Floxyfral Tabl 100 Mg 60 Stk

Floxyfral Tabl 100 Mg 60 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Fluvoxamini maleas.

Hilfsstoffe: Excipiens pro compresso obducto.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Weisse Filmtabletten mit Bruchrille zu 50 mg und 100 mg Fluvoxamini maleas.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Leichte, mittelschwere und schwere Depressionen verschiedener Genese wie auch deren Rückfall- und Rezidivprophylaxe bei Erwachsenen. Behandlung von Zwangsstörungen bei Erwachsenen und bei Kindern ab 8 Jahren.

Dosierung/Anwendung

Floxyfral ist sowohl für die Initialtherapie wie auch für die Langzeitbehandlung als auch für Rückfall- und Rezidivprophylaxe geeignet.

Die Filmtabletten werden ganz (ohne zu kauen) mit etwas Flüssigkeit geschluckt.

Falls nötig, können die 50 und 100 mg Filmtabletten, welche mit einer Bruchrille versehen sind, halbiert werden.

Das Einschleichen während 3-7 Tagen kann die Verträglichkeit und somit die Compliance erhöhen.

Die empfohlene Initialdosis beträgt bei Erwachsenen 50 mg und bei Kindern 25 mg.

Ein Ausschleichen der Therapie wird empfohlen, z.B. in wöchentlichen Reduktionen der Tagesdosis um 50 mg, respektive 25 mg bei Kindern (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Übliche Dosierung

Depressionen

Erwachsene: Die wirksame Tagesdosis liegt zwischen 100 mg und maximal 300 mg. Die Dosis sollte allmählich erhöht werden, bis die wirksame Dosis erreicht ist. Die mindest wirksame Dosis beträgt 100 mg pro Tag, welche in einer Einzeldosis, am besten abends, verabreicht wird. Dosen über 150 mg sollten in 2 Einnahmen verabreicht werden, am besten eine morgens und eine abends.

Nach den Empfehlungen der WHO soll eine Antidepressiva-Behandlung mindestens 6 Monate nach der Remission weitergeführt werden. Dies gilt auch für die Behandlung mit Floxyfral.

Floxyfral kann in der während der Akutphase wirksamen Dosierung oder in einer Dosierung von täglich 1 mal 100 mg für die Rückfall- und Rezidivprophylaxe empfohlen werden.

Zwangsstörungen

Erwachsene: Die wirksame Tagesdosis liegt zwischen 100 mg und maximal 300 mg. Die Dosis sollte allmählich erhöht werden, bis die wirksame Dosis erreicht ist. Die mindest wirksame Dosis beträgt 100 mg pro Tag, welche in einer Einzeldosis, am besten abends, verabreicht wird. Dosen über 150 mg sollten in mehreren Einnahmen am besten morgens und abends verabreicht werden. Für eine gute therapeutische Wirksamkeit soll die Dosierung auf die entsprechenden individuellen Bedürfnisse eingestellt werden.

Kinder ab 8 Jahren: Die Behandlung sollte mit einer Dosis von 25 mg/Tag in einer Einzeldosis abends vor dem Zubettgehen beginnen. Die Dosis kann je nach klinischem Ansprechen, langsam, d.h. in wöchentlichen Schritten von 25 mg/Tag gesteigert werden, d.h. wöchentlich wird die Tagesdosis um 25 mg erhöht. Bei den 8- bis 12-jährigen beträgt die Maximaldosis 150 mg/Tag. Bei über 12-jährigen Kindern beträgt die Maximaldosis 200 mg/Tag. Bei einer Tagesdosis von mehr als 50 mg sollte die Gesamttagesdosis in zwei Teildosen aufgeteilt werden. Sollten die zwei Teildosen aufgrund der Teilbarkeit der Filmtabletten ungleich gross ausfallen, so sollte die grössere Dosis am Abend vor dem Zubettgehen verabreicht werden.

Falls keine Besserung innerhalb von 10 Wochen festzustellen ist, sollte eine Fortsetzung der Behandlung mit Floxyfral überprüft werden. Bei Zwangsstörungen handelt es sich um ein chronisches Krankheitsgeschehen. Obwohl es noch nicht bekannt ist, wie lange eine Behandlung mit Floxyfral fortgeführt werden soll, ist bei ansprechenden Patienten eine Fortführung der Therapie von über 10 Wochen hinaus sinnvoll. Eine Dosierungsanpassung sollte sorgfältig individuell gehandhabt werden, um die tiefste wirksame Dosis zu erreichen. Die Notwendigkeit einer Behandlung sollte periodisch überprüft werden.

Absetzsymptome, die nach Beenden einer Fluvoxamin Therapie beobachtet wurden

Ein abruptes Absetzen sollte vermieden werden. Zum Beenden einer Behandlung mit Fluvoxamin sollte die Dosis schrittweise über einen Zeitraum von mindestens ein bis zwei Wochen reduziert werden, um das Risiko von Absetzsymptomen zu reduzieren (siehe auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Unerwünschte Wirkungen»). Wenn nach einer Dosisreduktion oder einem Absetzen der Behandlung unzumutbare Symptome auftreten, kann eine Wiederaufnahme der zuletzt verschriebenen Dosis in Betracht gezogen werden. Danach kann der Arzt die Dosisreduktion fortsetzen, jedoch in kleineren Schritten.

