Magnevist Inj Loes 2 Mmol/l Fertigspr 20 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Dimeglumingadopentetat (Gd-DTPA 2 Megl).

Hilfsstoffe: Diäthylentriaminpentaessigsäure, Megluminium, Natriumchlorid, Wasser für Injektionszwecke.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Klare, schwebstofffreie Lösung zur intraartikulären Injektion.

1 ml Lösung zur intraartikulären Anwendung enthält 1,88 mg (0,002 mmol) Dimeglumingadopentetat als aktive Komponente, enthaltend 0,32 mg Gadolinium.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Dieses Arzneimittel ist ein Diagnostikum, das ausschliesslich zur intraartikulären Anwendung dient.

Zur Kontrastverstärkung in der Magnetresonanz-Arthrographie.

Dosierung/Anwendung

Allgemeine Informationen

Die für die Magnetresonanztomographie (MRT) üblichen Sicherheitsregeln müssen beachtet werden, z.B. Ausschluss von Herzschrittmachern und ferromagnetischen Implantaten.

Die erforderliche Dosis ist unter strikter Wahrung aseptischer Arbeitstechniken und unter Berücksichtigung der Angaben in Abschnitt «Sonstige Hinweise/Hinweise für die Handhabung» intraartikulär zu verabreichen. Die kontrastmittelverstärkte MRT kann unmittelbar danach durchgeführt werden.

Die Empfehlungen für die Anwendung von Magnevist 2 mmol/l beziehen sich auf eine Feldstärke zwischen 0,2 Tesla und 1,5 Tesla.

Dosierung

Zur intraartikulären Verabreichung von Kontrastmitteln muss der Patient liegen oder sitzen. Nach Beendigung der Injektion soll der Patient mindestens eine halbe Stunde lang überwacht werden.

Erwachsene

Im Allgemeinen genügt bei allen Gelenken die Verabreichung von bis zu 20 ml (Kniegelenk bis zu 50 ml) Magnevist 2 mmol/l zur guten Kontrastdarstellung und zur Beantwortung aller relevanten klinischen Fragestellungen. Es soll ein Volumen injiziert werden, das zur leichten Dehnung der Gelenkkapsel führt.

Dosierungsempfehlung

Schulter: 15–20 ml.

Knie: 25–50 ml.

Hüfte: 10–20 ml.

Handgelenk: 4 ml.

Kinder

Das Produkt wurde bei Kindern nicht untersucht.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.

Kontraindikationen einer Magnetresonanz Tomographie. Träger von Herzschrittmachern, ferromagnetischen Prothesen oder Gefässklemmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Schwere systemische Überempfindlichkeitsreaktionen können nicht völlig ausgeschlossen werden (siehe Abschnitt «Unerwünschte Wirkungen»).

Ein leichtes Angioödem, Konjunktivitis, Husten, Juckreiz, Rhinitis, Niesen und Urtikaria können unabhängig von der verabreichten Dosis und von der Art der Verabreichung auftreten und können erste Anzeichen eines bevorstehenden Schockzustandes sein.

Es kann auch zu Spätreaktionen kommen (nach Stunden bis zu mehreren Tagen).

Wie auch bei anderen diagnostischen Untersuchungen mit Kontrastmitteln wird nach der Untersuchung eine Überwachung des Patienten empfohlen.

Es ist erforderlich, auf Notfallmassnahmen vorbereitet zu sein und Arzneimittel zur Behandlung von Überempfindlichkeitsreaktionen verfügbar zu haben.

Ein erhöhtes Risiko von Überempfindlichkeitsreaktionen besteht in folgenden Fällen:

frühere Reaktion auf Kontrastmittel;

Anamnese von Bronchialasthma;

Anamnese von allergischen Erkrankungen.

Bei Patienten, die zu allergischen Reaktionen neigen, muss vor der Entscheidung zur Anwendung von Magnevist 2 mmol/l ein sorgfältiges Abwägen des Risiko-Nutzen-Verhältnisses vorgenommen werden.

