Entumin Tabl 40 Mg 30 Stk

Entumin Tabl 40 Mg 30 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Clotiapinum.

Hilfsstoffe: Excip. pro compr.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Tabletten zu 40 mg Clotiapin.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Akute oder exazerbierende chronische Schizophrenien wie Schizophrenia simplex, Hebephrenie, Katatonie, paranoide Schizophrenie, pseudoneurotische Schizophrenie und schizoaffektive Psychose.

Chronische Schizophrenie sowie schizophrene Restzustände.

Affektive Psychosen (manisch-depressive Psychosen), insbesondere endogene und reaktive Manie, manische Phase der zirkulären Psychose.

Angst, Panikzustände, innere Unruhe, Agitiertheit bei endogener und reaktiver Psychose, bei Neurose, bei akuter Krise von Alkoholikern und Drogensüchtigen, bei Entziehungssyndromen von chronischen Toxikomanen.

Neurotisches Depersonalisationssyndrom. Erregung, Aggressivität, Überaktivität. Schlafstörungen verschiedener Genese. Entumin eignet sich sowohl für die Initial- als auch für die Langzeitbehandlung.

Dosierung/Anwendung

Psychosen

Initialbehandlung: 120–200 mg (= 3–5 Tabletten) pro Tag in 2–3 Einzeldosen einnehmen.

Speziell bei akuten Erregungszuständen kann die Tagesdosis bis auf maximal 360 mg erhöht werden. Die initiale Dosierung kann während Wochen bis Monaten verabreicht werden.

Erhaltungs- und Langzeitbehandlung: 20–160 mg/d in 1–3 Einzeldosen einnehmen.

Neurosen

20–120 mg/d in 1–3 Einzeldosen einnehmen.

Schlafstörungen

20–40 mg am Abend einnehmen.

Spezielle Populationen

Bei untergewichtigen Patienten und solchen mit Nieren- oder Leber-Erkrankungen sowie bei alten Patienten sind niedrigere Anfangsdosen und langsame Dosissteigerungen angezeigt.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren liegen keine klinischen Erfahrungen vor.

Falls die zu verschreibende Dosierung die Halbierung der Tabletten voraussetzt, soll dies durch Teilung mittels eines handelsüblichen Tabletten-Teilers erfolgen.

Kontraindikationen

Bekannte Hypersensibilität auf Clotiapin oder einen der Hilfsstoffe von Entumin.

Komatöse Zustände, stark herabgesetzte Hirnfunktion.

Bei Krampfgefährdeten sind Stossbehandlungen und abrupter Dosiswechsel mit Entumin kontraindiziert.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Bei älteren Patienten ist der Kreislauf sorgfältig zu überwachen. Wegen der am Anfang einer Therapie mit Entumin verursachten Immobilität ist bei Patienten, welche schon früher eine Thrombose erlitten haben, Vorsicht geboten.

Bei Prostatahypertrophie, Glaukom, paralytischem Ileus, Epilepsie und Status nach Encephalitis ist Entumin vorsichtig zu dosieren.

Klasseneffekte

Unter Behandlung mit einigen atypischen Antipsychotika wurde ein erhöhtes Risiko für zerebrovaskuläre unerwünschte Ereignisse bei Patienten mit Demenz gesehen. Der Mechanismus für dieses erhöhte Risiko ist nicht bekannt. Ein erhöhtes Risiko kann bei anderen Antipsychotika oder anderen Patientenpopulationen nicht ausgeschlossen werden. Entumin sollte bei Patienten mit Risikofaktoren für Schlaganfall mit Vorsicht angewendet werden.

Bei älteren Patienten mit einer mit Demenz einhergehenden Psychose wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von Entumin nicht untersucht. Beobachtungsstudien weisen darauf hin, dass ältere Patienten mit einer mit Demenz einhergehenden Psychose unter Behandlung mit antipsychotischen Wirkstoffen ein erhöhtes Mortalitätsrisiko haben. In der veröffentlichten Literatur beinhalten Risikofaktoren, welche diese Patientenpopulation einem erhöhten Mortalitätsrisiko unter Behandlung mit Antipsychotika aussetzen können, Sedation oder das Vorhandensein von Herz- (z.B. Herzrhythmusstörungen) oder Lungenerkrankungen (z.B. Pneumonie, mit oder ohne Aspiration). Entumin sollte bei älteren Patienten mit Demenz mit Vorsicht angewendet werden.

