Zoladex Safesystem 3.6 Mg Fertigspr

Zoladex Safesystem 3.6 Mg Fertigspr

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Goserelinum 3,6 mg ut Goserelini acetas.

Hilfsstoffe: Copoly(DL-Lactidum-Glycolidum) q.s. pro praeparatione.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Steriles, weisses bis crèmefarbenes, zylindrisches Feststoffdepot zur subkutanen Anwendung in Form einer Fertigspritze mit Sicherheitssystem (SafeSystem) als vorabgefüllter Applikator. Die abbaubare Matrix besteht aus einem Milchsäure-Glykolsäure-Copolymer und enthält 3,8 mg Goserelinacetat (entsprechend 3,6 mg Peptidbase).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Prostatakarzinom

Symptomatische Therapie des fortgeschrittenen, hormonabhängigen Prostatakarzinoms. Als alternative Behandlung, wenn Orchiektomie oder Östrogengaben für den Patienten entweder nicht indiziert oder nicht zumutbar sind.

Zoladex in Kombination mit Bicalutamid 50 mg, einem nichtsteroidalen Antiandrogen beim fortgeschrittenen, metastasierenden Prostatakarzinom (M1).

Adjuvante Hormontherapie beim lokal fortgeschrittenen Prostatakarzinom (Stadium T3-4 gemäss TNM Klassifikation) in Kombination mit externer Strahlentherapie.

Mammakarzinom

Therapie des fortgeschrittenen, metastasierenden Mammakarzinoms sowohl bei prämenopausalen als auch bei perimenopausalen* Frauen mit Rezeptor-positiven Tumoren, bei denen eine Hormontherapie angezeigt ist.

Frühes Mammakarzinom

Adjuvante Therapie des frühen operablen Mammakarzinoms bei prämenopausalen und perimenopausalen* Frauen mit Rezeptor-positiven Tumoren, bei denen eine Hormontherapie angezeigt ist.

* Perimenopausal = Frauen, bei denen die letzte Menstruation nicht mehr als 1 Jahr zurückliegt und bei denen die FSH-, LH- und Östrogenspiegel eine Prämenopause zeigen. Perimenopausale Frauen über 50 Jahre wurden in klinischen Studien nicht eingeschlossen.

Endometriose

Therapie sowohl der symptomatischen als auch der asymptomatischen, oft mit Infertilität einhergehenden Endometriose.

Uterusmyom

Zur präoperativen Vorbehandlung von anämischen Patientinnen mit Uterusmyomen, in Kombination mit einer Eisentherapie.

Endometriale Ablatio

Zur Atrophierung des Endometriums (Endometrial Thinning) bei Patientinnen mit schweren Uterusblutungen bei denen eine endometriale Ablatio indiziert ist.

Assistierte Reproduktionsmedizin

Zur hypophysären Downregulation als Vorbehandlung für die ovarielle Stimulation.

Dosierung/Anwendung

Ein Zoladex-Depot zu 3,6 mg wird alle 28 Tage subkutan unter die Bauchhaut injiziert.

Dosisanpassungen sind weder bei Patienten in fortgeschrittenem Alter noch bei solchen mit Nieren- oder Leberinsuffizienz notwendig.

Beim Injizieren von Zoladex in die vordere Bauchwand ist aufgrund der nahe darunterliegenden Arteria epigastrica inferior und ihrer Verzweigungen Vorsicht geboten.

Bei Anwendung von Zoladex bei Patienten mit tiefem BMI und/oder gleichzeitigem Gebrauch von Antikoagulantien ist besondere Vorsicht geboten (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Für die korrekte Anwendung von Zoladex beachten Sie die Instruktionen unter «Sonstige Hinweise».

Prostata- und Mammakarzinom

Die Therapiedauer ist abhängig vom therapeutischen Effekt der Zoladex-Therapie.

Beim fortgeschrittenen, metastasierenden Prostatakarzinom (M1) kann Zoladex 3,6 mg mit einem nichtsteroidalen Antiandrogen Bicalutamid 50 mg (1× täglich 50 mg) kombiniert werden.

Bei der adjuvanten Hormontherapie in Kombination mit externer Strahlentherapie beim lokal fortgeschrittenen Prostatakarzinom beschränkt sich die klinische Erfahrung auf 36 Monate.