Spezielle Dosierungsanweisung

Leber- und Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit Leber- oder Niereninsuffizienz soll Floxyfral zu Beginn in niedriger Dosierung verabreicht werden. Ferner müssen diese Patienten sorgfältig überwacht werden.

Ältere Patienten

Es gibt keine Hinweise, dass ältere Patienten sich bei Verabreichung normaler Dosierungen klinisch wesentlich anders verhalten als jüngere. Trotzdem sollten Dosiserhöhungen bei älteren Personen langsamer erfolgen und Dosisveränderungen allgemein sollten immer mit Vorsicht durchgeführt werden.

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegenüber Fluvoxamin oder einem Hilfsstoff.
  • Kombinationstherapie mit einem MAO-Hemmer oder Tizanidin (siehe «Interaktionen»).
  • Bei einem Wechsel von einem MAO-Hemmer auf Floxyfral soll
    • für irreversible MAO-Hemmer 2 Wochen gewartet werden,
    • für reversible MAO-Hemmer wie Moclobemid oder Linezolid 1 Tag.
    • Bei einem Wechsel von Floxyfral zu einem MAO-Hemmer soll eine Wartefrist von 1 Woche eingehalten werden.
  • Floxyfral darf nicht in Kombination mit Ramelteon oder Agomelatin verwendet werden (siehe Kapitel «Interaktionen»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Suizid/Suizidgedanken oder klinische Verschlechterung:

Depressive Erkrankungen sind mit einem erhöhten Risiko für die Auslösung von Suizidgedanken, selbstschädigendem Verhalten und Suizid (Suizid-bezogene Ereignisse) verbunden. Dieses erhöhte Risiko besteht, bis es zu einer signifikanten Linderung der Symptome kommt. Da diese nicht unbedingt schon während der ersten Behandlungswochen auftritt, sollten die Patienten daher bis zum Eintritt einer Besserung engmaschig überwacht werden.

Die bisherige klinische Erfahrung zeigt, dass das Suizidrisiko zu Beginn einer Behandlung ansteigen kann.

Zwangsstörungen, für welche Fluvoxamin verschrieben wird, können ebenso mit einem erhöhten Risiko für Suizid-bezogene Ereignisse einhergehen. Ausserdem können diese Erkrankungen zusammen mit einer depressiven Erkrankung (Episoden einer Major Depression) auftreten. Daher sollten bei Behandlung von Zwangsstörungen die gleichen Vorsichtsmassnahmen eingehalten werden wie bei der Behandlung von depressiven Erkrankungen.

Bei Patienten mit suizidalem Verhalten in der Anamnese oder solchen, die vor der Therapie ausgeprägte Suizidabsichten hatten, ist das Risiko für die Auslösung von Suizidgedanken oder -versuchen erhöht. Sie sollten daher während der Behandlung besonders sorgfältig überwacht werden.

Die Arzneimitteltherapie sollte mit einer engmaschigen Überwachung der Patienten, vor allem der Patienten mit hohem Suizidrisiko, insbesondere zu Beginn der Behandlung und nach Dosisanpassungen einhergehen.

Patienten (und deren Betreuer) sind auf die Notwendigkeit einer Überwachung hinsichtlich jeder klinischen Verschlechterung, des Auftretens von suizidalem Verhalten oder Suizidgedanken und ungewöhnlicher Verhaltensänderungen hinzuweisen. Sie sollten unverzüglich medizinischen Rat einholen, wenn derartige Symptome auftreten.

Vor allem zu Beginn der Therapie soll das Arzneimittel in der kleinsten angemessenen Packungsgrösse verschrieben werden, um das Risiko einer Selbstgefährdung zu vermindern.

Kinder und Jugendliche

Floxyfral sollte nicht zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren, mit Ausnahme von Patienten mit Zwangsstörungen (OCD), angewendet werden. Mangels klinischer Erfahrung ist die Anwendung von Floxyfral bei Depressionen von Kindern und Jugendlichen nicht zu empfehlen. Suizidale Verhaltensweisen (Suizidversuch und Suizidgedanken) sowie Feindseligkeit (vorwiegend Aggressivität, oppositionelles Verhalten und Wut) wurden in klinischen Studien häufiger bei mit Antidepressiva behandelten Kindern und Jugendlichen beobachtet, als bei Kindern und Jugendlichen, die mit Placebo behandelt wurden. Sollte aufgrund klinischer Notwendigkeit dennoch die Entscheidung für eine Behandlung getroffen werden, ist der Patient im Hinblick auf das Auftreten suizidaler Symptome sorgfältig zu überwachen.

Darüber hinaus fehlen Langzeitdaten zur Sicherheit bei Kindern und Jugendlichen in Bezug auf Wachstum, Reifung sowie kognitive Entwicklung und Verhaltensentwicklung.

