Myoview Markierungsbesteck 0.23 Mg Fl 5 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Trägermolekül: Tetrofosminum.

Aktive Substanz nach Markierung mit Natrium[99mTc]pertechnetat-Injektionslösung:

[99mTc]-Tetrofosmin

Hilfsstoffe: Stanni(II)chloridum dihydricum, Dinatrii-5-sulfosalicylas, Natrii D-gluconas, Natrii hydrogenocarbonas

Spezifikationen der Injektionslösung

Die gebrauchsfertige 99mTc-markierte Tetrofosmin-Lösung muss farblos, klar und partikelfrei sein.

Der markierte Gesamtinhalt eines Fläschchens enthält in 4-8 ml:

-0,23 mg Tetrofosmin.

-≤ 1,5 GBq 99mTc/ml.

-0,03 mg Zinn(II)-chlorid.

-0,32 mg Dinatriumsulfosalizylat.

-1,0 mg Natrium-D-gluconat.

-1,8 mg Natriumhydrogencarbonat.

-≤10% freies [99mTc]-Pertechnetat + reduziertes, nicht gebundenes 99mTc (z. B. als Tc(OH)n).

-pH-Wert 7,5-9,0.

Das Arzneimittel enthält keine antimikrobiell wirksamen Stoffe.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Durchstechfläschchen enthält 3,38 mg sterile Trockensubstanz zur Herstellung einer 99mTc-markierten Injektionslösung enthaltend 0,23 mg Tetrofosmin sowie 0,03 mg Zinn(II)-chlorid-Dihydrat.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Dieses Arzneimittel ist nur für diagnostische Zwecke bestimmt.

Perfusionsszintigraphie des Myokards zur Diagnose und Lokalisation einer koronaren Minderdurchblutung und/oder eines Myokardinfarktes.

Dosierung/Anwendung

Myoview darf dem Patienten nicht unmarkiert direkt verabreicht werden. Es ist ausschliesslich zur Markierung mit Natrium[99mTc]pertechnetatlösung und nachfolgend zur intravenösen Verabreichung bestimmt.

Mit dem markierten Inhalt eines Fläschchens Myoview können mehrere Patienten untersucht werden. Wenn besondere Bedingungen es erfordern, kann der Inhalt eines ganzen Fläschchens, mit einer geeigneten Radioaktivitätsdosis markiert, auch einem einzigen Patienten verabreicht werden.

Der Patient sollte vor der Untersuchung möglichst nüchtern sein oder nur ein leichtes Frühstück zu sich genommen haben.

Diagnose und Lokalisation der koronaren Minderdurchblutung

[99mTc]-Tetrofosmin wird zweimal intravenös injiziert. Die erste Dosis von 185-250 MBq wird unter maximaler körperlicher Belastung, die zweite Dosis von 500-750 MBq wird etwa 4 Stunden später in Ruhe injiziert. Die an einem Tag applizierte Aktivität darf 1000 MBq nicht überschreiten.

Diagnose und Lokalisation eines Myokardinfarktes

Es wird eine einmalige Dosis von 185-250 MBq [99mTc]-Tetrofosmin in Ruhe i.v. injiziert.

Mit der Szintigraphie (in planarer, vorzugsweise jedoch in SPECT-Darstellung) sollte frühestens 15 Minuten nach der Injektion begonnen werden. Es liegen keine Hinweise über signifikante Veränderungen der Konzentration oder eine Umverteilung des [99mTc]-Tetrofosmins im Myokard vor; deshalb kann die Szintigraphie bis 4 Stunden nach der Injektion durchgeführt werden. Planare Darstellungen sollten in den Standard-Sichten angefertigt werden (von vorn, LAO 40°-45°, LAO 65°-70° und/oder links-seitlich).

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Die Anwendung von Myoview bei Kindern und Jugendlichen wird nicht empfohlen, da für diese Altersgruppen keine klinischen Erfahrungen vorliegen.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Über eine Anpassung der Dosierung bei Patienten mit Nieren- oder Leberfunktionsstörungen liegen bisher keine Daten vor.

