Euthyrox Tabl 125 Mcg 100 Stk

Euthyrox Tabl 125 Mcg 100 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Levothyroxinum natricum.

Hilfsstoffe: Lactosum, excipiens pro compresso.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Teilbare Tabletten zu 25, 50, 75, 100, 125, 150, 175 und 200 µg Levothyroxinum natricum.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

  • Schilddrüsenhormonsubstitution für Erwachsene und Kinder bei Hypothyreose jeglicher Genese.
  • kongenitale Hypothyreose.
  • Suppressions- und Substitutionstherapie bei Schilddrüsenmalignom, vor allem nach Thyroidektomie.
  • Begleittherapie bei thyreostatischer Behandlung einer Hyperthyreose nach Erreichen der euthyreoten Funktionslage.
  • Schilddrüsensuppressionstest.
  • Euthyrox kann zur Prophylaxe einer Rezidivstruma nach Resektion einer Struma mit euthyreoter Funktionslage angewendet werden.
  • Euthyrox kann zur Therapie einer benignen Struma mit euthyreoter Funktionslage angewendet werden.

Dosierung/Anwendung

Die gesamte Tagesdosis wird morgens nüchtern, mindestens ½ Stunde vor dem Frühstück, unzerkaut mit etwas Flüssigkeit eingenommen.

Für die individuelle Behandlung stehen Tabletten mit abgestuftem Gehalt von 25 bis 200 µg Levothyroxin-Natrium zur Verfügung, so dass meist nur eine Tablette täglich eingenommen werden muss. Falls nötig können die mit einer Bruchrille versehenen Tabletten geteilt werden. Die individuelle Tagesdosis sollte durch labordiagnostische und klinische Untersuchungen ermittelt werden.

Die Dosierung ist dem Bedarf und dem Ansprechen des Patienten sorgfältig individuell anzupassen. Dabei richten sich die Anfangsdosis und eine allfällige Steigerung bis zur Erhaltungsdosis nach Alter und Allgemeinzustand des Patienten sowie nach Schwere und Dauer des hypothyreoten Zustands. Die Schilddrüsenfunktion soll in regelmässigen Abständen und bei der Umstellung von einem anderen Schilddrüsenhormonpräparat kontrolliert werden.

Indikation

Dosierung (µg/Tag)

Hypothyreose

Anfangsdosis 25-50, Steigerung im Abstand von 2-4 Wochen um jeweils 25-50

Erhaltungsdosis: 100-200

Nach Thyroidektomie wegen Schilddrüsenmalignom

150-300

Begleittherapie bei thyreostatischer Behandlung der Hyperthyreose

25-100

Schilddrüsensuppressionsszintigramm mit Euthyrox 200

200 (während 14 Tagen bis zur Durchführung des Szintigramms)

Schilddrüsensuppressionsszintigramm mit Euthyrox 75/150

75 während 14 Tagen (4. und 3. Woche vor Test), anschliessend 150 während weiteren 14 Tagen (2. und 1. Woche vor Test)

Prophylaxe bei Rezidivstruma

75-200

Therapie der benignen Struma mit euthyreoter Funktionslage

75-200

Therapiedauer

Bei Hypothyreose und Thyroidektomie wegen Schilddrüsenmalignom: meist lebenslang.

Bei benigner Struma mit euthyreoter Funktionslage und Strumarezidivprophylaxe: mehrere Monate bis Jahre. Bei Therapieversagen sollten chirurgische Massnahmen oder eine Radiotherapie in Betracht gezogen werden.

Als Begleittherapie bei thyreostatischer Behandlung der Hyperthyreose: entsprechend der Dauer der thyreostatischen Therapie.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Ältere Patienten und Patienten mit im Folgenden genannten Erkrankungen: Bei älteren Patienten oder solchen mit seit langem bestehender oder schwerer Hypothyreose, aber auch bei Patienten, die an anderen Endokrinopathien oder an kardiovaskulären Erkrankungen (abnormales EKG) leiden, wird eine geringere Anfangsdosis (25 µg), eine vorsichtige Dosissteigerung in längeren Intervallen und unter häufiger Kontrolle der Schilddrüsenhormonkonzentration sowie eine geringere Erhaltungsdosis als für eine vollständige Korrektur der TSH-Werte notwendig wäre, empfohlen.

Kinder und Jugendliche: Die Dosierung muss individuell festgelegt werden. Kinder benötigen höhere Dosen pro kg Körpergewicht als Erwachsene.

