Lipiodol Ultra Fluid Inj Loes 4.8 G/10ml Amp 10 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Iodum 4,8 g ut Acidorum Iodatorum Olei Papaveris Estera Ethylica, q.s. pro 10 ml entsprechend dem Fettsäureethylester des iodierten Mohnöls.

Hilfsstoffe: Natriumsulfit max. 0.385 mg/ml (entsprechend max. 0.308 mg SO2)

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Injizierbare ölige Lösung zur Einmalanwendung. Geöffnet sollte das Kontrastmittel als unkonservierte Injektionslösung rasch aufgebraucht und allfällige Restmengen vernichtet werden.

Eine Ampulle zu 10 ml enthält 4,8 g Iod entsprechend 480mg I/ml oder 380mg I/g.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Lymphographie

Dosierung/Anwendung

Strikte intralymphatische Verabreichung. Das Auffinden der Lymphbahnen kann durch die subkutane Injektion eines Farbstoffes wie Patent Blau V erleichtert werden.

Das Präparat muss mittels einer Glasspritze oder besser noch mittels eines Injektors verabreicht werden. Die Injektion hat sehr langsam und mit äusserst wenig Druck zu erfolgen: Zu Beginn wird eine Fliessgeschwindigkeit zwischen 0,1 und 0,2 ml/min., idealerweise unter häufiger radiologischer Kontrolle, empfohlen. Die empfohlene Gesamtdosis wird über einen Zeitraum von 75 min. appliziert. Mögliche Schmerzen sind in der Regel auf eine Extravasation oder eine zu grosse Geschwindigkeit und/oder zu hohem Druck bei der Injektion zurückzuführen.

Die Dosis hängt vom Untersuchungsbereich und vom Zustand des Patienten ab. Die zu injizierende Menge an Lipiodol Ultra-fluide ist in jedem Fall auf ein Minimum zu beschränken.

Richtwerte für die Dosierung in der Lymphographie: 5 bis 7 ml intra-lymphatisch zur Darstellung eines Beines (je nach Grösse des Patienten), 2 bis 4 ml für einen Arm, bzw. 10 bis 12 ml für eine beidseitige Bein-Lymphographie und 5 bis 6 ml für eine beidseitige Arm-Lymphographie.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Pädiatrie:

Die empfohlene Maximaldosis für die Pädiatrie beträgt 0,25 ml/kg KG bzw. 6 ml insgesamt. Bei Kleinkindern zwischen 1 und 2 Jahren ist eine Dosis von 1 ml pro Extremität ausreichend.

Hinweis: Die Erfahrungen mit der Anwendung von Lipiodol bei Kindern sind sehr limitiert.

Die Dosis soll generell so niedrig wie möglich gehalten werden. Überdosierungen können durch eine radiologische oder visuelle Kontrolle während der Injektion vermieden werden.

Ältere Patienten (65 Jahre und älter):

Bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Atemwegs- oder Nervensystemerkrankungen ist das Arzneimittel mit Vorsicht anzuwenden, allenfalls die Dosis anzupassen oder sogar die Untersuchung zu unterlassen, da Lipiodol zu Lungengefässembolien führen kann.

Kontraindikationen

•Überempfindlichkeit auf Lipiodol Ultra-fluide (Fettsäureethylester des iodierten Mohnöls)

•Bekannte Überempfindlichkeit auf iodhaltige Kontrastmittel respektive Sulfite

•Schwere Lungeninsuffizienz bzw. fortgeschrittene Lungenerkrankung

•Patienten nach Radiotherapie der Lungen

•Schwere Herzinsuffizienz

•Gesicherter Lymphverschluss

•Rechts- oder linksseitiger kardialer Shunt

•Intraarterielle oder intravenöse Injektion

•Intrathekale Anwendung

•Intrabronchiale Anwendung

•Schwere Hyperthyreose

•Multinoduläre Schilddrüsenvergrösserung bei Patienten über 45 Jahren

•In der Stillzeit

•Patienten mit traumatischen Verletzungen, Zustand nach Hämorrhagie oder Blutungen im Injektionsbereich (erhöhtes Risiko für Embolien)

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Nach der vaskulären Verabreichung von Lipiodol werden stets die Lungenkapillaren embolisiert. Diese pulmonale Embolisierung, welche radiologisch durch eine Miliaria objektiviert werden kann, ist bei den meisten Patienten vorübergehend und klinisch unauffällig. Jedoch können auch klinische Zeichen vorhanden sein, welche in der Regel sofort auftreten, aber auch erst nach Stunden oder Tagen erscheinen können. Selten wurden auch schwere, manchmal fatale Lungenschäden gemeldet.