Strahlenexposition

Die Strahlenbelastung eines Erwachsenen (70 kg) nach intravenöser Injektion von [99mTc]-Tetrofosmin ist nachfolgender Tabelle zu entnehmen. Die errechneten Werte gehen von einer Entleerung der Blase in Abständen von 3,5 Stunden aus.

Absorbierte Strahlendosis(μGy/MBq)

Organunter Belastungin Ruhe

Gallenblasenwand

Obere Dickdarmwand

Untere Dickdarmwand

Harnblasenwand

Dünndarm

Nieren

Speicheldrüsen

Ovarien

Uterus

Knochenoberfläche

Schilddrüse

Bauchspeicheldrüse

Magen

Nebennieren

Rotes Knochenmark

Herzwand

Milz

Muskel

Hoden

Leber

Thymus

Gehirn

Lungen

Haut

Brust

Ganzkörper

33,2

20,1

15,3

15,6

12,1

10,4

8,0

7,9

7,3

6,2

4,3

5,0

4,6

4,3

4,1

4,1

4,1

3,5

3,4

3,2

3,1

2,7

2,3

2,2

2,2

3,8

48,6

30,4

22,2

19,3

17,0

12,5

11,6

9,6

8,4

5,6

5,8

5,0

4,6

4,1

4,0

4,0

3,8

3,3

3,1

4,2

2,5

2,2

2,1

1,9

1,8

3,7

Die Verabreichung von 99mTc-markiertem Myoview führt zu folgenden effektiven Dosen für Erwachsenen mit 70 kg Körpergewicht:

Berechnet mit Wichtungsfaktoren nach:
ICRP 26ICRP 60
Injektion von 250 MBq bei maximaler körperlicher Belastung2,15 mSv1,50 mSv
Injektion von 750 MBq in Ruhe8,38 mSv5,36 mSv

Um die Strahlenbelastung so gering wie möglich zu halten, soll der Patient möglichst bald und oft nach der Injektion die Blase entleeren. Dabei ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten.

Kontraindikationen

-Überempfindlichkeit gegenüber der aktiven Substanz Tetrofosmin, einen der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung oder gegen Natrium[99mTc]pertechnetat-Injektionslösung

-Schwangerschaft

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Jede Anwendung von Radiopharmazeutika an Patienten liegt ausschliesslich in der Kompetenz und Verantwortung eines bewilligten Nuklearmediziners. Untersuchungen sind nur dann angezeigt, wenn der Nutzen einer solchen das mit der Strahlenexposition verbundene Risiko übersteigt. Dies gilt insbesondere bei der Anwendung an stillenden Frauen. In jedem Fall hat die Verabreichung unter den Kautelen des Strahlenschutzes stattzufinden. Bei fertilen Frauen ist eine mögliche Schwangerschaft auszuschliessen. Andere Untersuchungsmethoden, bei denen keine ionisierenden Strahlen angewendet werden, sollen in Erwägung gezogen werden.

Wegen des Risikos von Überempfindlichkeitsreaktionen sollten alle für die Behandlung solcher Reaktionen erforderlichen Arzneimittel und Vorrichtungen verfügbar sein (Antihistaminika, i.v. verabreichbare Kortikosteroide, Kreislaufunterstützung, Reanimation).

Interaktionen

Arzneimittel, welche die Herzfunktion und die Durchblutung des Myokards beeinflussen, z.B. Betablocker, Calcium-Antagonisten oder Nitrate, können in der Diagnose der koronaren Herzkrankheit (KHK) zu falsch-negativen Ergebnissen führen. Solche oder andere Substanzen sollten daher weder gleichzeitig mit Myoview noch in kürzerem zeitlichem Abstand verabreicht werden, es sei denn, die Erkrankung erfordere ein solches Vorgehen. In jedem Fall muss bei der Auswertung der Szintigramme die Medikation des Patienten zum Zeitpunkt der Untersuchung berücksichtigt werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Die Injektion von 250 MBq [99mTc]-Tetrofosmin bei maximaler körperlicher Belastung und die anschliessende Injektion von 750 MBq in Ruhe bewirken eine Strahlenbelastung von 8,1 mGy am Uterus. Eine Strahlenbelastung von mehr als 0,5 mGy (entsprechend der jährlichen Exposition durch natürliche Strahlung) wird als potentielles Risiko für den Fetus angesehen. Die Anwendung von Myoview bei schwangeren Frauen ist daher kontraindiziert.