Junge Erwachsene (Alter 18 bis 24 Jahre)

Eine Meta-Analyse von Placebo-kontrollierten klinischen Studien mit Antidepressiva bei erwachsenen Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen zeigte ein erhöhtes Risiko von suizidalem Verhalten mit Antidepressiva versus Placebo bei Patienten unter 25 Jahre alt.

Ältere Patienten

Es gibt keine Hinweise, dass ältere Patienten sich bei Verabreichung normaler Dosierungen klinisch wesentlich anders verhalten als jüngere. Trotzdem sollten Dosiserhöhungen bei älteren Leuten langsamer erfolgen und Dosisveränderungen allgemein sollten immer mit Vorsicht durchgeführt werden.

Akathisie/psychomotorische Unruhe

Im Zusammenhang mit der Anwendung von Fluvoxamin kam es zur Entwicklung von Akathisie, die charakterisiert ist durch eine subjektiv unangenehme oder als quälend erlebte Ruhelosigkeit und Notwendigkeit sich zu bewegen, oft zusammen mit einer Unfähigkeit still zu sitzen oder still zu stehen. Dies tritt am ehesten innerhalb der ersten Behandlungswochen auf. Bei Patienten mit diesen Symptomen kann eine Dosiserhöhung nachteilige Folgen haben.

Renales und hepatisches System

Patienten mit einer schweren Leber- oder Niereninsuffizienz sollen mit einer niedrigeren Dosis beginnen und gut überwacht werden. In seltenen Fällen ist bei der Behandlung mit Floxyfral eine Erhöhung der Leberenzyme beobachtet worden, dann zumeist mit klinischer Symptomatik. In diesen Fällen sollte die Behandlung unterbrochen werden.

Nervensystem

Da Floxyfral in seltenen Fällen Krämpfe auslösen kann, ist besondere Vorsicht geboten bei der Behandlung epileptischer Patienten und Patienten mit Epilepsie in der Anamnese. Fluvoxamin sollte nicht eingesetzt werden bei Patienten mit instabiler Epilepsie. Patienten mit kontrolliert behandelter Epilepsie sollten sorgfältig überwacht werden.

Beim Auftreten von epileptischen Anfällen oder einer Zunahme der Anfallshäufigkeit ist Fluvoxamin (wie alle Arzneimittel der Klasse der SSRI) abzusetzen (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Es gibt in Einzelfällen Hinweise auf ein Serotoninsyndrom oder Vorfälle von malignem neuroleptischem Syndrom im Zusammenhang mit Floxyfral, vor allem bei Kombination mit anderen serotonergen Substanzen und/oder Neuroleptika. Da diese Syndrome lebensbedrohliche Ausmasse annehmen können, sollte eine Floxyfral-Behandlung bei solchen Vorkommnissen (Symptomenkomplex aus Hyperthermie, Rigor, Myoklonus, vegetativer Instabilität mit möglicherweise schnellen Schwankungen von Vitalzeichen, Veränderung des Bewusstseins, wie Verwirrtheit, Reizbarkeit, extremer Agitiertheit fortschreitend bis zu Delirium und Koma) unterbrochen werden und eine unterstützende symptomatische Behandlung eingeleitet werden.

Metabolismus und Ernährungsstörungen

Wie bei anderen SSRI (selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern), wurde in seltenen Fällen Hyponatriämie beschrieben, welche sich nach Absetzen von Floxyfral normalisiert. Einige Fälle waren möglicherweise auf das Syndrom der inadäquaten Sekretion des antidiuretischen Hormons (SIADH) zurückzuführen. Mehrheitlich bezogen sich Mitteilungen auf ältere Personen.

Die Kontrolle des Blutzuckers kann gestört sein (z.B. Hyperglykämie, Hypoglykämie, verringerte Glukosetoleranz), insbesondere in früheren Stadien der Behandlung. Wird Floxyfral Patienten mit einer bekannten Geschichte von Diabetes mellitus gegeben, muss allenfalls die Dosierung der Antidiabetika angepasst werden.

Nausea, manchmal von Erbrechen begleitet, ist die meist beobachtete Nebenwirkung von Floxyfral. Diese Nebenwirkung schwächt sich im Verlauf der ersten 2 Behandlungswochen ab.

Vorsicht ist geboten bei Patienten, die «poor metabolizers» sind, und bei denjenigen, welche gleichzeitig CYP2D6-hemmende Arzneimittel einnehmen (siehe «Interaktionen»).

Zur gleichzeitigen Behandlung mit Substraten von CYP1A2: siehe «Interaktionen».

Augenleiden

Es wurde über Mydriasis in Zusammenhang mit SSRI wie z.B. Fluvoxamin berichtet. Deshalb ist Vorsicht geboten bei der Verschreibung von Fluvoxamin bei Patienten mit erhöhtem Augeninnendruck oder bei Patienten mit einem Risiko für ein akutes Engwinkelglaukom.

