Flectoparin Tissugel 7 Pflaster

Flectoparin Tissugel 7 Pflaster

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoffe: diclofenacum epolaminum, heparinum natricum.

Hilfsstoffe: propylenglycolum, conserv. E 216, E 218, aromatica, excipiens ad gelatum.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Jedes Pflaster (14 g) enthält 181 mg diclofenacum epolaminum (entsprechend einer Konzentration von 1,3% diclofenacum epolaminum, bzw. 1% diclofenacum natricum) und 5’600 I.E. Heparin.

Selbsthaftendes, flexibles Pflaster zum Auflegen auf die Haut, bestehend aus einer 14 cm × 10 cm grossen hydrophilen Polymer-Unterlage, auf der das wirkstoffhaltige adhäsive Gel uniform aufgetragen ist. Die Oberfläche des Gels ist mit einer durchsichtigen Schutzfolie abgedeckt.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Lokale Behandlung von schmerzhaften und entzündlichen Erkrankungen mit Hämatomen und/oder Ödemen infolge stumpfer Traumen wie Verstauchungen, Prellungen, Zerrungen.

Dosierung/Anwendung

Erwachsene

Die Behandlung besteht in der täglichen Applikation eines Pflasters auf die schmerzende Stelle.

Die Behandlungsdauer richtet sich primär nach der Schwere der Symptome, sollte jedoch nicht länger als 10 Tage dauern.

Flectoparin Tissugel kann als Begleittherapie zusammen mit einem oralen antiphlogistischen Arzneimittel verwendet werden.

Kinder

Die Anwendung und Sicherheit von Flectoparin Tissugel bei Kindern und Jugendlichen ist bisher nicht systematisch geprüft worden.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber den Wirkstoffen Diclofenac und Heparin sowie gegenüber einem der Hilfsstoffe.

Überempfindlichkeit gegenüber Acetylsalicylsäure oder anderen nichtsteroidalen Antiphlogistika (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Anwendung auf offenen Wunden (Hautschürfungen, Schnittwunden, Verbrennungen) oder auf pathologisch veränderten Hautoberflächen (z.B. auf ekzematöser, erythematöser Haut).

Im dritten Trimenon der Schwangerschaft.

Bekannte Heparin-induzierte/assozierte Thrombozytopenie (HIT) in der Vorgeschichte.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Bei Patienten die an peptischen Ulcera leiden oder litten, ist Vorsicht geboten.

Flectoparin Tissugel darf nicht mit den Augen und den Schleimhäuten in Kontakt kommen.

Die Behandlungsdauer sollte nicht länger als 10 Tage betragen, da keine Erfahrungen über eine längere Behandlungsdauer vorliegen.

Interaktionen

Bisher sind keine bekannt. Siehe auch letzter Abschnitt der Rubrik «Unerwünschte Wirkungen».

Schwangerschaft/Stillzeit

Zur Zeit liegen keine klinischen Daten zur Anwendung von Flectoparin Tissugel bei Schwangeren und Stillenden vor. Mit dem Präparat wurden keine tierexperimentellen Studien durchgeführt.

Schwangerschaft

1. und 2. Trimenon: bei der Anwendung von Flectoparin Tissugel während des ersten und zweiten Trimenons ist Vorsicht geboten.

3. Trimenon: aufgrund des möglichen vorzeitigen Verschlusses des Ductus arteriosus Botalli, möglicher Wehenhemmungen und verstärkter Blutungsneigung bei Mutter und Kind sowie verstärktem Ödembildungsrisiko bei der Mutter ist die Anwendung von Flectoparin Tissugel während des letzten Trimenons kontraindiziert.

Stillzeit

Da ein Übertritt der Wirkstoffe in die Muttermilch nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann, sollte Flectoparin Tissugel vorsichtshalber bei der stillenden Mutter nicht angewendet werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Nicht zutreffend.

Unerwünschte Wirkungen

Häufigkeit: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich­ (≥1/1’000, <1/100), selten (≥1/10’000, <1/­1’000), sehr selten (<1/10’000).

Immunsystem

Sehr selten: Überempfindlichkeitsreaktionen, Quincke Ödem.

Atmungsorgane

Sehr selten: Asthmaanfall.

Haut

Häufig: leichte Rötung.

Gelegentlich: Juckreiz, Wärmeempfindung, moderate Rötung, allergische Reaktion, Erythem mit Ödem.

Sehr selten: generalisierter Hautauschlag; Photosensibilisierung.

