Nutriflex Lipid Peri M Elek 1250 Ml 5 Btl 1250 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Isoleucin, Leucin, Lysinhydrochlorid, Methionin, Phenylalanin, Threonin, Tryptophan, Valin, Arginin, Histidinhydrochloridmonohydrat, Alanin, Asparaginsäure, Glutaminsäure, Glycin, Prolin, Serin, Natriumhydroxid, Natriumchlorid, Natriumacetat-Trihydrat, Kaliumacetat, Magnesiumacetat-Tetrahydrat, Calciumchlorid-Dihydrat, Glucose-Monohydrat, Natriumdihydrogenphosphat-Dihydrat, Zinkacetat-Dihydrat, Sojabohnenöl, mittelkettige Triglyceride.

Hilfsstoffe: Citronensäure-Monohydrat, Eilecithin, Glycerol, Natriumoleat, Wasser für Injektionszwecke.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Lösung zur parenteralen Ernährung

Aus der linken oberen Kammer (Glucose-Lösung)

in 1250 ml

in 1875 ml

in 2500 ml

Glucose-Monohydrat

88,0 g

132,0 g

176,0 g

corresp. wasserfreie Glucose

80,0 g

120,0 g

160,0 g

Natriumdihydrogenphosphat-Dihydrat

1,170 g

1,755 g

2,340 g

Zinkacetat 2H2O

6,625 mg

9,938 mg

13,250 mg

Aus der rechten oberen Kammer (Fett-Emulsion)

in 1250 ml

in 1875 ml

in 2500 ml

Sojabohnenöl

25,0 g

37,5 g

50,0 g

Mittelkettige Triglyceride

25,0 g

37,5 g

50,0 g

Aus der unteren Kammer (Aminosäure-Lösung)

in 1250 ml

in 1875 ml

in 2500 ml

Isoleucin

2,34 g

3,51 g

4,68 g

Leucin

3,13 g

4,70 g

6,26 g

Lysinhydrochlorid

2,84 g

4,26 g

5,68 g

corresp. Lysin

2,26 g

3,39 g

4,52 g

Methionin

1,96 g

2,94 g

3,92 g

Phenylalanin

3,51 g

5,27 g

7,02 g

Threonin

1,82 g

2,73 g

3,64 g

Tryptophan

0,57 g

0,86 g

1,14 g

Valin

2,60 g

3,90 g

5,20 g

Arginin

2,70 g

4,05 g

5,40 g

Histidinhydrochloridmonohydrat

1,69 g

2,54 g

3,38 g

corresp. Histidin

1,25 g

1,88 g

2,50 g

Alanin

4,85 g

7,28 g

9,70 g

Asparaginsäure

1,50 g

2,25 g

3,00 g

Glutaminsäure

3,50 g

5,25 g

7,00 g

Glycin

1,65 g

2,48 g

3,30 g

Prolin

3,40 g

5,10 g

6,80 g

Serin

3,00 g

4,50 g

6,00 g

Natriumhydroxid

0,800 g

1,200 g

1,600 g

Natriumchlorid

1,081 g

1,622 g

2,162 g

Natriumacetat 3 H2O

0,544 g

0,816 g

1,088 g

Kaliumacetat

2,943 g

4,415 g

5,886 g

Magnesiumacetat 4 H2O

0,644 g

0,966 g

1,288 g

Calciumchlorid 2 H2O

0,441 g

0,662 g

0,882 g

Aminosäurengehalt (g)

40

60

80

Gesamtstickstoffgehalt (g)

5,7

8,6

11,4

Kohlenhydratgehalt (g)

80

120

160

Fettgehalt (g)

50

75

100

Energie in Form von Fett (kJ/kcal)

1990(475)

2985(715)

3980(950)

Energie in Form von Kohlenhydraten (kJ/kcal)

1340(320)

2010(480)

2680(640)

Energie in Form von Aminosäuren (kJ/kcal)

