Risperdal Consta Inj Susp 50 Mg Inj Kit

Risperdal Consta Inj Susp 50 Mg Inj Kit

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Risperidonum.

Hilfsstoffe

Wirkstoff-Pulver (Durchstechflasche): Copoly (DL-Lactidum glycolidum).

Lösung zur Suspendierung des Pulvers (Fertigspritze): Carmellosum natricum, Polysorbatum 20, Dinatrii phosphas dihydricus, Acidum citricum anhydricum, Natrii chloridum, Aqua q.s. ad solutionem pro 2 ml.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Risperdal Consta enthält Risperidon in Mikrosphären (Polymer-Kügelchen), welche das darin eingebettete Risperidon verzögert freisetzen.

Suspension zur i.m. Applikation

Wirkstoff-Pulver zur Herstellung der Injektionslösung (Durchstechflasche): Praeparatio sicca zu 25 mg, 37,5 mg oder 50 mg Risperidon.

Lösung zur Suspendierung des Pulvers (Fertigspritze): 2 ml.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Erhaltungstherapie für psychotische Krankheiten aus dem Formenkreis der Schizophrenie nach Einleitung der Behandlung mit nicht retardierten Neuroleptika.

Dosierung/Anwendung

Bei Patienten, die noch nie Risperidon erhalten haben, wird empfohlen vor dem Behandlungsbeginn mit Risperdal Consta die Verträglichkeit mit oralem Risperidon zu testen.

Risperdal Consta muss alle zwei Wochen durch tiefe intramuskuläre deltoide oder gluteale Injektion verabreicht werden. Dazu ist die adäquate Sicherheits-Injektionsnadel zu verwenden. Für die deltoide Injektion ist die 1-Inch-Nadel (25 mm) zu verwenden, wobei bei den Injektionen jeweils zwischen den beiden Armen abgewechselt werden sollte. Für die gluteale Injektion ist die 2-Inch-Nadel (51 mm) einzusetzen, wobei die Injektion alternierend jeweils in eine der Gesässbacken erfolgen sollte. Risperdal Consta darf nicht intravenös verabreicht werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen», Abschnitt «Verabreichung»). Zubereitung und Verabreichung der Suspension siehe «Sonstige Hinweise»: «Hinweise für die Handhabung».

Übliche Dosierung

Erwachsene

Die empfohlene Dosierung beträgt 25 mg intramuskulär jede zweite Woche. Einige Patienten können von höheren Dosen von 37,5 mg oder 50 mg profitieren. 75 mg zeigten in klinischen Studien keinen zusätzlichen Nutzen, und zudem war eine leicht höhere Inzidenz an extrapyramidalen Nebenwirkungen zu beobachten. Höhere Dosen als 50 mg jede zweite Woche werden nicht empfohlen.

Achtung: Nach der 1. Injektion von Risperdal Consta kann ein klinisch wirksamer Effekt nicht sofort, sondern erst nach einer Latenzzeit von drei oder sogar vier Wochen erwartet werden. Daher muss zunächst in diesem Zeitraum für eine ausreichende Substitution mit anderen Antipsychotika gesorgt werden, oder falls möglich, Risperdal in oraler Form verabreicht werden. Bei Patienten, welche mit Depot-Neuroleptika behandelt werden, kann es angezeigt sein, vor dem Wechsel zu Risperdal Consta zunächst vorübergehend auf eine orale Behandlung umzustellen (wenn klinisch möglich).

Eine Dosiserhöhung darf nicht öfters als alle 4 Wochen erfolgen, da der Effekt nicht früher als 3 Wochen nach der ersten Injektion mit der höheren Dosis erwartet werden kann.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Ältere Patienten (>65 Jahren)

Die empfohlene Dosierung ist 25 mg intramuskulär jede zweite Woche. Nach der 1. Injektion von Risperdal Consta muss für die drei folgenden Wochen (Lag-Phase) für eine ausreichende Substitution mit anderen oralen Antipsychotika gesorgt werden (s. «Pharmakokinetik»).

Ältere Patienten mit psychotischen Symptomen im Rahmen einer dementiellen Erkrankung hatten unter der Behandlung mit atypischen Antipsychotika ein erhöhtes Mortalitätsrisiko. Risperdal Consta ist nicht zugelassen für die Behandlung von Patienten mit psychotischen Symptomen im Rahmen einer Demenzerkrankung.

Leber- und Nierenkrankheiten

Der Einsatz von Risperdal Consta bei Patienten mit Leber- und Nierenerkrankungen wurde nicht untersucht.

Benötigt ein Patient mit einer Leber- oder Nierenerkrankung eine Behandlung mit Risperdal Consta, so wird empfohlen, während der ersten Woche eine Anfangsdosis von 0,5 mg Risperidon oral 2× täglich einzunehmen (als Tablette oder Lösung). In der 2. Woche kann die Tagesdosis auf 1 mg 2× täglich oder 2 mg 1× täglich erhöht werden. Wird eine orale Dosis von mindestens 2 mg gut vertragen, so kann eine Injektion von 25 mg Risperdal Consta alle 2 Wochen verabreicht werden.

Kinder

Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren liegen noch keine Erfahrungen vor.

Kontraindikationen

Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit auf einen der Inhaltsstoffe.

Demente Patienten mit Parkinsonsymptomen im Sinne von Rigor, Bradykinese und parkinson'schen Haltungsstörungen.

Demente Patienten mit der wahrscheinlichen Diagnose einer Lewykörper-Demenz (neben den Symptomen einer Demenz mindestens zwei der folgenden drei Symptome: Parkinsonismus/visuelle Halluzinationen/Fluktuation im Verlauf).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Bei Patienten, die zuvor nie mit Risperidon behandelt wurden, wird empfohlen vor dem Einsatz von Risperdal Consta die Verträglichkeit mittels der oralen Form von Risperidon abzuklären.

Kinder und Jugendliche

Da bisher keine Erfahrungen vorliegen, darf Risperdal Consta Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht verabreicht werden.

Ältere Patienten mit Demenz

Erhöhte Gesamtmortalität

Eine Meta-Analyse von 17 kontrollierten Studien mit atypischen Antipsychotika, Risperdal einschliessend, zeigte bei älteren, mit Antipsychotika behandelten Demenzpatienten eine im Vergleich zu Plazebo erhöhte Mortalität. Bei dieser Population betrug in plazebo-kontrollierten Studien mit oralem Risperdal die Mortalitätsrate 4,0% bei mit Risperdal behandelten Patienten und 3,1% bei der Plazebogruppe. Das mittlere Alter der verstorbenen Patienten betrug 86 Jahre (Altersspanne 67–100 Jahre).

Ein spezifisches Risikofaktorenprofil für die erhöhte Mortalität unter Risperdal ist nicht erkennbar. Vielmehr fanden sich Todesursachen, die in der Altersgruppe >65 Jahre typischerweise zu beobachten sind: kardiovaskuläre und zerebrovaskuläre Ereignisse, Tumore, Infektionen (z.B. Pneumonie) und Diabetes.

Erhöhte Mortalität bei gleichzeitiger Einnahme von Furosemid:

In plazebo-kontrollierten Studien bei älteren Patienten mit Demenz wurde bei der gleichzeitigen Behandlung mit Risperidon und Furosemid eine höhere Mortalitätsrate beobachtet (7.3%; mittleres Alter 89, Altersspanne 75–97 Jahre) als bei der alleinigen Behandlung mit Risperidon (3.1%; mittleres Alter 84, Altersspanne 70–96) oder Furosemid (4.1%; mittleres Alter 80, Altersspanne 67–90 Jahre). Die Erhöhung der Mortalitätsrate bei Patienten, die mit Risperidon plus Furosemid behandelt wurden, wurde in zwei von vier klinischen Studien beobachtet. Bei Patienten, die andere Diuretika als Begleitmedikation zu Risperidon einnahmen, wurde keine erhöhte Mortalitätsrate gefunden.

Es konnte kein eindeutiger pathophysiologischer Mechanismus zur Erklärung dieses Ergebnisses identifiziert werden. Auch war die Todesursache nicht einheitlich. Trotzdem sollte Vorsicht geübt und das Nutzen-Risiko-Verhältnis dieser Kombination oder der gleichzeitigen Behandlung mit anderen potenten Diuretika vor dem Gebrauch abgewogen werden.

Unabhängig von der Behandlung war Dehydratation ein allgemeiner Risikofaktor für die Mortalität und sollte daher bei älteren Demenzpatienten sorgfältig vermieden werden.

