Adartrel Filmtabl 0.25 Mg 12 Stk

Adartrel Filmtabl 0.25 Mg 12 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Ropinirolum ut Ropiniroli hydrochloridum.

Hilfsstoffe

Filmtabletten zu 0,25 mg und 2,0 mg: Lactosum, carmellosum natricum conexum*, Excip. pro compresso obducto.

Filmtabletten zu 0,5 mg: Color: E132, Lactosum, carmellosum natricum conexum*, Excip. pro compresso obducto.

* Aus gentechnisch veränderter Baumwolle hergestellt.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten zu 0,25 mg, 0,5 mg und 2,0 mg Ropinirol.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Behandlung des idiopathischen Restless-Legs-Syndroms (RLS).

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

Erwachsene

Empfohlen wird eine individuelle Dosistitration entsprechend der Wirksamkeit und Verträglichkeit. Die Dosis sollte unmittelbar vor dem Zubettgehen eingenommen werden, doch kann die Dosis auch bis zu drei Stunden vor dem Zubettgehen eingenommen werden. Die Adartrel Filmtabletten können sowohl zu den Mahlzeiten als auch ohne Nahrungsaufnahme eingenommen werden.

Beginn der Behandlung (Woche 1)

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 0,25 mg einmal täglich während 2 Tagen. Ist diese Dosierung gut verträglich, sollte sie für den Rest der Woche 1 auf 0,5 mg einmal täglich erhöht werden.

Therapiephase (ab Woche 2)

Nach dem Behandlungsbeginn sollte die Tagesdosis so lange erhöht werden, bis eine optimale therapeutische Antwort erzielt wird. Ausführliche Informationen zum Ablauf der Dosissteigerung können der untenstehenden Tabelle entnommen werden.

Tabelle: Empfehlungen zur Dosiseinstellung

WocheDosis (mg)/einmal täglich
21,0
31,5
42,0
52,5
63,0
74,0

Erste Anzeichen für einen therapeutischen Effekt sind bei manchen Patienten bereits nach einer Woche zu erwarten, obwohl eine weitere Dosissteigerung wahrscheinlich erforderlich ist, bis die optimale Wirksamkeit erreicht wird. In den klinischen Studien wurde eine mittlere Dosis von ungefähr 2 mg einmal täglich ermittelt.

Bei Patienten mit Restless-Legs-Syndrom wurden Dosierungen von über 4,0 mg einmal täglich bisher nicht untersucht.

Wird die Behandlung für mehr als ein paar Tage unterbrochen, sollte die Dosis bei Wiederaufnahme der Behandlung gemäss oben beschriebenem Schema erneut eingestellt werden.

Dauer der Behandlung

Falls die Therapie innerhalb von 8 Wochen nicht zur Verbesserung der Symptome geführt hat, sollte sie neu beurteilt und gegebenenfalls gestoppt werden. Dies gilt insbesondere für die Behandlung weiblicher Patienten, da in den klinischen Studien mit Adartrel der Wirksamkeitsunterschied von Adartrel im Vergleich zu Placebo bei weibli­chen Patienten gegenüber männlichen Patienten erheblich reduziert war (vgl. «Eigenschaften/Wirkungen»).

Spezielle Dosierungsanweisungen

Kinder und Jugendliche

Zur Anwendung von Ropinirol bei Patienten unter 18 Jahren, welche an einem Restless-Legs-Syndrom leiden, liegen keine Daten vor. Deshalb wird der Einsatz von Adartrel bei dieser Altersgruppe nicht empfohlen.

Ältere Patienten

Obwohl die Ropinirol-Clearance bei Patienten ab 65 Jahre niedriger ist, kann die Dosierung bei diesen Patienten auf die übliche Weise eingestellt werden.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei Patienten mit einer leichten bis mässigen Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance 30–50 ml/min) ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Eine Studie zur Anwendung von Ropinirol bei Patienten mit einer Nierenerkrankung im terminalen Stadium (Hämodialyse-pflichtige Patienten) ergab, dass bei diesem Patientenkollektiv eine Dosisanpassung erforderlich ist.