Hämatologisches System

Es gibt Angaben über Hautblutungen, wie z.B. Ekchymosen und Purpura, sowie andere hämorrhagische Manifestationen wie zum Beispiel Magen-Darm-Blutungen oder gynäkologischer Hämorrhagie unter der Therapie mit SSRI (selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern). Vorsicht ist bei Patienten geboten, die gleichzeitig Arzneimittel einnehmen, welche die Thrombozytenfunktion beeinflussen (z.B. atypische Antipsychotika und Phenothiazine, die meisten Trizyklika, Acetylsalicylsäure. nichtsteroidale Entzündungshemmer); das gleiche gilt für Patienten unter oraler Antikoagulation, mit Blutungsstörungen in der Anamnese oder mit Prädisposition (z.B. Thrombozytopenie, Koagulationsstörungen).

Herzfunktionsstörungen

Floxyfral kann die Herzschlagfrequenz in nicht signifikanter Weise verringern (2-6 Schläge pro Minute).

Elektrokonvulsive Therapie (ECT)

Es gibt nur begrenzte klinische Erfahrung zur gleichzeitigen Anwendung von Fluvoxamin und ECT; daher ist Vorsicht geboten.

Absetzsymptome

Es ist möglich, dass nach abruptem Absetzen von Fluvoxamin Absetzsymptome auftreten, obwohl die verfügbaren präklinischen und klinischen Daten nicht auf eine Abhängigkeit hinweisen. Zu den am häufigsten berichteten Symptomen zählen Schwindel, Sensibilitätsstörungen (einschliesslich Parästhesien, visuelle Störungen und Stromschlaggefühl), Schlafstörungen (einschliesslich Schlaflosigkeit und intensive Träume), Unruhe, Reizbarkeit, Konfusion, emotionale Instabilität, Kopfschmerz, Übelkeit und/oder Erbrechen, Durchfall, Schwitzen, Herzklopfen, Tremor und Angst. Normalerweise sind diese Symptome von milder bis mässiger Intensität und selbstlimitierend; in einzelnen Patienten können sie jedoch schwer und/oder anhaltend sein. Sie treten normalerweise innerhalb der ersten Tage nach Absetzen der Behandlung auf. Es wird daher empfohlen, Fluvoxamin bei der Beendigung einer Therapie schrittweise auszuschleichen, entsprechend den Bedürfnissen des Patienten (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Manie/Hypomanie

Fluvoxamin sollte mit Vorsicht angewendet werden bei Patienten mit Manie/Hypomanie in der Vorgeschichte. Bei allen Patienten, die in eine manische Phase kommen, muss Fluvoxamin (wie alle Arzneimittel der Klasse der SSRI) abgesetzt werden.

Interaktionen

Monoaminooxidase Hemmer (MAO)

Floxyfral sollte wegen des Risikos eines Serotonin-Syndroms nicht gleichzeitig mit MAO-Hemmern, einschliesslich Linezolid, verwendet werden (siehe «Kontraindikationen»).

Wirkung von Fluvoxamin auf den oxidativen Metabolismus anderer Arzneimittel

Fluvoxamin kann den Metabolismus von anderen Arzneimittel, die von gewissen Isoenzymen des Cytochroms P450 (CYPs) metabolisiert werden, hemmen. Eine starke Hemmung wurde für die Isoenzyme CYP1A2 und CYP2C19 in in vitro und in vivo Studien gezeigt. CYP2C9, CYP2D6 und CYP3A4 werden in geringerem Ausmass inhibiert. Arzneimittel, die vorwiegend durch diese Isoenzyme metabolisiert werden, werden bei gleichzeitiger Anwendung von Fluvoxamin verzögert ausgeschieden und können höhere Plasma-Konzentrationen erreichen. Die gleichzeitige Therapie mit Fluvoxamin und diesen Arzneimitteln sollte am unteren Ende ihres Dosisbereichs begonnen oder daran angepasst werden. Plasmakonzentrationen, Wirkungen oder Nebenwirkungen der gleichzeitig verabreichten Arzneimittel sollten überwacht werden und die Dosis sollte wenn notwendig reduziert werden. Dies ist besonders relevant für Arzneimittel mit einer geringen therapeutischen Breite.

Ramelteon

Bei der Verabreichung von 2 mal täglich 100 mg Fluvoxamin Filmtabletten während 3 Tagen vor der gleichzeitigen Verabreichung einer Einzeldosis von 16 mg Ramelteon und Fluvoxamin Filmtabletten, erhöhten sich die AUC für Ramelteon um etwa das 190-fache und die Cmax um etwa das 70-fache im Vergleich zur alleinigen Verabreichung von Ramelteon (siehe «Kontraindikationen»).

Arzneimittel mit einer geringen therapeutischen Breite

Die gleichzeitige Anwendung von Fluvoxamin und Arzneimittel mit einer geringen therapeutischen Breite (wie z.B. Tacrin, Theophyllin, Methadon, Mexiletin, Phenytoin, Carbamazepin, Ciclosporin) sollte sorgfältig überwacht werden, wenn diese Arzneimittel ausschliesslich oder von einer Kombination von CYPs metabolisiert werden, die durch Fluvoxamin gehemmt werden.

