Cytotec Tabl 200 Mcg 100 Stk

Cytotec Tabl 200 Mcg 100 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Misoprostolum.

Hilfsstoffe: Hypromellosum, Cellulosum microcristallinum, Carboxymethylamylum natricum A, Ricini oleum hydrogenatum.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Tabletten mit 200 µg Misoprostolum.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Zur Behandlung von Magen‑ und Zwölffingerdarmgeschwüren.

Zur Behandlung und Vorbeugung von gastroduodenalen Ulzera ausschliesslich bei Patienten, welche wegen schwerer Formen von Osteoarthritis oder chronischer Polyarthritis unter Dauerbehandlung mit nicht-steroidalen Entzündungshemmern stehen.

Dosierung/Anwendung

Zur Behandlung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren: täglich 800 µg in 2 oder 4 Einzeldosen aufgeteilt, mit den Mahlzeiten und vor dem Zubettgehen über einen Zeitraum von 4-8 Wochen.

Zur Behandlung und Prävention von gastroduodenalen Ulzera ausschliesslich bei Patienten, welche wegen schwerer Formen von Osteoarthritis oder chronischer Polyarthritis unter Dauerbehandlung mit nicht-steroidalen Entzündungshemmern stehen: täglich nach Massgabe der Verträglichkeit 400-800 µg in zwei Einzeldosen von 1-2 Tabletten, morgens und abends mit den Mahlzeiten.

Um das Risiko von Durchfall zu minimieren, sollte Cytotec mit dem Essen eingenommen werden.

Magnesiumhaltige Antazida sollten vermieden werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten ist keine Anpassung der Dosierung notwendig.

Kinder

Sicherheit und Wirksamkeit von Cytotec sind bei Jugendlichen und Kindern unter 18 Jahren nicht belegt.

Leberinsuffizienz

Unter den Bedingungen einer Leberinsuffizienz ist Cytotec noch nicht geprüft worden.

Niereninsuffizienz

Eine Reduzierung der Dosierung ist bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion nicht erforderlich, kann aber bei Patienten mit Nierenversagen notwendig sein.

Kontraindikationen

Schwangerschaft und Stillzeit (siehe unten).

Frauen im gebärfähigen Alter dürfen erst mit Misoprostol behandelt werden, wenn eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden kann. Sie sollen auf die Notwendigkeit einer adäquaten Schwangerschaftsverhütung (Spirale, orale Kontrazeptiva) während der Dauer der Behandlung hingewiesen werden.

Bekannte Überempfindlichkeit gegen Misoprostol, andere Inhaltsstoffe oder Prostaglandine.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Bei Tieren können Prostaglandine des Typs E über eine periphere Vasodilatation eine Hypotonie auslösen. Klinische Studien haben gezeigt, dass Misoprostol in Dosen, die zur Abheilung von Magen- und Duodenalulzera wirksam sind, zu keiner Blutdrucksenkung führt. Im Falle von Krankheitszuständen, bei denen eine Hypotonie zu schwerwiegenden Komplikationen führen könnte ‑ z.B. zerebralen oder koronaren Gefässerkrankungen ‑ sollte Cytotec nur mit Vorsicht angewendet werden.

Gastrointestinale Blutungen, Ulzerationen und Perforationen sind auch bei Patienten unter NSAR‑Therapie vorgekommen, die gleichzeitig mit Misoprostol behandelt wurden. Ärzte und Patienten sollten daher auch nach dem Verschwinden von gastrointestinalen Symptomen wachsam für mögliche gastrointestinale Blutungen, Ulzerationen und Perforationen sein. Das symptomatische Ansprechen auf Misoprostol schliesst das Vorhandensein gravierender gastroenteraler Schädigungen, Malignome inklusive, nicht von vorneherein aus.

Patienten, die z.B. wegen einer entzündlichen Darmerkrankung prädisponiert sind für Diarrhoe, oder solche, bei denen eine Dehydratation oder eine Hypotonie gefährlich wäre, sollten sorgfältig überwacht werden.

Sicherheit und Wirksamkeit von Cytotec sind bei Jugendlichen und Kindern unter 18 Jahren nicht belegt.

Unter den Bedingungen einer Leberinsuffizienz ist Cytotec noch nicht geprüft worden.

Interaktionen

Misoprostol interferiert nicht mit nicht-steroidalen Antiphlogistika wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen und Diclofenac. Bei gleichzeitiger Gabe von Misoprostol und Indometacin kann die maximale Konzentration von Indometacin im steady state leicht erhöht sein.

Die gleichzeitige Einnahme hoher Antazidadosen verringert die Bioverfügbarkeit von Misoprostol um etwa 16%. Die Einnahme von Cytotec in Verbindung mit einer fettreichen Mahlzeit vermindert nur die Resorptionsgeschwindigkeit von Misoprostol.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Cytotec ist kontraindiziert für schwangere Frauen oder für Frauen die schwanger werden könnten, da es Uteruskontraktionen induziert und mit Abort, vorzeitiger Geburt und Fruchttod in Zusammenhang gebracht wird. Die Anwendung von Misoprostol wurde mit Geburtsdefekten assoziiert. Tritt unter Einnahme von Cytotec eine Schwangerschaft ein, muss das Präparat abgesetzt werden.