670(160)

1005(240)

1340(320)

Nicht-Protein Energie (kJ/kcal)

3330(795)

4995(1195)

6660(1590)

Gesamtenergie (kJ/kcal)

4000(955)

6000(1435)

8000(1910)

Osmolalität (mOsm/kg)

950

950

950

pH-Wert

5,0-6,0

5,0-6,0

5,0-6,0

Elektrolyte (mmol):

Natrium

50

75

100

Kalium

30

45

60

Magnesium

3,0

4,5

6,0

Calcium

3,0

4,5

6,0

Zink

0,03

0,045

0,06

Chlorid

48

72

96

Acetat

40

60

80

Phosphat

7,5

11,25

15

Sonstige Bestandteile

Citronensäure-Monohydrat, Eilecithin (3,0/4,5/6,0 g), Glycerol, Natriumoleat, Wasser für Injektionszwecke.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Deckung des täglichen Bedarfs an Energie, essentiellen Fettsäuren, Aminosäuren, Elektrolyten und Flüssigkeit im Rahmen einer parenteralen Ernährung bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Katabolie, wenn orale oder enterale Ernährung unmöglich, unzureichend oder kontraindiziert ist.

Dosierung/Anwendung

Zur intravenösen Infusion. Speziell zur periphervenösen Verabreichung geeignet.

Die Dosierung ist dem individuellen Bedarf der Patienten anzupassen.

Die maximale Tagesmenge beträgt 40 ml/kg KG, entsprechend 1,28 g Aminosäuren/kg KG und Tag, 2,56 g Glucose/kg KG und Tag, 1,6 g Fett/kg KG und Tag.

Es wird empfohlen, NuTRIflex Lipid peri kontinuierlich zu verabreichen. Eine stufenweise Steigerung der Infusionsrate innerhalb der ersten 30 Minuten auf die gewünschte Infusionsgeschwindigkeit beugt evtl. Komplikationen vor.

Die maximale Infusionsgeschwindigkeit beträgt 2,5 ml/kg KG und Stunde, entsprechend 0,08 g Aminosäuren/kg KG und Stunde, 0,16 g Glucose/kg KG und Stunde, 0,1 g Fett/kg KG und Stunde.

Bei einem Patienten mit 70 kg KG entspricht dies einer Infusionsgeschwindigkeit von 175 ml pro Stunde. Die hierbei zugeführte Menge an Aminosäuren beträgt 5,6 g/Stunde, an Glucose 11,2 g/Stunde und an Fett 7 g/Stunde.

Kinder über 2 Jahre:

Die angegebenen Dosierungsempfehlungen stellen orientierende Durchschnitts­werte dar. Die Dosierung muss individuell nach Alter, Entwicklungsstand und Krankheit angepasst werden.

Bei der Berechnung der Dosierung muss der Hydratationszustand des pädiatrischen Patienten berücksichtigt werden.

Bei Kindern kann es erforderlich sein, die Ernährungstherapie mit der Hälfte der angestrebten Dosis zu beginnen. Die Dosierung sollte schrittweise entsprechend der individuellen Umsatzkapazität bis zum Maximalwert gesteigert werden.

Tagesdosis im 3. bis 5. Lebensjahr:

45 ml/kg Körpergewicht und Tag, entsprechend 1,44 g Aminosäuren/kg KG und Tag, 2,88 g Glucose/kg KG und Tag und 1,8 g Fett/kg KG und Tag.

Tagesdosis im 6. bis 14. Lebensjahr:

30 ml/kg Körpergewicht und Tag, entsprechend 0,96 g Aminosäuren/kg KG und Tag, 1,92 g Glucose kg KG und Tag, 1,2 g Fett/kg KG und Tag.

Die maximale Infusionsgeschwindigkeit beträgt 2,5 ml/kg Körpergewicht und Stunde entsprechend 0,08 g Aminosäuren/kg KG und Stunde, 0,16 g Glucose/kg KG und Stunde und 0,1 g Fett/kg KG und Stunde.

