Noradrenalin Bichsel Inj Loes 1 Mg/ml 10 Amp 1 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Noradrenalin-Tartrat.

Hilfsstoffe: Natriumdisulfit (E223), Natriumchlorid, Wasser für Injektionszwecke.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Injektionslösung in Ampullen:

1 Ampulle à 1 ml enthält: 2,1 mg Noradrenalin-Tartrat (= 1 mg Noradrenalin-Base).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Notfallmedikament. Zur Erhöhung des Blutdrucks bei akuten hypotensiven Zuständen bei Schock, nach Herzstillstand oder zur Reanimation. Die Anwendung erfolgt zusammen mit dem Volumenersatz und zur Unterstützung der weiteren Massnahmen.

Noradrenalin ist ein starker Vasokonstriktor.

Dosierung/Anwendung

Noradrenalin wird per Infusion pumpengesteuert (Perfusor, Infusionspumpe) appliziert.

Üblicherweise wird zuerst eine Infusionslösung aus 4 ml Noradrenalin «Bichsel» (= 4 mg Noradrenalin-Base) verdünnt in 1 Liter Glucose 5% zubereitet. Die Verdünnung mit NaCl 0,9% wird nicht empfohlen. Vor Anwendung sollte die Korrektheit der Verdünnung sorgfältig geprüft werden.

Noradrenalin soll in der niedrigst wirksamen Dosis über die kürzest nötige Zeit gegeben werden.

Erwachsene: Initialdosis 8–12 µg/Minute.

Alternative: 0,5–1 µg/Minute mit Titration nach oben bis zur Wirkung.

Die durchschnittliche Erhaltungsdosis beträgt 2–4 µg/Minute. Patienten mit refraktärem Schock können bis zu 30 µg/Minute benötigen.

Der Blutdruck sollte alle 2 Minuten bis zum Erreichen des gewünschten Wertes kontrolliert werden, dann alle 5 Minuten während der gesamten Infusionsdauer. Der Blutdruck soll bis knapp unter den normalen Blutdruck des Patienten eingestellt werden. Abruptes Absetzen von Noradrenalin «Bichsel» sollte vermieden werden.

Die Infusion sollte mittels eines Venenkatheters infundiert werden.

Kinder: Die Anwendung bei Kindern wird nicht empfohlen.

Kontraindikationen

Noradrenalin darf nicht bei Anästhesien, die mit Cyclopropan, oder halogenierten Hydrocarbon-Anästhetika durchgeführt werden, eingesetzt werden (Gefahr von Arrhythmien).

Das Präparat ist kontraindiziert in Kombination mit Lokalanästhetika in der Finger-, Zehen-, Ohren-, Nase- und Genitalienanästhesie.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Vor Noradrenalin-Gabe muss eine allfällige Hypovolämie korrigiert werden. Notfalls kann die Noradrenalin-Gabe zusammen mit dem Volumenersatz erfolgen.

Noradrenalin darf nicht als alleinige Therapie bei hypovolämischen Patienten gegeben werden. Zentralvenöser Druck und Pulmonalarterien-Druck müssen kontrolliert werden.

Eine paravenöse Gabe muss unbedingt vermieden werden; es besteht lokale Nekrose-Gefahr. Der Infusionsort muss auf freien Fluss kontrolliert werden und die infundierte Vene soll beobachtet werden (Bei Extravasation Weisswerden des umliegenden Areals).

Besondere Vorsicht ist geboten bei:

– Patienten mit koronarer Herzkrankheit

– Patienten mit peripherer und Mesenterialthrombose

– hyperthyreoten Patienten.

Der Hilfsstoff Natriumdisulfit (E 223) kann allergische Reaktionen auslösen.

Für Kinder nicht geeignet.

Interaktionen

β-Blocker hemmen die herzstimulierende Wirkung von Noradrenalin; der Blutdruck kann schneller ansteigen.

Bestimmte Anästhetika (z.B. Cyclopropan, halogenierte Anästhetika) erhöhen die Erregbarkeit des Herzens und können zusammen mit Noradrenalin Arrhythmien auslösen.

Atropinsulfat, Antidepressiva, gewisse Antihistaminika, Ergotalkaloide, Methyldopa, Guanethidin, Furosemid und andere Diuretika können mit Noradrenalin interagieren.