Vermehrte zerebrovaskuläre Ereignisse

In plazebo-kontrollierten Studien bei älteren Patienten mit Demenz war die Inzidenz von zerebrovaskulären Ereignissen (Insult und transitorischen ischämischen Attacken [TIA]), einschliesslich tödlichem Ausgang, bei den mit oralem Risperdal behandelten Patienten signifikant höher als im Vergleich zu den Patienten, die Placebo erhielten (mittleres Alter 85 Jahre; Altersspanne 73–97 Jahre).

Orthostatische Hypotonie

Die α1-lytische Wirkung von Risperidon kann vor allem während der anfänglichen Dosisanpassung zu (orthostatischer) Hypotonie führen. Vorsicht ist geboten bei Patienten mit bekannten Herz-Kreislauf-Krankheiten (z.B. Herzinsuffizienz, Myokardinfarkt, Überleitungsstörungen, Dehydratation, Hypovolämie oder zerebrovaskuläre Krankheiten) (s. «Unerwünschte Wirkungen»). Bei akut instabilen kardiovaskulären Situationen (wie z.B. bei akutem Myokardinfarkt) wird die Gabe von Risperdal Consta nicht empfohlen.

Bei einer persistierenden klinisch relevanten orthostatischen Hypotonie ist der Nutzen gegenüber dem Risiko der weiteren Behandlung mit Risperdal Consta abzuwägen.

Verlängerung des QT-Intervalls

In klinischen Studien wurde Risperidon nicht mit einer Verlängerung des QTc-Intervalls in Verbindung gebracht. Von QT-Verlängerung wurde sehr selten in der Postmarketing-Phase berichtet. Wie bei anderen Antipsychotika ist bei der Verschreibung von Risperidon bei Patienten mit bekannter kardiovaskulärer Erkrankung und/oder Bradykardie, Elektrolytstörungen (Hypokaliämie, Hypomagnesiämie) oder einer QT-Verlängerung in der Familienanamnese Vorsicht geboten. In Kombination mit anderen Arzneimitteln, die das QT-Intervall verlängern, ist ebenfalls Vorsicht geboten (s. «Interaktionen»).

Leukopenie, Neutropenie und Agranulozytose

Fälle von Leukopenie, Neutropenie und Agranulozytose sind unter der Anwendung von Antipsychotika (einschliesslich Risperdal Consta) in klinischen Studien und/oder seit Markteinführung berichtet worden. Agranulozytose wurde sehr selten (<1/10'000 Patienten) nach der Markteinführung beobachtet.

Patienten mit einer klinisch signifikanten Verminderung der Anzahl weisser Blutkörperchen in der Anamnese oder mit einer Arzneimittel induzierten Leukopenie/Neutropenie sollten während der ersten Monate der Therapie überwacht werden und das Abrechen der Therapie mit Risperdal Consta sollte beim ersten Anzeichen eines signifikanten Absinkens der weissen Blutkörperchen im Falle eines Fehlens anderer kausaler Faktoren erwogen werden.

Patienten mit klinisch signifikanter Neutropenie sollten sorgfältig hinsichtlich Fieber oder anderen Symptomen oder Anzeichen einer Infektion überwacht und sollten sofort behandelt werden, wenn solche Symptome oder Zeichen auftreten. Patienten mit ausgeprägter Neutropenie (absolute Neutrophilenzahl <1× 109/l) sollten die Therapie mit Risperdal Consta abbrechen und die weissen Blutkörperchen sollten bis zur Genesung überwacht werden.

Venöse Thromboembolie

Im Zusammenhang mit der Anwendung von Antipsychotika sind Fälle von venösen Thromboembolien (VTE) berichtet worden. Da Patienten, die mit Antipsychotika behandelt werden, häufig erworbene Risikofaktoren für VTE aufweisen, sollten alle möglichen Risikofaktoren für VTE vor und während der Behandlung mit Risperdal Consta identifiziert und Präventivmassnahmen ergriffen werden.

Tardive Dyskinesien/Extrapyramidale Symptome (EPS)

Arzneimittel mit antidopaminergen Eigenschaften wurden mit der Induktion von tardiver Dyskinesie in Zusammenhang gebracht, was sich durch rhythmische, unwillkürliche Bewegungen, v.a. der Zunge und/oder des Gesichtes äussern kann. Das Auftreten extrapyramidaler Symptome ist ein Risikofaktor für tardive Dyskinesien. Treten Zeichen und Symptome von tardiver Dyskinesie auf, soll das Absetzen aller Antipsychotika erwogen werden.

Parkinson-Krankheit und Demenz mit Lewy-Körperchen

Vorsicht ist geboten, wenn Risperdal bei Patienten mit einer Parkinson-Krankheit oder Demenz mit Lewy-Körperchen verschrieben wird. Risperdal kann eine Verschlechterung der Parkinson-Krankheit bewirken. Beide Gruppen können ein erhöhtes Risiko für ein malignes neuroleptisches Syndrom und erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Antipsychotika (z.B. Verwirrtheit, Affektabstumpfung, Gleichgewichtsstörung mit häufigen Stürzen, zusätzlich zu extrapyramidalen Symptomen) aufweisen.

Malignes neuroleptisches Syndrom

Unter Antipsychotika kommt es in seltenen Fällen zum malignen neuroleptischen Syndrom, das sich in Hyperthermie, Muskelrigidität, autonomer Instabilität, Bewusstseinsveränderungen und erhöhten Serum-Creatinphosphokinase-Spiegeln äussert. Zusätzliche Symptome können Myoglobinurie (Rhabdomyolyse) und akutes Nierenversagen sein. In diesem Fall sollten sämtliche antipsychotischen Arzneimittel einschliesslich Risperdal Consta abgesetzt werden. Nach der letzten Verabreichung von Risperdal Consta sind noch mindestens 6 Wochen Risperidon-Plasmaspiegel nachweisbar.

Überempfindlichkeitsreaktionen

Obwohl die Verträglichkeit von oral verabreichtem Risperidon vor Beginn der Behandlung mit Risperdal Consta abgeklärt werden sollte, sind während der Anwendungsbeobachtung nach der Markteinführung in sehr seltenen Fällen bei Patienten, die oral verabreichtes Risperidon zuvor toleriert hatten, anaphylaktische Reaktionen aufgetreten (siehe «Dosierung/Anwendung» und «Unerwünschte Wirkungen»). Zu Anaphylaxie-Symptomen zählen Hautausschlag, Nesselausschlag, peripheres Ödem, geschwollene Augen, geschwollene Zunge, geschwollenes Gesicht, starkes Schwitzen (Hyperhidrose), Atemnot und Blutdruckabfall (Hypotonie).

Patienten mit Überempfindlichkeit auf orales Risperidon, Paliperidon oder einen der sonstigen Bestandteile der Formulierung oder des Behältnisses sollten nicht mit Risperdal Consta behandelt werden (siehe «Kontraindikationen»).

Beim Auftreten von Überempfindlichkeitsreaktionen ist die Anwendung von Risperdal Consta zu beenden; allgemeine unterstützende Massnahmen je nach klinischer Indikation sind einzuleiten und der Patienten ist zu überwachen, bis die Anzeichen und Symptome abgeklungen sind (siehe «Kontraindikationen» und «Unerwünschte Wirkungen»).

Hyperglykämie und Diabetes mellitus

Während der Behandlung mit Risperdal Consta wurde über Hyperglykämie, Diabetes mellitus und Exazerbation eines vorbestehenden Diabetes berichtet. Die Beurteilung des Zusammenhanges zwischen der Anwendung atypischer Antipsychotika und Glukoseanomalien wird durch die Möglichkeit eines erhöhten Grundrisikos für Diabetes mellitus bei Schizophreniepatienten und die steigende Inzidenz von Diabetes mellitus in der Gesamtpopulation erschwert. Angesichts dieser Einflussfaktoren ist der Zusammenhang zwischen dem Einsatz atypischer Antipsychotika und unerwünschten Wirkungen, die mit Hyperglykämie zusammenhängen, nicht vollständig verstanden. Epidemiologische Studien deuten jedoch auf ein erhöhtes Risiko für ein Auftreten Hyperglykämie-bedingter unerwünschter Wirkungen bei Patienten unter Therapie mit atypischen Antipsychotika hin. Jeder Patient, der mit atypischen Antipsychotika, einschliesslich Risperdal Consta, behandelt wird, sollte bezüglich Symptomen einer Hyperglykämie und eines Diabetes mellitus überwacht werden.

Gewichtszunahme

Bei der Anwendung von Risperdal Consta ist von signifikanter Gewichtszunahme berichtet worden. Die regelmässige Beobachtung des Gewichtes ist daher empfehlenswert.

