Novaminsulfon 50% Sintetica 2.5 G/5ml 10 Amp 5 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Metamizol-Natrium (Novaminsulfon, Dipyron). Metamizol ist ein Pyrazolonderivat.

Hilfsstoffe: Antioxidantien: Natriumthiosulfat, Aqua ad iniectabilia.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 ml Injektionslösung enthält 500 mg Metamizol-Natrium 1 H2O.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Starke Schmerzen und hohes Fieber, das auf andere Massnahmen nicht anspricht.

Dosierung/Anwendung

Die Dosierung und Verabreichung hängen von der gewünschten analgetischen Wirkung und vom Zustand des Patienten ab. Bei der Wahl der Anwendungsart muss in Betracht gezogen werden, dass die parenterale Verabreichung mit einem höheren Risiko von anaphylaktischen/anaphylaktoiden Reaktionen verbunden ist.

Die parenterale Anwendung bleibt akuten schweren Schmerzzuständen vorbehalten, wenn eine enterale Anwendung nicht infrage kommt.

Wegen der Gefahr eines Blutdruckabfalls oder Schocks muss die Injektion am liegenden Patienten langsam (max. 1 ml/min) unter Kontrolle und Nachbeobachtung des Patienten erfolgen. Möglichkeiten zur Schockbehandlung müssen gegeben sein.

Vor Injektion ist die Lösung auf Körpertemperatur zu bringen.

Wegen möglicher Inkompatibilitäten darf Novaminsulfon Sintetica 500 mg/ml nicht zusammen mit anderen Arzneimitteln in derselben Spritze verabreicht werden. Für i.v.-Infusionen kann Novaminsulfon Sintetica 500 mg/ml mit isotonischer Kochsalzlösung verdünnt werden. Saure Lösungen sind nicht kompatibel mit Novaminsulfon Sintetica 500 mg/ml, denn der pH-Wert einer Mischung darf nicht unter 6 liegen.

Erwachsene: Als übliche Einzeldosis werden 0,5–1 g bzw. 1–2 ml langsam i.v. oder i.m. (max. 500 mg/min) injiziert. Höhere Einzeldosen (bis max. 2,5 g = 5 ml) erfordern wegen des oben erwähnten Risikos eines Blutdruckabfalls besondere Vorsicht. Die Injektionen können alle 6–8 Stunden wiederholt werden; die Tagesdosis von insgesamt 5 g bzw. 10 ml sollte jedoch nicht überschritten werden.

Kinder: Bei Kindern im 1. Lebensjahr sollte nur eine i.m.-Injektion erfolgen. In der nachstehenden Tabelle sind die Einzeldosen aufgeführt, die alle 6–8 Stunden verabreicht werden können.

Körpergewicht (kg)

Injektion

Einzeldosis

5–8

Nur i.m.

0,1–0,2 ml

9-15

i.m. oder i.v.

0,2–0,5 ml

16-23

i.m. oder i.v.

0,3–0,8 ml

24-30

i.m. oder i.v.

0,4–1,0 ml

31-45

i.m. oder i.v.

0,5–1,5 ml

46-53

i.m. oder i.v.

0,8–1,8 ml

Nieren- und Leberinsuffizienz: Bei Nieren- oder Leberinsuffizienz wird empfohlen, hohe Metamizoldosen zu vermeiden, da die Elimination in diesen Fällen reduziert ist. Für die Kurzzeitbehandlung ist jedoch keine Dosisreduktion notwendig. Zur Langzeitbehandlung bei Patienten mit Nieren- und Leberinsuffizienz liegen keine Erfahrungen vor.

Ältere Patienten/Schlechter Allgemeinzustand: Bei älteren Patienten sowie bei Patienten mit schlechtem Allgemeinzustand muss eine mögliche Verschlechterung der Nieren- und Leberfunktion in Betracht gezogen werden.

