Myconormin Tabl 250 Mg 14 Stk

Myconormin Tabl 250 Mg 14 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Terbinafinum ut Terbinafini hydrochloridum.

Hilfsstoffe: Excipiens pro compresso.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Tabletten (teilbar) zu 250 mg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

  • Onychomykosis (Nagelmykose), verursacht durch Dermatophyten (Fadenpilze).
  • Pilzinfektionen der Haut und der Haare, verursacht durch Dermatophyten wie Trichophyton spp. (z.B. T. rubrum, T. mentagrophytes, T. verrucosum, T. tonsurans, T. violaceum), Microsporum canis und Epidermophyton floccosum.
  • Myconormin p.o. ist zur Behandlung von ausgedehnten, schweren Fadenpilzerkrankungen (Tinea corporis, Tinea cruris, Tinea pedis und Tinea capitis) und Hefepilzinfektionen der Haut, verursacht durch die Gattung Candida (z.B. Candida albicans) nur indiziert, wenn eine orale Therapie infolge Lokalisation, Schwere und Ausmass des Infektes als notwendig erachtet wird.

Terbinafin p.o. ist nicht wirksam bei vaginaler Candidiasis und Pityriasis versicolor.

Dosierung/Anwendung

Die Behandlungsdauer variiert entsprechend der Indikation und der Schwere des Infektes.

Es ist darauf zu achten, dass die Therapie ausreichend lange durchgeführt wird. Eine zu kurze Behandlungsdauer und/oder eine unregelmässige Medikamenteneinnahme bergen die Gefahr eines Rezidivs in sich.

Die Tabletten werden, vorzugsweise jeden Tag zur gleichen Zeit, oral mit Wasser eingenommen. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen.

Übliche Dosierung

Erwachsene: 250 mg 1×/d.

Jugendliche >40 kg (im Allgemeinen >12 Jahre): 250 mg 1×/d.

Kinder 20-40 kg (5-12 Jahre): 125 mg 1×/d.

Kinder <20 kg (im Allgemeinen <5 Jahre): Da kontrollierte Erfahrungen in dieser Gruppe noch spärlich sind, sollte eine Anwendung nur bei fehlender therapeutischer Alternative erfolgen, wenn der Nutzen die mutmasslichen Risiken übersteigt.

Erfahrungen mit peroral verabreichtem Terbinafin bei Kindern unter 2 Jahren fehlen, so dass seine Anwendung nicht empfohlen werden kann.

Behandlungsdauer

Tinea corporis, cruris: 2-4 Wochen.

Tinea capitis: 4 Wochen.

Tinea pedis (interdigital, plantar/Mokassin-Typ): 2-6 Wochen.

Candidose der Haut: 2-4 Wochen.

Onychomykose durch Dermatophyten: 6-12 Wochen.

Patienten mit verlangsamtem Nagelwachstum können eine längere Behandlungsdauer benötigen.

Befall der Fingernägel: Eine Behandlungsdauer von 6 Wochen ist in den meisten Fällen ausreichend.

Befall der Zehennägel: Eine Behandlungsdauer von 12 Wochen ist in den meisten Fällen ausreichend.

Bei Pilzinfektionen der Nägel ist die klinische Heilung oft erst einige Monate nach dem negativen mykologischen Befund zu beobachten. Dies hängt damit zusammen, dass das Nachwachsen des gesunden Nagels einige Zeit erfordert.

Vorgehen bei vergessener Tabletteneinnahme

Wird die Einnahme der Tablette(n) vergessen, so sollte sie nachgeholt werden, sobald das Versäumnis bemerkt wird. Aufgrund der pharmakokinetischen Eigenschaften von Terbinafin sollte die Einnahme jedoch nicht nachgeholt werden, falls die nächste Dosis bereits in weniger als 4 Stunden fällig ist.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Ältere Patienten

Es gibt keine Hinweise dafür, dass bei älteren Patienten eine andere Dosierung erforderlich ist als bei jüngeren Patienten. Die Möglichkeit einer vorbestehenden eingeschränkten Leber- oder Nierenfunktion ist bei dieser Altersgruppe in Betracht zu ziehen («Eingeschränkte Nierenfunktion»).