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt bei diesen Patienten 0,25 mg einmal täglich. Weitere Dosissteigerungen sollten auf Grundlage der jeweiligen Verträglichkeit und Wirksamkeit vorgenommen werden. Die empfohlene Höchstdosis bei Patienten, die regelmässig eine Dialysebehandlung erhalten, beträgt 3 mg/Tag. Ergänzende Dosisgaben nach der Dialyse sind nicht erforderlich.

Die Anwendung von Ropinirol bei Patienten mit schwer eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min) ohne regelmässige Dialyse wurde nicht untersucht.

Eingeschränkte Leberfunktion

Die Anwendung von Ropinirol bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion wurde nicht untersucht. Die Verabreichung von Ropinirol bei diesen Patienten wird nicht empfohlen.

Kontraindikationen

Die Anwendung von Adartrel ist kontraindiziert bei Patienten

  • mit Überempfindlichkeit gegenüber Ropinirol oder einem der Hilfsstoffe von Adartrel;
  • mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <30 ml/min) ohne regelmässige Dialyse (vgl. «Dosierung/Anwendung»);
  • mit Leberinsuffizienz.

Während der Schwangerschaft und Stillzeit ist Adartrel kontraindiziert.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Aufgrund des pharmakologischen Wirkmechanismus von Ropinirol ist bei der Behandlung von Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen besondere Vorsicht angezeigt.

Patienten mit schweren psychotischen Störungen sollten nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung mit Dopamin-Agonisten behandelt werden.

Meldungen über Störungen der Impulskontrolle (Unfähigkeit, Impulsen zu widerstehen) liegen für Patienten vor, die mit dopaminergen Wirkstoffen, einschliesslich Ropinirol, behandelt wurden. Gemeldet wurden z.B. pathologische Spielsucht, gesteigerte Libido einschliesslich Hypersexualität, Kaufzwang und Essattacken (binge eating) (vgl. «Unerwünschte Wirkungen - Erfahrungen aus Post Marketing Berichten»). Diese Symptome waren im Allgemeinen bei Dosisreduktion oder Absetzen der Behandlung reversibel. In einigen Fällen, die unter Ropinirol berichtet wurden, lagen auch andere Faktoren vor, beispielsweise eine Vorgeschichte von zwanghaftem Verhalten oder eine begleitende dopaminerge Behandlung.

Die Patienten müssen darauf hingewiesen werden, dass besonders zu Beginn der Behandlung Episoden von plötzlichem Einschlafen ohne vorherige Warnsymptome, Schläfrigkeit und Schwindel auftreten können (vgl. «Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen» und «Unerwünschte Wirkungen»).

Während der Behandlung mit Ropinirol ist folgende paradoxe Verschlechterung der Symptome des Restless-Legs-Syndroms beobachtet worden: Augmentation (entweder früheres Einsetzen, verstärkte Intensität oder Ausbreitung der Symptome auf zuvor nicht betroffene Gliedmassen) oder frühmorgendliches Rebound-Phänomen (erneutes Auftreten der Symptome in den frühen Morgenstunden). In diesem Fall sollte die Ropinirol-Behandlung überdacht und eine Dosisanpassung oder ein Abbruch der Behandlung in Betracht gezogen werden.

Interaktionen

Die gleichzeitige Verabreichung von Neuroleptika und anderen zentral wirksamen Dopamin-Antagonisten wie Sulpirid oder Metoclopramid mit Adartrel ist zu vermeiden, weil diese die Wirksamkeit von Adartrel vermindern können.

Ropinirol wird vorwiegend durch das Cytochrom-P450-Isoenzym CYP1A2 metabolisiert. Eine Pharmakokinetikstudie (mit einer Ropiniroldosis von 2 mg dreimal täglich) hat gezeigt, dass Ciprofloxacin den Cmax-Wert von Ropinirol um 60% und den AUC-Wert um 84% erhöhte, so dass möglicherweise das Risiko unerwünschter Ereignisse erhöht ist. Deshalb ist eine Dosisanpassung bei bereits auf Adartrel eingestellte Patienten erforderlich, wenn Arzneimittel, die das Cytochrom P450 CYP1A2 hemmen (z.B. Ciprofloxacin, Enoxacin oder Fluvoxamin) zusätzlich verabreicht oder abgesetzt werden.