Priapismus

Berichten zufolge können eine α-adrenerge Blockade bewirkende Arzneimittel Priapismus hervorrufen. Von Priapismus wurde bei Risperdal nach der Markteinführung berichtet (s. Rubrik «Unerwünschte Wirkungen»).

Regulation der Körpertemperatur

Antipsychotika können die Fähigkeit des Körpers zur Senkung der Körperkerntemperatur beeinträchtigen. Vorsicht ist daher geboten, wenn Risperdal Consta Patienten verordnet wird, die Situationen ausgesetzt sind, die einen Anstieg der Körperkerntemperatur (z.B. anstrengende körperliche Aktivität, Exposition gegenüber extremer Wärme, gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln mit anticholinerger Wirkung oder Dehydrierung) ausgesetzt sind.

Antiemetische Wirkung

In präklinischen Versuchen mit Risperdon wurde eine antiemetische Wirkung verzeichnet. Falls diese Wirkung beim Menschen auftritt, könnte sie Zeichen und Symptome einer Überdosierung bestimmter Substanzen oder von Erkrankungen wie intestinaler Obstruktion, Reye-Syndrom und Gehirntumor maskieren.

Epileptische Anfälle

Wie alle Antipsychotika sollte auch Risperdal Consta bei Patienten mit anamnestisch bekannten epileptischen Anfällen oder anderen Zuständen, welche mit einer Senkung der Anfallsschwelle einhergehen können, vorsichtig angewendet werden.

Intraoperatives Floppy-Iris Syndrom

Bei Kataraktoperationen an Patienten unter Behandlung mit Arzneimitteln mit alpha1a-adrenerger antagonistischer Wirkung, einschliesslich Risperdal Consta, wurden Fälle von intraoperativem Floppy-Iris-Syndrom (IFIS) beobachtet.

Das IFIS kann das Risiko für Komplikationen am Auge während und nach der Operation erhöhen. Vor der Operation sollte dem Ophthalmochirurgen eine aktuelle oder vorangegangene Anwendung von Arzneimitteln mit alpha1a-adrenerger antagonistischer Wirkung mitgeteilt werden. Der mögliche Nutzen des Absetzens der Therapie mit Alpha1-Antagonisten vor der Kataraktoperation wurde nicht untersucht und ist gegenüber dem Risiko einer Unterbrechung der antipsychotischen Therapie abzuwägen.

Prolaktin-abhängige Tumoren

Risperdal Consta darf nur unter besonderer Vorsicht angewendet werden bei gleichzeitigem Vorliegen von Prolaktin-abhängigen Tumoren z.B. Prolaktinomen der Hypophyse und möglicherweise Prolaktin-abhängigen Tumoren, z.B. epithelialen Mamma-Tumoren.

Verabreichung

Es muss sorgfältig darauf geachtet werden, dass Risperdal Consta nicht versehentlich in ein Blutgefäss injiziert wird (siehe «Unerwünschte Wirkungen – Okklusion der retinalen Arterie.»).

Interaktionen

Die Interaktionen von Risperdal Consta bei gleichzeitiger Anwendung anderer Arzneimittel wurden nicht systematisch untersucht. Die in dieser Rubrik beschriebenen Interaktionen basieren auf Studien mit oralem Risperidon.

Pharmakodynamisch bedingte Interaktionen

Zentral wirkende Arzneimittel und Alkohol

In Anbetracht der primären ZNS-Wirkungen von Risperdal sollte eine kombinierte Anwendung mit anderen zentral wirkenden Arzneimitteln oder Alkohol mit Vorsicht erfolgen.

Levodopa und Dopamin-Agonisten

Risperidon kann die Wirkung von Levodopa und anderen Dopamin-Agonisten vermindern. Wenn diese Kombination als notwendig erachtet wird, insbesondere im Endstadium der Parkinson-Krankheit, soll die niedrigste effektive Dosis bei jeder Behandlung verordnet werden.

Arzneimittel mit hypotensiver Wirkung

Nach der Markteinführung wurde bei gleichzeitiger Anwendung von Risperidon und Antihypertensiva klinisch signifikante Hypotonie beobachtet.

Arzneimittel mit bekannter QT-verlängernder Wirkung

Bei Verschreibung von Risperdal Consta mit Arzneimitteln, die bekanntermassen das QT-Intervall verlängern, ist Vorsicht angezeigt.

Pharmakokinetisch bedingte Interaktionen

Risperidon wird hauptsächlich durch CYP2D6 und in geringerem Umfang durch CYP3A4 metabolisiert. Sowohl Risperidon als auch sein aktiver Metabolit 9-Hydroxyrisperidon sind Substrate von P-Glykoprotein (P-gp). Modifikatoren der CYP2D6-Aktivität oder starke Hemmer oder Induktoren der Aktivität von CYP3A4 und/oder P-gp können sich auf die Pharmakokinetik der aktiven antipsychotischen Fraktion von Risperidon auswirken.

Starke CYP2D6-Inhibitoren

Bei gemeinsamer Anwendung von Risperdal Consta und einem starken CYP2D6-Inhibitor kann sich die Plasmakonzentration von Risperidon erhöhen, die aktive antipsychotische Fraktion ist diesbezüglich jedoch weniger stark betroffen. Starke CYP2D6-Inhibitoren in höheren Dosen können die Konzentration der aktiven antipsychotischen Fraktion von Risperidon erhöhen (z.B. Paroxetin, siehe nachstehend). Bei Einleitung oder Beendigung der Begleitanwendung von Paroxetin, Bupropion, oder eines anderen starken CYP2D6-Inhibitors, vor allem in höheren Dosen, sollte die Dosierung von Risperdal Consta vom Arzt neu beurteilt werden.

CYP3A4- und/oder P-gp-Inhibitoren

Bei gemeinsamer Anwendung von Risperdal Consta und einem starken CYP3A4- und/oder P‑gp-Inhibitor kann sich die Plasmakonzentration der aktiven antipsychotischen Fraktion von Risperidon erheblich erhöhen. Bei Einleitung oder Beendigung der Begleitanwendung von Itraconazol oder eines anderen starken CYP3A4- und/oder P-gp-Inhibitors sollte die Dosierung von Risperdal Consta vom Arzt neu beurteilt werden.

CYP3A4- und/oder P-gp-Induktoren

Bei gemeinsamer Anwendung von Risperdal Consta und einem starken CYP3A4- und/oder P-gp-Induktor kann sich die Plasmakonzentration der aktiven antipsychotischen Fraktion von Risperidon verringern. Bei Einleitung oder Beendigung der Begleitanwendung von Carbamazepin oder eines anderen starken CYP3A4- und/oder P-gp-Induktors sollte die Dosierung von Risperdal Consta vom Arzt neu beurteilt werden.

Stark proteingebundene Substanzen

Bei gemeinsamer Anwendung von Risperdal Consta und Arzneistoffen, die in hohem Mass proteingebunden sind, findet bei keinem der Wirkstoffe eine klinisch bedeutsame Verdrängung von den Plasmaproteinen statt.

Bei Anwendung von Begleitmedikamenten sind die Angaben zur Art der Metabolisierung und zur etwaigen Notwendigkeit einer Dosisanpassung in der jeweiligen Arzneimittelinformation zu beachten.

Pädiatrische Patienten

Interaktionsstudien wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt. Die Relevanz der Ergebnisse dieser Studien für pädiatrische Patienten ist nicht bekannt.

Beispiele

Nachstehend sind Beispiele für Arzneimittel aufgeführt, die potentiell mit Risperidon interagieren bzw. nachweislich nicht mit Risperidon interagieren:

Antibakterielle Substanzen:

  • Erythromycin, ein mässiger CYP3A4-Inhibitor, bewirkt keine Veränderung der Pharmakokinetik von Risperidon und der aktiven antipsychotischen Fraktion.
  • Rifampicin, ein starker CYP3A4-Induktor und P-gp-Induktor, verringert die Plasmakonzentration der aktiven antipsychotischen Fraktion.

Anticholinesterasen:

  • Die Cholinesterase-Inhibitoren Galantamin und Donepezil, die beide Substrate von CYP2D6 und CYP3A4 sind, haben keinen klinisch bedeutsamen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Risperidon und der aktiven antipsychotischen Fraktion.

Antikonvulsiva:

  • Carbamazepine ein starker CYP3A4-Induktor und P-gp-Induktor, verringert die Plasmakonzentration der aktiven antipsychotischen Fraktion von Risperidon.
  • Topiramat hat eine mässige Verringerung der Bioverfügbarkeit von Risperidon zur Folge, aber keinen Einfluss auf die Bioverfügbarkeit der aktiven antipsychotischen Fraktion. Diese Interaktion ist daher wahrscheinlich nicht klinisch bedeutsam.
  • Risperidon hat keinen klinisch bedeutsamen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Valproat oder Topiramat.