Adjuvante Therapie beim Mammakarzinom

Die klinische Evaluation von Zoladex wurde hauptsächlich in Studien mit einer Dauer von 2 Jahren gemacht. Einzelne Studien über maximal 5 Jahre belegten jedoch ebenfalls die Wirksamkeit und die Sicherheit von Zoladex in der adjuvanten Therapie beim Mammakarzinom. Es wurden keine Studien mit einer längeren Behandlungsdauer als 5 Jahre durchgeführt. Der Nutzen und die Verträglichkeit der Zoladex-Behandlung sollten bei der Bestimmung der individuellen Behandlungsdauer beachtet werden.

Endometriose

Die Dauer der Therapie muss für jede Patientin ermittelt werden, beruhend auf dem Grad der Regression der Implantate und der Besserung der Symptomatik. Allgemein wird mit einer Therapiedauer von 3-6 Monaten ein gutes Resultat erhalten.

Rezidivierende Endometriose

Der therapeutische Effekt wiederholter Therapiezyklen mit Zoladex muss gegen die erwartete Reduktion der Knochenmineraldichte abgewogen werden.

Uterusmyom

Zoladex 3,6 mg Depot wird bei Uterusmyomen in einem Behandlungszeitraum von bis zu 3 Monaten vor dem chirurgischen Eingriff verabreicht; bei anämischen Patientinnen in Kombination mit einer Eisenbehandlung.

Atrophierung des Endometriums

Die Verabreichung von Zoladex Depot 3,6 mg vor der endometrialen Ablatio erfolgt als zweimalige Gabe im Abstand von 28 Tagen. Der Eingriff sollte innerhalb von 14 Tagen nach der zweiten Injektion erfolgen.

Downregulation im Rahmen der Reproduktionsmedizin

Sobald eine hypophysäre Downregulation erreicht ist, soll die ovarielle Stimulation und die Oozytenentnahme mittels üblichen Techniken durchgeführt werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Dosisanpassungen sind weder bei Patienten in fortgeschrittenem Alter noch bei solchen mit Nieren- oder Leberinsuffizienz notwendig.

Kontraindikationen

Zoladex ist kontraindiziert bei:

  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff Goserelin oder anderen LHRH-Analoga oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung,
  • nicht abgeklärten Vaginalblutungen,
  • während der Schwangerschaft und Stillzeit.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

In Verbindung mit Zoladex wurden Verletzungen der Injektionsstelle wie Schmerzen, Hämatome, Hämorrhagien und vaskuläre Verletzungen berichtet. Betroffene Patienten sollen unter Behandlung mit Zoladex auf Anzeichen und Symptome einer abdominalen Hämorrhagie beobachtet werden. In seltenen Fällen führte die falsche Anwendung von Zoladex zu einer vaskulären Verletzung mit hämorrhagischem Schock und folgender Bluttransfusion und operativem Eingriff. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Zoladex bei Patienten mit tiefem BMI und/oder bei Komedikation mit Antikoagulantien (siehe «Dosierung/Anwendung») angewendet wird.

Während der Post-Marketing Phase traten seltene Fälle von Hypophysenapoplexie (ein klinisches Syndrom, infolge eines Hypophyseninfarktes) nach Verabreichung von GnRH-Agonisten auf. Bei der Mehrheit dieser Fälle war ein Hypophysenadenom diagnostiziert worden. Die meisten Fälle traten innerhalb von 2 Wochen nach der ersten Verabreichung auf, einige Fälle innerhalb der ersten Stunde. In diesen Fällen präsentiert sich Hypophysenapoplexie mit plötzlichen Kopfschmerzen, Erbrechen, Sehveränderungen, Ophthalmoplegie, veränderter mentaler Status und manchmal kardiovaskulärer Kollaps. Unverzügliche medizinische Intervention ist notwendig.

Bei bekanntem Hypophysenadenom sollte aus diesem Grund ein GnRH-Agonist nicht gegeben werden.

Bei einer Androgen-Entzugstherapie kann das QT-Intervall verlängert sein, auch wenn ein kausaler Zusammenhang mit Zoladex bisher nicht hergestellt werden konnte.