Die Tagesdosis beträgt im Alter von

0-6Monaten:25-75 µg(10 µg/kg)
6-12Monaten:50-75 µg(8 µg/kg)
1-5Jahren:75-100 µg(5-6 µg/kg)
6-12Jahren:100-150 µg(4-5 µg/kg)

Notwendige Dosissteigerungen sind im Abstand von 2-4 Wochen vorzunehmen.

Säuglinge erhalten die gesamte Tagesdosis mindestens ½ Stunde vor der ersten Tagesmahlzeit. Hierzu lässt man die Tabletten in etwas Wasser zerfallen und verabreicht die Suspension (sie ist vor jeder Einnahme frisch zuzubereiten!) mit etwas zusätzlicher Flüssigkeit.

Bei Kleinkindern unter einem Jahr muss die entsprechende Tagesdosis (bei Bedarf Tabletten halbieren) wenn nötig in geeigneter Form (mit Brei oder Flüssigkeit) verabreicht werden, wobei auf vollständige Einnahme der Dosis zu achten ist.

Eingeschränkte Nierenfunktion: Die Pharmakokinetik von Levothyroxin wurde bei Patienten mit Niereninsuffizienz nicht untersucht. Es können daher keine Dosierungsempfehlungen gemacht werden. Eventuelle Veränderungen der Proteinbindung sollten berücksichtigt werden.

Eingeschränkte Leberfunktion: Die Pharmakokinetik von Levothyroxin wurde bei Patienten mit Leberinsuffizienz nicht untersucht. Es können daher keine Dosierungsempfehlungen gemacht werden. Zum Einfluss einer Veränderung der Proteinbindung siehe «Pharmakokinetik», Abschnitt «Veränderung der Proteinbindung».

Kontraindikationen

  • Herzinsuffizienz mit gesteigerter Herzfrequenz;
  • akute Pankarditis;
  • akute Myokarditis;
  • akuter Myokardinfarkt;
  • Angina pectoris;
  • unbehandelte Hypophysenfunktionsstörungen;
  • unbehandelte Nebennierenrindenfunktionsstörungen;
  • Hyperthyreose jeglicher Genese (Ausnahme: als Begleittherapie bei thyreostatischer Behandlung einer Hyperthyreose);
  • während der Schwangerschaft als Begleittherapie bei thyreostatischer Behandlung einer Hyperthyreose (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»);
  • Überempfindlichkeit auf Levothyroxin, Laktose oder auf einen anderen Hilfsstoff.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Vor einer Schilddrüsenhormontherapie oder vor einem Schilddrüsensuppressionstest sind folgende Erkrankungen auszuschliessen bzw. zu behandeln: Herzinsuffizienz, Angina pectoris, schwere generalisierte Gefässerkrankung, Hypertonie, Hypophysen- bzw. Nebennierenrindenfunktionsstörungen, funktionelle Autonomie der Schilddrüse und subklinische Hyperthyreose.

Die Ursache einer sekundären Hypothyreose sollte vor einer Substitutionstherapie mit Schilddrüsenhormonen abgeklärt werden.

Bei Verdacht auf Autonomie der Schilddrüse ist vor Beginn einer Behandlung mit Euthyrox ein TRH-Test oder ein Suppressionsszintigramm durchzuführen.

Bei kongenitaler Hypothyreose sollte zur Prophylaxe des Kretinismus die höchstmögliche tolerierte Dosis gegeben werden, wobei bei primärer Hypothyreose eine Normalisierung des TSH-Werts angestrebt werden sollte.

Bei Vorliegen einer kompensierten Nebennierenrindenfunktionsstörung muss zuerst eine Substitutionstherapie mit Glucocorticoiden begonnen werden.

Bei Patienten mit einem erhöhten Risiko für psychotische Störungen wird empfohlen, die Therapie mit einer niedrigen Levothyroxin-Dosis zu beginnen und die Dosis nur langsam zu steigern. Eine Überwachung des Patienten ist angezeigt. Bei Anzeichen einer psychotischen Störung sollte eine Reduktion der Levothyroxin-Dosis in Betracht gezogen werden.

Bei Patienten mit Koronarinsuffizienz, Herzinsuffizienz oder Tachyarrhythmien sollten die Schilddrüsenhormonparameter häufig kontrolliert werden.

