Dexamethason Helvepharm 5 Mg/ml Amp

Dexamethason Helvepharm 5 Mg/ml Amp

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Dexamethasoni natrii phosphas.

Hilfsstoffe: Natrii edetas, Natrii citras, Natrii hydroxidum, Glycerolum, Antiox.: E 223 1 mg, Conserv.: Alcohol benzylicus 10,5 mg, Aqua ad iniectabilia q.s. ad solutionem pro 1 ml.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Injektionslösung: Ampullen zu 5 mg/ml (entsprechend 3,8 mg Dexamethason).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Intravenöse Injektion

Eine solche soll nur bei akuten lebensbedrohenden Situationen erfolgen wie: Schock nach schweren Traumata, (bei substituierten Patienten bzw. Patientinnen), Status asthmaticus, anaphylaktischer Schock (nach [Nor-]Adrenalininjektion), Zwischenfällen bei Bluttransfusionen, Myokardinfarkt.

Intramuskuläre und subkutane Injektion

Diese erfolgt in akuten, aber nicht lebensbedrohlichen Situationen, bei welchen der Arzt oder die Ärztin die Gewissheit über die dem Patienten oder der Patientin verabreichte Kortikosteroid-Menge haben will. Sie ist selbstverständlich auch in all jenen Fällen angezeigt, bei denen die orale Verabreichung nicht möglich ist, wie z.B. bei Bewusstlosigkeit, bei gastrointestinalen Störungen oder während der Narkose.

Die hauptsächlichen Indikationen sind:

Substitutionstherapie (zusätzlich zur Verabreichung eines Mineralokortikoids bei primärer oder sekundärer NNR-Insuffizienz und bei adrenogenitalem Syndrom), akute Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, Asthma bronchiale, schwere Agranulozytose, Thyreoiditis, Lupus erythematodes, Pemphigus, akute Dermatitis, Dermatomyositis, akute Blutkrankheiten, Prophylaxe und Therapie von zytostatika-induziertem Erbrechen.

Intraartikuläre Injektion

In allen grossen und kleinen Gelenke mit Ausnahme der intervertebralen: Arthrosen, Hydrarthrose, entzündliche Arthritiden.

Periartikuläre Injektion

Periarthritis humeroscapularis, Epicondylitis humeri, Tendovaginitis.

Infiltration des erkrankten Gebietes

Weichteilrheumatismus, Sehnen- und Muskelzerrung, Keloid, Dupuytren-Kontraktur, Clavi, Ganglien.

Dosierung/Anwendung

Dexamethason Helvepharm kann intravenös, intramuskulär, subkutan oder lokal injiziert oder in das erkrankte Gebiet infiltriert werden.

Intravenöse Injektion

Die intravenöse Injektion muss langsam über eine Zeitdauer von 4–5 Minuten pro 1 ml erfolgen.

Dosierung: Die übliche Dosis für den Notfall beträgt 4–20 mg, je nach Schweregrad des Krankheitsbildes. Diese Dosis kann wiederholt werden, bis der Patient oder die Patientin genügend anspricht.

Intramuskuläre und subkutane Injektion

4–8 mg täglich.

Intraartikuläre Injektion

Grosse Gelenke: 4–6 mg.

Kleine Gelenke: 0,8–2 mg.

In der Regel genügt eine einmalige Injektion.

Periartikuläre Injektion

2–4 mg. Wenn notwendig wiederholt man diese Injektion.

Infiltration des erkrankten Gebietes

1–4 mg.

Intraartikuläre und periartikuläre Injektionen sollten strikt aseptisch durchgeführt werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Unerwünschte Wirkungen»).

Dosierung bei Kindern

Bei Kleinkindern und Kindern sind im allgemeinen geringere Dosen als die oben angegebenen ausreichend, doch sollte die Dosierung mehr auf die Schwere der Krankheit als auf Alter, Körpergewicht oder Körpergrösse abgestellt werden.