Antimykotika:

  • Itraconazol, ein starker CYP3A4-Inhibitor und P-gp-Inhibitor, erhöhte in der Dosierung von 200 mg/Tag und bei Risperidon-Dosen von 2 bis 8 mg/Tag die Plasmakonzentration der aktiven antipsychotischen Fraktion um etwa 70%.
  • Ketoconazol, ein starker CYP3A4-Inhibitor und P-gp-Inhibitor, erhöhte in der Dosierung von 200 mg/Tag die Plasmakonzentration von Risperidon und verringerte die Plasmakonzentration von 9-Hydroxyrisperidon.

Antipsychotika:

  • Phenothiazine können zu einer Erhöhung der Plasmakonzentration von Risperidon führen, haben aber keinen Einfluss auf die Plasmakonzentration der aktiven antipsychotischen Fraktion.
  • Für Aripiprazol, ein Substrat von CYP2D6 und CYP3A4, besteht keine ausreichende klinische Evidenz um einen möglichen Effekt von Risperdal auf die Pharmakokinetik von Aripiprazol und seinem aktiven Metaboliten Dehydroaripiprazol beurteilen zu können.

Virostatika:

  • Proteaseinhibitoren: Es sind keine formalen Studiendaten verfügbar. Da Ritonavir aber ein starker CYP3A4-Inhibitor und ein schwacher CYP2D6-Inhibitor ist, besteht bei Ritonavir und Ritonavir-geboosteten Proteaseinhibitoren die Möglichkeit einer Erhöhung der Konzentration der aktiven antipsychotischen Fraktion von Risperidon.

Betablocker:

  • Einige Betablocker können zu einer Erhöhung der Plasmakonzentration von Risperidon führen, haben aber keinen Einfluss auf die Plasmakonzentration der aktiven antipsychotischen Fraktion.

Kalziumkanalblocker:

  • Verapamil, ein mässiger Inhibitor von CYP3A4 und Inhibitor von P-gp, erhöht die Plasmakonzentration von Risperidon und der aktiven antipsychotischen Fraktion.

Digitalis-Glykoside:

  • Risperidon hat keinen klinisch bedeutsamen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Digoxin.

Diuretika:

  • Furosemid: Es sind die Angaben im Abschnitt Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen in Bezug auf die erhöhte Sterblichkeit bei älteren Patienten mit Demenz, die eine Begleitbehandlung mit Furosemid erhalten, zu beachten.

Gastrointestinale Arzneimittel:

  • H2-Rezeptor-Antagonisten: Cimetidin und Ranitidin, die beide schwache Inhibitoren von CYP2D6 und CYP3A4 sind, erhöhten die Bioverfügbarkeit von Risperidon, die der aktiven antipsychotischen Fraktion jedoch nur marginal.

Lithium:

  • Risperidon hat keinen klinisch bedeutsamen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Lithium.

SSRI und trizyklische Antidepressiva:

  • Fluoxetin, ein starker CYP2D6-Inhibitor, erhöht die Plasmakonzentration von Risperidon, die aktive antipsychotische Fraktion ist diesbezüglich jedoch weniger stark betroffen.
  • Paroxetin, ein starker CYP2D6-Inhibitor, erhöht die Plasmakonzentration von Risperidon, bei Dosierungen bis zu 20 mg/Tag ist die aktive antipsychotische Fraktion diesbezüglich jedoch weniger stark betroffen. Bei höheren Paroxetin-Dosen kann sich die Konzentration der aktiven antipsychotischen Fraktion von Risperidon jedoch in einer dosisabhängigen Weise erhöhen.
  • Trizyklische Antidepressiva können zu einer Erhöhung der Plasmakonzentration von Risperidon führen, haben aber keinen Einfluss auf die Plasmakonzentration der aktiven antipsychotischen Fraktion. Amitriptylin hat keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Risperidon oder der aktiven antipsychotischen Fraktion.
  • Sertralin, ein schwacher Inhibitor von CYP2D6, und Fluvoxamin, ein schwacher Inhibitor von CYP3A4, bewirken bei Dosierungen bis zu 100 mg/Tag keine klinisch signifikanten Veränderungen der Konzentration der aktiven antipsychotischen Fraktion von Risperidon. Bei Sertralin- oder Fluvoxamindosen über 100 mg/Tag kann sich die Konzentration der aktiven antipsychotischen Fraktion von Risperidon jedoch erhöhen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es gibt keine kontrollierten Studien bei Schwangeren. Zwar wurde in tierexperimentellen Studien keine teratogene Wirkung festgestellt, jedoch zeigten sich indirekte, durch Prolaktin vermittelte reproduktionstoxische Effekte(s. Rubrik «Präklinische Daten»).

Risperdal Consta darf nicht während der Schwangerschaft angewendet werden, es sei denn, es ist absolut erforderlich.

Nicht-teratogene Effekte

Bei Neugeborenen, deren Mütter während des dritten Trimesters der Schwangerschaft Antipsychotika (einschliesslich Risperidon) einnahmen, besteht nach der Geburt das Risiko für extrapyramidale und/oder Entzugssymptome. Diese Symptome bei Neugeborenen können Agitation, ungewöhnlich erhöhten oder verminderten Muskeltonus, Tremor, Schläfrigkeit, Schwierigkeiten beim Atmen oder Probleme beim Füttern einschliessen. Diese Komplikationen können einen unterschiedlichen Schweregrad aufweisen. Bei einigen Fällen waren sie selbst limitierend, in anderen Fällen benötigten die Neugeborenen eine Überwachung auf der Intensivstation oder eine längere Hospitalisation.

Ist während der Schwangerschaft ein Absetzen der Behandlung erforderlich, so soll dies nicht abrupt geschehen.

Stillzeit

In Tierstudien wurden Risperidon und 9-Hydroxy-Risperidon mit der Milch ausgeschieden. Es wurde auch gezeigt, dass Risperidon und 9-Hydroxy-Risperidon in die Muttermilch des Menschen übergeht. In einem Einzelfall wurde gemessen, dass 4,3% der aktiven antipsychotischen Fraktion (Bezug mütterliche Dosis) in der Muttermilch erscheinen. Deshalb sollten Mütter, die mit Risperidon behandelt werden, nicht stillen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Risperdal Consta kann sich nachteilig auf Tätigkeiten auswirken, die Konzentration und geistige Wachsamkeit erfordern. Den Patienten ist deshalb nahezulegen, keine Fahrzeuge zu lenken und komplizierte Maschinen zu bedienen, bis ihre individuelle Reaktionsfähigkeit abgeklärt ist und der behandelnde Arzt die entsprechende Einschätzung mit dem Patienten besprochen und erläutert hat.

Unerwünschte Wirkungen

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen (Häufigkeit ≥1/10) sind: Schlaflosigkeit, Angst, Kopfschmerz, Infektion der oberen Atemwege, Parkinsonismus und Depression.

Paliperidon ist der aktive Metabolit von Risperidon. Daher sind die Nebenwirkungsprofile beider Substanzen (ihre oralen und die injizierbaren Formulierungen einschliessend) von gegenseitiger Relevanz. Nachstehend findet sich eine vollständige Auflistung der in klinischen Studien und nach Markteinführung berichteten Nebenwirkungen mit Risperidon und/oder Paliperidon. Hierbei werden die folgenden Begriffe und Häufigkeiten verwendet: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 bis <1/10), gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100), selten (≥1/10'000 bis <1/1000) sehr selten (<1/10'000) sowie nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.

Nebenwirkungen nach Systemorganklasse und Häufigkeit:

Infektionen und Infestationen

Sehr häufig: Infektionen der oberen Atemwege.

Häufig: Pneumonie, Bronchitis, Sinusitis, Harnwegsinfektion, Influenza.

Gelegentlich: Infektion der Atemwege, Cystitis, Infektion des Ohres, Augeninfektion, Tonsillitis, Onychomykosis, Cellulitis, Infektion, lokalisierte Infektion, virale Infektion, Acarodermatitis, subkutaner Abszess.

Störungen des Blutes und des Lymphsystems

Häufig: Anämie.

Gelegentlich: Abnahme der Anzahl weisser Blutkörperchen, Thrombozytopenie, Abnahme des Hämatokrits.

Selten: Neutropenie.

Nicht bekannt: Agranulozytose, Abnahme der Anzahl eosinophiler Granulozyten.

Störungen des Immunsystems

Gelegentlich: Hypersensitivität.

Nicht bekannt: anaphylaktische Reaktion.

Endokrine Störungen

Häufig: Hyperprolaktinämiea.

