Arkocaps Faulbaum Kaps 45 Stk

Arkocaps Faulbaum Kaps 45 Stk

Fachinformationen

Pflanzliches Arzneimittel

Zusammensetzung

Wirkstoff: Frangulae cortex pulvis.

Hilfsstoffe: Mikrokristalline Cellulose, Hydroxypropylmethylcellulose (Kapselhülle).

Arkocaps Faulbaum enthält keine Lactose und ist glutenfrei.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Kapsel enthält 60–95,2 mg Faulbaumrinde-Pulver (Rhamnus frangula L.) eingestellt auf 6 mg Glucofranguline (berechnet als Glucofrangulin A).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Indikationen

Symptomatische Behandlung von gelegentlicher Verstopfung.

Anwendungsmöglichkeiten

Das Arzneimittel kann bei Darmträgheit verwendet werden.

Dosierung/Anwendung

Erwachsene: 2–3 Kapseln am Morgen oder Abend während der Mahlzeiten mit einem Glas Wasser einnehmen.

Kinder ab 12 Jahren: 1 Kapsel am Morgen oder Abend.

Die Therapiedauer sollte 1–2 Woche nicht überschreiten.

Kontraindikationen

Entzündliche Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn), Ileus, Unterleibsschmerzen unbestimmter Ursache.

Kinder unter 12 Jahren (ausser bei ärztlicher Verordnung).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Die medikamentöse Behandlung der Verstopfung ist nur eine Unterstützung einer Behandlung mit verstärkter körperlicher Betätigung und Umstellung der Ernährung:

– Anreicherung der Ernährung mit pflanzlichen Ballaststoffen und Getränken;

– Empfehlung einer körperlichen Betätigung und neues Erlernen der Stuhlentleerung.

Von einer anhaltenden Verwendung eines Abführmittels wird abgeraten.

Bei Kindern muss die Verschreibung von stimulierenden Abführmitteln auf Ausnahmefälle beschränkt bleiben: es ist zu berücksichtigen, dass das normale Funktionieren des Defäkationsreflexes davon beeinträchtigt werden kann.

Eine anhaltende Einnahme von anthrachinonhaltigen Wirkstoffen kann zu zweierlei Störungen führen:

a) die «Abführmittelkrankheit» mit schwerer funktionaler Darmerkrankung, Melaninablagerung in Rektum und Kolon, hydroelektrolytische Anomalien mit Hypokaliämie; diese Erkrankung tritt sehr selten auf;

b) eine «Abhängigkeit» mit regelmässigem Bedarf von Abführmitteln, Notwendigkeit die Dosierung zu erhöhen und schwere Verstopfung, wenn kein Abführmittel eingenommen wird; diese Abhängigkeit, die je nach Patient unterschiedlich auftritt, kann ohne das Wissen des Arztes entstehen.

Interaktionen

Gefahr von Hypokaliämie und dadurch von medikamentösen Wechselwirkungen bei Verbindung eines stimulierenden Abführmittels mit:

Antiarrhythmika   «Torsades de poin-  Zu vermeidende
die «Torsades     tes» (Hypokaliämie  Verbindung:   
de pointes»       ist ein fördern-    ein nicht     
verursachen:      der Faktor, eben-   stimulierendes
Bepridil, Anti-   so wie Bradykardie  Abführmittel  
arrhythmika       und eine existie-   verwenden.    
der Klasse 1a     rende, verlängerte                
(Typ Chinin),     QT-Zeit).                         
Sotalol,                                            
Amiodaron.                                          
Fenoxedil, Lido-  «Torsades de poin-  Zu vermeidende
flazin, Prenyl-   tes» (Hypokaliämie  Verbindung:   
amin, Vincamin    ist ein fördernder  ein nicht     
(nicht anti-      Faktor, ebenso wie  stimulierendes
arrhythmische     Bradykardie und     Abführmittel  
Medikamente,      eine existierende,  verwenden.    
die «Torsades     verlängerte                       
de pointes»       QT-Zeit).                         
verursachen).                                       
Digitaloide       Hypokaliämie        Vorsichtsmass-
                  verstärkt die       nahme: Über-  
                  toxische Wirkung    wachung der   
                  der Digitaloide.    Kaliämie und, 
                                      falls erfor-  
                                      derlich,      
                                      Korrektur. Ein
                                      nicht stimu-  
                                      lierendes     
                                      Abführmittel  
                                      verwenden.    
Sonstige          Erhöhtes Hypo-      Vorsichtsmass-
Hypokaliämie      kaliämie-Risiko     nahme: Über-  
fördernde Medi-   (additive Wirkung). wachung der   
kamente Ampho-                        Kaliämie und, 
tericin B (intra-                     falls         
venös), Kortiko-                      Korrektur     
ide (Mineralo-                        erforderlich, 
kortikoide,                           Korrektur. Ein
Glukokortikoide:                      nicht stimu-  
allgemeiner Ver-                      lierendes     
abreichungsweg),                      Abführmittel  
Tetracosactid,                        verwenden.    
Schleifendiu-                                       
retika (allein                                      
oder in Verbin-                                     
dung).                                              
Terfenadin        «Torsades de        Zu vermeidende
                  pointes».           Verbindung:   
                                      Verwendung    
                                      eines nicht   
                                      stimulierenden
                                      Abführmittels.
Süssholz          Erhöhtes Hypo-      Zu vermeidende
                  kaliämie-Risiko     Verbindung    
                  (additive Wirkung)                