Falls es erforderlich ist, einer Frau im gebärfähigen Alter ein radioaktives Arzneimittel zu verabreichen, so ist eine mögliche Schwangerschaft auszuschliessen.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob [99mTc]-Tetrofosmin in die Muttermilch übergeht. Bei stillenden Müttern sollte eine diagnostische Abklärung mit Myoview daher, wenn immer möglich, nach dem Abstillen durchgeführt werden. Wird die Anwendung dieses Arzneimittels als notwendig erachtet, so ist die Muttermilch für die Dauer von mindestens 3 Tagen nach Injektion zu verwerfen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Nach Verabreichung von [99mTc]-Tetrofosmin ist mit keiner Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit oder der Fähigkeit Maschinen zu bedienen zu rechnen. Jedoch wurden keine spezifischen Studien durchgeführt. Die Grundkrankheit kann diese Aktivitäten beeinträchtigen.

Unerwünschte Wirkungen

Als unerwünschte Wirkungen von Myoview sind bekannt:

Herz und Kreislauf

Die folgenden Ereignisse wurden nach Verabreichung von [99mTc]-Tetrofosmin in klinischen Studien beobachtet, wobei jedoch kein Kausalzusammenhang mit der Verabreichung von Myoview nachgewiesen werden konnte. Dazu gehören pektanginöse Beschwerden (in Einzelfällen ernsthaft), Blutdruckanstieg, Herzrhythmusstörungen (Torsades de pointes).

In Anbetracht der Indikationen von Myoview bei Patienten mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko müssen alle Mittel und das Personal zur Behandlung eines Notfalls verfügbar sein.

Störungen des Immunsystems

Gesichtsödem, Überempfindlichkeitsreaktionen, allergische Reaktion, anaphylaktische Reaktion.

Störungen des Nervensystems

Kopfschmerzen, Schwindel, metallischer Geschmack, Störungen des Geruchs- und Geschmackssinns.

Funktionsstörungen der Gefässe

Hitzewallungen, Hypotension.

Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen

Dyspnoe.

Gastrointestinale Störungen

Erbrechen, Übelkeit, Brennen im Mund.

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Urtikaria, Juckreiz, erythematöses Exanthem.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Einstichstelle

Wärmegefühl.

Untersuchungen

Anstieg der weissen Blutkörperchen.

Einige Reaktionen traten mehrere Stunden nach der Verabreichung auf. In Einzelfällen wurden schwerwiegende unerwünschte Wirkungen beobachtet, einschliesslich anaphylaktische Reaktionen (weniger als 1 Meldung pro 100'000 Patienten) und schwere allergische Reaktionen (ein Einzelbericht liegt vor).

Wegen des Risikos von Überempfindlichkeitsreaktionen sollten alle für die Behandlung solcher Reaktionen erforderlichen Arzneimittel und Vorrichtungen verfügbar sein (Antihistaminika, i.v. verabreichbare Kortikosteroide, Kreislaufunterstützung, Reanimation).

Bei jedem Patienten ist eine sorgfältige Abwägung zwischen dem zu erwartenden Nutzen und dem mit der Strahlenexposition verbundenen Risiko vorzunehmen. Um die Strahlendosis so gering wie möglich zu halten, darf die zu verabreichende Aktivität nicht höher bemessen werden als für den Erhalt der diagnostischen Information erforderlich ist.

Ionisierende Strahlen können Krebs und Erbgutveränderungen erzeugen. Nach derzeitigem Wissensstand sind diese Effekte mit geringer Häufigkeit zu erwarten, da die meisten nuklearmedizinischen Untersuchungen mit niedrigen Strahlendosen verbunden sind. Bei den meisten nuklearmedizinischen Untersuchungen beträgt die effektive Äquivalenzdosis weniger als 20 mSv. Höhere Strahlendosen können unter bestimmten klinischen Voraussetzungen gerechtfertigt sein.