Ein zusätzlicher Energiebedarf bei pädiatrischen Patienten sollte durch Zufuhr entsprechender Mengen an Glucoselösungen oder Fettemulsionen gedeckt werden.

Dauer der Anwendung

Die Dauer der Anwendung liegt im Rahmen der genannten Indikationen bei bis zu 7 Tagen.

Kontraindikationen

NuTRIflex Lipid peri darf nicht angewendet werden bei:

  • Aminosäurenstoffwechselstörungen,
  • Fettstoffwechselstörungen,
  • Hyperkaliämie; Hyponatriämie,
  • instabiler Stoffwechsel (z.B. schweres Postaggressionssyndrom, entgleiste diabetische Stoffwechsellage, Koma ungeklärter Genese),
  • insulinrefraktäre Hyperglykämie, die einen Einsatz von mehr als 6 Einheiten Insulin/Stunde erforderlich macht,
  • Acidose,
  • intrahepatische Cholestase,
  • schwere Leberinsuffizienz,
  • schwere Niereninsuffizienz,
  • manifeste Herzinsuffizienz,
  • gravierende hämorrhagische Diathesen,
  • Akutphasen des Herzinfarktes und Schlaganfalls,
  • akute thromboembolische Ereignisse, Fettembolie,
  • nicht behandelter Diabetes Insipidus.

Aufgrund der Zusammensetzung ist NuTRIflex Lipid peri nicht bei Neugeborenen, Säuglingen und Kindern bis zu einem Alter von 2 Jahren anzuwenden.

Bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Soja-, Eiproteine oder einen der Inhaltsstoffe ist NuTRIflex Lipid peri kontraindiziert.

Allgemeine Gegenanzeigen einer parenteralen Ernährung sind:

  • instabile Kreislaufverhältnisse mit vitaler Bedrohung (Kollaps- und Schockzustände),
  • unzureichende zelluläre Sauerstoffversorgung,
  • Hyperhydrationszustände,
  • Störungen des Elektrolyt- und Flüssigkeitshaushaltes,
  • akutes Lungenödem, dekompensierte Herzinsuffizienz.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Vorsicht bei erhöhter Serumosmolarität.

Wie bei allen grossvolumigen Infusionslösungen sollte NuTRIflex Lipid peri bei Patienten mit eingeschränkter Herz- oder Nierenfunktion vorsichtig verabreicht werden. Störungen des Flüssigkeits-, Elektrolyt- und Säuren-Basen-Haushalts, z.B. Überwässerung, Hyperkaliämie, Acidose sollten vor Beginn der Infusion korrigiert werden. Eine zu schnelle Infusion kann zu einer Flüssigkeitsüberladung mit pathologischen Serumelektrolytkonzentrationen, Überwässerung und Lungenödem führen.

Bei der Infusion von NuTRIflex Lipid peri ist die Serumtriglycerid- und Glukosekonzentration zu kontrollieren. Bei Patienten mit Verdacht auf Fettstoffwechselstörungen sollte vor Infusionsbeginn eine Nüchternlipidämie ausgeschlossen werden. Bei Vorliegen einer Nüchternlipidämie ist die Gabe von Fett kontraindiziert. Das Vorliegen einer Hypertriglyceridämie 12 Stunden nach einer Fettgabe deutet ebenfalls auf eine Störung des Fettstoffwechsels hin.

NuTRIflex Lipid peri sollte vorsichtig verabreicht werden bei Patienten mit Fettstoffwechselstörungen, z.B. bei Niereninsuffizienz, Diabetes mellitus, Pankreatitis, eingeschränkter Leberfunktion, Hypothyreoidismus (mit Hypertriglyceridämien) und Sepsis. Wenn NuTRIflex Lipid peri Patienten mit solchen Krankheitsbildern verabreicht wird, ist die Serumtriglyceridkonzentration streng zu kontrollieren.

