Co Becetamol Supp 1000/20mg 10 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Paracetamol, Codeinphosphat-Hemihydrat

Hilfsstoffe:

Co-Becetamol Tabletten: Hilfsstoffe zur Herstellung

Co-Becetamol Suppositorien: Hilfsstoffe zur Herstellung

Co-Becetamol forte Kapseln: Hilfsstoffe zur Herstellung

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Co-Becetamol Tabletten:1 Tablette enthält 500 mg Paracetamol und 20 mg Codeinphosphat-Hemihydrat

Co-Becetamol Suppositorien 500 mg/10 mg:1 Suppositorium enthält 500 mg Paracetamol und 10 mg Codeinphosphat-Hemihydrat

Co-Becetamol Suppositorien 1000 mg/20 mg1 Suppositorium enthält 1 g Paracetamol und 20 mg Codeinphosphat-Hemihydrat

Co-Becetamol forte Kapseln:1 Kapsel enthält 500 mg Paracetamol und 30 mg Codeinphosphat-Hemihydrat

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Co-Becetamol Tabletten, sowie Co-Becetamol forte Kapseln:Behandlung von mässig starken Schmerzen (Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Schmerzen im Bereich von Gelenken und Bändern, Rückenschmerzen, Schmerzen nach Verletzungen), die auf andere Analgetika wie z.B. Paracetamol oder Ibuprofen allein ungenügend ansprechen.

Co-Becetamol Suppositorien:Die Suppositorien können bei mässig starken Schmerzen (Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Schmerzen im Bereich von Gelenken und Bändern, Rückenschmerzen, Schmerzen nach Verletzungen), die auf andere Analgetika wie z.B. Paracetamol oder Ibuprofen allein ungenügend ansprechen, angewendet werden.

Dosierung/Anwendung

Die maximale Anwendungsdauer sollte auf drei Tage begrenzt sein. Wenn keine ausreichende Schmerzlinderung erzielt wurde, sollte der Patient einen Arzt aufsuchen. Codein darf bei Kindern im Alter von unter 12 Jahren wegen des Risikos einer Opioidvergiftung auf Grund der variablen und unvorhersehbaren Verstoffwechselung von Codein zu Morphin nicht angewendet werden.

Co-Becetamol Tabletten:

Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren und schwerer als 40 kg: 1 - 4× tgl. 1 - 2 Tabletten (max. 8 Tabletten pro Tag).

Die Tabletten werden mit genügend Flüssigkeit eingenommen, wenn möglich zwischen den Mahlzeiten, da die Wirkstoffe dann schneller resorbiert werden.

Co-Becetamol Suppositoren 500 mg/10 mg

Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren und schwerer als 40 kg: 1-4 x täglich 1-2 Suppositorien 500 mg/10 mg (maximal 8 Suppositorien 500 mg/10 mg pro Tag).

Co-Becetamol Suppositorien 1000 mg/20 mg:

Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren und schwerer als 40 kg: 1 - 4× tägl. 1 Suppositorium 1000 mg/20 mg(max. 4 Suppositorien 1000 mg/20 mg ro Tag).

Die Suppositorien werden tief in den Darm eingeführt.

Co-Becetamol forte Kapseln:

Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren und schwerer als 40 kg: 1 - 4× tgl. 1 - 2 Kapseln (max. 8 Kapseln pro Tag).

Die Kapseln werden mit genügend Flüssigkeit eingenommen, wenn möglich zwischen den Mahlzeiten, da die Wirkstoffe dann schneller resorbiert werden.

Die Dauer der Anwendung von Co-Becetamol sollte im Allgemeinen einige Tage nicht überschreiten.

