutliche Hyperkalzämie kann im Zusammenhang mit einem unerkannten Hyperparathyreoidismus stehen. Vor einer Prüfung der Nebenschilddrüsenfunktion ist die Medikation abzusetzen.

Natriämie: Die Serumnatriumwerte sind vor Beginn der Behandlung zu kontrollieren; anschliessend sollen die Kontrollen in regelmässigen Abständen wiederholt werden. Jede Diuretikabehandlung kann zu einer Hyponatriämie mit potentiell schwerwiegenden Folgen führen. Da der Abfall des Serumnatriumspiegels zunächst asymptomatisch verlaufen kann, sind regelmässige Laborkontrollen unerlässlich; häufigere Kontrollen sind namentlich bei bestimmten Risikopatienten (ältere Patienten und Zirrhotiker) angezeigt (siehe Abschnitte «Unerwünschte Wirkungen» und «Überdosierung»).

Eine beeinträchtigte Leberfunktion kann eine hepatische Encephalopathie hervorrufen, das Mittel ist in diesen Fällen unverzüglich abzusetzen.

Bei Gichtkranken kann die Neigung zu Gichtanfällen verstärkt werden.

Die Blutglucosewerte müssen bei Diabetikern regelmässig überprüft werden.

Die aufgrund der durch Hypokaliämie und Hyponatriämie hervorgerufenen Hypovolämie verursachte Abnahme der glomerulären Filtrationsrate kann zu Beginn der Behandlung zu einem Anstieg der Serumharnstoff- und Serumkreatininwerte führen. Bei normaler Nierenfunktion ist diese Funktionsbeeinträchtigung der Niere harmlos, bei bereits bestehender Niereninsuffizienz kann diese verschlimmert werden.

Niereninsuffiziente (siehe «Pharmakokinetik»): bei Ansteigen der Azotämie oder Auftreten von Oligurie wird das Mittel abgesetzt.

Interaktionen

Lithium: Ansteigen des Lithiumspiegels mit Überdosierungssymptomen. Eine strikte Kontrolle der Lithiumserumwerte und Anpassung der Dosierung ist angezeigt. Auf die Kombination mit anderen Diuretika soll wegen möglicher Hypokaliämie verzichtet werden.

Digitalispräparate: Die toxischen Effekte der Digitalispräparate können durch Hypokaliämie manifest werden.

Medikamente, die torsades de pointes hervorrufen können wie Ia-Antiarrhythmika, Amiodaron, Sotalol, Erythromycin i.v., Halofantrin, Pentamidin, Terfenadin, Vincamin: Risikofördernde Faktoren sind Hypokaliämie, Bradykardie und Verlängerung des QT-Intervalls.

NSAR, hochdosierte Salicylate, Kortikoide, Tetracosactid: Verminderung der antihypertensiven Wirkung.

Baclofen, trizyklische Antidepressiva, Neuroleptika: Verstärkung der antihypertensiven Wirkung.

Kalium-senkende Medikamente wie Amphotericin B, Kortikoide, Tetracosactid, Laxativa: Hypokaliämie. Kaliumsparende Diuretika (additive Wirkung): Hyperkaliämie (insb. bei Niereninsuffizienten oder Diabetikern).

ACE-Hemmer: Aufgrund einer evtl. vorhandenen Hyponatriämie besteht das Risiko einer abrupten arteriellen Hypotonie und/oder akuten Niereninsuffizienz. Bei essentieller Hypertonie soll bei Patienten, bei denen eine vorausgegangene Diuretikabehandlung möglicherweise eine Natriumdepletion hervorgerufen hat, entweder das Diuretikum 3 Tage vor Beginn der Therapie mit dem ACE-Hemmer abgesetzt und im Bedarfsfall ein kaliumsenkendes Diuretikum eingeführt werden, oder der ACE-Hemmer in kleinen Initialdosen verabreicht und die Dosis langsam gesteigert werden.

Bei kongestiver Herzinsuffizienz soll die Behandlung mit einer sehr kleinen ACE-Hemmer-Dosis, eventuell nach Reduktion der Dosis des gleichzeitig verabreichten kaliumsenkenden Diuretikums, begonnen werden.

In jedem Falle ist in den ersten Wochen der ACE-Hemmer-Therapie eine Überwachung der Nierenfunktion (Bestimmung des Serumkreatinins) erforderlich.

