Ospolot Filmtabl 50 Mg 50 Stk

Ospolot Filmtabl 50 Mg 50 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Sultiam.

Hilfsstoffe: Gelatine, Hypromellose, Lactose, Macrogol, Magnesiumstearat, Maisstärke, Siliciumdioxid, Talkum, Titandioxid (E 171).

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Ospolot 200 mg: Filmtabletten teilbar (mit Bruchrille) zu 200 mg.

Ospolot 50 mg: Filmtabletten zu 50 mg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Rolando-Epilepsie (benigne Epilepsie des Kindesalters mit zentrotemporalen spikes).

Hinweis: Bei der Indikationsstellung für den Einsatz von Sultiam sollte berücksichtigt werden, dass die Rolando-Epilepsie eine hohe Rate an Spontanremissionen aufweist und – auch ohne medikamentöse Behandlung – zumeist einen guten Verlauf und eine gute Prognose besitzt.

Dosierung/Anwendung

Die Dosierung ist individuell durch den/die in der Epilepsiebehandlung erfahrene Neuropädiater/in festzulegen und zu kontrollieren.

Die Erhaltungsdosis beträgt ca. 5 mg/kg Körpergewicht und Tag. Sie sollte stufenweise (einschleichend) über ein bis zwei Wochen erreicht werden. Für den langsamen Aufbau der Dosis ist Ospolot 50 mg geeignet; Ospolot 200 mg Filmtabletten verfügen über eine Bruchrille und sind teilbar. Es ist jedoch auch möglich, die Behandlung sogleich mit der Erhaltungsdosis zu beginnen. Die Tagesdosis sollte aufgrund der kurzen Halbwertszeit von Sultiam möglichst auf drei Einzelgaben verteilt werden. Bei entsprechender zeitlicher Verteilung der Tagesdosis sind konstante Plasmaspiegel nach fünf bis sechs Tagen zu erwarten. Therapeutische Plasmakonzentrationen für Sultiam wurden bisher nicht bestimmt.

Antikonvulsiva sollten möglichst als Monotherapie verordnet werden.

Die Umstellung von einer anderen Medikation oder einer allfälligen Kombinationsbehandlung sollte schrittweise erfolgen. In regelmässigen Zeitabständen müssen Blutbild und Urin kontrolliert werden (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Die Filmtabletten werden unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit (ca. 1 Glas Wasser), möglichst auf drei Einzelgaben verteilt, eingenommen. Die Anwendungsdauer richtet sich nach der individuellen Reaktion des Patienten. In jedem Fall darf das Präparat durch den Patienten nicht eigenmächtig abgesetzt werden.

Die antiepileptische Therapie ist grundsätzlich eine Langzeittherapie. Über die Einstellung, Behandlungsdauer und das Absetzen von Sultiam sollte im Einzelfall der Facharzt bzw. die Fachärztin (Kinderneurologie/Neurologie) entscheiden. Ospolot sollte nicht plötzlich abgesetzt werden. Das Absetzen von Sultiam kann zügig über ein bis zwei Wochen erfolgen. Dabei sollte das EEG kontrolliert werden. Der EEG-Befund sollte sich nicht verschlechtern.

Bei Therapieversagen bzw. Auftreten von unerwünschten Wirkungen ist eine Prüfung des tageszeitlichen Verlaufes der Plasmakonzentration sinnvoll. Bei ausbleibendem Therapieerfolg sollte die Behandlung mit Sultiam nach ca. einem Monat abgebrochen werden.

Kontraindikationen

Absolute Kontraindikationen

Sultiam darf nicht angewendet werden bei:

- bekannter Überempfindlichkeit auf Sultiam, andere Sulfonamide oder einen anderen Präparatebestandteil

- Vorliegen einer Nierenfunktionsstörung

- vorbestehenden psychiatrischen Erkrankungen

- Porphyrie

- Hyperthyreose

- arterieller Hypertonie

- Frauen im gebärfähigen Alter und weiblichen Teenagern älter als 12 Jahre

- Schwangerschaft/Stillzeit.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Beim Auftreten einer Myelodepression oder allergischen Exanthemen muss Sultiam abgesetzt werden. Daher sind Eltern von Patienten anzuhalten, sofort den Arzt aufzusuchen und Blutbildkontrollen durchführen zu lassen, wenn Fieber, Halsschmerzen, allergische Hautausschläge und/oder Lymphknotenschwellung und/oder grippeähnliche Krankheitsbeschwerden auftreten.