Selten: inadäquate Sekretion des antidiuretischen Hormons.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Hyperglykämie, Gewichtszunahme, verstärkter Appetit, Gewichtsabnahme, verminderter Appetit.

Gelegentlich: Diabetes mellitusb, Anorexie, Triglyceride erhöht, Cholesterin erhöht, Glukosurie.

Selten: Hypoglykämie, Polydipsie.

Sehr selten: diabetische Ketoazidose.

Nicht bekannt: Wasser-Intoxikation, Hyperinsulinämie, diabetisches Koma.

Psychiatrische Störungen

Sehr häufig: Schlaflosigkeitc, Depression, Angst.

Häufig: Schlafstörung, Agitation, verminderte Libido.

Gelegentlich: Manie, Verwirrung, Anorgasmie, Albträume.

Selten: abgestumpfter Affekt.

Störungen des Nervensystems

Sehr häufig: Parkinsonismusc, Kopfschmerz.

Häufig: Akathisiec, Somnolenz, Dystoniec Schwindel, Dyskinesiec. Tremor.

Gelegentlich: Zerebrovaskuläre Ischämie, Bewusstseinsverlust, Konvulsionenc, Synkope, tardive Dyskinesia, psychomotorische Hyperaktivität, Gleichgewichtsstörung, Haltungsschwindel, Störung der Aufmerksamkeit, Dysarthrie, Störung der Geschmacksempfindung, Hypästhesie, Parästhesie.

Selten: malignes neuroleptisches Syndrom, Verminderung des Bewusstseinsgrades, Kopfzittern.

Nicht bekannt: Fehlende Stimulusresponse.

Augenleiden

Häufig: Verschwommensehen.

Gelegentlich: Konjunktivitis, trockenes Auge, Tränensekretion verstärkt, okuläre Hyperämie.

Selten: Störung der Augenbewegung, Augenrollen, Photophobie.

Nicht bekannt: Okklusion der retinalen Arterie, Glaukom, Verkrustung des Augenlidrandes, Floppy-Iris Syndrom (intraoperativ).

Funktionsstörungen des Ohrs und des Innenohrs

Gelegentlich: Vertigo, Tinnitus, Ohrenschmerz.

Funktionsstörungen des Herzens

Häufig: Tachykardie.

Gelegentlich: Vorhofflimmern, atrioventrikulärer Block, Erregungsleitungsstörung, verlängertes QT-Intervall im Elektrokardiogramm, Baradykardie, anormales Elektrokardiogramm, Palpitationen.

Selten: Sinusarrhythmien.

Nicht bekannt: posturales orthostatisches Tachykardiesyndrom.

Funktionsstörungen der Gefässe

Häufig: Hypotonie, Hypertonie.

Gelegentlich: Orthostatische Hypotonie.

Selten: Lungenembolie, tiefe Venenthrombose.

Nicht bekannt: Flush.

Atmungsorgane (respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen)

Häufig: Dyspnoe, pharyngolaryngealer Schmerz, Husten, nasale Verstopfung.

Gelegentlich: Hyperventilation, Atemwegsobstruktion, Keuchen, Epistaxis.

Selten: Schlaf-Apnoe-Syndrom, Aspirationspneumonie, Lungenstauung, Lungenrasseln, Dysphonie, Atemstörung.

Gastrointestinale Störungen

Häufig: abdominelle Beschwerden, Erbrechen, Übelkeit, Obstipation, Gastroenteritis, Diarrhö, Dyspepsie, Mundtrockenheit, Zahnschmerz.

Gelegentlich: Stuhlinkontinenz, Dysphagie, Flatulenz.

Selten: Pankreatitis, intestinale Obstruktion.

Sehr selten: Ileus.

Nicht bekannt: geschwollene Zunge, Faekulom, Cheilitis.

Funktionsstörungen der Leber und Galle

Häufig: Transaminasen erhöht, erhöhte Gamma-Glutamyl-Transferase-Werte.

Gelegentlich: Leberenzymwerte erhöht.

Selten: Ikterus.

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Hautausschlag.

Gelegentlich: Pruritus, Alopezie, Ekzem, trockene Haut, Erythem, Hautverfärbung, Akne, seborrhoische Dermatitis.

Selten: Arzneimittelexanthem, Urticaria, Hyperkeratose, Hauterkrankungen, Hautläsion.

Sehr selten: Angioödem.

Muskelskelettsystem (Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes und der Knochen

Häufig: Muskelkrämpfe, muskuloskelletale Schmerzen, Rückenschmerz, Arthralgie.

Gelegentlich: erhöhter Kreatinphosphokinase-Wert, Gelenksteifigkeit, Anschwellen der Gelenke, Muskelschwäche, Nackenschmerzen.

Selten: Rhabdomyolyse, anomale Haltung.

Funktionsstörungen der Nieren und Harnwege

Häufig: Harninkontinenz.

Gelegentlich: Pollakisurie, Harnretention, Dysurie.

Schwangerschafts-, Wochenbett- und Perinatalbeschwerden

Sehr selten: Extrapyramidalmotorische Symptome und/oder Entzugserscheinungen beim Neugeborenen.

Funktionsstörungen des Reproduktionssystems und der Brust

Häufig: erektile Dysfunktion, Amenorrhö, Galaktorrhoe.

Gelegentlich: Ejakulationsstörung, verspätete Menstruation, Menstruationsstörungc, Gynäkomastie, sexuelle Dysfunktion, Brustbeschwerden, vaginaler Ausfluss.

Selten: Brustdrüsenschwellung, Absonderung aus der Brustdrüse.

Nicht bekannt: Priapismus.

Verletzung und Vergiftung

Häufig: Sturz.

Gelegentlich: verabreichungsbedingter Schmerz.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Häufig: Ödemc, Pyrexie, Brustkorbbeschwerden, Asthenie, Fatigue, Schmerz, Schmerz an der Injektionsstelle, Sturz.

Gelegentlich: Gesichtsödem, Schüttelfrost, erhöhte Körpertemperatur, anormaler Gang, Durst, Krankheitsgefühl, anormales Gefühl, Induration.

Selten: Hypothermie, Unbehagen.

Sehr selten: Anaphylaktische Reaktion nach Injektion mit Risperdal Consta bei Patienten welche zuvor orales Risperidon toleriert haben.

Nicht bekannt: verminderte Körpertemperatur, peripheres Kältegefühl, Arzneimittelentzugsyndrom.

a Eine Hyperprolaktinämie kann in einigen Fällen zu Gynäkomastie, Menstruationsstörungen, Amenorrhoe und Galaktorrhoe führen.

b In Placebo-kontrollierten Studien wurde Diabetes mellitus bei 0,18% der mit Risperidon behandelten Patienten berichtet, im Vergleich lag die Rate in der Placebo-Gruppe bei 0,11%. Die Gesamtinzidenz aus allen klinischen Studien betrug 0,43% bei allen mit Risperidon behandelten Patienten.

C Schlaflosigkeit beinhaltet: initiale Schlafstörung, Durchschlafstörungen;

Parkinsonismus beinhaltet: Akinese, Bradykinesie, Zahnradphänomen, Speichelausfluss, extrapyramidalmotorische Symptome, pathologischer Glabella-Reflex, Muskelsteifigkeit, Muskelverspannungen, muskuloskelettale Steifheit;

Akathisie beinhaltet: Hyperkinesie, „Restless-legs-Syndrom, Ruhelosigkeit;

Dystonie beinhaltet: Blepharospasmus, zervikale Spasmen, Emprosthotonus, Gesichtskrampf, Muskelhypertonus, Laryngospasmus, unwillkürliche Muskelkontraktionen, Myotonie, Oculogyration, Opisthotonus, oropharyngealer Krampf, Pleurothotonus, Risus sardonicus, Tetanie, Zungenlähmung, Zungenkrampf, Torticollis, Trismus;

Dyskinesie beinhaltet: Athetose, Chorea, choreoathetoide Bewegungen, Bewegungsstörungen, Muskelzucken, Myoklonus;

Konvulsionen beinhaltet: Grand-mal-Anfälle;

Ödeme beinhaltet: generalisierte Ödeme, periphere Ödeme, Ödem mit eindrückbaren Dellen («pitting edema»);

Menstruationsstörungen beinhaltet: unregelmässige Menstruation, Oligomenorhoe.

