Alucol Gel Pfefferminz 130ml

Alucol Gel Pfefferminz 130ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Alucol Kautabletten enthalten:

Wirkstoffe: Magnesii hydroxidum, Aluminii oxidum hydricum.

Hilfsstoffe: Saccharinum natricum, Sorbitolum, Aromatica, Excip. pro compr.

Alucol Gel enthält:

Wirkstoffe: Magnesii hydroxidum, Aluminii oxidum hydricum.

Hilfsstoffe: Saccharinum natricum, Sorbitolum, Aromatica (Bergamottae aetheroleum und Vanillinum für Alucol Fruchtaroma), Conserv.: E216, E218, Excip. ad suspensionem corresp. Ethanolum 5 Vol.-%.

Alucol enthält keine Saccharose, es ist mit Sorbit gesüsst und deshalb für Diabetiker unter Anrechnung der Kalorien geeignet (1 Kautablette enthält 350 mg Sorbitol, entspr. ca. 1,5 kcal oder 6 kJ; 5 ml Alucol Gel enthalten 575 mg Sorbitol, entspr. ca. 1,7 kcal oder 7 kJ).

Hinweis für Diabetiker: Alucol enthält ca. 0.4 g verwertbare Kohlenhydrate pro 5 ml Gel oder pro Kautablette. Dies entspricht 0.04 Broteinheiten (BE) pro 5 ml Gel oder pro Kautablette.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Alucol Kautablette enthält: Magnesii hydroxidum 180 mg, Aluminii oxidum hydricum 540 mg.

5 ml Alucol Gel enthalten: Magnesii hydroxidum 175 mg, Aluminii oxidum hydricum 375 mg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Kurzzeitige symptomatische Behandlung von Magenbrennen und saurem Aufstossen.

Dosierung/Anwendung

Erwachsene

1–2 Alucol Kautabletten ½–1 Std. nach dem Essen oder beim Auftreten von Beschwerden fein zerkauen oder langsam im Mund zergehen lassen.

Eine Tagesdosis von 4–8 Kautabletten sollte nicht überschritten werden.

1–2 Messlöffel Alucol Gel (1 Messlöffel = 5 ml) oder ½–1 Beutel Alucol Gel (1 Beutel = 10 ml) ½–1 Std. nach dem Essen oder beim Auftreten von Beschwerden einnehmen.

Eine Tagesdosis von 8 Messlöffeln oder von 4 Beuteln sollte nicht überschritten werden.

Vor Gebrauch gut schütteln.

Die Anwendung und Sicherheit bei Kindern und Jugendlichen ist bisher nicht systematisch geprüft worden.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber den Wirkstoffen oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.

Alucol sollte bei Hypophosphatämie nicht verabreicht werden. Bei eingeschränkter Nierenfunktion oder Diarrhö ist die Einnahme von Alucol kontraindiziert.

Alucol Gel enthält 5 Vol.-% Alkohol und darf deshalb bei Kindern und Jugendlichen nicht angewendet werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Patienten mit der seltenen hereditären Fructose-Intoleranz sollten Alucol nicht einnehmen.

Alucol darf nicht länger als 2 Wochen ohne ärztliche Konsultation eingenommen werden. Bei länger anhaltenden und/oder in häufigen Abständen wiederkehrenden Beschwerden muss eine schwerwiegende Krankheit wie ein peptisches Ulkus oder eine Malignität ausgeschlossen werden. Deshalb ist eine ärztliche Diagnosestellung erforderlich.

Bei längerfristiger Anwendung aluminium- und magnesiumhaltiger Antazida kann es trotz geringer Absorption zu Störung des Phosphat- und Calciumhaushaltes kommen.

Interaktionen

Die Resorption von Tetrazyklinen und anderen Antibiotika, Herzglykosiden und anderen Arzneimitteln (z.B. Eisen, Anticholinergika, Diflunisal, Naproxen, Indometacin) kann durch das in Alucol enthaltene Aluminiumhydroxid beeinträchtigt werden, falls die Einnahme zum gleichen Zeitpunkt erfolgt. Bei gleichzeitiger Therapie mit anderen Arzneimitteln ist deshalb eine zeitlich verschobene Einnahme von mindestens 2 Stunden angezeigt.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es liegen keine tierexperimentellen Daten und kontrollierten Studien beim Menschen vor. Bei der Anwendung während der Schwangerschaft ist deshalb Vorsicht geboten.