Bei einer Langzeittherapie sind regelmässig Blutbild und Nierenfunktionsparameter zu kontrollieren. Es empfiehlt sich, diese Kontrollen zunächst vor der Behandlung mit Sultiam, dann in wöchentlichen Abständen im ersten Monat der Behandlung, danach in monatlichen Abständen durchzuführen. Nach sechsmonatiger Behandlung reichen zwei- bis viermalige Kontrollen im Jahr aus. Progrediente Thrombopenien oder Leukopenien, die von klinischen Symptomen, wie z.B. Fieber oder Halsschmerzen begleitet sind, erfordern die Unterbrechung der Behandlung. Bei schweren allergischen Reaktionen ist Sultiam sofort abzusetzen. Die Behandlung sollte ebenfalls unterbrochen werden, wenn es zu einem andauernden Anstieg des Kreatinins kommt.

Wie bei anderen Carboanhydrase-Hemmern kann es auch unter Sultiam zum Auftreten einer metabolischen Azidose kommen. Bei entsprechenden Symptomen (kompensatorische Hyperventilation, Müdigkeit, Appetitlosigkeit) ist an diese Möglichkeit zu denken. Eine chronische, unbehandelte metabolische Azidose kann zu einer Nephrolithiasis oder Osteoporose sowie bei Kindern zu einer Verringerung des Wachstums führen.

Hinweis:

Über suizidale Gedanken und suizidales Verhalten wurde bei Patienten, die mit Antiepileptika in verschiedenen Indikationen behandelt wurden, berichtet. Eine Metaanalyse randomisierter, placebo-kontrollierter Studien mit Antiepileptika zeigte auch ein leicht erhöhtes Risiko für das Auftreten von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten. Der Mechanismus für die Auslösung dieser Nebenwirkung ist nicht bekannt und die verfügbaren Daten schliessen die Möglichkeit eines erhöhten Risikos bei der Einnahme von Sultiam nicht aus.

Deshalb sollten Patienten hinsichtlich Anzeichen von Suizidgedanken und suizidalen Verhaltensweisen überwacht und eine geeignete Behandlung in Erwägung gezogen werden. Patienten (und deren Betreuern) sollte geraten werden medizinische Hilfe einzuholen, wenn Anzeichen für Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten.

Interaktionen

Beeinflussung der Plasmakonzentration anderer Arzneimittel durch Sultiam

Sultiam ist ein Hemmer der CYP2C-Isoenzyme und kann dadurch die Plasmaspiegel anderer Arzneimittel erhöhen. Die Wirkung einiger anderer, gleichzeitig verabreichter Arzneimittel, die über diese Enzyme abgebaut werden, kann deshalb verstärkt werden. Es kann zu toxischen Erscheinungen kommen.

Bei gleichzeitiger Gabe von Sultiam ist die Dosierung folgender Wirkstoffe gegebenenfalls zu reduzieren: Phenytoin, Barbiturate, Diazepam, Imipramin, Diclophenac, Ibuprofen, Naproxen, Warfarin, Omeprazol, Proguanil, Propranolol, Retinol und Tolbutamid.

Bei Kombination von Sultiam mit Phenytoin kann der Plasmaspiegel von Phenytoin bedeutend erhöht sein. Diese Kombination erfordert besonders strenge Überwachung und häufige Kontrollen des Phenytoin-Plasmaspiegels, besonders bei eingeschränkter Nierenfunktion.

In Einzelfällen wurde beobachtet, dass es auch bei Kombination mit Lamotrigin zu einer Erhöhung der Lamotrigin-Spiegel im Blut kommen kann. Die Lamotrigin-Spiegel sollten daher zum Anfang einer solchen Behandlung häufiger kontrolliert werden.