Bei Diabetikern sollte zu Beginn der Euthyrox-Therapie der Blutzuckerspiegel häufiger bestimmt und der Bedarf an blutzuckersenkenden Arzneimitteln überprüft werden.

Euthyrox darf nicht zur Behandlung von Adipositas angewendet werden. Es ist nicht erwiesen, dass Schilddrüsenhormone bei euthyreoten Personen mit Übergewicht eine gewichtsvermindernde Wirkung haben. Höhere Dosen können jedoch schwere (unter Umständen lebensbedrohende) unerwünschte Wirkungen verursachen.

Eine gleichzeitige Verabreichung von Orlistat und Levothyroxin kann zu einer Hypothyreose und/oder zu einer verminderten Kontrolle einer Hypothyreose führen (siehe «Interaktionen»). Patienten, die Levothyroxin einnehmen, sollten vor Beginn einer Orlistat-Therapie ihren Arzt konsultieren, da die Einnahme allenfalls zeitlich versetzt erfolgen sollte und die Levothyroxin-Dosis ggf. angepasst werden muss. Zudem wird empfohlen, den Schilddrüsenhormonspiegel zu überwachen.

Da Schilddrüsenhormone für Wachstum und Entwicklung von Kindern und Jugendlichen eine wichtige Rolle spielen, ist bei diesen Patienten eine rasche und vollständige Substitution besonders wichtig.

Bei postmenopausalen Patientinnen mit Hypothyreose wird wegen des erhöhten Osteoporose-Risikos eine engmaschige Überwachung der Schilddrüsenfunktion empfohlen.

Bei einer Umstellung der Schilddrüsenhormontherapie sollte die Dosis gemäss dem Ansprechen des Patienten und den Ergebnissen aus den labordiagnostischen Untersuchungen angepasst werden.

Da Euthyrox Laktose enthält, wird eine Einnahme bei Patienten, die unter Galaktose-Intoleranz, Laktase-Mangel oder Glukose-Galaktose-Malabsorption leiden, nicht empfohlen.

Interaktionen

Pharmakokinetische Interaktionen

Einfluss anderer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von Levothyroxin:

Beeinflussung der Resorption: Bei gleichzeitiger Gabe mit folgenden Arzneimitteln kann die Resorption von Levothyroxin vermindert werden:

  • Ionenaustauscherharze (z.B. Colestyramin, Colestipol): Die Einnahme von Levothyroxin sollte 4-5 Stunden vor diesen Arzneimitteln erfolgen.
  • Aluminium- oder Calcium-haltige Arzneimittel sowie orale Eisenpräparate: Die Einnahme von Levothyroxin sollte mindestens 2 Stunden vor diesen Arzneimitteln erfolgen.
  • Sevelamer: Zu Beginn oder am Ende einer gleichzeitigen Behandlung sollten die Schilddrüsenhormonspiegel engmaschig überwacht und ggf. die Levothyroxin-Dosis angepasst werden.

Auch die gleichzeitige Einnahme von Orlistat kann möglicherweise die Resorption von Iodsalzen und/oder Levothyroxin reduzieren, was zu einer Verstärkung der hypothyreoten Stoffwechsellage führen kann (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Auch Sojaprodukte können die Resorption von Levothyroxin reduzieren. Zu Beginn oder am Ende einer mit Sojaprodukten supplementierten Ernährung kann daher eine Dosisanpassung von Levothyroxin notwendig sein.

Beeinflussung des hepatischen Metabolismus: Induktoren der hepatischen mikrosomalen Enzyme (z.B. Barbiturate, Carbamazepin, Rifampicin, Johanniskraut) können die hepatische Clearance von Levothyroxin erhöhen und dadurch dessen Wirkung vermindern.

Beeinflussung der Proteinbindung: Folgende Arzneimittel können Levothyroxin aus der Plasmaproteinbindung verdrängen, was zu einer erhöhten freien T4-Fraktion und dadurch zu einer Wirkungsverstärkung von Levothyroxin führen kann: orale Antikoagulantien, Furosemid, Salicylate.

Bei gleichzeitiger Behandlung mit Phenytoin oder mit Proteasehemmern (z.B. Ritonavir, Indinavir, Lopinavir) kann es einerseits zu einer Verdrängung aus der Proteinbindung (Verstärkung der Levothyroxinwirkung) andererseits zu einer Erhöhung der hepatischen Clearance von Levothyroxin kommen (Verminderung der Levothyroxinwirkung). Daher sollte bei gleichzeitiger Verabreichung der Schilddrüsenhormonspiegel engmaschig überwacht und ggf. die Levothyroxin-Dosis angepasst werden.