Kontraindikationen

Novaminsulfon Sintetica 500 mg/ml darf nicht angewendet werden bei:

  • Patienten mit Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung;
  • Patienten mit Allergie gegen Pyrazolone (z.B. Phenazon, Propyphenazon), Pyrazolidine (z.B. Phenylbutazon) sowie z.B. bei bekannter Agranulozytose nach Anwendung dieser Substanzen;
  • Patienten mit bekanntem Analgetika-induziertem Bronchospasmus oder bekannten sonstigen anaphylaktoiden Reaktionen (z.B. Urtikaria, Rhinitis, Angioödem) nach Einnahme von Analgetika wie Salizylaten, Paracetamol, Diclofenac, Ibuprofen, Indomethacin, Naproxen;
  • Patienten mit eingeschränkter Knochenmarksfunktion oder Blutbildungsstörungen;
  • Patienten mit hepatischer Porphyrie;
  • Patienten mit einem Mangel an Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase;
  • Säuglingen unter 3 Monaten oder mit einem Körpergewicht unter 5 kg;

Novaminsulfon Sintetica 500 mg/ml darf bei Säuglingen zwischen 3 und 11 Monaten nicht i.v. injiziert werden.

Novaminsulfon Sintetica 500 mg/ml darf bei Patienten mit Hypotonie oder hämodynamischer Instabilität nicht parenteral verabreicht werden.

Schwangerschaft und Stillzeit: siehe «Schwangerschaft/Stillzeit».

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Bei schwerer Leber- oder Niereninsuffizienz wird von der Anwendung von Novaminsulfon Sintetica 500 mg/ml abgeraten, da bei solchen Zuständen keine Erfahrungen vorliegen.

Die Nebenwirkungen von Novaminsulfon Sintetica 500 mg/ml sind hauptsächlich auf Überempfindlichkeitsreaktionen zurückzuführen.

Agranulozytose: Eine durch Metamizol hervorgerufene Agranulozytose ist eine allergische Immunreaktion, die mindestens eine Woche anhält. Reaktionen dieser Art sind selten, können aber einen ernsten und extrem schweren Verlauf nehmen und sind möglicherweise tödlich. Sie stehen in keinerlei Zusammenhang mit der verabreichten Dosis und können zu jedem Zeitpunkt während der Behandlung auftreten. Jeder Patient sollte darüber informiert werden, dass das Auftreten folgender Anzeichen und Symptome in Verbindung mit einer Neutropenie das sofortige Absetzen des Arzneimittels erfordert und unmittelbar ein Arzt aufzusuchen ist: Fieber, Erkältungssymptome, Halsschmerzen, Ulzerationen in der Mundhöhle. Im Falle einer Neutropenie (<1'500 Neutrophile/mm3) ist die Behandlung sofort abzubrechen und das Blutbild umgehend zu kontrollieren. Bis zur Normalisierung der Werte sind regelmässige Kontrollen durchzuführen.

Panzytopenie: Beim Auftreten einer Panzytopenie muss die Behandlung sofort abgebrochen und das grosse Blutbild solange kontrolliert werden, bis es zu einer Normalisierung der Werte kommt.

Alle Patienten, die mit Metamizol behandelt werden, sind anzuweisen, unverzüglich einen Arzt aufzusuchen, wenn sie Anzeichen und Symptome, die auf eine Blutdyskrasie hinweisen, z.B. allgemeines Krankheitsgefühl, Infektionszeichen, andauerndes Fieber, Hämatome, Blutungen oder Blässe, entwickeln.

Anaphylaktischer Schock: Diese Reaktion tritt hauptsächlich bei empfindlichen Patienten auf. Daher ist Metamizol bei Patienten, die unter Asthma leiden oder atopische Manifestationen aufweisen, mit Vorsicht zu verordnen (siehe «Kontraindikationen»).

Bei Auftreten eines anaphylaktischen Schocks muss notfallmässig eine antiallergische Behandlung eingeleitet werden (Schocklage, eventuell Adrenalin s.c. oder auch i.v., Antiasthmatika, Kortikosteroide, usw.). Die Verabreichung von Novaminsulfon Sintetica 500 mg/ml muss sofort und dauerhaft eingestellt werden. Das Gleiche gilt für die Verabreichung aller anderen Pyrazolone/Pyrazolidine.

Anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen: Bei der Wahl der Art der Verabreichung muss in Betracht gezogen werden, dass die parenterale Verabreichung mit einem erhöhten Risiko von anaphylaktischen/anaphylaktoiden Reaktionen verbunden ist.

Folgende Patienten sind hinsichtlich anaphylaktoider Reaktionen auf Metamizol besonders gefährdet (siehe «Kontraindikationen»):

  • Patienten mit Asthma bronchiale, insbesondere bei gleichzeitiger Rhinosinusitis polyposa;
  • Patienten mit chronischer Urtikaria;
  • Patienten mit Alkoholunverträglichkeit;
  • Patienten mit Unverträglichkeit gegenüber Farb-und Konservierungsstoffen.

Bei diesen Patienten ist die Anwendung zwingenden Indikationen unter strikter medizinischer Überwachung vorbehalten. Die Verabreichung darf nicht parenteral erfolgen.

Schwere Hautreaktionen: Unter der Behandlung mit Metamizol wurde von schweren, lebensbedrohlichen Hautreaktionen wie Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und Lyell-Syndrom (toxisch-epidermale Nekrolyse, TEN) berichtet.

Wenn Symptome oder Anzeichen eines Steven-Johnson-Syndroms oder eines Lyell-Syndroms, z.B. progressiver Hautausschlag mit Blasenbildung und Schleimhautläsionen auftreten, muss die Metamizol-Behandlung sofort und endgültig abgebrochen werden.

Die Patienten müssen auf diese Anzeichen und Symptome hingewiesen und engmaschig auf diese Hautreaktionen überwacht werden, vor allem in den ersten Wochen der Behandlung.

Isolierte hypotensive Reaktionen: Die Verabreichung von Metamizol kann vereinzelt hypotensive Reaktionen auslösen (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Diese Reaktionen sind möglicherweise dosisabhängig und treten eher nach parenteraler Verabreichung auf. Um schwere hypotensive Reaktionen dieser Art zu vermeiden, sind folgende Massnahmen zu ergreifen:

  • langsame Verabreichung der intravenösen Injektion,
  • Optimierung des hämodynamischen Status bei Patienten mit vorbestehender Hypotonie, Volumenmangel, Dehydratation, instabilem Kreislauf oder beginnendem Kreislaufversagen,
  • Vorsicht bei Patienten mit hohem Fieber.

Bei diesen Patienten muss die Indikationsstellung für Metamizol mit besonderer Vorsicht erfolgen. Eine medizinische Überwachung ist erforderlich. Um dem Risiko einer hypotonen Reaktion zu vorzubeugen, können Präventionsmassnahmen (zur Stabilisierung des Kreislaufs) notwendig sein.

Bei Patienten, bei denen eine Blutdrucksenkung unbedingt vermieden werden muss (z.B. bei schwerer koronarer Herzkrankheit oder relevanten Stenosen der hirnzuführenden Blutgefässe), darf Metamizol nur unter strenger hämodynamischer Überwachung verabreicht werden.

Bei Nieren- oder Leberinsuffizienz wird empfohlen, die Verabreichung hoher Dosen von Metamizol zu vermeiden.

Die i.v. Injektion muss sehr langsam erfolgen (max. 1 ml/min), um sicherzustellen, dass sie bei dem ersten Anzeichen einer anaphylaktischen/anaphylaktoiden Reaktion abgebrochen werden kann sowie um das Risiko isolierter hypotensiver Reaktionen zu mindern.

Interaktionen

Ciclosporin: Bei gleichzeitiger Behandlung mit Ciclosporin kann es zu einem Abfall des Plasma-Ciclosporinspiegels kommen. Demnach muss der Ciclosporinspiegel im Plasma bei gleichzeitiger Gabe von Novaminsulfon Sintetica 500 mg/ml kontrolliert werden.

Methotrexat: Die Kombination von Metamizol und Methotrexat kann, vor allem bei älteren Patienten, zu einer Erhöhung der Hämatotoxizität von Methotrexat führen. Daher sollte diese Kombination vermieden werden.