Bei Anzeichen oder Symptomen einer anaphylaktischen Reaktion (wie Fieber, Schüttelfrost, Hautausschlag oder Dyspnoe) sollte die Infusion sofort unterbrochen werden.

In Abhängigkeit von der Stoffwechselsituation ist ein gelegentliches Auftreten von Hypertriglyceridämien und ein Anstieg der Blutglucosekonzentration möglich. Wenn es unter Fettapplikation zu einem Anstieg der Triglyceride im Plasma über 3 mmol/l kommt, empfiehlt es sich die Zufuhrgeschwindigkeit zu reduzieren. Sollte nach wie vor eine Triglyceridkonzentration von mehr als 3 mmol/l im Plasma persistieren, sollte bis zur Normalisierung der Werte die Zufuhr unterbrochen werden.

Wenn die Blutglucosekonzentration im Zusammenhang mit der Fettgabe auf über 10 mmol/l (180 mg/dl) ansteigt, ist ebenfalls eine Dosisreduktion bzw. eine Unterbrechung der Zufuhr angezeigt.

Wie bei allen kohlenhydrathaltigen Lösungen kann die Verabreichung von NuTRIflex Lipid peri zur Hyperglykämie führen. Eine Kontrolle des Blutglucosespiegels ist durchzuführen. Falls eine Hyperglykämie vorliegt, ist die Infusionsrate zu reduzieren oder Insulin zu verabreichen.

Ausserdem sind Kontrollen des Serumionogramms, der Wasserbilanz, des Säuren-Basen-Haushalts und - bei längerdauernder Anwendung - des Blutbildes, der Gerinnung und der Leberfunktion erforderlich.

Eine dem Bedarf entsprechende Substitution von Elektrolyten, Vitaminen und Spurenelementen ist ggf. erforderlich.

Wie bei allen intravenösen Lösungen ist ein streng aseptisches Vorgehen bei der Infusion von NuTRIflex Lipid peri erforderlich.

NuTRIflex Lipid peri ist ein komplex zusammengesetztes Präparat. Es wird daher grundsätzlich von der Zugabe von Zusätzen abgeraten.

Aufgrund des individuellen Bedarfs von pädiatrischen Patienten deckt NuTRIflex Lipid peri möglicherweise nicht in allen Fällen den Gesamtenergiebedarf. In solchen Fällen müssen zusätzlich Kohlenhydrate und/oder Fett in geeigneter Menge verabreicht werden

Aufgrund von möglicher Pseudoagglutination sollte NuTRIflex Lipid peri nicht zusammen mit Blut durch ein gemeinsames Infusionsset verabreicht werden.

Interaktionen

Die Wirksamkeit der Herzglykoside kann durch das in der Lösung enthaltene Kalium vermindert werden.

Vorsicht bei der Anwendung von kaliumsparenden Diuretika (z.B. Amilorid, Spironolacton, Triamteren) oder bei ACE-Hemmern (Enalapril, Captopril), die eine Hyperkaliämie auslösen können.

Einige Arzneimittel wie z.B. Insulin können das körpereigene Lipasesystem beeinflussen.

Diese Wechselwirkung ist jedoch von untergeordneter klinischer Bedeutung.

Heparin in klinischen Dosen verursacht vorübergehend eine erhöhte Freisetzung von Lipoproteinlipase in den Blutkreislauf. Dies kann sich in einer anfänglich erhöhten Lipolyse, gefolgt von einer vorübergehenden verminderten Triglyceridclearance, äussern.

Sojabohnenöl enthält einen natürlichen Gehalt an Vitamin K1. Dies kann zur Beeinträchtigung der Wirksamkeit von Kumarinderivaten führen. Patienten, die mit diesen Substanzen behandelt werden, sollten daher streng überwacht werden.