Schwangerschaft/Stillzeit

Bei Einhaltung der empfohlenen Dosierung sind bis heute in der Schwangerschaft Schädigungen des Fötus nicht bekannt geworden. Dennoch wird aufgrund der Erkenntnis aus experimentellen Untersuchungen zur Genotoxizität von verschiedenen Anthranoiden die Anwendung von Arkocaps Faulbaum in der Schwangerschaft nicht empfohlen.

In der Stillzeit wird die Anwendung von Arkocaps Faulbaum nicht empfohlen, da ungenügenden Daten zum Übergang von Metaboliten in die Muttermilch vorliegen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Die Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, sind nicht untersucht worden. Sie sind jedoch wenig wahrscheinlich.

Unerwünschte Wirkungen

Möglichkeit von Durchfall, Unterleibsschmerzen, insbesondere bei Patienten mit überempfindlichem Kolon, Möglichkeit von Hypokaliämie.

Überdosierung

Die wesentlichen bei Überdosierung beobachteten Symptome sind Koliken und schwerer Durchfall mit hohem Flüssigkeits- und Elektrolytverlust. Die Behandlung muss eine ausreichende Menge Flüssigkeit und Elektrolyten zuführen, hauptsächlich Kalium.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: A06AB99

Wirkungsmechanismus

Arkocaps Faulbaum ist ein stimulierendes Abführmittel.

Seine abführenden Eigenschaften beruhen auf zwei verschiedenen Wirkungsmechanismen:

– Beeinflussung der Dickdarmmotilität (mit Stimulation der peristaltischen Kontraktionen und Inhibition der lokalen Kontraktionen), was eine Beschleunigung der Darmpassage bewirkt,

– Beeinflussung der Sekretionsprozesse (Stimulierung der Schleimsekretion und der aktiven Chloridsekretion), was eine Erhöhung der Flüssigkeitssekretion bewirkt.

Pharmakokinetik

Bisher liegen keine Studien mit Arkocaps Faulbaum vor. Jedoch geht man ähnlich wie bei Senna davon aus, dass die Glucoside (Frangulin und Glucofrangulin) weder vom oberen Darmabschnitt absorbiert noch von den Verdauungsenzymen abgebaut werden. Sie werden von der Darmflora in aktive Metaboliten umgewandelt (Emodinanthron).

Präklinische Daten

Verschiedene Faulbaumrindenzubereitungen erwiesen sich als genotoxisch in verschieden In-vitro-Systemen (Bakterienmutationstest, Chromosomen-Abberationstest, DNA-Repair-Test an Säugerzellen). In einem Genmutationstest mit Säugerzellen wurde kein Anstieg der Mutationen beobachtet. Für Emodin wurden Hinweise auf ein genotoxisches Potential in verschiedenen Systemen (Bakterien und Säugerzellen in-vitro) beobachtet. Für andere Anthrachinone (Aloe-Emodin, Physcion und Chrysophanol) liegen teilweise positive Befunde vor.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Keine bekannt.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum (Monat/Jahr) verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

In der Originalverpackung aufbewahren. Bei Raumtemperatur (15–25 °C) und vor Licht geschützt lagern.

Zulassungsnummer

54945 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Arko Diffusion SA, Genf.

Stand der Information

Mai 2006.

Verwendung dieser Informationen

Die Informationen auf dieser Seite sind für Fachpersonal gedacht. Bei Fragen lassen Sie sich von einer Fachperson (z.B. Arzt oder Apotheker) beraten und lesen Sie die Packungsbeilage auf unserer Produktseite.