Eine Interaktionsstudie mit Ropinirol (in einer Dosierung von 2 mg dreimal täglich) und dem CYP1A2-Substrat Theophyllin zeigte keinerlei Änderung der Pharmakokinetik, weder bei Ropinirol noch bei Theophyllin.

Bekanntermassen induziert das Rauchen das Cytochrom CYP1A2. Bei Patienten, die unter einer Ropinirol-Behandlung mit dem Rauchen beginnen oder aufhören, ist möglicherweise eine Dosisanpassung erforderlich.

Erhöhte Plasmakonzentrationen von Ropinirol sind bei Patientinnen unter Hormonsubstitution festgestellt worden. Bei Patientinnen, die vor dem Beginn einer Ropinirol-Therapie eine Hormonsubstitution erhielten, kann die Behandlung normal einschleichend dosiert werden. Wird jedoch unter einer Ropinirol-Behandlung eine Hormonsubstitution begonnen oder beendet, kann eine Anpassung der Ropiniroldosis in Abhängigkeit der klinischen Wirksamkeit oder dem Auftreten von unerwünschten Wirkungen erforderlich sein.

Es wurden keine pharmakokinetischen Interaktionen zwischen Ropinirol und Domperidon (einem Arzneimittel zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen) festgestellt, die eine Dosisanpassung einer der beiden Arzneimittel erforderlich machen würde.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine hinreichenden Daten zur Anwendung von Adartrel bei Schwangeren vor. In tierexperimentellen Studien (vgl. «Präklinische Daten») fand sich eine Reproduktionstoxizität. Das potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt. Während der Schwangerschaft ist das Arzneimittel kontraindiziert.

Stillzeit

Da Ropinirol die Laktation hemmen kann, darf es bei stillenden Frauen nicht angewendet werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Über die Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen wurden bisher mit Ropinirol keine Studien durchgeführt. Allerdings sollten die Patienten gewarnt werden, dass möglicherweise Episoden von plötzlichem Einschlafen ohne vorherige Warnsymptome, Schläfrigkeit und Schwindel (einschliesslich Vertigo) vor allem zu Beginn der Behandlung auftreten können.

Die Patienten sollten über die sehr seltenen Fälle von plötzlichem Einschlafen unter einer Behandlung mit Ropinirol sowie anderen dopaminergen Arzneimitteln, die insbesondere bei der Morbus Parkinson-Erkrankung zur Anwendung kommen, aufgeklärt werden. Ohne vorherige Warnung oder ohne eine offensichtliche Tagesschläfrigkeit können betroffene Patienten ganz plötzlich einschlafen (vgl. «Unerwünschte Wirkungen»). Die Patienten sollten dahingehend gewarnt werden, dass ein plötzliches Einschlafen beim Führen von Fahrzeugen oder beim Bedienen von Maschinen ihre eigene Sicherheit aber auch die Sicherheit anderer gefährdet. Den Patienten ist vom Führen von Fahrzeugen oder von anderen potentiell gefährlichen Aktivitäten abzuraten, falls sie unter extremer Tagesschläfrigkeit und/oder plötzlichem Einschlafen leiden; insbesondere wenn dies bei Tätigkeiten vorkommt, bei denen eine aktive Teilnahme erforderlich ist.

Unerwünschte Wirkungen

Anwendung von Ropinirol beim Restless-Legs-Syndrom

Die häufigste unerwünschte Wirkung in den klinischen Studien zur Anwendung von Ropinirol beim Restless-Legs-Syndrom war Übelkeit (ungefähr 30% der Patienten). Gastrointestinale Nebenwirkungen (wie Übelkeit und Erbrechen) wurden in den klinischen Studien bei Frauen häufiger beobachtet als bei Männern. Die unerwünschten Ereignisse waren im Normalfall nur von leichter bis mässig starker Ausprägung und traten zu Beginn der Behandlung oder bei einer Dosiserhöhung auf. Nur wenige Patienten brachen ihre Teilnahme an den klinischen Studien wegen unerwünschten Ereignissen ab.