Es sind keine Wechselwirkungen mit anderen Mitteln bekannt.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es liegen keine Studien vor, die eine Risikobewertung für das ungeborene Kind ermöglichen würden. NuTRIflex Lipid peri sollte in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn eine klare Notwendigkeit besteht.

Es wird nicht empfohlen, dass Mütter ihr Kind stillen, wenn sie eine parenterale Ernährung benötigen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Nicht zutreffend.

Unerwünschte Wirkungen

Mögliche Frühreaktionen bei Applikation von Fettemulsionen sind: geringer Temperaturanstieg, Hitzegefühl, Kältegefühl, Schüttelfrost, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Atemnot, Kopf-, Rücken-, Knochen-, Brust- und Lendenschmerzen, Blutdruckabfall oder -anstieg (Hypotonie, Hypertonie), Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. anaphylaktoide Reaktionen, Hautausschlag).

Bei der Bewertung von unerwünschten Wirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:

Sehr häufig (≥1/10)

Häufig (≥1/100 Bis <1/10)

Gelegentlich (≥1/1'000 Bis <1/100)

Selten (≥1/10'000 Bis <1/1'000)

Sehr selten (<1/10'000)

Nicht bekannt: Auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar.

Die nachfolgend genannten unerwünschte Wirkungen schliessen eine Reihe von systemischen Reaktionen ein, die im Zusammenhang mit der Anwendung von NuTRIflex Lipid peri auftreten. Die meisten treten selten (≥1/10'000 bis <1/1'000) auf bei korrekter Anwendung hinsichtlich der Dosierung, der Dosisüberwachung, sowie der Beachtung der Sicherheitshinweise und Anwendungsbeschränkungen.

Störungen des Immunsystems

Selten: allergische Reaktionen (z.B. anaphylaktoide Reaktionen, Hautausschlag)

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr selten: Hyperlipämie, ausgeprägte Hyperglykämie, metabolische Azidose

Bei diabetischer Stoffwechselentgleisung ist es denkbar, wenn auch mit NuTRIflex Lipid peri bisher nicht beobachtet, dass durch die Zufuhr von MCT eine Ketoacidose hervorgerufen bzw. verstärkt wird.

Mit konzentrierten Aminosäurelösungen wurden Fälle von Hyperazotämie und Azidose beschrieben.

Funktionsstörungen der Gefässe

Sehr selten: Blutdruckabfall oder -anstieg (Hypotonie, Hypertonie).

Atmungsorgane (Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen)

Selten: Atemnot, Cyanose.

Gastrointestinale Störungen

Sehr selten: Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen.

Funktionsstörungen der Nieren und Harnwege

Dosisabhängig: osmotische Diurese.

Allgemeine Störungen

Selten: geringer Temperaturanstieg, Hitzegefühl, Kältegefühl, Schüttelfrost, Kopf-, Rücken-, Knochen-, Brust- und Lendenschmerzen.

Sehr selten: Übersättigungssyndrom (overloading syndrome) (siehe unten).

Übersättigungssyndrom

Dieses kann sich wegen genetisch bedingter, individuell verschiedener Stoffwechselverhältnisse und im Hinblick auf unterschiedliche Vorerkrankungen verschieden schnell und nach unterschiedlichen Dosen einstellen.

Das Übersättigungssyndrom zeigt folgende Symptome: Lebervergrösserung (Hepatomegalie) mit und ohne Gelbsucht (Ikterus), Milzvergrösserung (Splenomegalie), Fettinfiltration der Organe, pathologische Leberfunktionsproben, Blutarmut (Anämie), Verminderung der weissen Blutkörperchen (Leukopenie), Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie), Blutungsneigung und Blutungen, Veränderung bzw. Verminderung von Blutgerinnungsfaktoren (Blutungszeit, Gerinnungszeit, Prothrombinzeit u.a.), Fieber, Hyperlipidämie, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Müdigkeit. Diese Symptome sind gewöhnlich reversibel und klingen nach Absetzen der Ernährungstherapie ab.