Bei Patienten mit einer QT-Verlängerung in der Vorgeschichte oder mit Risikofaktoren für eine QT-Verlängerung und bei Patienten, die gleichzeitig Arzneimittel erhalten, die das QT-Intervall verlängern können, muss der Arzt vor dem Behandlungsbeginn mit Zoladex das Nutzen-Risiko-Verhältnis einschliesslich des Potenzials für Torsade de Pointes abschätzen.

Männer

Unter Zoladex 3,6 mg wurde über einzelne Fälle von Ureterobstruktion und Rückenmarkskompression berichtet. Bei Patienten, die einem hohen Risiko für Ureterobstruktion und Rückenmarkskompression ausgesetzt sind oder bei welchen solche Komplikationen bereits vor Therapiebeginn vorhanden sind, ist eine Behandlung mit Zoladex gut abzuwägen und die Patienten sind während des ersten Therapiemonats gut zu beobachten. Falls infolge von Ureterobstruktion eine Nierenfunktionsstörung auftritt oder vorhanden ist, sollte wie üblich behandelt werden. Das gleiche gilt beim Vorhandensein oder Auftreten einer Rückenmarkskompression.

LHRH-Agonisten können zu einer Reduktion der Knochenmineralisation führen.

Vorläufige publizierte Daten weisen auf eine geringere Reduktion der Knochenmineralisation hin, wenn LHRH-Agonisten in Kombination mit Biphosphonaten verabreicht werden, als wenn LHRH-Agonisten alleine verabreicht werden.

Bei Männern, die LHRH-Agonisten erhalten, wurde eine Reduktion der Glukose-Toleranz beobachtet. Dies kann einen Diabetes oder einen Verlust der glykämischen Kontrolle bei Patienten mit bereits existierendem Diabetes herbeiführen. Das sollte bei der Kontrolle des Glukose-Wertes berücksichtigt werden.

Frauen

Zu Therapiebeginn führt Goserelinazetat, wie andere LHRH-Analoga, zu einer kurzzeitigen Erhöhung des Serumöstradiols und damit zur Stimulation des Tumorwachstums.

Bei einigen Patientinnen mit metastasierendem Mammakarzinom kann es dadurch zu einer vorübergehenden Verstärkung der tumorbedingten Symptome, namentlich zur Zunahme von Schmerzen bei Skelettmetastasen (sogenanntes «tumor flare»), sowie zu einer Hyperkalzämie kommen; entsprechend ist eine engmaschige Überwachung der Patientinnen namentlich in den ersten 4 Wochen der Behandlung angezeigt.

LHRH-Agonisten können zu einer Reduktion der Knochenmineralisation führen, welche nach Therapieende mindestens teilweise reversibel ist.

Nach 6 Therapiemonaten wurde am lumbalen Wirbelkörper ein Substanzverlust von 4,6% gemessen, dieser war aber nach Abbruch der Zoladex-Verabreichung weitgehend reversibel.

Klinische Daten bei Endometriosebehandlung lassen vermuten, dass eine zusätzliche hormonelle Substitutionstherapie, mit täglich verabreichten Östrogenen und Gestagenen in niedriger, osteoprotektiver Dosierung (z.B. 1‑2 mg Östradiol bzw. Östradiolvalerat oder 0,625 mg konjugierte Östrogene und 5 mg Medroxyprogesteronacetat (MPA) oder 0,5-1 mg Norethisteron) den Knochendichteverlust und die vasomotorischen Symptome reduziert.

Bei der Endometriosebehandlung liegen bis heute keine Erfahrungen über klinische Effekte von Therapiezyklen länger als 6 Monate vor.

Eine wirksame Behandlung soll sich innerhalb von 1-2 Monaten in einer Amenorrhoe äussern. Patientinnen sollen angewiesen werden, ihren Arzt über allfällig persistierende Menstruation zu informieren. Selten werden Schmierblutungen beobachtet.

Während der Behandlung mit LHRH-Analoga kann eine natürliche Menopause eintreten. In seltenen Fällen setzte die Menstruation auch bei jüngeren Frauen nach Absetzen der Therapie nicht wieder ein. Nach Ende der Behandlung kann die Menstruation bei einigen Patientinnen verzögert einsetzen (mehrere Monate bis über ein Jahr).