In den klinischen Studien über 12 Wochen wurde in der Ropinirol Gruppe über die folgenden unerwünschten Ereignisse mit einer Häufigkeit von mehr als 10% berichtet:

Unerwünschte WirkungRopinirol(n = 309)%Placebo(n = 307)(%)
Übelkeit37,9%8,1%
Kopfschmerzen22,3%20,8%
Erbrechen12,9%1,6%
Schwindel12,3%4,6%
Schläfrigkeit11,7%6,5%
Infektionen der oberen Atemwege10,7%8,8%
Müdigkeit10,4%5,9%

Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden in den klinischen Studien über 12 Wochen unter Ropinirol ≥1% häufiger gemeldet als unter Placebo:

Diese unerwünschten Wirkungen sind nach Organklasse und Häufigkeit aufgeführt. Die Häufigkeiten in klinischen Studien wurden im Vergleich zu Placebo ermittelt und als sehr häufig (>1/10), häufig (>1/100, <1/10) oder gelegentlich (>1/1000, <1/100) eingestuft.

Psychiatrie

Häufig: Nervosität.

Gelegentlich: Verwirrtheit.

Nervensystem

Häufig: Schwindel (einschliesslich Vertigo), Schläfrigkeit, Synkopen, Augmentation (entweder früheres Einsetzen, verstärkte Intensität oder Ausbreitung der Symptome auf zuvor nicht betroffene Gliedmassen), frühmorgendliches Rebound-Phänomen (erneutes Auftreten der Symptome in den frühen Morgenstunden) (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Gefässe

Gelegentlich: Orthostatische Hypotonie, Hypotonie.

Gastrointestinaltrakt

Sehr häufig: Übelkeit, Erbrechen.

Häufig: Bauchschmerzen.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Häufig: Müdigkeit.

Beim Auftreten von signifikanten unerwünschten Ereignissen ist eine Dosisreduktion in Betracht zu ziehen. Falls daraufhin die unerwünschten Wirkungen nachlassen, kann wiederum mit einer schrittweisen Dosiserhöhung begonnen werden.

Andere Erfahrungen mit Ropinirol

Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden in klinischen Studien mit Parkinsonpatienten bei Dosen bis zu 24 mg/Tag mit einer Inzidenz von ≥10% beobachtet (Mono- und Kombinationstherapie):

Unerwünschte WirkungRopinirol(n = 455)Placebo(n = 298)
Übelkeit37,8%19,5%
Schwindel29,5%17,8%
Schläfrigkeit23,7%7,0%
Dyskinesie19,8%9,7%
Kopfschmerzen14,7%13,1%
Schlaflosigkeit12,1%12,8%
Verschlimmerung der Parkinsonsymptomatik11,9%12,4%

Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden in den klinischen Studien bei Morbus Parkinson bei Dosen bis zu 24 mg/Tag beobachtet. Diese unerwünschten Wirkungen sind nach Organklasse und Häufigkeit aufgeführt und die Häufigkeiten in klinischen Studien wurden im Vergleich zu Placebo ermittelt und als sehr häufig (>1/10), häufig (>1/100, <1/10) oder gelegentlich (>1/1000, <1/100) eingestuft.

Psychiatrische Störungen

Häufig: Halluzinationen, Verwirrtheit.

Nervensystem

Sehr häufig: Schläfrigkeit, Synkopen, Dyskinesie.

Häufig: Schwindel (einschliesslich Vertigo).

Gefässe

Gelegentlich: Orthostatische Hypotonie, Hypotonie.

Gastrointestinaltrakt

Sehr häufig: Übelkeit.

Häufig: Bauchschmerzen, Erbrechen, Magenbrennen.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Häufig: Peripheres Ödem (inkl. Beinödem).