Treten unerwünschte Wirkungen auf, so ist die Infusion zu stoppen oder ggf. die Infusion mit verringerter Dosierung fortzusetzen.

Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit und Hyperglykämie stehen häufig im Zusammenhang mit klinischen Zuständen, die eine parenterale Ernährung erforderlich machen oder sind allgemeine Begleiterscheinungen einer parenteralen Ernährung.

Bei Wiederaufnahme der Infusion ist der Patient vor allem in der Anfangsphase sorgfältig zu überwachen. Dabei sind die Serumtriglyceridkonzentrationen engmaschig zu kontrollieren.

Im Falle eines Übersättigungssyndroms ist ein sofortiger Infusionsstop angezeigt.

Überdosierung

Bei ordnungsgemässer Anwendung von NuTRIflex Lipid peri ist eine Überdosierung nicht zu erwarten.

Zeichen einer Überdosierung von Flüssigkeit und Elektrolyten sind:

Hypertone Hyperhydration, Elektrolytentgleisungen und Lungenödem.

Zeichen einer Überdosierung von Aminosäuren sind:

Renale Aminosäurenverluste mit konsekutiven Aminosäurenimbalancen, Übelkeit, Erbrechen und Schüttelfrost.

Zeichen einer Überdosierung von Glucose sind:

Hyperglykämie, Glucosurie, Dehydration, Hyperosmolarität, Hyperglykämisches und hyperosmolares Koma.

Zeichen einer Überdosierung von Fett ist ein Überladungssyndrom, gekennzeichnet durch (z.B.): Fieber, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Müdigkeit, Hyperlipidämie, Lebervergrösserung mit und ohne Gelbsucht, Milzvergrösserung, pathologische Leberfunktionsproben, Blutarmut, Verminderung der Blutplättchen, Verminderung der weissen Blutkörperchen, Blutungsneigung und Blutungen, Veränderungen bzw. Verminderung von Blutgerinnungsfaktoren (Blutungszeit, Gerinnungszeit, Prothrombinzeit u.a.). Die Plama­triglycerid­konzentration sollte unter Infusion 3 mmol/l nicht überschreiten.

Im Falle einer Überdosierung ist ein sofortiger Infusionsstop angezeigt. Weitere Therapiemassnahmen richten sich nach der jeweiligen Symptomatik und deren Schweregrad. Bei Wiederaufnahme der Infusion nach Abklingen der Symptome wird eine einschleichende Infusionsgeschwindigkeit sowie ein engmaschiges Monitoring empfohlen. Siehe Symptome und Behandlung im Kapitel «Unerwünschte Wirkungen».

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: B05BA10

Lösungen zur parenteralen Ernährung, Kombinationen

NuTRIflex Lipid peri ist eine Emulsion zur intravenösen Zufuhr von Aminosäuren, Kohlenhydraten, Fett und Elektrolyten, speziell zur peripher-venösen Verabreichung.

Pharmakokinetik

Nach zentralvenöser Infusion sind die Bestandteile der NuTRIflex Lipid peri-Lösung sofort bioverfügbar. Ein Teil der Aminosäuren wird zur Proteinsynthese eingesetzt, während der Rest wie folgt abgebaut wird: durch Transaminierung wird die Aminogruppe abgespalten, die Carboxylgruppe wird entweder im Citronensäurezyklus zu CO2 oxidiert oder in der Leber als Substrat bei der Gluconeogenese verwendet. Aus dem Muskelgewebe werden die vom Proteinabbau stammenden Aminogruppen der Leber zugeführt, wo die Harnstoffsynthese stattfindet.

Glucose wird gemäss dem bekannten Schema zu CO2 und H2O metabolisiert. Ein Teil der zugeführten Glucose kann auch für die Fettsynthese verwendet werden.