Die Wahrscheinlichkeit, dass unter topischer Anwendung von Diclofenac systemische Nebenwirkungen auftreten ist gering. Wenn Flectoparin Tissugel auf grösseren Flächen und während längerer Zeit angewendet wird, ist das Auftreten von systemischen Diclofenac-Nebenwirkungen nicht völlig auszuschliessen. In solchen Fällen sollte die Fachinformation zu oralen Diclofenac Arzneiformen konsultiert werden. Betreffend Heparin, siehe Rubrik «Pharmakokinetik/Absorption».

Überdosierung

Sollten bei unsachgemässer Anwendung oder bei versehentlicher Überdosierung systemische Nebenwirkungen auftreten, sind die für Intoxikationen mit nichtsteroidalen Antiphlogistika üblichen therapeutischen Massnahmen zu ergreifen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: M02AA15

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Flectoparin Tissugel enthält als Wirkstoffe Diclofenac, ein Derivat der Phenylessigsäure, mit antiphlogistischen und analgetischen Eigenschaften, das zur Gruppe der nicht­steroidalen Antiphlogistika (NSAID) gehört und Heparin, welches die Resorption von Ödemen und Hämatomen begünstigt. Heparin, ein sulfatiertes Glycosaminglycan, kommt natürlicherweise in den Geweben von Säugetieren vor.

Als wesentlich für den Wirkungsmechanismus von Diclofenac wird die Hemmung der Prostaglandin-Biosynthese angesehen, die experimentell nachgewiesen wurde. Prostaglandine sind an der Entstehung von Entzündung, Schmerz und Fieber wesentlich beteiligt.

Klinische Wirksamkeit

Die Wirksamkeit von Flectoparin Tissugel ist in zwei doppelblinden, randomisierten, placebokontrollierten, klinischen Studien nachgewiesen worden. In der ersten 2-armigen Studie bei 230 Patienten mit Sprunggelenksver­stauchungen konnte gezeigt werden, dass Flectoparin Tissugel in Bezug auf die Regression des Ödems und der Schmerzen wirksam war. Die zweite 3-armige Studie wurde bei 180 Patienten mit Hämatomen infolge von Prellungen durchgeführt und bestätigte die Wirksamkeit von Flectoparin Tissugel.

Pharmakokinetik

Absorption

Bei der lokalen Applikation von Flectoparin Tissugel werden die Wirkstoffe Diclofenac Epolamin und Heparin in sehr geringen Mengen resorbiert. Im Fliessgleichgewicht (steady state) wird eine maximale Diclofenac Plasmakonzentration (cmax) von 2,31 ± 0,94 ng/ml innerhalb (tmax) von 3,42 ± 2,31 h gemessen. Die erreichte Diclofenac Plasmakonzentration nach lokaler Applikation von Flectoparin Tissugel ist über 100mal tiefer als nach einer oralen 50 mg Diclofenac natricum Dosis. Die Möglichkeit einer systemischen Wirkung von Heparin wurde anhand der aPTT Zeit bestimmt. Vor und nach einer mehrtägigen Applikation von Flectoparin Tissugel veränderte sich die aPTT Zeit nicht. Ab einer plasmatischen Heparinkonzentration von 0,1 IE/ml sind bekanntlich Verlängerungen der aPTT Zeit nachweisbar. Falls durch die lokale Applikation das Heparin systemisch verteilt würde, wären die erreichten Werte unter dieser Grenze (0,1 IE/ml).

Metabolismus/Elimination

Die Metabolisierung und die Eliminationskinetik des systemisch absorbierten Anteils von Diclofenac nach lokaler Anwendung entsprechen denjenigen nach oraler Verabreichung: siehe Fachinformation zu den oralen Arzneiformen.

Präklinische Daten

Es sind keine für die Anwendung relevanten präklinischen Daten vorhanden.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

In der Originalverpackung dürfen die Pflaster nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» angegebenen Datum verwendet werden.

Nach der 1. Öffnung des Beutels sind die Pflaster innerhalb von 3 Monaten aufzubrauchen.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Hinweise für die Handhabung

Vor der Anwendung die durchsichtige Folie, die die gallertartige, selbsthaftende Oberfläche schützt, entfernen. Das Pflaster soll als ganzes gebraucht werden (nicht in kleinere Stücke schneiden).

Zulassungsnummer

57347 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

IBSA Institut Biochimique SA, 6903 Lugano.

Stand der Information

April 2011.

Verwendung dieser Informationen

Die Informationen auf dieser Seite sind für Fachpersonal gedacht. Bei Fragen lassen Sie sich von einer Fachperson (z.B. Arzt oder Apotheker) beraten und lesen Sie die Packungsbeilage auf unserer Produktseite.