Stillzeit

Misoprostol wird rasch zu Misoprostolsäure metabolisiert, welche biologisch aktiv ist und in die Muttermilch übergeht. Wegen möglicher unerwünschter Wirkungen auf den Säugling (z.B. Diarrhoe) ist die Anwendung von Cytotec bei stillenden Müttern kontraindiziert.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt. Aufgrund der Nebenwirkungen ist aber ein Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen nicht auszuschliessen.

Unerwünschte Wirkungen

Die unerwünschten Wirkungen sind nach Organklassen und Häufigkeitsgraden gegliedert unter Berücksichtigung folgender Definition: sehr häufig (≥10%), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1000, ≥1/100), selten (≥1/10'000, <1/1000), sehr selten (<1/10'000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht anzugeben).

Erkrankungen des Immunsystems

Nicht bekannt: Anaphylaktische Reaktionen.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen, Schwindel.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig: leichte bis mittelgradige Diarrhoe* (bis 15%).

Häufig: Abdominalschmerzen*, Nausea, Dyspepsie, Erbrechen, Flatulenz, Obstipation.

Selten: massive Diarrhoe mit schwerer Dehydratation.

* Diarrhoe und Abdominalschmerzen waren dosisabhängig, traten üblicherweise zu Beginn der Therapie auf und bildeten sich auch bei fortgesetzter Behandlung mit Misoprostol innerhalb weniger Tage zurück.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Nicht bekannt: Rash.

Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen

Nicht bekannt: Fruchtwasserembolie, abnormale Uteruskontraktionen, Totgeburt, unvollständiger Abort, Frühgeburt, Plazentaretention, Uterusruptur, Uterusperforation.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Gelegentlich: vaginale Blutungen (inklusive postmenopausaler Blutungen), intermenstruelle Blutungen, Menstruationsstörungen, Uterus-Krämpfe, Menorrhagie, Dysmenorrhoe.

Nicht bekannt: Uterusblutungen.

Kongenitale, familiäre und genetische Erkrankungen

Nicht bekannt: Geburtsdefekte.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Nicht bekannt: Schüttelfrost, Fieber.

Überdosierung

Die toxische Dosis von Cytotec beim Menschen wurde nicht bestimmt. Klinische Anzeichen, die auf eine Überdosierung hinweisen, sind Sedierung, Tremor, Konvulsionen, Dyspnoe, Bauchkrämpfe, Diarrhoe, Fieber, Palpitationen, Hypotonie oder Bradykardie.

Die Behandlung ist symptomatisch und zielt auf die Erhaltung vitaler Funktionen ab. Da Misoprostol wie eine Fettsäure metabolisiert wird, ist die Dialyse keine geeignete Massnahme zur Behandlung einer Überdosierung. Forcierte Diurese kann hilfreich sein, da die Metaboliten von Misoprostol mit dem Urin ausgeschieden werden; durch Aktivkohle kann die Resorption von Misoprostol vermindert werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: A02BB01

Wirkungsmechanismus

Misoprostol ist ein synthetisches Prostaglandin E1‑Analog mit folgenden Wirkungen: Heilung von Ulzera, Hemmung der Magensäuresekretion und Unterstützung der Abwehrmechanismen der Magenschleimhaut.

Wirkung auf die Magensäuresekretion

Bei gesunden Probanden hemmt Misoprostol die basale Magensäuresekretion sowohl während dem Tag wie auch in der Nacht. Misoprostol hemmt zudem die durch Histamin, Pentagastrin, Tetragastrin, Betazol, Coffein oder Nahrung stimulierte Magensäuresekretion. Die antisekretorische Wirkung wird durch direkte Interaktion mit spezifischen Prostaglandinrezeptoren auf der Oberfläche der Parietalzellen erzielt, tritt innerhalb von 30 min in Erscheinung und hält während mindestens 3 h an.

Wirkung auf die Pepsin-Sekretion und das Volumen der Magenflüssigkeit

Misoprostol senkt die Ausschüttung von Pepsin und Magensäure und reduziert das Volumen der Magenflüssigkeit sowohl unter basalen Bedingungen wie auch unter einigen stimulierten Bedingungen.

Schutz der Magenschleimhaut

Misoprostol stimuliert die duodenale Bikarbonatsekretion, die Produktion von Magenschleim und die Durchblutung der Magenschleimhaut.

Klinische Wirksamkeit

Bei Patienten mit rheumatoider Arthritis erwies sich Cytotec in einer Dosierung von täglich 4× 200 µg in Kombination mit einem Antiphlogistikum (täglich 4× 650-1300 mg Acetylsalicylsäure) als hoch wirksam in der Behandlung acetylsalicylsäurebedingter gastroduodenaler Erosionen und Ulzera. Misoprostol interferiert nicht mit der antirheumatischen Wirkung der Acetylsalicylsäure.