Fälle von venösen thromboembolischen Ereignissen (VTE) wurden unter Behandlung mit antipsychotischen Arzneimitteln berichtet. Da Patienten, die mit Antipsychotika behandelt werden, oft erworbene Risikofaktoren für VTE haben, sollten alle möglichen Risikofaktoren für VTE, inklusive Thrombosen in der Vorgeschichte sowie einer längeren Immobilisation, vor und während der Behandlung mit Entumin erkannt und vorbeugende Massnahmen ergriffen werden.

Wie mit anderen Antipsychotika ist bei Patienten mit bekannter kardiovaskulärer Erkrankung oder einer Familienanamnese von QT-Verlängerung Vorsicht geboten, und mit Vorsicht sollte vorgegangen werden, wenn Entumin zusammen mit Wirkstoffen verordnet wird, die für eine Verlängerung des QTc Intervalls bekannt sind.

In klinischen Studien und/oder der Post-Marketing-Erfahrung wurden Ereignisse von Leukopenie/Neutropenie berichtet, die zeitlich mit der Verabreichung von antipsychotischen Wirkstoffen verbunden waren. Agranulozytose wurde auch berichtet. Mögliche Risikofaktoren für Leukopenie/Neutropenie schliessen vorbestehende niedrige Zellzahlen von weissen Blutkörperchen (white blood cell count, WBC) und eine Anamnese von Arzneimittel-induzierter Leukopenie/Neutropenie ein. Bei Patienten mit einer Anamnese von klinisch signifikant niedriger WBC oder Arzneimittel-induzierter Leukopenie/Neutropenie sollte während der ersten Monate der Therapie häufig das komplette Blutbild untersucht werden, und der Abbruch der Behandlung mit Entumin sollte beim ersten Zeichen einer signifikanten Verminderung der WBC, die nicht durch andere kausale Faktoren erklärt werden kann, in Erwägung gezogen werden. Patienten mit klinisch signifikanter Neutropenie sollten sorgfältig bezüglich Fieber und anderen Symptomen oder Zeichen einer Infektion überwacht und beim Auftreten von solchen Symptomen und Zeichen umgehend behandelt werden. Patienten mit schwerer Neutropenie (absolute Neutrophilenzahl <1000/mm³) sollten Entumin absetzen, und ihre WBC sollte bis zur Erholung weiter verfolgt werden.

Antipsychotika können bekannterweise die Krampfschwelle senken. Entumin sollte daher bei Patienten mit bekannter Epilepsie oder/und anderen prädisponierenden Faktoren (z.B. Hirnschädigungen unterschiedlichster Ätiologie, gleichzeitige Einnahme anderer Antipsychotika, Entzug von Alkohol oder Medikamenten mit antikonvulsiver Wirkung wie u.a. Benzodiazepine) nur mit äusserster Vorsicht zur Anwendung kommen. Das Auftreten von Krampfanfällen ist dosisabhängig. Aus diesem Grund sollte die empfohlene tägliche Gesamtdosis von Entumin nicht überschritten werden.

Unter Therapie mit einigen atypischen Antipsychotika wurden Verschlechterungen der Stoffwechsellage aufgrund von Gewichtszunahme, Blutzuckeranstieg und Dyslipidämie beobachtet. Insbesondere bei Patienten mit vorbestehenden Veränderungen dieser Parameter sollten daher regelmässige Kontrollen durchgeführt werden.

Interaktionen

Entumin kann die zentralen Effekte von Sedativa, Analgetika, Hypnotika, Antihistaminika und Narkotika, die hypotensive Wirkung von Antihypertensiva und die Toxizität von Lithium potenzieren.