Bei der Kombination von Sultiam mit Primidon kann die Intensität der Nebenwirkungen beider Arzneimittel zunehmen; insbesondere bei Kindern können Schwindel, Gangunsicherheit und Schläfrigkeit auftreten.

Verminderte Plasmakonzentration von Sultiam

Der Plasmaspiegel von Sultiam kann vermindert werden durch: Phenobarbital, Phenytoin, Primidon und Carbamazepin.

Aufgrund der wechselseitigen Beeinflussung, insbesondere bei gleichzeitiger Verabreichung mehrerer Antiepileptika, empfiehlt es sich, die Plasmaspiegel zu kontrollieren und die Dosierung von Sultiam gegebenenfalls anzupassen.

In einer In- vitro-Untersuchung wurde beobachtet, dass Antacida Sultiam adsorbieren können. Dies trifft in besonderem Masse auf Magnesium-Trisilikat zu.

Andere Wechselwirkungen

Während einer Behandlung mit Sultiam sollte auf den Genuss von Alkohol verzichtet werden, da Sulfonamide eine dem Disulfiram ähnliche Wirkung besitzen und Sultiam als Sulfonamid-Derivat theoretisch eine ähnliche Wirkung entfalten könnte. Diese Symptomatik umfasst eine unangenehme, in der Regel jedoch selbstlimitierende, systemische Reaktion auf der Basis einer Vasodilatation mit Pulsationskopfschmerz, Atemdepression, Übelkeit, Erbrechen, Tachykardie, Hypotonus, Amblyopie, Verwirrtheit, Schockreaktionen, Arrhythmien, Bewusstlosigkeit sowie Anfällen. Die Symptome können in sehr unterschiedlicher Ausprägung und Dauer auftreten.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es gibt experimentelle Hinweise auf embryotoxische Effekte von Sultiam.  Das potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt. Während der Schwangerschaft und Stillzeit ist das Arzneimittel kontraindiziert.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemässem Gebrauch das Reaktionsvermögen (Schwindligkeit oder Schläfrigkeit) so weit verändern, dass z.B. die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Strassenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird.

Unerwünschte Wirkungen

Häufigkeitsangaben: Sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥  1/100, <1/10), gelegentlich (≥ 1/1000, <1/100), selten (≥ 1/10.000, <1/1000), sehr selten (<1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Die beobachteten Nebenwirkungen traten häufiger in Kombinations- als in Monotherapie auf.

Folgende Nebenwirkungen können dosisabhängig und insbesondere zu Therapiebeginn auftreten:

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig: Tachypnoe, Hyperpnoe oder Dyspnoe. Insbesondere zu Behandlungsbeginn: Singultus (i.d.R. Abklingen nach 1-2 Wochen von selbst oder nach vorübergehender Dosisreduktion, Vermeidung durch einschleichende Dosierung).

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr selten: Leukopenie, Granulozytopenie, Neutropenie, Thrombopenie.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig treten, besonders zu Behandlungsbeginn, Magenbeschwerden auf. Häufig wird über Nausea und Vomitus geklagt. Diese Beschwerden klingen in der Regel nach ein bis zwei Wochen von selbst oder nach vorübergehender Dosisreduzierung wieder ab. Sie können durch einschleichende Dosierung vermieden werden.

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr selten wurde eine hepatotoxische Wirkung beobachtet.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig und insbesondere zu Behandlungsbeginn: Appetitlosigkeit (i.d.R. Abklingen nach 1-2 Wochen von selbst oder nach vorübergehender Dosisreduktion, Vermeidung durch einschleichende Dosierung).

Sehr selten: metabolische Azidose (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Im Rahmen einer metabolischen Azidose kann es kompensatorisch zu einer Hyperventilation kommen.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Gelegentlich: Gelenkschmerzen, myasthenische Beschwerden.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Selten: Exantheme.

In Einzelfällen besteht der Verdacht, dass Sultiam mit der Auslösung eines Stevens-Johnson-Syndroms oder eines Lyell-Syndroms in Zusammenhang stehen könnte.

Herzerkrankungen

Gelegentlich wurden Stenokardien oder Tachykardien beobachtet.