Einfluss von Levothyroxin auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel:

Orale Antikoagulantien: Levothyroxin kann Antikoagulantien aus ihrer Plasmaproteinbindung verdrängen. Dadurch kann die Wirkung von Cumarinderivaten verstärkt werden, was zu einem erhöhten Blutungsrisiko führen kann. Deshalb sind zu Beginn und während einer gleichzeitigen Behandlung regelmässige Kontrollen der Blutgerinnung erforderlich. Ggf. ist die Antikoagulantien-Dosis anzupassen.

Pharmakodynamische Interaktionen

Einfluss anderer Arzneimittel auf die Wirksamkeit von Levothyroxin:

Amiodaron hemmt die periphere Umwandlung von T4 zu T3. Wegen seines hohen Jodgehaltes kann Amiodaron sowohl eine Hyperthyreose als auch eine Hypothyreose auslösen. Besondere Vorsicht ist bei einer nodösen Struma mit möglicherweise unerkannter Autonomie geboten.

Bei gleichzeitiger Gabe mit den nachfolgend genannten Arzneimitteln kann der Levothyroxin-Bedarf erhöht sein (ggf. mit entsprechender Erhöhung der TSH-Konzentration im Serum). Daher sollte zu Beginn und am Ende einer gleichzeitigen Behandlung der Schilddrüsenhormonspiegel engmaschig überwacht und ggf. die Levothyroxin-Dosis angepasst werden.

  • Betablocker, Glucocorticoide, jodhaltige Kontrastmittel, Propylthiouracil: durch Hemmung der peripheren Umwandlung von T4 zu T3
  • Chloroquin/Proguanil
  • Östrogene (hormonale Kontrazeptiva oder postmenopausale Hormonersatztherapie)
  • Sertralin
  • Tyrosinkinase-Inhibitoren (z.B. Imatinib, Sunitinib)

Lithiumsalze hemmen die Ausschüttung von Thyroxin aus der Schilddrüse und können so bei Hypothyreose einen höheren Levothyroxinbedarf vortäuschen.

Einfluss von Levothyroxin auf die Wirksamkeit anderer Arzneimittel:

Die gleichzeitige Gabe von Levothyroxin mit den nachfolgend genannten Arzneimitteln kann jeweils deren erwünschte und unerwünschte Wirkungen verstärken. Ggf. ist eine Dosisanpassung dieser Arzneimittel erforderlich.

  • Trizyklische Antidepressiva (beschleunigter Wirkungseintritt)
  • Herzglykoside
  • Katecholamine (erhöhte Empfindlichkeit der Adrenorezeptoren gegenüber Katecholaminen)
  • Sympathomimetika

Levothyroxin kann die blutzuckersenkende Wirkung von Antidiabetika vermindern. Bei Diabetikern ist daher vor allem zu Beginn einer Behandlung mit Schilddrüsenhormonen der Blutzuckerspiegel regelmässig zu kontrollieren und ggf. die Dosierung der Antidiabetika anzupassen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte die Einnahme von Schilddrüsenhormonen nicht unterbrochen werden. Da während der Schwangerschaft der TSH-Spiegel bei 75% der hypothyreoten Patientinnen z.T. erheblich ansteigen kann (aufgrund der erhöhten Konzentration des Thyroxin-bindenden Globulins TBG), kann während der Schwangerschaft sogar eine höhere Levothyroxin-Dosis indiziert sein.

Die Therapie von Schilddrüsenerkrankungen in der Schwangerschaft bedarf einer engmaschigen Kontrolle der Schilddrüsenwerte und sollte nur von Spezialisten durchgeführt werden.

Schwangerschaft

Schilddrüsenhormone passieren die Plazentaschranke nur in geringem Ausmass. Klinische Erfahrungen mit den empfohlenen therapeutischen Dosen während der Schwangerschaft geben keine Hinweise auf unerwünschte Wirkungen auf den Fötus oder auf Missbildungen. Sehr hohe Levothyroxin-Dosen während der Schwangerschaft können einen negativen Einfluss auf die fötale und postnatale Entwicklung haben.

Während der Schwangerschaft ist die Anwendung von Levothyroxin als Begleittherapie bei thyreostatischer Behandlung einer Hyperthyreose kontraindiziert, da eine höhere Thyreostatika-Dosis notwendig wäre. Thyreostatika können die Plazentaschranke passieren und eine Hypothyreose beim Neugeborenen hervorrufen.