Eingeschränkte Nierenfunktion

Myconormin wurde bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung nicht angemessen untersucht und wird deshalb für diese Patienten nicht empfohlen (siehe «Warnhinweise und Vorsichstmassnahmen» und «Pharmakokinetik»).

Eingeschränkte Leberfunktion

Myconormin wird bei Patienten mit chronischen oder aktiven Lebererkrankungen nicht empfohlen (siehe «Warnhinweise und Vorsichstmassnahmen» und «Pharmakokinetik»).

Allgemeine Anwendungshinweise

Um eine Reinfektion durch Wäsche, Socken, Schuhe usw. zu vermeiden, ist die Behandlung mit allgemeinen hygienischen Massnahmen zu verbinden.

Kontraindikationen

Bekannte Überempfindlichkeit auf Terbinafin oder einen Hilfsstoff von Myconormin Tabletten.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Myconormin p.o. soll nur bei Mykosen verwendet werden, die lokal nicht behandelbar sind.

Anwendung bei Kindern <20 kg nicht empfohlen: siehe «Dosierung/Anwendung».

Leberfunktion

Pharmakokinetische Studien nach Einmaldosis bei Patienten mit einer bereits existierenden Leberkrankheit haben gezeigt, dass die Clearance von Terbinafin um etwa 50% reduziert sein kann.

Die Anwendung von Myconormin Tabletten wird bei Patienten mit chronischer oder aktiver Lebererkrankung nicht empfohlen. Vor Behandlungsbeginn mit Myconormin Tabletten muss der Patient auf vorbestehende Lebererkrankungen untersucht werden. Als Minimum sollten dazu AST und ALT bestimmt werden, auch um Ausgangswerte für während der Therapie erfolgende Kontrollen zu erhalten.

Hepatotoxizität kann bei Patienten mit oder ohne vorbestehende Lebererkrankung auftreten. Daher werden regelmässige Kontrollen (alle 4-6 Wochen) der Leberfunktionswerte empfohlen. Falls die Leberwerte erhöht sind, muss Myconormin umgehend abgesetzt werden.

Sehr seltene Fälle von schwerem Leberversagen (einzelne davon resultierten in einem tödlichen Ausgang oder in einer Lebertransplantation) wurden bei Patienten unter Terbinafin gemeldet. In der Mehrheit der Fälle von Leberversagen hatten die Patienten schwerwiegende vorbestehende systemische Erkrankungen und der Kausalzusammenhang mit der Einnahme von Terbinafin war unklar. Patienten, denen Myconormin Tabletten verschrieben werden, sollten darauf hingewiesen werden, Symptome wie andauernde Übelkeit, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Erbrechen, rechtsseitige Oberbauchschmerzen, Gelbsucht, Dunkelverfärbung des Urins oder heller Stuhl, unverzüglich dem Arzt zu melden. Patienten mit solchen Symptomen sollten orales Terbinafin nicht mehr einnehmen, und ihre Leberfunktion sollte sofort überprüft werden.

Nierenfunktion

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (Creatinin-Clearance <50 ml/min oder Serum-Creatinin >300 µmol/l) wurde Terbinafin nicht angemessen untersucht. Myconormin wird deshalb für diese Patienten nicht empfohlen (siehe «Pharmakokinetik»).

Überempfindlichkeitsreaktionen/schwere Hautreaktionen

Schwere Hautreaktionen (z.B. Stevens-Johnson Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen [DRESS-Syndrom]) wurden sehr selten bei Patienten unter Terbinafin gemeldet. Ein DRESS-Syndrom kann neben Hautreaktionen und Eosinophilie mit einer oder mehrerer der folgenden Organmanifestationen einhergehen: Hepatitis, interstitielle Nephritis, interstitielle Pneumonitis, Myokarditis, Perikarditis. Wenn ein progressiver Hautausschlag oder andere Symptome einer möglichen Hypersensitivität auftreten, sollte die Behandlung mit Myconormin abgebrochen werden.

Lupus erythematodes/Psoriasis

Bei Patienten mit präexistenter Psoriasis oder (kutanem oder systemischem) Lupus erythematodes sollte Terbinafin nur mit Vorsicht angewendet werden, da während der Marktüberwachung von Exazerbationen bzw. erstmaligem Auftreten dieser Erkrankung berichtet wurde.