Sofern notwendig, wird eine Anpassung der Dosis empfohlen.

Trizyklische Antidepressiva und Neuroleptika

Es wurde über eine Erhöhung von zuvor stabilen Plasmaspiegeln jener trizyklischen Antidepressiva (z.B. Clomipramin, Imipramin, Amitriptylin) und Neuroleptika (z.B. Clozapin, Olanzapin, Quetiapin) berichtet, welche weitgehend über Cytochrom P450 1A2 metabolisiert werden, wenn sie gleichzeitig mit Floxyfral verabreicht wurden. Eine Dosisreduktion dieser Arzneimittel muss erwogen werden, wenn eine Therapie mit Floxyfral begonnen wird.

Benzodiazepine

Ein Anstieg der Plasmakonzentration von oxidativ metabolisierten Benzodiazepinen (z.B. Triazolam, Midazolam, Bromazepam, Brotizolam, Alprazolam und Diazepam) ist bei gleichzeitiger Anwendung von Fluvoxamin wahrscheinlich. Die Dosis dieser Benzodiazepine sollte deshalb während der Koadministration mit Fluvoxamin reduziert werden.

Fälle erhöhter Plasmakonzentrationen

Die Plasmakonzentration von Ropinirol kann bei gleichzeitiger Anwendung von Floxyfral erhöht sein und damit das Risiko der Überdosierung zunehmen. Eine Überwachung und eine Reduktion der Ropinirol-Dosierung während der gleichzeitigen Behandlung mit und nach dem Absetzen von Floxyfral können erforderlich sein.

Da die Plasmakonzentrationen von Propranolol in Kombination mit Fluvoxamin erhöht sind, könnte eine Reduktion der Propranolol Dosis notwendig werden.

Eine gleichzeitige Verabreichung von Tizanidin mit Fluvoxamin, einem starken CYP1A2-Hemmer beim Menschen, ist kontraindiziert (siehe «Kontraindikationen»). Es wurde gezeigt, dass Fluvoxamin die AUC von Tizanidin um das 33fache erhöht. Daraus kann es zu klinisch signifikantem und anhaltendem Blutdruckabfall kommen, begleitet von Schläfrigkeit, Benommenheit und verminderter psychomotorischer Fähigkeit.

Als starker CYP1A2- und moderater CYP2C9-Inhibitor hemmt Fluvoxamin deutlich den Metabolismus von Agomelatin. Dies führt zu einem 60-fachen (12- bis 412-fachen) Anstieg der Agomelatin-Exposition. Daher ist die gleichzeitige Anwendung von Fluvoxamin und Agomelatin kontraindiziert.

Als Floxyfral gleichzeitig und während 2 Wochen mit Warfarin verwendet wurde, stiegen die Plasmakonzentrationen von Warfarin signifikant an und die Prothrombin-Zeiten wurden verlängert. Deshalb sollte die Prothrombin-Zeit von Patienten, die zusammen Antikoagulantien und Floxyfral erhalten, überwacht und die Antikoagulans-Dosis entsprechend angepasst werden.

CYP2D6-Inhibitoren

Fluvoxamin wird teilweise über das Isoenzym CYP2D6 metabolisiert, für welches ein genetischer Defekt bekannt ist. Deshalb ist Vorsicht geboten bei gleichzeitiger Verabreichung von Fluvoxamin und CYP2D6-hemmenden Arzneimitteln (z.B. Chinidin).

Fluvoxamin hat nur einen unbedeutenden Hemmungseffekt auf CYP2D6 und scheint den nichtoxidativen Metabolismus oder die renale Ausscheidung nicht zu beeinflussen.

Fälle von vermehrten Nebenwirkungen

Einzelne Fälle von kardialer Toxizität wurden berichtet, wenn Fluvoxamin mit Thioridazin kombiniert wurde.

Es ist wahrscheinlich, dass die Koffein-Plasmakonzentration bei gleichzeitiger Anwendung von Fluvoxamin ansteigt. Deshalb sollten Patienten mit einem hohen Konsum koffeinhaltiger Getränke diesen einschränken, wenn Fluvoxamin eingenommen und unerwünschte Koffeinwirkungen (wie Tremor, Palpitationen, Nausea, Ruhelosigkeit, Schlaflosigkeit) beobachtet werden.

Glukuronidation

Floxyfral beeinflusst nicht die Plasmakonzentration von Digoxin.

Renale Exkretion

Floxyfral beeinflusst nicht die Plasmakonzentration von Atenolol.

Pharmakodynamische Interaktionen

Floxyfral ist in Kombination mit Lithium bei der Behandlung von Patienten mit schwerer, therapieresistenter Depression eingesetzt worden. Lithium (und möglicherweise Tryptophan) verstärken jedoch die serotonergen Wirkungen von Floxyfral und die Kombination sollte daher mit Vorsicht verwendet werden.