Zur Verhinderung von Infektionen ist eine strikt aseptische Technik erforderlich. Zur Sicherung einer korrekten Nadelposition und zur Vermeidung einer extrakapsulären Injektion soll eine fluoroskopische Kontrolle erfolgen. Es soll während der Injektion kein unnötiger Druck ausgeübt werden.

Die intraartikuläre Injektion von Magnevist 2 mmol/l in infizierte Gelenke soll vermieden werden.

Interaktionen

Keine bekannt.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine klinischen Daten über die Anwendung von Dimeglumingadopentetat bei Schwangeren vor. Toxikologische Reproduktionsstudien mit Dimeglumingadopentetat bei Tieren ergaben keine direkten oder indirekten Hinweise auf ein teratogenes oder anderes embryotoxisches Potential (s. Abschnitt «Präklinische Daten»).

Magnevist 2 mmol/l soll in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig notwendig.

Stillzeit

Es liegen keine Daten für diese Verabreichungsform in der Stillzeit vor. Dimeglumingadopentetat tritt nach einer intravaskulären Verabreichung in sehr geringen Mengen (bis zu 0,04% der verabreichten Dosis) in die Muttermilch über. Bisherige Erfahrungen zeigen, dass mit keiner Gefährdung für den gestillten Säugling zu rechnen ist.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden diesbezüglich keine Studien durchgeführt, da aufgrund der pharmakologischen Eigenschaften von Magnevist 2 mmol/l keine Auswirkungen auf das Fahrvermögen und auf das Bedienen von Maschinen zu erwarten sind. Allerdings könnte ein Gelenkerguss wegen der eingeschränkten Gelenkbeweglichkeit die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen.

Zudem soll das Risiko von Überempfindlichkeitsreaktionen beachtet werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Unerwünschte Wirkungen

Um ungefähre Angaben zur Inzidenz zu machen, kommen folgende Definitionen für die Begriffe «häufig», «gelegentlich» und «selten» im Text zur Anwendung:

Häufig: Inzidenz >1:100.

Gelegentlich: Inzidenz ≤1:100, aber >1:1000.

Selten: Inzidenz ≤1:1000.

Häufigkeit von unerwünschten Wirkungen aus klinischen Studien

Im Rahmen von klinischen Studien bei mehr als 4’900 Patienten wurden die folgenden unerwünschten Wirkungen beobachtet und von den Prüfärzten als arzneimittelbedingt eingestuft. Unerwünschte Wirkungen bei der Anwendung von Magnevist 2 mmol/l sind gewöhnlich von leichter bis mittelschwerer Intensität.

Die häufigsten Reaktionen waren Reaktionen an der Injektionsstelle, d.h. Schmerzen an der Injektionsstelle und Gelenkdruckschmerzgefühl, die hauptsächlich verfahrensbedingt sind.

Immunsystem

Systemische Überempfindlichkeit in Form von Hautreaktionen können selten vorkommen. Die Möglichkeit einer schwerwiegenden systemischen Überempfindlichkeitsreaktion kann nicht völlig ausgeschlossen werden.

Nervensystem

Schwindel und Kopfschmerzen können gelegentlich vorkommen.

Gefässe

Vasovagale Reaktionen können in seltenen Fällen auftreten.

Gastrointestinale Störungen

Übelkeit kann gelegentlich und Erbrechen selten vorkommen.

Reaktionen an der Applikationsstelle

Die Injektion von Magnevist 2 mmol/l ins Gelenk ist häufig von vorübergehenden Beschwerden begleitet, z.B. Druckgefühl und Schmerzen aufgrund des injizierten Volumens. Starke Schmerzen sind oft die Folge von übermässiger Druckanwendung oder der Injektion von grossen Volumina.

Überdosierung

Bisher wurden bei der klinischen Anwendung keine Anzeichen von Intoxikation aufgrund einer Überdosierung beobachtet oder gemeldet.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: V08CA01

Pharmakodynamik

Magnevist ist ein paramagnetisches Kontrastmittel für die Magnetresonanzbildgebung. Die durch das Gadoliniumion verkürzte Spin-Gitter-Relaxationszeit angeregter Atomkerne führt in der Protonen-Magnetresonanztomographie bei geeigneter Aufnahmesequenz (z.B. T1-gewichtetes Spin-Echo-Verfahren) zu einer Erhöhung der Signalintensität und damit gegebenenfalls zu einer Bildkontrasterhöhung bei bestimmten Gewebsstrukturen.