Klasseneffekte

Verlängerung des QT-Intervals

Wie bei anderen Antipsychotika, wurden nach Markteinführung sehr selten Fälle einer QT-Verlängerung unter Risperidon berichtet. Andere klassenbezogene kardiale Effekte, die unter Antipsychotika, die das QT-Intervall verlängern, berichtet wurden, umfassen ventrikuläre Arrhythmie, Kammerflimmern, ventrikuläre Tachykardie, plötzlichen Tod, Herzstillstand und Torsades de Pointes. (s. Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Gewichtszunahme

In einer 12-wöchigen, plazebokontrollierten Doppelblindstudie kam es bei 9% der Patienten, die mit Risperdal Consta behandelt wurden, im Vergleich zu 6% der Patienten, die mit Placebo behandelt wurden, zu einer Gewichtszunahme von ≥7% des Körpergewichts am Endpunkt der Studie. Während der 1-jährigen offenen Studie zu Risperdal Consta lagen die Änderungen des Körpergewichts bei einzelnen Patienten im Allgemeinen innerhalb von ±7% des Ursprungsgewichtes; bei 25% der Patienten kam es zu einer Zunahme des Körpergewichts von ≥7%.

Überdosierung

Hierzu liegen nur Erfahrungen mit der oralen Form vor:

Symptome

Die zu erwartenden Symptome bestehen in einer Ausweitung der bekannten pharmakologischen Wirkungen. Dazu gehören Benommenheit und Sedierung, Tachykardie und Hypotonie sowie extrapyramidale Symptome. Bei Überdosierungen wurden seltene Fälle von QT-Verlängerungen beobachtet und Konvulsionen beobachtet. Fälle von Torsade de pointes wurden im Zusammenhang mit einer gleichzeitigen Überdosierung von Risperdal und Paroxetin berichtet.

Behandlung

Bei Überdosierung sind die Atemwege freizumachen und freizuhalten und es muss für eine ausreichende Sauerstoffzufuhr und Beatmung gesorgt werden. Herz und Kreislauf müssen sofort überwacht werden. Eine kontinuierliche EKG-Kontrolle ist erforderlich, um allfällige Arrhythmien feststellen zu können.

Es gibt kein spezifisches Gegenmittel für Risperdal Consta. Es sind deshalb geeignete Massnahmen vorzubereiten. Im Falle einer akuten Überdosierung ist die Möglichkeit einer mehrfachen Medikamentenbeteiligung in Betracht zu ziehen. Hypotonie und Kreislaufkollaps sind mit geeigneten Massnahmen, wie intravenöse Infusion und/oder sympathomimetische Arzneimittel zu behandeln. Bei schweren extrapyramidalen Symptomen ist ein Anticholinergikum zu verabreichen. Eine genaue medizinische Überwachung sollte bis zur Erholung des Patienten fortgesetzt werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N05AX08

Risperdal Consta (Risperidon) ist ein Antipsychotikum, das einer neuen Klasse – den Benzisoxazol-Derivaten – angehört. Es weist eine hohe Affinität zu den dopaminergen D2- und den serotonergen 5HT2-Rezeptoren auf. Risperidon besetzt auch die α1-adrenergen sowie mit geringerer Affinität die histaminergen H1- und die adrenergen α2-Rezeptoren. Risperidon besitzt keine Affinität zu den cholinergen Rezeptoren. Obwohl Risperidon ein potenter D2-Antagonist ist, was bekanntlich eine Verminderung der positiven Symptome der Schizophrenie bewirkt, dämpft es die motorische Aktivität weniger stark und löst in geringerem Masse Katalepsie aus als die klassischen Neuroleptika. Durch den ausgewogenen zentralen Serotonin- und Dopaminantagonismus wird die Wahrscheinlichkeit extrapyramidaler Nebenwirkungen gesenkt und die therapeutische Wirkung auch auf die negativen und affektiven Symptome der Schizophrenie ausgedehnt.

Die Wirksamkeit von Risperdal Consta (25 mg und 50 mg) bei der Behandlung psychotischer Störungen (Schizophrenie, schizoaffektive Störungen) wurde in einer 12-wöchigen, Placebo kontrollierten Studie bei psychotischen stationären und ambulanten Patienten, welche die Kriterien für Schizophrenie gemäss DSM-IV erfüllten gezeigt.

Eine 12-wöchige Vergleichsstudie bei Schizophreniepatienten mit einer stabilen Symptomatik belegte, dass Risperdal Consta gleich effektiv war wie die orale Tablettenformulierung.

Die Wirkung und Sicherheit von Risperdal Consta bei Langzeitbehandlung (50 Wochen) wurde in einer offenen Studie bei psychotischen stationären und ambulanten Patienten mit einer stabilen Symptomatik untersucht, welche die DSM-IV-Kriterien für Schizophrenie oder schizoaffektive Störungen erfüllten. Während dieser Zeit blieb die Wirkung von Risperdal Consta erhalten. (Diese Studie hatte keine Vergleichsgruppe.)

Pharmakokinetik

Freisetzung

Nach einmaliger intramuskulärer Verabreichung von Risperdal Consta wird anfangs eine kleine Menge Wirkstoff (<1% der Dosis) freigesetzt, worauf eine 3-wöchige Lag-Phase folgt. Die Hauptfreisetzung beginnt von der 3. Woche an. Die freigegebene Menge wird während der 4–6. Woche aufrechterhalten und nimmt von der 7. Woche an wieder ab. Während der ersten 3 Wochen der Therapie mit Risperdal Consta muss deshalb ein zusätzliches Antipsychotikum gegeben werden. In den klinischen Studien wurden während der ersten drei Wochen Risperidon-Tabletten eingesetzt.

Die Kombination des Freisetzungsprofils und des Injektionsintervalls (intramuskuläre Injektion jede zweite Woche) führt zur Erhaltung therapeutischer Plasmakonzentrationen. Therapeutische Konzentrationen bestehen bis 4–6 Wochen nach der letzten Injektion.

Die Elimination ist 7–8 Wochen nach der letzten Risperdal Consta-Gabe abgeschlossen.

Absorption

Risperidon wird nach erfolgter Freisetzung vollständig resorbiert.

Distribution

Risperidon wird rasch verteilt. Das scheinbare Verteilungsvolumen (Vd) beträgt 1–2 l/kg. Die Plasmaproteinbindung an Albumin und saurem α1-Glykoprotein von Risperidon beläuft sich auf 88%, diejenige des aktiven Metaboliten von 9-Hydroxy-Risperidon auf 77%.

Die nach wiederholter intramuskulärer Injektion von 25 mg bzw. 50 mg Risperdal Consta im Intervall von 2 Wochen erhaltenen mittleren minimalen und maximalen Plasmakonzentrationen der aktiven antipsychotischen Fraktion betrugen 9,9 und 19,2 ng/ml bzw. 17,9 und 45,5 ng/ml. Die Pharmakokinetik von Risperidon ist linear im Dosisintervall 25–50 mg bei einem Injektionsintervall von zwei Wochen. In der Langzeitanwendung (12 Monate) wurde bei Patienten, die alle zwei Wochen eine Injektion von 25–50 mg erhielten, keine Akkumulation von Risperidon beobachtet.

Die erwähnten Studien wurden mit glutealer intramuskulärer Injektion durchgeführt. Deltoide und gluteale intramuskuläre Injektionen mit derselben Dosis sind bioäquivalent und daher austauschbar.

Metabolismus

Risperidon wird vorwiegend in der Leber über CYP 2D6 metabolisiert. Es wird hauptsächlich zu 9-Hydroxy-Risperidon, welches eine ähnliche pharmakologische Wirkung wie Risperidon aufweist, abgebaut. Risperidon und 9-Hydroxy-Risperidon bilden zusammen die aktive antipsychotische Fraktion.

Das CYP 2D6 weist einen genetischen (Debrisoquin/Dex­tromethorphan) Polymorphismus auf. Schnelle Metabolisierer konvertieren Risperidon schnell in 9-Hydroxy-Risperidon, während dem langsame Metabolisierer dies langsamer tun. Schnelle Metabolisierer haben deshalb tiefere Risperidon- und höhere 9-Hydroxy-Risperidon-Konzentrationen im Plasma als langsame Metabolisierer. Da Risperidon und 9-Hydroxy-Risperidon etwa die gleiche anti­psychotische Aktivität besitzen, ist die Summe ihrer Konzentrationen massgebend. Aus diesem Grunde wurden bei langsamen und schnellen Metabolisierern keine klinisch relevanten Unterschiede beobachtet.

Ein weniger wichtiger Abbauweg ist die N-Dealkylierung, die wahrscheinlich über CYP3A4 erfolgt.

