Natrium Bicarb Sintetica Inj Loes 8.4 % 10 Amp 2 M

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Natrii hydrogencarbonas.

Hilfsstoffe: Aqua ad iniectabilia ad solutionem.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Injektionslösung.

Natrii hydrogenocarbonas 84 mg/ml, 1 Amp. zu 2 ml enthält 168 mg corresp. 1 mmol/ml.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Azidotische Zustände als Komplikationen von Kreislaufversagen, metabolische Azidosen, Barbituratintoxikation.

Dosierung/Anwendung

Langsam und intravenös in grössere Gefässe verabreichen. Oder in einer passenden Trägerlösung verdünnt zur Infusion verabreichen.

Die Dosierung ist vom Arzt festzulegen und erfolgt in der Regel aufgrund der Analyse des Säure-Basen-Status des arteriellen Blutes. Die folgenden Werte gelten nur als generelle Hinweise.

Die Dosierung kann mit der folgenden Formel berechnet werden:

Basendefizit × 0,3 × kg (KG) = erforderliche mmol Bicarbonat.

Notfallmässige Korrektur der Azidose

Korrektur etwa mit der Hälfte der errechneten Menge beginnen. Danach erneute Kontrolle, dann gegebenenfalls weitere Korrektur.

Grössere Mengen – in der Annahme einer intra- und extrazellulären Verteilung – können zu einer Überkompensation führen. Im Allgemeinen verabreicht man nicht mehr als 100 bis 200 mmol Natrium-Bicarbonat während den ersten 24 Stunden.

Maximale Infusions-Geschwindigkeit für die 8,4%ige Bicarbonatlösung: ca. 1,5 mmol/kg KG pro Stunde.

Eine Blindpufferung ist nur zur Reanimation zulässig. Die Anfangsdosis beträgt etwa 1 mmol/kg (KG) bis zu maximal 100 mmol Natrium-Bicarbonat. Bei fortbestehendem Kreislaufstillstand werden alle 10 Minuten weitere 0,5 mmol/kg (KG) appliziert. Die Behandlung sollte sobald als möglich unter Kontrolle des Säure-Basen-Status weitergeführt werden.

Weniger dringende Korrektur der Azidose

2,5 mmol/kg jede 2 bis 4 Stunden durch Infusion verabreichen.

Kinder

Die Lösung muss mindestens 2-mal verdünnt werden.

Kontraindikationen

Metabolische und respiratorische Alkalose, respiratorische Azidose, massive Chloridverluste aus dem Magen-Darm-Trakt oder nach Behandlung mit gewissen Diuretika, kardiale Dekompensation, Hypernatriämie.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Der Säure-Basen-Haushalt und die Flüssigkeits- und Elektrolytbilanz müssen genau überwacht werden.

Vorsicht bei Hypoventilation (d.h. bei erhöhtem pCO2).

Ein erhöhter pH führt zu einer Verminderung der extrazellulären Kalium-Konzentration und zu einer Verminderung der Kalzämie.

Bei Hypokaliämie ist vor einer alkalisierenden Therapie das Kaliumdefizit auszugleichen.

Interaktionen

Interaktionen mit Kortikosteroiden oder Corticotropin

Erhöhtes Risiko einer Natriumretention mit kardialer Dekompensation, Hypervolämie, Ödem und/oder Hypernatriämie.

Die Alkalisierung des Harns kann die Wirkung anderer Medikamente verstärken oder vermindern.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es sind weder kontrollierte Studien bei Tieren noch bei schwangeren Frauen verfügbar. Die Risiken für den Menschen sind unbekannt. Das Präparat darf während der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn dies klar notwendig ist.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine bezüglichen Studien durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

Metabolische Alkalose und deren Konsequenzen (siehe auch «Überdosierung»).

Eine ungeeignete Darreichung der hypertonischen Lösung kann zu einer Venenentzündung führen.

Überdosierung

Eine Überdosierung kann zu metabolischer Alkalose, Hypernatriämie, Hypervolämie, Ödemen, kardialer Dekompensation, Hypokalziämie, Hypokaliämie führen.

Behandlung von Überdosierungsreaktionen

Hypernatriämie, Hypervolämie: Passende Diuretika (z.B. Furosemid).

Alkalose: Ansäuernde Infusionslösung.

Hypokaliämie: Kaliumhaltige Lösung parenteral.

Hypokalzämie mit Tetanie: Calciumgluconat i.v.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: B05XA02

Natriumbicarbonat-Lösungen wirken alkalisierend und führen dem Körper HCO3 zu. Sie regulieren damit das Säure-Basen-Gleichgewicht im Plasma im Rahmen der Behandlung einer Azidose.

Pharmakokinetik

Das Bicarbonat/Kohlensäure-System bildet den Hauptpuffer des Körpers. Die Bicarbonat-Konzentration des Plasmas wird von der Lunge (durch die Ausatmung von CO2) und von den Nieren kontrolliert. Die normale Bicarbonat-Konzentration im Plasma beträgt 24–31 mmol/l.

Präklinische Daten

Es sind keine für die Verwendung des Präparates relevanten präklinischen Daten vorhanden.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Natrium Bicarbonicum Sintetica 8,4% ist inkompatibel mit Lösungen von Erdalkalimetalle (Calcium-, Magnesiumverbindungen) sowie mit phosphathaltigen Lösungen.

Besondere Lagerungshinweise

Natrium Bicarbonicum Sintetica 8,4% darf nur bis zu dem auf der Packung mit «Exp.» gekennzeichneten Verfalldatum verwendet werden.

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) und lichtgeschützt aufbewahren.

Hinweise für die Handhabung

Nur klare Lösungen verwenden. Die Injektionslösung ist nach dem Öffnen der Ampullen sofort zu verwenden. Eventuelle Reste der Lösung sind zu verwerfen.

Zulassungsnummer

56538 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Sintetica SA, 6850 Mendrisio.

Stand der Information

Juli 2008.

Verwendung dieser Informationen

Die Informationen auf dieser Seite sind für Fachpersonal gedacht. Bei Fragen lassen Sie sich von einer Fachperson (z.B. Arzt oder Apotheker) beraten.