Die serotonergen Wirkungen können ebenfalls erhöht werden, wenn Floxyfral mit anderen serotonergen Wirkstoffen (z.B. Clomipramin, Triptane, SSRI, Venlafaxin, Mirtazapin, Nefazodon, Buspiron) kombiniert wird; es könnte in seltenen Fällen dabei zu einem Serotoninsyndrom kommen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Vorsicht ist bei Patienten geboten, die gleichzeitig Arzneimittel einnehmen, welche die Thrombozytenfunktion beeinflussen (z.B. atypische Antipsychotika und Phenothiazine, die meisten Trizyklika, nichtsteroidale Entzündungshemmer); das gleiche gilt für Patienten mit Blutungsstörungen in der Anamnese.

Wie bei anderen psychotropen Arzneimitteln, sollen Patienten darauf hingewiesen werden, Alkohol während einer Behandlung mit Floxyfral zu vermeiden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

In einer Epidemiologiestudie wurde die Anwendung von selektiven Serotonin Wiederaufnahmehemmer (SSRI) nach den ersten 20 Wochen der Schwangerschaft mit einem erhöhten Risiko für eine persistente pulmonale Hypertonie beim Neugeborenen in Zusammenhang gebracht. Dabei belief sich der Meldung zufolge das absolute Risiko bei den Frauen, welche SSRI in der Spätphase der Schwangerschaft einnahmen, auf ungefähr 6 bis 12 Fälle pro 1000 Frauen im Vergleich zu 1 bis 2 Fällen pro 1000 Frauen in der allgemeinen Bevölkerung.

Reproduktionsstudien an Tieren ergaben Hinweise auf eine erhöhte Embryotoxizität (siehe «Präklinische Daten»). Es liegen keine kontrollierten klinischen Studien bei schwangeren Frauen vor.

Fluvoxamin sollte bei Frauen im gebärfähigen Alter nur bei zwingender Indikation angewendet werden und ein geeignetes Verhütungsmittel angewendet werden. Fluvoxamin soll während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, ausser es ist unbedingt erforderlich.

Nach Einnahme von Floxyfral bzw. anderen selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern am Ende der Schwangerschaft traten bei einigen Neugeborenen folgende Absetzsymptome auf: Ess- und Schlafstörungen, Atmungsschwierigkeiten, Cyanose, Krampfanfälle, Temperaturschwankungen, Hypoglykämie, Tremor, abnormaler Muskeltonus, Lethargie, Somnolenz, Hyperreflexie, Erbrechen, abnormale Irritabilität und anhaltendes Weinen.

Stillzeit

Fluvoxamin geht in geringen Mengen in die Muttermilch über. Deshalb soll Fluvoxamin von stillenden Frauen nicht angewendet werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Fluvoxamin bis zu 150 mg zeigte bei gesunden Freiwilligen keinen Effekt auf psychomotorische Fähigkeiten in Bezug auf Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen. Da unter Fluvoxaminbehandlung jedoch über Schläfrigkeit berichtet wurde, ist Vorsicht geboten bei der Teilnahme am Strassenverkehr oder Bedienen von Maschinen, bis die individuelle Reaktion auf das Präparat ersichtlich ist.

Die gleichzeitige Einnahme von Alkohol und/oder anderen Arzneimitteln (siehe «Interaktionen») führt zu einer zusätzlichen Beeinträchtigung der Reaktionsbereitschaft und Psychomotorik.

Unerwünschte Wirkungen

Die in klinischen Studien und aus Post Marketing Surveillance beobachteten Nebenwirkungen zu den unten aufgeführten Frequenzen, sind oft Ausdruck der Krankheit und nicht unbedingt Folge der Behandlung.

Sehr häufig (≥1/10); häufig (≥1/100, <1/10); gelegentlich (≥1/1000, <1/100); selten (≥1/10000, <1/1000); sehr selten (<1/10000), unbekannt (Frequenz aus Post Marketing Surveillance Daten kann nicht bestimmt werden), einschliesslich Einzelfallmeldungen.

Störungen des Blut- und Lymphsystems

Unbekannt: abnorme Blutung, vorwiegend die Haut und die Schleimhäute betreffend.

Endokrine Störungen

Unbekannt: unangemessene Sekretion des antidiuretischen Hormons, Hyperprolaktinämie.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Anorexie.

Unbekannt: Hyponatriämie (manchmal aufgrund einer unangemessenen Sekretion des antidiuretischen Hormons), Gewichtszunahme, Gewichtsabnahme.

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich: Halluzinationen, Verwirrung, Aggression.

Selten: Manie.

Unbekannt: Suizidgedanken, suizidales Verhalten (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Störungen des Nervensystems

Häufig: Erregung, Angst, Benommenheit, Schlaflosigkeit, Tremor, Somnolenz, Nervosität, Kopfschmerzen.

Gelegentlich: Ataxie, extrapyramidale Symptome.

Selten: Krämpfe.