Acetylsalicylsäure (Aspirin): Die gleichzeitige Einnahme von Metamizol und Acetylsalicylsäure kann den thrombozytenaggregationshemmenden Effekt von Acetylsalicylsäure abschwächen. Bei dieser Kombination ist daher bei Patienten, die aufgrund der kardioprotektiven Wirkung mit niedrigdosierter Acetylsalicylsäure behandelt werden, Vorsicht geboten.

Bupropion: Metamizol kann zu einer Senkung der Bupropion-Konzentration und einer Erhöhung des aktiven 4-Hydroxybupropion-Metaboliten im Blut führen. Daher sollte eine gleichzeitige Behandlung mit Metamizol und Bupropion mit Vorsicht erfolgen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Reproduktionsstudien an Tieren haben keine Hinweise auf ein fetales Risiko ergeben; es liegen jedoch keine kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen vor. Novaminsulfon Sintetica 500 mg/ml darf deshalb während des ersten Schwangerschaftsdrittels nicht angewendet werden. Novaminsulfon Sintetica 500 mg/ml darf nicht während des zweiten Schwangerschaftsdrittels angewendet werden, es sei denn, dies ist zwingend erforderlich. Obwohl es sich bei Metamizol nur um einen schwachen Inhibitor der Prostaglandinsynthese handelt, ist die Anwendung von Novaminsulfon Sintetica 500 mg/ml während des letzten Schwangerschaftsdrittels kontraindiziert, da die Möglichkeit eines vorzeitigen Verschlusses des Ductus arteriosus Botalli besteht, und perinatale Komplikationen infolge einer Hemmung der maternalen und neonatalen Thrombozytenaggregation nicht ausgeschlossen werden können.

Stillzeit

Die Metaboliten von Metamizol gehen in die Muttermilch über. Novaminsulfon Sintetica 500 mg/ml sollte deshalb in der Stillzeit nicht angewendet werden. Bis zu 48 Stunden nach Verabreichung von Novaminsulfon Sintetica 500 mg/ml darf nicht gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und Fähigkeit, Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen.

Unerwünschte Wirkungen

Die Häufigkeit der unerwünschten Wirkungen ist folgendermassen definiert: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1'000, <1/100), selten (≥1/10'000, <1/1'000), sehr selten (<1/10'000).

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Selten: Leukopenie.

Sehr selten: Agranulozytose.

Typische Anzeichen von Agranulozytose sind entzündliche Läsionen (z.B. oropharyngeal, anorektal, genital), Halsschmerzen und Fieber. Bei Patienten unter Antibiotikatherapie können die typischen Anzeichen auch minimal sein.

Sehr selten Thrombozytopenie (Verminderung der Blutplättchenzahl), die sich durch verstärkte Blutungsneigung und/oder durch Petechien von Haut und Schleimhäuten bemerkbar macht.

Aplastische Anämie, Agranulozytose oder Panzytopenie, einschliesslich Fällen mit tödlichem Ausgang, Leukopenie und Thrombozytopenie gelten als immunologische Reaktionen. Diese Reaktionen können auch auftreten, wenn Metamizol bei früheren Gelegenheiten ohne Komplikationen verabreicht wurde.

Erkrankungen des Immunsystems

Metamizol kann einen anaphylaktischen Schock oder anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen verursachen, die schwer, lebensbedrohlich oder in manchen Fällen tödlich verlaufen können.

Anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen können sofort oder erst einige Stunden nach der Verabreichung auftreten. Sie können auch auftreten, wenn Novaminsulfon Sintetica 500 mg/ml zuvor ohne Komplikationen verabreicht wurde.

Sie umfassen Haut- und Schleimhautreaktionen (wie z.B. Juckreiz, Brennen, Hautrötung, Urtikaria und Schwellungen), Dyspnoe und seltener gastrointestinale Beschwerden, generalisierte Urtikaria, Angioödem, Bronchospasmus, Herzrhythmusstörungen, akutes Koronarsyndrom («Kounis-Syndrom»), Blutdruckabfall (manchmal mit vorausgegangener Blutdruckerhöhung) und Kreislaufschock.