Erfahrungen aus Post Marketing Berichten

Störungen des Immunsystems

Sehr selten: Überempfindlichkeitsreaktionen (einschliesslich Urtikaria, Angioödem, Hautausschlag, Juckreiz). Bei einer Einzelmeldung von Anaphylaxie wurde ein Kausalzusammenhang mit der Verabreichung von Ropinirol nicht nachgewiesen.

Psychiatrische Störungen

Gelegentlich: Psychotische Reaktionen (mit Ausnahme von Halluzinationen) einschliesslich Wahnvorstellungen, Paranoia, Delirium.

Störungen der Impulskontrolle. Gemeldet wurden z.B. pathologische Spielsucht, gesteigerte Libido einschliesslich Hypersexualität, Kaufzwang und Essattacken (binge eating) (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Aggressivität*.

* Aggressivität wurde mit psychotischen Reaktionen sowie mit kompulsiven Symptomen in Zusammenhang gebracht.

Ropinirol verursacht Schläfrigkeit und es liegen sehr seltene Berichte vor über extreme Tagesschläfrigkeit und plötzliches Einschlafen.

Häufig wurde unter Behandlung mit Ropinirol auch über das Auftreten von Hypotonie oder orthostatischer Hypotonie berichtet.

Sehr selten wurde über hepatische Reaktionen, v.a. Anstieg der Leberenzyme, berichtet.

Überdosierung

Bei einer Überdosierung von Ropinirol sind Symptome aufgrund der dopaminergen Aktivität des Wirkstoffes zu erwarten. Diese Symptome können durch eine Behandlung mit Dopaminantagonisten wie Neuroleptika oder Metoclopramid gelindert werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N04BC04

Wirkungsmechanismus

Ropinirol ist ein nicht-ergoliner D2/D3-Dopaminagonist. Die Pathophysiologie des Restless-Legs-Syndroms ist möglicherweise auf einen Mangel an dopaminerger Aktivität zurückzuführen (beispielsweise durch eine Verminderung der Dopamin-Synthese und der Dichte von Dopamin-D2-Rezeptoren im Nigrostriatum). Hinweise aus der Neuropharmakologie lassen eine primäre Beteiligung des dopaminergen Systems mit möglicher Beteiligung anderer Neurotransmittersysteme vermuten. Positronen-Emission-Tomografie-Studien deuten darauf hin, dass eine leichte dopaminerge Funktionsstörung im Bereich der Präsynapsen im Striatum an der Pathogenese des Restless-Legs-Syndroms beteiligt sein könnte.

Klinische Wirksamkeit

Das Restless-Legs-Syndrom wird als neurologischer Zustand mit einer starken Auswirkung auf das Schlafverhalten klassifiziert. Charakteristisch für das Syndrom sind quälende Empfindungen in den unteren Gliedmassen und der Drang, die betroffenen Gliedmassen zur Symptomlinderung zu bewegen. Am schlimmsten sind die Symptome im Zustand der Ruhe – sie treten vorwiegend am Abend oder in der Nacht auf – und werden durch körperliche Aktivität teilweise gelindert. Bei ungefähr 80% der Patienten mit Restless-Legs-Syndrom treten regelmässig Beinbewegungen während des Schlafes auf. Hierbei handelt es sich um repetitive, stereotype Bewegungen in einem oder beiden Beinen, die den Patienten mehrmals in der Nacht aufwecken können. Da diese Bewegungen den Schlaf häufig unterbrechen, tragen sie wesentlich zur Morbidität des Restless-Legs-Syndroms bei. Unter der Behandlung mit Ropinirol werden diese Beinbewegungen verringert und die nächtlichen Aufwachschübe reduziert.