Vor der Lymphographie ist deshalb eine Thoraxaufnahme unerlässlich. Im Falle einer Herz- und/oder Lungeninsuffizienz sowie bei Lungenerkrankungen (vgl. auch Rubrik „Kontraindikationen“) muss entweder ganz auf die Untersuchung verzichtet werden oder nach einer differenzierten Lungenfunktionsprüfung die Verabreichung unter grösster Vorsicht unter Anpassung der Dosis erfolgen, da ein Teil des Präparates vorübergehend die Lungenkapillaren embolisiert.

Die Anwendung von Lipiodol stellt besonders bei Patienten mit vorbestehender Lungenerkrankung mit eingeschränkter Lungenkapazität und/oder reduziertem pulmonalem Blutfluss eine bedeutende Gefahr mit bis zu letalem Ausgang dar. Sowohl die Sauerstoffdiffusionskapazität als auch der pulmonale Blutfluss können nach Lipiodol signifikant absinken und zwar auch ohne weitere klinische Manifestationen. Patienten mit vorbestehenden Lungenerkrankungen weisen auch eine erhöhte Rate an Lungenkomplikationen wie Infarkten auf. Wenn auch selten können Lungeninfarkte ohne vorbestehende Lungenerkrankung auftreten.

Nach einer Chemo- oder Strahlentherapie verkümmern die Lymphknoten und nehmen geringere Mengen Kontrastmittel auf, so dass eine Dosisreduktion nötig ist.

Die Dosis soll generell so niedrig wie möglich gehalten werden. Überdosierungen können durch eine radiologische oder visuelle Kontrolle während der Injektion vermieden werden.

Zudem besteht die Gefahr einer Fettembolie. Die Gefässstrukturen sind deshalb sorgfältig zu meiden: das Präparat darf auch nicht in einer hämorrhagischen oder traumatisierten Region zur Anwendung kommen.

Bei der nicht zugelassenen intra-arteriellen Anwendung von Lipiodol sind mehrere Fälle einer interstitiellen Pneumonie mit Dyspnoe, akuter respiratorischer Insuffizienz und/oder Todesfolge berichtet worden. Patienten mit kardialem Rechts-Links-Shunt und Patienten mit massiver Lungenembolie haben ein besonderes Risiko für zerebrale Öl-Mikroembolien.

Lipiodol darf nicht intravasal verabreicht werden (vgl. „Kontraindikationen“).

Die Indikation zur Lymphographie hat grundsätzlich und im besondere bei älteren Patienten nur nach strenger Indikationsstellung zu erfolgen.

Die Indikationen zur Anwendung von Lipiodol sind bei Vorliegen eines primären Lymphödems sehr eng zu fassen, da trotz sorgfältiger Untersuchungstechnik ein solches Ödem verstärkt werden kann.

Risikofaktor: Überempfindlichkeit

Patienten, bei denen es bereits bei einer früheren Untersuchung mit Lipiodol zu einer ausgeprägten Reaktion kam oder die eine bekannte Iodempfindlichkeit haben, weisen ein erhöhtes Hypersensitivitätsrisiko auf.

Wie bei allen iodhaltigen Kontrastmitteln, können anaphylaktoide Reaktionen mit unter Umständen lebensbedrohlichen kardiovaskulären (Schock) oder respiratorischen (Larynx-Ödem, Bronchospasmus) Komplikationen, sowie Abdominal-Symptomen, Urtikaria, Angioödem oder neurologischen Komplikationen auftreten.

Diese Überempfindlichkeitsreaktionen sind allergischer Natur (schwerwiegende Formen werden als anaphylaktische Reaktionen bezeichnet) oder nicht allergischer Natur. Sie können als Sofortreaktion (weniger als 60 min) oder auch als Spätreaktion (bis zu 7 Tage nach Applikation) auftreten. Sie sind meist unvorhersehbar und dosisunabhängig.

Bei jeder Untersuchung müssen deshalb die personellen Voraussetzungen für eine Notfalltherapie erfüllt sein und das notwendige Material verwendungsbereit sein (Sauerstoff, Adrenalin, Infusionsmaterial, Intubations- und Beatmungsmöglichkeiten, u.a.).Ein bestehender i.v. Zugang muss aufrecht erhalten werden.