Hämatologische Effekte

Sehr seltene Fälle von Blutbildveränderungen (Neutropenie, Agranulozytose, Thrombozytopenie, Panzytopenie) wurden bei Patienten unter Terbinafin berichtet. Die Ätiologie dieser Blutdyskrasien, die bei Patienten unter Myconormin vorkommen, soll evaluiert werden und eine eventuelle Änderung in der Arzneimittel-Dosierung soll in Betracht gezogen werden, einschliesslich einer Unterbrechung der Behandlung mit Myconormin Tabletten.

In vitro- und in vivo-Studien haben gezeigt, dass Terbinafin das hepatische Enzym CYP2D6 hemmt. Patienten, welche Arzneimittel erhalten, die vor allem über CYP2D6 metabolisiert werden, wie trizyklische Antidepressiva, Betablocker, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, Antiarrhythmika der Klasse 1A, 1B, und 1C oder MAO-Hemmer vom Typ B, sollten entsprechend überwacht werden, insbesondere dann, wenn es sich um Substanzen mit engem therapeutischem Fenster handelt (siehe «Interaktionen»).

Interaktionen

Wirkungen anderer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von Terbinafin

Die Plasma-Clearance von Terbinafin kann durch Arzneimittel, welche Cytochrom P450 induzieren, gesteigert und durch solche, die Cytochrom P450 hemmen, reduziert werden. Wenn eine gleichzeitige Verabreichung dieser Mittel erforderlich ist, muss die Dosierung von Myconormin entsprechend angepasst werden.

In Kombination mit Cimetidin wurden ein Abfallen der Terbinafin-Clearance um 30% und eine Steigerung der AUC um 34% beobachtet.

Die Kombination mit Fluconazol erhöhte Cmax und AUC um 52% bzw. 69% durch Inhibierung von CYP2C9- und CYP3A4-Enzymen. Ähnliche Effekte können durch die Kombination mit anderen Wirkstoffen auftreten, die CYP2C9 und CYP3A4 inhibieren, wie Ketoconazol und Amiodaron.

Die Kombination mit Rifampicin erhöhte die Terbinafin-Clearance um 100%. AUC und Cmax reduzierten sich zu 50% bzw. 55% der Kontrolle.

Wirkung von Terbinafin auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel

Terbinafin steigerte die Clearance von Ciclosporin um 15% (Reduktion der AUC um 13%).

Terbinafin liess die Clearance von i.v. verabreichtem Koffein um 21% abfallen.

Vorwiegend durch CYP2D6 metabolisierte Arzneimittel

In vitro- und in vivo-Studien haben gezeigt, dass Terbinafin den Metabolismus über CYP2D6 hemmt. Diese Befunde könnten für Substanzen relevant sein, die vor allem über diesen Weg abgebaut werden, wie z.B. einige Vertreter folgender Arzneimittelklassen: trizyklische Antidepressiva, Betablocker, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, Antiarrhythmika der Klasse 1A, 1B und 1C oder MAO-Hemmer vom Typ B, vor allem wenn diese eine enge therapeutische Breite haben (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Terbinafin liess die Clearance von Desipramin um 82% abfallen und die AUC 5-fach ansteigen.

Bei Studien an gesunden Probanden, die als schnelle Metabolisierer des Antitussivums Dextromethorphan (Substrat von CYP2D6) identifiziert worden waren, erhöhte Terbinafin das metabolische Verhältnis von Dextromethorphan/Dextrorphan im Urin im Durchschnitt um das 16- bis 97-fache. Daher kann Terbinafin bewirken, dass die initial schnelle Metabolisierung durch CYP2D6 bei diesen Personen eine langsame Metabolisierung zur Folge hat.

Arzneimittel mit anderen Metabolisierungswegen

Entsprechend den Ergebnissen von in vitro-Studien und Untersuchungen an gesunden Freiwilligen zeigt Terbinafin eine vernachlässigbare Inhibition oder Induktion der Clearance der meisten Arzneimittel, die über das Cytochrom P450-System metabolisiert werden (z.B. Terfenadin, Triazolam, oder orale Kontrazeptiva) mit Ausnahme jener, die durch CYP2D6 metabolisiert werden (s. oben).

In klinischen Studien fand sich kein relevanter Einfluss auf die Pharmakokinetik von Cotrimoxazol (Trimethoprim und Sulfamethoxazol), Digoxin, Fluconazol, Phenazon, Theophyllin oder Zidovudin.