Gefässerkrankungen

In Einzelfällen kam es zu Blutdruckanstieg oder -abfall.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig kommt es zu Parästhesien in den Extremitäten sowie im Gesicht.

Häufig und insbesondere zu Behandlungsbeginn: Schwindel und Kopfschmerzen (i.d.R. Abklingen nach 1-2 Wochen von selbst oder nach vorübergehender Dosisreduktion, Vermeidung durch einschleichende Dosierung).

Gelegentlich kann Denkerschwernis auftreten. In Einzelfällen besteht der Verdacht, dass Sultiam mit der Auslösung einer Polyneuritis, eines Grand mal-Status oder mit Anfallshäufungen in Zusammenhang stehen könnte.

Psychiatrische Erkrankungen

Bei einigen Patienten kann es insbesondere zu Behandlungsbeginn zu Verwirrung und Agitation kommen. Diese Begleiterscheinungen verschwinden meist nach ein bis zwei Wochen von selbst oder nach vorübergehender Dosisreduktion. Sie können durch einschleichende Aufdosierung vermieden werden.

Gelegentlich können Halluzinationen, Angst oder Antriebsarmut auftreten. Latente Psychosen können unter Sultiamtherapie aktiviert werden.

Einzelfälle von Verhaltensauffälligkeiten wie z.B. Aggressivität, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen wurden beschrieben.

Augenerkrankungen

Häufig: Doppelbildersehen

Erkrankungen der Nieren und der Harnwege

Einzelfälle von Nierenversagen und Harnretention wurden beschrieben.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Einzelfälle von Impotenz wurden beschrieben.

Untersuchungen

Häufig und insbesondere zu Behandlungsbeginn: Gewichtsverlust (i.d.R. Abklingen nach 1-2 Wochen von selbst oder nach vorübergehender Dosisreduktion, Vermeidung durch einschleichende Dosierung).

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig und insbesondere zu Behandlungsbeginn: Irritabilität, Müdigkeit (i.d.R. Abklingen nach 1-2 Wochen von selbst oder nach vorübergehender Dosisreduktion, Vermeidung durch einschleichende Dosierung).

Überdosierung

Befunde und Symptome

Die auftretenden Befunde und Symptome einer Überdosierung umfassen Kopfschmerzen, Schwindel, Ataxie, Bewusstseinsstörung, Katatonie, metabolische Azidose sowie Sultiamkristalle im Urin. Sultiam besitzt eine geringe akute Toxizität. Überdosierungen mit 4 bis 5 g Sultiam wurden überlebt. Die Einnahme von ca. 20 g Sultiam in suizidaler Absicht bei Erwachsenen führte in einem Fall zum Exitus letalis. In einem anderen Fall kam es zu einer Restitutio ad integrum.

Therapie

Es existiert kein spezifisches Antidot. Die Therapie wird bestimmt durch den klinischen Status des Patienten. Es sollte eine Einweisung in die Klinik erfolgen. Eine Bestimmung der Plasmakonzentration zwecks Bestätigung einer Sultiam-Vergiftung sowie zwecks Ermittlung des Ausmasses der Überdosierung ist angezeigt. Übliche Massnahmen (Magenspülung und Aktivkohle zur Verminderung der Resorption und zur Erhaltung der Vitalfunktionen) sollten durchgeführt werden. Zur Behandlung der Azidose kann Natriumbikarbonat infundiert werden. Es sollte eine sorgfältige Korrektur der Elektrolytverschiebungen erfolgen. Zur Verhinderung von Nierenschäden und Kristallurie wird eine alkalisierende Diuresetherapie empfohlen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N03AX03

Wirkungsmechanismus:

Sultiam ist ein Sulfonamid-Derivat. Strukturell bestehen keine Gemeinsamkeiten mit anderen Antikonvulsiva. Der Wirkmechanismus ist nicht vollständig aufgeklärt. Der bestdokumentierte biologische Effekt ist die Hemmung der zentralen Carboanhydrase. Einwirkungen auf die Homöostase der erregenden und hemmenden Neurotransmitter wurden beschrieben. Weiterhin reduziert Sultiam den Natriumeinstrom in die Nervenzelle und setzt so die Erregbarkeit der Nervenzelle herab.