Elimination

Die Clearance der aktiven antipsychotischen Fraktion bzw. von Risperidon beträgt 5,0 bzw. 13,7 l/h bei schnellen Metabolisierern (bezüglich CYP 2D6) und 3,2 bzw. 3,3 l/h bei langsamen Metabolisierern.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Nach oraler Einnahme einer Einmaldosis wurden bei älteren und niereninsuffizienten Patienten höhere aktive Plasmaspiegel (Cmax war ca. 1,1 bzw. 1,5 mal höher und die AUC war ca. 1,5 bzw. 2,5 mal höher) beobachtet. Dies reflektiert vermutlich eine bei älteren Patienten um 30% und bei niereninsuffizienten Patienten eine um 60% verminderte Clearance der aktiven antipsychotischen Fraktion. Die Risperidon-Plasmakonzentrationen lagen bei Patienten mit Leberinsuffizienz im normalen Bereich, jedoch war die mittlere freie Risperidonfraktion im Plasma um etwa 35% erhöht.

Spezifische pharmakokinetische Studien mit Risperdal Consta liegen bei diesen Patientengruppen nicht vor. Pharmakokinetische Analysen deuten jedoch darauf hin, dass bei der empfohlenen Dosierung von 25 mg jede 2. Woche, die Plasmakonzentrationen bei älteren Patienten (>65 Jahre) und bei Patienten mit leichter bis moderater Niereninsuffizienz innerhalb des bei Erwachsenen beobachteten Bereiches liegen. Die Analysen beruhen auf den in den Phase-III-Studien mit Risperdal Consta ermittelten Wirkstoffkonzentrationen (s. «Spezielle Dosierungsanweisungen»).

Zusammenhang zwischen Pharmakokinetik und Pharmakodynamik

In keiner der Phase-III-Studien, in welchen die Wirksamkeit und Sicherheit untersucht wurden, ergab sich ein Zusammenhang zwischen den Plasmakonzentrationen der aktiven antipsychotischen Fraktion und der Änderung der Gesamtpunktzahl nach PANSS (Positive and Negative Syndrome Scale) bzw. ESRS (Extrapyramidal Symptom Rating Scale).

Präklinische Daten

Mutagenität

Risperidon war nicht genotoxisch in den Standardtests.

Karzinogenität

Wie für einen potenten D2-Antagonisten zu erwarten, zeigte sich in einer intramuskulären Karzinogenitätsstudie an Ratten bei 40 mg/kg eine Prolaktin-vermittelte erhöhte Inzidenz von endokrinen Tumoren des Pankreas, der Hypophyse und des Nebennierenmarks. Brustdrüsenkarzinome traten bei 5 und 40 mg/kg auf. Hypercalcämie, von welcher postuliert wird, das sie zu einer erhöhten Inzidenz von Tumoren des Nebennierenmarks führt, wurde in beiden Dosisgruppen beobachtet. Bei männlichen Ratten traten tubuläre Nierenadenome auf. Bei der niedrigen Dosierung, der NaCl 0,9%- oder der Mikrosphären-Kontrollgruppe traten keine Nierentumore auf. Der Mechanismus für die Entstehung der Nierentumore bei mit Risperdal Consta behandelten Ratten ist unbekannt. Bei den oralen Karzinogenitätsstudien an Ratten oder bei oraler Verabreichung von Risperidon an Mäusen trat keine behandlungsabhängige Erhöhung der Nierentumorinzidenz auf.

Reproduktionstoxizität

Obwohl bei Risperidon im Tierversuch keine direkten Reproduktionsstörungen festgestellt wurden, wurden indirekte, durch Prolaktin vermittelte Effekte beobachtet.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Risperdal Consta darf – ausser mit der mitgelieferten Lösung zur Herstellung der Suspension – mit keiner anderen Lösung und keinem anderen Arzneimittel gemischt werden.

Haltbarkeit

Aufgedrucktes Verfalldatum beachten.

Die chemische und physikalische Stabilität der Suspension ist bei 25 °C während 24 Stunden nach der Zubereitung gewährleistet. Aus mikrobiologischen Gesichtspunkten sollte die Suspension aber sofort nach der Zubereitung eingesetzt werden. Wird die Suspension nicht sofort verabreicht, liegt die Verantwortung für die Lagerungszeit und Lagerbedingungen beim Anwender. Diese sollte normalerweise 6 Stunden bei 25 °C nicht überschreiten, ausser wenn die Zubereitung unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen erfolgte.

Besondere Lagerungshinweise

Im Originalbehältnis vor Licht geschützt.

Die gesamte Packung im Kühlschrank bei 2–8 °C aufbewahren.

Nicht Temperaturen über 25 °C aussetzen.

Sofern kein Kühlschrank zur Verfügung steht, kann Risperdal Consta bei Temperaturen, die 25 °C nicht überschreiten, während maximal 7 Tagen vor der Applikation aufbewahrt werden.

Ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren!

Hinweise für die Handhabung

Bei Risperdal Consta ist ein schrittweises Einhalten der «Hinweise für die Handhabung» wichtig, um eine erfolgreiche Verabreichung sicherzustellen und um Schwierigkeiten beim Einsatz des Kits zu vermeiden.

Die Mikrosphären mit verzögerter Wirkstofffreisetzung (Pulver in der Durchstechflasche) von Risperdal Consta dürfen nur in der mitgelieferten Lösung aus der Fertigspritze suspendiert werden. Zur Injektion darf nur die passende der Packung beiliegende Injektionsnadel für gluteale (2-Inch-Nadel, 51 mm) oder deltoide (1-Inch-Nadel, 25 mm) Injektion verwendet werden. Wechseln Sie keines der Elemente des Injektionskits aus.

Um sicherzustellen, dass die vorgesehene Risperidondosis freigesetzt wird, muss der gesamte Inhalt der Durchstechflasche verabreicht werden. Bei partieller Verabreichung des Inhalts wird evtl. nicht die beabsichtigte Risperidondosis freigesetzt. Es wird empfohlen die Verabreichung sofort nach der Rekonstitution vorzunehmen.

Nehmen Sie die Risperdal Consta Packung aus dem Kühlschrank und warten Sie mit der Herstellung der Suspension ca. 30 Minuten, bis sie Raumtemperatur angenommen hat.

Inhalt des Injektionskits

  • Eine Durchstechflasche mit Mikrosphären mit verzögerter Wirkstofffreisetzung.
  • Eine Fertigspritze mit Lösungsmittel.
  • Eine West-Medimop Vorrichtung (Verbindungsstück zur Herstellung der Suspension).
  • Zwei Terumo SurGuard®-3 Injektionsnadeln zur intramuskulären Injektion (eine 21G UTW 1-Inch Sicherheits-Injektionsnadel (25 mm) mit Nadel-Schutzeinheit zur deltoiden Injektion und eine 20G TW 2–Inch Sicherheits-Injektionsnadel (51 mm) mit Nadel- Schutzeinheit zur glutealen Injektion).

Gebrauchsanweisung, Handhabung und Entsorgung

Wichtige Hinweise

Für eine erfolgreiche Verabreichung von Risperdal Consta befolgen Sie bitte diese Schritt-für-Schritt Gebrauchsanweisung genau.

30 Minuten warten

Nehmen Sie die Einzelpackung aus dem Kühlschrank und lassen Sie sie mindestens 30 Minuten bei Raumtemperatur stehen, bevor Sie mit der Rekonstitution beginnen.

Nicht auf eine andere Weise erwärmen.

Mitgelieferte Bestandteile verwenden

Die in der Einzeldosispackung enthaltenen Bestandteile sind speziell für den Gebrauch mit Risperdal Consta bestimmt. Risperdal Consta darf nur mit dem in der Einzeldosispackung mitgelieferten Lösungsmittel rekonstituiert werden.

Tauschen Sie KEINE Bestandteile dieser Einzeldosispackung aus.

Rekonstituierte Suspension nicht aufbewahren.

Dosis nach der Rekonstitution so schnell wie möglich verabreichen, um ein Absetzen zu vermeiden.

Korrekte Dosierung

Um sicherzustellen, dass die vorgesehene Dosis Risperdal Consta zugeführt wird, muss der gesamte Inhalt der Durchstechflasche verabreicht werden.

MEDIZINPRODUKT ZUM EINMALIGEN GEBRAUCH

Nicht wiederverwenden. Bei Medizinprodukten sind spezifische Materialeigenschaften erforderlich, damit sie wie vorgesehen funktionieren. Diese Eigenschaften wurden nur für den einmaligen Gebrauch geprüft. Versuche, das Medizinprodukt für eine anschliessende Wiederverwendung aufzubereiten, können die Integrität des Produktes nachteilig beeinflussen oder zu einer verminderten Funktionsfähigkeit führen.

Schritt 1. Bestandteile zusammensetzen

Nehmen Sie die Einzeldosispackung aus dem Kühlschrank und lassen Sie sie mindestens 30 Minuten bei Raumtemperatur stehen, bevor Sie mit der Rekonstitution beginnen. Nicht auf andere Weise erwärmen.