Wie mit anderen Antipsychotika sollte mit Vorsicht vorgegangen werden, wenn Entumin mit Arzneimitteln verordnet wird, die für eine Verlängerung des QTc-Intervalls oder die Verursachung einer Elektrolytstörung bekannt sind.

Schwangerschaft/Stillzeit

Tierexperimentelle Studien zeigten keine direkte oder indirekte Toxizität mit Auswirkung auf Schwangerschaft, Embryonalentwicklung, Entwicklung des Föten und/oder die postnatale Entwicklung.

Es liegen keine klinischen Daten mit Anwendung bei Schwangeren vor. Bei der Anwendung in der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten.

Bei Neugeborenen, deren Mütter während des dritten Trimenons der Schwangerschaft Antipsychotika (einschliesslich Clotiapin) einnahmen, besteht nach der Geburt das Risiko für extrapyramidalmotorische Symptome und/oder Entzugssymptome. Diese Symptome bei Neugeborenen können Agitation, ungewöhnlich erhöhten oder verminderten Muskeltonus, Tremor, Schläfrigkeit, Schwierigkeiten beim Atmen oder Probleme beim Füttern einschliessen. Diese Komplikationen können einen unterschiedlichen Schweregrad aufweisen. Bei einigen Fällen waren sie selbst limitierend, in anderen Fällen benötigten die Neugeborenen eine Überwachung auf der Intensivstation oder eine längere Hospitalisation.

Entumin soll während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, es ist klar notwendig. Ist während der Schwangerschaft ein Absetzen der Behandlung erforderlich, so soll dies womöglich nicht abrupt geschehen.

Es ist nicht bekannt, ob Entumin in die Muttermilch übergeht. Ausgehend von seiner Wirkung ist anzunehmen, dass Entumin auch eine Wirkung beim zu stillenden Säugling hat, daher sollten Mütter, die Entumin erhalten nicht stillen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Da es unter der Behandlung mit Entumin zu unerwünschten Wirkungen wie Sedation, Verwirrungszuständen, verschwommenem Sehen und extrapyramidalen Symptomen kommen kann, sollten Patienten bei Auftreten dieser Symptome keine Fahrzeuge führen, Maschinen bedienen oder Aufgaben ausführen, die Aufmerksamkeit verlangen.

Unerwünschte Wirkungen

Häufigkeiten: Sehr häufig: (1>10); häufig: (>1/100 <1/10); gelegentlich: (>1/1'000 <1/100); selten: (>1/10'000 <1/1'000); sehr selten: (<1/10'000).

Psychiatrische Störungen

Gelegentlich: Agitation, Verwirrungszustände.

Nervensystem

Gelegentlich: anticholinergische Wirkungen, extrapyramidale Störungen, Dystonie, Akathisie, Parkinsonismus, tardive Dyskinesie, Sedierung.

Augen

Gelegentlich: verschwommenes Sehen.

Gefässe

Gelegentlich: orthostatische Hypotonie.

Gastrointestinale Störungen

Gelegentlich: Mundtrockenheit, Obstipation.

Unerwünschte Wirkungen aus Spontanmeldungen und Fallbeschreibungen:

Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden in der Phase nach der Markteinführung von Entumin berichtet und entstammen Spontanmeldungen und Fallbeschreibungen in der Fachliteratur. Da diese Wirkungen freiwillig von einer Population unbekannter Grösse berichtet wurden, ist eine verlässliche Abschätzung ihrer Häufigkeit nicht möglich; diese wird daher als unbekannt kategorisiert.

Schwangerschafts-, Wochenbett- und Perinatalbeschwerden

Häufigkeit unbekannt: Extrapyramidalmotorische Symptome und/oder Entzugserscheinungen beim Neugeborenen.

Störungen des Nervensystems

Häufigkeit unbekannt: Malignes neuroleptisches Syndrom.

Überdosierung

Symptome

Somnolenz, Hypotonie, Tachykardie, Arrhythmie, Atemdepression, extrapyramidale Symptome, Konvulsionen, Koma.