Die Verabreichung von Zoladex kann zu einem erhöhten Widerstand der Zervix führen. Die Zervix sollte deshalb vorsichtig dilatiert werden.

Im Rahmen der assistierten Reproduktionsmedizin soll Zoladex nur unter Aufsicht eines erfahrenen Spezialisten angewendet werden. Wie bei anderen LHRH-Agonisten wurde auch bei Zoladex, in Kombination mit Gonadotropinen, über eine Hyperstimulation des Ovars berichtet. Die ovarielle Stimulation sollte sorgfältig klinisch und echographisch überwacht werden, um das Risiko einer Hyperstimulation zu erkennen. Gegebenenfalls soll die Verabreichung von HCG unterbleiben. Bei Patientinnen mit polyzystischem Ovarsyndrom soll Zoladex in der Reproduktionsmedizin mit Vorsicht angewendet werden, da während der Stimulationsphase die Anzahl reifer Follikel erhöht sein kann.

Kinder

Zoladex ist nicht für den Gebrauch an Kindern bestimmt.

Interaktionen

Da eine Androgen-Entzugstherapie das QT-Intervall verlängern kann, sollte die gleichzeitige Anwendung von Zoladex mit Arzneimitteln, die bekanntermassen das QT-Intervall verlängern oder möglicherweise Torsade de Pointes induzieren, sorgfältig abgeschätzt werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Zu diesen Arzneimitteln gehören Antiarrhythmika der Klasse IA (z.B. Chinidin, Disopyramid) oder Klasse III (z.B. Amiodaron, Sotalol, Dofetilid, Ibutilid), sowie Methadon, Moxifloxacin, Antipsychotika und andere.

Weitere Interaktionen sind zurzeit nicht bekannt.

Schwangerschaft/Stillzeit

Reproduktionsstudien bei Tieren haben in hohen Dosen Anomalien (Zehen, Hirn) bei Ratte und Kaninchen gezeigt. Es liegen keine Studien über die Sicherheit von Zoladex bei schwangeren Frauen vor. Zoladex sollte daher nicht an Schwangere verabreicht werden. Eine potentielle Schwangerschaft sollte vor der Therapie ausgeschlossen werden. Während und nach einer Therapie mit Zoladex sollten nicht-hormonelle Kontrazeptiva solange eingesetzt werden, bis die Menstruation wieder einsetzt.

In der assistierten Reproduktionsmedizin gibt es keine Hinweise auf einen kausalen Zusammenhang zwischen Zoladex und Abnormalitäten während der Oozytenentwicklung oder Schwangerschaft.

Die Verwendung von Zoladex während der Stillzeit wird nicht empfohlen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Zoladex hat keinen Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit oder das Bedienen von Maschinen.

Unerwünschte Wirkungen

Während der ersten Monate der Therapie können die unerwünschten Wirkungen stärker sein und eine symptomatische Therapie erfordern.

Die Häufigkeitsgruppen sind folgendermassen definiert (nach CIOMS): sehr häufig (>1/10); häufig (>1/100, <1/10); gelegentlich (>1/1'000, <1/100); selten (>1/10'000, <1/1'000); sehr selten (<1/10'000); Häufigkeit aufgrund der vorhandenen Daten nicht bekannt.

Allgemein

Neoplasmen

Sehr selten: Hypophysentumor.

Immunsystem

Gelegentlich: Generalisierter Pruritus/Rush, Arzneimittelallergie, Angioödem, Urtikaria, allergische Dermatitis.

Selten: Anaphylaktische Reaktionen.

Endokrine Störungen

Sehr häufig: Verminderung der Libido (55%).

Sehr selten: Hypophysenblutung.

Psychiatrische Störungen

Sehr selten: psychotische Störungen.

Kardiovaskuläres System

Häufig: Herzversagen, unregelmässiger Blutdruck.

Haut- und Unterhautgewebe

Häufig: leichte Hautausschläge.

Muskulaturskelettsystem

Häufig: Reduktion der Knochenmineralisation.

Gelegentlich: bei Prostatakarzinompatient oder Mammakarzinompatientinnen mit Knochenmetastasen bei Therapiebeginn verstärkte Knochenschmerzen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Reaktionen an der Applikationsstelle

Selten: Hämatome an der Injektionsstelle.