Cytotec reduziert dosisabhängig von 400-800 µg pro Tag die Inzidenz von gastroduodenalen Ulzera bei Patienten, welche infolge schwerer Formen von Osteoarthritis oder chronischer Polyarthritis unter Dauerbehandlung mit nicht-steroidalen Entzündungshemmern stehen. Dadurch reduziert Cytotec bei diesen Patienten die schweren gastrointestinalen Komplikationen.

Die Langzeitverträglichkeit von Cytotec ist durch mehrere Studien belegt, in denen Patienten bis zu einem Jahr behandelt wurden.

Pharmakokinetik

Absorption

Nach oraler Einnahme wird Misoprostol rasch resorbiert. Nach einer Einzeldosis wird die maximale Plasmakonzentration Cmax des Hauptmetaboliten Misoprostolsäure nach 12 ± 3 min erreicht. Cmax ist nach einer Einzelgabe von Misoprostol im Bereich von 200-400 µg linear abhängig von der verabreichten Dosis. Der Plasma-Steady-State wird innerhalb von zwei Tagen erreicht.

Distribution

Die Bindung von Misoprostol an Serumproteine ist <90% und ist im therapeutischen Bereich unabhängig von der verwendeten Dosierung.

Metabolismus

Misoprostol wird rasch und vollständig zur freien Misoprostolsäure metabolisiert, welche den hauptsächlichen pharmakologisch aktiven Metaboliten im Blut darstellt.

Elimination

Die Eliminations-Halbwertszeit t½ von Misoprostolsäure liegt zwischen 20 und 30 min, die seiner weiteren inaktiven Metaboliten bei 1½ h. Auch nach längerer Verabreichung von 2× täglich 400 µg kommt es zu keiner Akkumulation von Misoprostolsäure im Plasma.

73% einer radioaktiv markierten oralen Misoprostoldosis werden hauptsächlich als inaktive polare Metaboliten mit dem Urin ausgeschieden, 15% über den Darm. Innerhalb von acht h beträgt die renale Elimination der radioaktiven Substanz 56%.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Niereninsuffizienz

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (Clearance von <0.5-36.8 ml/min) zeigten einen Anstieg von t½, Cmax und AUC. Es bestand keine klare Korrelation zwischen dem Ausmass der Niereninsuffizienz und der AUC von Misoprostolsäure. In 4 von 6 Patienten mit totalem Nierenversagen konnte ein ungefähr zweifacher Anstieg der AUC festgestellt werden.

Leberinsuffizienz

Keine Angaben.

Bei über 64 Jahre alten, gesunden Personen ist die AUC von Misoprostol leicht vergrössert. Jedoch ergeben sich bei einem Vergleich von Personen über 64 Jahre und jüngeren keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich Verträglichkeit und Wirksamkeit von Cytotec.

Präklinische Daten

Chronische Toxizität

Bei Hunden, Ratten und Mäusen wurde eine reversible Zunahme der Anzahl von normalen Epithelzellen in der Oberfläche der Magenschleimhaut beobachtet. Bei Menschen, die bis zu einem Jahr Cytotec erhielten, wurde eine solche Zunahme nicht beobachtet.

Weibliche Ratten, welche eine 100 bis 1000mal höhere als die beim Menschen verwendete Dosis erhielten, zeigten in Langzeitstudien eine Hyperostosis, vor allem in der Medulla sternebrae. Langzeitstudien bei Hunden und Ratten zeigten keine Hyperostosis. Auch bei Menschen konnte bei Behandlung mit Cytotec keine Hyperostosis beobachtet werden.

Karzinogenität, Mutagenität, Fertilitätsstörungen

Bei Ratten, die während 24 Monaten täglich mit einer bis zu 150fach höheren als die beim Menschen verwendete Dosis behandelt wurden, zeigte Cytotec keine Anzeichen eines Effekts auf das Auftreten oder die Häufigkeit von Tumoren. Gleichermassen zeigte Cytotec bei Mäusen, die während 21 Monaten täglich bis zu eine 1000mal höhere als die beim Menschen verwendete Dosis erhielten, keinen Effekt auf das Auftreten oder die Häufigkeit von Tumoren.

Das mutagene Potential von Cytotec wurde mittels mehrerer in vitro Tests untersucht, welche alle negativ ausfielen.

Fortpflanzungsfähige männliche und weibliche Ratten erhielten eine 6.25- bis 625mal höhere Dosis als die maximale, empfohlene therapeutische Dosis für Menschen. Dabei traten eine Verminderung der Implantationsrate und eine Steigerung der Frucht-Todesrate auf. Dies lässt auf einen möglichen generellen unerwünschten Effekt auf die Fertilität von Männchen und Weibchen schliessen.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Die Tabletten dürfen bis zum Ablauf des auf der Verpackung angegebenen Verfalldatums «EXP.» verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

46945 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Pfizer AG, Zürich.

Stand der Information

März 2016.

LLD V002

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