Für den Fall, dass Dexamethason Helvepharm eine Therapie mit einem anderen Glukokortikoid ersetzen soll, sind die Äquivalenzdosen zu berücksichtigen (siehe «Eigenschaften/Wirkungen»).

Kontraindikationen

Bei systemischer Anwendung: Magen- und Darmgeschwüre, systemische Pilzinfektionen, gewisse virale Infektionen wie Varicella, Herpes genitalis, Herpes corneae; Glaukom.

Bei lokaler Anwendung: Infektionen an der Injektionsstelle, z.B. infektiöse Arthritis infolge Gonorrhoe oder Tuberkulose, Bakteriämie oder systemische Pilzinfektionen; unstabiles Gelenk.

Für alle Verabreichungsarten: Überempfindlichkeit gegenüber Dexamethason, Überempfindlichkeit gegen sulfithaltige Arznei-, Nahrungs- oder Genussmittel; Asthmatiker, Neu- und Frühgeborene (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Im Allgemeinen bestehen jedoch keine Kontraindikationen bei Zuständen, in denen die Verabreichung von Glukokortikoiden lebensrettend sein kann.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Eine über die Notfalltherapie hinausgehende, längerdauernde Anwendung von Dexamethason darf nicht erfolgen bei:

gastrointestinalen Ulzera;

Herpes simplex;

Herpes zoster (virämische Phase);

Varizellen;

etwa 8 Wochen vor bis 2 Wochen nach Schutzimpfungen;

Amöbeninfektion;

Systemmykosen;

Poliomyelitis (mit Ausnahme der bulbärenzephalitischen Form);

Lymphome nach BCG-Impfung;

schwerer Hypertonie;

Eng- und Weitwinkelglaukom;

schwerer Herzinsuffizienz;

schwerer Osteoporose;

Diabetes mellitus;

Niereninsuffizienz;

psychiatrischer Anamnese;

Schwangerschaft.

In solchen Fällen sollte der Nutzen der Dexamethason-Therapie sorgfältig gegen mögliche unerwünschte Effekte abgewogen werden.

Bei akutem Hirnödem und Status asthmaticus ist Dexamethason Helvepharm nicht als Ersatz der konventionellen Behandlung, sondern zusätzlich zu dieser zu verabreichen.

Kortikoide können die Symptome einer Infektion verschleiern und unter Kortikoidtherapie können neue Infektionen auftreten.

Bei akuten und chronischen Infektionskrankheiten muss die Infektion durch Antibiotika bzw. Chemotherapeutika unter Kontrolle gehalten werden.

Bei Anwendung eines Lebendimpfstoffes muss die immunsuppressive Wirkung des Glukokortikoids berücksichtigt werden.

Varizellen, die während einer systemischen Behandlung mit Kortikosteroiden auftreten, können eine schwere Verlaufsform annehmen und insbesondere bei Kindern tödlich enden. Sie erfordern eine sofortige Behandlung, z.B. mit Aciclovir i.v. Bei Risikopatienten bzw. -patientinnen ist eine Prophylaxe mit Aciclovir oder eine passive Immunprophylaxe mit Varizella-zoster-Immunglobulin angezeigt.

Bei einer Langzeittherapie und insbesondere bei Diabetes mellitus sollte der Glukosemetabolismus regelmässig kontrolliert werden, da die Glukosetoleranz herabgesetzt werden kann.

Vorsicht ist des weiteren geboten bei Leberzirrhose und Hypothyreose, da in solchen Fällen die Wirkung von Glukokortikoiden verstärkt ist, sowie bei Myasthenia gravis, wenn dabei gleichzeitig Cholinesterasehemmstoffe gegeben werden.

Bei postmenopausalen und geriatrischen Patienten bzw. Patientinnen, bei welchen das Risiko einer Osteoporose erhöht ist, sollte im Falle des Auftretens einer Osteoporose eine parenterale Behandlung mit Glukokortikoiden nur bei strenger Indikationsstellung und unter sorgfältiger Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses durchgeführt werden.