Untersuchungen

Häufig: Gewichtszunahme.

Männer

Zu Therapiebeginn führt Zoladex, wie andere LHRH-Analoga, zu einer kurzzeitigen Erhöhung des Serumtestosterons. Der anschliessende Abfall der Serumtestosteron-Spiegels kann zu unerwünschten Wirkungen führen.

Endokrine Störungen

Sehr häufig: erektile Dysfunktion (61%).

Metabolismus

Häufig: Beeinträchtigung der Glukose-Toleranz.

Psychiatrische Störungen

Häufig: Agitation, Angst Depression, Schlaflosigkeit, Konfusion, Nervosität.

Nervensystem

Sehr häufig: nicht-spezifische Parästhesien.

Gelegentlich: Rückenmarkskompression.

Kardiovaskuläres System

Sehr häufig: Hitzewallungen (48%), Schweissausbrüche.

Häufig: Herzinfarkt.

Haut- und Unterhautgewebe

Häufigkeit nicht bekannt: Haarausfall.

Muskulaturskelettsystem

Gelegentlich: Arthralgien.

Nieren- und Harnwege

Gelegentlich: Ureterobstruktion.

Reproduktionssystem und Brust

Häufig: Gynäkomastie.

Gelegentlich: Schmerzempfindlichkeit der Brust.

Reaktionen an der Applikationsstelle

Häufig: lokale Reaktionen, wie leichte Quetschungen an der Injektionsstelle.

Frauen

Bei der prämenopausalen Frau kann der Abfall der Serumöstrogen-Spiegel zu typischen klimakterischen Beschwerden (Menopausensymptomen) führen, wie sie auch nach einer Ovarektomie auftreten.

Neoplasmen

Häufig: Tumour flare, Tumorschmerzen.

Blut- und Lymphsystem

Gelegentlich: Ödeme.

Psychiatrische Störungen

Sehr häufig: Stimmungsveränderungen, Depressionen (47%).

Nervensystem

Sehr häufig: Kopfschmerzen (59%).

Sehr selten: nicht-spezifische Parästhesien.

Kardiovaskuläres System

Sehr häufig: Hitzewallungen (89%), Schweissausbrüche.

Haut- und Unterhautgewebe

Sehr häufig: Akne (28%).

Häufig: Haarausfall.

Muskulaturskelettsystem

Häufig: Arthralgien.

Gelegentlich: Hyperkalzämie.

Reproduktionssystem und Brust

Sehr häufig: Vergrösserung der Brust (40%), vulvovaginale Trockenheit (58%).

Selten: in Kombination mit Gonadotropinen ovarielle Hyperstimulation, Entstehung von Ovarialzysten, Schmierblutungen.

Reaktionen an der Applikationsstelle

Sehr häufig: lokale Reaktionen (12,7%), wie leichte Quetschungen an der Injektionsstelle.

Überdosierung

Beim Menschen liegen nur wenige Erfahrungen mit Überdosierungen vor.

In Fällen, bei denen Zoladex unabsichtlich nach einem zu kurzen Zeitintervall oder in einer zu hohen Dosis verabreicht wurde, sind keine klinisch relevanten unerwünschten Wirkungen beobachtet worden. Die Tierexperimente lassen vermuten, dass mit höheren Zoladex-Dosen keine anderen Wirkungen als die beabsichtigten therapeutischen Effekte auf die Konzentration der Geschlechtshormone und auf die Geschlechtsorgane auftreten dürften. Eine allfällige Überdosierung sollte symptomatisch behandelt werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: L02AE03