Der Anwender wird gebeten bei Verdacht auf unerwünschte Wirkungen im Zusammenhang mit der Verabreichung dieses Arzneimittels die Schweizer Vertriebsfirma GE Healthcare AG unverzüglich zu unterrichten.

Überdosierung

Bei vorschriftsmässiger Anwendung des Arzneimittels ist nicht mit einer Überdosierung zu rechnen. Im Fall einer unbeabsichtigten Überdosierung geht die damit verbundene erhöhte Strahlenbelastung wegen der kurzen Halbwertszeit von 99mTc (6,02 Stunden) rasch zurück, und es ist zu erwarten, dass die Elimination der Radioaktivität durch eine forcierte Diurese und eine häufige Darmentleerung beschleunigt wird.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: V09GA02.

Kernphysikalische Eigenschaften

[99mTc]-Technetium zerfällt unter Emission von Gammastrahlung mit einer Energie von 141 keV und einer Halbwertszeit von 6,02 Stunden.

Pharmakodynamische Eigenschaften

Tierstudien haben gezeigt, dass die Aufnahme von [99mTc]-Tetrofosmin in das Myokard linear zum koronaren Blutfluss verläuft und bestätigen die Eignung des Komplexes als Tracer zur Darstellung der myokardialen Perfusion. Beim Patienten sind nach intravenöser Injektion von 99mTc-markiertem Myoview in der empfohlenen Dosierung keine pharmakologischen Wirkungen zu erwarten.

Pharmakokinetik

Absorption/Distribution

Nach intravenöser Injektion wird [99mTc]-Tetrofosmin schnell aus dem Blut eliminiert: 10 Minuten nach Injektion sind weniger als 5% der injizierten Dosis im Vollblut nachweisbar.

[99mTc]-Tetrofosmin wird schnell in das Myokard aufgenommen; die maximale Aufnahme beträgt etwa 1,2% der injizierten Dosis. Die Retention im Myokard erlaubt die planare oder SPECT-Darstellung des Herzmuskels über einen Zeitraum von 5 Minuten bis zu 4 Stunden nach Injektion. Die Background-Gewebeclearance aus Lunge und Leber erfolgt schnell. Nach körperlicher Belastung ist die Radioaktivität in diesen Organen geringer, in der Skelettmuskulatur dagegen erhöht.

Metabolismus/Elimination

Etwa 66% der injizierten Radioaktivität werden innerhalb von 48 Stunden nach der Injektion ausgeschieden, davon 40% auf renalem Wege und 26% über die Fäzes.

Präklinische Daten

Bei Ratten und Kaninchen wurden nach Verabreichung von Myoview in Dosen, die etwa dem 1'050-fachen der maximalen Humandosis bei einmaliger Verabreichung entsprachen, keine nennenswerten Zeichen von akuter Toxizität beobachtet. Bei wiederholter Verabreichung von Tetrofosmin an Kaninchen traten toxische Symptome erst bei kumulativen Dosen auf, die das 10'000-fache der maximalen Humandosis bei einmaliger Verabreichung überschritten.

In Ratten wurden hingegen bei diesen Dosen keine signifikanten toxischen Veränderungen beobachtet. Reproduktionstoxikologische Untersuchungen, und solche zur Kanzerogenität, wurden mit Tetrofosmin nicht durchgeführt. In einer Mutagenitätsprüfung zeigte Tetrofosmin weder in vitro noch in vivo genotoxische Eigenschaften.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Bisher sind keine Inkompatibilitäten bekannt geworden. Myoview darf nicht mit anderen als den für die Markierung erforderlichen Substanzen oder Komponenten gemischt, verdünnt oder zusammen appliziert werden.

Haltbarkeit

Die Trockensubstanz ist ungeöffnet 35 Wochen haltbar.

Die gebrauchsfertige Lösung ist bei 2-8 °C 12 Stunden haltbar.

Die Trockensubstanz darf nur bis zu dem auf der Verpackung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Die Trockensubstanz ist bei 2-8 °C (im Kühlschrank) zu lagern.