Nach parenteraler Verabreichung von Glukokortikoiden wurden in seltenen Fällen schwere anaphylaktische Reaktionen wie Glottisoedem und Bronchospasmus beobachtet, vorwiegend bei Patienten bzw. Patientinnen mit Allergien in der Anamnese. In solchen Fällen ist eine intensiv-medizinische Versorgung des Patienten bzw. der Patientin (langsame i.v. Injektion von 0,1–0,5 mg Adrenalin, künstliche Beatmung) erforderlich.

Die wiederholte intramuskuläre, intraartikuläre und subläsionale Verabreichung von Dexamethason (oder einem anderen Glukokortikoid) kann zu schweren lokalen Gewebeschädigungen (bis zu Atrophien und Nekrosen) führen.

Kleinkinder und Kinder unter Dexamethason-Langzeittherapie müssen wegen des Risikos eines vorzeitigen Epiphysenschlusses sorgfältig auf Wachstum und Entwicklung überwacht werden.

Es kann zu erhöhtem Augeninnendruck kommen. Normalerweise ist dies reversibel, bei genetisch prädisponierten Personen und Diabetikern können jedoch ein irreversibles Glaukom und Blindheit auftreten. Der Augeninnendruck sollte deshalb bei Patienten bzw. Patientinnen, die unter Langzeit-Kortikoidtherapie stehen, regelmässig gemessen werden.

Interaktionen

Substanzen, die Leberenzyme induzieren, wie Phenytoin, Phenobarbital und Rifampicin, können den metabolischen Abbau von Kortikosteroiden beschleunigen und so zu erniedrigten Plasmaspiegeln und verminderter physiologischer Wirkung führen. Andererseits können Glukokortikoide bei gleichzeitiger Verabreichung von Östrogenen in ihrer Wirkung gesteigert werden. Die Steroiddosis muss gegebenenfalls dementsprechend angepasst werden.

Bei Patienten oder Patientinnen mit Hypoprothrombinämie sollte Acetylsalicylsäure in Kombination mit Kortikosteroiden nur vorsichtig verabreicht werden.

Kaliumausschwemmende Diuretika können den kaliumausschwemmenden Effekt von Glukokortikoiden erhöhen. Deshalb sollten diese Patienten bzw. Patientinnen sorgfältig bezüglich einer Hypokaliämie überwacht werden. Dies gilt insbesondere für Patienten oder Patientinnen, die gleichzeitig Herzglykoside erhalten, da eine kortikoidinduzierte Hypokaliämie die Toxizität dieser Arzneimittel erhöht.

Selten wurde beobachtet, dass Kortikosteroide die Gerinnbarkeit des Blutes erhöhen und Patienten oder Patientinnen unter oraler Antikoagulationstherapie eine höhere Dosis benötigen.

Bei nichtsteroidalen Antiphlogistika/Antirheumatika kann es durch Erhöhung des Risikos von gastrointestinalen Ulzerationen zu einer erhöhten Blutungsgefahr im Magen-Darm-Bereich kommen.

Wenn während einer Langzeitbehandlung mit Glukokortikoiden gleichzeitig Salizylate verabreicht werden, sollte jede Dosisreduktion des Glukokortikoids vorsichtig vorgenommen werden, da in solchen Fällen Salizylatvergiftungen auftreten können.

Gleichzeitig eingenommene Antidiabetika können in ihrer blutzuckersenkenden Wirkung vermindert werden, so dass eine Erhöhung des Antidiabetikabedarfs erforderlich werden kann.

Ephedrin erhöht die Dexamethason-Clearance im Blut und die Harnausscheidung seines Metaboliten.

Atropin und andere Cholinergika können zu einer weiteren Steigerung eines bereits erhöhten Augeninnendrucks führen.