Die Wechselwirkung zwischen Terbinafin und den in der Schweiz üblichen Antikoagulantien wurde nicht untersucht. In einer Studie mit Warfarin wurde keine Interaktion gefunden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Reproduktionsstudien bei Tieren haben keine Risiken für die Föten gezeigt; aber man verfügt über keine kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen. Klinische Erfahrungen mit Terbinafin bei Schwangeren sind sehr beschränkt.

Myconormin soll während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig notwendig.

Terbinafin wird, wenn auch nur in geringen Mengen, in die Muttermilch ausgeschieden. Patientinnen, die Myconormin erhalten, sollten daher nicht stillen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es liegen keine Daten vor, ob Myconormin Tabletten die Fahrtüchtigkeit oder das Bedienen von Maschinen beeinflussen. Patienten, bei welchen unter der Behandlung Schwindel auftritt, sollten keine Fahrzeuge führen oder gefährliche Maschinen bedienen.

Unerwünschte Wirkungen

Die folgenden unerwünschten Wirkungen traten in klinischen Studien und während der Marktüberwachung auf.

Häufigkeiten

«Sehr häufig» (≥1/10), «häufig» (≥1/100, <1/10), «gelegentlich» (≥1/1000, <1/100), «selten» (≥1/10'000, <1/1000), «sehr selten» (<1/10'000), «unbekannt» (basierend überwiegend auf Spontanmeldungen aus der Marktüberwachung, genaue Häufigkeit kann nicht abgeschätzt werden).

Blut und Lymphsystem

Gelegentlich: Anämie.

Sehr selten: Neutropenie, Agranulozytose, Thrombozytopenie, Panzytopenie.

Immunsystem

Sehr selten: Anaphylaktoide Reaktionen (einschliesslich Angioödem), Beschleunigung des Auftretens und Exazerbation von systemischem oder kutanem Lupus erythematodes.

Unbekannt: Anaphylaktische Reaktion, Reaktionen ähnlich der Serumkrankheit (inklusive Hautausschlag, Pruritus, Urtikaria, Ödemen, Arthralgie, Fieber und Lymphknotenschwellung).

Stoffwechsel und Ernährung

Sehr häufig: Appetitverlust.

Gelegentlich: Gewichtsabnahme (nach Dysgeusie).

Einige schwere Einzelfälle einer verminderten Nahrungsaufnahme, welche zu einem signifikanten Gewichtsverlust führten, wurden verzeichnet.

Psychiatrische Störungen

Häufig: Depression.

Gelegentlich: Angst.

Nervensystem

Sehr häufig: Kopfschmerzen.

Häufig: Schwindel, Dysgeusie bis hin zum Verlust der Geschmacksempfindung, welche sich gewöhnlich nach Absetzen der Behandlung wieder zurückbilden.

Gelegentlich: Parästhesie, Hypoästhesie.

Sehr selten: Persistierende Dysgeusie.

Unbekannt: Hyposmie, Anosmie (einschliesslich permanenter Anosmie).

Auge

Häufig: Sehstörung.

Unbekannt: Verschwommensehen, reduzierte Sehschärfe.

Ohr und Innenohr

Gelegentlich: Tinnitus.

Unbekannt: Hypakusis.

Gefässe

Unbekannt: Vaskulitis.

Gastrointestinaltrakt

Sehr häufig: Völlegefühl, Dyspepsie, Übelkeit, leichte Bauchschmerzen, Diarrhoe.

Unbekannt: Pankreatitis.

Leber und Galle

Selten: erhöhte Leberenzyme, Ikterus, Cholestase, Hepatitis, Leberversagen (einschliesslich letaler Fälle bzw. solcher, welche eine Lebertransplantation erforderlich machten; siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Haut

Sehr häufig: Hautausschlag, Urtikaria.

Gelegentlich: Photosensibilisierung.

Sehr selten: Alopezie, Psoriasis-artiges Exanthem oder Verschlechterung einer Psoriasis, toxische Hauteruption, exfoliative Dermatitis, bullöse Dermatitis, Erythema multiforme, Stevens-Johnson Syndrom, Lyell Syndrom (Toxische Epidermale Nekrolyse), akute generalisierte exanthematöse Pustulosis.