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Zoladex ist ein synthetisches Analogon des natürlich vorkommenden LHRH. Bei der ersten Anwendung führt Zoladex zu einer kurzandauernden Steigerung von LH und damit von Testosteron bei Männern und Östradiol bei Frauen. Bei Therapiebeginn kann es bei einigen Frauen zu Vaginalblutungen unterschiedlicher Dauer und Intensität kommen. Es wird vermutet, dass solche Blutungen durch den Östrogenentzug bedingt sind und spontan aufhören. Bei chronischer Anwendung führt Zoladex hingegen zur anhaltenden Suppression der hypophysären LH-Sekretion aufgrund der permanenten Hyperstimulation anstelle der natürlichen, pulsatilen Stimulation der Hypophyse durch LHRH. Infolgedessen kommt es zu einem Abfall der Serumtestosteron- bzw. Serumöstradiolkonzentration. Wird Zoladex in Abständen von 28 Tagen appliziert, dann fallen innerhalb von etwa 3 Wochen die Testosteronkonzentrationen auf Werte, wie sie nach chirurgischer Kastration gemessen werden. Bei Frauen fallen die Östradiolkonzentrationen nach rund 21 Tagen auf postmenopausale Werte. Diese Suppression ist verantwortlich für die Wirksamkeit von Zoladex beim hormonabhängigen Mammakarzinom (Östrogenrezeptor-positive und/oder Progesteronrezeptor-positive Tumore), bei der Endometriose und beim Uterusmyom. Des weiteren führt die Östradiolsuppression zur Hemmung der Follikelentwicklung in den Ovarien und zur Atrophierung des Endometriums, was bei der Mehrheit der Frauen eine Amenorrhoe zur Folge hat. Bei monatlicher Verabreichung des Depots hält die Suppression an. Nach Absetzen der Medikation ist die Suppression gewöhnlich reversibel.

Bei der Mehrzahl der Prostatakarzinom-Patienten führt diese Suppression zu einer Tumorregression und zur Besserung der Symptomatik.

Bei prämenopausalen Patientinnen mit metastasierendem Mammakarzinom führt diese Suppression in etwa einem Drittel der Fälle zur objektiven Tumorrückbildung. Bei Patientinnen mit Endometriose wird eine Regression der Zahl und der Grösse der Implantate sowie eine Besserung der Symptomatik, inklusive Schmerz, erreicht. Oft wird bei infertilen Patientinnen nach einer 6-monatigen Therapie die Möglichkeit einer Konzeption wiederhergestellt.

Bei Frauen mit Myomen kann eine Degeneration des Myoms auftreten. Goserelinazetat in Kombination mit Eisen reduziert die Myome bei anämischen Frauen, verbessert den hämatologischen Status und die Symptomatik, einschliesslich Schmerzen. Die signifikante Grössenabnahme von Myomen erleichtert die Operation und verringert den Blutverlust.

Pharmakokinetik

Absorption

Die Bioverfügbarkeit von Goserelinazetat ist fast vollständig.

Distribution

Goserelinazetat ist nur wenig (ca. 25%) an Proteine gebunden und wird in verschiedene Verteilungsräume des Körpers verteilt.

Metabolismus

Goserelinazetat, ein an den Positionen 6(Butyl-Rest) und 10(Azgly-Rest) substituiertes Decapeptid, wird im Körper zu zwei Hauptmetaboliten hydrolysiert, dem Fragment mit den Aminosäuren 1 bis 7 und dem Fragment mit den Aminosäuren 5 bis 10.

Elimination

Die Elimination von Goserelinazetat ist eine Kombination von Metabolismus und renaler Exkretion. Die Metaboliten werden hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden. Die Eliminationshalbwertszeit des Goserelinazetats im Serum beträgt etwa 2 bis 4 Stunden.

Wenn Zoladex alle 4 Wochen verabreicht wird, ist die Aufrechterhaltung wirksamer Serumkonzentrationen ohne Kumulation gewährleistet.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Die Halbwertszeit ist bei Patienten mit verminderter Nierenfunktion erhöht, wobei diese Verlängerung bei monatlicher Verabreichung des Depots nicht relevant ist und die Dosis nicht angepasst werden muss.

Bei Leberfunktionsstörungen wurde weder ein Einfluss auf die totale Körperclearance noch auf die Halbwertszeit festgestellt, weshalb sich eine Dosisanpassung erübrigt.

Die Untersuchungen wurden nur mit dem nichtretardierten Präparat durchgeführt.

Präklinische Daten

Bei männlichen Ratten wurde nach Langzeitdosierung mit Zoladex eine erhöhte Inzidenz von benignen Hypophysentumoren beobachtet. Dieser Befund deckt sich mit der gleichen Beobachtung nach chirurgischer Kastration. Eine Relevanz für den Menschen ist nicht erwiesen.