Eine bedeutende Rolle spielen die verabreichte Fettdosis, die Anzahl Infusionen, die Stoffwechselbedingungen sowie individuelle Faktoren im Hinblick auf den durch die NuTRIflex-Infusion entstehenden Triglycerid-Serumspiegel. Bei adäquater Verabreichung sollte 3 mmol/l prinzipiell nicht überschritten werden. Die Triglyceridketten sind üblicherweise an Albumin gebunden und durchdringen deshalb nicht die intakte Blut-Hirn-Schranke. Sie gelangen auch nicht in die Liquor cerebrospinalis. Es sind keine Untersuchungen bezüglich des Übertritts in die Muttermilch oder betreffend die Plazentagängigkeit verfügbar. Fette werden gemäss bekanntem Stoffwechselschema vollständig metabolisiert. Ein Ausscheiden in unveränderter Form ist somit nicht zu erwarten.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Keine Angaben.

Präklinische Daten

Präklinische Studien mit NuTRIflex Lipid peri wurden nicht durchgeführt.

Toxische Effekte von Nährstoffgemischen, die im Rahmen einer Ernährungstherapie verabreicht werden, sind bei der empfohlenen Dosierung nicht zu erwarten.

Reproduktionstoxikologie

Pflanzliche Öle speziell Sojabohnenöl kann Phytoöstrogene wie β-Sitosterol enthalten. Bei subcutaner und intravaginaler Verabreichung von β-Sitosterol wurde bei Ratten und Kaninchen eine Beeinträchtigung der Fertilität beobachtet. Die beobachteten Effekte sind jedoch nach unseren Erkenntnissen klinisch nicht relevant.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

NuTRIflex Lipid peri ist ein komplex zusammengesetztes Präparat. Es wird daher grundsätzlich von der Zugabe von Zusätzen abgeraten.

Haltbarkeit

Nach Entfernen der Schutzhülle und Mischen des Beutelinhalts: die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Lösung nach Mischen des Inhalts wurde über 7 Tage bei 2-8 °C nachgewiesen. Nach Entnahme des Beutels aus dem Kühlschrank ist sie 48 Stunden bei 25 °C stabil.

Nach Anbruch des Behältnisses (Durchstechen des Infusionsports): Nach Anbruch des Behältnisses muss die Emulsion sofort verwendet werden.

NuTRIflex Lipid peri darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «Exp» bezeichneten Verfalldatum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

NuTRIflex Lipid peri soll in der Originalverpackung vor Licht geschützt und bei Raumtemperatur (15-25 °C) gelagert werden.

Hinweise für die Handhabung

Der in drei Kammern unterteilte Beutel erlaubt es, Aminosäuren, Glucose und Fett unmittelbar vor der Infusion zu mischen.

Nur unbeschädigte Behälter sollen verwendet werden. Der Inhalt der 3 Kammern soll unmittelbar vor der Verwendung gemischt werden. Die vorbereitete Nutriflex Infusion muss sofort nach Bereitstellung infundiert werden.

Niemals gebrauchte Behälter verwenden. Eventuelle Restmengen der Lösung wegwerfen.

Eine Eindickung, bzw. Aufrahmung der Emulsion nach einer langen Lagerzeit, das heisst eine gewisse Auftrennung der Liposomen nach Dichte (an der Oberfläche ist noch eine weisse Emulsion sichtbar) hat keinen Einfluss auf die Qualität des Produktes. Vor der Mischen gut schütteln.

Ein solches Aufrahmen darf nicht mit einer Instabilität der Emulsion verwechselt werden: jede Emulsion, die an der Oberfläche eine ölige, durchsichtige Phase aufweist oder Öltropfen enthält, ist unbrauchbar und muss vernichtet werden.

Zulassungsnummer

55596 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

B. Braun Medical AG, Sempach.

Stand der Information

März 2015.

Verwendung dieser Informationen

Die Informationen auf dieser Seite sind für Fachpersonal gedacht. Bei Fragen lassen Sie sich von einer Fachperson (z.B. Arzt oder Apotheker) beraten.