In den beiden pivotalen Studien zur Untersuchung der Wirksamkeit über eine Dauer von jeweils 12 Wochen wurden Patienten mit dem Restless-Legs-Syndrom in die Ropinirol-Gruppe oder in die Placebo-Gruppe randomisiert. Die Wirksamkeit wurde in der Woche 12 anhand der International Restless-Legs-Syndrome-Skala und der CGI-Scorewerte (Clinical Global Impression) im Vergleich zum Beginn der Studie (Baseline) bewertet. Die mittlere Ropiniroldosis betrug 1,9 mg täglich. In beiden Studien wurden statistisch signifikante Unterschiede zwischen Ropinirol und Placebo festgestellt. Bereits nach einer nur 1-wöchigen Behandlung wurden sowohl beim Score der International Restless-Legs-Syndrome-Skala wie auch beim Clinical Global Impression-Score signifikante Unterschiede zwischen Ropinirol und Placebo festgestellt. In einer gepoolten Analyse der über 12 Wochen erhobenen Daten fiel die Adartrel-Ansprechrate bei männlichen und weiblichen Patienten ähnlich aus, aber auf das Placebo sprachen deutlich mehr Frauen als Männer an. Dies bedeutet, dass der beobachtete Behandlungsunterschied bei Frauen deutlich geringer war als bei Männern.

In einer Placebo-kontrollierten Studie über eine Dauer von 12 Wochen wurde bei Patienten mit dem Restless-Legs-Syndrom die Wirkung einer Ropinirol-Behandlung auf die periodischen Beinbewegungen im Schlaf sowie diejenigen periodischen Beinbewegungen im Schlaf, die zum Aufwachen führten, mittels Polysomnographie untersucht. Statistisch signifikante Unterschiede zwischen Ropinirol und Placebo wurden dabei während der gesamten Dauer der Behandlung sowohl bei den periodischen Beinbewegungen im Schlaf (p ≤0,001) wie auch beim Index für periodische Beinbewegungen im Schlaf, die zum Aufwachen führen (p= 0,0096), festgestellt.

Im Vergleich zu den Patienten in der Placebo-Gruppe berichteten die Patienten, die mit Ropinirol behandelt wurden, über signifikante Verbesserungen hinsichtlich Schlafstörungen, Schlafmenge, Schlafqualität und Tagesschläfrigkeit.

Der langfristige Wirksamkeitserhalt in der Behandlung des RLS wurde in einer 36-wöchigen Studie gezeigt. Nach einer 24-wöchigen einfachblinden Behandlungsphase (flexible Dosen von Ropinirol von 0,25 mg bis 4 mg einmal täglich), wurden Responder, d.h. Patienten, die auf die Behandlung ansprachen (definiert als ein Rückgang von >6 Punkten im Gesamtscore nach der IRLS Skala im Vergleich zu Studienbeginn) in doppelblinder Verfahrensweise in die Behandlung mit Placebo oder in die fortgesetzte Behandlung mit Ropinirol über weitere 12 Wochen randomisiert. Nach der Randomisierung erhielten 45 Patienten Ropinirol (24 Männer und 21 Frauen) und 47 Patienten das Placebo (17 Männer und 30 Frauen). Die Rezidivrate war definiert als ein Anstieg von mindestens 6 Punkten im Gesamtscore der IRLS-Skala auf einen Gesamtscore von mindestens 15, bzw. ein Behandlungsabbruch aufgrund mangelnder Wirksamkeit. Für auf die Therapie ansprechende Patienten lag die mittlere Dosis Ropinirol in Woche 24 bei 2,0 mg (Varianzbereich 0,25 bis 4 mg). Männliche Patienten, die weiterhin Ropinirol erhalten hatten, zeigten eine signifikant niedrigere Rezidivrate im Vergleich zu männlichen Patienten, die in die Behandlung mit Placebo randomisiert worden waren (22,7% versus 62,6%, p= 0,0080). Die Rezidivrate war geringer für weibliche Patienten, die weiterhin Ropinirol erhalten hatten im Vergleich zu in die Behandlung mit Placebo randomisierten weiblichen Patienten, aber der Unterschied war nicht statistisch signifikant (42,9% versus 55,2%, p= 0,4680). Diese fehlende statistische Signifikanz ist möglicherweise der relativ geringen Zahl von Patienten in jeder Untergruppe zuzuschreiben. Insgesamt zeigten die Patienten, die weiterhin Ropinirol erhalten hatten, eine signifikant geringere Rezidivrate verglichen mit Patienten, die in die Behandlung mit Placebo randomisiert worden waren (32,6% versus 57,8%, p= 0,0156).