Kontraindikationen

Co-Becetamol bzw. Co-Becetamol forte darf nicht verwendet werden bei:

•Überempfindlichkeit gegenüber einem der Wirkstoffe und verwandten Substanzen oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung,

•schweren Leberfunktionsstörungen/akute Hepatitis,

•schwerer Nierenfunktionsstörungen,

•hereditärer konstitutionellen Hyperbilirubinämie (Morbus Meulengracht),

•Krankheitszuständen, bei denen eine Dämpfung des Atemzentrums vermieden werden muss (z.B. Ateminsuffizienz),

•schwerer Obstruktion der Bronchien, Asthmaanfall, Lungenödem,

•Koma,

•Kindern unter 12 Jahren

•allen Kindern und Jugendlichen (0 – 18 Jahre), die sich einer Tonsillektomie und / oder Adenotomie zur Behandlung eines obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms unterziehen müssen, auf Grund einer erhöhten Risikos zur Ausbildung von schwerwiegenden und lebensbedrohlichen Nebenwirkungen.

•Frauen während der Stillzeit

•Patienten, für die bekannt ist, dass sie vom CYP2D6-Phänotyp ultraschnelle Metabolisierer sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Vorsicht ist geboten bei:

•Nieren- und/oder Leberinsuffizienz,

•hämolytischer Anämie bei Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel,

•gleichzeitigem Gebrauch von potentiell lebertoxischen oder leberenzyminduzierenden Medikamenten,

•Gallenkolik/Pankreatitis,

•Epilepsie,

•Störungen des Atemzentrums und der Atemfunktion (z.B. Schlafapnoe, Myasthenie),

•Bewusstseinsstörungen,

•Zustände mit erhöhtem Hirndruck, Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma (Beurteilung vom Bewusstseinszustand und Pupillenweite erschwert),

•Patienten mit Asthma und/oder chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen,

•aktuelle oder frühere Abhängigkeit von Opioiden, Suchtgefährdung.

Vorsicht ist geboten bei Alkoholkonsum. Einerseits kann Alkoholüberkonsum die Hepatotoxizität von Paracetamol steigern, dies insbesondere bei gleichzeitiger Nahrungskarenz. In solchen Fällen kann bereits eine therapeutische Paracetamol-Dosis zu einer Leberschädigung führen. Andererseits kommt es bei gleichzeitiger Anwendung von Alkohol und Codein zu einer additiven oder synergistischen Dämpfung des ZNS.

Höhere Codeindosen sollten nicht bei Hypovolämie eingesetzt werden (Blutdruckabfall).

Bei chronischer Obstipation sollte Co-Becetamol bzw. Co-Becetamol forte nicht längere Zeit angewendet werden.

Nach chronischer Gabe von Codein besteht eine gewisse Gefahr der Entwicklung einer körperlichen und/oder psychischen Abhängigkeit, mit Entzugserscheinungen nach Absetzen.

Der Patient muss darauf aufmerksam gemacht werden, dass Co-Becetamol bzw. Co-Becetamol forte nicht ohne ärztliche Überwachung über längere Zeit regelmässig angewendet werden darf.

Die langfristige Einnahme von Schmerzmitteln, insbesondere bei Kombination mehrerer schmerzstillender Wirkstoffe, kann zur dauerhaften Nierenschädigung mit dem Risiko eines Nierenversagens (Analgetika-Nephropathie) führen.

Der Patient ist darauf hinzuweisen, dass bei chronischer Einnahme von Analgetika Kopfschmerzen auftreten können, die zu erneuter Einnahme und damit wiederum zum Unterhalt der Kopfschmerzen führen können (sogenanntes Analgetikakopfweh).

CYP2D6-Metabolismus

Codein wird durch das Leberenzym CYP2D6 zu Morphin, seinem aktiven Metaboliten, umgewandelt. Wenn bei einem Patienten ein Mangel an diesem Enzym besteht oder er dieses gar nicht besitzt, wird eine adäquate analgetische Wirkung nicht erreicht werden. Es wird geschätzt, dass bis zu 7% der kaukasischen Bevölkerung diesen Mangel aufweisen. Wenn der Patient jedoch ein extensiver oder ultraschneller Metabolisierer ist, besteht ein erhöhtes Risiko, dass er selbt bei üblicherweise verschriebenen Dosen die Nebenwirkungen einer Opioidvergiftung entwickelt. Diese Patienten wandeln Codein sehr rasch zu Morphin um, was höhere als die zu erwartenden Morphin-Plasmaspiegel zur Folge hat.