Die gebrauchsfertige Lösung ist bei 2-8 °C (im Kühlschrank) zu lagern.

Hinweise für die Handhabung

A) Markierungsvorschrift

Die Markierung von Myoview ist von fachkundigem Personal unter strikt aseptischen Bedingungen und unter Beachtung aller einschlägigen Vorschriften zum Umgang mit offenen Strahlenquellen durchzuführen.

Aseptische Arbeitsbedingungen müssen während der ganzen Markierung eingehalten werden:

1. Fläschchen in Bleiabschirmung setzen und Gummistopfen mit beigelegtem Tupfer desinfizieren.

2. Eine sterile Nadel («Belüftungsnadel») in den Gummistopfen einführen (siehe Anm. 1). Mit steriler abgeschirmter 10-ml-Spritze die gewünschte Menge Natrium[99mTc]pertechnetatlösung (erforderlichenfalls verdünnt mit 0,9% Natriumchlorid-Injektionslösung) in das in der Bleiabschirmung befindliche Fläschchen injizieren (s. Anm. 2 bis 4). Vor Abnahme der Spritze 2 ml Schutzgas aus dem Raum oberhalb der Lösung ziehen. Die Belüftungsnadel entfernen. Das Fläschchen bis zur vollständigen Auflösung der Trockensubstanz schütteln.

3. 15 Minuten bei Raumtemperatur inkubieren.

4. Während der Inkubationszeit Gesamtradioaktivität messen und Fläschchen und Abschirmbehälter mit den mitgelieferten Etiketten kennzeichnen.

5. Die gebrauchsfertige Lösung kann bei 2 - 8 °C entweder im Fläschchen oder in Einmalspritzen aus Polypropylen, Polyethylen oder Polystyrol aufbewahrt werden. Sie muss innerhalb von 12 Stunden aufgebraucht werden. Wenn die gebrauchsfertige Lösung nicht gekühlt aufbewahrt werden kann, muss sie sofort nach Herstellung verwendet werden. Nicht verwendete Reste sind zu verwerfen und zusammen mit dem Fläschchen den gesetzlichen Vorschriften entsprechend zu entsorgen.

Anmerkung

1. Nadeln von einer Grösse 19G bis 26G können als Belüftungsnadel eingesetzt werden.

2. Für die Markierung von Myoview dürfen nur Eluate von in der Schweiz registrierten 99mTc-Generatoren verwendet werden. Die Eluate müssen den Qualitätsanforderungen der gültigen Pharmakopöe (Ph. Eur.) entsprechen. Sie müssen insbesondere frei von Oxidantien sein und sollten weniger als 5 ppm Aluminium enthalten.

3. Das Volumen der zugesetzten (gegebenenfalls verdünnten) Natrium[99mTc]pertechnetatlösung muss zwischen 4 und 8 ml betragen.

4. Die Aktivität der Natrium[99mTc]pertechnetatlösung darf, wenn sie dem Fläschchen zugesetzt wird, 1,5 GBq/ml nicht überschreiten.

5. Um eine möglichst hohe Markierungsausbeute zu erzielen, sollte die verwendete Natrium[99mTc]pertechnetatlösung nicht später als 6 Stunden nach Eluation eingesetzt werden, und die vorhergehende Elution des Generators sollte nicht länger als 72 Stunden zurückliegen.

B) Qualitätsprüfung

Die Markierungsausbeute der gebrauchsfertigen Injektionslösung sollte mit nachfolgendem Chromatographieverfahren geprüft werden:

Notwendiges Zubehör und Laufmittel

1. GMCP*-SA TLC Streifen (2 x 20 cm). Keine Hitzeaktivierung vornehmen!

2. Kammer für aufsteigende Chromatographie mit Abdeckung

3. 65:35 (v/v) Mischung aus Aceton und Dichlormethan (neu hergestellt)

4. 1-ml-Spritze mit 22-25G-Nadel

5. Geeignetes Zählmessgerät

Durchführung der Chromatographie

1. Die 65:35 Aceton-Dichlormethan-Mischung bis 1 cm über dem Boden in die Chromatographiekammer einfüllen; Gefäss verschliessen, damit sich der Lösungsmitteldampf gleichmässig verteilen kann.