Pharmakokinetik

Absorption

Nach oraler Verabreichung wird Ropinirol schnell und praktisch vollständig resorbiert. Die Bioverfügbarkeit von Ropinirol beträgt ungefähr 50% (36% bis 57%). Die maximalen Plasmakonzentrationen werden im nüchternen Zustand nach Einnahme einer Einzeldosis nach einer mittleren Dauer von 1,5 Stunden erreicht. Die Bioverfügbarkeit von Ropinirol war bei Einnahme nach den Mahlzeiten ähnlich wie bei Einnahme im nüchternen Zustand. Eine fettreiche Mahlzeit beeinträchtigt jedoch die Resorptionsrate von Ropinirol. Dies äussert sich in einer Verzögerung der mittleren Zeit bis zum Erreichen der Plasmahöchstkonzentration (Tmax) um 2,6 Stunden und einer Verringerung der Plasmahöchstkonzentration (Cmax) um durchschnittlich 25%. Die pharmakokinetischen Parameter unterlagen einer starken interindividuellen Variabilität.

Die Erhöhung der systemischen Exposition (Cmax und AUC) ist im gesamten therapeutischen Dosisbereich proportional. Hinsichtlich der Clearance nach oraler Verabreichung von Ropinirol gibt es keinen Unterschied zwischen der einmaligen und der wiederholten Verabreichung.

Distribution

Das Arzneimittel ist nur in geringem Masse an Plasmaproteine gebunden (10%–40%). Aufgrund seiner hohen Lipophilie weist Ropinirol ein grosses Verteilungsvolumen (ca. 7 l/kg) auf.

Metabolismus

Die Clearance von Ropinirol aus dem Körper erfolgt vorwiegend über eine Metabolisierung durch CYP1A2, wobei die dabei entstehenden Stoffwechselprodukte zum grössten Teil im Urin ausgeschieden werden. Im Tiermodell ist der Hauptmetabolit (N-Despropyl-Verbindung) 100mal weniger aktiv als Ropinirol bezüglich dopaminerger Aktivität.

Elimination

Ropinirol wird aus dem systemischen Blutkreislauf mit einer durchschnittlichen Eliminationshalbwertszeit von ungefähr 6 Stunden ausgeschieden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten (ab 65 Jahre) ist die Ropinirol-Clearance nach der oralen Verabreichung um 15% niedriger als bei jüngeren Patienten. Trotzdem ist bei älteren Patienten keine Dosisanpassung erforderlich.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei Patienten mit leichter bis mässiger Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance zwischen 30 und 50 ml/min) wurde keine Änderung der Ropinirol-Clearance beobachtet.

Bei Patienten mit einer Nierenerkrankung im terminalen Stadium, die eine regelmässige Dialyse erhalten, ist die Ropinirol-Clearance nach oraler Gabe um ungefähr 30% reduziert. Die empfohlene Höchstdosis beträgt maximal 3 mg/Tag (vgl. «Dosierung/Anwendung; Eingeschränkte Nierenfunktion»).

Präklinische Daten

Präklinische Effekte wurden nur bei einer Exposition beobachtet, welche deutlich über der Höchstexposition beim Menschen lagen, so dass diese Wirkungen für die klinische Anwendung als wenig relevant angesehen werden.

Reproduktionsstudien bei Ratten mit für die Muttertiere toxischen Dosierungen zeigten eine Verringerung des Körpergewichts der Föten bei einer Dosis von 60 mg/kg KG, eine Erhöhung der fötalen Sterberate bei 90 mg/kg KG und Missbildungen der Zehen bei 150 mg/kg KG. Teratogene Effekte wurden bei Ratten nach einer Dosis von 120 mg/kg KG nicht beobachtet. Auch bei Kaninchen gab es keine Hinweise auf eine negative Beeinflussung der Entwicklung.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

In der Originalverpackung, nicht über 25 °C und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

56907 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

GlaxoSmithKline AG, 3053 Münchenbuchsee.

Stand der Information

November 2014.

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