Unbekannt: Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen.

Muskelskelettsystem

Sehr häufig: Arthralgie, Myalgie.

Unbekannt: CK-Erhöhung, Rhabdomyolyse.

Allgemeine Störungen

Häufig: Erschöpfung.

Gelegentlich: Fieber.

Unbekannt: Grippe-ähnliche Erkrankung.

Überdosierung

Es wurde über einige Fälle von Überdosierungen bis zu 5 g berichtet. Nach der Einnahme klagten die Patienten über Kopfschmerzen, Übelkeit, Oberbauchschmerzen und Schwindel.

Die empfohlene Behandlung einer Überdosierung besteht in der Elimination der Substanz durch Verabreichung von Aktivkohle und, falls notwendig, symptomatischer, unterstützender Therapie.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: D01BA02

Wirkungsmechanismus

Terbinafin ist ein Allylamin, das ein antimykotisches Wirkungsspektrum besitzt bei Pilzinfektionen der Haut und der Haare, verursacht durch Dermatophyten wie Trichophyton (z.B. T. rubrum, T. mentagrophytes, T. verrucosum, T. tonsurans, T. violaceum), Microsporum canis und Epidermophyton floccosum, bei Hefepilzinfektionen der Haut, verursacht durch die Gattung Candida (z.B. Candida albicans) und bei Nagelmykosen, verursacht durch Dermatophyten. Terbinafin wirkt fungizid gegen Dermatophyten, Schimmelpilze und gewisse dimorphe Pilze. Die Wirkung gegen Hefepilze ist je nach Species fungizid oder fungistatisch.

Terbinafin greift in einer frühen Stufe in die Ergosterol-Biosynthese der Pilze ein. Dies führt zu einem Ergosterolmangel und zu einer intrazellulären Akkumulation von Squalen, was den Tod der Pilzzellen zur Folge hat. Terbinafin wirkt durch Hemmung der Squalenepoxidase in der Zellmembran des Pilzes.

Das Enzym Squalenepoxidase ist nicht abhängig vom Cytochrom P450-System.

Klinische Wirksamkeit

Minimale Hemmkonzentration in vitro
Pilzgattungµg/ml

Empfindliche:

Trichophyton rubrum0,003–0,006
T. mentagrophytes0,003–0,01
T. tonsurans0,003
T. verrucosum0,003
T. schoenleinii0,006
Microsporum canis0,006–0,01
M. persicolor0,003
M. gypseum0,006
Epidermophyton floccosum0,003–0,006

Mässig empfindliche:

Aspergillus fumigatus0,1–1,56
Sporothrix schenckii0,1–0,4
Candida albicans:
Hefe-Form25–100
Myzel-Form0,23–0,7
C. parapsilosis0,8–3,1
Pityrosporum ovale0,2–0,8
P. orbiculare0,8

Bei oraler Gabe von Terbinafin wurden im Tierexperiment in der Haut, den Haaren und Nägeln fungizide Konzentrationen erreicht.

Pharmakokinetik

Absorption

Nach oraler Verabreichung wird Terbinafin gut absorbiert (>70%). Die absolute Bioverfügbarkeit von Terbinafin aus Myconormin Tabletten liegt in Folge des First-pass-Metabolismus bei ca. 50%. 250 mg als orale Einzeldosis ergaben eine maximale Plasmakonzentration von 1,3 µg/ml, die innerhalb von 1,5 h erreicht wurde.

Die gleichzeitige Einnahme fettreicher Nahrung führt zu einer Verzögerung der Absorption sowie zu einer Zunahme der Bioverfügbarkeit um circa 20%.

Steady State

Bei täglicher Applikation von Terbinafin werden nach 28 Tagen ca. 70% des Steady State erreicht. Die Spitzenkonzentration im Steady-State lag im Mittel 25% höher als nach einmaliger Verabreichung, und die Plasma AUC steigerte sich um den Faktor 2.3.

Distribution

Terbinafin ist stark plasmaproteingebunden (99%). Das Verteilungsvolumen ist >2000 l.