Es ist nicht bekannt, ob Alucol in die Muttermilch übertritt. Alucol sollte deshalb während der Stillzeit nicht angewendet werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Ein negativer Einfluss von Alucol auf die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen ist eher unwahrscheinlich, sollte jedoch bei Alucol Gel, das 5 Vol.-% Alkohol enthält, bei hoher Einzeldosierung beachtet werden.

Unerwünschte Wirkungen

Gelegentlich kommt es zu Aufstossen und Flatulenzen wegen CO2-Entwicklung.

Selten kann es zu gastrointestinalen Beschwerden wie z.B. weichen Stühlen oder Diarrhöen kommen.

Bei Niereninsuffizienz und bei langfristiger Einnahme hoher Dosen kann es zur Hypermagnesiämie, Aluminiumeinlagerung, vor allem in das Nerven- und Knochengewebe, und zur Phosphatverarmung kommen.

Bei langfristiger Anwendung aluminium- und magnesiumhaltiger Antazida kann es trotz geringer Absorption zu Störungen des Phosphat- und Calciumhaushaltes kommen.

Überdosierung

Bei Überdosierung kann es zu breiigem Stuhl und erhöhter Stuhlfrequenz kommen, welche sich nach dem Absetzen der Alucol Gabe wieder normalisieren.

Bei Patienten/Patientinnen mit stark eingeschränkter Nierenfunktion und Langzeiteinnahme hoher Dosen bestehen Intoxikationsrisiken (Hypermagnesiämie, Anstieg der Serumaluminiumspiegel, Gefahr der Einlagerung von Aluminium im Nerven- und Knochengewebe).

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: A02AD01

Wirkungsmechanismus

Alucol bindet überschüssige Magensäure ohne Alkalisierung und beseitigt die Symptome der Hyperazidität. Die Pufferkapazität pro Alucol Kautablette beträgt 22 mmol HCl resp. pro 5 ml Alucol Gel 21 mmol HCl. Alucol wirkt rasch und nachhaltig, führt normalerweise weder zu Verstopfung noch zu Durchfällen.

Pharmakokinetik

Sowohl Aluminium- als auch Magnesiumhydroxid werden als nichtsystemische Antazida betrachtet. Die Resorption von Aluminiumhydroxid ist sehr gering und die Konzentrationen, die beim Gesunden im Blut erreicht werden, sind niedrig. Magnesium wird zu etwa 5–10% resorbiert, im Allgemeinen aber rasch über die Nieren ausgeschieden. Magnesium und Aluminium können bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz (insb. Dialysepatienten) kumulieren.

Präklinische Daten

Perorale Dauerbehandlung mit Aluminiumsalzen in Tierversuchen bewirkt bei hoher Dosierung eine Hypophosphatämie aufgrund der gastrointestinalen Phosphatbindung. Dies kann u.a. den Knochenmetabolismus beeinflussen. Die bei parenteraler Verabreichung von Aluminiumsalzen zu erzielende neurotoxische Wirkung wurde bei oraler Verabreichung aufgrund der sehr geringen gastrointestinalen Absorption nicht beobachtet.

Magnesiumsalze haben keine mutagene oder karzinogene Wirkung. Hohe parenterale Dosen von Magnesiumsulfat, die in keinem relevanten Verhältnis zu den klinischen oralen Dosierungen stehen, bewirkten im Tierversuch eine verzögerte Körpergewichtszunahme, Anämie, Erhöhung des Urinvolumens, Veränderungen des Calcium- und Phosphor-Serumspiegels, tubuläre Basophilie der Nieren sowie EKG-Veränderungen.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Verpackung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Alucol Gel in den Flaschen zu 130 ml und 500 ml ist nach Anbruch 8 Wochen haltbar.

Besondere Lagerhinweise

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Alucol bei Raumtemperatur (15–25 °C) lagern.

Zulassungsnummer

23128, 36355 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Melisana AG, 8004 Zürich.

Stand der Information

Juli 2013.

Verwendung dieser Informationen

Die Informationen auf dieser Seite sind für Fachpersonal gedacht. Bei Fragen lassen Sie sich von einer Fachperson (z.B. Arzt oder Apotheker) beraten und lesen Sie die Packungsbeilage auf unserer Produktseite.