Bei Patienten oder Patientinnen mit Myasthenia gravis können Kortikosteroide die Wirkung von Cholinesterasehemmstoffen herabsetzen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Schwangerschaft/Stillzeit

Tierstudien haben unerwünschte Effekte auf den Fötus gezeigt, und es existieren keine kontrollierten Humanstudien. Dexamethason passiert die Plazentaschranke.

Bei Langzeittherapie während der Schwangerschaft sind intrauterine Wachstumsstörungen nicht auszuschliessen, und bei einer Behandlung zum Ende der Schwangerschaft besteht für den Fötus die Gefahr einer Atrophie der Nebennierenrinde, die eine ausschleichende Substitutionstherapie beim Neugeborenen erforderlich machen kann. Deshalb sollte Dexamethason Helvepharm, wie alle Kortikosteroide, während der Schwangerschaft, besonders in den ersten drei Monaten, nur unter strenger Abwägung des Nutzen/Risiko-Verhältnisses angewendet werden. Dabei sollte bei bestehender Indikation Prednisolon (oder Prednison) allen anderen – insbesondere den fluorierten Glukokortikoiden vorgezogen werden, da dessen Plazentagängigkeit am geringsten ist.

Die Patientinnen sollten dazu angehalten werden, bei einer vermuteten oder eingetretenen Schwangerschaft unbedingt den Arzt oder die Ärztin zu verständigen.

Kortikosteroide werden mit der Muttermilch ausgeschieden und können das Wachstum und die NNR-Funktion des Säuglings beeinträchtigen oder andere unerwünschte Wirkungen zeigen. Mütter, welche therapeutische Kortikoiddosen erhalten, sollten deshalb abstillen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Mit Dexamethason Helvepharm wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

Die Häufigkeit und der Schweregrad unerwünschter Kortikoidnebenwirkungen sind von der Behandlungsdauer und Dosierung sowie von Alter, Geschlecht und Grunderkrankung des Patienten oder der Patientin abhängig. Eine kurzfristige Anwendung von Glukokortikoiden, selbst in hoher Dosierung, verursacht kaum Nebenwirkungen. Bei längerer Anwendung, hochdosierter Anwendung, d.h. wenn die Cushing-Schwellendosis (>1,5 mg Dexamethason pro Tag) überschritten wird, können jedoch folgende Effekte auftreten:

Infektionen und Infestationen: erhöhte Anfälligkeit für Infektionen.

Störung des Immunsystems: verminderte Ansprechbarkeit auf Impfungen und Hauttests; Überempfindlichkeitsreaktionen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Endokrine Störungen: Stammfettleibigkeit, Mondgesicht, Hirsutismus, Funktionsausfall der Hypothalamus-Hypophysen-NNR-Achse bis zur NNR-Atrophie, welche über ein Jahr und länger anhalten kann und für den Patienten oder die Patientin ein lebensbedrohliches Risiko in Stress- und Belastungssituationen bedeutet.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen: negative Stickstoff- und Kalziumbilanz, verminderte Glucosetoleranz (insbesondere bei Diabetes mellitus), Natrium- und Wasserretention, Gewichtszunahme, Kalium- und Phosphatverlust, hypokaliämische Alkalose.

Psychiatrische Störungen: psychische Störungen (von euphorischen bis zu echten psychotischen Erscheinungen).

Störungen des Nervensystems: Konvulsionen, bei Kindern Pseudotumor cerebri (benigne intrakranielle Hypertonie) mit Erbrechen und Stauungspapille.

Augenleiden: erhöhter intraokulärer Druck, subkapsulärer Katarakt.

Funktionsstörungen der Gefässe: Erhöhung des Thromboserisikos, Hypertonie, Ödeme.

Gastrointestinale Störungen: peptische Ulzeration mit Möglichkeit einer Hämorrhagie oder Perforation, Pankreatitis, leichte Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen, erhöhter Appetit.

Funktionsstörungen der Haut und Unterhautzellgewebes: verzögerte Wundheilung, Erytheme, Striae, Petechien, Ekchymosen, Akne, Hautausdünnung; gesteigertes Schwitzen.

Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes und der Knochen: Osteoporose, aseptische Knochennekrose, Myophatie, vorzeitiger Epiphysenschluss bei Kindern und Jugendlichen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Störungen der Fortpflanzungsorgane und der Brust: Menstuationsstörungen.

Reaktionen an der Applikationsstelle: erythematöse Reaktionen nach der Injektion sowie eine schmerzlose Gelenkzerstörung, ähnlich einer Charcot-Arthropathie, vor allem bei wiederholten intraartikulären Injektionen.

Untersuchungen: verminderte Ansprechbarkeit auf Hauttests.

Bei lokaler Infiltration sind Atrophien des subkutanen Fettgewebes möglich (Epicondylitisbehandlung).

Bis auf die Osteoporose, die aseptische Knochennekrose und die Wachstumsstörungen im Kindesalter sind die möglichen Nebenwirkungen nach Absetzen der Therapie mit Dexamethason in Abhängigkeit von Dosis und Dauer meist reversibel.

Dexamethason Helvepharm enthält als Hilfsstoffe Benzylalkohol und Natriumdisulfit (E 223).

Benzylalkohol kann in seltenen Fällen Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. Hautreaktionen, Angioödeme) verursachen, und mit Benzylalkohol wurden Fallberichte über bleibende neuropsychiatrische Mangelzustände sowie systemübergreifende Organ-insuffizienzen in Zusammenhang gebracht. Deshalb sollte das Präparat nicht an Neugeborene, insbesondere nicht an Frühgeborene verabreicht werden.

Natriumdisulfit kann bei empfindlichen Patienten bzw. Patientinnen allergische Reaktionen einschliesslich anaphylaktischen Schocks und lebensbedrohender Asthma-Anfälle, Brechreiz und Durchfall auslösen. Die Prävalenz in der Bevölkerung ist unbekannt. Sulfit-Überempfindlichkeit wird jedoch öfters bei Asthmatikern als bei Nicht-Asthmatikern gesehen. Dexamethason Helvepharm sollte daher bei Patienten bzw. Patientinnen mit Asthma oder einer Überempfindlichkeit gegen sulfithaltige Präparate (Nahrungs- und Genussmittel, andere Arzneimittel) nicht verabreicht werden.

Überdosierung

Intoxikationen durch akute Überdosierung mit Kortikosteroiden sind ungewöhnlich, und die Wahrscheinlichkeit, dass es zu schwerwiegenden Effekten führt, ist gering. Im Falle einer Überdosierung gibt es kein spezifisches Antidot, die Behandlung ist symptomatisch.

Bei einer chronischen Überdosierung ist mit einer Zunahme der unerwünschten Wirkungen und der unter «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» beschriebenen Risiken zu rechnen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: H02AB02

Dexamethason Helvepharm Ampullen enthalten das gut lösliche und mit Lokalanästhetika mischbare Dexamethason-21-phosphat-Natrium. Dexamethason Helvepharm Ampullen sind für alle Arten der parenteralen Verabreichung geeignet. Dexamethason ist ein synthetisches Glukokortikoid mit einer etwa 7mal stärkeren entzündungshemmenden Wirkung als Prednisolon und einer etwa 30mal stärkeren Wirkung als das natürliche Nebennierenrindenhormon Kortison. Es zeichnet sich insbesondere durch seine geringe Mineralokortikoidwirkung und seine geringe wasser- und salzretinierende Wirkung aus und ist deshalb besonders für die Anwendung bei Patienten bzw. bei Patientinnen mit Herzinsuffizienz oder Hypertonie geeignet. Da sich Dexamethason des weiteren durch eine lange biologische Halbwertszeit auszeichnet (36–54 Stunden), ist es speziell für diejenigen Indikationen geeignet, bei denen eine kontinuierliche Glukokortikoidwirkung erwünscht ist. Therapeutisch von Bedeutung ist vor allem die starke antiphlogistische und immunsuppresive (anti-allergische) Wirkung.