Dimeglumingadopentetat ist eine stark paramagnetische Verbindung, die bereits bei niedrigen Konzentrationen zu einer deutlichen Verkürzung der Relaxationszeiten führt. Die paramagnetische Wirksamkeit, die Relaxivität – ermittelt aus der Beeinflussung der Spin-Gitter-Relaxationszeit der Wasserstoffprotonen – ist 3,67 in Wasser und 4,95 l/mmol/sec im Plasma, und zeigt nur eine geringe Abhängigkeit zur Stärke des Magnetfeldes auf.

Die Konzentration von Magnevist 2 mmol/l entspricht 1/250 der Konzentration, die für die intravenöse Anwendung benötigt wird. Diese Konzentration ist selbst nach einer weiteren Verdünnung durch einen Gelenkerguss für die adäquate Darstellung ausreichend. Wenn die Gelenkhöhle mit der gadoliniumhaltigen Flüssigkeit gefüllt ist, erhöht sich das Signal in der Höhle bei T1-gewichteten Sequenzen, d.h. es wird hell und bildet einen klaren Kontrast zu allen Strukturen mit einem schwachen oder mittleren Signal, d.h. allen intraartikulären Strukturen: hyaliner und fibröser Knorpel, alle Bänder, Sehnen und die Gelenkskapsel. Während die normale wie auch die vermehrte Gelenkflüssigkeit sich in diesem Signalverhalten beim T1-gewichteten Abbildungsverfahren nicht von den übrigen Gelenksstrukturen, ausser dem Faserknorpel, unterscheidet, führt die intraartikuläre Verabreichung von Magnevist 2 mmol/l zu einer eindeutig verbesserten Kontrastsituation.

DTPA bildet mit dem paramagnetischen Gadoliniumion einen festen Komplex mit einer äusserst hohen in-vivo- und in-vitro-Stabilität (log K = 22–23). Das Dimegluminsalz des Gadopentetats ist eine gut wasserlösliche, extrem hydrophile Verbindung mit einem Verteilungskoeffizienten zwischen n-Butanol und Puffer bei pH 7,6 von etwa 0,0001. Die Substanz weist keine nennenswerte Proteinbindung bzw. inhibitorische Wechselwirkung mit Enzymen (z.B. myokardiale Na+- und K+-ATPase) auf. Magnevist 2 mmol/l aktiviert nicht das Komplementsystem.

Die physikalisch-chemischen Eigenschaften von Magnevist 2 mmol/l sind unten aufgeführt:

Magnevist 2 mmol/l                                  
Konzentration des Kontrastmittels                   
(mg/ml)                                  1,88       
Osmolalität (Osm/kg H20)                            
bei 37 °C                                0,29       
Viskosität (mPa⋅s)                                  
bei 20 °C                                1,03       
bei 37 °C                                0,71       
Dichte (g/ml)                                       
bei 20 °C                                1,01       
bei 37 °C                                1,00       
pH-Wert                                  4,8–8,0    

Klinische Wirksamkeit

Bis heute wurde keine prospektive randomisierte kontrollierte Studie mit Magnevist 2 mmol durchgeführt.

Pharmakokinetik

Die pharmakokinetischen Eigenschaften von Dimeglumingadopentetat nach intravenöser und oraler Verabreichung in Dosen, welche die intraartikulär verabreichte Dosis übersteigen, wurden ausführlich untersucht.

Nach einer intraartikulären Injektion verteilt sich das Mittel in der Synovialflüssigkeit und diffundiert ins Interstitium. Eine geringfügige Aufnahme in den Knorpel ist völlig reversibel.

Nachdem Dimeglumingadopentetat sich primär durch Diffusionsprozesse im Extrazellulärraum verteilt hat, wird es unmetabolisiert durch glomeruläre Filtration über die Nieren ausgeschieden.