Es ist unbedingt erforderlich, mit der Durchführung sämtlicher Notfallmassnahmen vertraut zu sein.

Nach Kontrastmittelgabe soll der Patient noch mindestens 30 bis 60 Minuten unter Aufsicht bleiben, da erfahrungsgemäss die Mehrzahl schwerwiegender Überempfindlichkeitsreaktionen innerhalb dieser Zeit auftritt (siehe ”Unerwünschte Wirkungen“).

Risikofaktor: Schilddrüsenfunktionsstörung

Iodierte Röntgenkontrastmittel beeinflussen die Schilddrüsenfunktion aufgrund ihres Gehaltes an freiem Iodid respektive enzymatische Iodabspaltung im Körper. Bei prädisponierten Patienten kann dies zu einer Hyperthyreose führen. Um diese Stoffwechselstörung zu vermeiden, ist es notwendig, mögliche thyreoidale Risikofaktoren zu erfassen. Gefährdet sind Patienten mit latenter Hyperthyreose oder funktioneller Autonomie. Auf Grund der längeren Verweildauer des Lipiodols im Körper treten Schilddrüsen-Wechselwirkungen mit Lipiodol häufiger als mit wasserlöslichen organischen Iodderivaten. Daher muss bei potentiell gefährdeten Patienten muss vor der Untersuchung die Schilddrüsenfunktion untersucht und eine Hyperthyreose ausgeschlossen werden. Eine vorbeugende medikamentöse Schilddrüsenblockade ist zu erwägen.

Zudem kann die Gabe iodierter Kontrastmittel insbesondere bei Neu- und Frühgeborenen eine Hypothyreose auslösen. Aus diesem Grunde sollten die TSH- und T4-Werte sieben bis 10 Tage sowie einen Monat nach der Kontrastmittelgabe überprüft werden. Man beachte auch die „Interaktionen“, «Unerwünschte Wirkungen» und „Sonstigen Hinweise“.

Risikofaktor: Asthma

Die Injektion von Lipiodol kann die Symptome eines bestehenden Asthmas verstärken. Allgemein ist der klinische Einsatz von Lipiodol nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung zu treffen.

Interaktionen

Studien über Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln wurden keine durchgeführt.

Betablocker, vasoaktive Substanzen, ACE-Hemmer, Angiotensin-Rezeptor-Antagonisten: Diese Arzneimittel können die Wirksamkeit kardiovaskulärer Kompensationsmechanismen bei hämodynamischen Störungen wie z.B. Schockreaktionen beeinträchtigen. Bei Auftreten von Schock oder Hypotension im Rahmen der Anwendung iodhaltiger Kontrastmittel können kompensatorische kardiovaskuläre Reaktionen bei Einnahme von oben genannten Arzneimitteln reduziert sein. Deshalb sollte die Einnahme von Betablockern, vasoaktive Substanzen, ACE-Hemmer, Angiotensin-Rezeptor Antagonisten vor der Lymphographie gestoppt werden bzw. wenn eine solche notwendigerweise weitergeführt werden muss, die Lymphographie unterbleiben oder unter Intensivüberwachung erfolgen. Unter Betablockern ist eine Schockbehandlung oder die Behebung eines Bronchospasmus erschwert. Statt Adrenalin können andere Medikamente notwendig sein.

Radiopharmazeutika: Iodhaltige Röntgenkontrastmittel beeinflussen über mehrere Wochen, bei Lipiodol sogar über mehrere Monate die Aufnahmefähigkeit der Schilddrüse für radioaktives Iod, so dass bei der Iod-Szintigraphie deswegen zu geringe funktionelle Werte resultieren; andererseits ergibt sich eine deutlich verminderte Behandlungseffizienz eines Schilddrüsenkarzinoms mit radioaktivem Iod.