Allgemeine Symptome einer Opioidvergiftung umfassen Verwirrtheit, Somnolenz, flache Atmung, enge Pupillen, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung und Appetitlosigkeit. In schweren Fällen kann dies auch die Symptome einer Kreislauf- und Atemdepression beinhalten, was lebensbedrohlich und in sehr seltenen Fällen tödlich sein kann.

Schätzungen für die Prävalenz von ultraschnellen Metabolisierern in unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen sind im Folgendem zusammengefasst:

Bevölkerungsgruppe

Prävalenz %

Afrikaner / Äthiopier

29%

Afroamerikaner

3.4% bis 6.5%

Asiaten

1.2% bis 2%

Kaukasier

3.6% bis 6.5%

Griechen

6.0%

Ungarn

1.9%

Nordeuropäer

1% bis 2%

Postoperative Anwendung bei Kindern

Es gibt Berichte in der veröffentlichten Literatur, dass Codein, das postoperativ bei Kindern nach einer Tonsillektomie und / oder Adenotomie zur Behandlung von obstruktiver Schlafapnoe angewendet wurde, zu seltenen, aber lebensbedrohlichen Nebenwirkungen, einschliesslich Todesfällen, geführt hat. Alle Kinder erhielten Dosen von Codein, die innerhalb des angemessenen Dosierungsbereichs lagen; es gibt jedoch Hinweise darauf, dass diese Kinder entweder ultraschnelle oder extensive Metabolisierer bezüglich ihrer Fähigkeit zur Metabolisierung von Codein zu Morphin waren.

Kinder mit eingeschränkter Atemfunktion

Codein wird nicht empfohlen zur Anwendung bei Kindern, deren Atemfunktion möglicherweise beeinträchtigt ist, einschliesslich durch neuromuskuläre Störungen, schwere Herz- oder Atemwegserkrankungen, Infektionen der oberen Atemwege oder Lungeninfektionen, Polytraumen oder umfangreiche operative Eingriffe. Diese Faktoren können die Symptome einer Morphinvergiftung verschlimmern.

Interaktionen

Paracetamol:

Enzyminduktoren wie Phenobarbital, Phenytoin, Carbamazepin, Isonicotinsäurehydrazid (INH) und Rifampicin steigern die Hepatotoxizität von Paracetamol.

Alkohol (siehe unter «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Mittel, welche die Magenentleerung verlangsamen (z.B. Propanthelin) senken die Resorptionsgeschwindigkeit.

Mittel, welche die Magenentleerung beschleunigen (z.B. Metoclopramid) steigern die Resorptionsgeschwindigkeit.

Chloramphenicol: Die Eliminationshalbwertszeit von Chloramphenicol wird durch Paracetamol um das 5-fache verlängert.

Salicylamid: Salicylamid verlängert die Eliminationshalbwertszeit von Paracetamol und vermehrt den Anfall lebertoxischer Metabolite.

Chlorzoxazon: Bei gleichzeitiger Gabe von Paracetamol und Chlorzoxazon steigt die Hepatotoxizität beider Substanzen.

Zidovudin: Durch die gleichzeitige Anwendung von Zidovudin und Paracetamol wird die Neigung zu einer Neutropenie verstärkt.

Codein:

Medikamente, die eine dämpfende Wirkung auf das ZNS ausüben wie Anxiolytika, Antidepressiva, MAO-Hemmer, Hypnotika, Narkoanalgetika und Barbiturate, können eine Dämpfung des Zentralnervensystems verstärken (siehe unter «Vorsichtsmassnahmen»).

Wegen der metabolischen Umwandlung von Codein in Morphin via CYP2D6 können andere Medikamente die durch CYP2D6 abgebaut werden oder das CYP2D6 hemmen, die Wirksamkeit des Codeins herabsetzen. Dazu gehören Chinidin, selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (z.B. Fluoxetin, Paroxetin, Sertralin), Neuroleptika (z.B. Chlorpromazin, Haloperidol, Levomepromazin, Thioridazin), trizyklische Antidepressiva (z.B. Imipramin, Clomipramin, Amitriptylin, Nortriptylin).

Simultane Einnahme von Anticholinergika mit Codein kann zur Hemmung der Darmtätigkeit mit Gefahr eines paralytischen Ileus führen.