Unbekannt: Serotoninsyndrom, Ereignisse ähnlich dem neuroleptischen malignen Syndroms, Akathisie/psychomotorische Unruhe, Parästhesie, Dysgeusie.

Augenleiden

Unbekannt: Glaukom, Mydriasis.

Funktionsstörungen des Herzens

Häufig: Palpitationen, Tachykardie.

Funktionsstörungen der Gefässe

Gelegentlich: (orthostatische) Hypotension.

Gastrointestinale Störungen

Häufig: Abdominaler Schmerz, Verstopfung, Diarrhöe, Mundtrockenheit, Dyspepsie, Nausea, z.T. mit Erbrechen, vor allem zu Beginn der Therapie.

Unbekannt: gastrointestinale Blutung.

Funktionsstörungen der Leber und Galle

Selten: Leberfunktionsstörungen.

Funktionsstörung der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Hyperhidrose.

Gelegentlich: Überempfindlichkeitsreaktionen (einschl. Ausschlag, Pruritus, Angioödem).

Selten: Photosensibilität.

Unbekannt: Ekchymose, Purpura.

Muskelskelettsystem (Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes und der Knochen)

Gelegentlich: Arthralgie, Myalgie.

Unbekannt: Knochenbrüche*.

* Epidemiologische Studien, vor allem bei Patienten ab 50 Jahren, zeigen ein erhöhtes Risiko von Knochenbrüchen bei Patienten, die SSRI und trizyklische Antidepressiva einnehmen. Der Mechanismus, der zu diesem Risiko führt, ist unbekannt.

Funktionsstörungen der Nieren und ableitenden Harnwege

Unbekannt: Miktionsstörungen (einschliesslich Harnverhalten, Inkontinenz, Pollakisurie, Nykturie und Enurese).

Funktionsstörungen des Reproduktionssystems und der Brust

Gelegentlich: Impotenz, Libidostörungen, abnorme (verzögerte) Ejakulation.

Selten: Galaktorrhoe.

Unbekannt: Anorgasmie, Zyklusstörungen (wie Amenorrhoe, Hypomenorrhoe, Metrorrhagie und Menorrhagie), gynäkologische Hämorrhagien.

Allgemeine Störungen

Häufig: Asthenie, Unwohlsein.

Unbekannt: Entzugserscheinungen, einschliesslich neonatale Entzugserscheinungen.

Absetzsymptome

Das Absetzen von Fluvoxamin (vor allem wenn abrupt) führt häufig zu Absetzsymptomen. Es wird daher empfohlen, Fluvoxamin schrittweise auszuschleichen, wenn eine Therapie nicht mehr angezeigt ist (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Überdosierung

Symptome

Die am häufigsten vorkommenden Symptome umfassen gastro-intestinale Beschwerden (Nausea, Erbrechen und Durchfall), Somnolenz und Benommenheit. Herzanomalien (Tachykardie, Bradykardie, Hypotonie), Leberfunktionsstörungen, Krämpfe und Koma wurden ebenfalls berichtet.

Es wurde über mehr als 300 Fälle von Überdosierung mit Fluvoxamin allein oder in Kombination mit anderen Substanzen berichtet.

Die höchste gemeldete Überdosierung betrug 12 g. Dieser Patient erholte sich vollständig.

Bei Überdosierungen von Fluvoxamin in Kombination mit anderen Substanzen wurden gelegentlich ernsthafte Komplikationen beobachtet. Es wurde über 4 Todesfälle berichtet, wo möglicherweise Fluvoxamin alleine eingenommen wurde.

Behandlung

Gegen Fluvoxamin gibt es kein spezifisches Antidot. Im Falle einer Überdosierung muss der Magen unverzüglich entleert und eine symptomatische Behandlung eingeleitet werden. Die wiederholte Verabreichung von Medizinalkohle, wird ebenfalls empfohlen. Wegen des grossen Verteilungsvolumens von Fluvoxamin, ist der Nutzen einer forcierten Diuresis oder einer Dialyse unwahrscheinlich.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N06AB08

Floxyfral ist ein Antidepressivum zur Behandlung von leichten, mittelschweren und schweren Depressionen verschiedener Genese bei Erwachsenen sowie von Zwangserkrankungen bei Erwachsenen und bei Kindern ab 8 Jahren.

Sein Wirkungsmechanismus beruht auf einer selektiven Hemmung der Wiederaufnahme von Serotonin in den Nervenzellen des Gehirns. Die Interferenz mit noradrenergen Abläufen ist minimal. Die Bindungskapazität von Floxyfral an α-adrenerge, β-adrenerge, histaminerge, muskarinisch cholinerge, dopaminerge und serotonerge Rezeptoren ist unbedeutend.

Fluvoxamin hat eine hohe Affinität für Sigma-1-Rezeptoren, wo es bei therapeutischen Dosen als Agonist wirkt.

Studien bei älteren Patienten ergaben keine Unterschiede bezüglich Sicherheit und Wirksamkeit verglichen mit den übrigen Altersgruppen.