Interleukin-2 (IL-2), Interferon: Eine erhöhte Überempfindlichkeit auf Kontrastmittel respektive eine verstärkte IL-2 Toxizität mit Symptomen wie z.B. Hautrötung, Erythem, Fieber bzw. grippeartige Symptome, Hypotonie, Oligurie, Niereninsuffizienz sowie allergische Spätreaktionen können mit der gleichzeitigen Gabe von Interleukin-2 assoziiert werden. Ähnliches wird auch von anderen Immunmodulatoren wie Interferon berichtet. Nach Möglichkeit sollte eine Kontrastmitteluntersuchung bei Patienten unter Il-2 Behandlung vermieden und auf einen späteren Termin angesetzt werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Die Unschädlichkeit der Anwendung von Lipiodol Ultra-fluide bei Schwangeren ist bis jetzt weder präklinisch noch klinisch erwiesen. Die Verabreichung von iodhaltigen Kontrastmitteln gegen Ende der Schwangerschaft kann beim Neugeborenen zu einer Hypothyreose führen. Im Übrigen sollte eine Belastung mit Röntgenstrahlen während der Schwangerschaft ohnehin soweit als möglich vermieden werden. Eine Lymphographie mit Lipiodol Ultra-fluide sollte deshalb bei schwangeren Frauen nur bei lebenswichtiger Indikation, wenn keine Alternative besteht, durchgeführt werden.

Stillzeit: Pharmakokinetische Studien bei der Ziege zeigen nach intramuskulärer Gabe von Lipiodol Ultra-fluide einen bedeutenden Übertritt von Iod in die Muttermilch. Auf Grund des erhöhten Risikos einer Hypothyreose ist Lipiodol Ultra-fluide während der Stillzeit kontraindiziert.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden diesbezüglich keine Studien durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

Lymphographie: Zu den häufigsten Nebenwirkungen als Folge der stets auftretenden Fettembolie der Lunge gehört eine kurz andauernde Hyperthermie, welche klinisch meist unauffällig bleibt. Eine vorübergehende, radiologisch erkennbare Miliaria ist relativ häufig, speziell wenn die Gesamtdosis hoch oder unangepasst war. Sie wird durch anatomische Anomalien wie lymphovenöse Fisteln oder eine herabgesetzte Speicherkapazität der Lymphknoten im Alter oder nach Strahlen- oder Chemotherapie begünstigt.

Bei der in der Schweiz nicht zugelassenen intra-arteriellen Anwendung von LIPIODOL sind im Ausland mehrere Fälle einer interstitiellen Pneumopathie mit Dyspnoe, akuter respiratorischer Insuffizienz und/oder Todesfolge berichtet worden.

Über die Hinweise unter den «Warnhinweisen und Vorsichtsmassnahmen» hinaus, sei auf die nachfolgenden unerwünschten Wirkungen von Lipiodol geordnet nach MedDRA (organbezogen) hingewiesen. Die Angaben beruhen hauptsächlich auf unserer Post-Marketing Erfahrung:

Blut- und Lymphsystem:

Lymphostase oder ihre Verschlimmerung (selten) bei vorgeschädigten oder hypoplastischen Lymphknoten meist durch Fremdkörperreaktionen mit Makrophagenaktivierung, Fremdkörperriesenzellen, Sinuskatarrh, Plasmozytose und bindegewebiger Umwandlung der Lymphknoten, Thromboembolien mit vaskulärem Verschluss (selten), Infarkte (selten)

Immunssystem: selten

Überempfindlichkeit , anaphylaktische oder anaphylaktoide Reaktion, Kollaps

Nervensystem:

Kopfschmerzen (selten), getrübter Bewusstseinszustand (selten), vaskuläre Embolien (selten), Hemiplegie (sehr selten)

Atemwege:

Miliare Embolie (häufig), Dyspnoe (gelegentlich), interstitielle Lungenerkrankung (gelegentlich), Pneumonitis (selten), Asthma (selten), Husten (selten) und Rasselgeräusche (selten), Ödeme (selten)

Gastrointestinaltrakt:

Diarrhoe (selten), Erbrechen (selten), Nausea (selten)

Haut:

Hautausschläge wie Erytheme, Urtikaria (selten), lokale Schwellungen (selten) u.a. der Schleimhäute, Gesicht oder Injektionsstelle

Allgemeine Störungen:

Fieber (gelegentlich), Schmerzen an der Injektionsstelle (selten), Parotitis (sehr selten), Schockreaktionen (selten), Blutdruckabfall (selten)

Nebenwirkungen bei Kindern:

Allgemein muss mit der gleichen Art von Nebenwirkungen wie bei Erwachsenen gerechnet werden. Aus den vorliegenden Daten kann ihre Häufigkeit nicht abgeschätzt werden.