Metformin: Eine mögliche, durch ein Diuretikum ausgelöste funktionelle Niereninsuffizienz kann eine Laktazidose induzieren. Metformin soll nicht angewendet werden, wenn die Serumkreatininwerte 15 mg/l (135 µmol/l) beim Mann und 12 mg/l (110 µmol/l) bei der Frau überschreiten.

Jod-Röntgenkontrastmittel: Durch eine möglicherweise bestehende Dehydratation ist das Risiko einer akuten Niereninsuffizienz erhöht, insb. bei hohen Dosen.

Kalzium: Risiko einer Hyperkalzämie.

Ciclosporin: Risiko der Erhöhung der Serumkreatininwerte.

Schwangerschaft/Stillzeit

In den Reproduktionsversuchen am Tier sind gewisse Effekte auf den Feten nachgewiesen worden (siehe «Präklinische Daten»); bei schwangeren Frauen liegen keine kontrollierten Studien vor. Eine Anwendung von Diuretika in der Schwangerschaft ist zu vermeiden, da diese eine feto-plazentare Ischämie, verbunden mit dem Risiko einer fetalen Hypotrophie, hervorrufen.

Laktation: Da Indapamid in die Muttermilch übertritt, soll Fludapamid von stillenden Frauen nicht benützt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Aufgrund individueller Reaktionen auf die Blutdrucksenkung kann die Fähigkeit, Maschinen oder Fahrzeuge zu bedienen, beeinträchtigt sein.

Unerwünschte Wirkungen

Folgende Nebenwirkungen, meist dosisabhängig, wurden beobachtet:

Blut- und Lymphsystem

Selten: Blutbildstörungen wie Thrombozytopenie, Leukopenie, Agranulozytose, medulläre Aplasie, hämolytische Anämie.

Immunsystem

Gelegentlich: Überempfindlichkeitsreaktionen.

Selten: Verstärkung eines bestehenden akuten systemischen Lupus erythematodes.

Stoffwechsel

Häufig: Kaliumdepletion mit schwerer Hypokaliämie. In bestimmten Risikopopulationen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen») wird Hypokaliämie als besonders schwerwiegend erachtet.

Gelegentlich: Hyponatriämie mit Hypovolämie und dadurch verursachte Dehydratation und orthostatische Hypotonie sowie kompensatorische metabolische Alkalose aufgrund des gleichzeitigen Chloridverlustes; Erhöhung der Serumharnstoff- und Serumglucosewerte.

Selten: Hyperkalzämie.

Nervensystem

Häufig: Schwindel, Paraesthesien, Kopfschmerzen.

Gastrointestinale Störungen

Häufig: Mundtrockenheit, Übelkeit, Obstipation.

Selten: Pankreatitis.

Leber und Galle

Selten: Hepatische Encephalopathie bei bestehender Leberinsuffizienz.

Haut

Gelegentlich: Hautreaktionen.

Sonstige unerwünschte Wirkungen

Häufig: Asthenie.

Überdosierung

Fludapamid ist in Dosen bis zu 40 mg, d.h. dem 16fachen der therapeutischen Dosis, geprüft worden. Bei diesen Dosen wird eine starke diuretische Wirkung festgestellt. Daher müssen die Natrium- und Kaliumspiegel kontrolliert werden.

Intoxikationszustände äussern sich vor allem durch Störungen des Elektrolytgleichgewichts (Hyponatriämie, Hypokaliämie). Mögliche klinische Symptome sind Nausea, Erbrechen, arterielle Hypotonie, Krämpfe, Schwindel, Somnolenz, Verwirrtheit, Polyurie oder Oligurie bis zur Anurie (infolge Hypovolämie).

Bei Patienten mit Leberzirrhose könnte eine Überdosierung beschleunigt ein Leberkoma herbeiführen. Es gibt kein spezifisches Gegenmittel.

Massnahmen im Notfall: Künstliches Erbrechen oder Magenspülung und geeignete symptomatische Behandlung (Herstellen des Wasser-Elektrolyt-Gleichgewichtes).

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C03BA11

Indapamid ist ein nicht zur Thiazidgruppe gehörendes Sulfonamidderivat mit Indol-Kern. Beim Hypertoniker hat es in einer Tagesdosis von 2,5 mg einen langandauernden antihypertensiven Effekt.