Schilddrüsensuppressionstests dürfen während der Schwangerschaft nicht durchgeführt werden, da die Anwendung von radioaktiven Substanzen bei Schwangeren kontraindiziert ist.

Stillzeit

Levothyroxin tritt in sehr geringen Mengen in die Muttermilch über. Nach Anwendung von therapeutischen Dosen ist die Levothyroxin-Konzentration in der Muttermilch zu gering, um beim Säugling eine Hyperthyreose hervorzurufen oder die TSH-Sekretion zu unterdrücken. Euthyrox kann daher während der Stillzeit angewendet werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt. Es wird nicht erwartet, dass Euthyrox bei bestimmungsgemässem Gebrauch einen Einfluss auf die Fähigkeit, ein Fahrzeug zu lenken oder Maschinen zu bedienen, hat.

Unerwünschte Wirkungen

Wird im Einzelfall die Dosisstärke nicht vertragen, oder wird zu Beginn der Behandlung die Dosis zu schnell gesteigert, so können Symptome auftreten, wie sie auch bei einer Überfunktion der Schilddrüse vorkommen, z.B. Tachykardie, Herzrhythmusstörungen (z.B. Vorhofflimmern und Extrasystolen), pektanginöse Zustände, Tremor, innere Unruhe, Kopfschmerzen, Krampfanfälle, Schlaflosigkeit, Hyperhidrosis, Gewichtsabnahme oder Diarrhö sowie eventuell psychotische Symptome. In diesem Falle sollte die Tagesdosis reduziert oder die Einnahme von Euthyrox während mehreren Tagen unterbrochen werden. Sobald die unerwünschten Wirkungen verschwunden sind, kann die Behandlung unter vorsichtiger Dosierung wieder aufgenommen werden.

Durch die Behandlung mit Euthyrox kann eine bis dahin latent vorhandene Herzinsuffizienz manifest werden.

Überempfindlichkeitsreaktionen (v.a. allergische Reaktionen der Haut und des Respirationstraktes) wurden beobachtet, inkl. Fälle von Angioödemen.

Überdosierung

Bei Überdosierung, aber auch bei zu schneller Dosissteigerung zu Beginn der Behandlung, können Symptome einer ausgeprägten Stoffwechselsteigerung sowie einer Hyperthyreose auftreten (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Vor allem bei Patienten mit erhöhtem Risiko für psychotische Störungen kann eine Überdosierung auch Symptome einer akuten Psychose (z.B. Halluzinationen, Agitiertheit, Verwirrtheit) auslösen.

Hauptsächlich ein erhöhter T3 Serumspiegel weist auf eine Überdosierung hin. Es wird empfohlen, die Tabletteneinnahme während mehreren Tagen zu unterbrechen und Kontrolluntersuchungen durchzuführen. Bei extrem hohen Dosen (Suizidversuch) sollte eine symptomatische Behandlung durchgeführt werden. Magenspülung oder Auslösen von Erbrechen sind nur innerhalb weniger Stunden nach Einnahme einer Überdosis angezeigt. Starke betasympathomimetische Symptome wie Tachykardie, Angstzustände, Erregung oder Hyperkinese können durch Betablocker gemildert werden. Andere Symptome können durch Diazepam und/oder Chlorpromazin unter Kontrolle gebracht werden. Thyreostatika sind nicht angebracht, da die Schilddrüse bereits völlig ruhiggestellt ist. Eine Plasmapherese kann nach extrem hohen Dosen hilfreich sein.

Die akute Toxizität von Levothyroxin ist sehr gering. Ausser bei koronarer Herzkrankheit muss nicht mit ernsten Komplikationen gerechnet werden. Nach jahrelangem Missbrauch von Levothyroxin wurden Fälle von plötzlichem Herztod beschrieben.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: H03AA01

Euthyrox enthält das synthetische Schilddrüsenhormon Levothyroxin, das mit dem von der Schilddrüse gebildeten Hormon Levothyroxin (T4) identisch ist. Euthyrox wird zur Substitutionstherapie bei Schilddrüsenunterfunktion sowie zur Behandlung und Prophylaxe einer euthyreoten Struma verwendet.