Bei Patienten mit Analgetika-induziertem Asthma treten diese Reaktionen charakteristischerweise in Form von Asthmaattacken auf. Anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen können tödlich verlaufen.

Gefässerkrankungen

Isolierte hypotensive Reaktionen

Gelegentlich können während der (parenteralen) Verabreichung oder nach Verabreichung (parenteral, Tabletten, Tropfen) vorübergehende isolierte hypotensive Reaktionen mit kritischem Blutdruckabfall auftreten, die nicht mit anderen anaphylaktischen/anaphylaktoiden Reaktionen einhergehen.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich kann es zu einem fixen Arzneimittelexanthem und selten zu Hautausschlägen kommen. In sehr seltenen Fällen können sich jedoch schwere, potenziell lebensbedrohliche Allergien entwickeln, beispielsweise eine Haut- und Schleimhautreaktion mit Blasenbildung (Stevens-Johnson-Syndrom oder Lyell-Syndrom). Falls Haut- oder Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten, ist die Verabreichung von Novaminsulfon Sintetica 500 mg/ml unverzüglich abzubrechen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Sehr selten, vor allem bei vorbestehender Nierenerkrankung, kann es zu einer akuten Verschlechterung der Nierenfunktion (akute Niereninsuffizienz) kommen, die in manchen Fällen mit Oligurie, Anurie oder Proteinurie einhergeht. Vereinzelt kann eine interstitielle Nephritis auftreten.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Bei parenteraler Applikation können Schmerzen und/oder lokale Reaktionen an der Injektionsstelle (einschliesslich Phlebitis) auftreten.

Überdosierung

Mit folgenden Symptomen kann im Fall einer Überdosierung gerechnet werden: Erbrechen, Verschlechterung der Nierenfunktion/akute Niereninsuffizienz (z.B. infolge einer interstitiellen Nephritis) und seltener ZNS-Symptome (Schwindel, Somnolenz, Koma, Konvulsionen) und Blutdruckabfall (manchmal bis zum Schock fortschreitend) sowie Herzrhythmusstörungen (Tachykardie). Nach hohen Dosen kann die Ausscheidung eines harmlosen Metaboliten (Rubazonsäure) eine Rotfärbung des Harns bewirken.

Behandlung: Es ist kein spezifisches Antidot gegen Metamizol bekannt. Hat eine Aufnahme stattgefunden, ist die noch nicht resorbierte Substanz zu entfernen (Magenspülung, Medizinalkohle). Der Hauptmetabolit (4-N-Methylaminoantipyrin) ist durch Hämoperfusion, Hämodialyse, Hämofiltration oder Plasmafiltration eliminierbar.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N02BB02

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Metamizol wirkt analgetisch, spasmolytisch und antipyretisch. Die analgetische Wirkung wird durch die an zentralen und peripheren Nozizeptoren ansetzenden Hauptmetaboliten erreicht. Die spasmolytische Wirkung beruht auf einer Herabsetzung der Erregbarkeit der peripheren glatten Muskulatur und die antipyretische Wirkung kommt durch Beeinflussung des hypothalamischen Wärmezentrums und eine vermehrte Wärmeabgabe zustande.

Pharmakokinetik

Metamizol ist eigentlich ein Prodrug, das nach oraler oder parenteraler Gabe zu 4-Methylaminoantipyrin hydrolysiert wird. Die Resorption erfolgt nach oraler Gabe schnell und nahezu vollständig. Nach rektaler Gabe ist die Resorption etwas langsamer und individuell unterschiedlich. Die Metaboliten sind 4-Formylantipyrin und das aktive 4-Aminoantipyrin, das anschliessend zu 4-Acetylaminoantipyrin acetyliert wird. Diese 4 der insgesamt 8 bekannten Metaboliten repräsentieren 65–70% der verabreichten Gesamtdosis und werden grösstenteils renal ausgeschieden.

Die Urinausscheidung ist nach i.v.-Gabe grösser als nach oraler. Bei Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min) ist die renale Ausscheidung vermindert und die Eliminationshalbwertszeit von 4-Methylaminoantipyrin verlängert.