Der antikonvulsive Effekt von Sultiam bewirkt eine Verminderung oder Dämpfung von Anfällen, die bei Kindern mit Rolando-Epilepsie (benigne Epilepsie des Kindesalters mit zentrotemporalen spikes) auftreten.

Klinische Wirksamkeit: Allerdings ist die klinische Wirksamkeit von Sultiam einzig in einer Studie (randomisiert, vs Placebo, 31

Patienten im Alter von 3 – 11 Jahren unter Verum) gezeigt worden.

Pharmakokinetik

Die Pharmakokinetik von Sultiam wurde nicht systematisch in den verschiedenen Abschnitten des Kindes- und Jugendalters untersucht. Die nachfolgenden Daten stammen von mehr als 120 Patienten beiderlei Geschlechts. Bei diesen Patienten handelte es sich um Kinder (n >50), Jugendliche und Erwachsene zwischen 1,5 und 89 Jahren.

Absorption

Sultiam wird nach oraler Einnahme schnell und fast vollständig aus dem oberen Dünndarm resorbiert,. Der Einfluss von Nahrungsaufnahme auf die Absorption von Sultiam wurde bislang nicht untersucht.

Die orale Bioverfügbarkeit von Sultiam wurde bislang nicht untersucht.

Distribution

Die maximalen Plasmakonzentrationen werden zwischen 1 und 5 Stunden erreicht. Trotz einer linearen Pharmakokinetik bestehen grössere intra- und interindividuelle Fluktuationen der Plasmaspiegel im steady state. Therapeutische und toxische Plasmakonzentrationen wurden bislang nicht etabliert. Nach Gabe von ca. 5 mg / kg Körpergewicht werden etwa Plasmakonzentrationen zwischen 1 und 6 µg / ml erzielt. Die Plasmaproteinbindung von Sultiam liegt bei etwa 29%.

Das Verteilungsvolumen beim Menschen wurde bislang nicht bestimmt. Sultiam überschreitet die Blut-Hirnschranke. Das Verhältnis zwischen Plasmakonzentration und Liquorkonzentration wurde bislang nicht bestimmt. Es ist davon auszugehen, dass Sultiam die Placentaschranke überschreitet und in die Muttermilch übergehen kann. Es kann somit in den Fötus sowie in den gestillten Säugling übergehen (s. «Kontraindikationen» und «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Metabolismus

Bislang wurden zwei Metaboliten von Sultiam im Urin des Menschen identifiziert. Davon ist hydroxyliertes Sultiam mengenmässig der bedeutendste Metabolit. Er besitzt keine antikonvulsive Aktivität.

Elimination

Sultiam wird mit einer Halbwertszeit von 2 bis 16 Stunden aus dem Plasma eliminiert. Die Halbwertszeiten sind in Kombinationstherapie mit enzyminduzierenden Antiepileptika kürzer als bei Monotherapie. Nach oraler Applikation werden ca. 80 - 90% der Dosis über die Nieren ausgeschieden. Ca. 30 – 60% werden unverändert ausgeschieden. Mehr als 25% werden als Metabolit (hydroxyliertes Sultiam) ausgeschieden.

Präklinische Daten

Reproduktionstoxizität

Es gibt experimentelle Hinweise auf embryotoxische Effekte von Sultiam.

Genotoxizität (Mutagenität), kanzerogenes  Potential

Sultiam besass in drei verschiedenen In-vitro-Versuchsanordnungen kein mutagenes Potential. Langzeituntersuchungen zur Karzinogenität liegen nicht vor.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Haltbar bis zum auf der Packung angegebenen Verfalldatum («verwendbar bis»).

Besondere Lagerungshinweise

In der Originalpackung bei Raumtemperatur (15 – 25 °C) und ausser Reichweite von Kindern lagern.

Zulassungsnummer

55603 (Swissmedic)

Zulassungsinhaberin

Desitin Pharma GmbH, Liestal

Stand der Information

Juli 2014

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