2. Einen GMCP*-SA TLC Streifen mit einem Bleistiftstrich 2,5 cm ab unterer Kante kennzeichnen; 15 cm über dieser Linie eine weitere Kennzeichnung mit Tintenmarker vornehmen. Der Beistiftstrich zeigt den Punkt an, an dem die Probe angesetzt wird. Der Tintenstrich zerfliesst, wenn das Laufmittel die farbig markierte Linie erreicht und zeigt dadurch an, dass die Chromatographie beendet werden sollte.

3. 3,75 cm und 12 cm oberhalb der ersten Bleistiftlinie (Rf 0,25 bzw. 0,8) sollten 2 weitere Bleistiftmarkierungen (spätere Schnittstellen) angebracht werden.

4. Mit einer 1-ml-Spritze und Nadel 10 µl Probe der gebrauchsfertigen Injektionslösung in der ersten markierten Bleibstiftlinie auftragen. Den Punkt nicht austrocknen lassen, sondern den Streifen sofort in die Chromatographiekammer geben und diese abdecken. Der Streifen darf an keiner Stelle mit der Wand der Chromatographiekammer in Berührung kommen.

Hinweis: 10 µl Probe sollten einen Punkt mit einem Durchmesser von 10 mm ergeben. Kleinere Probenvolumina würden unzulässige Werte für die radiochemische Reinheit ergeben.

5. Sobald das Laufmittel den Tintenstrich erreicht hat, den Streifen aus der Kammer herausnehmen und trocknen lassen.

6. Den Streifen an den beiden mit Bleistift markierten Schnittstellen zerschneiden und die jeweilige Radioaktivität der 3 Teile mit einem geeigneten Messgerät messen. Alle 3 Teile sollten unter möglichst gleichen Bedingungen innerhalb kürzester Zeit gemessen werden.

7. Markierungsausbeute mit Hilfe folgender Formel berechnen:

12577.png

Der zu erwartende Wert beträgt mindestens 90%.

Hinweis: Freies [99mTc]-Pertechnetat läuft in das obere Stück des Streifens, [99mTc]-Tetrofosmin in das mittlere, Verunreinigungen mit reduziertem hydrolysiertem 99mTc und hydrophilen Komplexen bleiben im unteren Stück des Streifens.

Präparationen, die eine Markierungsausbeute von weniger als 90% aufweisen, dürfen nicht verwendet werden.

*Glass Microfiber Chromatrographiestreifen imprägniert mit Silicic Acid

Strahlenschutzhinweis

Die Anwendung radioaktiver Stoffe an Menschen ist in der Schweiz durch die Verordnung über den Strahlenschutz gesetzlich geregelt. Entsprechend ist für die Anwendung von Radiopharmazeutika nur autorisiert, wer über die erforderliche Bewilligung des Bundesamtes für Gesundheit verfügt. Um jede unnötige Bestrahlung von Patienten und Personal zu vermeiden, sind beim Umgang mit radioaktiven Stoffen sowie bei der Beseitigung radioaktiven Abfalls die Schutzvorkehrungen der letzten gültigen Version dieser Verordnung zu beachten.

Die nicht verbrauchten radioaktiven Lösungen, und die mit diesen kontaminierten Gegenstände, müssen bis zum Abklingen der Aktivität auf die Freigrenze des Radionuklids in einem für diese Zwecke eingerichteten Abklingraum aufbewahrt werden.

Myoview wird zusammen mit 99mTc verwendet. Für die Vorschriften und Empfehlungen zu Lagerung, Elution, Verwendung und Entsorgung des 99mTc-Generators, der als Quelle für Natrium[99mTc]pertechnetat dient, wird auf die dem Generator beigefügte Fachinformation verwiesen.

Zulassungsnummer

53653 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

GE Healthcare AG, Opfikon.

Stand der Information

März 2014.

Verwendung dieser Informationen

Die Informationen auf dieser Seite sind für Fachpersonal gedacht. Bei Fragen lassen Sie sich von einer Fachperson (z.B. Arzt oder Apotheker) beraten.