Codein kann den Metabolismus von Zidovudin durch kompetitive Hemmung der Glukuronidierung oder durch direkte Hemmung des hepatischen mikrosomalen Metabolismus verändern.

Interaktionen

Paracetamol:

Enzyminduktoren wie Phenobarbital, Phenytoin, Carbamazepin, Isonicotinsäurehydrazid (INH) und Rifampicin steigern die Hepatotoxizität von Paracetamol.

Alkohol (siehe unter «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Mittel, welche die Magenentleerung verlangsamen (z.B. Propanthelin) senken die Resorptionsgeschwindigkeit.

Mittel, welche die Magenentleerung beschleunigen (z.B. Metoclopramid) steigern die Resorptionsgeschwindigkeit.

Chloramphenicol: Die Eliminationshalbwertszeit von Chloramphenicol wird durch Paracetamol um das 5-fache verlängert.

Salicylamid: Salicylamid verlängert die Eliminationshalbwertszeit von Paracetamol und vermehrt den Anfall lebertoxischer Metabolite.

Chlorzoxazon: Bei gleichzeitiger Gabe von Paracetamol und Chlorzoxazon steigt die Hepatotoxizität beider Substanzen.

Zidovudin: Durch die gleichzeitige Anwendung von Zidovudin und Paracetamol wird die Neigung zu einer Neutropenie verstärkt.

Codein:

Medikamente, die eine dämpfende Wirkung auf das ZNS ausüben wie Anxiolytika, Antidepressiva, MAO-Hemmer, Hypnotika, Narkoanalgetika und Barbiturate, können eine Dämpfung des Zentralnervensystems verstärken (siehe unter «Vorsichtsmassnahmen»).

Wegen der metabolischen Umwandlung von Codein in Morphin via CYP2D6 können andere Medikamente die durch CYP2D6 abgebaut werden oder das CYP2D6 hemmen, die Wirksamkeit des Codeins herabsetzen. Dazu gehören Chinidin, selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (z.B. Fluoxetin, Paroxetin, Sertralin), Neuroleptika (z.B. Chlorpromazin, Haloperidol, Levomepromazin, Thioridazin), trizyklische Antidepressiva (z.B. Imipramin, Clomipramin, Amitriptylin, Nortriptylin).

Simultane Einnahme von Anticholinergika mit Codein kann zur Hemmung der Darmtätigkeit mit Gefahr eines paralytischen Ileus führen.

Codein kann den Metabolismus von Zidovudin durch kompetitive Hemmung der Glukuronidierung oder durch direkte Hemmung des hepatischen mikrosomalen Metabolismus verändern.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Für Paracetamol haben Reproduktionsstudien bei Tieren keine Risiken für Embryonen oder Foeten gezeigt. Obschon nach bisherigen Erfahrungen beim Menschen keine Hinweise auf Fruchtschädigung festgestellt wurden, liegen kontrollierte Studien bei schwangeren Frauen nicht vor.

Für Codein liegen aus Tierversuchen Hinweise auf ein teratogenes Potential vor, und auch beim Menschen wurde ein Zusammenhang zwischen Missbildungen des Respirationstraktes und der Einnahme von Codein während den ersten vier Monaten der Schwangerschaft festgestellt. Weiterhin gibt es Hinweise auf Entzugssymtome beim Neugeborenen nach Anwendung von Codein (bis 48 mg/Tag) im letzten Trimenon der Schwangerschaft. Bei Anwendung während der Geburt kann es zu Atemdepressionen bei Neugeborenen kommen.

Für die Kombination von Paracetamol und Codein sind weder bei Tieren noch bei schwangeren Frauen kontrollierte Studien verfügbar. Die Verwendung des Produktes sollte deshalb nur nach strenger Abwägung des Nutzen-Risikos während der Schwangerschaft sowie der Geburt angewendet werden.

Stillzeit

Codein darf während der Stillzeit nicht angewendet werden.