Präklinische Daten

Nicht-klinische Daten, basierend auf konventionellen Studien zur systemischen Toxizität, zur Genotoxizität, zum krebserregenden Potential, zur Reproduktionstoxizität und zum lokalen Sensibilisierungspotential, zeigten kein besonderes Risiko für den Menschen.

Systemische Toxizität

Systemische Verträglichkeitsstudien am Tier mit wiederholter täglicher intravenöser Verabreichung von weit höheren Dosen, als diese intraartikulär gegeben werden, führten zu keinen Befunden, die der einmaligen diagnostischen Verabreichung von Magnevist 2 mmol/l beim Menschen entgegenstehen.

Basierend auf den Ergebnissen akuter Toxizitätsstudien mit höher konzentrierten Dimeglumingadopentetat-Lösungen erscheint das Risiko einer akuten Intoxikation nach intraartikulärer Anwendung von Magnevist 2 mmol/l sehr gering.

Genotoxizität, Kanzerogenität

In-vivo- und in-vitro-Tierversuche auf Genotoxizität von Dimeglumingadopentetat (Gen-, Chromosomen- und Genom-Mutationsuntersuchungen) ergaben keine Hinweise auf ein mutagenes Potential.

In einer Kanzerogenitätsstudie mit Dimeglumingadopentetat bei Ratten konnten keine Tumoren beobachtet werden, die mit dem Präparat in Verbindung standen. Aufgrund dieser Tatsache, sowie des Fehlens von genotoxischen Wirkungen und angesichts der Pharmakokinetik, sowie dem Fehlen von Hinweisen auf toxische Effekte auf schnell wachsendes Gewebe, wie auch aufgrund der Tatsache, dass Magnevist 2 mmol/l klinisch nur einmal verabreicht wird, besteht beim Menschen kein erkennbares kanzerogenes Risiko.

Reproduktionstoxizität

Toxikologische Reproduktionsstudien bei trächtigen Tieren ergaben nach der Anwendung von Magnevist 2 mmol/l keine Hinweise auf ein teratogenes oder anderes embryotoxisches Potential.

Lokale Verträglichkeit und kontaktsensibilisierendes Potential

Experimentelle lokale Verträglichkeitsstudien mit Magnevist 2 mmol/l nach einmaliger intraartikulärer Anwendung bei Tieren ergaben keine Hinweise darauf, dass beim Menschen unerwünschte lokale Wirkungen auf die Gelenke zu erwarten sind.

Experimentelle lokale Verträglichkeitsstudien mit Dimeglumingadopentetat nach einmaliger subkutaner oder intramuskulärer Verabreichung bei Tieren weisen darauf hin, dass nach einer unachtsamen Anwendung leichte lokale Unverträglichkeitsreaktionen vorkommen können.

Tierstudien zur Kontaktsensibilisierung ergaben keine Hinweise auf ein sensibilisierendes Potential von Dimeglumingadopentetat.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien vorliegen, darf dieses medizinische Produkt nicht mit anderen medizinischen Produkten gemischt werden.

Haltbarkeit

Verfalldatum beachten.

Besondere Lagerungshinweise

Nicht über 30 °C lagern.

Arzneimittel sind sorgfältig aufzubewahren und vor Kindern zu sichern.

Hinweise für die Handhabung

Die vorgefüllte, sterile Spritze darf erst unmittelbar vor der Untersuchung der Verpackung entnommen und zur Injektion vorbereitet werden. Die Injektion hat unter strikten sterilen Bedingungen zu erfolgen.

Die Spritzenkappe der Fertigspritze sollte erst direkt vor dem Gebrauch entfernt werden.

Kontrastmittellösung, die bei einer Untersuchung nicht verbraucht wird, muss verworfen werden.

Das Mischen von Magnevist 2 mmol/l mit Röntgenkontrastmitteln vor der Injektion wird nicht empfohlen, da dies die Wirkung beeinträchtigen kann. Zur Kontrolle der Nadelposition im Gelenk soll vor der Verabreichung von Magnevist 2 mmol/l nur die kleinste notwendige Menge eines Röntgenkontrastmittels injiziert werden.

Zulassungsnummer

56223 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Bayer (Schweiz) AG, Zürich.

Stand der Information

Juli 2008.

Verwendung dieser Informationen

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