West-Medimop Vorrichtung mit der Durchstechflasche verbinden

Kappe von der Durchstechflasche entfernen

Entfernen Sie die farbige Kappe von der Durchstechflasche. Wischen Sie die Oberseite des grauen Stopfens mit einem Alkoholtupfer ab. Lassen Sie ihn an der Luft trocknen. Den grauen Gummistopfen nicht entfernen (Fig. A).

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Fig. A

Vorbereitung der West-Medimop Vorrichtung

Halten Sie den sterilen Blister wie gezeigt (Fig. B). Ziehen Sie das Schutzpapier ab. Die Vorrichtung nicht aus dem Blister herausnehmen. Der Dorn darf zu keinem Zeitpunkt berührt werden. Dies würde zu einer Kontamination führen.

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Fig. B

West-Medimop Vorrichtung mit der Durchstechflasche verbinden

Stellen Sie die Durchstechflasche auf eine feste Fläche und halten Sie sie im unteren Bereich fest. Halten Sie die West-Medimop Vorrichtung mittig über den grauen Gummistopfen. Drücken Sie die West-Medimop Vorrichtung gerade nach unten auf die Oberseite der Durchstechflasche, bis sie sicher einrastet (Fig. C).

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Fig. C

Setzen Sie die West-Medimop Vorrichtung nicht schräg auf, da sonst Lösungsmittel beim Überführen in die Durchstechflasche austreten kann (Fig. D).

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Fig. D

Fertigspritze mit der West-Medimop Vorrichtung verbinden

Sterile Blister entfernen

Nehmen Sie die West-Medimop Vorrichtung erst dann aus dem sterilen Blister, wenn Sie bereit sind, die weisse Kappe von der Fertigspritze zu entfernen. Halten Sie die Durchstechflasche aufrecht, um ein Auslaufen zu verhindern. Halten Sie die Durchstechflasche im unteren Bereich und ziehen Sie den sterilen Blister nach oben ab.

Nicht schütteln.

Nicht den freiliegenden Luer-Anschluss auf der West-Medimop Vorrichtung berühren. Dies würde zu einer Kontamination führen (Fig. E).

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Fig. E

Richtig halten

Halten Sie die Spritze an der weissen Manschette an der Spitze. Halten Sie die Spritze beim Zusammensetzen nicht am Glaszylinder (Fig. F).

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Fig. F

Kappe entfernen

Halten Sie die weisse Manschette und knicken Sie die weisse Kappe ab.

Die Spitze der Spritze nicht berühren. Dies würde zu einer Kontamination führen.

Wenn die Kappe entfernt worden ist, sieht die Spritze wie in Fig. G aus. Die abgebrochene Kappe kann entsorgt werden.

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Fig. G

Spritze mit der West-Medimop Vorrichtung verbinden

Halten Sie die West-Medimop Vorrichtung an der Ummantelung in Position.

Halten Sie die Spritze an der weissen Manschette und führen Sie dann die Spitze in den Luer-Anschluss auf der West-Medimop Vorrichtung ein (Fig. H).

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Fig. H

Die Spritze nicht am Glaszylinder festhalten. Dies kann dazu führen, dass sich die weisse Manschette lockert oder ablöst. Die Spritze mit einer kräftigen Drehbewegung im Uhrzeigersinn mit der West-Medimop Vorrichtung verbinden, bis sie fest sitzt. Nicht überdrehen. Ein Überdrehen kann ein Abbrechen der Spritzenspitze zur Folge haben.

Schritt 2 Mikrosphären rekonstituieren

Lösungsmittel injizieren

Injizieren Sie das gesamte Lösungsmittel aus der Spritze in die Durchstechflasche.

Der Inhalt der Durchstechflasche steht nun unter Druck. Halten Sie den Spritzenkolben mit dem Daumen weiterhin gedrückt (Fig. I).

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Fig. I

Mikrosphären im Lösungsmittel suspendieren

Während Sie den Spritzenkolben weiterhin gedrückt halten, schütteln Sie Spritze und Durchstechflasche mindestens 10 Sekunden lang kräftig (Fig. J).

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Fig. J

Prüfen Sie die Suspension. Sobald eine gute Durchmischung erreicht ist, erscheint die Suspension homogen, dickflüssig und milchig. Die Mikrosphären werden in der Flüssigkeit sichtbar. Fahren Sie sofort mit dem nächsten Schritt fort, damit sich die Suspension nicht absetzt.

Suspension in die Spritze überführen

Drehen Sie die Durchstechflasche auf den Kopf. Ziehen Sie den Spritzenkolben langsam zurück, um den gesamten Inhalt aus der Durchstechflasche in die Spritze aufzuziehen (Fig. K).

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Fig. K

West-Medimop Vorrichtung entfernen

Halten Sie die weisse Manschette der Spritze und drehen Sie sie von der West-Medimop Vorrichtung ab. Ziehen Sie den abziehbaren Abschnitt des Etiketts der Durchstechflasche an der Perforation ab. Bringen Sie das abgezogene Etikett zur Kennzeichnung an der Spritze an (Fig. L).

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Fig. L

Entsorgen Sie die Durchstechflasche und die West-Medimop Vorrichtung sachgemäss.

Schritt 3 Nadel befestigen

Geeignete Nadel auswählen

Wählen Sie die Nadel entsprechend der Injektionsstelle (gluteal oder deltoidal) aus (Fig. M).

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Fig. M

Nadel befestigen

Ziehen Sie die Blisterpackung zur Hälfte auf und benützen Sie diese wie abgebildet (Fig. N) zum Fassen der Nadel an der Basis.

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Fig. N

Während Sie die weisse Manschette der Spritze festhalten, befestigen Sie den Luer-Anschluss der Nadel mit einer kräftigen Drehbewegung im Uhrzeigersinn an der Spritze, bis sie fest sitzt.

Den Luer-Anschluss der Nadel nicht berühren. Dies würde zu einer Kontamination führen.

Mikrosphären resuspendieren

Entfernen Sie den Blister vollständig. Schütteln Sie unmittelbar vor der Injektion die Spritze noch einmal kräftig, da sich einige Mikrosphären abgesetzt haben können (Fig. O).

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Fig. O

Schritt 4. Dosis injizieren

Transparente Nadelschutzkappe entfernen

Bewegen Sie die Nadelsicherheitsvorrichtung wie gezeigt zurück. Halten Sie anschliessend die weisse Manschette der Spritze fest und ziehen Sie vorsichtig die transparente Nadelschutzkappe gerade ab (Fig. P).

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Fig. P

Die Transparente Nadelschutzkappe nicht abdrehen, da sich dadurch die Luer-Verbindung lockern kann.

Luftblasen entfernen

Halten Sie die Nadel aufrecht und klopfen Sie sanft, um Luftblasen nach oben steigen zu lassen. Drücken Sie den Spritzenkolben langsam und vorsichtig nach oben, um die Luft zu entfernen (Fig. Q).

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Fig. Q

Injizieren

Injizieren Sie sofort den gesamten Inhalt der Spritze intramuskulär (i.m.) in den Gluteal- oder den Deltoidmuskel des Patienten. Die gluteale Injektion sollte in das obere äussere Viertel der Glutealregion erfolgen (Fig. R).

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Fig. R

Nicht intravenös verabreichen.

Nadel in der Sicherheitsvorrichtung sichern

Halten Sie die Nadelsicherheitsvorrichtung einhändig in einem 45-Grad-Winkel gegen eine feste, ebene Fläche. Drücken Sie sie mit einer kräftigen, schnellen Bewegung nach unten, bis die Nadel vollständig in der Nadelsicherheitsvorrichtung eingerastet ist (Fig. S).

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Fig. S

Vermeiden Sie Nadelstichverletzungen:

  • Benutzen Sie nicht beide Hände.
  • Lösen Sie nicht absichtlich die Nadelsicherheitsvorrichtung und gebrauchen Sie sie nicht unsachgemäss.
  • versuchen Sie nicht die Nadel gerade zu biegen oder die Sicherheitsvorrichtung einzurasten, wenn die Nadel verbogen oder beschädigt ist.

Sachgemässe Entsorgung der Nadeln

Überzeugen Sie sich, dass die Nadelsicherheitsvorrichtung vollständig eingerastet ist. Entsorgen Sie Spritze und Nadel in einem vorschriftsmässigen Spritzenbehälter.

Entsorgen Sie auch die in der Einzeldosispackung mitgelieferte ungebrauchte Nadel (Fig. T).

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Fig. T

Zulassungsnummer

56092 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Janssen-Cilag AG, Zug, ZG.

Stand der Information

Januar 2016.

Inhalt der Einzeldosispackung

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Verwendung dieser Informationen

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