Bei normalen therapeutischen Dosen können Codein und sein aktiver Metabolit in der Muttermilch in sehr geringen Konzentrationen vorhanden sein und es ist unwahrscheinlich, dass der gestillte Säugling nachteilig beeinflusst wird. Dennoch können bei Frauen, die vom CYP2D6 Phänotyp ultraschnelle Metabolisierer sind, höhere Konzentrationen des aktiven Metaboliten Morphin in der Muttermilch vorkommen und in sehr seltenen Fällen kann dies zu Symptomen einer Opioidvergiftung beim Säugling bis hin zum Tod führen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Die Fähigkeit ein Motorfahrzeug zu lenken oder eine Maschine zu bedienen kann durch die Anwendung von Codein beeinträchtigt werden. Dies gilt in verstärktem Masse, wenn Alkohol oder andere ZNS-aktive Substanzen zusammen mit Codein angewendet werden.

Unerwünschte Wirkungen

Blut und Lymphsystem:Selten: allergisch bedingte Thrombozytopenie, Leukopenie, Agranulozytose, Panzytopenie, Neutropenie, hämolytische Anämie.

Immunsystem:Gelegentlich: erythematöse, urtikarielle Hautreaktionen und Hautrötungen, selten Pruritus.Selten: allergische Reaktionen wie Quincke-Oedem, Atemnot, Bronchospasmus, Schweissausbruch, Übelkeit, Blutdruckabfall bis hin zum Schock.

Ein kleiner Teil (5-10%) der Patienten mit Acetylsalicylsäure-induziertem Asthma oder anderen Manifestationen einer sogenannten Acetylsalicylsäure-Intoleranz kann in ähnlicher Weise auch auf Paracetamol reagieren (Analgetika-Asthma).

Nervensystem:Häufig: leichte Kopfschmerzen und leichte Somnolenz, Sedation.

Bei höheren Dosen oder bei besonders empfindlichen Patienten können dosisabhängig die visuomotorische Koordination und die Sehleistung verschlechtert sein bzw. eine Euphorie auftreten.

Opiate führen zu einer Verengung der Pupillen.

Selten: Schlafstörungen, Ohrgeräusche.Gelegentlich: Verwirrtheit, Schwindel.

Herz und Kreislauf:Unter Opiatagonisten können Bradykardie und andere cholinergische Effekte auftreten.

Atmungsorgane:Selten: Atemdepression.

Gastrointestinale Störungen:Häufig: Übelkeit und Erbrechen vor allem zu Beginn der Behandlung, Obstipation.

Leber und Galle:Siehe unter «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Harnwege:Erhöhung des Tonus der glatten Muskulatur, Harnverhaltung.

Haut:sehr selten: Stevens-Johnson Syndrom, Lyell's Syndrom

Sonstige:Selten: Mundtrockenheit.

In Einzelfällen führt Codein zu einer Gewichtszunahme.

Wie bei allen codeinhaltigen Präparaten kann es zu einer Abhängigkeit kommen (siehe unter «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Überdosierung

Aufgrund der Erfahrungen mit den Einzelsubstanzen ist bei einer Überdosierung der Kombination mit folgenden Symptomen zu rechnen:

Paracetamol:

Nach oraler Einnahme von 7,5-10 g Paracetamol bei Erwachsenen und von 150-200 mg/kg beim Kind (bei prädisponierten Patienten wie z.B. solchen mit erhöhtem Alkoholkonsum oder verminderter Glutathionreserve bei Nahrungskarenz schon in geringeren Dosen) kommt es zu akuten Vergiftungserscheinungen an Zellen der Leber und des Nierentubulus in Form von lebensgefährlichen Zellnekrosen.

Plasmakonzentrationen von >200 µg/ml nach 4 Std., von >100 µg/ml nach 8 Std., von >50 µg/ml nach 12 Std. und von >30 µg/ml nach 15 Std. führen zu Leberschäden mit tödlichem Verlauf im Coma hepaticum. Die Hepatotoxizität steht in direkter Abhängigkeit zur Plasmakonzentration.

Symptome

1. Phase (= 1. Tag): Übelkeit, Erbrechen, abdominelle Schmerzen, Appetitlosigkeit, allgemeines Krankheitsgefühl.

2. Phase (= 2. Tag): subjektive Besserung, Lebervergrösserung, erhöhte Transaminasewerte, erhöhte Bilirubinwerte, Thromboplastinzeit verlängert.