In Untersuchungen des Dosis-Wirkungs-Verhältnisses wurde nachgewiesen, dass bei maximalem antihypertonischem Effekt die diuretische Wirkung gering ist und sich normalerweise klinisch nicht äussert. Höhere Dosen haben keinen wesentlichen Einfluss auf die blutdrucksenkende Wirkung, während die diuretische Wirkung verstärkt wird. Oberhalb einer bestimmten Dosis erreicht die antihypertonische Wirkung von Indapamid ein Plateau, während die unerwünschten Wirkungen zunehmen. Bei Therapieversagen soll deshalb nicht versucht werden, die Dosis zu erhöhen.

Bei der antihypertensiven Tagesdosis von 2,5 mg verringert Indapamid beim Hypertoniker die Hyperreaktivität der Gefässe auf Noradrenalin sowie den totalen peripheren Widerstand und den Widerstand der Arteriolen.

An der antihypertensiven Wirkung von Fludapamid ist ein extrarenaler Wirkungsmechanismus mitbeteiligt. Objektiviert wird dieser durch das Fortbestehen der antihypertensiven Wirkung bei funktionell anephrischen Hypertonikern. Am vaskulären Wirkungsmechanismus scheint eine reduzierte Kontraktilität der glatten Muskelfasern der Gefässe mitbeteiligt zu sein. Diese hängt mit einer Änderung des transmembranären Ionenaustausches, zum grössten Teil von Calciumionen, und einer Stimulation der Synthese des gefässerweiternden und blutdrucksenkenden Prostaglandins PGE2 zusammen.

Ausserdem ist nachgewiesen worden, dass Indapamid beim Hypertoniker den Lipidstoffwechsel, d.h. Triglyzeride, LDL-Cholesterin und HDL-Cholesterin sowie den Kohlehydratstoffwechsel – auch bei diabetischen Patienten – unbeeinflusst lässt.

Pharmakokinetik

Absorption

Indapamid wird im Verdauungstrakt schnell und vollständig resorbiert. Der maximale Plasmaspiegel wird 1–2 Stunden nach der oralen Gabe erreicht.

Distribution

Der Wirkstoff wird im gesamten Organismus verteilt. Das auf Grundlage der Plasmakonzentrationen abgeschätzte apparente Verteilungsvolumen beträgt 1,6 l/kg. Die Bindungsrate an die Plasmaproteine beträgt 79%. Eine grosse Fraktion bindet sich ausserdem an die Erythrozyten.

Metabolismus

Bei Erreichen der Plasma-Maximalkonzentration werden 75% unverändertes Indapamid und 25% Metaboliten aufgefunden. Im Urin stellt Indapamid dagegen nur 5% der Ausscheidungsprodukte dar. Durch die wiederholte Gabe von Indapamid wird die Kinetik im Vergleich zur einmaligen Gabe nicht verändert. Daher besteht keine Kumulationsgefahr.

Elimination

Die Elimination von Indapamid ist biexponentiell, d.h. es liegt ein offenes Zweikompartiment-System vor. Die Plasmahalbwertszeit in der langsamen Phase liegt zwischen 15 und 18 Stunden. 60% des Wirkstoffes werden mit dem Urin ausgeschieden.

Kinetik in besonderen klinischen Situationen

Beim niereninsuffizienten Patienten – auch unter Hämodialyse – kumuliert Indapamid nicht. Die antihypertensive Wirkung bleibt erhalten.

Präklinische Daten

Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

Untersuchungen zur Mutagenität von Indapamid liegen nicht vor.

Studien an Mäusen und Ratten mit Dosen von 10–100 mg/kg täglich über 21 bzw. 24 Monate ergaben keinen Hinweis auf ein kanzerogenes Potential von Indapamid.

Reproduktionstoxizität

Die pränatale Exposition von Indapamid führte in Studien an Ratten und Kaninchen zu erhöhten Resorptionsraten und Wachstumsretardierungen. Ab 25 mg/kg KG wurden bei Ratten vermehrt Hydronephrosen beobachtet. Es ergaben sich keine Hinweise auf ein teratogenes Potential von Indapamid.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Medikament ist bis zu dem auf der Packung mit «EXP.» bezeichneten Verfalldatum verwendbar.

Lagerungshinweis

Das Medikament ist bei Raumtemperatur (15–25 °C) zu lagern.

Zulassungsnummer

50473 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Spirig HealthCare AG, 4622 Egerkingen.

Stand der Information

Februar 2003.

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