Terbinafin diffundiert rasch (innerhalb von Minuten) durch die Dermis und konzentriert sich im lipophilen Stratum corneum. Terbinafin wird auch im Sebum sezerniert. Hohe Konzentrationen werden auch im Haar, in Haarfollikeln und in talgreichen Hautpartien erreicht. Es gibt Hinweise, dass sich Terbinafin in den ersten Wochen einer Therapie auch in der Nagelplatte verteilt.

Über den Übergang von Terbinafin durch die menschliche Placenta zum Kinde sind ungenügend Daten vorhanden. Weniger als 0,2% der eingenommenen Dosis gelangen in die Muttermilch.

Metabolismus

Terbinafin wird rasch und umfassend durch mindestens sieben CYP-Isoenzyme unter hauptsächlicher Beteiligung von CYP2C9, CYP1A2, CYP3A4, CYP2C8 und CYP2C19 zu inaktiven Metaboliten metabolisiert.

Elimination

Die Metaboliten von Terbinafin werden zu 71% über den Urin und zu 22% über die Faeces ausgeschieden.

Im Steady State wurde eine Eliminationshalbwertszeit von ca. 30 Stunden bestimmt. In der Literatur wird jedoch eine triphasische Elimination beschrieben mit Eliminationshalbwertszeiten bei Langzeittherapie von bis zu 16.5 Tagen.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Es wurden keine klinisch relevanten altersbedingten Veränderungen der Plasmakonzentration von Terbinafin im «steady-state» beobachtet.

Pharmakokinetische Studien nach Einmaldosis bei Patienten mit einer Beeinträchtigung der Nierenfunktion (Creatinin-Clearance <50 ml/min) oder einer bereits existierenden Leberkrankheit haben gezeigt, dass die Clearance von Terbinafin um etwa 50% reduziert sein kann.

Präklinische Daten

In einer oralen Kanzerogenitätsstudie über 2 Jahre an Mäusen wurden keine neoplastischen oder andere abnorme Befunde bei der Behandlung mit Dosierungen bis zu 130 mg/kg (männliche Tiere) und 156 mg/kg (weibliche Tiere) pro Tag beobachtet. In einer oralen Kanzerogenitätsstudie über 2 Jahre an Ratten mit der höchsten Dosierung von 69 mg/kg/d wurde eine gesteigerte Inzidenz von Lebertumoren bei männlichen Tieren beobachtet. Diese Änderungen, die mit der Proliferation der Peroxisomen assoziiert sein können, sind als speziesspezifisch anzusehen, da sie weder in der Kanzerogenitätsstudie an Mäusen noch in anderen Studien an Mäusen, Hunden und Affen beobachtet wurden.

Während der Studien an Affen, denen hohe orale Terbinafindosen verabreicht wurden, konnten refraktile Irregularitäten in der Retina beobachtet werden (nicht toxische Dosis bei 50 mg/kg). Diese Irregularitäten standen im Zusammenhang mit dem Auftreten von Terbinafin-Metaboliten im okularen Gewebe und verschwanden wieder mit dem Absetzen des Wirkstoffes. Sie waren nicht assoziiert mit histologischen Veränderungen.

Aus der durchgeführten Standardbatterie von in vitro und in vivo Genotoxizitätsprüfungen ergaben sich keine Hinweise auf ein mutagenes oder klastogenes Potential des Arzneimittels.

Es wurden keine unerwünschten Effekte bezüglich der Fertilität oder anderer Reproduktionsparameter in Studien an Ratten oder Kaninchen beobachtet.

Eine 8-wöchige Studie bei jungen Ratten zeigte bei einer Höchstdosis von 100 mg/kg in den Weibchen leicht erhöhte Lebergewichte, während in heranwachsenden Hunden bei ≥100 mg/kg/d (AUC-Werte etwa 13× [männlich] und 6× [weiblich] höher als jene bei Kindern) Anzeichen von Störungen im Zentralnervensystem (ZNS), einschliesslich einzelne Episoden von Konvulsionen bei einzelnen Tieren beobachtet wurden. Ähnliche Befunde wurden bei hoher systemischer Exposition nach i.v. Terbinafin-Verabreichung in erwachsenen Ratten oder Affen gesehen.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Verpackung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Tablettenblister in der Faltschachtel aufbewahren.

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) lagern.

Arzneimittel für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Zulassungsnummer

57233 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Almirall AG, 8304 Wallisellen.

Stand der Information

Juni 2013.

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