3. Phase (= 3. Tag): Transaminasewerte stark erhöht, Ikterus, Hypoglykämie, Leberkoma.

Therapie

Eine wirksame Therapie sollte bereits bei Verdacht auf eine Intoxikation unverzüglich eingeleitet werden und folgende Massnahmen umfassen:

Magenspülung (ist nur innerhalb der ersten 1 (-2) Stunden sinnvoll), nachfolgend Verabreichung von Aktivkohle.

Orale Gabe von N-Acetyl-Cystein. In Situationen, wo die orale Applikation des Antidots nicht oder nicht gut möglich ist (z.B. durch heftiges Erbrechen, Bewusstseinstrübung), kann dieses auch intravenös verabreicht werden.

Paracetamol-Konzentration im Plasma messen (nicht früher als 4 Std. nach Einnahme).

Codein:

Symptome

Das Charakteristikum der Überdosierung ist die extreme Atemdepression. Die Symptome gleichen weitgehend der Morphinvergiftung mit extremer Somnolenz bis zu Stupor und Koma, meist verbunden mit Miosis, oft mit Erbrechen, Kopfschmerzen, Harn- und Stuhlverhaltung. Zyanose, Hypoxie, Hypothermie, Hautrötungen und Schwellungen, Skelettmuskel-Tonusverlust und Areflexie kommen vor, manchmal Bradykardie und Blutdruckabfall, gelegentlich, vor allem bei Kindern, nur Krämpfe.

Therapie

Die Wirkung von Codein kann mit Opiatantagonisten wie z.B. Naloxon aufgehoben werden. Naloxon kann auch in Infusion verabreicht werden. Die Gabe von Naloxon muss wiederholt werden, da die Wirkungsdauer von Codein länger ist als die von Naloxon. Ausserdem sind symptomatische Massnahmen, vor allem stabile Seitenlagerung, Beatmung und Schockbehandlung indiziert.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N02AA59

Paracetamol:

Der Wirkungsmechanismus ist nicht eindeutig geklärt.

Der analgetische Wirkungsmechanismus beruht auf der Hemmung der Prostaglandin-Synthese, die vorwiegend und geringer auch peripher erfolgt.

Paracetamol verfügt über keine ausgeprägte antiphlogistische Wirkung und hat keinen Einfluss auf die Hämostase oder die Magenschleimhaut.

Codein:

Codein ist ein zentral wirksames schwaches Analgetikum. Codein entfaltet seine Wirkung über μ-Opioidrezeptoren, obwohl Codein eine schwache Affinität zu diesen Rezeptoren aufweist, und seine analgetische Wirkung beruht auf der Umwandlung zu Morphin. Codein hat sich, insbesondere in Kombination mit anderen Analgetika, wie z.B. Paracetamol, bei akuten nozizeptiven Schmerzen als wirkungsvoll erwiesen.

Pharmakokinetik

Absorption:

Nach einer oralen Dosis von 500 mg Paracetamol wurde eine maximale Plasmakonzentration von 7,2 µg/ml (Cmax) in 0,6 Std. (tmax) erreicht. Nach einer rektalen Dosis von 1 g Paracetamol/60 mg Codein für Paracetamol eine maximale Plasmakonzentration von 5,8 µg/ml (Cmax) in 2,5 Std. (tmax) und für Codein eine maximale Plasmakonzentration von 79 ng/ml (Cmax) in 1,7 Std. (tmax).

Distribution:

Nach der Resorption erfolgt eine gleichmässige Verteilung von Paracetamol in alle Körperflüssigkeiten. Codein hingegen verteilt sich zunächst im ZNS.

Die Plasmaproteinbindung beider Substanzen liegt bei nur bis zu 20%. Eine Interferenz mit anderen stark an Eiweiss gebundenen Stoffen ist daher nicht zu erwarten.

Beide Substanzen sind plazentagängig.

Paracetamol und Codein treten in geringem Masse in die Muttermilch über.

Metabolismus:

Paracetamol und Codein werden über die Leber verstoffwechselt.