Schwangerschaft/Stillzeit

Noradrenalin kann Kontraktionen des Uterus auslösen. Während der Schwangerschaft soll das Medikament nicht verabreicht werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich (Notfall). Es ist nicht bekannt, ob Noradrenalin in die Muttermilch gelangt.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Aufgrund von Indikation und Anwendung irrelevant.

Unerwünschte Wirkungen

Noradrenalin kann Kopfweh, Schwindel, Zittern, Atemschwierigkeiten, Benommenheit, Schwäche, Blässe und Brustschmerzen auslösen. Es können auch Unruhe, Ängstlichkeit und Schlaflosigkeit auftreten.

Noradrenalin kann eine schwerwiegende periphere und viszerale Vasokonstriktion, reduzierten Blutfluss zu vitalen Organen, verminderte Nierendurchblutung, Sauerstoffmangel im Gewebe und metabolische Azidose verursachen. Diese Effekte treten vor allem bei hypovolämischen Patienten auf.

Noradrenalin erhöht den kardialen Sauerstoffverbrauch und die Herzarbeit. Es kann Herzklopfen, Bradykardie, Arrhythmie (Tachykardie, Bigeminie-Rhythmus, AV-Dissoziation, Kammerflimmern) auslösen.

Noradrenalin kann Gewebenekrosen verursachen. Längere Applikation kann eine Abnahme des Plasmavolumens bewirken.

Überdosierung

Sollte eine versehentliche Extravasation (Paravasale) auftreten, können 10–15 ml NaCl 0,9% mit 5–10 mg Phentolaminmesylat (Regitin®) ins umliegende betroffene Gewebe infiltriert werden.

Zeichen für eine Überdosierung oder Reaktionen hypersensitiver Patienten können Photophobie, Schwitzen, Erbrechen, Hypertension, Krämpfe und schwere Kopfschmerzen sein.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C01CA03

Noradrenalin ist identisch mit den endogenen Katecholaminen und stimuliert die alpha-adrenergen Rezeptoren. Die so ausgelöste Vasokonstriktion bewirkt eine Erhöhung des systolischen und diastolischen Blutdrucks. Gleichzeitig wird der Blutfluss in Nieren, Leber, Haut und der Skelettmuskulatur vermindert. Beta-stimulierende Effekte wirken positiv inotrop auf das Herz, haben aber kaum bronchodilatatorische Wirkungen.

Noradrenalin hat keine Wirkung auf das ZNS.

Noradrenalin ist ein potenter Vasokonstriktor.

Pharmakokinetik

Absorption

Nach i.v.-Gabe tritt eine rasche Anpassung des Blutdrucks auf. Noradrenalin hat eine kurze Wirkdauer und die Wirkung hört 1–2 Minuten nach Infusionsstop auf.

Distribution

Noradrenalin wird vor allem im sympathischen Nervengewebe verteilt, gelangt in die Plazenta, überschreitet aber die Blut-Hirn-Schranke nicht.

Metabolismus

Der Abbau findet in der Leber und anderen Geweben statt durch Wirkungen der Katechol-O-methyltransferase (COMT) und der Monoaminoxidase (MAO). Die Hauptmetaboliten sind inaktiv.

Elimination

Die Elimination erfolgt als sulfatierte und glucuronidierte Konjugate über die Niere.

Präklinische Daten

Zum vorliegenden Präparat liegen keine präklinischen Daten vor.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Kontakt mit Eisensalzen, alkalischen Stoffen und oxidierenden Agentien muss vermieden werden.

Haltbarkeit

Noradrenalin «Bichsel» 1 mg/ml Injektionslösung darf nur bis zu dem auf dem Behältnis mit «EXP» angegebenen Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) und vor Licht geschützt aufzubewahren. Für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Hinweise für die Handhabung

Nur klare, unverfärbte Lösungen brauchen. Nach Anbruch der Ampulle verbleibende Restlösungen sind zu verwerfen.

Zulassungsnummer

56470 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Grosse Apotheke Dr. G. Bichsel AG, 3800 Interlaken.

Stand der Information

Juni 2006.

Verwendung dieser Informationen

Die Informationen auf dieser Seite sind für Fachpersonal gedacht. Bei Fragen lassen Sie sich von einer Fachperson (z.B. Arzt oder Apotheker) beraten.