Überdosierung

Die Maximaldosis von Lipiodol Ultra-fluide beträgt 20 ml. Die Gefahr von kardio-respiratorischen Problemen, zentralen Venenproblemen oder Hirnembolien steigt dosisbedingt oder wenn das Medikament versehentlich intravenös verabreicht wird, deutlich an und können letale Folgen haben. Die Injektion sollte unmittelbar, falls Lipiodol Ultra-fluide im Ductus thoracicus sichtbar oder ein Lymphverschluss festgestellt wird, abgebrochen werden. Die Behandlung muss auf die Aufrechterhaltung aller vitalen Funktionen sowie den raschen Beginn der Symptom-Therapie abzielen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: V08AD01

Fettsäureethylester des iodierten Mohnöls (lipophil) mit einer Iodkonzentration von 480 mg I/ml (G/V) oder 380 mg I/g (G/G).

Die Viskosität bei 37°C beträgt 25 mPa.s.

Dichte bei 20°C: 1,28 g/ml

Pharmakokinetik

Distribution:

Nach intra-lymphatischer Injektion verteilt sich Lipiodol Ultra-fluide im ganzen Lymphsystem. Der grösste Teil des Kontrastmittels wird im Retikulum der Lymphknoten gespeichert und führt zu einer Fremdkörperreaktion. Schon nach wenigen Tagen werden die Öltropfen durch massenhaft auftretende mehrkernige Fremdkörperriesenzellen phagozytiert. Durch lymphovenöse Anastomosen oder den Ductus thoracicus tritt es in den Intravaskulärraum über. Über die Blutbahn wird es zur Leber, zur Lunge, wo die Lipidtröpfchen in den Alveolen abgebaut werden, sowie zur Milz und ins Fettgewebe transportiert. Teilweise bleiben die Kontrastmitteltropfen in den Lungenkapillaren hängen und verursachen die bereits beschriebenen Mikroölembolien. Bis zu 50-70% der verabreichten Dosis wurden nach einer direkten Lymphographie in der Lunge wieder gefunden.

Nach einer Chemo- oder Strahlentherapie verkümmern die Lymphknoten und nehmen geringere Mengen Kontrastmittel auf.

Metabolismus:

Der Abbau des Lipiodol Ultra-fluide erfolgt in den Fremdkörperriesenzellen oder übrigen RES-Zellen durch Esterasen, wobei Natriumiodid freigesetzt wird, welches im Urin in Form von Iodiden ausgeschieden wird.

Elimination:

Natriumiodid wird über die Nieren durch glomeruläre Filtration, aber auch über die Leber und den Pankreas ausgeschieden. Innerhalb von 6 Tagen wurden 10% der verabreichten Dosis in Form von Iodiden im Urin wieder gefunden. Über den genauen Verbleib des nach der Iodabspaltung entstandenen Stearinsäureäthylester ist nichts bekannt.

Lipiodol Ultra-fluide kann nach erfolgter Lymphographie mehrere Wochen oder Monate im Körper verbleiben.

Präklinische Daten

Es liegen keine kontrollierten präklinischen Daten vor.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilität

Es wurden keine diesbezüglichen Studien durchgeführt. Lipiodol UF sollte nicht mit anderen Präparaten gemischt werden. Da sich Lipiodol UF schlecht in Plastikmaterialien aufbewahren lässt, sollte es mit Vorteil nicht mit Plastik-Einwegspritzen verwendet oder in Plastikgefässen gelagert werden.

Beeinflussung diagnostischer Methoden:

Eine Lymphographie sättigt die Schilddrüse über mehrere Monate mit Iod ab, so dass die Schilddrüsendiagnostik bis zu 2 Jahre nach der Lymphographie verfälscht werden kann.

Haltbarkeit

Geöffnet sollte das Kontrastmittel als unkonservierte Injektionslösung so rasch wie möglich aufgebraucht und allfällige Restmengen vernichtet werden.

Das Präparat darf nur bis zu dem mit «Exp» bezeichnete Verfalldatum verwendet werden. Besondere Lagerungshinweise

Lipiodol Ultra-fluide ist bei Raumtemperatur (15 - 25°C) lichtgeschützt (auch vor Röntgenstrahlen geschützt) und ausser Reichweite von Kindern aufzubewahren.

Zulassungsnummer

30274 (Swissmedic)

Zulassungsinhaberin

Guerbet AG, Zürich

Herstellerin

Guerbet, Roissy, France

Stand der Information

Oktober 2013

Verwendung dieser Informationen

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