Paracetamol wird zu über 90% an Glucuronsäure bzw. Sulfat gebunden und zu einem kleinen Teil als Cystein bzw. Merkaptankonjugat abgebaut.

Codein wird zu jeweils 5-10% zu Morphin und Norcodein demethyliert. Ein geringer Teil wird zu Normorphin umgewandelt.

Die analgetische Wirkung von Codein ist abhängig von der O-Demethylierung zu Morphin durch CYP2D6. Dieses Enzym weist einen genetischen Polymorphismus auf. Bei Patienten mit langsamem Debrisoquin-Metabolismus (ca. 7% der Bevölkerung) ist die analgetische Wirkung von Codein aufgrund ungenügender O-Demethylierung vermindert.

Elimination:

Paracetamol und Codein werden über den Urin ausgeschieden. In den Faeces sind nur Spuren zu finden. Die Metaboliten von Codein werden ebenso wie das unveränderte Codein in freier oder gebundener Form ausgeschieden.

Kinetik in besonderen klinischen Situationen:

Leberinsuffizienz: Eine Dosisreduktion ist notwendig, da sowohl die Plasmahalbwertszeit von Paracetamol als auch die von Codein verlängert ist.

Niereninsuffizienz: Bezüglich Paracetamol liegen für niereninsuffiziente Patienten nur wenige Daten vor, es wird jedoch eine Dosisanpassung empfohlen. Für Codein ist eine Verlängerung der Plasmahalbwertszeit auf 9-18 Std. beschrieben.

Nach Anwendung von Codein wurde über Atemstillstand bei Niereninsuffizienz berichtet.

Bei Patienten mit mittelschwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance 10-50 ml/Min.) sollte die Codein-Dosis auf 75%, bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <10 ml/Min.) auf 50% der empfohlenen täglichen Codein-Dosis gesenkt werden. Bei leichter Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance >50 ml/Min.) ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Alte Leute: Die Halbwertszeit kann bei alten Personen verlängert sein und mit einer Verminderung der Medikamenten-Clearance einhergehen.

Kinder: Bei Kindern wurde mit Paracetamol keine signifikante Änderung der Halbwertszeit verglichen zu Erwachsenen beschrieben. Für Codein liegen keine Daten vor.

Präklinische Daten

Im Tierversuch mit mehrmaliger Verabreichung von Paracetamol sind bei Ratten und Mäusen Läsionen im Magen-Darm-Trakt, Blutbildveränderungen, Degeneration des Leber- und Nierenparenchyms aufgetreten. Die Ursachen dieses Effekts sind einerseits auf den Wirkungsmechanismus und andererseits auf den Metabolismus von Paracetamol zurückzuführen. Die Metaboliten, denen die toxischen Wirkungen und die entsprechenden Organveränderungen zugeschrieben werden, sind auch beim Menschen nachgewiesen worden, und Paracetamol sollte deshalb nicht über längere Zeit in hohen Dosen eingenommen werden. Umfangreiche Untersuchungen ergaben keinen Hinweis für ein relevantes genotoxisches Risiko von Paracetamol, und Langzeituntersuchungen ergaben keine Hinweise auf ein karzinogenes Potential.

Zu Codein oder der Kombination Paracetamol und Codein liegen keine relevanten Daten zur Mutagenität oder Langzeituntersuchungen vor.

Sonstige Hinweise

Beeinflussung diagnostischer Methoden: Paracetamol kann Störungen der Blutzuckermessungen verursachen, wenn die Glukoseoxidase-Methode verwendet wird. Es kann auch für eine Verfälschung der Harnsäurebestimmung im Blut verantwortlich sein, wenn diese mittels der Phosphowolframat-Reduktionsmethode bestimmt wird.

Haltbarkeit:

Das Medikament darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichnetem Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise:

Co-Becetamol Tabletten und Suppositorien, Co-Becetamol forte Kapseln nicht über 30 °C aufbewahren.

Zulassungsnummer

46357, 46358, 53906 (Swissmedic)

Zulassungsinhaberin

Gebro Pharma AG, 4410 Liestal

Stand der Information

Mai 2014

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