Behandlung

Eine Überdosierung sollte symptomatisch behandelt werden sowie unterstützende Massnahmen umfassen:

Magenspülung/Aktivkohle: Dekontamination durch Magenspülung sollte nur in der ersten Stunde nach Ingestion, Verabreichung von Aktivkohle innert 1–2 Stunden erfolgen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N05AX09

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Clotiapin ist eine Substanz aus der Reihe der Dibenzothiazepine, der vierten neurologischen Stoffklasse neben Phenothiazinen, Butyrophenonen und Thioxanthenen. Die allgemeinen pharmakodynamischen Eigenschaften ähneln denen der Phenothiazine. Es weist eine hohe Affinität zu D2- und 5-HAT-Rezeptoren auf und hat darüber hinaus eine adrenolytische, anticholinerge und antihistaminerge Aktivität. Entumin wirkt initial sedierend, psychomotorisch dämpfend, schlafregulierend, angst- und spannungslösend, antipsychotisch und kontaktfördernd. Sein Vorzug ist eine besonders gute Organ-Verträglichkeit (z.B. Leber, Augen, Haut).

Pharmakokinetik

Wegen methodischer Schwierigkeiten sind Pharmakokinetik und Metabolismus nur unvollständig bekannt.

Absorption

Clotiapin wird nach oraler Verabreichung gut absorbiert.

Distribution

Clotiapin zeigt eine ausgedehnte Gewebedistribution und eine signifikante Plasmaproteinbindung.

Biotransformation, Metabolismus

Clotiapin wird intensiv metabolisiert. Im menschlichen Urin wurden neun Metaboliten von Clotiapin identifiziert: Am häufigsten kamen N-Desmethylclotiapin, Clotiapinsulphoxid, N-Desmethylsulphoxid- und N-Oxidsulphoxid-Derivate vor. Keiner der Hauptmetaboliten von Clotiapin ist toxischer als die Ausgangssubstanz und alle haben eine deutlich schwächere neuroleptische Wirkung.

Elimination

Die mittlere Halbwertszeit (t1/2) von Clotiapin nach einer einzelnen intravenösen Injektion von 15 mg und nach einer oralen Verabreichung einer Tablette zu 40 mg beträgt 4.3 ± 0.7 h bzw. 7.1 ±3.8 h. Ungefähr 35% der verabreichten Dosis wird im Urin in Form von freien (25%) und konjugierten (10%) Metaboliten ausgeschieden.

Spezielle Populationen

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Es liegen keine Daten über die Pharmakokinetik von Clotiapin in Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion vor. Es wird jedoch angenommen, dass aufgrund des intensiven Metabolismus von Clotiapin die Clearance in diesen Patienten abnimmt und das Risiko unerwünschter Wirkungen zunimmt.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Es liegen keine Daten über die Pharmakokinetik von Clotiapin in Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion vor. Metabolite von Clotiapin werden im Urin ausgeschieden und dadurch kann die Akkumulation der Metabolite in Patienten mit Niereninsuffizienz nicht ausgeschlossen werden.

Präklinische Daten

Mutagenität/Kanzerogenität

Das mutagene/karzinogene Potential von Clotiapin wurde nicht untersucht. Eine diätetische Studie von 1.5 Jahren an Mäusen ergab keine Hinweise auf eine karzinogene Aktivität von Clotiapin.

Reproduktionstoxizität

Studien zu Reproduktionstoxizität an vier Spezies (Mäuse, Ratten, Kaninchen und Meerschweinchen) deuteten nicht auf ein teratogenes Potentiel von Clotiapin hin. Bei männlichen Ratten, die orale Dosen von bis zu 40 mg / kg pro Tag erhielten, gab es keine Hinweise auf eine beeinträchtigte Fertilität. In ähnlicher Weise hatte Clotiapin bei Meerschweinchen, die mit täglichen oralen Dosen von bis zu 15 mg / kg behandelt wurden, keine Auswirkung auf die Fertilität sowie die peri- und postnatale Entwicklung.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel soll vor Feuchtigkeit geschützt und nicht über 30 °C aufbewahrt werden.

Besondere Lagerhinweise

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Zulassungsnummer

33639 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Gebro Pharma AG, Liestal

Stand der Information

April 2013

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