Die relative Äquivalenzdosis von Dexamethason im Vergleich zu anderen Glukokortikoiden beträgt: 1 mg Dexamethason = 6 mg Triamcinolon bzw. Methylprednisolon = 7,5 mg Prednison bzw. Prednisolon = 30 mg Hydrocortison = 35 mg Cortison.

Pharmakokinetik

Absorption

Dexamethason-Phosphat wird nach intramuskulärer Injektion rasch resorbiert und fast vollständig zu Dexamethason hydrolysiert.

Nach i.v. Injektion werden maximale Plasmakonzentrationen innerhalb weniger Minuten erreicht. Die maximale pharmakologische Wirkung tritt jedoch verzögert (etwa 2 Stunden nach der Injektion) ein und hält länger an, als der Plasmahalbwertszeit entspricht.

Distribution

Das totale Verteilungsvolumen von Dexamethason beträgt etwa 0,58 l/kg. Der Wirkstoff wird in Abhängigkeit von der Dosis bis zu 77% an Plasmaproteine, speziell an die Albuminfraktion gebunden. Im Liquor sind 4 Stunden nach intravenöser Applikation maximale Dexamethasonkonzentrationen vorhanden (etwa 15–20% der Plasmakonzentra­tion). Der Abfall der Dexamethasonkonzentration im Liquor erfolgt sehr langsam; etwa 2⁄3 der maximalen Konzentration sind noch nach 24 Stunden zu finden. Dexamethason tritt durch die Plazenta, wovon 54% zu einem inaktiven Keto­steroidabkömmling metabolisiert werden; es geht auch in die Muttermilch über.

Elimination

Dexamethason und seine Metaboliten werden überwiegend durch die Nieren ausgeschieden. Die Clearance verläuft über extrarenale, vermutlich hepatische Biotransformationsmechanismen. 60% einer Dosis erscheinen innerhalb von 24 Stunden in glukuronisierter Form und weniger als 10% als freies Dexamethason im Urin. Die totale Plasmaclearance beträgt 2–5 ml/Min./kg. Die Eliminations-Halbwertszeit liegt zwischen 3 und 4,5 Stunden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Bei schweren Lebererkrankungen (z.B. Hepatitis, Leberzirrhose) und Hypothyreose ist die Eliminationshalbwertszeit von Dexamethason verlängert. Bei Neugeborenen ist die Plasmaclearance geringer als bei Kindern und Erwachsenen.

Präklinische Daten

Langzeituntersuchungen am Tier auf ein tumorerzeugendes Potential liegen nicht vor.

Dexamethason ist unzureichend auf mutagene Wirkungen untersucht.

Reproduktionstoxizität

Dexamethason ruft im Tierexperiment bei Mäusen, Ratten, Hamstern, Kaninchen und Hunden Gaumenspalten und in geringem Umfang andere Fehlbildungen hervor.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Keine. Der Inhalt ist mit Lokalanästhetika mischbar.

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Erhöhte Serum-Digoxin-Werte beim Immunoassay.

Erniedrigung von Plasma-Cortison, Kalium, Östrogene.

Störung der Glukosetoleranz.

Erniedrigte Prolactinspiegel.

Erniedrigte TSH-, FSH-, LH-Werte.

Erniedrigte GH-Antwort auf verschiedene Stimuli.

Erhöhte T3-Spiegel.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Dexamethason Helvepharm Ampullen müssen vor Licht und Feuchtigkeit geschützt, bei Raumtemperatur (15–25 °C) und für Kinder unerreichbar aufbewahrt werden.

Zulassungsnummer

41074 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Helvepharm AG, Frauenfeld.

Stand der Information

September 2012.

Verwendung dieser Informationen

Die Informationen auf dieser Seite sind für Fachpersonal gedacht. Bei Fragen lassen Sie sich von einer Fachperson (z.B. Arzt oder Apotheker) beraten.