Metamizol selbst ist im Plasma und Urin nicht nachweisbar. Seine Metaboliten gehen in die Muttermilch über und sind bis zu 48 Stunden nach der Verabreichung nachweisbar. Diese werden auch im Speichel gefunden. Weitere Angaben zur Resorption, Plasmaproteinbindung und Elimination sind in der untenstehenden Tabelle zusammengefasst:

Cmaxmg/l

Tmaxh

T/2h

Bindung an Plasma-proteine %

Clearanceml/min

Exkretion von Metamizol im Urin %

4-Methyl-amino-antipyrin

10,5

1,4

3,3

58

4,0

2,8

4-Formyl-amino-antipyrin

2,1

7,2

10,1

18

39,3

12,7

4-Aminoantipyrin

LA

2,7

6,7

5,5

48

30,7

6,4

SA

1,6

3,2

3,8

48

30,7

6,4

4-Acetylaminoantipyrin

LA

1,6

16,1

10,6

14

36,1

22,2

SA

4,4

10,0

10,6

14

36,1

22,2

LA: Langsam-Acetylierer

SA: Schnell-Acetylierer

Präklinische Daten

Es liegen sowohl Hinweise auf mutagene Wirkungen von Metamizol als auch negative Ergebnisse vor. In mehreren Langzeitversuchen mit Ratten und Mäusen ergaben sich keine Hinweise auf kanzerogene Wirkungen. In zwei von drei Langzeituntersuchungen an der Maus wurden bei hohen Dosen vermehrt Leberadenome beobachtet. Jedoch gelten diese Befunde allgemein für die Anwendung beim Menschen als irrelevant.

Studien zur Reproduktionstoxizität an Ratten und Kaninchen ergaben keine teratogene Wirkung.

Embryoletale Effekte traten ab einer Dosis von 100 mg/kg auf. Bei Ratten hatten höhere Dosen negative Auswirkungen auf die Geburt und führten zu einer höheren Sterblichkeit der Mutter- und Jungtiere.

Fertilitätsprüfungen ergaben bei einer Dosis über 250 mg pro kg und Tag eine leicht verringerte Trächtigkeitsrate bei der Elterngeneration. Die Fertilität der F1-Generation wurde nicht beeinträchtigt.

Sonstige Hinweise

Aufbewahrung der Lösung nach Verdünnung mit Natriumchloridlösung 0,9%

Die verdünnte Injektionslösung enthält keine Konservierungsmittel. Die chemische und physikalische Haltbarkeit der mit Natriumchloridlösung 0,9% verdünnten Injektionslösung wurde für 24 Stunden bei Raumtemperatur (15–25 °C) belegt. Angesichts des Risikos einer mikrobiellen Kontamination sollte die verdünnte Lösung sofort nach der Verdünnung angewendet werden. Ist dies nicht möglich, liegen die Aufbewahrungszeiten und Lagerungsbedingungen in der Verantwortung des Anwenders und sollten allgemein 24 Stunden bei 2–8 °C nicht übersteigen.

Hinweis

Die Ausscheidung eines harmlosen Metaboliten, der Rubazonsäure, kann zu einer Rotfärbung des Harns führen, welche nach Abschluss der Behandlung verschwindet.

Inkompatibilitäten

Wegen möglicher Inkompatibilitäten darf Novaminsulfon Sintetica 500 mg/ml nicht zusammen mit anderen Arzneimitteln in derselben Spritze verabreicht werden (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Lagerungshinweise

Novaminsulfon Sintetica 500 mg/ml ist in der Originalverpackung bei Raumtemperatur (15–25 °C) und vor Licht geschützt aufzubewahren.

Nach dem Öffnen sofort verwenden. Nicht verwendete Lösung verwerfen.

Arzneimittel ausser Reichweite von Kindern aufbewahren!

Zulassungsnummer

56541 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Sintetica SA, 6850 Mendrisio.

Stand der Information

November 2014.

Verwendung dieser Informationen

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