Floxyfral hat weder eine stimulierende noch eine sedierende Wirkung. Es beeinträchtigt normalerweise die psychomotorische Leistung nicht und besitzt keine anticholinerge Wirkung.

Pharmakokinetik

Absorption

Fluvoxamin wird nach oraler Verabreichung vollständig absorbiert. Maximale Blutspiegel und AUC stiegen im Versuch an gesunden Probanden proportional zur verabreichten Dosis, nach einmaliger Einnahme von 25 mg, 50 mg und 100 mg Floxyfral. In höherer Dosierung bis zu 300 mg/Tag zeigte sich an gesunden Probanden eine nicht lineare Pharmakokinetik. Bei Kindern ist die Pharmakokinetik nicht linear. Dies gilt auch für Dosierungen zwischen 25 mg/Tag und 150 mg/Tag. Nach einmaliger Einnahme von 100 mg Floxyfral wurden maximale Blutspiegel von 15-63 ng/ml nach 3-8 Stunden erreicht. Auch war bei solchen Probanden kein Einfluss der Nahrungsaufnahme auf die Absorption von Fluvoxamin festzustellen. Die mittlere absolute Bioverfügbarkeit beträgt 53% aufgrund des first-pass Metabolismus.

Distribution

Das Fliessgleichgewicht (steady-state) wird normalerweise innerhalb von 10-14 Tagen erreicht. In-vitro-Tests zeigten eine Plasmaproteinbindung von Fluvoxamin an Humanplasmaproteine von 80%. Das Verteilungsvolumen beim Menschen ist 25 l/kg.

Metabolismus

Fluvoxamin wird zum überwiegenden Teil in der Leber metabolisiert, hauptsächlich mittels oxydativer Demethylierung. Dabei entstehen mindestens 9 Metaboliten, welche durch die Nieren ausgeschieden werden. Die 2 Hauptmetaboliten haben keine relevante pharmakologische Aktivität.

Fluvoxamin ist ein starker Hemmer von CYP1A2 und CYP2C19. Eine moderate Hemmung wurde für CYP2C9, CYP2D6 und CYP3A4 beobachtet.

Elimination

Mehr als 90% einer oral verabreichten radioaktiven Dosis werden innerhalb von 48 Stunden im Urin wiedergefunden. Nach einer einmaligen Dosis wurde eine biologische Halbwertszeit von 13-15 Stunden, nach wiederholter Einnahme eine solche von 17-22 Stunden gemessen. Der Q0-Wert beträgt 0,9.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Das pharmakokinetische Profil bei alten Leuten differiert kaum von demjenigen anderer Altersgruppen.

Bei rund 3 bis 10% der gesunden Bevölkerung kommt es aufgrund eines genetischen Defektes zu einer Verringerung der Aktivität des Cytochrom-450-Isoenzyms P4502D6. Solche Personen werden als «poor metabolizers» von Substanzen wie z.B Debrisoquin, Dextromethorphan und trizyklischen Antidepressiva bezeichnet. Viele Substanzen, darunter auch Fluvoxamin und andere selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, werden durch dieses Isoenzym metabolisiert; deshalb sind die pharmakologischen Eigenschaften und relativen Anteile der Metaboliten bei «poor metabolizers» verändert.

Die Steady-State Plasmakonzentrationen von Fluvoxamin waren bei Kindern (Alter 6-11 Jahre) zweimal so hoch wie bei Jugendlichen (Alter 12-17 Jahre). Plasmakonzentrationen bei Erwachsenen sind nicht grundsätzlich verschieden von denen junger Probanden.

Präklinische Daten

Karzinogenität und Mutagenität

Es gibt keine Hinweise auf Karzinogenität oder Mutagenität mit Fluvoxamin.

Fertilität und Reproduktionstoxizität

Reproduktionsstudien an Ratten ergaben, dass Fluvoxamin die männliche und weibliche Fertilität beeinträchtigt (vermindertes Paarungsverhalten, reduzierte Spermienzahl, erhöhtes Ovargewicht und reduzierte Fertilität).

Embryotoxische Effekte wurden bei Ratten beobachtet (erhöhte embryofetale Todesfälle, vermindertes fetales Gewicht, verzögerte Ossifikation und vermehrte Augenanomalien [gefaltete Retina]). Zudem wurde eine erhöhte Inzidenz perinataler Sterblichkeit bei Jungtieren in prä- und postnatalen Studien beobachtet. Die Effekte wurden bei einer Exposition beobachtet, die die Exposition unter therapeutischen Dosen beim Menschen um das Zweifache überschritt.

Physische und psychologische Abhängigkeit

Das Potential von Fluvoxamin für die Entwicklung von Missbrauch, Gewöhnungseffekten und physische Abhängigkeit wurde in einem nichtmenschlichen Primatenmodell untersucht. Es wurden keine Hinweise auf Abhängigkeitsphänomene gefunden.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP.:» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) und vor Licht geschützt aufbewahren.

Arzneimittel ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

44603 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

BGP Products GmbH, 6341 Baar.

Stand der Information

Oktober 2015.

[Version 104 D]

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