Bei Mäusen führte die wiederholte Gabe von Dosen, die einem Mehrfachen der beim Menschen applizierten entsprachen, zu histologischen Veränderungen in verschiedenen Regionen des Verdauungstraktes. So wurden Pankreasinselzellhyperplasien, benigne Proliferationen am Pylorus des Magens und spontane Läsionen beobachtet. Eine klinische Relevanz für den Menschen ist nicht bekannt.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Medikament darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

In der versiegelten Packung nicht über 25 °C aufbewahren, nicht einfrieren.

Hinweise für die Handhabung

Bei Anwendung von Zoladex bei Patienten mit tiefem BMI und/oder gleichzeitigem Gebrauch von Antikoagulantien ist besondere Vorsicht geboten (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Gebrauch nur wenn Verpackung unbeschädigt. Nach dem Öffnen sofort zu verwenden.

Zoladex wird subkutan injiziert

  1. Der Patient soll in eine bequeme leicht aufrechte Haltung gebracht werden.Injektionsstelle desinfizieren.HINWEIS: Beim Injizieren von Zoladex in die vordere Bauchwand ist aufgrund nahe darunterliegenden Arteria inferior und ihrer Verzweigungen Vorsicht geboten. Sehr schlanke Patienten haben ein höheres Risiko für eine vaskuläre Verletzung.
  2. Den Beutel sowie die Spritze auf Schäden kontrollieren. Entfernung der Spritze aus der Folie. Spritze in leichtem Winkel gegen das Licht halten und kontrollieren ob das Feststoffdepot sichtbar ist. (Abb. 1).

23538.pngAbb. 1.

  1. Den Plastiksicherheitsbügel entfernen. (Abb. 2).Nadelhülle entfernen. Es ist nicht notwendig Luftblasen zu entfernen. Dadurch könnte das Feststoffdepot verschoben werden.

23539.pngAbb. 2.

  1. Die Fertigspritze am Zylinder fassen und die Nadel in einem kleinen Winkel (30-45 Grad) in das subkutane Gewebe der vorderen Bauchwand unterhalb der Nabellinie einführen bis der Zylinder die Haut berührt (Abb. 3).

23540.pngAbb. 3.

HINWEIS: Die Zoladex Spritze kann nicht zur Aspiration benützt werden. Sollte die Subkutannadel ein grosses Blutgefäss durchstechen, wird in der Spritzenkammer sofort Blut sichtbar. Wenn ein Gefäss durchstochen wurde, entfernen Sie die Spritze und beginnen Sie unverzüglich mit der Behandlung der entstandenen Blutung. Ist sichergestellt, dass der Patient hämodynamisch stabil ist, kann ein neues Zoladex Implantat mit einer neuen Spritze an einer anderen Injektionsstelle injiziert werden. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Zoladex bei Patienten mit tiefem BMI und/oder bei Komedikation mit Antikoagulantien.

  1. Die Nadel darf nicht in den Muskel oder das Peritoneum stechen. Falscher Griff und Einstechwinkel beim Einführen der Nadel siehe (Abb. 4.).

23541.pngAbb. 4.

  1. Kolben vollständig hinunterdrücken, um das Feststoffdepot einzuführen und um das Sicherheitssystem zu aktivieren. Nach einem hörbaren «click» beginnt der Zylinder automatisch über die Nadel zu gleiten. Falls der Kolben nicht ganz hinuntergedrückt wird, kann sich das Sicherheitssystem nicht aktivieren.HINWEIS: Die Nadel zieht sich nicht selber zurück.
  2. Die Fertigspritze halten wie in (Abb. 5.) abgebildet. Die Nadel zurückziehen, damit der Zylinder weiter über die Nadel gleitet bis die Nadel ganz bedeckt ist. Die Fertigspritze in einem geeigneten Behälter entsorgen.

23542.png Abb. 5.

HINWEIS: Falls in seltenen Fällen das Zoladex Feststoffdepot operativ entfernt werden muss, kann es mit Ultraschall lokalisiert werden.

Zulassungsnummer

48159 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

AstraZeneca AG, 6301 Zug.

Stand der Information

Januar 2016.

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