Die Hauptwirkung von Levothyroxin besteht in einer Steigerung des Energieumsatzes im gesamten Organismus. Es beeinflusst den Stoffwechsel von Proteinen, Kohlehydraten sowie Lipiden und erhöht die Wärmeproduktion. Die Schilddrüsenhormone wirken über spezifische Ligand-Rezeptorinteraktionen an Zellkernen, Mitochondrien und Mikrosomen.

Nach oraler Verabreichung unterscheiden sich Liothyronin (T3) und Levothyroxin (T4) sowohl im Wirkungseintritt als auch in der Wirkungsdauer nach Absetzen der Therapie. Die volle Wirkung von Levothyroxin wird 1-3 Wochen (Liothyronin: 24-72 Stunden) nach Beginn einer oralen Therapie erreicht, und hält nach Verabreichung der letzten Dosis etwa 1-3 Wochen (Liothyronin: bis zu 72 Stunden) an.

Pharmakokinetik

Absorption

Nach Nüchterneinnahme wird Levothyroxin aus dem Magen-Darm-Trakt zu etwa 80% resorbiert. Maximale Plasmaspiegel werden ca. 5 Stunden nach der Einnahme erreicht. Bei gleichzeitiger Nahrungsaufnahme ist die Absorption um bis zu 20% reduziert.

Distribution

99.97% des oral verabreichten Levothyroxins werden an Plasmaproteine gebunden, ca. 2/3 an das Thyroxin-bindende Globulin (TBG) und ca. 1/3 an das Thyroxin-bindende Präalbumin (TBPA).

Das Verteilungsvolumen beträgt ca. 10-12 l.

Levothyroxin passiert die Plazentaschranke nur in pharmakologisch unwirksamen Mengen und tritt auch nur in geringen Mengen in die Muttermilch über.

Metabolismus

Levothyroxin wird in der Peripherie teilweise zu Trijodthyronin (T3) dejodiert. Levothyroxin und Liothyronin werden zu weiteren, inaktiven Metaboliten dejodiert. In der Leber wird Thyroxin mit Glucuronsäure und Sulfat konjugiert.

Elimination

Levothyroxin wird langsam ausgeschieden mit einer Halbwertszeit von ungefähr 7 Tagen beim Gesunden.

Die extrarenale Dosisfraktion Q0 von Levothyroxin beträgt 1.0. Die Ausscheidung erfolgt vor allem über die Faeces. Die Konjugate unterliegen einem enterohepatischen Kreislauf.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Schilddrüsenfunktionsstörungen:

Die Plasma-Halbwertszeit von Levothyroxin ist bei Hypothyreose verlängert (9-10 Tage), bei Hyperthyreose verkürzt (3-4 Tage).

Veränderung der Proteinbindung:

Eine Zunahme der Bindungskapazität der Plasmaproteine für Schilddrüsenhormone und somit eine verlängerte Plasmahalbwertszeit wird während der Schwangerschaft und nach Östrogentherapie gefunden. Die Bindungskapazität kann sich bei ausgeprägter Hypoproteinämie (Leberzirrhose), im Zusammenhang mit schweren Erkrankungen, oder auch durch Interaktionen mit Arzneimitteln reduzieren (siehe «Interaktionen»).

Niereninsuffizienz:

Die Pharmakokinetik von Levothyroxin wurde bei Patienten mit Niereninsuffizienz nicht untersucht.

Aufgrund der hohen Bindung an Plasmaproteine erscheint Levothyroxin nur in geringen Mengen im Hämodialysat.

Zur Pharmakokinetik bei älteren Patienten oder Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion sowie bei Kindern und Jugendlichen liegen keine spezifischen Studien vor.

Präklinische Daten

Bei sachgemässer Anwendung sind keine toxikologischen Effekte zu erwarten.

Sonstige Hinweise

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Methoden zur Bestimmung der Schilddrüsenhormon-Konzentration werden u.a. durch das Vorliegen einer Hepatitis oder Schwangerschaft sowie durch zahlreiche Arzneimittel wie Östrogene, Androgene, Kortikosteroide, Salicylate oder Phenylbutazon beeinflusst.

Bei der Untersuchung der Schilddrüsenfunktion von Säuglingen ist zu beachten, dass bei Behandlung der Mutter Levothyroxin in geringen Mengen in die Muttermilch übertritt.

Haltbarkeit

Euthyrox darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Arzneimittel ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Nicht über 25 °C und zum Schutz vor Licht in der Originalverpackung lagern.

Zulassungsnummer

54949 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Merck (Schweiz) AG, Zug.

Stand der Information

Februar 2015.

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